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 Beitrag Verfasst: Freitag 7. Oktober 2005, 08:25 
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Bund, 07.10.05


Konzentration auf Zidane statt Arithmetik

Die Schweizer Fussball-Nationalmannschaft vor dem morgigen Heimspiel gegen Frankreich (Stade de Suisse, 20.45 Uhr)
Zwei Runden vor Schluss der WM-Qualifikation gibt es viele mögliche Szenarien. Das Schweizer Nationalteam will am Samstag gegen Frankreich ohne Rechenschieber agieren – und sich auf die Aufgabe konzentrieren, den Gegner an der Entfaltung zu hindern.

Dem Autor des Drehbuchs für die Gruppe 4 in der WM-Qualifikation gebührt Lob. Vor allem bezüglich der Dramaturgie. Weil sich vier der sechs Teams in den Direktduellen nahezu neutralisiert haben (Ausnahme bildet der Sieg Frankreichs in Irland), kommt zwei Runden vor Ende der Qualifikation noch ein Quartett für die ersten vier Ränge in Frage. So ist für die Schweizer Nationalmannschaft, welche die Tabelle anführt und am Samstag im ausverkauften Stade de Suisse vor 31 000 Zuschauern den Tabellenzweiten Frankreich empfängt, die direkte Qualifikation für die WM-Endrunde 2006 in Deutschland ebenso möglich wie der Umweg über ein Barrage-Spiel oder eben Platz 3 oder 4.

In keiner anderen europäischen Gruppe ist die Ausgangslage derart spannend und sind noch mehr Varianten möglich. Nicht zuletzt deshalb halten es die Schweizer mit der einfachsten aller Optionen: Sie wollen erst gar nicht rechnen. Zumindest nicht zum jetzigen Zeitpunkt. «Die Ausgangslage ist so komplex und von so vielen Komponenten abhängig, dass sich Rechenspiele kaum lohnen. Wir konzentrieren uns besser auf die Partie gegen Frankreich, in welcher wir ein positives Resultat erreichen wollen», sagt etwa Christoph Spycher. «Es genügt, nach dem Schlusspfiff einen Blick auf die Tabelle zu werfen. Dann sehen wir, welches Resultat wir im abschliessenden Spiel in Irland allenfalls noch zur WM-Qualifikation benötigen.» Ähnlich hält es Patrick Müller: «Am Samstag müssen wir gegen Frankreich ohne Rechenschieber agieren und dürfen nicht an die Partie in Dublin denken. Wir besitzen in Bern eine grosse Chance zu einer Vorentscheidung – aber wir dürfen auch nicht vergessen, dass wir selbst im Falle einer Niederlage noch eine zweite Chance haben.»


Bemerkenswerte Tendenzen

Dreimal haben sich in den letzten 26 Monaten die Wege der Fussball-Nationalteams Frankreichs und der Schweiz gekreuzt. Am 20. August 2003 verloren die Gastgeber in Genf ein Testspiel 0:2, am 21. Juni 2004 mussten sich die Schweizer an der EM im letzten Gruppenspiel 1:3 geschlagen geben, und am 28. März resultierte im Stade de France ein torloses Remis. «Die Partie in Genf war sozusagen ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk. Wir waren froh, gegen Frankreich spielen zu dürfen», sagt Müller. «Doch seither ist vieles passiert und sind die Partien immer wichtiger geworden.» Dem Verteidiger, der von 2000 bis 2004 eine der Teamstützen von Serienmeister Olympique Lyon und zuletzt sogar Captain war, will festgestellt haben, dass aufgrund der zunehmend besseren Resultate «unser Selbstvertrauen stetig grösser geworden ist, während in den Reihen der Franzosen eher die Zweifel zugenommen haben». Auch sei das Ansehen des Schweizer Fussballs in Frankreich besser geworden. «Mit wenigen Ausnahmen werden wir wohl noch immer vielenorts als ,petits Suisses‘ betrachtet – aber wir sind bedeutend weniger klein als auch schon. Dennoch können wir davon ausgehen, dass Frankreich mit grossem Selbstvertrauen und dem Willen, auf Sieg zu spielen, in Bern antreten wird.»
Inwiefern die jüngsten Resultate den Respekt des Teams von Raymond Domenech vor der Schweizer Nationalmannschaft beeinflusst haben, könne er nicht sagen, meint Nationalcoach Köbi Kuhn. «Aber auch die Franzosen sind sich bestimmt bewusst, dass es inzwischen keine leichten Spiele mehr gibt. Deshalb glaube ich nicht, dass sie in Bern überheblich auftreten werden. Wer das tut, wird im heutigen Fussball sehr, sehr schnell eines Besseren belehrt.»


Der Faktor Zidane

Vor dem Rencontre hält Kuhn an seiner Devise fest, die Aufstellung erst am Spieltag bekannt zu geben. Auch bezüglich Taktik will er sich wie gewohnt nicht zu stark in die Karten blicken lassen und sagt deshalb nur so viel: «Wir müssen kompakt agieren und die Räume eng machen, das ist der Schlüssel zum Erfolg. Wir dürfen dem Gegner keinen Platz zur Entfaltung geben.» Er wisse, dass er damit nichts Neues sage. Aber gegen einen grossen Gegner erhalte dieses Element noch mehr Gewicht.
Keinen Raum lassen wollen die Schweizer insbesondere Ausnahmekönner und Fussball-Künstler Zinedine Zidane – wenn er denn tatsächlich spielt. Der Respekt vor dem Welt- und Europameister ist auch im Schweizer Lager allgegenwärtig. «Es gilt, seine Kreise zu stören», sagt Kuhn, der aber ebenso davor warnt, nur auf den Regisseur zu achten, wie dies auch seine Spieler tun. «Natürlich müssen wir Zidane besonders früh und bei Bedarf auch zu zweit angreifen. Aber die Franzosen haben eine Vielzahl an Spielern, die eine Partie entscheiden können», sagt Spycher. «Konzentrieren wir uns zu stark auf Zidane, könnte dies gravierende Folgen haben.»

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 Beitrag Verfasst: Freitag 7. Oktober 2005, 08:28 
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Bund, 07.10.2005


Sojamilch für die Fussballer

Schweiz - Frankreich
Die französische Nationalelf übernachtet vor ihrem WM-Qualifikationsspiel gegen die Schweiz im Parkhotel Oberhofen. Die französische Botschaft schickte Landesfahnen, in der Réception lagern Zettel mit Autogrammwünschen und die Küchenleute sind auf Trab.

Der Sicherheitsdienst inspiziert die Hotelzimmer vorgängig, die Kantonspolizei stellt eine Gruppe von Polizisten zur Bewachung des Hauses und im Dorf Oberhofen kursieren Gerüchte, der französische Geheimdienst sei auch da. Was nach Vorbereitungen für hohen politischen Besuch tönt, betrifft mitnichten ein Staatsoberhaupt, das sich Oberhofen als Feriendestination ausgesucht hat. Nein. An der Goldküste des Thunersees werden morgen Freitag die Spieler der französischen Fussballnationalmannschaft erwartet. «L’équipe» logiert im einzigen Viersternehaus von Oberhofen, dem Parkhotel – mit Ausblick auf eines der berühmtesten Postkartensujets: Eiger, Mönch und Jungfrau am Horizont.


In der Hotelhalle ist es an diesem Donnerstagnachmittag auffallend still. Auflage sei gewesen, dass während des Aufenthalts der Blau-Weissen keine anderen Hotelgäste einquartiert sein dürften, sagt Hotelier Heinz Rüfenacht. Also wurden die eingegangenen Reservationen annulliert, die Gäste teilweise in ein anderes Hotel umquartiert – nach der Zusicherung, dass man später für sie gerne wieder etwas reserviere. «Das kann man nur machen, wenn man noch keine grosse Stammkundschaft hat», sagt Rüfenacht, der zusammen mit seiner Frau das Parkhotel seit eineinhalb Jahren führt. Ein paar Kilometer entfernt, im Hotel Beatus Merligen, hat man der französischen Nationalmannschaft auf deren Reservationsanfrage einen Korb gegeben. All die vielen Reservationen von Stammgästen wollte man wegen der Fussballer nicht absagen müssen. Das «Bellevue Palace» in Bern wiederum kam für die Verantwortlichen der französischen Fussballmannschaft selber als Aufenthaltsort nicht in Frage: zu sehr im Zentrum gelegen, zu viel Rummel und dadurch zu viele Sicherheitsrisiken – vor allem für Europas berühmtesten und nicht gerade wenig verdienenden Fussballer Zinédine Zidane.
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45 Männer wird die Parkhotel-Crew von Freitag auf Samstag beherbergen. 20 davon sind Fussballer, die Restlichen sind Funktionäre, Mediziner, Sicherheitsleute und der eigene Mannschaftskoch. Marc Malepart kocht zusammen mit Parkhotel-Küchenchef Markus Walder und hat gleich einen ganzen Aktenkoffer voller Unterlagen in die Küche heruntergebracht. Gekocht wird nach den Vorgaben des Mannschaftsarztes. Unmengen von Teigwaren als Kohlehydratespender, für das nötige Eiweiss kommen Langusten und Sojamilch auf den Tisch. Und für die Funktionäre musste Hotelier Heinz Rüfenacht Bordeaux-Wein auftreiben.
·
Nervös? Nein, sagt Markus Walder, das sei er überhaupt nicht. «Vielleicht werd ichs noch – wenn sie plötzlich irgendwelche Spezialwünsche haben.» Immerhin: Der 31-Jährige kochte schon in ganz anderen Spezialwunsch-Ligen. Cindy Crawford gehörte in London ebenso zu seinen Gästen wie Sarah Ferguson. Zudem, sagt er, sei er es gewohnt, dass ihm einer wie Marc Malpert über die Schulter schaue beim Kochen. In Deutschland, sagt Walder, sei ab und zu die Polizei in der Küche gestanden und habe seine Kochkünste für deutsche Politiker überwacht.

In die Küche werden sich die Polizisten der Berner Kantonspolizei heute Freitag kaum begeben. Dafür wird es ums Haus herum viel zu tun geben. Etwa, Autogrammjäger abzufangen. Wie genau man aber Schaulustige vor dem Betreten des Geländes ums Hotel herum abhalten will, ist weder vom stellvertretenden Chef der Polizei Thun, Beat Hadorn, noch von der französischen Botschaft zu erfahren. Botschaftsseits hat man das Hotel ebenfalls inspiziert und dem Hotelierpaar auf deren Wunsch auch gleich noch ein paar Landesfahnen zugestellt. Und Hotelière Doris Rüfenacht hat mit eigens kreierten Blumengestecken auf den Tischen und in den Hotelecken noch zusätzlich für «Bleu, Blanc, Rouge»-Tupfer gesorgt.

«Wenn wir gewusst hätten, was auf uns zukommt – ich weiss nicht, ob wir zugesagt hätten für die Beherbergung der Fussballer», sagt Doris Rüfenacht. Nicht, dass die Fussballspieler Sonderwünsche hätten, welche die Hotelcrew an den Rand des Wahnsinns treiben würde. Nein, «das Drumherum macht müde», so die Hotelière. Zum diesem Drumherum gehört etwa die Beige der Zettel mit Adressen auf der Rückseite. Vorbeigebracht von Erwachsenen mit der Bitte, doch Zidane, Vieira oder sonstwen unterschreiben zu lassen und den Zettel dann an die hinten stehende Adresse zu schicken. «Für den Göttibuben», so habe die Erklärung für den Wunsch etwa gelautet.

Eigentlich haben sich die Rüfenachts sowieso geschworen, nie mehr Fussballer zu beherbergen. Nachdem jüngst das Fleisch schon auf dem Grill war, als der FC Zürich anrief und sagte, man käme nun doch nicht nach Oberhofen, ist den Hotelleuten die Lust auf Fussballerbeherbergung gründlich vergangen. Doch der Vorfall ist vergessen. «Eigentlich», sagt Heinz Rüfenacht und schmunzelt, «könnte ich Zidanes gebrauchte Bettwäsche für viel Geld verkaufen.»

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 Beitrag Verfasst: Freitag 7. Oktober 2005, 11:42 
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wenn hei d'franzose s'training im wankdorf?


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 Beitrag Verfasst: Freitag 7. Oktober 2005, 11:46 
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soviu i kört ha, hüt abe um 18:00....aber wird wou chum öffentlech si 8)


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 Beitrag Verfasst: Samstag 8. Oktober 2005, 15:46 
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Ursula Haller:

Der Geist von Thun wird sich im Stade de Suisse auch auf die Nati übertragen. Aber die Nati ist eben doch nicht der FC Thun!

:evil: Schlampeeeeeee!!!


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 Beitrag Verfasst: Samstag 8. Oktober 2005, 16:11 
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 Beitrag Verfasst: Sonntag 9. Oktober 2005, 00:21 
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bluewin.ch, 08.10.2005


Schweiz holt verdientes 1:1 gegen Frankreich

Die Schweiz bleibt in der WM-Qualifikation ungeschlagen. Gegen Frankreich glich Ludovic Magnin mit einem abgelenkten Freistoss (80.) den glücklichen Führungstreffer von Djibril Cissé (52.) zum hochverdienten 1:1 aus.
[Si] - Es waren verkehrte Fussballwelten im Stade de Suisse. In der ersten Halbzeit dominierte die Schweiz die Grande Nation fast nach Belieben. Einzig die ganz grossen Torchancen blieben aus. Die gefährlichste Aktion hatte Alex Frei nach einer halben Stunde. Nur durch sein entschlossenes Herauseilen vereitelte Frankreichs Keeper Grégory Coupet nach dem idealen Steilzuspiel von Johann Vogel den Schweizer Führungstreffer. Entsprechend kam das Tor von Cissé, nur sieben Minuten nach seinem Eintreten, aus heiterem Himmel. Der Liverpool-Angreifer setzte sich nach einem langen Ball gegen Pascal Zuberbühler und vor allem Patrick Müller durch. Der Basler Verteidiger liess sich abdrängen, legte den Ball am herauskommenden Zuberbühler vorbei und Cissé schob schliesslich, nachdem er sich mit Händen und Füssen gegen Müller duchgesetzt hatte, aus spitzem Winkel ein.

Die Schweizer bemühten sich nach dem Gegentreffer redlich, doch klare Torchancen blieben bis zum Ende aus. Wohl brachte Daniel Gygax unmittelbar nach seiner Einwechslung Schwung in den Schweizer Angriff, die Wirkung verpuffte aber alsbald. Vor allem auf den Aussenbahnen offenbarten die Schweizer an diesem Abend zu viele Schwächen. So war der Ausgleich in Entstehung und Vollendung glückhaft: In der 80. Minute trat Magnin einen Freistoss aus 30 Metern, den Liliam Thuram für Coupet unhaltbar ablenkte.

Schweiz - Frankreich 1:1 (0:0)

Stade de Suisse Wankdorf. -- 31 400 Zuschauer (ausverkauft). -- SR Hauge (No). -- Tore: 52. Cissé 0:1. 79. Magnin 1:1.

Schweiz: Zuberbühler; Philipp Degen, Müller, Senderos, Magnin; Barnetta (91. Behrami), Vogel, Wicky (83. Lustrinelli); Cabanas; Frei, Vonlanthen (60. Gygax).

Frankreich: Coupet; Réveillère, Thuram, Boumsong, Gallas; Vieira, Makelele; Dhorasoo (46. Cissé), Zidane, Malouda (91. Govou); Wiltord.

Bemerkungen: Schweiz ohne Streller, Grichting (auf der Tribüne), Frankreich ohne Trezeguet und Henry (beide verletzt). 6. Tor von Frei aberkannt (Offside). Verwarnungen: 11. Makelele, 67. Barnetta (alle Foul).

Resultate der Gruppe 4: Schweiz - Frankreich 1:1 (0:0). Zypern - Irland 0:1 (0:1). Israel - Färöer 2:1 (1:0).

Rangliste: 1. Israel 10/18. 2. Schweiz 9/17 (18:7). 3. Frankreich 9/17 (10:2). 4. Irland 9/16. 5. Zypern 9/4. 6. Färöer 10/1.

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 Beitrag Verfasst: Sonntag 9. Oktober 2005, 11:15 
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war gutes spiel und gute stimmung...kein vergleich mit thun - malmö von der stimmung her -> gähn.


und zubi hat wieder die *ganze* Palette seines Könnens gezeigt. die franzosen waren für ihre verhältnisse wirklich schwach und wären zu packen gewesen. barnetta und vogel waren die besten ch spieler für mich. degen und gygax für mich eher ein ärger (schwung durch gygax???).


Anekdote: hinter mir sass eine attraktive Frau in Stilettos, mitte zwanzig. Nach dem Seitenwechsel blieb ihr Sitz leer. Wahrscheinlich war es ihr zu animalisch dieses Fussball Spiel...

wird wohl schwer werden die Quali zu schaffen in Irland. Prophylaktisch ist für mich schon mal zubi schuld wenn wir es nicht schaffen
:whisper:


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 Beitrag Verfasst: Sonntag 9. Oktober 2005, 12:30 
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Zitat:
wird wohl schwer werden die Quali zu schaffen in Irland. Prophylaktisch ist für mich schon mal zubi schuld wenn wir es nicht schaffen

wieso ist zubi schuld? wer sagt das wir ohne zubi mehr punkte hätten (z.b. beim spiel frankreich - schweiz). klar ist er zurzeit nicht der erhoffte rückhalt der schweizer nationalmannschaft. aber wenn man mal genau überlegt wo wir wegen zubi punkte verloren oder gewonnen haben, hält sich das in etwa die waage.

ps. das tor gestern war nicht unbedingt zubis fehler, müller hätte den ball effizienter wegschlagen müssen.


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 Beitrag Verfasst: Sonntag 9. Oktober 2005, 12:50 
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Schweizer bringen Favorit Frankreich am Rande einer Niederlage


Alles war angerichtet. Die Kulisse im schmucken "Stade de Suisse" war überragend, ja phasenweise ohrenbetäubend! Die Spieler bis auf die Haarspitzen motiviert. Und dennoch: trotz aller Überlegenheit der Schweizer fehlten in den entscheidenden Momenten die nötige Cleverness sowie die letzte Konsequenz. Das 1:1 gegen Frankreich kann man getrost als "zwei verlorene Punkte"-Spiel bewerten, zumal die Rotweissen mehr Torschüsse zu verzeichnen hatten. Letzten Endes geht das Resultat aber völlig in Ordnung, weil Frankreich in der zweiten Halbzeit mit der Einwechslung von Cissé viel mehr Druck nach vorne entwickeln konnte.


Dominante Schweizer in der ersten Halbzeit

Dieses richtungsweisende Spiel wollten die Schweizer vor heimischem Publikum unbedingt gewinnen, um sich für die Weltmeisterschaft im kommenden Jahr in Deutschland vorzeitig zu qualifizieren. Frankreich wurde früh attackiert und so die Räume der "Grande Nation" eng gemacht. In der 6. Minute bereits Jubel im Stadion – Frei hatte das Tor getroffen, der Linienrichter entschied aber, wie so oft in diesem Spiel, richtigerweise auf Abseits. Daran war aber auszumalen, was das Spiel bringen wird. Die Schweiz spielte auf Sieg, und das gefiel den 31'400 Zuschauern bestens.
Die Franzosen ihrerseits waren gut beraten, sich defensiv kompakt zu verhalten, denn die Schweizer übten ein enormes Forechecking aus. Und so ging Domenech mit den Seinen auch ins Spiel: Das 4-2-3-1-System war keineswegs ein offensives. Wiltord als einzige Spitze war bei Müller und zuweilen auch bei Senderos sehr gut aufgehoben.
Vom Vorzeigefussballer Zinedine Zidane war in der ersten Halbzeit kaum etwas ausgegangen, zu gut war er beim Schweizer Captain Johann Vogel aufgehoben. Dafür machte die rechte Aussenbahn der Schweiz mit Degen und Barnetta mächtig Betrieb über ihre Seite. Der Leverkusener Mittelfeldmotor hatte keine grossen Probleme gegen seinen Widersacher vom englischen Meister Chelsea, William Gallas.
Die Franzosen wirkten zuweilen wie gelähmt. War es der grosse Respekt vor dem Gegner, oder doch die Gewissheit, dass ein Punkt in Bern reicht, um dann in Frankreich gegen Zypern den Sack endgültig zumachen zu können? Der französische Übungsleiter Domenech liess sich bis vor Beginn des Spiels nicht in die Karten blicken. Er hatte noch behauptet, das Spiel in Bern "müssen wir nicht unbedingt gewinnen, denn ein Punkt reicht uns".
Die Schweiz wirkte im Gegensatz zu Frankreich viel frischer und abgeklärter. Ein Schuss von Barnetta in der 31. Minute ging knapp am Tor von Coupet vorbei.
Wer aber dachte, die Franzosen seien dadurch wachgerüttelt, der täuschte sich gewaltig. Die Schweizer waren es, die weiter munter nach vorne spielten. Eine Hereingabe von Magnin in der 38. Minute wurde von Coupet unterlaufen, so dass wieder Gefahr entstand vor dem Tor der Franzosen.
Das 0:0-Pausenresultat konnte man nicht richtig einschätzen. Ist das jetzt gut für uns oder eher schlecht? Nun ja, Tatsache war, dass die Iren (in Zypern) und die Israelis (gegen Färöer) zu diesem Zeitpunkt auch in Führung lagen.


Mit Cissé’s Einwechslung fielen auch die Tore

Entgegen dem Spielverlauf, und wie so oft im Fussball, schiesst nicht zwingend die bessere Mannschaft das erste Tor, sondern die Cleverere. Die Schweizer konnten auch nach der Pause das hohe Tempo der ersten Halbzeit gehen, und setzten die Franzosen, welche mit Cissé (kam für den blass gebliebenen Pariser Dhorasso) einen weiteren Stürmer brachten, weiter unter Druck.
In der 52. Minute war es dann soweit: nicht die Schweiz, sondern die bis dahin schwachen Franzosen gingen mit 1:0 in Führung. Einen missglückten hohen Ball von Vieira, welcher eigentlich gar harmlos zu sein schien, wussten die Basler Mannschaftskollegen Müller und Zuberbühler nicht zu klären, und so war es der Liverpooler Djibril Cissé, der von diesem groben Missverständnis zu profitieren wusste, und so locker zum 0:1 für die Franzosen einschieben konnte.
Somit war der ganze Spielverlauf auf dem Kopf gestellt. Schock im weiten Rund. Nicht das erste Mal, dass den Fans der Atem wegen einem Zubi-Schnitzer stockt. Wieder war es der ewige Sündenbock der Nationalmannschaft, der den Gegner so ins Spiel bringt, und die bis dahin schwachen Franzosen aufbaut. Köbi Kuhn muss sich zurecht die Frage gefallen lassen, wie lange der Basler Schlussmann eigentlich noch tragbar ist, zumal mit Coltorti einer in den Startlöchern steht, der zuletzt überragend gegen den FC Zürich hielt.


Frankreich kam besser ins Spiel

Nachdem die Franzosen in Führung gegangen waren, war dann auch zu sehen, wieso die "Blauen" um den Gruppensieg spielen. Ball und Gegner wurden mit zunehmender Spieldauer besser kontrolliert. Zidane, der bis anhin keine Impulse zu setzen wusste, fand immer besser ins Spiel, und das Zusammenspiel der Franzosen wurde flüssiger. Die schnellen Stürmer Cissé und Wiltord hatten eine immer besser werdende Bindung zum Spiel, nicht zuletzt darum, weil Frankreich die Aussenbahnen besser besetzt hielt, und so der Ball öfters direkt weitergespielt wurde zum Mitspieler.
Aber auch die Schweizer waren nicht weg vom Spiel – klar, der Schock sass tief nach diesem unnötigen Rückstand, aber die Kuhn-Elf wollte hier und heute nicht als Verlieren vom Platz gehen.
Magnin, der immer besser wurde, hatte einige sehr gute Vorstösse, welche die beiden Stürmer – hingen öfters in der Luft – aber nicht verarbeiten konnten. Und so kam es auch, dass Kuhn reagieren musste, und mit Gygax in der 60. Minute einen weiteren Stürmer für den unglücklich spielenden Vonlanthen brachte. Der Holland-Legionär hatte bis zu seiner Auswechslung keine brauchbaren Bälle erhalten, und die wenigen die er hatte, auch schnell wieder verloren. Gygax seinerseits bot eine ansprechende Leistung, mehr kam aber auch vom Frankreich-Legionär nicht.
Die Franzosen konnten sich den Luxus leisten abwartend zu spielen. Natürlich merkte man das Fehlen von den beiden Spitzen Trézéguet (Juventus) und Henry (Arsenal), welche als ständige Gefahrenherde gelten im Weltfussball, aber nichts desto trotz wurde man als neutraler Beobachter das Gefühl nicht los, dass die goldenen Zeiten des ehemaligen Welt- und Europameisters vorbei sind. Zidane hatte einige tolle Aktionen, wo er seine ganze Klasse wieder aufblitzen liess. Er war es auch, der die Mitspieler gekonnt in Szene setzte. Trotz allem: auch Zidane’s Zeit auf der Fussballbühne ist abgelaufen. Vogel, der einen souveränen Part spielte, konnte sich mit seiner Leistung für einen weiteren Einsatz bei Milan empfehlen, indem er die entscheidenden Zweikämpfe – auch gegen Zidane – für sich entscheiden konnte.


Schweizer Schlussoffensive

Wer gedacht hatte, das Spiel geht mit 0:1 verloren, der irrte sich gewaltig. Man hatte einfach das Gefühl, dass irgendwann noch ein Tor fallen muss – für die Schweiz. Und doch waren die Aktionen teilweise wenig durchdacht, einzig ein paar wenige Einzelaktionen konnten Gefahr bedeuten für den Torhüter von Champions-League-Teilnehmer Lyon, Grégory Coupet. Die Schlussviertelstunde hatte es eindeutig in sich. Chancen waren auf beiden Seiten zu verzeichnen. Die beste der Schweizer führte in der 79. Minute auch zum verdienten Ausgleich. Magnin’s beherzte Hereingabe aus dem Halbfeld aus ca. 30 Metern wurde für Coupet vom routinierten Juventus-Verteidiger Thuram unhaltbar abgefälscht, und so stand es 1:1 – verdientermassen muss man sagen.
Lustrinelli, welcher zu seinem vierten Länderspiel kam, konnte nicht mehr viel machen. Natürlich war dieser Wechsel (kam für Wicky) logisch, da der Thun-Stürmer die Bälle gut halten kann, aber viel mehr als einen guten Pass auf Gygax, welcher mit seiner Flanke Coupet vor grösseren Problemen hätte stellen können, kam auch von ihm nicht.
Abschliessend kann man aus Schweizer Sicht mit Sicherheit mit der engagierten Leistung zufrieden sein, nicht aber mit dem Resultat. Einziger Wehrmutstropfen bleibt einfach das unnötige Gegentor, was man "als Geschenk für Frankreich betrachten kann", wie Patrick Müller nach Schlusspfiff sagte.
Nun muss man – als wäre es nicht schwer genug – in Irland gewinnen, will man die WM im nächsten Jahr noch schaffen. Schwer genug, weil die Franzosen gegen Zypern einen vermeintlich einfacheren Gegner haben, und schwer genug, weil sich die Iren zu Hause die gute Ausgangslage nicht nehmen lassen wollen.
Mit dieser Leistung liegt in Dublin aber bestimmt einiges drin, und das gilt es aus diesem Spiel mitzunehmen aus Schweizer Sicht.



Stade De Suisse. 31'400 Zuschauer (ausverkauft)



Schweiz – Frankreich 1:1 (0:0)
SR: Hauge (Norwegen).



Schweiz: 1 Zuberbühler – 26 Degen, 20 Müller, 24 Senderos, 3 Magnin – 16 Barnetta, 6 Vogel (C), 8 Wicky – 7 Cabanas – 9 Frei, 22 Vonlanthen
Trainer: Kuhn


Frankreich: 23 Coupet – 13 Réveillère, 2 Boumsong, 15 Thuram, 5 Gallas – 6 Makelele, 4 Vieira – 22 Dhorasso, 10 Zidane (C), 7 Malouda – 11 Wiltord
Trainer: Domenech


Tore: 0:1 Cissé (52.), 1:1 Magnin (79.)


Einwechslungen: 46. Cissé für Dhorasso, 60. Gygax für Vonlanthen, 83. Lustrinelli für Wicky, 90. Behrami für Barnetta, 90. Govou für Malouda


Gelbe Karten: 12. Makelele (Foul), 67. Barnetta (Foul)


Beste Spieler: Senderos, Barnetta – Zidane, Vieira


442.ch


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