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 Beitrag Verfasst: Dienstag 18. September 2018, 23:30 
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von Ballmoos
Mbabu-Wüthrich-von Bergen-Benito
Fassnacht-Sow-Sanogo-Sulejmani
Assalé-Hoarau


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 Beitrag Verfasst: Mittwoch 19. September 2018, 22:05 
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keine aktive handbewegung zum ball, deshalb nie und nimmer penalty. :evil:


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 Beitrag Verfasst: Freitag 21. September 2018, 23:15 
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18.09.2018

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«Gegen ManU können wir eine Überraschung schaffen»

YB-Trainer Gerardo Seoane spricht über 100-Mio-Franken-Spieler, den FC Münsingen und die Euphorie in Bern.

Was sagt Ihnen der Name Daniel Mumenthaler?
Ist das nicht ein Münsingen-Spieler?

Genau, er schoss vor fast genau einem Jahr ein Tor gegen die von Ihnen trainierte U-21 ­Luzerns in der 1. Liga.
Ich erinnere mich, wir spielten 1:1 in Münsingen.

Wie gross ist der Unterschied, ein Team auf den FC Münsingen oder auf Manchester United vorzubereiten?
Der grösste Unterschied ist: Vor einem Jahr war ich fast alleine. Ich wusste, wie Münsingens Trainer Kurt Feuz spielen lässt, weil ich den Gegner selber beobachtet hatte. Nun habe ich einen grossen Staff, der mir bei der Vorbereitung hilft, wir schauen mehrere Partien an und analysieren alles genau. Aber es gibt bei Manchester United einige offene Fragen: Spielt vorne Lukaku oder Rashford?

Oder beide?
Und was ist dann mit Sanchez, Mata, Martial, Lingard und so weiter? Da werden sowieso elf Topspieler auf dem Platz stehen.

Zumindest in der Offensive.
Es wäre nicht angemessen, würde ich als YB-Trainer in der Öffentlichkeit über Schwächen von Manchester United sprechen.

Vor einem Jahr trafen Sie auf Kurt Feuz, nun geht es gegen ­José Mourinho. Bereiten Sie sich auch auf den Trainer vor?
Bei Kurt Feuz war das einfach, weil ich ihn gut kannte. Bei Mourinho ist das komplizierter. Aber deutlich wichtiger ist ohnehin, dass wir einen klaren Plan haben und ihn umsetzen.

Ist das Spiel gegen Manchester United auch für Sie ein grosser Moment?
Natürlich ist es das. Für mich begann die Champions League aber bereits mit dem Playoff, vor dem Rückspiel in Zagreb war ich angespannt. Nun ist auch eine riesige Vorfreude zu spüren.

«Es gibt schon schwächere Teams, aber die lagen halt im gleichen Topf wie wir.»

Wenn Ihnen jemand vor einem Jahr gesagt hätte, Sie würden im Herbst 2018 gegen Mourinho spielen, hätten Sie diese Person für verrückt erklärt?
Nein, ich hätte gesagt: In einer Woche spielen wir gegen Solothurn. Es gibt einen guten Spruch: Wenn du in der Vergangenheit lebst, lebst du depressiv, wenn du in der Zukunft lebst, bist du ein Träumer, am besten lebst du einfach in der Gegenwart.

In der Gegenwart beschwert sich Manchester über die Unterlage in Bern. Wie gross ist der ­Kunstrasenvorteil für YB?
Ich gehe davon aus, dass Manchester auf seiner riesigen Anlage auch einen Kunstrasenplatz hat. Aber sicher ist: Für uns ist der Kunstrasen kein Nachteil.

Mourinho produziert wieder Negativschlagzeilen, steht unter Druck und in der ­Kritik. Ist das ein Thema bei YB?
Das interessiert uns nicht. Mourinho ist ein kluger Trainer, der seine Planung auf eine ganze Saison ausrichtet. Zudem war die Vorbereitung schwierig für das Team, weil viele Spieler nach der WM verspätet mit dem Training anfingen. Mittlerweile hat das Team aber Fahrt aufgenommen.

Hätten Sie in der Champions League eigentlich lieber gegen schwächere Teams gespielt?
Es gibt schon Mannschaften, die schwächer sind, aber die lagen halt im gleichen Topf wie wir.

Video: YB-Pressekonferenz vor dem Knüller gegen ManUnited

Trainer Seoane und Verteidiger Benito sprachen vor dem Match gegen Manchester United über Vorfreude, Nervosität und den Kunstrasen. (Video: Fabian Sanginés)
Wie stufen Sie die drei Gruppengegner im Vergleich ein?
Ich sehe da keine grossen Unterschiede. Juventus und Manchester United sind sogar Anwärter auf den Champions-League-Sieg, Valencia ist spielerisch für mich die stärkste Mannschaft. Juventus ist enorm robust, defensiv herausragend, offensiv mit fantastischen Spielern besetzt. Und Manchester ist jenes Team mit dem grössten Entwicklungspotenzial.

Betrachtet man YB, könnte man behaupten, die Innenverteidigung sei nicht ganz auf dem Niveau vom Rest des Teams. ­Besorgt Sie das mit Blick auf Weltklassestürmer wie Ronaldo oder Lukaku?
Das sind Topspieler mit einer Qualität, wie es sie selten gibt. Deshalb haben sie auch einen Marktwert von über 100 Millionen Franken. Ich überlege aber nicht, wie es sein könnte, wenn Verteidiger XY von uns in ein Laufduell verwickelt wird mit Lukaku. Es muss uns gelingen, als Mannschaft solidarisch zu sein, perfekt zu verschieben, die Räume eng zu machen.

Was ist denn Ihr Ziel in der Champions League?
Wir wollen uns teuer verkaufen und Topleistungen abliefern. Wenn der Gegner nicht seinen besten Abend erwischt, können wir eine Überraschung schaffen.

Wie realistisch ist das Erreichen von Rang 3 für YB?
Unsere Gegner haben Spieler, die 100 Millionen Franken und mehr gekostet haben. Wie viel Budget haben wir als Club?

Das wird leider nicht kommuniziert, aber gehen wir in diesem Jahr von 50 Millionen aus.
(lacht) Das haben Sie gesagt! Selbst Valencia hat in diesem Sommer mit Gonçalo Guedes einen Fussballer für mehr als 40 Millionen Franken Ablösesumme gekauft. Das sagt ja schon ­alles. Wir sind uns bewusst, dass alles passen muss, damit wir Geschichte schreiben können.

Die Champions League ­fasziniert viele Menschen. Wie wichtig war sie für Sie in den letzten Jahren?
Am TV laufen ja immer mehr Fussballspiele live, jeden Tag mittlerweile, da muss man als Konsument selektiver vorgehen, selbst wenn man ein Fussballverrückter ist. Aber die Champions League habe ich stets intensiv verfolgt, weil das Niveau in keinem anderen Wettbewerb so hoch ist. Viele Partien sind ein Genuss.

Man hat den Eindruck, das YB-Fieber in Bern sei durch die Teilnahme an der Champions League noch einmal gestiegen. Wie nehmen Sie die Euphorie wahr?
Ich bin kein Mensch, der zu Gefühlsschwankungen neigt. Klar spüre ich, dass wir den Menschen Freude bereiten, aber es ist nicht so, dass ich nicht durch die Stadt laufen könnte. Als ich aufs Berner Münster ging, wurde ich nicht erkannt.

YB hat noch keine Partie unter Ihnen verloren. Was sind für Sie die Gründe für den Traumstart?
Entscheidend ist, dass wir es gemeinsam geschafft haben, nach dem Meistertitel den Hunger auf Erfolg wieder zu entwickeln. Auch dank harter Trainings und Leidensfähigkeit.

Überraschend war, mit welcher Entschlossenheit YB drei Tage nach dem Weiterkommen in Zagreb beim 3:0 in Sion auftrat.
Das war ein Zeichen, wie unsere Mannschaft funktioniert.

Sie haben Anfang Saison lange Zeit nicht gross rotiert. Das war nicht für alle Spieler einfach.
Bestimmt nicht. Wir wollten Stabilität gewinnen und Abläufe verfeinern im Hinblick auf die Playoff-Spiele gegen Zagreb. Bei uns gibt es keine erste und zweite Mannschaft, es ist aber normal, dass es verdiente Fussballer hat, die mit ihrer Persönlichkeit und Klasse besonders wertvoll sind.

YB verlor in der Super League in den letzten Jahren nach Europa-League-Partien oft Punkte gegen Aussenseiter. Wie gross ist diese Gefahr nun?
Wir haben genau deswegen ein breites Kader, jeder Spieler wird zu seinen Einsätzen kommen.

Ihren 35-jährigen Captain Von Bergen müssten Sie aber in Watte packen, weil er in der Abwehr nicht zu ersetzen ist.
Er ist in jeder Hinsicht ein Vorbild, liefert alle drei, vier Tage einwandfreie Leistungen ab. Ich finde aber nicht, dass wir zu ­wenig Spieler auf dieser Position haben, zumal mehrere vielseitig einsetzbar sind.

Dann gibt es noch Kevin Mbabu. Wie sehr fürchten Sie sich davor, dass er bald ins Ausland wechseln könnte?
Überhaupt nicht. Wir sind gelassen, weil wir genau wissen, dass uns Fussballer verlassen werden. Es ist sogar so, dass ich es schön fände, würden bald noch mehr Spieler von uns in Topligen gehandelt. Das würde bedeuten, dass wir in der Champions League erfolgreich spielten.


https://www.derbund.ch/sport/fussball/W ... y/13001351

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 Beitrag Verfasst: Freitag 21. September 2018, 23:17 
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Uniteds schlechte CH-Bilanz

YB und das Hoffen auf die Statistik

Auf dem Papier ist YB gegen Manchester United klarer Aussenseiter. Es gibt jedoch Zahlen, die den Bernern Mut machen.

855 Millionen Euro Marktwert werden 66 gegenüberstehen. Alleine 6 Spieler der United-Elf sind je mindestens so teuer wie das komplette YB-Kader.

Kommt dazu: Die Young Boys konnten in 6 Duellen mit englischen Teams erst einmal gewinnen. Haben die Berner überhaupt eine Chance bei ihrer Champions-League-Premiere gegen Manchester United?

Der FCB als Vorbild für die Berner

Tatsächlich gibt es auch Zahlen, die YB ermutigen dürften. So besitzt Manchester United beispielsweise «nur» eine ausgeglichene Bilanz in den Duellen mit Schweizer Teams.

6 Mal duellierten sie sich mit dem FC Basel, dem bisher einzigen Schweizer Gegner von Manchester. Je 2 Mal resultierten Siege, Unentschieden und Niederlagen. Die letzten beiden Partien auf Schweizer Boden verlor die United.

Auch aus dem Saisonstart dürfen die Berner Hoffnung schöpfen. Während YB bislang 9 Siege und ein Remis aus den ersten 10 Pflichtspielen vorweisen kann, kassierten die Stars aus Manchester bereits 2 Niederlagen in 5 Liga-Spielen.

Interessante Fakten zu Spielern und Trainer

- Mit Miralem Sulejmani hat YB einen United-Bezwinger in seinen Reihen. 2012 gewann der Serbe mit Benfica im Old Trafford mit 2:1.
- Romelu Lukaku hat gegen die Young Boys seine beste Torquote. Mit Everton traf er in 2 Spielen 5 Mal.

- Auch Anthony Martial netzte gegen YB bereits ein. Mit Monaco bezwang er die Schweizer in der CL-Quali 2015 mit dem Gesamtskore von 7:1.
- Manchesters Fred scheiterte 2016 mit Schachtar Donezk in der 3. Runde der CL-Quali im Penaltyschiessen an Gelbschwarz. Der Brasilianer verschoss als erster einen Elfmeter.
- Schweizer Teams bringen José Mourinho kein Glück. Mit Chelsea und ManUnited verlor er gegen Basel 3 von 4 CL-Partien. Nur gegen Barcelona verlor er häufiger (5 Mal), jedoch in 12 CL-Partien.


https://www.srf.ch/sport/fussball/champ ... -statistik

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 Beitrag Verfasst: Freitag 21. September 2018, 23:22 
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YB-ManU Champions League

«Die Schleckzeugsäckli räume ich weg»

ManU gegen YB: Auch die U19-Teams spielen gegeneinander. Eine Riesensache für Edith Moser vom Clubhaus des FC Wyler.

Paul Pogba, David de Gea, Romelo Lukaku. Das sind die grossen Stars bei Manchester United. In der Champions League spielen sie am Mittwochabend gegen die Berner Young Boys. Die U19-Teams der beiden Mannschaften treten schon am Nachmittag gegeneinander an – auf dem Fussballplatz des FC Wyler. Edith Moser, die Wirtin des Clubhauses, sorgt für Sandwiches und Pausengetränke.

Seit vier Jahren führt Edith Moser das Clubhaus. «Eigentlich bin ich ja eine Hockey-Mum.» Die Namen der grossen ManU-Stars sagen ihr nichts. Aber auf das Spiel der Nachwuchskicker aus den beiden Teams freut sie sich.

Von YB habe sie eine Liste bekommen, was sie alles bereitstellen müsse. Der Manchester-Nachwuchs will Gatorade, einen Powerdrink, als Pausengetränk. Und nach dem Spiel gibts Sandwiches. 68 Stück muss Edith Moser streichen, für jeden Spieler zwei.

Bis zu 1000 Zuschauer und Zuschauerinnen werden erwartet. Und das heisst für die Clubhaus-Betreiberin Edith Moser: Aufrüsten, mit Stühlen, Tischen, Zelten.

Auch sonst ist einiges anders als bei einem normalen Meisterschaftsspiel des FC Wyler. Zum Beispiel sind PET-Flaschen nicht erlaubt. Die Getränke müssen offen serviert werden. Das braucht Personal. «Nicht so einfach, Leute zu finden, die nachmittags um 14 Uhr mithelfen können.» Jugendliche könne sie nur bedingt einsetzen, weil die nicht Bier ausschenken dürfen. Und die beliebten Schleckzeugsäckli, die es hier normalerweise gibt? Die räumt Edith Moser weg. Das werde wohl bei diesem Publikum nicht so gefragt sein.

Auch auf dem Platz ist nicht alles so wie sonst. Die Spielerbänke mussten erweitert werden. In den Kabinen hat man Internetkabel verlegt. Und auf dem Platz stehen Uefa-geprüfte Tore.

Alex Roth hatte einiges zu tun. Er ist der Platzwart des Wylerparks, wo der FC Wyler daheim ist.

Und dass es kein Spiel wie jedes andere ist, sieht man auch an der Bandenwerbung.


https://www.srf.ch/news/regional/bern-f ... me-ich-weg

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 Beitrag Verfasst: Freitag 21. September 2018, 23:26 
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Mit Mut und Mbabu

Gegner und Aufgabe sind beim ersten Auftritt in der Königsklasse gegen Manchester United aussergewöhnlich. Die Young Boys glauben, damit umgehen zu können.

Die Antwort ist kurz, die Botschaft klar: Auf die Frage, wie seine Gefühlslage einen Tag vor dem grossen Spiel in der Champions League gegen Manchester United sei, sagt YB-Linksverteidiger Loris Benito am Dienstagmittag an der Medienkonferenz im Stade de Suisse, ihm gehe es gut. Um seine Worte zu akzentuieren, schiebt der 26-Jährige nach, dass sein Vater Geburtstag habe. Den wolle er am Abend noch ein wenig feiern. Benito sagt: «Natürlich ist die Vorfreude auf das Spiel gross. Aber Nervosität verspüre ich keine.»

Neben Benito sitzt Gerardo Seoane, sein Trainer, der in diesem Moment ein zufriedener ist. Seit Wochen begegnet der 39-Jährige der Aufregung um die Champions League mit Gelassenheit und Nüchternheit. Seit Wochen predigt er, es gelte Spiel für Spiel zu nehmen, die nächste Partie sei immer die bedeutendste. Am Dienstag meint er einmal: «Es ist wichtig, dass man sowohl nach positiven wie negativen Erlebnissen nicht abschweift.»

Realistisches Videomaterial

Aber dass es kein Spiel wie jedes andere ist, das wird Seoane bei aller Ausgeglichenheit schon bemerkt haben. Bereits die Matchvorbereitung hieltfür den Jungtrainer, der die bescheidene Erfahrung von zwei Europacuppartien ausweist (jene gegen Dinamo Zagreb), neue, deutlich grössere Auf­gaben bereit. Er habe mit seinem Stab sechs Partien von Manchester analysiert, sagt Seoane. «Es ging darum, dem Team realistische Szenen zu zeigen.» Also solche aus Be­gegnungen, in denen sich der grosse Favorit gegen kleine Equipen schwertat, wie etwa bei der 2:3-Niederlage Uniteds gegen Brighton & Hove Mitte August.

YB will sich treu bleiben

Zum ersten Mal werden die Young Boys heute Abend (21 Uhr) unter Seoane als Aus­senseiter in eine Partie starten. Geht es nach dem Inner­schweizer, soll sich dies nicht auf die Spielweise seiner Equipe auswirken. «Wir wollen aktiv und mutig agieren», sagt er. Der YB-Trainer dürfte wie gewohnt zwei Stürmer auf­stellen. Die Stammkräfte Grégory Wüthrich und Kevin Mbabu, die am Samstag beim Cupsieg in Schaffhausen verletzt fehlten, sind wieder fit.

Und so fühlen sich die Young Boys bereit für ihren ersten Auftritt in der Königsklasse. Die Frage ist, wie es heute Abend um 21 Uhr in ihnen drin aussehen wird. Loris Benito glaubt, die Antwort zu kennen. Er sagt: «Sobald der erste Pass gespielt ist, wird das Drum­herum vergessen sein.»


https://www.bernerzeitung.ch/sport/uefa ... y/18972221

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 Beitrag Verfasst: Freitag 21. September 2018, 23:29 
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19.09.2018

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Kann YB an die Basler Champions-League-Erfolge anknüpfen? Zumindest ist die Lage nicht aussichtslos

Die Analyse zur erstmaligen Champions-League-Teilnahme der Berner Young Boys.

Es ist in den vergangenen Monaten viel über das Wunder von Bern berichtet worden. Über die wundersame Wandlung des BSC Young Boys vom Loser- zum Winner-Klub. Der trotz seines tollen neuen Stadions während 13 Jahren nichts auf die Reihe gekriegt hatte und wahlweise bemitleidet oder mit Häme übergossen wurde. Und jetzt plötzlich für seine Siegermentalität bewundert wird.

Vor zwei Jahren noch selber in der tiefen Krise, hat der BSC Young Boys die Baisse des FC Basel entschlossen ausgenützt und sich unter der Regie des viel gelobten Sportchefs Christoph Spycher auf dem (Kunst-)Rasen zur Nummer 1 aufgeschwungen.

In wirtschaftlicher Hinsicht ist der FCB zwar noch führend, doch mit den 30 Millionen Bruttoeinnahmen aus der Champions League sind die Berner gerade dabei, sich den Baslern anzunähern. Zumal die Chancen von YB, mit Transfers schon bald viel Geld zu verdienen, ungleich grösser sind. Für Gelbschwarz gilt: auf zu neuen Ufern.

Gute Werbung für den Schweizer Fussball

Dennoch verfallen die Verantwortlichen nicht in Euphorie, leben eine wohltuende Demut vor und betonen ihren Weg als Ziel. 23 Jahre, nachdem sich GC als erster Schweizer Klub für die Champions League qualifiziert hatte, sind die Young Boys nach dem FCB, Thun und dem FCZ der fünfte Verein unseres Landes, der in der Königsklasse mitmischt. Er macht damit unbezahlbare Werbung für die Stadt Bern und, so ist zu hoffen, zumindest eine gute für den Schweizer Fussball. Dieser hat sich, mit Ausnahme des FCB, zuletzt nicht mit Ruhm bekleckert und droht in der Fünfjahresrangliste der Uefa weiter an Boden zu verlieren.

Auf den ersten Blick scheint es für YB schwierig bis unmöglich, in dieser Beziehung für die Schweiz zu punkten. Manchester United, Juventus Turin und Valencia sind keine Laufkundschaft. Doch gänzlich unerfahren sind die Berner dank vieler Europa-League-Teilnahmen international nicht und ein paar wenige von ihnen haben auch schon in die Champions League hineingeschnuppert.

YB verfügt über eine spannende Mischung aus erfahrenen Leadertypen wie von Bergen, Sanogo und Hoarau sowie jungen, hochtalentierten Akteuren wie von Ballmoos, Mbabu und Sow. Ihnen allen gemeinsam ist ein grosser Erfolgshunger. Die Jungen wollen sich im besten Schaufenster präsentieren und die Champions League als Sprungbrett in eine grosse Liga nützen. Typen wie Mbabu kennen keine Komplexe und werden mit ihrem Mut die anderen mitreissen.

Die Königsklasse ist stark wie nie, YB zählt zu den Kleinen

Die Young Boys haben in Bern schon einige grosse Spiele bestritten. Sie gewannen 1987 im Meistercup gegen Real Madrid und 1958 im Halbfinal gegen Stade Reims. Vor einer Rekordkulisse, die mit 60'000 Fans doppelt so gross war wie jene von heute gegen Manchester United. Doch das aktuelle Abenteuer hat finanziell und bezüglich Aufmerksamkeit ganz andere Dimensionen. Und vor allem ist die Königsklasse nach der Reform so stark besetzt wie noch nie – YB gehört zu den wenigen Kleinen im 32-er-Tableau der Teilnehmer.

Aussichtslos aber ist die Lage nicht. Die vergangene Saison und der Start in die neue Spielzeit haben für viel Selbstvertrauen gesorgt. In den Heimspielen wird der Kunstrasen ein grosser Vorteil sein. Gewiss ist der 39-jährige Trainer Gerardo Seoane im Vergleich zu Manchesters José Mourinho und Juves Massimiliano Allegri ein ausgewachsenes Greenhorn, doch sein Werdegang ist ähnlich wundersam wie jener von YB.

Vor einem Jahr noch Trainer der Reserven des FC Luzern, hat er in diesem Sommer den Schweizer Meister übernommen und bisher in zehn Pflichtspielen noch keine einzige Niederlage erlitten. Die Young Boys sind in der Champions League zwar der klare Underdog, aber unmöglich ist nichts: von sechs Niederlagen bis zum Überwintern auf der europäischen Ebene. Der FCB dient dabei als Vorbild: 2011 hat er Manchester United in seiner Gruppe rausgekegelt.


https://www.aargauerzeitung.ch/sport/au ... -133180481

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 Beitrag Verfasst: Freitag 21. September 2018, 23:31 
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Der Champions-League-Knüller ist angerichtet

von Raphael Casablanca - Bald startet das erste Champions-League-Spiel in der Geschichte der Berner Young Boys. Die Ankunft der Red Devils sorgte in Bern für mächtig viel Aufsehen.

Am Mittwochabend geht es los. Die Berner Young Boys empfangen niemand geringeren als Manchester United im Wankdorf. Am Dienstag landeten die Stars aus Manchester in Bern-Belp. Dort wurden sie von Dutzenden Fans erwartet.

«You've got nothing to win here in Bern»

Neben ManU-Fans waren auch einige YB-Anhänger in der Menschenmenge, welche die United-Stars am Flughafen in Belp begrüssten. «You've got nothing to win here in Bern», rief ein Anhänger der Young Boys Manchester-Coach José Mourinho zu. Dieser blieb jedoch cool und stieg ohne eine Miene zu verziehen in den Mannschaftsbus.

Nach einigen Autogrammen und Selfies mit United-Fans erklommen dann auch die Spieler den Bus, der sie direkt zum Hotel Schweizerhof in der Innenstadt chauffierte. Dort hatte sich bereits herumgesprochen, dass bald Stars wie Pogba, Lukaku oder Sanchez zu sehen sein werden. Dementsprechend gross war auch der Andrang. Die Polizei sperrte die Strasse und musste einige Fans zurückdrängen. Auch hier nahmen sich die United-Spieler Zeit für Selfies und Autogramme.

Überstunden für Personal

Im Stade de Suisse bereitete man sich währenddessen auf das grosse Spiel vor. Die Aussenverkleidung des Stadions musste etwa komplett mit Champions-League-Bannern bedeckt werden. Zudem mussten 400 VIP-Kunden umplatziert werden, da die die Plätze von Uefa-Vertretern beansprucht wurden. Eine organisatorische Herausforderung: «Alle Mitarbeitenden machen Überstunden», so YB-Sprecher Staudenmann gegenüber der «Berner Zeitung».

Auch die Stadt Bern bereitet sich auf die morgige Partie vor. Es werden rund 2000 Manchester-Fans erwartet. Die Kantonspolizei Bern gab auf Anfrage bekannt, dass sie im Rahmen des Spiels mit Einsatzkräften präsent sein werden. «Rund ums Stadion und in der Innenstadt stehen sowohl Mitarbeitende der Stationierten Polizei als auch Dialogteams im Einsatz», sagt Sprecherin Jolanda Egger.

Genauere Angaben zum Sicherheitsdispositiv macht die Polizei nicht. «Wir beobachten die Lage laufend und werden das Dispositiv wenn nötig anpassen», so Egger.

Das Champions-League-Heimspiel dürfte auch der Hotellerie gefallen. «Die Hotels sind alle ausgebucht. Wer morgen Abend noch ein Schlafplatz sucht, muss weit fahren», so Beatrice Imboden, Präsidentin Hotellerie Bern, gegenüber «Tele Bärn».

Auch in der Gastronomie freut man sich auf die weitgereisten Fans. Da die Fans von der Insel vorzugsweise auch in englischen Pubs ihr Bier geniessen, rechnet man im Berner Pickwick Pub mit vielen Anhänger der Red Devils: «Wir erwarten um die 1000 Manchester-Fans», so Pub-Manager Rik Busker.


https://www.20min.ch/schweiz/bern/story ... t-24422559

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 Beitrag Verfasst: Freitag 21. September 2018, 23:35 
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Es ist das Erbe vieler Leute, dass YB in der Königsklasse antritt

Ein Berner Traum wird Wirklichkeit: Am Mittwochabend spielen die Young Boys gegen Manchester United erstmals in der Champions League. Viele haben Entscheidendes zum Erfolg beigetragen, auch solche, die längst nicht mehr im Klub sind. Elf Kurzporträts.

Stefan Niedermaier, CEO 2005 bis 2010. Unter seiner Leitung klopfte YB erstmals an die Türe der Königsklasse. 2010 besiegten die Berner in der Champions-League-Qualifikation Fenerbahce Istanbul und bekamen am 6. August 2010 für die Play-offs Tottenham zugelost. Drei Tage später entliess YB den CEO Niedermaier, es gab Parolen des Aufbruchs. Gegen Tottenham scheiterte YB trotz gutem Heimspiel letztlich klar, und was hätte vorwärtsführen sollen, verkam zum Rückschritt. Der in Bern zunehmend beliebter gewordene Niedermaier hatte einen Machtkampf gegen den Verwaltungsrat Benno Oertig verloren, die neue Führung unter dem CEO Ilja Kaenzig zerschlug vieles, was Niedermaier aufgebaut hatte. Neuer Trainer, neuer Scout, viele neue Spieler, kein Sportchef mehr. Im YB-System aber behaupteten sich etliche Leute, die noch Niedermaier angestellt hatte; sie hielten den Laden zusammen und steigen teilweise immer weiter auf. In der fünfköpfigen Geschäftsführung 2018 befinden sich vier Leute, die noch Niedermaier zu YB geholt hatte: der Sportchef Christoph Spycher, der Finanzchef Beat Flückiger, der Betriebschef Andreas Feremutsch und der Medienchef Albert Staudenmann.

Hansueli Rihs, Investor seit 2008. Nichts aber trug den YB-Apparat so lange wie das Geld des Brüder- und Mäzenen-Paares Hansueli und Andy Rihs. Der Ältere, Andy, stieg 2005 als Investor ein, er war mehr an der Immobilie Stade de Suisse als am Sport interessiert, und ziemlich sicher erhoffte er sich eher eine frühe Rendite als ein derart lange währendes Engagement. 2008 stiess auch Hansueli Rihs dazu, und es gilt als gesichert, dass er das ruhigere, eher ausgleichende Element war. Vor allem bei Andy kam es vor, dass er offenherzig zugab, von Fussball keine Ahnung zu haben – und so erschien es auch, wenn die Rihs-Brüder heute «hüst» sagten und morgen «hott», weil sie sich wieder einmal von jemandem zu einer neuen Richtung hatten überreden lassen. Aber: Sie standen immer gerade, wenn ein Weg in die sportliche und finanzielle Irre geführt hatte. Im April 2018 verstarb Andy, Hansueli Rihs kam stärker ins Rampenlicht. Es hat etwas Rührendes, wie in einem YB-Meisterfilm zu sehen ist, wie dieser ältere Mann inmitten der Spieler den Titel feiert. Als passe er nicht in diese Gruppe, und doch gehört er dazu.

Fredy Bickel, Sportchef 2013 bis 2016. YB war seine grosse Liebe, an der Entlassung im Spätsommer 2016 hatte er lange zu nagen. Bickel war das Opfer der vorerst letzten grossen Intrige, seine Entmachtung orchestrierten einige Verwaltungsräte hinter dem Rücken von Gremiumskollegen. Sein Erbe ist bis heute in der Mannschaft, prägende Figuren des Meisterteams kamen unter seiner Ägide zu YB, so die Achse von heute, Steve von Bergen, Sékou Sanogo und Guillaume Hoarau, aber auch Loris Benito oder Miralem Sulejmani. Und die lukrativen Verkäufe des Sommers 2017 hatten unter Bickel zu YB oder zu tragenden Rollen gefunden: die heutigen Nationalteam-Mitglieder Denis Zakaria und Yvon Mvogo. Ihm wird gern hinterhergerufen, er sei ein Hochpreis-Sportchef, Mittelklasse-Spieler hätten zu viel verdient – aber bei allen unfreundlichen Nachreden ist festzuhalten, dass es keinen Vertrag gab, den er an jemandem vorbeischleuste. Ein Jahr vor Bickels Entlassung sagte YB-Verwaltungsratspräsident Hanspeter Kienberger im Gespräch mit der NZZ über Bickel: «Hören Sie, es gibt Kontrollmechanismen. Er hat keine Unterschrift auf dem Bankkonto, er kann selber kein Geld bewegen, er kann keinen Vertrag allein unterschreiben.»

Hanspeter Kienberger, Verwaltungsratspräsident seit 2012. Ja, er redete Bickel stark – bis er 2016 zu diesen Verwaltungsräten gehörte, die ihn fallen liessen. Der Treuhänder steht Thomas Binggeli nahe, dem Berner Veloproduzenten («Thömus»), der wiederum Andy Rihs eng verbunden war. Kienberger avancierte zum Statthalter der Zürcher Brüder Rihs – und was ihn dabei von Vorgängern unterscheidet: Kienberger hat keinen Geltungsdrang, im Gegenteil: Als die Kritik im September 2016 auf YB einprasselte, stand er hin – doch seit die Sonne scheint, sucht er öffentliche Auftritte nicht. Er redet meist in allergrösster Seelenruhe, in ebendieser Gelassenheit gab er einst zu, «nicht der grosse Fussballexperte» zu sein. So ist Kienberger denn auch weniger Macher als Moderator, er spürt, wann es seines verstärkten Engagements bedarf. Er war wichtig, als es Christoph Spycher in den Chaostagen 2016 zu überzeugen galt, er solle das Amt des Sportchefs übernehmen. Gemessen wird Kienberger wesentlich an Handlungen der Zukunft. Seine Aufgabe wird es sein, ein Modell zu finden, das YB in schlechteren Zeiten auch ohne Rihs-Geld trägt.

Urs Siegenthaler, Verwaltungsrat März bis September 2016. Er stiess zu YB, weil der Verwaltungsrat ein «sportliches Gewissen» suchte. «Jemanden wie Ottmar Hitzfeld» hätten sie am liebsten, hiess es einst aus dem Gremium, Siegenthaler war immerhin ein Vertrauter des deutschen Nationaltrainers Joachim Löw. In Bern bleibt er als Mann der Skurrilitäten in Erinnerung, der gleichwohl eine gewisse Bedeutung hat für die Young Boys von heute. Er forcierte die Ablösung Bickels und glaubte, YB komme ohne Sportchef aus – Siegenthalers Plan sah nur noch einen «Leiter Sport» vor, Paul Meier, einen Mann ohne Super-League-Erfahrung. Es gibt Berner, die sich nicht auszumalen wagen, was geschehen wäre, wenn sich Siegenthaler nicht diesen einen legendären Fehler geleistet hätte: Am Tag von Bickels Entlassung sagte der Basler Siegenthaler im Basler St.-Jakob-Park in seiner Rolle als sportliches YB-Gewissen in eine TV-Kamera, den FCB anzugreifen, sei für YB «völlig unrealistisch». YB-Fans begehrten auf, Siegenthaler trat zurück – eine Wendung, die Insider als wegweisend erachten. Das fussballerische Gewissen im Verwaltungsrat bildet heute Ernst Graf – und auch hier hat es ironische Züge, dass er quasi eine Hinterlassenschaft Bickels ist. Der ehemalige FCZ-Nachwuchschef Graf kam durch den ehemaligen FCZ-Sportchef Bickel zu YB. Ende 2016 wechselte Graf von der Nachwuchsabteilung in den Verwaltungsrat – er ist ein Beispiel dafür, dass YB nach den Unruhen vor allem eigene Kräfte erfolgreich neu sortierte.

Christoph Spycher, Spieler ab 2010, Talentmanager ab 2014, Sportchef seit 2016. Seine Beförderung zum Sportchef bedeutete die prägendste Umverteilung. Er kam nicht nur aus dem Innern des Klubs, sondern auch aus der Region, und für beides hat er ein Gespür. Und er hat ein Gefühl für das Funktionieren einer Gruppe, diese Stärke spürte einst schon das Nationalteam, als Spycher fast wichtiger neben als auf dem Feld war. Seine Chefs respektieren seine klare Linie, die er mit Arbeitsbeginn im September 2016 vorgab: dass er keine operativen Tätigkeiten von Verwaltungsräten dulde. Bisher gab es keinen Anlass für Misstrauen der Vorgesetzten: Mit den Verkäufen von Zakaria und Mvogo 2017 schuf Spycher sowohl eine positive Bilanz als auch Spielraum für den Umbau der Equipe. Und in der vergangenen Transferperiode hielt er die Mannschaft weitgehend zusammen, was bemerkenswert ist für ein Meisterteam aus einem kleinen Land. Diese Leistung war mit viel Aufwand verbunden, mit Überzeugungsgesprächen von Spielern, Familien, Agenten – und mit einer klaren Haltung. Darin liegt auch ein Verdienst Spychers: Viele Beteiligte wissen, woran sie bei ihm sind. Er schärft bei den Spielern das Bewusstsein, was sie wert sind – und zu welchen Konditionen YB sie gehen lässt. Diese konsequente Art senkt die Gefahr regelmässiger Aufstände unzufriedener Spieler.

Stéphane Chapuisat, Scout seit 2008. Auch er zählt zur Hinterlassenschaft der Ära Niedermaier, nicht in der Geschäftsleitung, aber mit viel Einfluss. Einst begann er mit einem 50-Prozent-Pensum, das Scouting von Spielern in der Westschweiz umfasste weniger als die Hälfte des Mandats. Heute ist unbestritten, dass die frankofone Prägung des YB-Meisterteams wesentlich auf den langjährigen Nationalspieler aus der Romandie zurückgeht. Etliche kluge Zuzüge initiierte er, ob Routiniers oder Rookies; manch ein Junior fand zu YB, weil Chapuisat in elterlichen Wohnungen Überzeugungsarbeit geleistet hatte. Nicht alle massen ihm seit 2008 im YB-Konstrukt gleich viel Bedeutung zu – aber es war schon so, als Chapuisat noch Fussballer gewesen war: Sein Wert will erkannt sein, er ist ein schlechter Verkäufer seiner selbst. Unter dem CEO Kaenzig dominierten andere Scouting-Kanäle, Spycher indes weiss heute, wie sein ehemaliger Teamkollege (GC, Nationalmannschaft) funktioniert: dass er sich nicht aufdrängt; dass seine Meinung gezielt eingeholt werden muss.

Adi Hütter, Trainer 2015 bis Sommer 2018. Er kam als Meistertrainer aus Salzburg und ging als Meistertrainer nach Frankfurt – und weil es so selbstverständlich ist, dass er Bern dank dem ersten Meistertitel seit 32 Jahren mit einem gewissen Heldenstatus verliess, droht sein grösstes Erbe fast etwas in Vergessenheit zu geraten. Der Österreicher brachte eine offensive Grundhaltung nach Bern. Kurz nach seiner Ankunft sagte Hütter, er möchte einen Fussball spielen lassen, «der begeisternd ist, der den Leuten zeigt, dass das Team siegen will und sich nach dem 1:0 nicht einigelt». Diese Vorgabe gibt sich manch ein Trainer, oft verkommt sie zu einem Versprechen – aber Hütter löste sie ein. In den drei Saisons zuvor unter Martin Rueda und Uli Forte hatte YB 48, 59 und 64 Tore geschossen, Hütter steigerte die Quote weiter auf 78, 72 und 84 Treffer. YB lieferte keine Nonstop-Spektakel ab, ein solcher Anspruch wäre auch allzu vermessen. Aber Hütters Erbe ist diese Angriffsfussball-DNA. Unter dem Nachfolger Gerardo Seoane weisen die Berner nach sechs Spielen wieder 19 Tore auf.

Guillaume Hoarau, Spieler seit 2014. Er ist die Verkörperung dieser Treffsicherheit, in 102 Super-League-Spielen schoss er 72 Tore, dazu kommen 27 Assists. Aber bei seinem Anteil auf dem YB-Weg in die Champions League geht es weniger um diese vielen Goals, sondern um seine Hartnäckigkeit, YB den Glauben an einen Titel zu vermitteln. Andere Generationen von Spielern waren daran zerbrochen, an diesem ewigen Lied verpasster Meisterschaften und verlorener Finals; Hoarau aber sagte unermüdlich, er verlasse YB nicht ohne einen Titel. Zu Beginn lachten die Leute darüber – der frühere Stürmer von Paris Saint-Germain liess sie lachen und schoss in seiner Mischung aus Seriosität und Leichtigkeit so lange Tor um Tor, bis ihn alle ernst nahmen. In der Champions League wird ihn das Tempo vermutlich das eine oder andere Mal überfordern – aber diese Meinung gab es auch schon vor dem entscheidenden Champions-League-Qualifikationsspiel in Zagreb. Der Franzose Hoarau sass damals an der Pressekonferenz und sagte auf Englisch und Deutsch: «It will be ein grosses Spiel. Wir sind bereit.» Danach schoss er in der zweiten Halbzeit zwei Tore.

Marco Wölfli, Spieler seit 1998. Er schien zu diesen Spielern zu gehören, die zerbrechen – aber auch er wuchs mit Hoarau, zu einem Zeitpunkt, als alle dachten, seine beste Zeit sei vorbei. Der langjährige Stammgoalie nahm nach einer Verletzung die Rückstufung zur Nummer 2 in Kauf und liess jüngeren Torhütern den Vortritt, Mvogo und David von Ballmoos. Ein guter Vertrag mochte diese Bereitschaft fördern, aber Wölfli machte keine Politik, spielte keine Intrigen, förderte die Gegner – bis von Ballmoos verletzt ausfiel und Wölfli im ersten Halbjahr 2018 wieder gefragt war. Er wuchs noch einmal und erlebte seine nahezu beste Zeit. Seit dem Sommer ist er wieder Ersatz. Wölflis Erbe besteht vor allem aus einer Haltung: Er lebt vor, dass sich niemand allzu wichtig nimmt.

Gerardo Seoane, Trainer seit Sommer 2018. Der 39-Jährige vermeidet es, seine Bedeutung für die Champions-League-Teilnahme grosszureden. Seoane erwähnt immer wieder, welch wertvolle Vorarbeit viele andere geleistet hätten. Seine Zurückhaltung fügt sich in die anfängliche Mehrheitsmeinung. Viele Leute staunten, als ihn YB als Hütter-Nachfolger vorstellte; Seoane, zuvor im FC Luzern, hatte erst ein halbes Jahr Erfahrung als Super-League-Trainer. Aber mit YB gelang ihm ein makelloser Start, nur Siege in Meisterschaft und Cup. Er verrichtet die Arbeit bei einem Spitzenklub, als habe er nie etwas anderes gemacht, meist nüchtern und sachlich, zumindest gegen aussen. So bewahrte er auch die Ruhe, als YB auf dem Weg in die Champions League nach dem Play-off-Hinspiel gegen Zagreb in Zugzwang war. Seoane ist schwierig zu fassen, und als er an der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Manchester United über die Vorbereitung redete, schien es, als spreche er über seine Person. Seoane sagte: «Wir versuchen weder ins Positive noch ins Negative auszuschweifen, wir bleiben ziemlich ruhig. Wir freuen uns, aber im Moment gibt es keine grossen Emotionen.» Es ist ein Fluch des Geschäfts. Auf diesen Moment arbeitete ein Klub jahrelang hin, Leute kamen und gingen, so mancher hinterliess sein Erbe – und die Generation, die es angeht, versucht weder ins Gute noch ins Schlechte auszuschweifen. Weil sie nun da ist, die Champions League, und es ernst gilt.


https://www.nzz.ch/sport/yb-in-der-cham ... ld.1421184

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 Beitrag Verfasst: Freitag 21. September 2018, 23:40 
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19.09.2018

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YB musste vor Sponsoren kuschen

Uefa überklebt historisches Wankdorf-Plakat

BERN - Geht es um die eigenen Sponsoren, kennt die Uefa keine Gnade und macht auch vor fussballhistorischen Sternstunden nicht halt. Das müssen jetzt auch die YB-Fans feststellen.

Es ist der ganz grosse Fussball-Zirkus, der heute in Bern halt macht. Alles ist herausgeputzt für die Champions-League-Premiere der Young Boys, die am Abend die Gäste von Manchester United empfangen (Anpfiff um 21 Uhr). Wirklich alles?

Nicht ganz! Noch bevor die Spieler der beiden Teams überhaupt im Stade de Suisse angekommen sind, hatte nämlich bereits die Uefa als Organisator des Millionen-Wettbewerbs in den vergangenen Tagen die Austragungsstätte des heutigen Matchs inspiziert – und hat dabei ein unerwünschtes Detail entdeckt.

Es geht ausgerechnet um ein Bild der legendären Wankdorf-Uhr vom «Wunder von Bern», als Deutschland im WM-Final 1954 überraschend gegen Ungarn mit 3:2 gewann. Das Schwarz-Weiss-Foto erinnert als Plakat vor dem Stadion an die ehemalige Berner Kultstätte und ist bis heute ein beliebter Treffpunkt für YB-Fans.
YB hätte saftige Busse gedroht

Der Uefa hingegen war das Foto ein Dorn im Auge. Oder genauer: die alten Werbe-Schriftzüge, die darauf zu erkennen sind. Egal ob Toblerone, Longines, Pneu Continental oder Dar-Vida – alle Sponsoren vom damaligen Endspiel mussten im Vorfeld der Champions-League-Partie abgeklebt werden. Das Plakat gleicht nun einem Flickenteppich. Zu erkennen sind nur noch ein paar Zuschauer, das riesige Zifferblatt sowie das historische Resultat des Finals.

YB-Sprecher Albert Staudenmann bestätigt gegenüber BLICK das rigorose Vorgehen. «An Champions-League-Spieltagen haben die Sponsoren der Uefa ein Exklusivrecht. Im und um das Stadion mussten deshalb alle Werbeflächen von Nicht-Uefa-Sponsoren abgedeckt werden.» Andernfalls hätte man bei YB mit einer saftigen Busse rechnen müssen.

Bei den Berner Fans hofft man derweil heute auf dem Kunstrasen auf ein ähnliches Wunder wie anno 1954 auf dem Rasen des Wankdorfs. Dann wären der Uefa wohl auch die überklebten Erinnerungen an ihre ehemalige Heimat wieder verziehen.


https://www.blick.ch/news/schweiz/bern/ ... 74176.html

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