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 Beitrag Verfasst: Mittwoch 22. August 2018, 08:08 
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Der Beginn der Wachablösung im Schweizer Fussball?

YB greift nach den Sternen

Vordergründig gehts für YB heute im Spiel gegen Dinamo Zagreb um Ruhm, Ehre und dreissig Millionen. Doch in Tat und Wahrheit geht es um viel mehr.

Das erste Trauma hat YB überwunden. 32 Jahre nach dem letzten eigenen und nach acht Basler Titeln in Folge ist man dieses Jahr endlich wieder Meister geworden. In einer Zeit, in welcher man den FCB so unangreifbar wähnte, wie Bayern in Deutschland, PSG in Frankreich oder Juventus in Italien.

Doch das war erst der erste Schritt. Will YB den FCB als Primus seriös angreifen, braucht es mehr. Es braucht mehr Finanzpower. Und dazu braucht es die Champions League. Den Grundstein müssen die Berner heute im Playoff-Hinspiel gegen Dinamo Zagreb legen.

Natürlich könnte Klubbesitzer Hans-Ueli Rihs aus einer Laune heraus sagen, er verdopple jetzt sein Engagement. Jöggi und die Hinterlassenschaft seines verstorbenen Bruders Andy lassen die Verantwortlichen von YB ruhig schlafen. Finanziell ist der Klub auf Jahre abgesichert. Doch solch eine Laune ist unwahrscheinlich. Hatte Andy an der legendären «Ringel­socken-PK» 2016 geraunzt, er habe nun 50 «Chischte» in YB gesteckt. Es begann die Sparkurs-Zeit, die YB aber dank des neuen Sportchefs Christoph Spycher derart brillant bewältigte, dass sie kein Hindernis war auf dem Weg zum Titel.

Dennoch: YB braucht die Königsklasse zur Emanzipation. Zur emotionalen vom FC Thun. Der europäische No­body hatte 2005 die Gruppenphase erreicht – eine der grössten Sensationen in der CL-Geschichte –, als Erster das Stade de Suisse ausverkauft und gegen Arsenal, Ajax und Sparta Prag drei magische Berner Nächte gefeiert.

Aber vor allem zur wirtschaftlichen Emanzipation von Rot-Blau. «Basel ist immer noch die Referenz im Schweizer Fussball. Wir können uns noch nicht mit dem FCB vergleichen. Wollen wir das dereinst, müssen wir damit beginnen, indem wir die Champions League schaffen», sagt YB-Stürmerstar Guillaume Hoarau, der die Königsklasse von zwei Kurzeinsätzen und einem Tor gegen Dinamo Zagreb im Jahr 2012 kennt. Und Captain Steve von Bergen fügt hinzu: «Wir wissen genau, was der FCB die letzten acht Jahre für den Schweizer Fussball geleistet hat. Nein, ich denke nicht über die Hierarchie im Schweizer Fussball nach, wenn ich mich schlafen lege.»

50 Mio Franken Umsatz

Und doch: YB greift nach den Sternen. Sollte der Meister die Königsklasse schaffen, würde YB finanziell ein ganzes Stück näher rücken. Im Moment macht YB konsolidiert einen Umsatz von rund 50 Millionen Franken. So viel, wie alleine die Personalkosten des FC Basel betragen! Mit den 30 Millionen aus der Königsklasse käme YB auf rund 80 Millionen.

Der Umsatz des FCB seinerseits würde (mit geschätzten zehn Millionen Einnahmen aus der Europa League) auch ohne Königsklasse wie letzte Saison bei rund 90 Millionen liegen. Dank den 20 Millionen aus dem Akanji-Transfer. Doch weit weg vom Rekordjahr 2016 mit 132 Millionen. Aber YB käme bedrohlich nahe. Götterdämmerung in Bern.


https://www.blick.ch/sport/fussball/cha ... 53312.html

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 Beitrag Verfasst: Mittwoch 22. August 2018, 08:32 
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--------------------von ballmoos-------------------

mbabu--------wüthrich-------von bergen------benito

fassnacht-----sow-------sanogo-----------sulejmani

---------------nsamé-----------hoarau-------------


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 Beitrag Verfasst: Mittwoch 22. August 2018, 11:14 
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«YB fehlt es an internationaler Erfahrung»

von E. Tedesco - Der Schweizer Internationale Mario Gavranovic will sich mit Dinamo Zagreb gegen YB durchsetzen und den Bernern den Zugang zur Königsklasse verwehren.

Mario Gavranovic, für die nächste Runde in der Champions-League-Qualifikation brauchen Sie für einmal kein Navi, oder?
(lacht) Nein, den Weg nach Hause findet man immer. Auch wenn es nur ein kurzer Aufenthalt wird – ich freue mich sehr, nach Hause zu kommen, und hoffe, mit einem Sieg nach Zagreb zurückreisen zu können.

Mit welchen Gefühlen tritt man als Schweizer gegen einen Schweizer Club an?
Es ist schön, aber so speziell ist es diesmal nicht für mich, weil ich nie bei YB gespielt habe. Für meine Vorbereitung ändert das nichts.

Dinamo Zagreb hat mit Izet Hajrovic und Jan Lecjaks zwei weitere Spieler mit Schweizer Vergangenheit in seinen Reihen. Haben Sie mit Jan Lecjaks, der über 150 Spiele für Gelbschwarz absolviert hat, über YB gesprochen?
Nein. Der Trainer plant nicht mehr mit ihm und hat ihn deshalb vor einigen Wochen in die zweite Mannschaft geschickt. Aber wir wissen, dass YB eine starke Mannschaft hat und wir auf einen guten Gegner treffen. Aber auch wir sind sehr gut in die Saison gestartet. Wir sind selbstbewusst und haben alle Karten in der Hand.

Und mit Mario Gavranovic hat Zagreb zudem ein Ass im Ärmel: den Mann für die wichtigen Tore, wie zuletzt in Astana. Aber auch die YB-Offensive ist in Torlaune. Was wissen Sie über den Gegner?
Wir wissen natürlich, dass YB eine sehr gute Offensive hat und viele Tore macht. Das sieht man an der letztjährigen und aktuellen Tabelle, aber ich habe mir auch einige Spiele am TV angeschaut.

Weil Sie den Playoff-Gegner studieren wollten?
Nein, ich habe schon in der letzten Saison einige Partien geschaut. Immer wenn ich spielfrei hatte und in der Super League ein gutes Spiel anstand, habe ich mir das angesehen. Hauptsächlich Spiele des FCZ. So habe ich zum Beispiel den Cup-Halbfinal zwischen YB und Basel verfolgt.

Apropos Basel: Waren Sie überrascht, dass YB Meister wurde?
Ein wenig überrascht war ich schon, aber YB hat den besten Fussball gespielt. Ein Blick auf die Tabelle reicht, um das zu wissen: Wer so viele Punkte Vorsprung hat, ist verdienter Meister.

YB konnte das Meisterkader zusammenhalten und auch die Form konservieren. Wie hoch schätzen Sie die Chancen von Zagreb ein, in die Gruppenphase zu kommen?
Sehr hoch. Auch wenn YB eine starke Mannschaft hat und gut in Form ist, fehlt es den Bernern weitgehend an internationaler Erfahrung. Zagreb hat im Sommer aufgerüstet. Wir haben mit Nenad Bjelica einen neuen Trainer und es sind 12 oder 13 neue Spieler gekommen. Der Konkurrenzkampf ist sehr gross und jeder muss noch ein paar Prozente mehr aus sich herausholen, wenn er eine Chance haben will, zu spielen. Mit den Neuen hat sich auch die Mentalität verändert: Wir sind noch hungriger geworden.

Wer ist am 22. August in Bern Favorit?
Ich glaube, dass wir auf Augenhöhe sind. Zagreb hat es in der letzten Saison zum ersten Mal nach elf Jahren nicht geschafft, in einer Gruppenphase der Champions League oder Europa League zu spielen. Für so einen grossen Verein war das inakzeptabel und der Druck auf uns war gross. Nach dem Sieg gegen Astana stehen wir zumindest in der Gruppenphase der Europa League, aber wir wollen unbedingt auch den letzten Schritt in die Champions League schaffen.


https://www.20min.ch/sport/dossier/cham ... tpredirect

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 Beitrag Verfasst: Mittwoch 22. August 2018, 11:18 
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Für YB geht es um einen Meilenstein und Millionen

von E. Tedesco, Bern - YB tritt am Mittwoch gegen Dinamo Zagreb um den Einzug in die Champions League an. Es steht viel auf dem Spiel.

Die Honigtöpfe in der Champions League waren immer schon prall gefüllt. In der aktuellen Kampagne verteilt die Uefa aber noch mehr Geld. Die fixe Startprämie wird von 12,7 Millionen (alle Angaben in Euro) auf 15 Millionen erhöht. Zudem gibt es für die Teilnehmer einen Sonderbonus, errechnet auf der Grundlage einer neu erstellten 10-Jahres Wertung. Rund 1,1 Millionen gibt es pro Platz und Einheit. Das heisst: der bestplatzierte Club (derzeit Real Madrid) streicht 35 Millionen ein.

YB belegt in dieser Koeffizienten-Rangliste Platz 80 und würde zusätzlich wohl 3,3 Millionen erhalten. Dazu gibt es in der Gruppenphase für einen Sieg neuerdings 2,7 Millionen (bisher 1,7) und für ein Remis 900'000 (bisher 550'000) Euro. Zu den fixen Prämien kommen TV-Gelder und die Einnahmen von vorerst drei Heimspielen dazu. Ohne nur einmal gegen den Ball getreten zu haben, könnte der Schweizer Meister schon mehr als 20 Millionen Euro verdient haben. Könnte...

Im vierten Anlauf soll es klappen

Dreimal stand YB seit 2010 bereits in den Playoffs und verpasste die Gruppenphase jedes Mal. Vor 12 Monaten scheiterten die Berner an ZSKA Moskau, davor an Gladbach (2015/16) und Tottenham (2010/11). Gegen Zagreb soll es im vierten Anlauf klappen. YB will zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte in die Gruppenphase einziehen. Dafür hat der Club alles untergeordnet. Abwanderungsgelüste der Spieler – sofern vorhanden – werden bis nach dem 28. August und Rückspiel in Zagreb auf Eis gelegt. «Es gibt keinen Code oder Vertrag, aber wir haben intern über das Thema gesprochen. Jeder muss 100 Prozent bei der Sache sein. Danach sehen wir, was passiert», sagt Gerry Seoane. Das Transferfenster schliesst am 31. August.

Vor einem Jahr coachte der YB-Trainer noch die U21-Junioren des FCL. Heute greift Seoane als Cheftrainer des Schweizer Meisters nach den Sternen. Wie fühlt sich das an, ein erster internationaler Auftritt als Trainer? «Darüber habe ich mir absolut keine Gedanken gemacht», sagt Seoane cool. «Es geht um den Club, um die Region, nicht um mich. Ich habe nur die Mannschaft darauf vorzubereiten und wir sind bereit.» Er macht es gleich wie immer: Egal ob ein Spiel in der Super League oder wie am Wochenende der FC Biel im Cup, am Morgen gibt es ein Wake-up-Training. Mittagessen. Danach geht es in ein Hotel, «wo die Spieler ein Nickerchen machen», Teambesprechung und danach ab ins Stadion.

Bleibt er im Stadion wirklich so cool, wenn er überall die CL-Logos und Sterne sieht, mit denen die Uefa das Stade de Suisse eingekleidet hat? «Na ja, an das kann man sich gewöhnen», sagt der 39-Jährige und korrigiert sich selber: «Nein, wir wollen uns daran gewöhnen! Die Vorzeichen stehen gut.»

Mit Zagreb auf Augenhöhe

Seoane spricht von einem starken Gegner, sieht sein Team aber auf «Augenhöhe». Der Serienmeister dominiert – wie der FCB zuletzt die Super League – seit Jahren die kroatische Liga. Seit der Saison 1992/93 gewann Dinamo 18 von 25 Titeln, 12 davon in den letzten 13 Jahren. Und wie der FCB letzte Saison gegen YB musste auch Zagreb einen Titelverlust hinnehmen. In der Saison 2016/17 ging die Meisterschaft an Zagrebs derzeit härtesten Konkurrenten Rijeka – damals noch mit Nati-Stürmer Mario Gavranovic in seinen Reihen. Er stürmt nun bei Zagreb.

Und auch die Anzahl CL-Teilnahmen haben die Kroaten den Bernern voraus: Sie erreichten in den letzten sieben Saisons viermal die Gruppenphase – 0hne je ein Ruhmesblatt hinterlassen zu haben. Ein 2:1-Sieg (gegen Arsenal) und ein 1:1-Remis (gegen Dynamo Kiew) sind die magere Ausbeute aus total 24 Partien in der Königsklasse.


https://www.20min.ch/sport/dossier/cham ... tpredirect

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 Beitrag Verfasst: Mittwoch 22. August 2018, 11:20 
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YB-Trainer Seoane: «Wir haben keinen Druck, die Champions League zu erreichen»

Seit dem Beginn dieser Saison heisst der Coach der Young Boys Gerardo Seoane. Nun stehen für die Berner die Spiele gegen Dinamo Zagreb bevor, die im besten Fall die historische Champions League-Teilnahme zur Folge hätten. Ist die Champions League für die Young Boys ein Muss? Trainer Gerardo Seoane im Interview.

Nach wenigen Monaten als Super-League-Trainer will Sie der Meister verpflichten. Gab es Momente, in denen Sie zweifelten?

Gerardo Seoane: Nein. Von Beginn weg bin ich unbeschwert in die Gespräche mit YB gegangen. Bereits nach dem ersten Treffen spürte ich: Das passt zwischen uns. Deshalb war für mich immer klar: Sollte sich YB für mich entscheiden, sage ich zu. Das beinhaltet natürlich, dass ich mir die Aufgabe zutraue.

Woher kommt dieses Selbstbewusstsein?

Ich habe mich darauf vorbereitet, war ja schon sieben Jahre als Trainer in Luzern tätig. Dabei habe ich mich in Bereichen wie Öffentlichkeitsarbeit und Führungsqualitäten weitergebildet. Ich war bereit für meinen Super-League-Start in Luzern und bin es jetzt auch in Bern. Das ist zwar eine Stufe höher, aber immer noch in der Schweiz.

Man kann Kurse absolvieren. Aber Theorie und Praxis unterscheiden sich stark. Allein die Medienarbeit als U21-Trainer ist marginal.

Mein Vorteil ist, dass ich in 16 Jahren als Profi meine Erfahrungen mit den Medien gemacht habe. Andererseits kann ich die Zeit nutzen, um andere Trainer bei ihren öffentlichen Auftritten zu beobachten und daraus zu lernen. Wie kommuniziert ein Ralph Krueger nach dem WM-Aus mit der Eishockey-Nati? Oder wie verhält er sich, wenn er die Viertelfinals erreicht? Wenn man sich bewusst mit einem Thema auseinandersetzt, erzielt man Fortschritte.

Ihr Vorgänger Adi Hütter agierte äusserst kontrolliert und bewusst. Haben Sie sich vor diesem Interview auch überlegt, welche Botschaft Sie platzieren wollen?

Nicht spezifisch auf dieses Interview, sondern auf den Event, der auf uns zukommt.

Was wollen Sie im Hinblick auf die Champions-League-Qualifikation gegen Dinamo Zagreb vermitteln?

Uns erwartet eine grosse Herausforderung. Wir spielen gegen einen Serienmeister. Eine Mannschaft, die sich gewohnt ist, zu gewinnen. Und es erwartet uns eine spezielle Ambiance: Abendspiel, alle Augen sind auf uns gerichtet. Es braucht zweimal eine sehr konzentrierte Leistung, zweimal eine möglichst tiefe Fehlerquote, um den Einzug in die Champions League zu schaffen. Aber diese Herausforderung nehmen wir an. Wir wollen in die Champions League.

Wie gross gewichten Sie die Freude an dieser Herausforderung?

Die Freude ist spürbar.

Es ist aber bereits auch der Zeitpunkt der Abrechnung.

Nein, das sehe ich ganz anders. Wir reden hier von einem Projekt. Und ich habe für drei Jahre unterschrieben. Wir wollen national vorne dabei sein. Wir wollen eine gute Adresse sein für junge Spieler. In unserer Zusammenarbeit geht es um viel mehr als eine Begegnung, die man als Abrechnung bezeichnet.

YB war der Champions League nie näher. Die Erwartungshaltung ist enorm. So nach dem Motto: Jetzt muss es klappen. Muss es?

Entscheidend für mich ist die interne Grundhaltung. Wir betrachten die beiden Spiele gegen Zagreb nicht als Last, sondern als Chance. Wir bürden uns keinen Druck auf, der lähmt. Wir wollen den Druck in Energie umwandeln. Wie es Roger Federer auch immer wieder schafft. Hunger und Wille sind die entscheidenden Parameter. Nach dem Titelgewinn den Hunger auf Erfolg wieder zu aktivieren – das war einer der wichtigsten Aspekte meiner bisherigen Arbeit bei YB. Die Mannschaft brennt auf diese Chance gegen Zagreb.

Es steht wahnsinnig viel Geld auf dem Spiel, wodurch YB noch näher an Basel rücken könnte.

Der Klub ist auf solidem Fundament gebaut. Der Sportchef, der Geschäftsführer – alle haben die Zahlen im Griff, und wir haben deshalb keinen finanziellen Druck, die Champions League erreichen zu müssen.

Sie galten als unbequemer Spieler. Haben Sie als Trainer eine Affinität für Ihr Alter Ego?

Jeder Trainer hat eine Affinität für jene Spieler, die helfen, seine Ideen und Werte umzusetzen. In der Regel sind das die zentralen Spieler. Wie bei uns die Achse mit von Bergen, Sanogo und Hoarau. Ziel muss es aber auch sein, den Kreis der Leader zu vergrössern.

Haben Sie Verständnis für Spieler wie Sie einer waren, die nicht alles abnicken?

Unbedingt. Wenn von den Spielern gefordert wird, dass sie mitdenken, mitgestalten und mitentwickeln, sollen sie auch ihre Meinung sagen dürfen.

Und wenn es kontrovers wird?

Grundsätzlich ist das kein Problem, wenn es im Dienste der Mannschaft passiert. Wenn der Spieler im Dienste der Mannschaft handelt, ist das in meinem Interesse.

«Im Dienste der Mannschaft». Hängt dieser Spruch in der YB-Kabine?

Nein. Diese Haltung vermittle ich den Spielern auf eine andere Weise.

Ihre Bedingungen bei YB sind hervorragend. Allein, weil Sie das Meister-Team fast komplett übernehmen konnten. Ist die Behauptung böse, mit dieser Equipe surfe jeder beliebige Trainer auf der Erfolgswelle?

Jeder kann es einordnen, wie er will. Fakt ist, dass wir uns als Trainerteam sehr gut gefunden haben und die Mannschaft voll mitzieht. Es war nicht angebracht, Sachen, die funktionieren, zu ändern, schliesslich wurde in den letzten Jahren sehr gute Arbeit geleistet. Aber natürlich setze ich Schwerpunkte, die mir wichtig sind. Als Trainer bin ich aber nur ein Puzzleteil dieses Konstrukts.

Wie weit dringen Sie in den Gesprächen mit den Spielern in deren Privatsphäre vor?

Um ein Gesamtbild zu erhalten, sind für mich gewisse Informationen wichtig. Ausserdem wird bei YB der Familiensinn grossgeschrieben.

Wie viel Privates geben Sie von sich preis?

Das interessiert die Spieler nicht. Innerhalb des Trainer-Teams tauschen wir uns privat aus. Das ist halt altersbedingt.

Aber mit 39 ist die Altersdifferenz zu den Spielern nicht derart gross. Geben Sie bewusst nicht viel von Ihnen preis, um eine klare Trennlinie zu schaffen?

Teilweise schon. Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich stecke meine Nase nicht ständig in die Privatangelegenheiten der Spieler. Aber mich interessiert beispielsweise, ob Assalés Familie in der Schweiz wohnt oder nicht.

Sie haben selbst zwei Kinder.

Ja, eine elfjährige Tochter und einen neunjähriger Sohn. Aber die Tochter könnte auch schon 16 sein.

So schwierig?

Nein, überhaupt nicht. Sie geht ihren Weg und ist für ihr Alter schon sehr weit.

Wie ist das für Kinder eines Vaters, der eine öffentliche Person ist?

Sie kriegen davon kaum etwas mit.

Wie soll das funktionieren?

Sie lesen keine Zeitungen und surfen kaum auf Online-Portalen. Und in der Schule werden sie selten mit den negativen Begleiterscheinungen konfrontiert. In der Schweiz ist das zum Glück noch möglich.

Nun, nach Ihrem Abgang in Luzern wurden Sie übelst beleidigt.

Das waren nur vereinzelte Reaktionen. Zu Hause war das kein Thema.

Finden die Kinder Ihren Beruf cool?

Der Sohn mehr als die Tochter. Sie klagt hin und wieder: Schon wieder Fussball!

Die letzten YB-Trainer könnten in der Aussendarstellung nicht unterschiedlicher sein. Der kumpelhafte, emotionale Uli Forte und der kontrollierte und distanzierte Adi Hütter.

Ich bin hier, um als Trainer zu arbeiten.

Das tönte bei Hütter genau gleich.

Mag sein. Aber das ist meine absolute Überzeugung. Fussball-Trainer ist ein anspruchsvoller Job. Man muss ihm fast alles unterordnen.

Bereitet es Ihnen Mühe, ständig unter Beobachtung zu stehen? Jedes Bier im Ausgang wird registriert?

Nein, ich kenne fast nichts anderes, seit ich mit 16 Profi geworden bin. Als Trainer hüpft man nicht am Open Air auf dem Gurten herum.

Würden Sie gerne?

Nein, das interessiert mich nicht. Da ziehe ich es vor, stattdessen ein Tennis-Match zwischen Federer und Wawrinka zu schauen.

Welchen Verzicht bedauern Sie?

Gar keinen. Sicher, Freundschaften zu pflegen, ist schwierig. An den Wochenenden arbeite ich und Ferien habe ich meist, wenn alle anderen arbeiten. Aber der Job gibt mir unendlich viel.

Was gibt Ihnen der Job?

Eine tiefe Befriedigung, weil ich meine Leidenschaft zum Beruf machen konnte. Und unglaublich viele Emotionen. Wir haben das Privileg, Menschen begeistern, ihnen eine gute Show zeigen zu können.


Zur Person

Er galt als Jahrhunderttalent, als er 1995 mit 16 Jahren beim FC Luzern in der NLA debütierte. Aber schon bald darauf stand Gerardo Seoane auch im Ruf, finanzielle Aspekte stärker zu gewichten als sportliche. Insbesondere, nachdem er mit 19 beim damaligen spanische Spitzenklub La Coruña einen Fünfjahresvertrag unterschrieb.

In Galicien, der Heimat seiner Eltern, fristete er ein tristes Dasein. Er spielte keine Minute in der Primera Division. 2002 heuerte er wieder in der Schweiz an. Und schliesslich kehrte er über Aarau und GC zum FC Luzern zurück. Nach einem Disput mit dem damaligen Trainer Rolf Fringer, der ihn suspendierte, gab Seoane 2010 seinen Rücktritt bekannt und arbeitete fortan als Nachwuchstrainer beim FCL.

Nach der Entlassung von Markus Babbel im letzten Winter schlug die grosse Stunde für den Trainer Seoane. Er übernahm den FCL auf Platz 9 und führte ihn auf Platz 3. Der Lohn: Ein Dreijahresvertrag von Meister YB. Seoane (39) hat zwei Kinder und wohnt mit seiner Lebensgefährtin im luzernischen Rothenburg.


https://www.aargauerzeitung.ch/sport/fu ... -132950211

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 Beitrag Verfasst: Mittwoch 22. August 2018, 11:36 
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YB-Captain Steve von Bergen spielte nie in der Champions League

«Nur drei von uns kennen dieses Gefühl»

Am Mittwoch um 21 Uhr ist Kickoff zum Hinspiel des Playoff-Krachers YB gegen Dinamo Zagreb. YB-Captain Steve von Bergen freut sich auf diesen Moment und sagt: «Die Schmetterlinge im Bauch kommen im Tunnel.»

Frage einer Journalistin an der Medienkonferenz mit YB-Captain Steve von Bergen: «Steve, du mit Deiner Champions-League-Erfahrung…» Ungläubiges Staunen beim Neuenburger. «Ich? Nein. Da habe ich nie gespielt.» Um so grösser die Sehnsucht es mit 35 und im Goldenen Herbst seiner Karriere doch noch zu schaffen. Mit dem FCZ scheiterte Steve 2006 an Salzburg, ging dann 2007 zu Hertha.

«Wir wollen diesen Traum unbedingt verwirklichen. Nur drei von uns kennen dieses Gefühl. Auch für mich ist es ein Traum. Aber es geht nicht nur um uns. Es geht um die ganze Stadt, die Region.»

Diese Playoff-Spiele seien natürlich schon länger ein Thema im Team, so Von Bergen, der denkt, man könne sich durchaus darauf vorbereiten. «Wir müssen uns beispielsweise von Beginn weg bewusst sein, dass es über zwei Spiele geht. Es kann sein, dass wir gleich am Anfang einen Konter einfangen. Aber dann geht es immer noch sehr lange.»

Übrigens: Die drei YB-Spieler mit Champions-League-Erfahrung sind:

- Guillaume Hoarau: Zwei Teileinsätze 2012 mit PSG gegen Dinamo Zagreb. Ein Tor.

- Loris Benito: 90 Minuten 2014 im bedeutungslosen letzten Gruppenspiel von Benfica gegen Leverkusen (0:0).

- Miralem Sulejmani: 16 Spiele mit Ajax und Benfica zwischen 2010 und 2013. Ein Tor, beim 4:0 von Ajax gegen… Dinamo Zagreb.

https://www.blick.ch/sport/fussball/cha ... 54412.html

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 Beitrag Verfasst: Mittwoch 22. August 2018, 11:38 
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Die Chance der Vereinsgeschichte

Heute empfangen die Young Boys im Hinspiel des Champions-League-Playoff Dinamo Zagreb. Gegen den kroatischen Meister sind sie favorisiert.

Wenn nicht jetzt – wann dann?

So darf die Frage aus Sicht der Young Boys vor dem Champions-League-Playoff formuliert werden. Heute empfangen sie Dinamo Zagreb zum Hinspiel, sechs Tage später folgt in Kroatien die zweite Partie. Ihnen bietet sich die Chance der Vereinsgeschichte, in den Fokus der Fussballwelt zu rücken.

Derart realistisch war eine YB-Teilnahme an der Königsklasse nie. Und das bei der ersten Austragung nach einer ­umfassenden Reform des Wett­bewerbs, die zur am stärksten besetzten Champions League der Historie führt. YB oder Zagreb wird der wohl grösste Aussen­seiter unter den 32 Teams sein.

Stilsicher und selbstbewusst

Es gibt gute Gründe, warum die Young Boys erstmals die Gruppenphase erreichen könnten. Zuerst einmal natürlich der überzeugende Saisonstart in der Super League: 4 Spiele, 12 Punkte, 11:2 Tore, Rang 1, 5 Punkte Vorsprung. Der Trainerwechsel von Meistermacher Adi Hütter zu Gerardo Seoane verlief reibungslos, Seoane setzt auch auf das wirkungsvolle 4-4-2-System, ist aber flexibel genug, um während einer Partie auf ein 4-2-3-1 umzustellen.

Das Team ist selbstbewusst, stilsicher, souverän, es ist eingespielt und wird von einer starken, routinierten Achse zusammengehalten. Abwehrchef Steve von Bergen, Mittelfeldmotor Sékou Sanogo, Techniker Miralem Sulejmani und Torjäger Guillaume Hoarau leiten die begabten Mitspieler an. Verloren hat YB nach dem Meistertitel nur Innenverteidiger Kasim Nuhu, den es zu Hoffenheim zog.

Alle anderen sind, teilweise überraschend und trotz verlockenden Angeboten, immer noch da. Vorkämpfer Sanogo, sein hochveranlagter Adjutant Djibril Sow, Flügel Christian Fassnacht, Wirbelwind Roger Assalé und vor allem der stürmende Rechtsverteidiger Kevin Mbabu.

Die Young Boys stecken nach einigen wirtschaftlich schwierigen Jahren nicht mehr in finanziellen Zwängen, sie senden klare Signale und sind nur bereit, ihre Leistungsträger abzugeben, wenn die Ablösesumme ihren Vorstellungen entspricht. «Wir müssen niemanden verkaufen», sagt Sportchef Christoph Spycher. «Und wenn keiner mehr ins Ausland geht, sind wir nicht traurig.»

Aderlass bei Dinamo Zagreb

Unzufriedene Akteure sind trotz ausgebliebenen Auslandtransfers nicht zu erwarten. Sanogo möchte seine Karriere bei YB beenden. Er hätte in Russland oder China, Griechenland oder Katar mehr Geld verdienen können. Schlecht bezahlt ist er mit dem neuen Vertrag auch in Bern nicht. Sow wiederum hat nach einem missglückten Engagement bei Gladbach begriffen, dass es besser für seine Entwicklung ist, noch eine Saison bei YB zu bestreiten.

Er lehnte – in Absprache mit dem Club – enorm reizvolle Offerten ab. 2019 wird er 22 sein – und möglicherweise auf allergrösster Bühne in der Champions League gespielt haben. Der überragende Mbabu schliesslich wäre längst bereit für eine Topliga. Aber 10 bis 12 Millionen Franken Ablösesumme für einen Super-League-Rechtsverteidiger (noch) ohne Länderspielerfahrung sind ein stolzer Betrag. Vielleicht ändert sich das nach dem Playoff noch.

Dinamo Zagreb, ein anerkannter Ausbildungsverein wie YB, hat dagegen mit Filip Benkovic (zu Leicester), Ante Coric (Roma), Borna Sosa (Stuttgart) sowie El Arbi Soudani (Nottingham) vier Talente und Leistungsträger für 35 Millionen Franken verkauft. Auch deshalb ist der Schweizer Meister favorisiert, so selbstbewusst darf YB die Duelle angehen. Zumal der Kunstrasen im Stade de Suisse ein weiterer Vorteil ist.

Der Warnschuss in Biel

Christoph Spycher sagt, die Young Boys würden gegen Zagreb zwei Topleistungen benötigen, um weiterzukommen. Das ist aus seiner Sicht eine nachvollziehbare Formulierung. In den letzten zwei Jahren allerdings setzte sich YB auf dem Weg ins Playoff gegen die Favoriten Donezk und Dynamo Kiew durch, obwohl nur die Heimspiele überzeugend gerieten.

«Es geht in jedem Spiel nur mit totaler Konzentration und Leistungs­bereitschaft. Seit Samstag ist das wieder jedem bei uns bewusst.»
YB-Sportchef Christoph Spycher


Und Zagreb ist weniger stark als Donezk und Kiew. Sowieso: Nach den hohen Hürden Tottenham, Gladbach und ZSKA Moskau seit 2010 ist Zagreb der schwächste YB-Widersacher im Playoff. Auch das Losglück ist auf Berner Seite.

Selbst die wacklige Performance mit einem verstärkten B-Team in der 1. Cuprunde am Samstag beim viertklassigen Biel darf YB als Weckruf betrachten. Der schmachvollen Serie an Blamagen im Pokal wurde kein Kapitel angefügt, dank eines Tores weit in der Nachspielzeit zum 2:2 und eines Treffers in der 120. Minute zum 3:2 setzte sich der haushohe Favorit glückhaft durch. Es war ein Warnschuss. «Es geht in jedem Spiel nur mit totaler Konzentration und Leistungsbereitschaft», sagt Spycher.

«Seit Samstag ist das wieder jedem bei uns bewusst.» Der Sportchef spricht vor dem Kräftemessen mit Zagreb ebenfalls von «grossen Spielen» und einer «guten Chance». Aber er sagt in seiner bodenständigen Art auch: «Egal, was passiert, es wird für uns in drei Wettbewerben weitergehen. Ein Ausscheiden wäre kein Weltuntergang, und auch bei einem Weiterkommen würden wir nicht abheben.»

Wunderbare Perspektive

Diese Young Boys überzeugen seit der Installierung Spychers mit Kompetenz und Professionalität, mit Teamgeist und Ruhe. Und mit gewachsenen, vorbildlichen Strukturen bis tief in die Nachwuchsarbeit. Sie sind geerdet. Und sie sind hungrig. Der sportliche und finanzielle Höhenflug soll nach komplizierten Zeiten ungebremst weitergehen. Rund 30 Millionen Franken würde YB bei einer Champions-League-Teilnahme einnehmen, dazu wären die Spiele gegen die Clubprominenz Europas Wertsteigerungsmultiplikatoren für die Young Boys und ihre verheissungsvollen Fussballer.

Zwei Partien, maximal 210 Spielminuten und ein Penaltyschiessen, trennen YB vom Griff nach den Sternen und einem aufregenden Herbst. Aber es gibt schon auch ein paar kleine Fragezeichen. Ist die Innenverteidigung stabil genug? Halten die Nerven der jungen Akteure? Wie stark ist Dinamo Zagreb wirklich?

Dennoch: Wenn nicht gegen den kroatischen Meister im personellen Umbruch, gegen wen will YB dann den Einzug in die Champions League realisieren?


https://www.bernerzeitung.ch/sport/fuss ... y/11352719

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YB-Gegner Dinamo von Korruption zerfressen

Ex-Präsi in Haft, Ziehsohn Modric vor Gericht

Die Geschichten der Balkan-Grossklubs sind schillernd. Dinamo Zagreb ist keine Ausnahme. Eben wurde der Ex-Präsident zu über sechs Jahren Haft verurteilt.

Zdravko Mamic (58) ist nicht im Gerichtssaal in Osijek, als Recht gesprochen wird. Sechs Jahre und sechs Monate. So das Urteil der Richter, das Mamic in Bosnien-Herzegowina zur Kenntnis nimmt. Von dort kann er nicht ausgeliefert werden, weil er nach einer Nacht- und Nebeleinbürgerung auch den bosnischen Pass besitzt. Von dort will er gegen das Urteil kämpfen. «Ich vertraue den kroatischen Institutionen nicht.»

Mamic war von 2003 bis 2016 Präsident von Dinamo und Vize-Präsident des Verbands. Insbesondere bei den Transfers von Luka Modric zu Tottenham Hotspurs im Jahr 2008 (für 21 Mio. Euro) und Dejan Lovren 2010 von Dinamo zu Lyon (für 9 Mio. Euro) soll Mamic die Hälfte der Summen kassiert haben. Insgesamt wird ihm vorgeworfen, bei Transfers 15 Mio. Euro unterschlagen und 1,6 Mio. Euro an Steuern hinterzogen zu haben.

Mamic gilt als der Pate des kroatischen Fussballs. Er verunglimpfte Journalisten, aber auch den Sportminister am Radio, worauf er umgehend verhaftet wurde. Vor einem Jahr wurde ihm bei einem Mordversuch ins Bein geschossen.

2016 hatten die Fans die Schnauze voll von der Korruption und den Drecksgeschäften im kroatischen Fussball und manifestierten das mit Pyro-Würfen im EM-Spiel gegen Tschechien, das am Rande eines Abbruchs stand.

Und die Wut richtet sich nicht etwa nur gegen Mamic und Konsorten. Sondern auch gegen die Spieler. Mit Modric und Lovren zum Beispiel soll Mamic Verträge ausgehandelt haben, die sie bis ans Karrierenende verpflichten, einen Teil ihrer Einnahmen an ihn abzutreten. Weil Modric als Zeuge zwei Versionen der Geschichte auftischte, muss auch er nun als Beklagter vor Gericht - wegen Falschaussage.

Lust darüber zu reden, hat die Lichtgestalt nicht. An der WM 2018 antwortete er auf eine Frage zu seiner Rolle: «Haben Sie nichts Besseres zu fragen? Das ist eine WM, da sprechen wir nicht über andere Dinge.»


https://www.blick.ch/sport/fussball/yb- ... 54605.html

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 Beitrag Verfasst: Mittwoch 22. August 2018, 15:38 
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Mit Gier zu Besuch in der Heimat

Mario Gavranovic trifft am Mittwochabend mit Dinamo Zagreb im Playoff zur Champions League auf YB. An das Stade de Suisse hat der Schweizer Nationalspieler schöne Erinnerungen.

Der kleine Mario Gavranovic schaute liebend gern italienischen Fussball, er interessierte sich für die Schweizer Liga. Und dann gab es da noch diesen Club, mit dem sich jeder aus seiner Familie verbunden fühlte, also auch er: Dinamo Zagreb.

Der Junior aus Lugano, Sohn kroatischer Einwanderer, wurde erwachsen und Profi. Mit 18 zog er fort aus dem Tessin, machte halt in der Romandie bei Yverdon und Xamax, zog weiter zu Schalke, wurde mit 21 Nationalspieler, landete mit 22 beim FC Zürich, verliess Anfang 2016 mit 26 die Schweiz, um in Kroatien bei Rijeka weiterzumachen – und seit Januar dieses Jahres ist er in ­Zagreb. Aus dem Dinamo-Fan ist ein Dinamo-Spieler geworden.

«Du musst Erfolg haben»

Gavranovic ist Teil eines stolzen Vereins, der in diesem Sommer bereits zum 19. Mal Meister und zum 15. Mal Cupsieger wurde. Eine Saison ohne Pokal wie 2016/17 wird da nicht als Fehltritt verbucht, «es ist eine sportliche Katastrophe», sagt der Stürmer. Und: «Wenn du dieses Trikot trägst, kennst du deinen Auftrag: Du musst Erfolg haben.» Erfolg haben heisst aber nicht nur, national zu überragen, sondern vor allem auch: sich in Europa zu zeigen. In der Champions League.

Jetzt bietet sich diese Möglichkeit wieder, vorausgesetzt, dass im Playoff die Young Boys eliminiert werden. Wenn Gavranovic vom Gegner spricht, sprudeln drei Namen aus ihm heraus: «Hoarau, Von Bergen, Sulejmani – ihre Erfahrung ist riesig.» Es folgen ein Hinweis auf den Kunstrasen («ein Vorteil für YB») und die Bemerkung, dass in Zagreb sehr wohl registriert ­worden ist, wie souverän die ­Berner vergangene Saison den Titel geholt haben: «Wer mit 15 Punkten Vorsprung auf Basel Meister wird, verdient grossen Respekt.»

Aber die Kroaten, bei denen auch der ehemalige GC-Spieler Izet Hajrovic unter Vertrag steht, kennen im Gegensatz zu YB die Champions League, und Gavranovic hat in seiner Karriere an einem anderen Ort einmal in diesem Wettbewerb geschnuppert. Im März 2011 wars, als er an der Seite des grossen Raúl bei Schalke stürmen durfte und bei seiner Premiere in der Königsklasse ein Tor zum 3:1 im Achtelfinal gegen Valencia beitrug. Natürlich ist diese Erinnerung präsent, aber sie stillt seinen Champions-League-Hunger bei weitem nicht.

Gavranovic will bei seinem Heimatbesuch gierig sein, gierig nach einem erfolgreichen Abend im Stade de Suisse, in dem er 2014 den FCZ mit zwei Treffern gegen den FC Basel zum Cupsieg führte: «Wenn ich die Chance bekomme, werde ich bereit sein.» Dafür nimmt er in Kauf, dass temporär Funkstille herrschen wird zwischen ihm und YB-­Verteidiger Loris Benito, mit dem er seit gemeinsamen Zeiten in Zürich eine Freundschaft pflegt.

Einige Spieler, die Berühmtheit im Weltfussball erlangten, haben eine Vergangenheit in Zagreb, ein Davor Suker, ein Luka Modric oder ein Mario Mandzukic. Das zeigt Gavranovic, dass Dinamo ein ideales Sprungbrett sein kann, selbst für ihn, den 28-Jährigen mit Vertrag bis 2021. Er gibt heute ein anderes Bild ab als noch zu Zeiten beim FCZ, so jedenfalls nimmt ihn sein damaliger Trainer Urs Meier wahr: «Mario ist in jeder Hinsicht stärker geworden. Seine fussballerischen Qualitäten waren schon immer unbestritten, aber ihm ist gerade durch seinen Kreuzbandriss vor vier Jahren bewusst geworden, wie wichtig die Athletik ist. Heute ist er physisch in einer tadellosen Verfassung und robust genug, um sich auch als alleiniger Stürmer behaupten zu können.»

Kroatien als Inspiration

Beim HNK Rijeka, mit dem er 2017 ebenfalls das Double gewann, brachte er es in zwei Jahren auf 80 Wettbewerbsspiele und 40 Tore; in Zagreb hat er seit Februar in bislang 24 Partien 12 Tore erzielt. Getroffen hat er seit Sommer zweimal in der Liga und einmal in der Qualifikation zur Champions League gegen Astana. Ihm geben seine Bilanz und der Meisterschaftsstart von Dinamo mit zehn Punkten aus vier Runden zwar ein gutes, aber kein euphorisches Gefühl. Vor diesem Mittwoch sagt er: «Das Niveau in der kroatischen Liga ist mit dem in der Schweiz vergleichbar. Darum erwarte ich ein sehr ausgeglichenes Duell.»

Allerdings haben sie in Zagreb die Hoffnung, dass sich das Abschneiden der Kroaten an der WM auch auf den Clubfussball auswirkt. «Ihr Finaleinzug muss für uns eine Inspiration sein», sagt Gavranovic, «Kroatien hat gezeigt, was möglich ist, wenn man an sich glaubt.»


https://www.bernerzeitung.ch/sport/fuss ... y/29582296

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 Beitrag Verfasst: Mittwoch 22. August 2018, 15:41 
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Berüchtigte Zagreb-Fans verhalten sich bisher ruhig

BernHeute Abend treffen die Berner Young Boys in den Championsleague-Playoffs auf Dinamo Zagreb. Die Fans des kroatischen Vereins sind berüchtigt. In Bern verhalten sie sich bisher aber ruhig.

Heute Mittag sind einige hundert Zagreb-Fans in Bern mit Cars angekommen. Zu Fuss gings für die Fans vom Nordquartier via Kornhausbrücke in die Innnenstadt, stets begleitet von einem Kastenwagen der Kantonspolizei Bern.

Die Dinamo-Fans und vor allem deren Bad Blue Boys sind berüchtigt. Immer wieder zetteln sie Ausschreitungen an. Auch nationalistische und rassistische Fangesänge gehören zur Tagesordnung.

In Bern verhielten sich die Fans bisher ruhig. Via Kornhausplatz und Schauplatzgasse marschierten sie um 13 Uhr in Richtung Bundesplatz. Weiter gings durch das Käfiggässchen, die Waaghausgasse und den Waisenhausplatz.

Schliesslich zogen die etwa 200 schwarz gekleideten Fussballfans über den Langmauerweg zum Altenbergsteg. Nun haben sie bei der Trybhouz-Bar unter der Kornhausbrücke Quartier bezogen. Die Stimmung ist friedlich, das Bier fliesst und einige Fans erfrischten sich gar in der Aare.


https://www.bernerzeitung.ch/region/ber ... y/29412585

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