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 Beitrag Verfasst: Montag 21. August 2017, 16:01 
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Herber Verlust für YB: Hoarau fehlt im CL-Rückspiel

Die Young Boys müssen die Reise nach Moskau zum Playoff-Rückspiel in der Champions League ohne Stürmer Guillaume Hoarau antreten. Der Franzose hat sich am Wochenende am Oberschenkel verletzt.

Hiobsbotschaft für die Young Boys vor dem kapitalen CL-Playoff-Rückspiel bei ZSKA Moskau: Stürmer Guillaume Hoarau muss auf den Gang nach Russland verzichten. Eine Oberschenkelverletzung, die sich der 1,92m-Hüne am Samstag beim Super-League-Spiel gegen den FC Zürich zuzog, verunmöglicht einen Einsatz am Mittwoch.

Aufholjagd ohne Torjäger

Die Absenz von Hoarau, dem besten YB-Torschützen der vergangenen Spielzeit, dürfte die Bernern schmerzen. Nach der 0:1-Niederlage im Playoff-Hinspiel sind die Young Boys im Rückspiel in Moskau mehr denn je auf Tore angewiesen, um sich doch noch für die Gruppenphase der Champions League zu qualifizieren. Diese muss in Abwesenheit von Hoarau nun ein anderer erzielen.


https://www.srf.ch/sport/fussball/champ ... rueckspiel

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 Beitrag Verfasst: Montag 21. August 2017, 16:03 
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Stürmer reist nicht nach Moskau

YB muss beim Quali-Showdown auf Hoarau verzichten

Am Mittwoch (20.45 Uhr) spielt YB gegen ZSKA Moskau um den Einzug in die Champions-League-Gruppenphase. Star-Stürmer Guillaume Hoarau (33) schaut wegen einer Verletzung nur zu.

ei YBs Ligaspiel gegen den FC Zürich (0:0) am letzten Samstag muss Guillaume Hoarau in der 74. Minute für Yoric Ravet vom Feld – der Oberschenkel zwickt.

Die grosse Frage: Ist der Franzose vier Tage später bereit für das entscheidende Qualispiel Moskau, wenn YB um die erstmalige Teilnahme in der Gruppenphase der Königsklasse kämpft und versucht, das 0:1 aus dem Hinspiel wettzumachen?

Am Montag-Mittag gibts Klarheit: Die Verletzung am linken Oberschenkel erlaubt keinen Einsatz. «Hoarau bleibt in Bern, um sich einer intensiven Pflege zu widmen», teilt der Klub in einer Medienmitteilung mit.


https://www.blick.ch/sport/fussball/cha ... 78897.html

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 Beitrag Verfasst: Montag 21. August 2017, 16:04 
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Young Boys reisen ohne Hoarau nach Moskau

Die Young Boys müssen im Rückspiel der Champions-League-Play-offs am Mittwoch bei ZSKA Moskau auf ihren verletzten Topstürmer Guillaume Hoarau verzichten

Der Franzose erlitt am Samstag im Meisterschaftsspiel gegen den FC Zürich (0:0) eine Verletzung im linken Oberschenkel und machte am Montag die Reise nach Russland nicht mit. «Es hätte uns gut getan, einen grossen Mann im Sturm zu haben», sagte YB-Trainer Adi Hütter vor dem Abflug nach Moskau.

Hoarau war auf dem Letzigrund in der 74. Minute durch seinen Landsmann Yoric Ravet ersetzt worden.

Der Ausfall des Stürmers ist für die Berner ein herber Dämpfer im Hinblick auf das Rückspiel, in dem sie ein 0:1 aufholen müssen. Hoarau ist der beste Skorer bei YB - in der letzten Saison erzielte er 18 Tore, obwohl er im Herbst wochenlang ausgefallen war.

Die Verletzung Hoaraus trifft die Young Boys zudem in einer Phase, in der sie sich mit dem Toreschiessen eher schwer tun. In den letzten beiden Meisterschaftsspielen sowie im Hinspiel gegen den ZSKA Moskau waren die Berner leer ausgegangen.

Wie Hütter seinen Angreifer ersetzt, ist noch nicht klar. Möglich ist, dass Jean-Pierre Nsamé an der Seite von Roger Assalé stürmt. Eine andere Variante wäre eine Umstellung im System auf eine Taktik mit nur einer Sturmspitze. In dem Falle würde sich die Nominierung von Christian Fassnacht im offensiven Mittelfeld aufdrängen. Dieser ist noch vor Hoarau mit drei Treffern der bislang beste Torschütze in dieser Saison bei den Bernern. «Wir haben verschiedene Optionen, um das Unmögliche möglich zu machen», so Hütter.


https://www.nzz.ch/sport/fussball/champ ... ld.1311846

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 Beitrag Verfasst: Montag 21. August 2017, 16:06 
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YB leidet an Tor-Armut vor dem Millionen-Match

Die Berner brauchen in Moskau unbedingt Tore, um die Champions League zu erreichen. Doch ausgerechnet jetzt tun sie sich schwer mit dem Abschluss.

YB blieb nach der bitteren Heimpleite gegen ZSKA Moskau im Playoff-Rückspiel zur Champions League keine Zeit, um Wunden zu lecken, obwohl der Schock der 0:1-Niederlage mit dem kuriosen Eigentor von Kasim Nuhu tief sass. Die Frage vor dem Hit gegen den FCZ am Samstag und vor dem Rückspiel in Moskau am Mittwoch war: Wie wird YB den Schlag wegstecken?

«Die Woche war nicht sehr anders als die Wochen zwischen den Europacupspielen zuvor», sagt YB-Verteidiger Loris Benito nach dem Spitzenkampf in Zürich – der Generalprobe für Moskau. Das stimmt nicht ganz, denn YB leidet plötzlich an Tor-Impotenz.

Drei Spiele ohne Tore

Gegen Thun (0:4), Moskau (0:1) und den FCZ (0:0) blieb die stark besetzte Offensive nun schon torlos, der Cup-Match gegen das unterlegene Breitenrain aus der Promotion League (3:0) ist in dieser Aufzählung zu vernachlässigen. Dabei braucht YB in Moskau unbedingt Tore, um erstmals in der Clubgeschichte in die Königsklasse einzuziehen. «Wir haben in den ersten Spielen gezeigt, dass wir treffen können», sagt Captain Steve von Bergen, von der Qualität seiner Vorderleute überzeugt. «Wir haben genügend Stürmer, die über individuelle Klasse verfügen.»

Überzeugt hatte YB mit neun Toren in den ersten drei Ligapartien – 2:0 gegen Basel, 4:0 gegen GC und 3:0 gegen Lausanne. Dazu schossen Hoarau, Assalé und Co. Kiew mit drei Treffern (1:1 und 2:0) aus der CL-Qualifikation.

Es geht schnell

«Es geht momentan extrem schnell. Wir haben keine Zeit, das Ganze lange zu studieren», sagt Benito, der sich wenig Sorgen macht, solange man überhaupt zu Chancen kommt. 12 Torschüsse waren es gegen den FCZ, 22 gegen Moskau und im Schnitt 16 pro Spiel auf internationaler Bühne. Der YB-Verteidiger: «Uns ist sehr wohl bewusst, dass es zum Weiterkommen in Moskau mindestens zwei Tore braucht.» Und auch, dass wir dabei keinen Gegentreffer kassieren dürfen.

Vermerkt sei noch, dass ZSKA in Bern von einem Eigentor profitierte und auch in der Liga zuletzt eine Nullnummer schob. Der YB-Gegner spielte am Samstag bei Jekaterinburg 0:0. Kann YB die Tor-Impotenz am Mittwoch in Russland beenden? Benito: «Absolut.»


http://www.20min.ch/sport/dossier/champ ... y/16605320

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 Beitrag Verfasst: Montag 21. August 2017, 16:18 
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Die Reise nach Russland beginnt

Fünf Tage und 15 Stunden nachdem YB zu Hause das Heimspiel gegen ZSKA Moskau mit 0:1 verloren hat, macht sich die Mannschaft am Montag auf den Weg Richtung Moskau. Die Ausgangslage für das Rückspiel der Champions-League-Playoffs ist klar: Nur ein Sieg reicht zum Einzug in die Gruppenphase des grössten Clubwettbewerbs.

Vom Flughafen Bern-Belp aus geht es mit dem Charter-Flugzeug von Helvetic Airways um 13:30 Uhr nach Moskau, wo die Landung um 17:40 Uhr Ortszeit vorgesehen ist. Damit sich die Spieler auf die bevorstehende Herausforderung fokussieren können, erfolgt die Anreise bereits einen Tag früher als gewohnt. Das Abschlusstraining findet am Dienstag statt, das Rückspiel wird am Mittwoch um 20:45 Uhr MEZ in der WEB-Arena angepfiffen.

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 Beitrag Verfasst: Montag 21. August 2017, 16:23 
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21.08.2017

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«Wir werden alles reinschmeissen, was wir haben»

Am Mittwoch will YB in Moskau nach den Champions-League-Sternen greifen. Vor dem Abflug ab Belp liessen sich die Protagonisten auf dem Rollfeld nochmals den Puls fühlen.

Es geht um Einnahmen von rund 25 Millionen Franken. Und natürlich um den sensationellen Prestigeerfolg, erstmals in der Champions League spielen zu dürfen. Die Young Boys haben am Mittwochabend (20.45 Uhr) bei ZSKA Moskau das mit Abstand wichtigste Spiel der Saison vor sich.

Mal wieder müssen die Berner eine beschwerliche Reise nach Osteuropa antreten, um nach den Sternen zu greifen. Und dies erst noch mit einer ärgerlichen 0:1-Hypothek aus dem Hinspiel im Rucksack.

Hinzu kommt – wie seit Montag bekannt ist – ein weiterer Dämpfer. Das Team um Coach Adi Hütter muss ohne Guillaume Hoarau nach Russland reisen. Der Stürmer hatte sich am Samstag im Spiel gegen Zürich am Oberschenkel verletzt und muss deshalb pausieren.

Wie ist da die Stimmung im Team vor dem 25-Millionen-Franken-Spiel? Am Montagmittag konnten Medienvertreter der Mannschaft am Flughafen Bern-Belp nochmals den Puls fühlen, ehe um 13.30 Uhr die Maschine der Helvetic Airways abhob. Das Team freue sich enorm auf diese Challenge, sagt Aussenverteidiger Loris Benito kurz vor dem Abflug. Der Moskau-Trip sei für ihn nur mit positiven Emotionen verbunden. Der Ärger über die 0:1-Niederlage sei verflogen, meint er weiter. «Wir haben über weite Strecken ein sehr gutes Spiel gemacht, das wollen wir mitnehmen.»

Sie müssen, wir dürfen

Dass die guten Leistungen der Young Boys – mal abgesehen von der 0:4-Schmach gegen Thun – in den letzten Wochen eine grosse Euphorie bei Fans und Medien entfacht haben, ist auch den Spielern nicht entgangen. Könnten die hohen Erwartungen gar kontraproduktiv wirken? Captain Steve von Bergen ist einer jener, die versuchen den Ball etwas flach zu halten.

An der Ausgangslage, dass Moskau Favorit sei und YB Aussenseiter, habe sich nichts verändert, sagt er am Montagmittag. Auch Loris Benito betont, dass die Russen – als Dauergäste in der Champions League – mehr Druck hätten als YB. «Moskau muss gewinnen, wir dürfen», so Benito.

Von Bergen mag auch nicht über den oftmals geäusserten Nachteil lamentieren, dass es schwieriger sei, wenn man das entscheidende Rückspiel auswärts austragen muss. «Das können wir nicht beeinflussen, also bringt es auch nichts, sich darüber den Kopf zu zerbrechen», meint er in gewohnt nüchterner Art.

«Wir werden alles reinschmeissen»

Und wie sieht Coach Adi Hütter die Chancen, das Ding noch zu drehen? Trotz allem habe sein Team noch gute Optionen, den Turnaround zu schaffen, meint er. «Wir werden alles reinschmeissen, was wir haben, um ZSKA Moskau Paroli zu bieten», gibt sich der Coach kämpferisch. Was er zum Ausfall von Guillaume Hoarau sagt und warum sein Team einen Tag früher als üblich anreist, hören und sehen Sie im Videointerview oben.


https://www.bernerzeitung.ch/sport/fuss ... y/15472824

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 Beitrag Verfasst: Montag 21. August 2017, 17:41 
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Schiedsrichter für das Spiel am Mittwoch wird der Grieche Thassos Sidiropoulos sein. Unterstützung erhält er von seinen Landsleuten Polychronis Costaras und Lazaros Dimitriadis, zusätzliche Assistenten - Charalambos Kalogeropoulos und Alexandros Areotopulos, Reserve Richter - Damianos Efthimiadis.


Tasos Sidiropoulos
From Greece

http://www.soccerbase.com/referees/refe ... son_id=149


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 Beitrag Verfasst: Montag 21. August 2017, 17:55 
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YB will «alles reinhauen» für den Kindheitstraum

Bereits am Montagvormittag hat YB die Reise nach Moskau in Angriff genommen. Trotz der 0:1-Hypothek aus dem Hinspiel glauben die Berner an ihre Chance. Aber wer soll die Tore schiessen?

0:4 gegen Thun, 0:1 gegen ZSKA Moskau und 0:0 gegen den FCZ: In den letzten drei Partien ist YB kein einziger Treffer gelungen. Nicht gerade das, was die Berner vor dem Playoff-Rückspiel gegen ZSKA Moskau brauchen können. Denn eines ist klar: Ohne Tor respektive Tore wird der Traum von der «Königsklasse» mit Sicherheit platzen.

« Ich habe Moskau nicht als Übermannschaft gesehen. »
YB-Coach Adi Hütter


Erschwerend kommt der Ausfall von Guillaume Hoarau hinzu. Es ist zwar nicht so, dass der letztjährige YB-Topskorer in der neuen Saison Treffer um Treffer landete (bisher einen). Doch alleine seiner Grösse wegen hätte der Franzose im Moskauer Strafraum zum stetigen Unruheherd werden können.

YB wüsste, wie es geht

Vor dem Abflug am Montagvormittag bemängelte auch Coach Adi Hütter die fehlenden Tore seiner Mannschaft. Er verfüge aber auch ohne Hoarau über «Optionen, um offensive Qualität auf den Platz zu bringen». Hoffnung schöpft er aus dem Hinspiel. «Ich habe keine Übermannschaft gesehen. Wir waren die bessere Mannschaft.» Dennoch werde auch entscheidend sein, wie Moskau agieren wird.

Kraft schöpfen darf YB auch aus der Gewissheit, dass sie in dieser CL-Qualifikation bereits einmal eine scheinbar unmögliche Aufgabe gelöst haben. Nach der 1:3-Niederlage in Kiew gewann man zuhause 2:0. Und auch vor einem Jahr gegen Schachtar machte man eine 0:2-Hypothek aus dem Hinspiel wett.


https://www.srf.ch/sport/fussball/champ ... heitstraum

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 Beitrag Verfasst: Montag 21. August 2017, 23:04 
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21.08.2017

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Fast keine YB-Fans am Entscheidungsspiel

Ewige Warterei für YB am Moskauer Flughafen

Die Young Boys sitzen lange am Flughafen fest, während die Fans nur in kleinen Scharen nach Moskau reisen dürfen. Russische Formalitäten verhindern Unterstützung vor dem Millionen-Spiel gegen ZSKA Moskau.

Zum Derby gegen Spartak Moskau pilgerten gerade mal 20'000 Fans in die nigelnagelneue 30'000 Zuschauer fassende WEB-Arena, der neuen Heimstätte von ZSKA. Und gegen YB? Die lokalen Journalisten erwarten kaum mehr als 10'000 bis 12'000 Fans. Mit Young Boys lockt man bei einem Klub, der sieben der letzten zehn Jahre in der Königsklasse stand, kaum jemanden hinter dem Ofen hervor.

Das heisst: DIE Chance für die rund 100 erwarteten YB-Fans, sich bemerkbar zu machen. Diese organisierten den vor allem wegen der Visa-Formalitäten, die noch aus Warschauer-Pakt-Zeiten zu stammen scheinen, mühsamen Trip selber. YB hat aus diesem Grund keine Fanreise angeboten.

Der Verkehr in Moskau ist monströs. Vor allem aus diesem Grund ist YB schon zwei Tage vor dem Spiel angereist.

Passkontrolle, ab in den Car – und los! Nein, so geht das in Moskau nicht. Erstaunlich schnell kam der Serbe Miralem Sulejmani durch den russischen Zoll. Weniger «tifig» der Ghanaer Kasim Nuhu. Genug Zeit für das Trainertrio, am Flughafen Scheremetjewo die Aufstellung nochmals durchzugehen.


https://www.blick.ch/sport/fussball/cha ... 81687.html

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 Beitrag Verfasst: Dienstag 22. August 2017, 08:41 
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22.08.2017

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Den Anschein wahren

YB spielt am Mittwoch in Moskau gegen ZSKA um die Champions League. Der Fussball in Russland muss ein Jahr vor der WM einen starken Eindruck machen. Das gelingt nicht immer und überall.

«Wer nichts riskiert, trinkt keinen Champagner.» Ein altes russisches Sprichwort soll es gewesen sein, dass Wladimir Putin damals bemüht hat, und wenn es keines ist, dann ist es auf jeden Fall gut erfunden. Damals, das war 2010 in Zürich, die Fifa hatte eben die WM-Turniere 2018 und 2022 vergeben und die Sportwelt in eine Mischung aus Erstaunen und Entsetzen versetzt. Russland erhielt den Zuschlag für 2018, Katar für 2022. Für die russische Bewerbung war es ein Sieg mit Symbolkraft, gegen all die europäischen Bewerber, gegen Belgien und Holland, England, gegen Spanien und Portugal, und es war vor allem ein Sieg Putins. Die WM ist sein Coup, denn der mächtigste Mann Russlands war damals als Ministerpräsident vorübergehend ins zweite Glied getreten, bevor er den den Aufwind nutzte und 2012 zu seiner zweiten Amtszeit antrat – die just bis 2018 läuft. Jüngst hat der Weltverband zusammen mit dem Olympischen Komitee für künftige Vergaben von Grossanlässen eine Neuerung beschlossen. Die Einhaltung von Menschenrechten, die Gewährleistung der Versammlungsfreiheit – nicht ganz unwesentliche Grundzüge einer Demokratie – werden von Bewerbern künftig vertraglich eingefordert. Die neuen Auflagen gelten für die Zukunft, für die WM 2026, für Olympia 2024. Was momentan gilt und was vor allem gegolten hat in den Jahren, seit Russland 2010 den Zuschlag erhalten hat, das weiss niemand so genau.

Russland war einst eine Nation von Eishockeyverrückten. Die sowjetische Auswahl dominierte die grossen Turniere bis zum Zusammenbruch des Riesenreichs. Die guten Strukturen, der vorbildliche Ehrgeiz wirken bis heute nach. Doch mit der WM schickt sich der Fussball an, in Russland zur Volkssportart Nummer 1 aufzusteigen. «Ich würde sagen, es ist schon fast so weit», sagt Alexej Lebedew. Seit Jahren schreibt der Russe für die «Moskowski Komsomolez», eine der grössten Zeitungen des Landes, über Sport in Moskau. «Im russischen Fussball», sagt Lebedew, «geschieht alles mit Seitenblick auf den Westen.» Nach wie vor sucht Russland seinen Platz in der Welt. Sei es im Kräftemessen mit den USA, im Syrien-Konflikt oder an den Unruheherden der eigenen Grenzen im Kaukasus, in Tschetschenien, auf der Krim. Sport ist ein Hebel für Putin und seine Regierung, und mit Fussball lässt sich jetzt, ein Jahr vor der WM, vieles legitimieren. «Seit die Regierung das erkannt hat, nutzt sie es gnadenlos aus», sagt Lebedew.

Spartak und das gute Timing

Milliarden wurden zuletzt in die Stadien investiert. Mit Kosten von fast einer Milliarde Euro ist die Arena in St. Petersburg eine der teuersten der Welt. Sogar der Hauptinvestor Gazprom stieg irgendwann aus, der Staat baute schliesslich auf eigene Kosten zu Ende. Die Spielstätten von YB-Gegner ZSKA (330 Millionen Euro) und Stadtrivale Spartak (200 Millionen) erscheinen da im Vergleich direkt günstig – untypisch für Moskau.

Sowieso, Moskau. Elf Millionen Menschen, acht Fernbahnhöfe, drei Flughäfen und drei Binnenhäfen sorgen hier für ein unglaubliches Verkehrsaufkommen. Doch noch mehr bewegt die Leute der Sport, und dazu gehört der Fussball. Moskau spielt die Hauptrolle in den Vorhaben der WM-Planer und soll die Kirsche auf Putins WM-Torte sein. «Die Ausstrahlung dieser Stadt für die ganze Liga ist vergleichbar mit London in England», sagt Walter Grüter. Der 63-Jährige ist ein Freund von Murat Yakin, hat den heutigen Schaffhausen-Trainer schon in Luzern und Basel assistiert und folgte ihm für das Engagement bei Spartak auch für ein Jahr nach Moskau.

Nebst ZSKA und Spartak zählen Dynamo, Lokomotive, Torpedo und FK Moskau zu den grossen Sechs der Stadt. Spartak ist der alte Riese, noch immer führt der Verein die ewige Tabelle des sowjetischen Fussballs an – vor Dynamo Kiew. Den WM-Organisatoren dürfte es hervorragend in die Karten spielen, dass der grösste, beliebteste Club des Landes nach einer Durststrecke von 16 Jahren wieder an der Spitze steht – und eine grosse Fussballeuphorie entfacht hat. «Das ist mit Abstand der beliebteste Club. Egal, wo du spielst, du hast immer mehrere Tausend Fans dabei», sagt Grüter. Als Spartak im Mai den Titel gewann, stand die Fangemeinde im ganzen Land Kopf. Sogar Präsident Leonid Fedun, schwerreicher Besitzer und sonst eher am Geschäft interessiert, zeigte sich begeistert. Verteidiger Salvatore Bochhetti löste eine Wette aus der Vorrunde ein, als Spartak schon zehn Punkte Vorsprung auf ZSKA hatte, und lief von Moskau in seine Heimat Neapel. Zumindest die ersten Kilometer dokumentierte seine Frau noch auf Instagram.

Geld, aber nicht immer Geist

«Spartak ist für mich ein typisches Beispiel, wie Erfolg im russischen Fussball funktioniert», sagt Grüter, der sich während seines Jahres mit Yakin um alles mögliche kümmerte. Seine Erkenntnis: Geld ist da, Geist nicht immer. «Wir hatten einen riesigen Staff, auch im engsten Kreis waren das an die 25 Leute», erzählt Grüter, «doch die Hälfte kam direkt von der Armee, kaum einer war ausgebildet für seine Funktion.» Überdimensionierte Armeebestände sind in Russland nicht selten, gerade auch in den Funktionsämter im Sport. Ein Relikt aus der Sowjetzeit, als der Staat die Wirtschaft diktierte – und den Sport sowieso.

Die russische Liga ist ein spezielles Modell. Die Gehälter sind hoch – fast eine Million Euro ist der Durchschnitt – und ziehen viele arriviertere Fussballer an. Fast 40 Prozent der Profis, etwa 150 Spieler, in der Premjer Liga sind Legionäre. Nicht die besten Voraussetzungen für einen starken, einheimischen Nachwuchs. Und ein Grossteil der Vereine wird von einem einzigen Geldgeber betrieben. Die Geduld dieser Oligarchen ist begrenzt, nicht selten werden in der Sommerpause die Kader kräftig durchgemischt. «Die Stärkeverhältnisse wechseln oft», hat auch Grüter bemerkt, «vor drei Jahren, als wir dort ankamen, war ein Sieg gegen Lokomotive das Grösste. Jetzt ist es eher die Rivalität mit ZSKA.» Absurde Begleiterscheinungen prägen die Liga. Als der frühere deutsche Nationalstürmer Kevin Kuranyi kürzlich in einem Interview mit der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung» über seine Zeit bei Dynamo Moskau sprach, erzählte er von den regelmässigen Schiesstrainings, zu welchen die Mannschaft bei der Armee geladen war. «Wir haben Pistolen, Gewehre, Raketenwerfer und Handgranaten ausprobiert. Das war schon gewöhnungsbedürftig.»

Die mächtigen Verantwortlichen übertünchen die Mängel aber munter weiter, mit einer Fassade aus Stärke, Geld und Wohlstand. Wer nichts riskiert, trinkt schliesslich keinen Champagner.


https://www.derbund.ch/sport/fussball/D ... y/15155345

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