 |
 |
Forum ybfans.chTreffpunkt der Fans des BSC Young Boys |
|
| Autor |
Nachricht |
|
shalako
|
Verfasst: Freitag 31. März 2017, 19:14 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
31.03.2018  Zitat: YB: Komplizierte Planung im zentralen Mittelfeld
Welche zentralen Aufbauer wechseln bei YB ins Ausland? Geht nur Denis Zakaria? Oder auch Leonardo Bertone? Und was passiert mit Milan Gajic?
YB hat fünf zentrale Aufbauer. Leonardo Bertone darf man wie Sékou Sanogo und Denis Zakaria als Stammspieler bezeichnen, obwohl manchmal einer von ihnen auf die Bank muss.
Michel Aebischer ist der talentierte Herausforderer, Milan Gajic der spielstarke Routinier, der bei Trainer Adi Hütter keine Rolle mehr spielt. Fünf Spieler für zwei, maximal drei Positionen – wobei regelmässig einer, derzeit Zakaria, verletzt ausfällt.
Man darf gespannt sein, wer aus diesem Quintett nächste Saison noch bei YB sein wird. Aebischers Verbleib ist unbestritten, Sanogo verlängerte kürzlich seinen Vertrag bis 2020, Sportchef Christoph Spycher nennt das ein «starkes Zeichen». Allerdings liebäugelte der Ivorer in den letzten Jahren oft mit einem Auslandtransfer, mehrmals scheiterte ein Wechsel knapp.
Gajic möchten die Young Boys loswerden. Und Zakaria wird im Sommer mit allergrösster Wahrscheinlichkeit zu einem grossen Klub gehen, bei YB rechnet man nächste Saison nicht mehr mit dem hochtalentierten 20-jährigen Nationalspieler. Die Frage ist, welcher Arbeitgeber sinnvoll wäre.
Bei einem Transfer in die Premier League würden die Young Boys deutlich mehr verdienen als bei einem Wechsel etwa in die Bundesliga. Allerdings wären Klubs wie Leipzig und Leverkusen ideal als nächste Stufe in Zakarias Entwicklung.
Warum nicht wie Kubo?
Auch Bertone könnte YB verlassen. Man hört von immer neuen Interessenten aus diversen Ligen, Galatasaray etwa, Bremen und Hamburg, Genoa und Monaco, Sporting Lissabon und Anderlecht. «Ich bekomme mit, dass ich beobachtet werde», sagt Bertone. «Doch solange es keine Angebote gibt, interessiert mich das nicht. Es gefällt mir bei YB.»
Das ist nett gesprochen, doch man weiss, wie zielstrebig Bertone ist. Sein neuer Berater heisst Milos Malenovic. «Er gibt mir gute Tipps», sagt Bertone. Nicht unwichtig dürfte dabei sein, dass Malenovic in den letzten Jahren mehrere Mandanten wie Moritz Bauer, Munas Dabbur, Shani Tarashaj, Steven Zuber, Mario Gavranovic oder Izet Hajrovic bei deren Transfers ins Ausland unterstützte. «Ich habe keinen Stress», sagt Bertone, «auch der nächste Klub muss zu mir passen.»
Der Milan-Fan würde am liebsten nach Italien, Spanien oder England wechseln, «aber das ist ja kein Wunschkonzert». Klar sei: Er würde eher zu einem kleineren Klub wie West Ham gehen als zu einem Topverein wie Tottenham, wo die Konkurrenz riesig sei. Und auch ein vergleichsweise kleineres Fussballland wie Belgien oder Portugal sei interessant. Yuya Kubo etwa startete nach seinem Transfer von YB zu Gent im Januar mit überragenden Leistungen durch.
Wer soll kommen?
Den Young Boys droht also der Verlust von zwei wichtigen Aufbauern. «Das wäre nicht ideal», sagt Spycher. Doch der Sportchef gibt zu bedenken, dass es immer viele Gerüchte gebe. Die Young Boys haben ja den Auftrag, massiv zu sparen, die Besitzer Andy und Hans-Ueli Rihs wollen nicht weiter wie seit sieben Jahren jede Saison hohe Millionenverluste decken.
Mit den Abgängen von Milan Vilotic und Scott Sutter sank die jährliche Lohnsumme bei YB um rund eine Million, ein Anfang ist gemacht, das überteuerte Team günstiger zu gestalten. Zudem könnte der Klub in diesem Sommer dank der Verkäufe von Zakaria, Yvon Mvogo und möglicherweise Bertone über 10 Millionen einnehmen – nachdem bereits Kubo fast 4 Millionen einbrachte. «Aber wir bleiben konkurrenzfähig», sagt Spycher. Das unterstrich die kostspielige Vertragsverlängerung mit dem 33-jährigen Torjäger Guillaume Hoarau bis 2020.
YB will das Kader weiter verkleinern, Ende Saison läuft aber nur noch der Kontrakt Kevin Mbabus aus. Es ist offen, ob der dynamische Rechtsverteidiger, ausgeliehen von Newcastle, bleibt. Und die Umbauarbeiten im zentralen Mittelfeld sind kompliziert. Geht nur Zakaria, möchten die Verantwortlichen keinen gestandenen Akteur holen, der die jüngeren Bertone und Aebischer bremsen würde.
Pirmin Schwegler also, der Hoffenheim verlässt, dürfte kein Thema sein, selbst wenn der frühere YB-Spieler mit Spycher befreundet ist. Schwegler könnte wie Sutter in die USA wechseln. Und ob es klug wäre, einen weiteren begabten Akteur wie Thuns Sandro Lauper, einst Junior in Bern, zu verpflichten, ist eher fraglich. Die Überlegungen im zentralen Aufbau bei den Young Boys zeigen, wie heikel die Kadermoderation ist. http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/26115820
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
shalako
|
Verfasst: Mittwoch 12. April 2017, 16:42 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
12.04.2017  Zitat: «YB lindert keinen Schmerz, aber macht Freude»
BernJedes Jahr an Ostern überraschen Spieler und Betreuer der Berner Young Boys im Rahmen der Aktion Batzebär junge Patienten der Kinderklinik im Inselspital.
Manche Kinder sind scheu, manche regelrecht euphorisch, und bei manchen freuen sich wohl die Väter mehr als ihre Sprösslinge. So oder so, der Andrang im ersten Stock der Kinderklinik im Inselspital ist am Mittwochnachmittag gross: YB hatte sich zum Krankenhausbesuch angemeldet.
Rund ein Dutzend Vertreter der ersten Mannschaft, von Sportchef Christoph Spycher und Trainer Adi Hütter bis zu Ersatzgoalie Marco Wölfli und Captain Steve von Bergen, schreibt fleissig Autogramme und posiert geduldig für Fotos. «Wenn wir die lachenden Gesichter der Kinder sehen, bereitet das auch uns viel Freude», sagt Steve von Bergen. «Solche Momente sind unbezahlbar.»
«Richtig cool! Ich konnte die letzten 48 Stunden nicht schlafen, und jetzt treffe ich die YB-Spieler», freute sich der 14-jährige Danis, der sogar im Krankenbett angerollt kam. Er habe früher selbst Fussball gespielt, weil er so gut werden wollte wie Marco Wölfli, «bis ich realisiert habe, dass ich nie so gut werden würde.» Keine Frage, wessen Autogrammkarte bei ihm einen Ehrenplatz erhalten wird.
Anlass mit Tradition
Jedes Jahr an Ostern verteilt YB in Zusammenarbeit mit der Spendenorganisation Batzebär Ostergeschenke an die jungen Patienten und versüssen ihnen damit den Tag. Neben Autogrammkarten gibts auch Schokohasen und Tickets für die Partie gegen Luzern von Mitte Mai.
«Die Aktion lindert zwar keinen Schmerz, doch sie macht Freude», sagt Steffen Berger, Direktor der Kinderklinik und zugleich Vertreter der Batzebär-Organisation. «Und meine Kinder dürfen sich auch jedes Jahr über Autogramme freuen», lacht auch der Chefarzt, der das Gedränge beobachtet, sich sonst aber dezent im Hintergrund hält. http://www.bernerzeitung.ch/region/bern ... y/29253732
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
shalako
|
Verfasst: Sonntag 23. April 2017, 11:30 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
23.04.2017  Zitat: Fragezeichen um die Säulen bei YB
Kann YB nächste Saison den FC Basel angreifen? Das hängt auch davon ab, wie stark die Leistungsträger Steve von Bergen und Guillaume Hoarau sein werden. Und wie Youngster Denis Zakaria im Falle eines Abgangs ersetzt werden würde.
Die Young Boys möchten nächste Saison selbstredend näher an den FC Basel rücken. «20 Punkte Rückstand sind zu viel», sagt Trainer Adi Hütter. Im Hintergrund ist Christoph Spycher mit der Kaderplanung beschäftigt. Viel Spielraum bleibt dem Sportchef nicht, derzeit geht es vor allem darum, was mit den ausgeliehenen Roger Assalé und Kevin Mbabu passiert.
«Wir haben noch ein wenig Zeit», sagt Spycher. Er ist nicht abgeneigt, beide Akteure zu behalten. Beim ivorischen Offensivspieler Assalé, 23, besitzt YB eine Option, beim dynamischen Rechtsverteidiger Mbabu, 22, entscheiden auch dessen Klub Newcastle, die Berater sowie der Fussballer mit.
Die Young Boys werden ab Sommer, diese Prognose sei erlaubt, aber auf jeden Fall ein Team besitzen, das Rang 2 erreichen kann. Wie immer seit Jahren. Ob endlich wieder ein Angriff auf Basel realistisch ist, hängt derweil auch davon ab, wie sich die Situation bei drei zentralen Fussballern entwickelt, in jeder Feldspielerreihe einem.
Spycher ist entspannt
In der Abwehr hinterliess der langjährige Captain Steve von Bergen zuletzt nicht immer einen stilsicheren Eindruck, er trug bei einigen Gegentoren die Schuld. Im Juni wird von Bergen 34, sein Vertrag läuft bis 2018, er ist Führungskraft, Leistungsträger, Abwehrchef. Aber kann er nächste Saison noch den Sicherheitsdienst eines Super-League-Spitzenteams anleiten? «Da mache ich mir keine Sorgen», sagt Hütter, «er hat seine Klasse über Jahre nachgewiesen und besitzt viel Routine.» Spycher ist ebenfalls «entspannt», wie er sagt: «Von Bergen ist auch abseits des Rasens enorm wertvoll.»
Zudem sei es so, dass YB im Herbst wieder in einer europäischen Gruppenphase engagiert sein wolle. «Vielleicht wird von Bergen dann halt nicht mehr alle drei Tage spielen», sagt Spycher. «Genau deshalb haben wir ja ein breites Kader.» Mit den zuletzt oft verletzten Grégory Wüthrich und Loris Benito stehen zwei starke Innenverteidiger im Team, der erfahrene Alain Rochat und der junge Kasim Nuhu ergänzen das Angebot. Spycher stellt aber klar, dass man mit Benito als Linksverteidiger plane.
Im Mittelfeld wiederum ist die Frage, ob Denis Zakaria den Verein verlässt. Man geht bei YB davon aus, dass der 20-Jährige ins Ausland wechselt. «Aber es muss ein Angebot sein, das für alle Beteiligten passt», sagt Spycher. Konkret sei noch nichts, Zakaria wird Woche für Woche von zahlreichen Klubs beobachtet.
Die Young Boys werden für den Nationalspieler eine ordentliche Millionensumme erhalten – und einen Teil davon ins Team investieren. «Doch wir würden keinen Spieler holen, der im zentralen Mittelfeld die unumstrittene Nummer 1 wäre und jede Partie neben Sékou Sanogo bestreiten würde», sagt Spycher, «denn wir haben mit Leonardo Bertone und Michel Aebischer zwei junge Akteure auf dieser Position.»
Kaum Erfahrungswerte
Im Sturm schliesslich hängt vieles von der Genesung Guillaume Hoaraus ab. Der Torjäger hat bei seiner schweren Hüftverletzung grosses Glück im Unglück gehabt, die Verantwortlichen rechnen bereits im Sommer wieder mit ihm. «Aber es gibt mit dieser Verletzung kaum Erfahrungswerte», sagt Hütter. «Wir müssen einfach abwarten, wie sich Hoaraus Gesundheitszustand entwickelt.»
Lieber als über die Zukunft spricht der Trainer über die nächsten Aufgaben – und das Heimspiel am Sonntag gegen Lugano. «Es sind noch acht Spiele zu bestreiten», sagt Hütter, «und wenn wir so zögerlich wie zuletzt in der ersten Halbzeit bei der 0:1-Niederlage gegen GC auftreten, werden wir nicht mehr viele Punkte gewinnen.» http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/11284746
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
shalako
|
Verfasst: Freitag 28. April 2017, 10:09 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
28.04.2017  Zitat: Kubi knallhart zur YB-Abwehr
Von Bergen genügt nicht mehr
Als Abwehrchef eines ambitionierten Klubs wie YB reicht Steve von Bergen nicht mehr, findet BLICK-Fussballexperte Kubilay Türkyilmaz.
YB kommt einfach nicht vom Fleck! Zuletzt gabs gar zwei Niederlagen in Folge. Die Verteidiger sahen bei den Gegentoren oft nicht gut aus. Was vor allem am Abwehrchef liegt: Steve von Bergen.
Klasse hatte Von Bergen nie. Erreicht hat er dennoch einiges. Dank seiner Physis und Schnelligkeit. Letztere ist ihm mit bald 34 Jahren indes mittlerweile abhandengekommen. Und seine Beweglichkeit hat auch gelitten. Dies wiederum führt zu taktischen Fehlern, die man vor ein paar Jahren von ihm nicht sah.
Das Fazit: Als Abwehrchef eines ambitionierten Klubs wie YB reicht Von Bergen nicht mehr. Jetzt braucht es ein klares und ehrliches Gespräch mit Sportchef Christoph Spycher, in dem eine Lösung für die neue Saison gesucht wird.
Dass es in diese Richtung geht, hat Spycher bereits angedeutet, wenn er in der Lokalpresse sagt, Von Bergen sei auch abseits des Rasens enorm wertvoll und er müsse ja nicht mehr alle drei Tage spielen. Von jemandem, von dem man hundertprozentig überzeugt ist, sagt man das nicht. Ohnehin sehe ich YB eher mit einer Dreierabwehr agieren als mit vier Verteidigern. Und in dieser Abwehr hätte Von Bergen ohnehin keinen Platz. Von den bestehenden hätte nur Loris Benito das Zeugs dazu.
Kevin Mbabu sehe ich nämlich im linken Couloir, wie Dani Alves bei Juve. Was bedeutet: YB muss zwei Topverteidiger holen. Einen für Von Bergen. http://www.blick.ch/sport/fussball/supe ... 87241.html
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
shalako
|
Verfasst: Freitag 28. April 2017, 10:15 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
28.04.2017  Zitat: Die mit Abstand torreichste Liga Europas
In keinem anderen Championat Europas fallen in dieser Saison so viele Treffer pro Partie wie in der Super League. Eine Ausnahme? Keineswegs.
Super League und langweilig: Diese Wörter werden zurzeit wieder häufiger gleichzeitig in den Mund genommen. Der FC Basel dürfte am Freitag bereits zum achten Mal in Folge Meister werden. Er feiert Titel ähnlich routiniert, wie er Spiele gewinnt.
YB belegt wie in der vorangegangenen Saison ungefährdet den zweiten Platz, es herrscht dennoch grosse Gleichgültigkeit in Bern. Und weil Vaduz abgeschlagen am Tabellenende liegt, darf der Spötter feststellen, dass nicht einmal mehr der Abstiegskampf Spannung bietet.
Die Super League, eine triste Gurkenliga?
Mitnichten: In keinem anderen Championat Europas fallen so viele Treffer pro Partie wie hierzulande. Anfang September waren es im Schnitt imposante 3,63, mittlerweile sind es weniger (3,28), aber im kontinentalen Vergleich immer noch deutlich am meisten.
Nur die schwedische Allsvenskan kann ebenfalls über 3 Treffer pro Partie ausweisen (weil die neue Saison in Schweden gerade begonnen hat, ist die letzte massgebend). Werden die gemäss der Uefa-Fünfjahreswertung besten 15 Ligen verglichen, ist der Vorsprung der Super League auf die zweittorreichste Meisterschaft (spanische Primera Division mit 2,88) noch grösser.
Verklärte Topligen
Ein weiterer Bestwert: Im letzten Jahrzehnt kommt die Super League durchschnittlich auf fast 3 Treffer pro Partie (2,96). Und damit auf mehr als die fünf europäischen Topligen (England, Spanien, Deutschland, Italien und Frankreich). Die Primera Division, die gemeinhin als die spielerisch attraktivste gilt, kommt auf 2,77 Goals pro Match. In Frankreich wurden während der letzten Dekade im Schnitt nie mehr Treffer pro Partie erzielt als hierzulande.
Dennoch neigt der Schweizer Fussballinteressierte dazu, die grossen Ligen zu verklären, die eigene klein zu machen. Dabei boten heuer etliche Spiele Spektakel, in 18 von 145 fielen mindestens 6 Goals, nur 9 endeten mit einer Nullnummer. An die Begegnungen zwischen Lausanne und Thun (4:4), YB und Sion (4:3) sowie Luzern und GC (4:3) dürften sich beispielsweise etliche Zuschauer erinnern.
Doumbia und Streller
Werden die letzten zehn Super-League-Saisons betrachtet, lässt sich feststellen, dass jeweils mindestens 2,5 Treffer pro Spiel fielen (zum Vergleich: in Russland sind es derzeit 2,07). Der Höchstwert stammt aus der Saison 2009/2010. Im 3-4-3-System unter dem heutigen Nationaltrainer Vladimir Petkovic zeigte YB mitreissenden Offensivfussball, Seydou Doumbia wurde mit 30 Treffern Torschützenkönig.
Der FC Basel, der die Berner noch abgefangen und den ersten von nun bald acht Titel in Folge gewonnen hatte, stellte damals gar einen Torrekord auf. 90 Goals gelangen dem FCB, gleich fünf Akteure trafen zweistellig (Marco Streller, Alex Frei, Scott Chipperfield, Valentin Stocker und Benjamin Huggel).
Yakin und Rueda
Der Tiefstwert stammt aus der Saison 2012/2013. Damals stand Murat Yakin beim Ligakrösus in der Verantwortung. Der frühere Thuner und heutige Schaffhauser Coach gilt als Trainer, der den Fokus auf die Defensive legt. Tatsächlich erzielte der FCB damals nur 61 Treffer, so wenige wie nie im letzten Jahrzehnt.^
Und YB, oft mit das offensivstärkste Team der Super League, kam unter Martin Rueda und Bernard Challandes in 36 Partien gerade einmal auf 48 Treffer. Die Tabellenletzten Lausanne und Servette hatten am Ende gar weniger Tore als Partien auf ihrem Konto.
Mutige Aussenseiter
Zum Vergleich: Aktuell befindet sich der FC Basel nach 29 Partien und 75 Goals in Reichweite des eigenen Torrekords. Zudem haben alle zehn Mannschaften im Schnitt mehr als einen Treffer pro Match erzielt. Lausanne, Thun – und zuweilen auch Lugano – agieren als Aussenseiter offensiv, haben nach 29 Partien mindestens 42 Treffer erzielt.
Sinnbild dafür ist der zweite Spieltag, an dem sich Lausanne und Thun 4:4 trennten. Es ist seit dem Bestehen der Super League mit 27 Goals in 5 Partien die zweittorreichste Runde. Und einer von vielen Tor-Topwerten, welche heuer aufgestellt wurden. http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/17525476
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
shalako
|
Verfasst: Freitag 28. April 2017, 10:16 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
28.04.2017  Zitat: Kunst und Krux mit dem Kunstrasen
YB-Trainer Adi Hütter und Nationalcoach Vladimir Petkovic landen bei der Ursachenforschung zur Torflut in der Super League auch beim Kunstrasen. Und wichtig sei die Mentalität der Trainer.
Adi Hütter reagiert erstaunt, als er darauf angesprochen wird, dass in der Schweiz in dieser Saison mit Abstand am meisten Treffer in den höchsten europäischen Fussballligen erzielt werden. «Das wäre mir so jetzt nicht bewusst gewesen», sagt der YB-Trainer. Er ist damit nicht allein, die Super-League-Torflut fällt ja nicht auf den ersten und auch nicht auf den zweiten Blick auf, zumal man die Länder nicht ständig vergleicht.
Als Hütter spontan nach Gründen für den Schweizer Spitzenplatz sucht, landet man im Gespräch bald bei den relativ offensiv agierenden Kleinklubs Thun, Lugano und Lausanne. «Sie spielen oft nach vorne, das stimmt», sagt Hütter, «und auch GC besitzt starke Angreifer.» Entscheidend sei aber, meint der Österreicher, die Einstellung der Trainer. «Wenn die Mehrzahl von ihnen vor allem auf Offensivfussball setzt, schlägt sich das logischerweise in den Resultaten nieder.»
Er sei zum Beispiel ein Trainer, der jedes Spiel gewinnen wolle. «Ich würde mit YB auch auswärts bei Real Madrid versuchen, offensive Akzente zu setzen. Klar wäre das sehr schwierig, und natürlich darf man nicht naiv sein. Aber wenn man nur hinten wartet, geht das selten gut.»
Torflut in Bern und Thun
Und während Adi Hütter so spricht, wird ihm bewusst, welchen Einfluss der Kunstrasen auf die Anzahl Tore hat. «Er verändert das Spiel entscheidend, und selbst wenn die anderen Teams immer jammern, dass sie bei uns auf Kunstrasen spielen müssen, ist es für uns viel schwieriger. Wir müssen jede Woche die Unterlage ändern, das ist enorm mühsam.»
Diese Argumentation leuchtet ein. Und die Gegner mögen die Auftritte in Bern und Thun überhaupt nicht, es gibt kaum einen Super-League-Fussballer, der sich positiv über den künstlichen Belag geäussert hat. Kürzlich sagte GC-Stürmer Munas Dabbur im Stade de Suisse, es sei schlecht, werde auf Kunstrasen gespielt. «Das hat nicht viel mit Fussball zu tun», erklärte der Israeli, der wenige Minuten vorher das 1:0-Siegtor gegen YB erzielt hatte.
Wenig überraschend tragen die Spiele in Bern und Thun stark zum hohen Torschnitt der Liga bei. Deutlich über vier Treffer fielen dabei, bei YB-Heimspielen waren es 66 (!) in 15 Partien, in der Stockhorn-Arena 55 in 14. Es sind die Topwerte der Super League. «Das Spiel auf Kunstrasen ist deutlich schneller, die Teams sind mit präzisen Pässen früher vorne, Technikern unterlaufen kaum Fehler bei der Ballannahme», sagt Hütter, «und so bleibt den Verteidigern eben weniger Zeit.» Viele Fussballer besitzen wenig Erfahrung auf dieser Unterlage, das wirkt sich oft negativ aus.
Fehlende Kontinuität
Einer, der die grossen Ligen Europas genauso gut kennt wie die Super League, ist Vladimir Petkovic. Er beobachtet seine Nationalspieler an jedem Spieltag intensiv, entweder zu Hause im Tessin vor dem TV oder in den Stadien. Der Nationaltrainer erwähnt ebenfalls den Kunstrasen als einen der Faktoren für die vielen Tore: «Wenn Teams den Rhythmus hochhalten, erspielen sie sich mehr Chancen.»
Er erwähnt auch den Spielplan, weil Teams viermal pro Saison gegeneinander spielen und sich besser kennen würden. «Da muss man versuchen, den Gegner zu überraschen, und etwas mehr riskieren.» Ausserdem sei die Defensivarbeit bei einigen Mannschaften nicht so stark wie das Offensivspiel.
«Das ganze Team muss mithelfen», sagt Petkovic, der Juventus als Paradebeispiel für eine optimale Spielweise nennt. «Da sind vier sehr offensive Fussballer aufgestellt, aber das Umschaltspiel klappt vorzüglich, weil die Stürmer und die Flügel in der Rückwärtsbewegung sehr fleissig sind.»
Wenn Petkovic die Topligen vergleicht, nennt er die Taktik als Vorzug der Serie A, während in der Premier League oder auch in der Bundesliga das Tempo höher und das Spektakel wichtiger sei. In Italien, England und Spanien sind in dieser Saison im 10-Jahres-Vergleich übrigens ebenfalls Tor-Topwerte zu verzeichnen, was die Schweizer Ausnahmestellung veredelt. In der Super League fällt beinahe ein halbes Tor mehr.
Petkovic erwähnt interessanterweise noch den Umstand, dass die Super League eine Ausbildungsliga sei. «Die Fluktuation bei einigen Klubs ist sehr hoch, ständig sind neue Spieler zu integrieren, darunter leidet oft die defensive Stabilität. Kaum hat man sich etwas aufgebaut, ist nach der nächsten Transferphase vieles wieder ganz anders.»
Petkovic: «Attraktive Liga»
Unvergessen in Bern ist, wie Vladimir Petkovic vor ein paar Jahren als Super-League-unerfahrener Trainer mutig mit einem 3-4-3-System operierte und mit YB beinahe zum Titel stürmte. Mit Defensivproblemen als Kollateralschaden.
Der 53-Jährige schätzt Tore und Offensivspektakel, deshalb sagt er: «Trotz manchmal fehlender Spannung ist die Super League eine attraktive Liga. Die vielen Tore sind ein weiterer Beleg dafür.» http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/14721693
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
shalako
|
Verfasst: Samstag 6. Mai 2017, 07:29 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
06.05.2017  Zitat: Spielt YB bald in der «Ifolor-Arena»? Stade de Suisse soll umbenannt werden
Die Young Boys können die Namensrechte für das Stade de Suisse verkaufen. Nach drei Jahren rückt das Ende der Suche näher: Die Ifolor AG soll sich die Namensrechte sichern.
Seit die BKW im Juli 2015 als Partner der Stade de Suisse AG ausgestiegen ist, ist für YB der Weg frei, den Stadionnamen zu verkaufen. Denn die BKW hatte das Vorkaufsrecht, falls das Stadion einen kommerziellen Namen erhalten würde.
Gerüchten zufolge biegt YB auf der bald dreijährigen Suche nach einem Naming-Right-Partner auf die Zielgerade ein. Die Firma Ifolor aus Kreuzlingen, ein internationaler Online-Dienstleister für personalisierte Fotoprodukte, soll sich die Namensrechte sichern. Das Ifolor-Gerücht ist bis zur Fanszene vorgedrungen. «Zu Spekulationen nehmen wir keine Stellung», sagt YB-Sprecher Albert Staudenmann. Trotzdem: Die YB-Fans werden voraussichtlich am Sonntag beim TV-Spiel in Sion (16 Uhr) mit einem Transparent gegen den geplanten Verkauf opponieren. Denn für die Fans gibt es nur einen akzeptablen Namen: Wankdorf.
Das Stadion Wankdorf wurde 2001 abgerissen. Die neue Arena heisst Stade de Suisse, weil die damalige Führung um Peter Jauch dem Irrglauben erlag, dieser Name liesse sich besser vermarkten als Wankdorf. Damit negierten die damaligen YB-Bosse nicht nur die Geschichte, sondern brüskierten auch die Fussballfans auf der ganzen Welt. Schliesslich ist das Wankdorf ein geschichtsträchtiger Ort. «Das Wunder von Bern» von 1954 mit dem WM-Titel für die Deutschen ging um die Welt.
https://www.aargauerzeitung.ch/sport/sp ... -131300154
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
shalako
|
Verfasst: Freitag 12. Mai 2017, 11:52 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
11.05.2017  Zitat: YB-Spycher beendet Trainer-Diskussion!
Kein Hütter für Rapid
YB wird mit Adi Hütter in die neue Saison steigen und beendet damit die Gerüchte aus Wien, wonach Hütter im Sommer zu Rapid wechseln könnte.
Im Vergleich zu Wien ist Bern eine Wohlfühloase. Das hat auch Fredy Bickel schnell einmal gemerkt, als er im Januar als Sportchef zu Rapid ging. Der Traditionsklub aus dem Stadtteil Hütteldorf spielt gegen den Abstieg, obwohl vergangenes Wochenende mit dem 4:0 gegen Wolfsberg ein kleiner Befreiungsschlag gelang.
Zwei Trainer hatten die Rapidler bereits verschlissen, als Bickel nach Wien kam. Den dritten Übungsleiter, Damir Canadi, musste Bickel Ende April selber entlassen, weil auch unter Canadi die Resultate ausblieben. Im Moment coacht der ehemalige Assistent Goran Djuricin. Er dürfte eine Übergangslösung sein.
In Wien kursiert deshalb seit Wochen schon der Name von YB-Trainer Adi Hütter. Bickel selber sagt: «Ich würde sicher gerne mal wieder mit Adi zusammenarbeiten. Ich finde ihn einen super Trainer. Aber ich weiss, dass er in Bern glücklich ist. Und wenn er glücklich ist, dann bin ich es auch.» Und aus Bern kommt ebenfalls ein Dementi. YB-Sportchef Christoph Spycher sagt klipp und klar: «Unser Trainer für die nächste Saison heisst hundertprozentig Adi Hütter.» http://www.blick.ch/sport/fussball/supe ... 56004.html
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
shalako
|
Verfasst: Freitag 19. Mai 2017, 10:15 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
19.05.2017  Zitat: «Hie YB – hie Bärn»
Als es in der Stadt Bern noch ein packendes Fussballderby gab – die Berner Fussballwelt um 1900 aus der Sicht eines Jugendlichen.
Der Fussball als moderner, aus England importierter Mannschaftssport, hat sich in Bern bereits in den späten 1880er-Jahren etabliert. Im Jahr 1894 gründeten vorwiegend Ärzte und weitere Akademiker um Dr. med. Friedrich Schenk, der zugleich Turner und Bundesratssohn war, den FC Bern. Fussball galt im Fin de Siècle» zumindest innerhalb der älteren Generation der Arbeiter, kleinen Angestellten, Handwerker und Kleinbürger noch als exklusiver «Herrensport».
Die meist schon älteren, etwas behäbigen Akademiker des FC Bern trainierten auf dem Kasernenareal, um später auf den Kirchenfeldplatz zu wechseln. Zwei Beobachter besuchten Zürich, um dort die fortgeschrittene Spielkultur der bereits seit 1886 im institutionellen Rahmen kickenden Grasshoppers zu erkunden.
Der Vorstand gewährte einigen spielstarken Gymnasiasten gewisse Freiheiten in einer Schülermannschaft, bald aber kam es zu starken Differenzen, sodass im Jahre 1898 ein Grossteil der Schüler austrat, um den FC Young Boys zu gründen. Beide Berner Clubs waren in der Pionierzeit des Schweizer Fussballs bis zum Ersten Weltkrieg 1914 sehr erfolgreich, was die Rivalität weiter beflügelte.
Während der FC Bern den Meistertitel gleich mehrmals knapp verpasste, gewann YB auf dem eigenen «Spitalacker-Platz» von 1909 bis 1911 drei Titel in Serie. Die sportlichen Rivalitäten bei den Derbys führten in der Hauptstadt zu einer gewissen Lagerbildung. Daran erinnert sich viele Jahrzehnte später ein Zeitzeuge.
Als YB-Fan auf dem Spitalacker
Ein Stadtberner Fussballpionier war nämlich der 1898 geborene Paul Boss, der an der Aarbergergasse aufwuchs, die Primarschule Breitenrain und die Knabensekundarschule Viktoria besuchte, um nach dem Besuch des Lehrerseminars als Primarlehrer im Oberaargau und in Bern/Bethlehem zu unterrichten. Boss hatte viele Talente, studierte Musik und Literatur sowie Malerei an der Kunstgewerbeschule.
Er versuchte sich als Schriftsteller, Journalist und Zeichner. Boss wuchs als sozialer Aufsteiger in eher bescheidenen Verhältnissen auf. Er nahm den Wandel der Freizeitkultur der Vorkriegsjahre wahr, berichtet in seinen Jugenderinnerungen unter anderem von ersten Kinobesuchen auf der «Schütz» oder in der Reitschule.
Nachdem viele kleine und grössere Arbeiten sowie die Schulaufgaben erledigt waren, trafen sich die vielen Knaben des Quartiers, um die Strassen mehr oder weniger unbeaufsichtigt mit allerhand Unfug, Mutproben, recht brutalen Quartierkämpfen, Lausbubenstreichen, Spiel und Sport unsicher zu machen. Neben traditionellen Jugendspielen wie «Chnebele» oder «Märmeln» (Murmelspiel) pflegten die «Giele» im Winter im Widmergut zu schlitteln oder bereits auf «Fassdauben» tollkühn Ski zu laufen, sehr zur Freude der zahlreichen Bewunderer.
Als junger Fussballfan war Boss ein Supporter der Young Boys, die damals auf dem Sportplatz Spitalacker kickten. Die Zuschauer standen ganz nah am Spielfeld des kleinen Platzes. Jung und Alt habe die Ballkunst, die Spielfreude und den Siegeswillen von YB während der Glanzzeit von 1909 bis 1911 bewundert. Da Taschengeld unbekannt war, wohnten die Buben den Spielen ihrer Lieblinge mit Zaunbilletten bei. Sie kannten als Zaungäste Schlupflöcher, um einen Match auch ohne Eintrittsgeld verfolgen und kommentieren zu können.
Stadtrivalenduelle mit Emotionen
Besonders populär waren internationale Spiele gegen englische Teams, die als Lehrmeister noch «haushoch überlegen» waren: «Man denke, es waren Profis, während es sich bei unseren Spielern um reine Amateure handelte. In Körpereinsatz und Technik waren die Engländer noch unerreicht. Ein bis zwei Jahrzehnte später hatten aber englische Teams gegen gut zusammengestellte hiesige Mannschaften oft schon ordentlich Mühe», wie sich Boss an die Zeiten vor Weltmeisterschaften, Mitropacup oder Europacup erinnert.
Wie viele andere «Sekeler» aus dem Nordquartier war auch Boss ein erklärter YB-Fan. Der grosse Lokalrivale war der FC Bern, der seine Spiele hinter dem Historischen Museum auf dem Kirchenfeld austrug und dort sowie in den angrenzenden Quartieren auf die treuesten Anhänger zählen konnte. «Stadtrivalenkämpfe zwischen YB und dem FC Bern warfen weitherum – namentlich bei der fussballbegeisterten Jugend – hohe Wellen», beschreibt Paul Boss die emotional aufgeladene Welt der Berner Derbys.
Die Sekundarschüler im Viktoria waren entsprechend in zwei sich beargwöhnende Fraktionen getrennt: «Hie YB – hie Bärn». Während der Schulpausen, auf dem Schulweg oder auf Exkursionen neckten sich die jugendlichen Fans und hatten an dieser Rivalität ihr Vergnügen. Schlimme Formen nahm diese selten an. Ein wenig gross angeben, «müpfen», stossen – was verschlugs, das gehörte zum Bubsein.
Boss, Paul. Ein Bärner Giel erzählt. Reminiszenzen eines alten Stadtberners. Bern: GS-Verlag 1980. http://www.derbund.ch/bern/nachrichten/ ... y/13980766
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
shalako
|
Verfasst: Samstag 20. Mai 2017, 20:17 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
20.05.2017  Zitat: Der Erfinder des Ausdrucks «veryoungboysen»: «Mit einem Titel ginge vielleicht etwas kaputt»
Woher kommt eigentlich der Ausdruck «Veryoungboysen»? Ein Gespräch mit dem leidgeplagten Erfinder des Begriffs.
Die Sonne brennt über dem Himmel von Bern. Es ist der schönste Frühlingsabend des Jahres. Die Wirtin des Restaurants Jäger in Bern Bethlehem lauscht dem Gespräch interessiert. «Wenn es um YB geht, seid ihr bei uns richtig!» Dann erzählt sie aufgeregt von ihrem Neffen, einem talentierten Fussballer. «Vielleicht schafft er bald den Durchbruch.» Melancholie liegt in ihrer Stimme.
Das passt zu diesen Tagen bei YB. Gerade ist es wieder einmal besonders bitter, wenn man sich vor Augen führt, was vielleicht hätte sein können. Am 8. Juni ist es 30 Jahre her seit dem letzten Titel. Seit diesem 4:2 nach Verlängerung im Cupfinal gegen Servette gab es nie mehr etwas «Grosses» zu bejubeln für Gelb-Schwarz. Schlimmer noch: YB ist zum Synonym fürs Versagen geworden.
Besonders schlimm war dieses Versagen wieder einmal im diesjährigen Cup-Viertelfinal. Nach einer 2:0-Führung gegen Winterthur doch noch ausgeschieden. Im heimischen Stadion. Genau für solche Pleiten wurde das Wort «veryoungboysen» erfunden. Das bringt uns zur Frage: Woher stammt dieser Ausdruck eigentlich? Die Spuren der Erfindung führen nach Bern. Zum Blogger «Herr Natischer». Ein Walliser, 44 Jahre alt, ziemlich fussballbegeistert. Im «Jäger» erzählt er die Geschichte des «Veryoungboysen». Am Anfang steht dabei Marco Streller. Respektive sein missglückter Penalty mit der Schweizer Nationalmannschaft im WM-Achtelfinal gegen die Ukraine. «Meine Kumpels und ich kreierten den Begriff ‹verstrellern› – und mussten ziemlich schnell merken: Das funktioniert nicht. Streller ist viel zu gut, er trifft viel zu oft.»
«Veryoungboysen» = vergolden?
Zum ersten Mal überliefert wird das «Veryoungboysen» dann im Fussball-Blog «Zum runden Leder» im November 2007. Herr Natischer schreibt ein fiktives Match-Programm des Cupfinals 2041, einen Rückblick auf die Karriere von Hakan Yakin. Es werden alle yakinschen Triumphe mit YB aufgezählt. Fünffacher Meister zwischen 2008 und 2012, Cupsieger 2008 und 2011 – ja sogar die Champions League ist 2011 in Berner Hand. Herr Natischer schreibt im Blog: «Kinder staunen, wenn man ihnen erzählt, dass ‹veryoungboysen› damals negativ besetzt war.» Das wäre was! Wenn «veryoungboysen» eine Bedeutung wie vergolden hätte. Herr Natischer lacht, wenn er in Bern Bethlehem davon erzählt. «Es wird einem tatsächlich nicht einfach gemacht, YB zu lieben», sagt er mit Blick auf heute. Wobei: «Mit einem Titel ginge vielleicht etwas kaputt.» Zumindest der Ruf des ewigen Verlierers.
Natischer selbst hat einige Titel erlebt. Seine Kindheit verbringt er im Walliser Tourbillon. 1991 feiert er den Cupsieg. 1992 den Meistertitel. Aber das Gebaren von Christian Constantin entzweit ihn vom Verein. Im Jahr 2000 zügelt er nach Bern. Und findet immer mehr Gefallen an den Young Boys. Die Faszination beginnt im Stadion Neufeld. In dieser wunderbaren Zeit des Berner Exils, als direkt hinter dem Tor noch ein Pizza-Wagen steht. Als der Zuschauer den Rasen noch riechen kann.
Das Problem mit der Frau
Seufzend erinnert sich Herr Natischer auch an die Jahre des wunderschönen YB-Fussballs. An Trainer Vladimir Petkovic. An die rauschenden Nächte. An die selbstverständliche Überzeugung, dass irgendwie immer alles gut kommt. «Wenn St. Gallen damals in einem Auswärtsspiel in der 90. Minute den Ausgleich schoss, zweifelte niemand auch nur eine Sekunde daran, dass Doumbia im Gegenzug das 3:2 nicht gelang. Und so kam es auch. Immer.»
Doumbia. Allein dieser Name löst in Bern Schmerz aus. Ihn im rot-blauen Trikot des FC Basel zu sehen, «das ist, als würde die Frau, die du ein Leben lang anhimmelst, einen Typen vom schlimmsten fussballerischen Feindbild heiraten». 30 Jahre nach dem letzten Titel also. Es hätte so vieles für YB gesprochen in dieser (Cup-)Saison. Und doch bleibt am Ende wieder nur die Hoffnung. Auf die nächste Saison. Auf die nächsten rauschenden Fussballabende. Oder ganz einfach darauf, dass die DNA des «Veryoungboysen» irgendwann doch nicht mehr weiter vererbt wird – an Trainer aus Österreich oder Stürmer aus der Elfenbeinküste. Am Sonntag gastiert Basel in Bern. Herr Natischer geniesst die letzten Sonnenstrahlen, dann sagt er: «Ich fürchte, unser Walliser Raphael Wicky wird sehr gut als Trainer. Und Streller als Sportchef – moll, das kann er auch. Aber eine Hoffnung habe ich: Vielleicht macht Alex Frei ja ein bisschen ‹Lämpen›.» https://www.aargauerzeitung.ch/sport/de ... -131348277
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 28 Gäste |
| |
|
|
Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen. Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen. Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern. Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen. Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.
|
|
 |