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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) - Uli Forte
 Beitrag Verfasst: Dienstag 20. August 2013, 11:52 
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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) - Uli Forte
 Beitrag Verfasst: Freitag 23. August 2013, 10:30 
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«...dann wäre ich jetzt nicht bei YB»

Am Sonntag trifft Leader YB im Spitzenspiel zu Hause auf GC. Uli Forte, Trainer der Young Boys, spricht über den tollen Saisonstart von YB – und über seinen überraschenden Abgang im Sommer bei den Grasshoppers.

Kommen Sie sich manchmal wie im Traum vor, wenn Sie Ihre ersten Wochen bei YB betrachten?
Uli Forte: Das hat überhaupt nichts mit Träumen zu tun. Wir sind gut in die Saison gestartet, aber das war harte Arbeit von allen Beteiligten. Und es ist schon gar keine One-Man-Show, auch wenn die Medien gerne personalisieren. Im ganzen Betrieb bei uns arbeiten über 100 Leute. Jeder hat seinen Teil dazu beigetragen, dass die Stimmung gut ist.

Haben Sie überhaupt schon Zeit gehabt, den tollen Saisonstart mit fünf Siegen zu reflektieren?
Nein, ich war leider auch noch immer nicht in der Aare. (schmunzelt) Es gibt halt enorm viel zu tun, wir wollen den Schwung ausnutzen und nach dem Cupwochenende jetzt gleich in der Liga mit guten Leistungen weitermachen. Ferien habe ich dann in der Winterpause.

Es läuft ideal für YB, das Team hinterlässt einen stabilen Eindruck. Können Sie die Meisterambitionen vieler Anhänger nachvollziehen, selbst wenn Sie nicht gerne über Titel reden?
Die Fans dürfen hoffen und träumen, das gehört dazu. Aber wenn wir das bei YB auch machen würden, wäre das nicht ideal. Wir müssen fokussiert bleiben, jeden Tag, denn die anderen Teams warten ja nur darauf, uns bezwingen zu können. Ein wichtiger Grund, warum wir erfolgreich gestartet sind, ist der ausgeprägte Teamgedanke bei uns. Dazu gehört, dass jeder zielstrebig arbeitet und sich nicht ablenken lässt.

Basel schwächelt und verliert wichtige Spieler ans Ausland...
...das sind Momentaufnahmen, die mich nicht interessieren. Der FCB wurde zuletzt viermal in Serie Meister, das ist kein Zufall. Und wir konzentrieren uns sowieso nicht auf die anderen.

Am Sonntag geht es gegen GC, Ihren letzten Klub, mit dem Sie Cupsieger wurden und die Saison auf Rang 2 beendeten.
Das ist natürlich eine sehr spezielle Partie für mich. Würde ich etwas anderes behaupten, wäre das gelogen. Die Zeit bei GC hat viel Spass gemacht, wir haben an einem Strang gezogen, und die Spieler haben hervorragend gearbeitet. Der Cupsieg in Bern gegen Basel war die Krönung einer tollen Saison.

Kurz darauf wechselten Sie für viele überraschend zu YB...
... darüber ist viel geschrieben und gesprochen worden. Ich möchte die Geschichte jetzt nicht noch einmal gross aufwärmen.

Aber es ist interessant. Ihr Abschied war unschön, Sie sprachen von «fehlender Wertschätzung», und die GC-Verantwortlichen erklärten, sie seien enttäuscht von Ihnen. Haben Sie sich ausgesprochen?
Ja, sicher, ich habe mit Präsident André Dosé und Sportchef Dragan Rapic und allen anderen Verantwortlichen gesprochen, unser Verhältnis ist normal. Letzte Woche hatte ich zudem endlich Zeit, mich vom Staff zu verabschieden, es gab ein Essen in Zürich. Ich werde GC immer in guter Erinnerung behalten. Teamcoach Heinz Kost ist ohnehin ein enger Freund von mir.

Und wenn die Grasshoppers Ihnen nach dem Cupsieg einen neuen Vertrag angeboten hätten...
... dann wäre ich jetzt nicht bei YB. So ist das. Aber das passierte nicht. Und es gab nun einmal diese Ausstiegsklausel in meinem Vertrag, mich faszinierte das Projekt bei den Young Boys.

Sie haben im Sommer alles richtig gemacht, weil Sie mit GC nach dieser tollen Saison ja fast nur verlieren konnten, während es bei den Young Boys nach den miserablen letzten Monate und Rang 7 zuletzt nur besser werden konnte.
So denke ich nicht. Und auch das sind Momentaufnahmen. GC hat ein starkes Team und wird auch diese Saison oben mitspielen. Wir kommen von unten, vieles ist neu, keiner kann erwarten, dass wir 36 Partien gewinnen. Die nächsten Spiele gegen GC und in Basel werden zeigen, wie weit wir sind.

GC und Basel treten in diesen Wochen auch im Europacup an, YB nicht. Wie gross ist dieser Vorteil für die Young Boys?
Für mich ist das nicht so entscheidend wie für andere. Es kann auch ein Vorteil sein, unter der Woche im Einsatz zu stehen. Man ist in einem guten Spielrhythmus, und wenn man gewinnt, kann das auch beflügelnd sein. Es kommt zudem immer darauf an, wie breit das Kader besetzt ist. Und wie man mit der Zusatzbelastung umgeht. Aber natürlich wäre es für uns gut, wenn GC am Sonntag in Bern noch die Anstrengungen vom Spiel am Donnerstagabend gegen Fiorentina spüren würde (lacht).

Gibt es eigentlich einen Spieler von GC, etwa Torhüter Roman Bürki, Captain Veroljub Salatic oder Flügelspieler Izet Hajrovic, den Sie gerne bei YB hätten?
Bei GC hat es zahlreiche starke Fussballer, ich möchte keinen herausheben. Und mit dem Kader bei den Young Boys bin ich ohnehin zufrieden. Klar ist, dass wir im zentralen Mittelfeld nicht so viele Alternativen haben wie auf anderen Positionen. Aber Milan Gajic sollte in den nächsten Wochen wieder einsatzfähig sein, Pascal Doubai dürfte in der Rückrunde wieder spielen können. Dann sind wir meiner Meinung nach auch da sehr gut aufgestellt.


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/28777058

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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) - Uli Forte
 Beitrag Verfasst: Freitag 23. August 2013, 14:52 
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«Die Mails der GC-Fans waren bitterböse»

Es ist das erste Aufeinandertreffen mit seinem Ex-Club GC. Uli Forte sagt, wie er die Gefühle ausblenden will, und blickt noch einmal auf seine emotionale erste Pressekonferenz als YB-Coach zurück.

Uli Forte, der mit den Zürchern in der vergangenen Saison Vizemeister wurde und den Cupfinal gewann, bemüht sich vor dem Wiedersehen mit GC um Sachlichkeit. «Natürlich sind mir die GC-Spieler in der letzten Saison fest ans Herz gewachsen. Es war eine wunderschöne Zeit in Zürich, die mir ein Leben lang in bester Erinnerung bleiben wird. Doch im Fussball hat es keinen Platz für Sentimentalitäten. Im Übrigen ist es nicht ein Spiel Forte gegen GC, sondern ein Spiel YB gegen GC.» Er werde vor dem Spiel auch keinem GC-Spieler oder Verantwortlichen direkt über den Weg laufen. «Wenn ich vor dem Anpfiff nicht gerade zu einem kurzen Interview gebeten werde, bleib ich immer in der Kabine, um die letzten Details zu besprechen. Aber klar werde ich die GC-Vertreter grüssen, wenn ich sie sehe.»

Forte macht keinen Hehl daraus, dass er zu seinen ehemaligen Spielern immer noch einen guten Draht hat. «Ich habe ihnen für die Spiele gegen Lyon in der Champions League-Qualifikation per SMS viel Glück gewünscht.» Auch der Kontakt zu anderen Personen im Verein bestehe nach wie vor. «Präsident André Dosé hat mir in Luzern zum Trainer des Jahres gratuliert. Mit Sportchef Dragan Rapic tausche ich mich immer wieder aus. Am Montag vor einer Woche habe ich den GC-Staff in Zürich zum Essen eingeladen.»

«Ich bin kein Fan, sondern Fussballtrainer»

Weniger gut ist das Verhältnis hingegen zwischen Forte und den GC-Fans. «Ich habe nach meinem Wechsel zum Teil bitterböse Mails erhalten», sagt Forte. Diese habe er grösstenteils auch beantwortet. «Ich kann diese Menschen sehr wohl verstehen. Ein Fan wechselt eventuell die Frau, die Freundin, die Haarfarbe, sicher die Kleider und die Schuhe, aber niemals den Club. Deshalb spielen im Fussball so viele Emotionen mit. Ich aber bin kein Fan, sondern Fussballtrainer.» Auch wenn sich Uli Forte in Zürich aufhält, erhält er immer noch Reaktionen. «Da werde ich auf der Strasse schon mal angesprochen und gefragt, weshalb ich GC verlassen habe..»

Bei seiner ersten Pressekonferenz hatte Forte selbst einen emotionalen Auftritt. Er habe GC verlassen, weil er zu wenig Wertschätzung seitens des Vereins erfahren habe. «Das habe ich damals einfach so empfunden. Ob es richtig oder falsch war, sollen andere bewerten. Ich möchte aber betonen, dass ich mich nicht gegen GC, sondern für YB entschieden habe. »

Forte lässt sich durch die schlechten Kritiken für GC nicht blenden

Uli Forte hat den sonntäglichen Gegner am Donnerstag im Europa-League-Playoff-Spiel gegen die AC Fiorentina beobachtet. Er lässt sich durch die schlechten Kritiken, die seine ehemalige Mannschaft erhielt, jedoch überhaupt nicht blenden. «Wenn italienische Teams eines können, dann ist es verwalten. Wer gegen Italiener in Rückstand gerät, hat es sehr schwer, noch einmal ins Spiel zu finden. Es mag dann vielleicht so aussehen, als würden die Italiener nichts mehr machen. Das ist aber nicht so, das ist dann taktisch einfach ein cleveres Spiel.» Beeindruckt war Forte von der Reaktion der Grasshoppers. «Nach dem Anschlusstreffer haben sie den Gegner mächtig unter Druck gesetzt und beinahe noch den Ausgleich erzielt. Wir werden gegen GC von der ersten Minute an sehr konzentriert und auf der Hut sein müssen.»

Dass Forte heute für YB arbeitet, liegt an einer Klausel, die er in seinem Vertrag bei GC hatte. Sie erlaubte ihm, gegen eine Ablöse von 300 000 Franken nach Bern zu wechseln. «Als wir Uli Forte verpflichteten, war es nicht nötig, mit den GC-Verantwortlichen zu verhandeln», sagt YB-Sportchef Fredy Bickel. Er habe einzig von der Ausstiegsklausel Gebrauch machen müssen. Bickel selbst würde einen solchen Passus nicht akzeptieren. «Das habe ich in meiner Karriere noch nie gemacht.»

Er denkt, dass das erste Aufeinandertreffen von Uli Forte mit seiner ehemaligen Mannschaft etwas Besonderes ist. «Ein Spiel zwischen YB und GC ist immer etwas Spezielles. Das ist schon seit Jahren ein Klassiker zwischen zwei Traditionsvereinen. Doch diesmal könnte ich mir schon vorstellen, dass es für unseren Trainer noch etwas spezieller wird und eine emotionale Sache ist. Aber Uli Forte wird die spezielle Situation gut meistern.»


http://www.tagesanzeiger.ch/sport/fussb ... y/22027414

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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) - Uli Forte
 Beitrag Verfasst: Freitag 23. August 2013, 15:22 
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Forte vor Duell mit GC

Mammas Kochkünste helfen beim Abschalten
Am Sonntag trifft Uli Forte (39) mit YB auf seinen Ex-Klub GC – der Zürcher hat gemischte Gefühle vor dem Knüller.

Seit seinem Wechsel zu den Bernern ist Forte zum regelmässigen Pendler geworden, besteigt regelmässig den Zug von Zürich in die Hauptstadt. Während diesen Fahrten, wo er sich die 1. Klasse gönnt, hat der Erfolgstrainer viel Zeit zum Nachdenken. Wenn er dabei über das brisante Duell gegen die Hoppers sinniert, bekommt der gebürtige Italiener schon das Bauchkribbeln: «Natürlich ist das ein spezielles Spiel für mich. Ich kenne die Jungs ja alle in- und auswendig. Und wir haben tolle Erfolge gefeiert», sagt der studierte Ökonom fügt aber sofort an: «Aber diese Emotionen muss ich am Sonntag beiseite schieben. Natürlich will ich mit YB die drei Punkte holen.»

Das ohnehin brisante Duell wird zusätzlich angeheizt durch den Umstand, dass Forte nach seinem französischen Abgang zu den Bernern der GC-Teppichetage mangelnde Wertschätzung vorwarf. Das geriet in Niederhasli vielen in den falschen Hals. Mangelnde Hochachtung von Zürcher Seite wird Forte in zwei Tagen nicht mehr erfahren. Die Berner sind klarer Leader und haben bereits sechs Punkte Vorsprung auf das Drittplatzierte GC. Familienmensch Forte verrät sein Erfolgsrezept: «An jedem Abend vor einem Spiel treffe ich mich mit meinen Bruder bei unseren Eltern, wo die Mutter dann viel, sehr viel kocht. Das mache ich seit Jahren so, und da kann ich optimal abschalten.» Ob es morgen bei der Mamma Zürcher Geschnetzeltes gibt, ist nicht bekannt.


http://www.20min.ch/sport/fussball/story/30457376

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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) - Uli Forte
 Beitrag Verfasst: Freitag 23. August 2013, 15:40 
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Fussball spielen zwischen den Ohren

Fussball · Uli Forte trifft am Sonntag (13.45 Uhr) mit den Young Boys erstmals auf seinen ehemaligen Verein GC
Manchmal ist Fussball einfach. Gerade führt Trainer Uli Forte dieses Kunststück mit den Young Boys auf.

Sein Wechsel von GC zu YB Anfang Juni war ein Schock für die Fussballschweiz. Ein Schock mit Folgen. Mit seinem Elan und seinem Feuer hat Forte in Bern innert weniger Wochen eine Begeisterung entfacht, wie es selbst die kühnsten Optimisten nicht für möglich gehalten hätten.

Fünf Spiele, fünf Siege. Und das Geheimnis dieses perfekten Saisonstarts? Copy, paste! «YB hatte ähnliche Probleme wie GC vor einem Jahr», sagt Forte, «und ich bin sie genau gleich angegangen.» Er meint die vielen Gegentore. 66 bei GC in der Saison 2011/12, 50 bei YB zuletzt. Forte bildete jeweils eine stabilisierende Achse. Vilotic, Grichting und Salatic bei GC. Von Bergen, Spycher und Costanzo bei YB.

Ob das allein reicht, ist eine andere Frage. Genauso offensichtlich ist es, wie Forte aus dem YB-Hühnerhaufen der letzten Saisons eine funktionierende Einheit bildet. «Fussball wird zwischen den Ohren gespielt», sagt er. «Wenn der Kopf nicht stimmt, ist alles verloren, denn jonglieren und einen geraden Pass spielen – das können auf diesem Niveau alle. Entscheidend ist: Wie funktioniert ein Spieler unter Druck?» Ein Beweis dafür, dass seine Spieler fähig sind, mit Druck umzugehen, sieht Forte in der Wende vom 0:2 zum 3:2 im Berner Derby gegen Thun.

Natürlich sucht Forte selbst den Erfolg nicht primär bei sich, sondern in der «herausragenden» Zusammenarbeit mit seinem Staff. Jetzt sprudelt Forte: «Gemperle, Hänzi, Collaviti, Fryand, Chapuisat – und Fredy.» Ja, Forte sagt: «Fredy». Gemeint ist Fredy Bickel, «meine wichtigste Ansprechperson bei YB».

Wenn Bickel über Forte spricht, dringt auch eine gewisse Erleichterung des Sportchefs durch. Endlich ein guter Start. Endlich Ruhe. Endlich Konzentration auf das Wesentliche. «Und zwar alle miteinander», sagt Bickel, «für dieses Denken steht Forte. Er zieht keine One-Man-Show ab, sondern tritt auch Verantwortung an seinen Staff ab.»

Das Ende des Rosenkriegs

Als die Saison begann, träumte Bickel von einem guten Start. Er dachte an elf Punkte aus fünf Spielen. Jetzt sind es 15. Aber Bickel mahnt: «Nun treffen wir auf die vier bestklassierten Gegner.» Deshalb denkt er nun: Alles über 20 Punkte nach einem Viertel der Meisterschaft wäre super.

Und wie geht die Rechnung von Uli Forte? «Ich rechne nicht, ich tue nur alles dafür, um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass wir das nächste Spiel gewinnen.» Es ist jenes gegen GC, das erste nach seinem plötzlichen Abgang, den er mit einer heftigen Abrechnung in Richtung GC garnierte, die so gar nicht zum Eindruck passte, den die Fussballschweiz von diesem 39-jährigen Durchstarter zuvor gewonnen hatte. «Das Spiel gegen GC ist natürlich speziell», sagt Forte.

Der Rosenkrieg mit den Zürchern, von denen er sich zu wenig «wertgeschätzt» fühlte für seine Arbeit, ist mittlerweile beendet. An den Swiss Football Awards, wo Forte als Trainer des Jahres ausgezeichnet wurde, begegnete er erstmals wieder GC-Präsident André Dosé. «Herzlich», sei das Treffen gewesen. Berichten beide.

Dosé hat die Trennung nach anfänglicher Enttäuschung über Fortes Abrechnung überwunden. «Über den Weg, wie das ablief, kann man diskutieren – aber so funktioniert das Geschäft. Und deswegen wird auch unser Verhältnis gut bleiben.»

Als Forte neu ins Trainerbusiness kam, da war Christian Gross sein grosses Vorbild. Jener Gross, der mit YB in der Saison 2011/12 scheiterte. Es gibt Überlieferungen, dass die Spieler in der Kabine Freudentänze aufführten, als Gross entlassen wurde.

Forte hat mit Gross nie über YB gesprochen. Absichtlich nicht. «Denn ich wollte mir ein unbefangenes Bild machen können.» Erstaunlich ist: Es ist derselbe Ansatz, den Gross und Forte verfolgen, um YB besser zu machen. Beide gelten als Motivationskünstler. Nur schaffte es Gross, der distanzierte, machtbewusste, teilweise gefürchtete Fussballlehrer nie, die Spieler für sich zu gewinnen.

Forte scheint dies mühelos zu gelingen. Er ist zwar Chef, aber manchmal auch Kumpel. Die Spieler inspiriert er genauso mit Metaphern wie die Medien. «Diese Bilder brennen sich in unsere Köpfe», sagt Torhüter Marco Wölfli. Wie gewohnt verzichtet Forte gerne auf unnötige neuartige Technik. «Wenn ich ein Bild finde, dann drucke ich es aus, schneide es zurecht und klebe es ans Flipchart.» Zuletzt gegen Aarau machte Forte den «Speed» zum Thema.

Genauso rasant wachsen die Träume im YB-Umfeld. Die Träume vom ersten Meistertitel seit 1986, vom ersten Titel überhaupt seit dem Cupsieg 1987. So sehr, dass Sportchef Bickel sagt: «Wir haben den richtigen Weg gewählt – aber jetzt müssen wir ihn erst einmal bewältigen. Für alles andere ist es zu früh.»

Die Chancen stehen gut, dass sich Bickel sehr bald zum Matthias Sammer der Schweiz entwickelt. Jener Sammer nämlich fand in der letzten Saison selbst bei noch so grandiosen Spielen des FC Bayern München immer einen Grund, zu nörgeln. Am Ende gewann Bayern das Triple.

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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) - Uli Forte
 Beitrag Verfasst: Sonntag 25. August 2013, 10:56 
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25.08.2013

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«Man kann nicht auf alle Rücksicht nehmen»

Uli Forte ist als neuer YB-Trainer erfolgreich in die Saison gestartet. Vor dem Spiel heute Sonntag gegen seinen früheren Klub Grasshoppers sagt er, er habe lernen müssen, Egoist zu sein. Er erzählt, wie es sich anfühlt, nach dem Trennungsstreit den GC-Präsidenten André Dosé zu umarmen

NZZ am Sonntag: Uli Forte, vor Ihnen liegt Ihr Schlüsselbund, daran hängt ein WM-Pokal in Miniaturform. Ist er ein Symbol für Ihre Lebensplanung?

Uli Forte: Das ist doch der Traum jedes Trainers und jedes Spielers, das höchste aller Gefühle im Fussball. Diesen Pokal habe ich schon seit Jahren – jaja, das wäre ein Träumchen.

Einmal Weltmeister zu werden?

Wenn Sie das geschafft haben, können Sie sich pensionieren lassen.

Denken Sie denn als Super-League-Trainer manchmal an dieses Szenario, so sehr weit entfernt es auch sein mag?

Wenn eine Welt- oder Europameisterschaft stattfindet, denke ich: Es wäre cool, einmal mitzumachen. Aber es ist nicht so, dass ich jeden Tag beim Aufstehen an den WM-Pokal an meinem Schlüsselbund denke.

Vorderhand sind Sie YB-Trainer und weisen nach fünf Runden das Maximum von 15 Punkten auf. Aber Sie sind auch der dritte Zürcher, der sich als YB-Trainer versucht. Christian Gross und Martin Rueda sind gescheitert. Was sagt Ihnen das?

Gar nichts. Ich bin ich, und Christian Gross und Martin Rueda sind eigenständige Personen. Es geht immer wieder von Neuem los, es gibt immer wieder neue Chancen. Deshalb nahm ich ganz bewusst weder mit Gross noch mit Rueda Kontakt auf, obwohl ich beide gut kenne.

Kein Telefon, nichts?

Nein, wir sprachen nie über YB. Ich will mich nicht auf subjektive Meinungen abstützen. Ich muss mir mein eigenes Bild machen, um frei entscheiden zu können.

Was war eigentlich schwieriger? Vor gut einem Jahr GC wieder auf die Beine zu bringen – oder zuletzt YB?

Bei GC war es schwieriger. Es lag viel mehr in den Brüchen, GC war eigentlich ein Absteiger. So war es bei YB längst nicht. Über das Stadion von YB müssen wir nicht diskutieren, über die Fans und das Volk auch nicht, und auch die Mannschaft war sehr gut bestückt. Aber einige Rädchen mussten noch justiert werden.

Was ist denn bei YB anders als bei GC?

Das Konstrukt ist viel grösser, es steckt viel mehr Manpower dahinter. Ich sagte, bei GC sei es eine One-hundred-Men-Show – in Bern sind es mehr als 100 Leute. Das ist spürbar.

Geben Sie ein Beispiel.

Wenn ich irgendwelche Trainingsutensilien brauche, ist es eine Sache von einem Tag – und sie sind da.

Bei GC war es nicht so?

Es klappte auch, aber es ging etwas länger. Daran merkt man, dass bei YB alles viel grösser ist, viel zügiger.

Arbeiten Sie bei YB gleich wie bei GC?

Ja, ich nahm meine Arbeitsmoral, meine Arbeitsweise mit. Ich bin ja kein anderer Mensch geworden.

Auch das Vokabular ist geblieben, etwa die One-hundred-oder-etwas-mehr-Show. Und bei GC wie bei YB ist bekannt, dass Sie sagen, das Team müsse durch Betonwände gehen können.

Fussball ist Fussball. Man kann Details verändern, aber nicht das Rad neu erfinden. Deshalb benutze ich diese Ausdrücke eins zu eins. Warum soll ich meine Sprache umstellen? Ich will authentisch sein. Ich will das Team in Bern mit meinen Worten und meinen Sätzen führen.

Kurz vor Ihrem Abschied bei GC sagten Sie, wenn ein Investor käme und zehn Millionen Franken hinlegen würde, würden Sie ihm jeden Tag den Bauch pinseln. In Bern haben Sie mit Andy und Hansueli Rihs solche Personen – sind Sie nun ständig am Bauchpinseln?

Nein, die Rihs-Brüder brauchen das nicht, sie sind richtig gute Sportsmänner. Am Montag gingen wir gemeinsam essen. Man merkt, dass sie etwas bewegen wollen. Sie sind sportfanatisch, was allein schon an ihrem Engagement im Radsport erkennbar ist. Solche Leute braucht es.

Aber Andy Rihs sagt, er habe keine Ahnung von Fussball.

Das macht nichts. Er muss bloss die Leidenschaft haben dafür.

Und das Geld.

Das ist ein Faktor, der überall notwendig ist, nicht nur im Fussball.

Aber Leidenschaft allein reicht nicht.

Stimmt. Aber das Schöne ist, wenn man beides hat, Geld und Leidenschaft.

Ihr Sportchef Fredy Bickel wies wiederholt darauf hin, er habe sie schon früher für den FC Zürich verpflichten wollen. Sind Sie sich seit Jahren verbunden?

Im Fussball läuft man sich immer wieder über den Weg, das ist ein kleiner Zirkel. Wir hatten über SMS Kontakt, zudem pflegt Fredy an Weihnachten einen Apéro zu organisieren, an dem ich ab und zu teilnahm. So pflegt man die Freundschaft.

Es ist also eine Freundschaft?

Eine Fussball-Freundschaft.

Was unterscheidet eine Fussball-Freundschaft von einer anderen Freundschaft?

Es ist nicht so, dass wir vor meinem Wechsel zu YB jeden Tag oder jede Woche telefoniert hätten.

Bickel ist ein emotionaler, harmoniebedürftiger Typ. Wie verschieden sind Sie beide? Oder wie ergänzen Sie sich?

Wir ergänzen uns sehr gut. Ich bin auch harmoniebedürftig, obwohl es nicht immer so aussieht. Aber ich versuche, Harmonie in meine Mannschaft zu bringen, weil eine zerstrittene Mannschaft selten Erfolg hat. Zudem muss ich nicht immer der Bad Guy sein, der den Spielern die Leviten liest – das kann Fredy auch, und das ist gut.

Eine andere Fussball-Freundschaft ist die Beziehung zwischen Ihnen und Moreno Costanzo. Sie sagten kürzlich, sie zwei seien wie ein Liebespaar.

Ich mag Moreno Costanzo ungemein gern, wir verstehen uns blind. Wir waren gemeinsam im FC Wil, er war 18-jährig, klein und schmächtig, ich war sein Trainer, später auch in St. Gallen. Jetzt ist Moreno 25, und wir sind wieder zusammen. Wir verloren uns nie aus den Augen, schrieben uns SMS und telefonierten oft. Deshalb nannte ich es Liebesbeziehung.

Ist es unproblematisch, eine so enge Beziehung zu einem Spieler zu haben?
Auch mit Elsad Zverotic habe ich eine kleine Liebesgeschichte. Sie ist nicht ganz so gross wie jene mit Costanzo, aber auch mit Zverotic arbeitete ich in Wil. Grundsätzlich ist eine enge Beziehung gut, weil Spieler Vertrauen brauchen. Schwierig wird es, wenn ein Spieler die Leistung nicht bringt. Daher sagte ich beiden: «Wenn ihr glaubt, ihr hättet bei mir Carte blanche, täuscht ihr euch grässlich.»

Auch als GC-Trainer sagten Sie, wie sehr Ihnen die Spieler ans Herz gewachsen seien. Trotzdem stiessen Sie sie mit Ihrem überraschenden Abgang im Juni vor den Kopf. Der Captain Veroljub Salatic sagte, er sei von Ihnen enttäuscht. Beschäftigt Sie das?

Ja, wenn ich darüber nachdenke, tut es weh. Wenn ich etwas nicht beabsichtigt hatte, war es genau das: meine Spieler zu enttäuschen. Aber so ist es halt in diesem Business. Man kann nicht auf alle Rücksicht nehmen.

Das klingt sehr nüchtern und abgeklärt.

Als ich 2011 in St. Gallen entlassen wurde, machte ich eine Erfahrung, die mich für mein Trainerleben konditionierte. Da forderte keiner: «Lasst ihn weitermachen.» Nein, es ging Schlag auf Schlag, und ich lernte, egoistisch zu sein, leider, es geht nicht anders. Man warf Ihnen im Juni nicht nur Egoismus vor.

Man sagte, Sie seien ein moralisch zweifelhafter Mensch, der dem Geld nachrenne.

Das finde ich nicht richtig. Überall wo ich war, habe ich immer ehrliche, loyale und integre Arbeit geleistet. Das stellt niemand in Zweifel.

Aber wir sprechen von Ihrem Abgang bei GC.
Der Abgang war unglücklich, das kann man so sagen. Aber welcher Abgang im Fussball ist glücklich? Auch jede Trainerentlassung hat einen Beigeschmack. Ich werfe mir nichts vor.

Gibt es so etwas wie Moral im Fussball?
Ja, vor allem im Team. Damit Gruppen funktionieren, braucht's Loyalität.

Spüren Sie die gleiche Loyalität gegenüber dem Klub, dem Arbeitgeber?
YB gab mir einen Dreijahresvertrag. Das war ein starkes Zeichen. Aber grundsätzlich ist es schon so, dass in der Super League Trainerwechsel en masse einen Trainer nachdenklich stimmen. Ich sage es so: Man ist im Fussball nicht immer gut beraten, ein Moralapostel zu sein. «Am Schluss muss ich das tun, was mir und meiner Karriere am meisten nützt.»

Ist das Ihre Grundhaltung?
Im Prinzip ist das so, ja.

Vor kurzem wurden Sie als Trainer des Jahres ausgezeichnet. An diesem Anlass umarmten Sie den GC-Präsidenten André Dosé. Wie war das?

Normal. André Dosé und ich umarmten uns bei GC oft, nach Siegen sowieso. Auch diesmal war es herzlich. Es bestätigte, was ich stets sagte: Es gab nie persönliche Probleme, weder mit dem Sportchef Dragan Rapic noch mit Dosé, null Ressentiments.

Das klingt, als habe es nie böse Worte gegeben. GC war verärgert über die Art, wie Sie Ihren Abgang begründeten.
Ja, aber die Auseinandersetzung fand nicht auf einer persönlichen Ebene statt. Es gab keine Animositäten, es ging um ein Sachthema – um meinen Wechsel. Nur diesbezüglich hatten wir Meinungsunterschiede.

Sie hatten in der Stadt Zürich immer eine Wohnung als sicheren Rückzugsort, egal, wo Sie gearbeitet haben. Haben Sie die Wohnung immer noch, obwohl Sie nicht mehr GC-Trainer sind?

Ja, aber ich gebe sie langsam auf.

Weil Sie einen solchen sicheren Hafen nicht mehr brauchen?

Ja, vielleicht wirklich nicht mehr so wie früher. Aber ich muss die Wohnung so oder so verlassen, sie wird renoviert. Zudem wurde ich in Zürich ein paar Mal von GC-Fans angegangen.

Sie wurden angepöbelt?
Das ist übertrieben. Aber es war unangenehm. Deshalb denke ich mir, dass jetzt der richtige Moment gekommen ist, die Wohnung aufzulösen.

Lassen Sie uns auf den Anfang zurückkommen. Auffällig ist nicht nur der WM-Pokal am Schlüsselbund, markant sind auch die zwei Bänder um Ihr Handgelenk. Was bedeuten sie?

Es sind Armbänder mit vielen kleinen Bildern von Heiligen – Madonna, Jesus, Padre Pio, der verstorbene Papst Johannes Paul. Freunde aus dem Familienkreis schenkten sie mir.

Sind Sie religiös?
Ja, schon. Als Italiener ist mir das in der Familie eingeimpft worden.

Uli Forte

Der 39-Jährige wuchs als Sohn italienischer Einwanderer in Brüttisellen auf. Er war ein durchschnittlicher Fussballer, ein Verteidiger mit angsteinflössendem Bart, der es aber nur in die NLB schaffte. Als 28-Jähriger wurde Forte Trainer bei Red Star in der 2. Liga. Später ging er nach Wil und nach St. Gallen. Ein Jahr war er nach der Entlassung in St. Gallen arbeitslos, bevor er im April 2012 GC-Trainer wurde. Mit GC gewann er den Cup. Seit Juli ist Forte YB-Trainer. (fcl.)


Allzu viele Missverständnisse – Fortes Vorgänger im Stade de Suisse

Hans-Peter Zaugg
Zaugg war der Trainer, der mit YB 2005 ins neue Stade de Suisse einzog. Unter ihm hatte YB 2004 erstmals seit elf Jahren Rang 2 erreicht, doch im schmucken Neubau genügte der Einheimische nicht mehr. Die Investoren erhofften sich auf Knopfdruck Erfolge, nachdem sie dem Team einen Künstler wie Hakan Yakin und ein Talent wie Pirmin Schwegler beigemischt hatten. Doch nach zwölf Spielen lag YB nur auf Rang 5, Zaugg musste gehen. Yakin sagte über ihn: «Man liess ihm gar keine Zeit.» Und über das Profil des Nachfolgers: «Jetzt brauchen wir einen Trainer, der den Verein, die Spieler und die Schweizer Liga kennt.»

Gernot Rohr
Mit Rohr kam ein Coach, der weder den Klub noch die Spieler, noch die Liga kannte, aber einen Hauch von Welt mitbrachte, weil er bei Bayern München und Bordeaux gespielt hatte und ein Trainer Zinedine Zidanes gewesen war. Unter Rohr erhielt YB weitere Verstärkungen, Yakin musste auf der Aussenbahn spielen; am Saisonende resultierten Rang 3 und die Cup-Final-Niederlage gegen den unterklassigen FC Sion. Rohr liess gern defensiv spielen und kritisierte noch lieber Schiedsrichter. Nachdem er von einem Verwaltungsrat öffentlich angegriffen worden war, kam er im September 2006 mit dem Rücktritt der Entlassung zuvor.

Martin Andermatt
Als Andermatt im Herbst 2006 nach Bern kam, sagte er: «Schwierig zu führende Spieler müssen in die Verantwortung gezogen werden» – also machte er Yakin zum Captain. Yakin blühte auf, 2007/08 machte der Fussball im Stade de Suisse erstmals Spass. Yakin und Thomas Häberli belegten in der Torschützenliste die ersten zwei Plätze, YB schoss 82 Goals, verlor aber die Finalissima gegen Basel nach mutloser Leistung. Im Sommer 2008 wechselte Yakin in die Wüste, bald darauf musste auch Andermatt gehen: In der neuen Saison entzog ihm der CEO Stefan Niedermaier nach drei Partien (und einem Punkt) bereits das Vertrauen.

Vladimir Petkovic
Petkovic war ein Glücksgriff, der Niedermaier vor zäher Kritik für die Entlassung Andermatts bewahrte. Petkovic stülpte der Equipe von heute auf morgen ein 3:4:3-System über und kultivierte Offensivfussball, mit Seydou Doumbia stellte YB zwei weitere Male den Torschützenkönig. In der Saison 2009/10 schien YB dem Titel entgegenzustürmen – doch der FC Basel legte ein Störfeuer, indem er in der Winterpause den YB-Regisseur Gilles Yapi per Sommer 2010 unter Vertrag nahm. Diese Personalie brachte Team und Klub aus dem Tritt, die letzten zwei Saisonspiele verlor YB 1:5 und 0:2, der Titel ging nach Basel, YB blieb Rang 2.

Christian Gross
Vier Runden vor Ende der Saison 2010/11 stellte YB den Trainer für die nächste Spielzeit vor: Gross. Petkovic musste sofort gehen, obwohl YB auf Platz 3 lag. Der Technische Direktor Hansruedi Hasler sagte, YB sei mit Petkovic «nicht weit genug» gekommen. Das Engagement des mehrfachen Meistertrainers Gross war logische Konsequenz einer grossspurigen Vorwärtsstrategie. Gross versuchte, die Berner aus dem Busch zu klopfen, erntete mit der fordernden Art aber Missmut. Die Führung um den CEO Ilja Kaenzig stärkte Gross den Rücken nicht lange und entliess ihn Ende April 2012, nach nur einem Sieg in den vorangegangenen 9 Spielen.

Martin Rueda
Rueda war das dritte Missverständnis nach Rohr und Gross. Sein Engagement war die Folge eines Kompromissentscheids der unterschiedlichen Verantwortungsträger wie Kaenzig, Hasler, Werner Müller (Stade-de-Suisse-Erbauer), Benno Oertig, Andy und Hansueli Rihs (Verwaltungsräte). Rueda fehlte die Lobby. In der Europa League zeigte YB Ende 2012 gute Spiele, doch im Frühjahr 2013 konnte Rueda das Auseinanderbrechen des Teams nicht verhindern. Im April ersetzte ihn der neue Sportchef Fredy Bickel durch den Interimscoach Bernard Challandes, YB beendete die Saison auf Rang 7. Benjamin Steffen

Schneller Wandel Vom Greenhorn zum Sonnyboy

Das ist nicht mehr der gleiche Trainer wie noch vor wenigen Monaten; Uli Forte sitzt in einer Loge im Stade de Suisse, er hat ein Erfolgslächeln im Gesicht und trägt dunkle Bundfaltenhosen; etwas eitel war er schon immer, aber erst jetzt fügt sich alles zusammen: das Modebewusstsein, sein dunkler Italiener-Teint, der joviale Charme. Man sagt, Forte sei jetzt ein Sonnyboy, sogar seine Sprache ist anders geworden, selbstsicherer irgendwie. Früher sagte man etwas bedauernd, er sei halt allein, ohne Frau oder Freundin; jetzt heisst es, er sei der begehrteste Single unter den Schweizer Fussballtrainern.

Bei der Vorstellung als GC-Coach vor knapp vierzehn Monaten hatte Uli Forte gesagt, er sei noch ein Greenhorn. Er hatte über seine lange Arbeitslosigkeit gesprochen und treuherzig in die Kameras gesagt, wie schmerzvoll es für ihn gewesen sei, beim FC St. Gallen entlassen zu werden; es war seine erste Freistellung als Trainer, «aber beim zweiten Mal ist es sicher nicht mehr so schlimm». Und in seinem Rücken verdrehten die GC-Verantwortlichen die Augen und dachten: «Um Gottes willen, jetzt holen wir diesen Forte aus einer einjährigen Arbeitslosigkeit, und er spricht schon von der nächsten Entlassung.»

Im kleinen Kreis erzählte Forte später, er sei ein viel besserer Trainer als früher, «aber das darf man nicht schreiben, sonst heisst es, ich sei grössenwahnsinnig». Inzwischen darf man es schreiben, und keiner hält ihn für anmassend. Er hat jetzt einen Titel gewonnen, den Cup mit GC, und das veränderte alles. Dieser Titel unterscheide ihn von einem Loser, er hat das selber einmal so gesagt. Und da Forte jetzt also ein Siegertyp ist, kann er sich als Jungtrainer leisten, eine Debatte zu eröffnen – darüber, wie respektlos mit Trainern umgesprungen wird. Er nahm sein Schicksal selber in die Hand, bevor es sich gegen ihn verschwören und er entlassen werden konnte: Im Juni verliess Forte GC, weil YB ihm mit einem Dreijahresvertrag die Zukunft besser absichert.


http://webpaper.nzz.ch/2013/08/25/sport ... 2f01ab0ce7

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 Beitrag Verfasst: Dienstag 27. August 2013, 08:24 
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«Forte wäre gerne noch bei uns»

YB-Trainer Uli Forte sprach vor dem ersten Duell gegen seinen Ex-Club GC von einem Spiel der Emotionen. Die Zürcher unterstrichen die Wichtigkeit der Partie mit einer Spielerratssitung kurz vor dem Anpfiff.

Am Sonntagmorgen sass GC-Trainer Michel Skibbe vor dem 2:1-Sieg in Bern mit seinem Spielerrat bestehend aus Captain Vero Salatic, Torhüter Roman Bürki, Stéphane Grichting, Milan Vilotic und Daniel Pavlovic noch einmal zusammen. «Wir haben noch einmal besprochen, was wir in Bern besser machen wollen. Wir haben uns geschworen, dass wir dieses Spiel unbedingt gewinnen wollen und müssen. Es war eigentlich ein 6-Punkte-Match. Hätten wir verloren, hätten wir bereits einen Rückstand von 9 Zählern auf YB gehabt», erklärt Vero Salatic gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet. GC habe im letzten Spiel gegen die AS Fiorentina die erste halbe Stunde verschlafen und zu ängstlich gespielt.

«Der Campus lebt auch ohne Forte weiter»

«Wir wollten mit der kurzfristig angesetzten Sitzung unbedingt erreichen, dass in Bern ein Ruck durch die Mannschaft geht. Wir haben uns auch gesagt, dass gerade wir vom Spielerrat ein Zeichen setzen wollen und Vorbilder sein müssen.» Die Mannschaft habe dann die richtige Reaktion gezeigt. «Wir sind solidarisch aufgetreten. Jeder hat die Fehler des anderen sofort ausgebügelt. Das war der Schlüssel zum Erfolg.» GC habe gegen einen aggressiven Gegner dagegengehalten.

Gemischte Gefühle hatte Salatic beim Wiedersehen mit YB-Trainer Uli Forte, mit dem er in der letzten Saison Vizemeister geworden war und den Cupfinal gewonnen hatte. «Nach dem Spiel hat Uli unsere Nähe gesucht. Er hat jedem einzelnen Spieler gratuliert. Ich denke, er wäre gerne noch bei uns.» Forte sei jetzt aber Vergangenheit. «Natürlich waren wir enttäuscht, dass er uns Hals über Kopf verlassen hat. Doch der Campus lebt auch ohne ihn weiter.» Salatic hat die Atmosphäre im Berner Stade de Suisse genossen. «Es ist für einen Fussballer natürlich die grössere Motivation, wenn er in einer klassischen Arena vor 25'000 Zuschauern als in einem grossen Leichtathletikstadion, wo sich 5000 Fans verlieren, spielen kann. Ich denke, das ist ein klares Ja zu einem neuen Fussballstadion in Zürich.»

«Ich musste kurz sehr laut werden»

Ausgerechnet Goalie Roman Bürki, den YB für 800'000 Franken an GC verkauft hatte, war massgeblich am Zürcher Sieg beteiligt. Er war der Mann des Spiels und brachte die YB-Stürmer zur schieren Verzweiflung. Doch der GC-Goalie geht mit den vielen Komplimenten vorsichtig um. «Ich muss konstant auf diesem Niveau spielen und solche Leistungen abrufen können. Am Donnerstag steht für uns in Florenz ja bereits die nächste schwere Aufgabe auf dem Programm.»

Der Grundstein zum Sieg in Bern sei eigentlich ein Pfostenschuss von YB gewesen. «Auch wenn Michi Freys Schuss nach 20 Sekunden an den Innenpfosten an und für sich schon ein Weckruf war, musste ich kurz sehr laut werden», sagt Roman Bürki gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet. Das Spiel in Bern sei ein offener Schlagabtausch gewesen. «Beide Teams setzten immer wieder Nadelstiche», so Bürki. Nicht ganz einig geht er mit gewissen Berner Kommentaren. GC habe den Sieg keineswegs gestohlen. «Auch wir hatten durch Gashi, Salatic und Feltscher hochkarätige Chancen, die YB-Torhüter Marco Wölfli zunichtemachte.» Endlich sei die Mannschaft auch bei den in den Trainings einstudierten Standards erfolgreich gewesen. «Das erste Tor fiel nach einem Freistoss, das zweite nach einem Eckball.»

Zum Wiedersehen mit Uli Forte sagt Bürki: «Vor dem Spiel hatten wir keinen Kontakt. Nach der Partie haben wir uns selbstverständlich begrüsst. Uli hat mir zum Sieg und zu meiner Leistung gratuliert. Zuerst wollte er mir scherzeshalber die Hand nicht geben und sagte: ‹Dir gebe ich sie nicht, du hast uns den Sieg geklaut.›» Roman Bürki betont, dass er zu Uli Forte nach wie vor ein gutes Verhältnis habe. «Bei uns ist ihm keiner böse, dass er zu YB gegangen ist. Das war sein gutes Recht und absolut legitim. Er hatte im Vertrag eine Ausstiegsklausel, von der er schliesslich Gebrauch machte.»


http://www.tagesanzeiger.ch/sport/fussb ... y/23446566

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 Beitrag Verfasst: Samstag 21. September 2013, 17:28 
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Nach zwei Pleiten

YB gegen Luzern unter Druck

Nach dem Traumstart gabs für YB zwei Pleiten. Sind die Berner in einer Minikrise? Uli Forte äussert sich vor dem Spiel gegen Luzern.

Herr Forte, nach 5 Spielen mit 5 Siegen gab es zuletzt 2 Niederlagen: Ist die Partie gegen Luzern ein Spiel der Wahrheit?
Uli Forte: Nein, ganz sicher nicht. Das Resultat ist das eine. Die Entstehung des Resultats das andere. Wir sind ja gegen Basel und GC nicht untergegangen. Im Gegenteil: Gegen GC waren wir besser und hätten eigentlich gewinnen müssen. Auch gegen Basel waren wir in der 2. Halbzeit gut.

YB gewinnt keine grossen Spiele!
Das waren keine grossen Spiele. Das waren die 6. und die 7. Runde einer Meisterschaft. Ein Cupfinal ist ein grosses Spiel. Oder eine Finalissima. Wenn man mir heute anbieten würde, dass wir Ende Saison eine Finalissima bestreiten – ich würde sofort unterschreiben. Denn das hiesse, dass wir im Mai immer noch ganz vorne sind.

Ihr Sorgenkind ist die Defensive: Zverotic ist weg, Sutter, Veskovac und Affolter sind verletzt.
Da muss ich mir in der Tat einige Gedanken machen. Ein Fragezeichen gibt es vor allem rechts hinten durch die Verletzung von Scott Sutter.

Sutter fällt länger aus. Holen Sie noch einen neuen Spieler
Wir halten die Augen offen. Aber das internationale Transferfenster ist zu. Wir könnten höchstens einen arbeitslosen Profi holen. Aber ob uns so einer weiterhelfen könnte? Der Schweizer Markt ist relativ klein. Wenn sich etwas ergibt, sind wir bereit. Aber wir wollen nicht irgendeinen Spieler verpflichten.


http://www.blick.ch/sport/fussball/supe ... 49891.html

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 Beitrag Verfasst: Dienstag 8. Oktober 2013, 11:31 
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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) - Uli Forte
 Beitrag Verfasst: Sonntag 20. Oktober 2013, 22:03 
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«Die Leidensfähigkeit in Bern ist gross»

YB-Trainer Uli Forte schätzt an seinem Arbeitsort die Unaufgeregtheit – und erklärt, wie die Mannschaft zum Erfolg zurückfinden soll.

Der Auftakt war geprägt von Leichtigkeit und Schönheit, die Young Boys eilten von Sieg zu Sieg, bis es fünf am Stück waren mit einem Torverhältnis von 15:4. Für den erfrischenden Stil gab es Lob, für den neuen Trainer Uli Forte lauter Komplimente, die «Berner Zeitung» schuf den Begriff «Sehnsuchtstiller». Die leidgeprüften Anhänger fingen an zu träumen – vom ersten Pokal seit 27 Jahren.

19'000 waren im ersten Heimspiel gekommen, schon 25'000 waren es beim vierten Auftritt von YB im Stade de Suisse. Dummerweise riss dann die Erfolgsserie, erst noch gegen GC, Fortes ehemaligen Verein. Die Euphorie ist seither wieder verflogen, 16 000 Zuschauer waren es beim letzten Heimspiel vor drei Wochen, als es auch gegen den FC Zürich eine Niederlage absetzte.

Nur noch zwei Punkte aus sechs Spielen

Seit dem 10. August und dem 4:0 in Aarau haben die Berner in sechs Spielen gerade noch zwei Remis zustande gebracht. Sie sind vom 1. auf den 5. Platz abgerutscht. Im Cup kamen sie nur unter Mühen zum Sieg bei Erstligist YF Juventus und in den Achtelfinal. Heute Sonntag wollen sie in Luzern zum Befreiungsschlag ansetzen, so wünscht sich das der Trainer jedenfalls, der aber gegen aussen nicht den Eindruck erweckt, als wäre er beunruhigt oder würden ihn Sorgen belasten.

Es ist der Tag, an dem im Stade de Suisse die Schweiz gegen Slowenien die WM-Qualifikation beschliesst. Der 39-jährige Forte, der im Juni bei YB einen Dreijahresvertrag unterschrieb, freut sich auf den Abend, er will ihn mit einem rot-weissen Fähnchen auf der Tribüne verbringen. Seine gute Laune demonstriert er, indem er, der Zürcher, in einem halbwegs korrekten Berner Dialekt ein YB-Fanlied singt: «Häbet nech am Bänkli, häbet nech am Bänkli, YB het – für öich es Gschänkli!» Forte strahlt zufrieden dazu.

Uli Forte, Sie liefern das Stichwort: Geschenke. Warum ist YB in den Spielen so grosszügig?
Weil wir nicht immer hundertprozentig konzentriert waren. Und weil man nach dem hervorragenden Start vielleicht plötzlich glaubte, der Erfolg sei ein Selbstläufer. Und das gibt es nicht. Aber ich kann noch so oft warnen, noch so viel reden: Ein Spieler glaubt das erst, wenn er es selber erlebt.

In dem Fall hat die Mannschaft nicht auf Sie gehört?
Doch, aber wir haben ja nicht alles in eigenen Händen. Wir haben es immer auch mit einem Gegner zu tun. So einfach ist es schon nicht. Was sicher ist: Wir müssen wieder mehr Aufwand auf uns nehmen, dann werden wir automatisch belohnt. Ganz sicher. Und wenn wir auf der Überholspur sind, wollen wir da bleiben, auch wenn es zwischendurch stürmt und rattert. YB hat ein grosses Stadion, hat Tradition, YB hat Fleisch am Knochen. Das verpflichtet.

Waren die Young Boys am Anfang nicht so gut, wie es schien? Und ist es jetzt nicht so schlecht, wie die Resultate vermuten lassen?
Das ist gut formuliert. Wir befinden uns irgendwo in der Mitte.

Wann verteilte YB das erste grosse Geschenk diese Saison?
Das war gegen GC, als Caio den Ball ungestört annehmen und das Siegestor erzielen durfte. Und das in der 86. Minute.

Und das zweite?
In Basel wurde aus unserer Führung innert zweier Minuten ein Rückstand . . .

. . . und aus neun Punkten Vorsprung, wie es nach dem 1:0 virtuell waren, ist in der Realität ein Rückstand von fünf Punkten auf den FCB geworden.
Wenn, wäre, hätte – das ist reine Hypothese. Fakt ist, dass wir unnötig Punkte liegen liessen. Darum geht es, nicht um virtuelles Rechnen.

Sind Sie jetzt wieder ein ganz normaler Trainer?
Das war ich schon immer!

Aber Sie wurden anfänglich mit ganz viel Lob eingedeckt.
Ja, ja, schon, es ist doch klar, dass die Fans anfangen zu träumen bei so einem Start. Das muss so sein. Aber ich konnte das richtig einschätzen. Ich wusste auch nach fünf Siegen, dass es noch einiges zu verbessern gibt. Nur Fantasten glaubten, dass es so weitergehen würde.

Stellen Sie in Bern einen Stimmungsumschwung fest? Am Anfang herrschte Euphorie, nun wieder Alltag.
Nein, überhaupt nicht. Die Menschen hier sind sehr realistisch. Ihre Leidensfähigkeit ist gross, das merkt man. Sie waren weder himmelhoch jauchzend, noch sind sie jetzt zu Tode betrübt. Und was ich auch merkte: Die Leute sind in Bern viel ruhiger als in Zürich. Sie hyperventilieren nicht gleich bei jedem kleinen Fehler, sondern gehen sehr sachlich damit um. Und: Der Verein wird von absoluten Topleuten geführt.

Sie fühlen sich also gut aufgehoben.
Sehr, ja.

Haben all die Schlagzeilen um Sportchef Fredy Bickel einen Einfluss auf das Leistungsvermögen der Mannschaft?
Nein, nullkommanull.

Was können Sie als Trainer konkret machen, um eine Wende hinzubekommen?
Ich kann an den taktischen Inhalten arbeiten. Aber viel wichtiger ist der Kopf. Die Spieler dürfen sich nicht beunruhigen lassen. Und ich sage ihnen, wer Mühe hat mit öffentlichen Kommentaren, soll keine Zeitung mehr lesen. Dann umgehen sie das Problem sehr elegant. Wir dürfen nicht den enormen Drive verlieren, der uns zu Beginn auszeichnete und stark machte.

Wie spüren Sie bei den Spielern die Verunsicherung?
Die sieht man nicht nur als Trainer, sondern auch als Zuschauer. Sie drückt sich aus, wenn nicht mehr mit Dynamik die Offensive gesucht wird, wenn vor jedem Pass nach vorne dreimal überlegt wird, ob er wirklich gespielt werden soll. Zu viele Gedanken dürfen sich die Spieler nicht machen vor lauter Angst, dass etwas schiefgehen könnte. Ist doch egal! Fussball ist ein Fehlerspiel, ein Hunderttausendfehler-Spiel. Fehler machen alle bis ganz nach oben. Das passiert in den besten Familien. Entscheidend ist einzig, dass wir mit Drive bei der Sache sind. Das gelingt nur, wenn auch der Kopf mitmacht.

ie bauten bei GC auf eine stabile Achse, mit Bürki, Vilotic, Grichting und Salatic hatten Sie Erfolg. Bei YB wollten Sie dasselbe Rezept anwenden, aber es funktioniert nicht mehr.
Kein Wunder. Ab dem Basel-Match mussten wir verletzungsbedingt ständig die Abwehr umbauen, da kann es doch nicht mehr gleich gut gehen.

Steve von Bergen sagt: «Wer Entschuldigungen sucht, kommt nicht weiter.» Ist es eine Entschuldigung, wenn Sie dauernd auf die Verletzten hinweisen?
Nein, es ist der Versuch einer Erklärung, wenn ständig nach den Gründen gefragt wird, warum es nicht mehr läuft. Ich schaue nur hinter die Kulissen. Aber Von Bergen hat natürlich recht. Verlierer suchen nach Ausreden, Gewinner nach Lösungen. Und wir suchen Lösungen.

Wie sehr macht sich die Vergangenheit mit vielen Enttäuschungen bemerkbar?
Gerade die letzte Saison ist immer noch nicht aus den Kleidern (YB wurde Siebter), und man darf auch nicht glauben, dass man in dieser kurzen Zeit eine Saison hinlegen kann, in der wir uns für die Champions League qualifizieren.

Nach dem verlorenen Match gegen den FCZ schimpften die Young Boys über den Schiedsrichter . . .
. . . den Österreicher . . .

. . . das ist doch nichts anderes als Ausdruck von Nervosität.
Nein. Ich sage selten etwas gegen den Schiedsrichter. Aber irgendwann ist genug. Und mit diesem Experiment, dem Schiedsrichteraustausch, kann ich nichts anfangen. Die Österreicher haben überhaupt keinen Überblick, was in der Super League läuft.

Aber was kann denn ein Spielleiter ausrichten, wenn ihn Marco Bürki gegen den FCZ mit einer Schauspielaktion hinters Licht führt?
Da waren grosse Emotionen im Spiel. Ich schmiss auch eine Wasserflasche weg, obwohl ich weiss, dass sich das nicht gehört . . . Wir haben die Szene mit Marco besprochen. Es war nicht gut von ihm. Aber ich will ihn deswegen keinesfalls verurteilen. Wichtig ist auch, dass wir unabhängig sein wollen von Schiedsrichterentscheiden: Egal, wie er pfeift, wir müssen uns durchsetzen.

Hat YB denn die Qualität, um das auf Dauer zu schaffen?
Ja – wenn alle gesund sind. Massgebend ist, dass es uns gelingt, die Vergangenheit abzuschütteln. Es gibt einen schönen Satz dazu, vom französischen Schriftsteller Gustave Flaubert: «Die Vergangenheit hält uns fest, die Zukunft beunruhigt uns, deshalb entgeht uns die Gegenwart.» Das darf nicht sein.


http://bazonline.ch/sport/fussball/Die- ... y/16635352

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