Der Bund, 06.08.2010
Bienvenu: «Jetzt wartet GC auf uns»Für YB-Stürmer Henri Bienvenu war das Tor in Istanbul das wichtigste in seiner bisherigen Karriere. Im Hinblick auf das Spiel gegen GC sagt er: «Jetzt müssen wir beweisen, was in unserer Equipe steckt.»
Henri Bienvenu, dieses Tor in Istanbul zum 1:0-Sieg; war es das bisher wichtigste in Ihrer Karriere?
Aber sicher. Es ist mein wichtigstes Tor. Aber entscheidend ist, dass wir als Equipe gegen diesen grossen Gegner stark aufgetreten sind.
Was dachten Sie, als Sie auf den Fenerbahçe-Goalie zuliefen?
Mein erster Gedanke war, dem Goalie den Ball zwischen den Beinen durchzuspielen. Da habe ich realisiert, dass er die linke Seite offen liess und so habe ich anders entschieden.
Wie erlebten Sie die Atmosphäre im Stadion?
Wir liessen uns von den Zuschauern nicht beeindrucken. Wir gerieten in der zweiten Halbzeit unter Druck, aber wir konnten uns immer wieder aus der Umklammerung lösen, weil wir sehr intelligent spielten und sehr positiv waren.
Wie ist das möglich: Gegen Fenerbahçe spielte YB innert einer Woche zweimal sehr stark und am Samstag in Bellinzona so schwach?
YB ist nicht die erste Mannschaft, der das passiert. Klar, die Spiele gegen Fenerbahçe waren sehr wichtig, da ging es um sehr viel. Dennoch müssen wir begreifen, dass nach jedem Sieg, sei er gegen Fenerbahçe oder Real Madrid, die nächste Niederlage droht, wenn man nicht die gleiche Einstellung mitbringt. Das haben wir gegen Bellinzona erlebt.
Jetzt ist YB wieder in derselben Situation. Nach dem grossen Spiel in Istanbul geht es am Sonntag zu GC. Droht wieder eine Niederlage?
In Zürich wird wieder alles ganz anders sein als in Istanbul. GC wartet auf uns, ist ausgeruht, motiviert. Fenerbahçe, ç’est fini. Jetzt müssen wir beweisen, was in unserer Equipe steckt.
In einer Woche spielt Kamerun ein Testspiel in Polen – und Sie sind im Aufgebot. Überrascht?
Ich freue mich sehr. Es ist das erste Mal, dass ich ein Aufgebot für die A-Nationalmannschaft erhalten habe. Das ist für mich Bestätigung, dass meine Leistungen auch zu Hause zur Kenntnis genommen werden.
Wer ist nun Kameruns Nationalcoach?
Wir haben noch keinen. Jacques Songo’o, der ehemalige Nationalgoalie, betreut das Team interimistisch. Man spricht in Kamerun von Lothar Matthäus.
Dem hat man doch abgesagt?
Ja? Ich habe gehört, Matthäus sei immer noch im Gespräch.
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