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 Betreff des Beitrags: Re: (21) David Degen
 Beitrag Verfasst: Dienstag 7. April 2009, 11:10 
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Berner Zeitung, 07.04.2009

Der Kampf des David Degen bei den Young Boys

David Degen hat am Sonntag gegen Xamax das Siegtor erzielt, aber sein Engagement bei YB ist bisher eher ein Missverständnis. Der begabte Offensivspieler ist unzufrieden.

David Degen stand an der Mittellinie und riss die Arme in die Höhe. Felix Bastians sprintete die rund 40 Meter von der Ersatzbank zu Degen, als gelte es, die Strecke in Rekordzeit zurückzulegen. Kurz darauf gesellte sich Baykal zu den beiden, und die drei YB-Spieler feierten am Sonntagabend in Neuenburg nach dem Schlusspfiff gemeinsam den 3:2-Sieg gegen Xamax. Sie tanzten und hüpften – und salutierten. «Wir haben abgemacht, dass wir so jubeln, wenn einer von uns ein Tor erzielt», sagt Degen, der fünf Minuten vor Spielende das Siegtor erzielte, zur ungewöhnlichen Geste.

Degen, Bastians und Baykal verstehen sich ausgezeichnet. Neben dem Platz. Auf dem Rasen dürfen sie ihre sportlichen Qualitäten eher selten zusammen unter Beweis stellen. Sie sind Edelreservisten bei YB, wie die Stürmer Thomas Häberli und Seydou Doumbia, und natürlich befriedigt es sie nicht, wenn der Trainer sagt, YB hätte 18 Stammspieler. «Jeder Fussballer will spielen», sagt Degen.

Die beste Schweizer Bank

Der Höhenflug der Young Boys lässt sich vorzüglich veranschaulichen: YB hat die beste und produktivste Schweizer Bank. David Degen, 26 Jahre alt, ist der prominenteste Bankangestellte, er hat neun Länderspiele absolviert und mit dem FC Basel vier Titel (drei Meisterschaften, ein Cupsieg) gewonnen. Degen ist ein schnelles, dribbelstarkes, technisch versiertes Kraftpaket mit ausgezeichneten Schussfähigkeiten. Aber: Er kommt bei YB nicht auf Touren. «Die Situation ist nicht einfach», sagt Degen. «Ich denke ständig daran, was ich besser machen kann», sagt der wohl talentierteste YB-Fussballer.

David Degen steckt in einer Sackgasse, aus der er sich in erster Linie selber herauskämpfen muss. «Degen hat sehr grosse Qualitäten. Aber er muss geduldig sein und seine Position finden», sagt Trainer Vladimir Petkovic. Degen ist unglücklich, er wirkt zuerst leicht genervt und spricht mit leiser Stimme, ehe er lauter wird und sagt: «Ich habe bei YB noch keine einzige Partie so gespielt, wie ich es mir eigentlich vorstelle.» Selbstkritisch analysiert er sein Dilemma: «Ich will, aber ich darf und kann nicht.»

Position nicht gefunden

Oft wird David Degen als arrogant bezeichnet, aber wer ihn besser kennt, beschreibt den Offensivfussballer als sensibel. In Gladbach warf ihn Trainer Jos Luhukay mit der Begründung, er könne «einen solchen Charakter» nicht brauchen, vor zwei Jahren aus dem Team. Degen hatte zuvor geäussert, er könne es sich nicht vorstellen, in der 2. Bundesliga zu spielen. Das war eine schmerzhafte Erfahrung, und Degen glaubt, aus seinen früher manchmal unbedachten Interviews gelernt zu haben.

Auch das Engagement bei YB ist bislang ein Missverständnis. «Ich bin ein rechter Mittelfeldspieler, der bisher im 4-4-2-System gespielt hat», sagt Degen. Diese Position gibt es im 3-4-3 von Petkovic nicht. Und die Konkurrenz auf den für Degen ungewohnten Flügelpositionen ist riesig. Petkovic sagt: «Ich sehe Degen eher im rechten Aufbau.»

«Ich muss mich in jedem Training aufdrängen»

Der YB-Trainer setzt aber bislang nicht auf Degen. Der Spieler spürt das vielleicht, aber er würde das nie so formulieren. Er sagt: «Ich muss mich in jedem Training aufdrängen und darauf hoffen, einmal mehrere Partien hintereinander spielen zu dürfen. In Kurzeinsätzen ist es schwierig, sich zu empfehlen und Selbstvertrauen zu holen.» Sein Vertrag bei YB laufe noch bis Sommer 2011, und essei überhaupt nicht so, dass er einen neuenArbeitgeber suche. «So schnell gebe ich nicht auf. Meine Aussichten auf dem Markt wären ja auch ziemlich schlecht», sagt Degen – und beweist Humor.

Mit seinem späten Tor in Neuenburg hat Degen bei jenen YB-Fans, die dem Basler ablehnend gegenüberstehen, Pluspunkte gesammelt. Degen wohnt in der Nähe von Basel, aber er identifiziert sich mit YB: «Wir haben ein starkes Team und eine überragende Offensive. Wenn wir in dieser Saison keinen Titel holen, können wir nicht zufrieden sein.» Was überheblich klingt, ist nicht so gemeint, das sei halt seine Art, sagt Degen. «Ich bin direkt, offen, ehrlich. Das ist manchmal nicht gut für mich.»

Das Pech der Degens

Die Hoffnung auf bessere Zeiten hat David Degen nicht aufgegeben. «Es ist bestimmt nicht unsere beste Phase», sagt er und denkt auch an seinen Zwillingsbruder Philipp, der in Liverpool einen grossartigen Vertrag besitzt, aber ständig von Verletzungen zurückgeworfen wird. «Wir kommen zurück. Die Degens sind Kämpfer.»

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 Betreff des Beitrags: Re: (21) David Degen
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 9. April 2009, 22:42 
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David Degen




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 Betreff des Beitrags: Re: (21) David Degen
 Beitrag Verfasst: Samstag 13. Juni 2009, 09:23 
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Was meinet dir eigentlech zum Degen?


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 Betreff des Beitrags: Re: (21) David Degen
 Beitrag Verfasst: Samstag 13. Juni 2009, 10:27 
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Ich weis noch immer nicht was er in Bern sucht!


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 Betreff des Beitrags: Re: (21) David Degen
 Beitrag Verfasst: Sonntag 2. August 2009, 10:23 
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sf.tv, 29.07.2009

Europa League

Degen: «Will unbedingt in Gruppenphase»

Nach Basel und Zürich startet am Donnerstag auch YB in die europäische Saison. Der Vize-Meister bekam mit Athletic Bilbao einen schwierigen Gegner für die 3. Qualirunde der Europa League zugelost. Trotzdem ist für Mittelfeldspieler David Degen klar: «Die Chancen sind intakt.»

David Degen, YB zeigte eine starke Vorstellung gegen Aarau, schaffte den Sprung an die Tabellenspitze und scheint gut in Form. Das gibt Selbstvertrauen für die Europa League, die am Donnerstag in Bilbao startet...

Degen: Es ist natürlich schön, dass wir nach drei Runden sieben Punkte auf dem Konto haben, obwohl es meiner Meinung nach sogar neun sein sollten. Bis zu einem gewissen Grad gibt das sicher Selbstvertrauen. Aber am Donnerstag gibt es ein neues Spiel.

Bei einem Duell zwischen einem Schweizer und einem spanischen Verein ist die Verteilung der Favoritenrolle stets die gleiche: die Schweizer sind Aussenseiter. Teilen Sie diese Einschätzung?

Vom spielerischen her liegen uns die englischen und deutschen Teams sicher besser. Gegen spanische Mannschaften, die auf einem sehr hohen technischen Niveau spielen, sind die Schweizer Vereine meistens gescheitert. Aber für uns heisst das gar nichts. Wir werden Chancen haben, vor allem weil wir zuerst auswärts spielen und sie nachher zu uns kommen müssen.

Was sind die europäischen Ziele von YB?

Ich kann nur für mich sprechen: Ich will unbedingt in die neue Europa League. Es wäre natürlich sensationell, wenn wir mit YB dort in der Gruppenphase mitspielen könnten. Dafür braucht es aber einen Kraftakt und höchste Konzentration, denn Bilbao ist sicher kein einfacher Gegner. Das Spiel wird wohl durch kleine Fehler entschieden werden. Wenn jeder den Willen hat, in die Europa League einzuziehen, dann sind die Chancen intakt.

Die Super League startet früher als ander Ligen. In den ersten Europacup-Runden wird dann immer vom Vorteil gesprochen, schon im Spielrhythmus zu sein. Macht das wirklich etwas aus?

Es gibt ein paar Leute, die das sagen. Ich sage: Nein! Fussball spielen kann Bilbao sowieso. Letztlich ist der Ball wieder rund und es spielt überhaupt keine Rolle, ob du drei, vier oder fünf Wochen Ferien gehabt hast. Die Mannschaft wusste, wann die Europa League beginnt und wird sich ihre Gedanken gemacht haben. Sie wird am Donnerstag bereit sein und sowieso mit uns mithalten können. Wir müssen nur auf uns schauen.

Wie schätzen sie den Gegner ein, was sind die Stärken und Schwächen?

Wie jede Primera-Division-Mannschaft sind sie sehr spielstark. Zudem spielen ausschliesslich Basken im Team und praktisch keine Ausländer. D.h., sie sind eine eingeschworene Truppe. Aber gerade weil sie keine Ausländer haben, sind die Chancen für uns intakt. Das ist keine Mannschaft wie z. B. Sevilla, sondern eine, die wir schlagen können. Aber dafür braucht es natürlich eine Top-Leistung.

YB spielt in der Meisterschaft sehr offensiv. Wird dies auch das Rezept in Bilbao sein oder werdet ihr etwas vorsichtiger agieren?

Wie der Trainer die Taktik vorsieht, ist noch unklar. Sicher ist, dass wir auswärts in Spanien dem Gegner nicht ins offene Messer laufen dürfen. Gegen eine Mannschaft wie Bilbao besteht die grosse Gefahr, dass man ihr zu viel Raum lässt. Wenn wir von der ersten Sekunde angreifen, werden sie das sicher ausnützen, da Bilbao offensiv ebenfalls stark ist.

Sie spielten zuletzt auf der für sie eher ungewohnten linken Seite. Von aussen hat man den Eindruck, Sie haben mit der neuen Rolle keine Mühe.

Es ist schon etwas anderes als auf der rechten Seite. Die Abläufe sind anders, ich bin mir gewohnt, aussenherum zu spielen. Aber ich muss zugeben, ich fühle mich auf der neuen Position immer besser. Letztlich ist sowieso nur wichtig, dass ich für YB gute Leistungen zeige. Auf welcher Position ist sekundär.

Teilen Sie den Eindruck, dass Sie erst auf diese Saison hin so richtig in Bern angekommen sind?

In der Vergangenheit haben diverse Komponenten nicht gestimmt. Vieles lief nicht so, wie es sollte. Das lag sicher einerseits an mir, vielleicht auch ein wenig am Trainer. Aber mittlerweile haben wir uns angenähert. Es braucht Vertrauen von beiden Seiten. Wenn ich auf dem Feld bin, weiss der Trainer, dass er mir vertrauen kann, und ich ihm, weil er auf mich setzt. Wenn es in Zukunft so weitergeht, sieht es sehr gut aus.

http://sport.sf.tv/nachrichten/archiv/2009/07/29/fussball/degen_will_unbedingt_in_gruppenphase

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 Betreff des Beitrags: Re: (21) David Degen
 Beitrag Verfasst: Samstag 29. August 2009, 11:38 
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Der Bund, 29.08.2009

«Wieso bin ich ein Mensch, der so stark polarisiert?»

YB-Mittelfeldspieler David Degen ist in grosser Form. Vor dem Spiel der Young Boys morgen beim FC Basel spricht der Basler ehrlich und überlegt über sich, seinen Wandel, seinen Bruder und seine Zukunft.

Was würde der Journalist David Degen den Fussballer David Degen fragen?
David Degen: (überlegt sehr lange) Das ist eine sehr gute Frage. Ich weiss ja alles von mir (lacht).

Und was würden Sie gerne einmal in einem Interview erklären?
(Überlegt noch länger) Ich habe etwas, was mich sehr interessieren würde: Wieso bin ich ein Mensch, der so stark polarisiert?

Und was würden Sie antworten?
Das wüsste ich auch gerne (lacht wieder). Nein, im Ernst, ich denke, das hat damit zu tun, dass ich immer offen und ehrlich bin.

Vielleicht überfordert dieses Denken in der Schweiz, wo die Leute zurückhaltend sind, viele.
Das mag sein, ja, ich gehe auf die Leute zu, ich bin extrovertiert.

Leute, die Sie gut kennen, sagen: David ist ein sehr lieber Kerl, aber er bringt es nicht immer rüber.
Das kann gut sein, meine Art erschreckt vielleicht einige Leute. Ich arbeite an mir und habe bereits Fortschritte gemacht.

Können Sie Leute verstehen, die sagen, Sie seien arrogant?
Nein! Für mich ist Arroganz etwas anderes. Ich bin selbstbewusst und zielstrebig, sehr sogar, ich gehe auf den Platz und zeige meinem Gegenspieler: Dieses Spiel gewinnst du nicht! Dazu gehört eine Körperhaltung, die Selbstsicherheit signalisiert.

Gab es für Sie auch schon unangenehme Momente mit Fans?
Ja, in der Vorbereitung warf mir ein YB-Fan während des Spiels gegen Wohlen einen Bierbecher an.

Wie haben Sie reagiert?
Ich habe ihn zur Rede gestellt. Er war mit meinen Leistungen nicht zufrieden, er fand, ich zerreisse mich nicht für YB. Da habe ich ihm gesagt, wenn er als Berner in Basel arbeiten und keinen guten Job machen würde, wäre meine Reaktion nicht, ihm einen Bierbecher anzuwerfen.

Heute schätzen Sie die meisten YB-Fans, doch Sie hatten es als Basler lange schwer. Und Ihre Leistungen letzte Saison waren…
…nicht gut, das weiss ich, ich habe die Erwartungen nicht erfüllt. Ich bin selbstkritisch.

Sie hatten Mühe mit dem 3-4-3-System und waren bis zu diesem Sommer nicht bereit, die neue Rolle zu akzeptieren.
Ich wollte lange nicht annehmen, was man von mir verlangte. Ich war innerlich gefangen in meinen Gedanken und wollte die Hürde nicht überspringen, ich wollte um die Hürde laufen. Heute gehe ich die Aufgabe positiv an. Hinzu kommt etwas anderes.

Was?
Das 3-4-3-System erfordert gedankliche Arbeit, man muss flexibel sein, man muss oft verschieben, es ist deutlich anforderungsreicher als das 4-4-2-System. Man muss auch körperlich bereit sein und lange Wege gehen. Ich habe erstmals seit drei Jahren eine Sommervorbereitung voll mitmachen können. Davon profitiere ich jetzt.

Im Sommer sah es noch so aus, als ob Sie YB verlassen müssten.
Das ist nicht ganz richtig. Jeder Spieler analysierte nach der Saison die Situation mit Trainer Vladimir Petkovic, Sportchef Alain Baumann und Stadionchef Stefan Niedermaier. Natürlich war die Bilanz bei mir unbefriedigend. Aber ich habe gesagt, dass ich nicht aufgebe und mich bei YB durchsetzen wolle.

Wie wichtig ist es für Sie, dass mit Carlos Varela, mit dem Sie sich einmal im Training geprügelt hatten, und Thomas Häberli oder Christian Schwegler Teamleader nicht mehr bei YB sind.
Das spielt für mich keine Rolle. Wir haben jetzt einen ausgezeichneten Teamgeist, wir haben viel Spass. So etwas habe ich noch nie erlebt. Zudem haben wir eine natürliche Hierarchie.

Und wo stehen Sie da?
Ganz oben ist natürlich der Trainer, das muss in einem Fussballteam so sein. In der letzten Saison war ich unten in der Pyramide, heute bin ich weiter oben. Ich bin aber noch nicht die Leaderfigur, die ich bei YB sein möchte. Nach fünf, sechs guten Partien kann man das nicht sein. Ich hoffe, bald auf einer Stufe mit Marco Wölfli, Mario Raimondi und Gilles Yapi zu stehen.

Wenn sich Raimondi aber nicht verletzt hätte, würden Sie bei YB wohl auf der Ersatzbank sitzen.
So sehe ich das nicht. Ich hätte meine Chance erhalten. Diesmal war ich bereit, die Aufgabe im linken Mittelfeld zu akzeptieren. Also habe ich gelernt, den linken Fuss mehr zu gebrauchen, so schlecht ist er übrigens nicht, und das Verhalten anzupassen.

Und was passiert, wenn Teamleader Raimondi zurückkommt?
Das werden wir sehen, es wird Platz für uns beide haben. Auch Thierry Doubai wird uns enorm verstärken, er ist eine Sensation, er spielt die Bälle aus 30, 40 Metern perfekt, links wie rechts.

Und warum spielen Sie eigentlich ungern im Sturm?
Ich brauche Platz für Dribblings.

Nicht wie Seydou Doumbia?
Er ist überragend. Ich habe noch nie einen Fussballer mit einer solchen Antrittsgeschwindigkeit gesehen. Er hat alles, was ein Stürmer braucht, er ist brutal schnell, torgefährlich, kräftig, auch taktisch und technisch hat er grosse Fortschritte erzielt.

Mit Spielern wie Doumbia und nach diesem Saisonstart kann das YB-Ziel nur der Titel sein.
Natürlich. Wenn ich für den Titel durch eine Wand rennen müsste, würde ich es tun (lacht). Und dann möchte ich in der Champions League dabei sein. Zürich darf nun gegen Milan, Real Madrid und Marseille spielen. Das ist fantastisch und muss unser Anspruch sein. Sehen Sie, das meine ich. Ich sage: Wir wollen Meister werden. Das ist selbstbewusst. Würde ich sagen: Wir werden Meister, wäre das arrogant.

Und am Sonntag, beim Spiel in Basel, ist YB Favorit…
Der FCB hätte in unserer Lage dieses Selbstverständnis. Wir wurden letzte Saison Zweiter, Basel Dritter, und jetzt haben wir zehn Punkte mehr, also sind wir Favorit. Doch wir müssen demütig bleiben. Ich warne davor, Basel und Zürich abzuschreiben. Das sind starke Teams, die wissen, wie man Titel holt. Das müssen wir noch lernen.

Sie kommen aus Basel…
…nein, aus Basel-Land…

…und haben in Basel immer noch viele Kollegen.
Natürlich ist das für mich ein spezielles Spiel. Mit den Nationalspielern Benjamin Huggel, Marco Streller und Alex Frei oder mit Leuten aus dem FCB-Vorstand habe ich engen Kontakt.

Und mit Ihrem Zwillingsbruder Philipp Degen telefonieren Sie tatsächlich jeden Tag zehnmal?
Manchmal sogar noch mehr. Das passiert einfach, teilweise rufen wir uns in einer Stunde dreimal an. Wir brauchen uns.

Waren Sie nie eifersüchtig auf Ihren Bruder, weil er beim Weltverein Liverpool spielen darf und rund 10 Millionen Franken in vier Jahren verdienen soll?
Nein, nie, absolut nie, ich mag ihm alles von Herzen gönnen. Er hat schwierige Zeiten erlebt, er hat über ein Jahr nicht spielen können. Er profitiert in Liverpool viel und gibt mir Tipps.

Zum Beispiel?
Rafael Benitez ist einer der besten Trainer der Welt. Er hat Philipp einmal gesagt: Do the right things in the right moment (Mach die richtigen Dinge im richtigen Moment). Das ist einleuchtend und seither meine Devise auf dem Fussballplatz.

Ihr Bruder spielt in der Premier League. Ist das auch Ihr Ziel?
Ich bin bei YB. Diese Frage stellt sich derzeit wirklich nicht.

Das war jetzt eine sehr professionelle Antwort. Aber war Sie auch ehrlich? Jeder Schweizer Fussballer träumt doch vom Ausland.
Ich werde nie mehr etwas machen, das mir nicht passt. Ich habe in Gladbach gelitten, ich durfte nicht spielen, ich war traurig, das will ich nie mehr erleben.

Aber Sie würden nie versprechen, 2011 noch bei YB zu sein?
Das ist mein Ziel. Aber im Fussball kann es schnell gehen. Wenn Stefan Niedermaier am 31.August, kurz vor Ende der Transferperiode um 23.01 Uhr, ein Angebot über 25 Millionen für Doumbia erhält, ruft er eine Telefonkonferenz mit den Investoren ein. Und um 23.40 Uhr ist Doumbia vielleicht verkauft. Das wäre bei dieser Summe ja leider logisch.

Und wenn am 31.August ein Angebot für Degen kommt.
Dann geht es nicht um 25 Millionen und ich bleibe in Bern. Klar, ich möchte irgendwann wieder mit meinem Bruder spielen…

…beide auf der rechten Seite?
Das muss nicht sein, wir können auch die Degen-Zange bilden…

Fürs Nationalteam wurden Sie und Philipp nicht aufgeboten.
Das ist schade. Ich werde weiter versuchen, mich aufzudrängen.

Viel besser als in den letzten Wochen können Sie kaum spielen.
Das haben Sie behauptet. Ich muss diese Leistungen über einen längeren Zeitraum zeigen. Die WM 2010 ist ein Ziel von mir.

Was machen Sie eigentlich in der Freizeit? Playstation, Discos…
…nein, selten. Ich bin ein kommunikativer Typ und diskutiere gerne. Und ich bin auch politisch sehr interessiert…

…das sagen Fussballer selten.
Ich mag Politik, sie ist wichtig für unser Land und spannend.

Stimmen Sie auch ab?
Natürlich, immer.

Und welche Partei wählen Sie?
Das sage ich nicht, ich möchte nicht noch stärker polarisieren.

Das ist jetzt nicht sehr offen.
Doch, es ist offen und ehrlich, weil ich finde, dass das niemanden etwas angeht. Und ich würde nur Leute verärgern. Das ist eigentlich sehr schade, denn man sollte nie über Menschen urteilen, die man nicht kennt.

http://www.derbund.ch/sport/fussball/Wieso-bin-ich-ein-Mensch-der-so-stark-polarisiert/story/12164666

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 Betreff des Beitrags: Re: (21) David Degen
 Beitrag Verfasst: Freitag 6. November 2009, 13:37 
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gratulation zum nationalmannschafts-aufgebot dave.

finde er hatte bei uns einen steinigen weg zurück zur spitze. dank den guten sportlichen leistungen hat er es jetzt aber verdient auf aufgebot zu erhalten.


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 Betreff des Beitrags: Re: (21) David Degen
 Beitrag Verfasst: Montag 16. November 2009, 11:19 
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Berner Zeitung, 16.11.2009

«Ich brenne auf die Meisterschaft»

David Degen hat am Samstag beim 0:1 der Schweiz gegen Norwegen nach zwei Jahren Pause sein 10. Länderspiel bestritten. Der YB-Spieler spricht über sein Comeback und die WM, über YB, den FC Basel und sein grosses Ziel.

Sind Sie trotz der Niederlage gegen Norwegen zufrieden mit Ihrem Comeback im Schweizer Nationalteam?
David Degen: Natürlich nicht, ich ärgere mich sehr über die Niederlage. Norwegen hat enorm diszipliniert und vor allem defensiv gespielt. Wir rannten an, und als ich nach einer Stunde eingewechselt wurde, lagen wir 0:1 hinten. Da war es noch schwieriger für uns, weil die Norweger nur noch hinten warteten. Ich hätte gerne mehr Aktionen gehabt, mehr Bälle, um mich zu zeigen. Doch es war ein schönes Gefühl, wieder im Nationalteam spielen zu dürfen.

Ihr letztes Länderspiel bestritten Sie vor genau zwei Jahren beim 0:1 im Test gegen Nigeria. Wie war die Rückkehr in die Auswahl?
Sensationell, ausser Stürmer Albert Bunjaku habe ich ja alle Spieler gekannt. Und ich habe Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld kennen gelernt, zudem gibts im Staff einige neue Leute, aber sonst war es fast wie früher. Die meisten Akteure kenne ich seit vielen Jahren.

Und es war sicher speziell, mal wieder mit Ihrem Bruder Philipp spielen zu dürfen.
Ja, das war genial. Wir belegten in den Tagen in Genf zusammen ein Zimmer. Es ist immer wieder schön, Philipp zu treffen, wir haben eine besonders enge Beziehung. Leider hat er gegen Norwegen mit einem Foul den Elfmeter zum Gegentor verschuldet, aber wir hätten auch mindestens einen Penalty erhalten sollen. Letztmals spielten wir übrigens gegen Nigeria zusammen, aber da verletzte er sich leider nach zwanzig Minuten.

Wie beurteilen Sie nun Ihre Chancen auf eine WM-Teilnahme?
Darüber zerbreche ich mir jetzt nicht den Kopf. Meine Konzentration gilt nun wieder einzig YB. Ich muss und will mich fokussieren und mit den Young Boys einen oder zwei Titel gewinnen. Alles andere kommt später von alleine.

YB hat zuletzt geschwächelt... ...halt, halt, wir haben nicht geschwächelt. Unser Saisonstart war überragend, aber kein Team kann ein ganzes Jahr auf derart hohem Niveau agieren. Jetzt hat halt Basel einen Riesenlauf, aber noch sind wir Leader und haben vier Punkte Vorsprung auf den FCB. Es wird bis zum Schluss sehr spannend bleiben.

Dennoch: Die Leistungen von YB waren zuletzt selten gut.
Beim 1:2 in Zürich gegen GC waren wir schwach, ja, aber dann in Bellinzona beim 7:1 reagierten wir stark. Es kam das 1:1 zu Hause gegen Luzern, wo uns auch ein wenig das Glück fehlte und wir viele Torchancen vergaben. Und zuletzt in Sion habe ich mich grausam über die 1:3-Niederlage geärgert.

Warum?
Weil diese Niederlage nicht nötig war. Jedes Detail ist entscheidend, wollen wir Meister werden. So kann es nicht sein, dass wir beispielsweise ausrutschten auf dem Platz. Das sind Dinge, die wir beeinflussen können, und zwar vor dem Spiel.

Sie sind gerade sehr impulsiv.
Ja, ich brenne auf die Meisterschaft, wir spüren die Begeisterung bei den Zuschauern und wollen diesen Titel nach Bern holen. Dafür müssen wir alles machen. Und dann erhalten wir in Sion drei Gegentore nach stehenden Bällen, das darf einfach nicht passieren. Wenn der Tscheche Jan Koller ein Kopftor erzielt, dann muss man sagen: Okay, er springt fast auf drei Meter in die Höhe, das kann passieren. Aber wenn man wie wir in Sion drei Tore nach stehenden Bällen erhält, ist das ein Zeichen dafür, dass wir defensiv zu wenig konzentriert gearbeitet haben. Da müssen wir uns alle sofort wieder steigern. Der FC Basel zum Beispiel hat mit den Nationalspielern Benjamin Huggel und Marco Streller auch ausgezeichnete Kopfballspieler. Da werden wir aufpassen müssen.

Bis zur Winterpause folgen für die Young Boys noch der Cup-Achtelfinal bei Xamax und die Heimspiele gegen die ersten Verfolger Basel und Xamax. Freuen Sie sich jetzt darauf – oder spüren Sie den Druck?
Ich bin sehr, sehr heiss auf diese Spiele, ich würde am liebsten schon am Montag loslegen (lacht). Das ist positiver Druck für uns, es ist ein Kribbeln da, wir wollen zeigen: YB ist da, YB ist die Nummer 1!

http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussball/Ich-brenne-auf-die-Meisterschaft/story/15304040

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 Betreff des Beitrags: Re: (21) David Degen
 Beitrag Verfasst: Freitag 27. November 2009, 12:05 
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Blick, 26.11.2009

«Freue mich riesig aufs Spiel gegen FCB»

BERN - YB gibt bereits drei Tage vor dem Spiel gegen Basel die letzte Medienkonferenz. Blick.ch sprach mit David Degen und Marco Wölfli.

Für David Degen, den Basler in Berner-Diensten, ist der Spitzenkampf gegen Basel natürlich speziell. «Ich freue mich riesig. Huggel, Streller, Frei. Beim FCB kenne ich praktisch alle Spieler persönlich, das macht es natürlich sehr speziell für mich», sagt Degen.

Basel kann mit einem Auswärtssieg bis auf einen Punkt zu Leader YB aufschliessen. «Wenn zwei so starke Teams aufeinander treffen, dann hoffe ich auf einen guten und aggressiven Match», sagt YB-Keeper Marco Wölfli zu Blick.ch.

Und vor ausverkauften Rängen zu spielen, macht natürlich noch mehr Spass. Wölfli: «Unsere Fans werden uns super unterstützen. Wir werden sie brauchen.» (N.W.)

Ausgangslage

Noch führt YB in der Rangliste mit vier Punkten vor dem FC Basel. Am Sonntag kommt es im ausverkauften Stade de Suisse Wankdorf zum Spitzenkampf (13.30 Uhr, Live-Ticker auf Blick.ch). In der letzten Runde vor der Winterpause empfängt YB zuhause dann Xamax, der FCB die AC Bellinzona. Ein Leaderwechsel wäre also noch vor der grossen Pause möglich. Vorausgesetzt, Basel gewinnt in Bern und YB patzt auch noch gegen Xamax. Für Spannung ist gesorgt.

http://www.blick.ch/sport/fussball/superleague/david-degen-ich-freu-mich-riesig-134344

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 Betreff des Beitrags: Re: (21) David Degen
 Beitrag Verfasst: Samstag 28. November 2009, 14:33 
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BAZ, 28.11.2009

«Achtung, fertig, los und 3 Punkte»

Vor dem Spitzenspiel YB gegen Basel heisst der meist gefragte Mann in Bern David Degen, der den Kontakt zu seinem Stammklub weiterhin pflegt. Seine guten Zeiten sind ihm anzumerken.

David Degen hat gestern ein neues Amt angenommen. Der YB-Offensivspieler wurde gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder Philipp zum Right-to-Play-Athletenbotschafter bestimmt. Mittels Spiel- und Sportprogrammen will die humanitäre Organisation Kindern in benachteiligten Weltregionen die Werte des Sports erlebbar machen. Aber nicht deshalb ist der 26-Jährige in den Tagen vor dem Spitzenspiel der Young Boys am Sonntag gegen Basel die meistgefragte Figur auf Seiten der Berner. Der FCB ist Degens Stammklub. 2004 und 2005 wurde er Schweizer Meister. Nach einem verunglückten Abstecher nach Deutschland (Mönchengladbach) und einem weiteren Gastspiel in Basel lancierte er ab Sommer 2008 seine Karriere bei den Young Boys neu. Sechs Tore hat er in dieser Spielzeit erzielt und damit nach 16 Runden seine Bestmarke aus der Saison 05/06 bereits egalisiert. Für das letzte Länderspiel des Jahres gegen Norwegen kehrte er vor zwei Wochen nach langer Pause in das Schweizer Nationalteam zurück und kam gemeinsam mit dem Zwillingsbruder zum Einsatz.

Die guten Zeiten sind David Degen anzumerken. Alles an ihm drückt Selbstbewusstein aus, von der Körperhaltung bis zur Wortwahl. «Ich freue mich riesig auf die Partie gegen Basel», sagt er. «Das Stadion ist ausverkauft, die Ausgangslage ist spannend. Alle Voraussetzungen für ein tolles Duell sind gegeben.»

Ende der Schwächephase

Als «Achtung, fertig, los – und 3 Punkte», gibt Degen die Strategie vor, die YB morgen verfolgen müsse. Wohlwissend, wie schwierig es sein wird, das angesichts der Formstärke des Gegner umzusetzen. Seit der 1:2-Heimniederlage gegen YB Ende August blieb der FCB in der Super League in acht Spielen ungeschlagen. «Die Basler haben den gleichen Lauf, den wir zu Saisonbeginn hatten. Wie sie sich vom schwachen Start erholt haben, ist ihnen hoch anzurechnen.» Degen ist aber auch überzeugt, sein Team habe das kleine Tief überwunden, das in der Meisterschaft zu Niederlagen gegen GC und Sion sowie zu einem Unentschieden gegen Luzern führte. «Eine kurze Schwächephase ist doch normal. Ausserdem waren wir beim 1:3 in Sion nicht die schlechtere Mannschaft. Wir waren bei den gegnerischen Standardsituationen nicht aufmerksam genug.»

Sorge um einen Platz für Frei

Auf die Frage nach den Unterschieden zwischen YB und Basel erwähnt Degen die Schnelligkeit, die den Stil der Young Boys auszeichne. «Geschwindigkeit ist das A und O im heutigen Fussball. Dafür ist Basel bei Standardsituationen unglaublich stark.» Auch Gemeinsamkeiten zwischen Leader und Verfolger fallen Degen ein. «Beide Teams verfügen über herausragende Individualisten.» An Seydou Doumbia denkt er bei YB in erster Linie und wohl auch ein bisschen an sich selbst. «Beim FCB sind Benjamin Huggel, Marco Streller und Alex Frei die absoluten Leader.»

Degens Kontakt zu seinem Exklub ist nie abgerissen, er wohnt noch immer in Basel. Mit Streller und Frei hat er kürzlich telefoniert, dass Letzterer morgen wegen einer Sperre fehlt, bedauert er. «Ich hätte gerne gegen Frei gespielt. Es wäre eine besondere Herausforderung gewesen.» Mit Blick auf das ausverkaufte Stade de Suisse sorgt sich Degen im Spass gar darum, ob Frei am Sonntag überhaupt einen Platz findet. «Hoffentlich hat er sich ein Ticket besorgt», sagt er und lacht.

http://bazonline.ch/sport/fussball/Achtung-fertig-los-und-3-Punkte/story/31657114

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