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 Beitrag Verfasst: Mittwoch 6. Mai 2009, 13:21 
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Liechtensteiner Vaterland, 06.05.2009

War das die Bankrotterklärung?

YB wird den FC Vaduz wohl nicht mehr als Schreckensgespenst der Super League sehen. Mit einem 6:0 (2:0) demütigten die Berner den FC Vaduz. Die Kanterniederlage kam einer Bankrotterklärung gleich.

Von Ernst Hasler aus Bern

Fussball. – Ein Eigentor von Iten (14.) eröffnete den Reigen. Schneuwly (21.), Ghezal (53.), Doumbia (61.), Hochstrasser (66.) und Yapi mittels Penalty (89.) erzielten die weiteren Tore zum Schützenfest. Die Berner lebten Effizienz pur vor. Erschwerend hinzu kam der fragwürdige Platzverweis gegen Senna (28.). Der FCV wehrte sich bis zum 3:0, danach glich der Auftritt einer Arbeitsverweigerung. Da stellt sich die Frage, wie der jetzt schon mehr als fragliche Ligaerhalt dennnoch geschafft werden soll. Es war eine Bankrotterklärung, und das vier Tage vor der theoretisch letzten Chance gegen Xamax.

Unglückliches Eigentor

Ein unglückliches Eigentor – Iten lenkte den flach von Varela vors Tor gespielten Freistoss gegen das eigene Tor ab und überraschte Torhüter Gunnleifsson – brachte das favorisierte YB in Front (1:0). Zuvor agierten die Berner eher abwartend, liessen den FCV gewähren, der jedoch kein Mittel fand, um sich offensiv entscheidend in Szene zu setzen. Stattdessen resultierte aus dem Nichts das 2:0. Einen Raimondi-Flankenball liess Iten passieren, Innenverteidiger Nickenig hatte zwei Gegenspieler, Schneuwly nickte ungehindert ein. Skandalös schliesslich ein weiteres Mal Ref Rogalla: Der vierte Mann, David Devouge, signalisierte ihm ein Vergehen von Senna, der in einem Luftduell mit seinen Armen offenbar Varela im Gesicht getroffen hatte. Senna musste zum Entsetzen der FCV-Verantwortlichen vom Platz. Ärgerlich deshalb, weil Senna in der Zeitspanne, in der er auf dem Platz stand, kein einziger Fehlpass unterlaufen war. Obwohl der FCV sehr viel Ballbesitz aufwies, fehlte im Angriffszentrum und über die Aussenseiten das Durchsetzungsvermögen. Neben den zwei «billigen» Toren hatte YB noch zwei Abschlüsse durch Raimondi (33.) und Ghezal mittels Kopfball aufs Tordach (36.) zu verzeichnen; das reichte zur Halbzeitführung.

Weitere Fehlentscheide

Trotz des 2:0-Verdiktes zur Halbzeit wartete Teamchef Littbarski mit den ersten Auswechslungen zu. Nach einem weiteren Fehlentscheid fiel das 3:0: Nach einem Schwegler-Fouleinwurf traf Schneider den Pfosten, den Abpraller setzte Ghezal über die Linie. Umstritten war auch der vierte Treffer. Raimondi stand wohl im Abseits, als er aus dem Mittelfeld lanciert wurde, seinen Querpass drückte Doumbia über die Linie (4:0). Beim 5:0 ging zumindest alles mit richtigen Dingen zu und her. Hochstrasser wurde nicht angegriffen und traf mit einem herrlichen Hocheckeschuss aus 23 Metern. Das 6:0 erzielte Yapi mittels Foulpenalty – ein harmloser Cerrone-Rempler an Varela – und fixierte so einen klaren Endpunkt. Offensiv kam der FCV durch Fischer (46./62.) sowie Bellon (58./ 72./92.) zum Abschluss; ein Cerrone-Kopfball verfehlte das Ziel deutlich (60.). YB besass im Finish durch Doumbia (82.), den Torhüter Gunnleifsson unschädlich machte, und Yapi (83.) noch zwei Hochkaräter.

Fehlender Widerstand

Als der FCV 2:0 hinten lag und Senna rotsah, war das Feuer erloschen, gegen YB im vierten Anlauf wiederum zu punkten. Die Mannschaft behielt zwar die Ordnung, doch Widerstand leisten heisst kämpfen, auch wenn die Situation schier aussichtslos ist.


Telegramm

Stade de Suisse Wankdorf, Bern. 13 005 Zuschauer. Schiedsrichter René Rogalla, assistiert von Raffale Zeder und Manfred Baeriswyl.

Young Boys: Wölfli; Portillo (ab 9. Affolter), Ghezal, Schneider; Schwegler, Hochstrasser, Yapi, Raimondi; Varela, Regazzoni (ab 54. Doumbia); Schneuwly (ab 69. Häberli).

FC Vaduz: Gunnleifsson; Bellon, Nickenig (ab 72. Brezny), Iten, Cerrone; Polverino (ab 66. Rivaldo), Senna; Fischer, Sutter, Haman (ab 56. Fejzulahi); Gaspar.

Tore: 1:0 14. Stefan Iten (Eigentor); 2:0 21. Marco Schneuwly; 3:0 53. Saif Ghezal; 4:0 61. Seydou Doumbia; 5:0 66. Xavier Hochstrasser; 6:0 89. Gilles Yapi (Foulpenalty).

Bemerkungen: YB ohne Doubai (rekonvaleszent); Vaduz ohne Ritzberger, Galbi, Rudan (gesperrt), Mea Vitali, Reinmann, Dzombic (verletzt) und Dadi (intern suspendiert). Platzverweis gegen Senna (29. – Foulspiel). Fischer und Gaspar tauschen in der Halbzeit die Positionen. Verwarnung für Raimondi (81. – Foulspiel). Eckenverhältnis: 12:1 (6:0).

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 Beitrag Verfasst: Mittwoch 6. Mai 2009, 13:23 
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Der Bund, 06.05.2009

Kantersieg mit abwesenden Gästen

Mit dem höchsten Erfolg im Stade de Suisse hat YB den ersten Saisonsieg gegen Bald-Absteiger Vaduz gefeiert. Die viel stärkeren Berner gewannen vor bloss 13005 Zuschauern am Ruhetag der Eishockey-WM mit einem Tennisresultat.

Bild
Freiheiten vor dem Vaduz-Tor: In dieser Szene vergibt YB-Stürmer Marco Schneuwly vor Goalie Gunnleifur Gunnleifsson. (Andreas Blatter)

Es war eine Veranstaltung in sehr privatem Rahmen, Gäste waren jedenfalls keine dabei, der Sektor für Anhänger des Auswärtsteams blieb erstmals im Stade de Suisse geschlossen. Offiziell null Vaduz-Supporter also verfolgten die Demontage ihres Teams. Vielleicht war das besser so. Der FC Vaduz hinterliess in Bern den Eindruck eines Teams, das sich damit abgefunden hat, nach einer Saison in der Super League wieder abzusteigen. Der Liechtensteiner Vorzeigeverein war am Ende mit der 0:6-Niederlage noch sehr gut bedient – wie ausgewechselt agierte das zuvor ein bisschen zu behäbige YB nach der Einwechslung Seydou Doumbias kurz nach der Pause.

Vaduz deckte mit Fernglas

Trotz allerbester Gelegenheiten verpassten die Berner sogar einen Heimsieg in zweistelliger Höhe. Nicht geklärt wurde derweil, warum YB in dieser Saison bis gestern nur gegen ein Team – und damit als einzige Mannschaft gegen Vaduz – nie gewonnen hatte. Unglaubliche sieben Punkte verspielten die Berner gegen Vaduz (zweimal 0:0, einmal 1:3), und wenn sie die fehlenden Zähler im Titelrennen suchen, dürften sie relativ rasch und ziemlich verärgert im Fürstentum fündig werden.

Mit 22 Punkten hat es sich Vaduz am Tabellenende gemütlich gemacht, von Aufbäumen war gestern nichts zu sehen. YB - Vaduz war ja ein Anlass dritter Kategorie, weil er, erstens, auf einen Ruhetag der Eishockey-WM verschoben wurde und, zweitens, wegen des anschliessenden Rückspiels im Halbfinal der Champions League zwischen Arsenal und Manchester United bereits um 18.45 Uhr über die Bühne ging. Bloss 13005 Zuschauer (waren die fünf vielleicht versteckte Vaduz-Fans?) verfolgten das Tennisresultatspiel, welches Pierre Littbarski interessant zusammenfasste: «Heute haben wir gesehen, wie man in der Super League spielt.» Der Vaduz-Trainer sorgte noch für ein nettes Bonmot («Wir haben mit dem Fernglas gedeckt») und plant nun konzentriert die Zukunft in der Challenge League – die aber vielleicht ohne ihn an der Seitenlinie stattfinden wird.

Vladimir Petkovic dagegen sitzt sehr fest auf dem YB-Trainerstuhl. Er freute sich über «die Reaktion» seines Teams nach der 0:3-Niederlage in Zürich und über «eine erstklassige Leistung». Die Young Boys waren deutlich das bessere Team, sie waren spritziger, schneller, aggressiver, sie kombinierten hübsch und manchmal zu viel. Bei YB hätte gestern wohl auch Martin Gerber, der Eishockey-Nationaltorhüter, einen Shutout gefeiert – der gefährlichste Torschuss der Vaduzer war das Eigentor durch Stefan Iten.

Schöne Tore, spezielle Tore

Entgegen kam YB der Platzverweis gegen Marcio Senna, der seine Aufgabe (Manndeckung von Carlos Varela) sehr genau interpretierte und nach einem (allerdings leichten) Ellbogenschlag gegen Varelas Rücken nach einer halben Stunde des Feldes verwiesen wurde. Die Besucher bekamen sowieso Kunterbuntes zu sehen: das frühe Vaduzer Eigentor, als Iten einen Freistoss Varelas ablenkte (14.Minute); eine herrliche Flanke Mario Raimondis, die Marco Schneuwly fein mit dem Kopf verwertete (21.); die Rarität eines Verteidigertores durch Saif Ghezal auf Vorarbeit eines anderen Sicherheitsexperten, Marc Schneiders, (53.); das erwartet schnelle Tor Doumbias, der diesmal sieben Minuten nach seinem Eintritt reüssierte (61.); ein fantastisches Weitschusstor Xavier Hochstrassers, der aus 25 Metern herrlich in den rechten Torwinkel abschloss (66.); und einen souverän verwandelten Foulpenalty Gilles Yapis (88.).

Die YB-Tore waren verschieden in Entstehung und Vollendung und sorgten gegen den Aufsteiger und Bald-Absteiger Vaduz für den höchsten Sieg im Stade de Suisse. Mit dem FC St.Gallen steht ein Traditionsverein mit grosser Anhängerschar vor der Rückkehr ins Oberhaus. Wenn die Ostschweizer nächste Saison in Bern aufkreuzen, wird der Gästesektor kaum geschlossen bleiben.

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 Beitrag Verfasst: Mittwoch 6. Mai 2009, 13:26 
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Blick, 06.05.2009

YB deklassiert Vaduz 6:0

Die Berner Young Boys konnten gegen Vaduz endlich den ersten Sieg landen. Gleich mit 6:0 deklassierte das Petkovic-Team die desolaten Liechtensteiner.

Der FC Vaduz kämpft am Grünen Tisch um eine Zukunft in der Axpo Super League. Zumindest in der nächsten Saison dürften die Liechtensteiner nicht der höchsten Schweizer Liga angehören. Sie unterlagen den Young Boys im Nachtragsspiel der 31. Runde 0:6.

Für das Schlusslicht Vaduz ist die Situation nach der fünften Niederlage in Serie noch hoffnungsloser geworden. Fünf Runden vor Meisterschaftsende beträgt die Differenz zum Barrage-Platz acht Punkte. Nicht nur der Tabellenstand gibt keinen Anlass zur Zuversicht, sondern auch die derzeitige Verfassung des Teams von Pierre Littbarski. Der Auftritt im Stade de Suisse war von A bis Z blamabel.

Aus dem Fürstentum reisten dermassen wenig Fans an, dass nicht einmal der Gästesektor geöffnet werden musste.

Partie schon früh entschieden

Bereits nach 21 Minuten hatten die Vaduzer mit zwei Toren zurück gelegen. Der erste Gegentreffer war ein Geschenk von Verteidiger Stefan Iten, der einen Freistoss von Carlos Varela völlig unbedrängt ins eigene Netz ablenkte. Beim 0:2 konnte Mario Raimondi freistehend flanken und Marco Schneuwly bedienen, der den Ball mühelos per Kopf über die Linie drückte. Als sich FCV-Mittelfeldspieler Marcio Senna nach einer halben Stunde zu einer harmlosen, aber dümmlichen Tätlichkeit an Varela hinreissen liess, was mit der Roten Karte bestraft wurde, war die Partie entschieden.

Partie schon früh entschieden

In der Folge musste eigentlich nur noch geklärt werden, wie hoch YB gewinnen würde. Die Berner kamen im Schongang zu vier weiteren Toren. Phasenweise gaben sie den FC Vaduz gar der Lächerlichkeit preis. Besonders sehenswert war das 5:0 von Xavier Hochstrasser, der in der 66. Minute mit einem satten Weitschuss ins Lattenkreuz reüssierte.

Bemitleidenswert war der Vaduzer Goalie Gunnleifur Vignir Gunnleifsson. Der Isländer hatte erstmals den Vorzug gegenüber Thorsten Kirschbaum erhalten und wurde von seinen Vorderleuten ein ums andere Mal im Stich gelassen.

YB trauert Punkten nach

Die Young Boys halten somit die kleinen Hoffnungen auf den Meistertitel am Leben. Sie dürften sich jetzt die Frage stellen: Wie konnten wir gegen dieses Vaduz aus den ersten drei Duellen nur zwei Zähler holen? (Si/ds)

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 Beitrag Verfasst: Mittwoch 6. Mai 2009, 13:30 
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Basler Zeitung, 06.05.2009

YB führt Vaduz mühelos vor

Zumindest in der nächsten Saison dürften die Liechtensteiner nicht der höchsten Schweizer Liga angehören. Sie unterlagen den Young Boys im Nachtragsspiel der 31. Runde 0:6.

Für das Schlusslicht Vaduz ist die Situation nach der fünften Niederlage in Serie noch hoffnungsloser geworden. Der Klassenerhalt ist nicht mehr realistisch. Fünf Runden vor Meisterschaftsende beträgt die Differenz zum Barrage-Platz acht Punkte. Nicht nur der Tabellenstand gibt keinen Anlass zur Zuversicht, sondern auch die derzeitige Verfassung des Teams von Pierre Littbarski. Der Auftritt im Stade de Suisse war von A bis Z blamabel. Vaduz markierte weder auf dem Kunstrasen noch auf den Zuschauertribünen Präsenz. Aus dem Fürstentum reisten dermassen wenig Fans an, dass nicht einmal der Gästesektor geöffnet werden musste.

Vaduzer Geschenke

Bereits nach 21 Minuten hatten die Vaduzer mit zwei Toren zurückgelegen. Der erste Gegentreffer war ein Geschenk von Verteidiger Stefan Iten, der einen Freistoss von Carlos Varela völlig unbedrängt ins eigene Netz ablenkte. Beim 0:2 konnte Mario Raimondi freistehend flanken und Marco Schneuwly bedienen, der den Ball mühelos per Kopf über die Linie drückte. Die Gäste leisteten kaum Widerstand. Als sich FCV-Mittelfeldspieler Marcio Senna nach einer halben Stunde zu einer harmlosen, aber dümmlichen Tätlichkeit an Varela hinreissen liess, was mit der Roten Karte bestraft wurde, war die Partie entschieden.

Hochstrasser mit der Kür

In der Folge musste eigentlich nur noch geklärt werden, wie hoch YB gewinnen würde. Die Berner kamen im Schongang zu vier weiteren Toren. Phasenweise gaben sie den FC Vaduz gar der Lächerlichkeit preis. Besonders sehenswert war das 5:0 von Xavier Hochstrasser, der in der 66. Minute mit einem satten Weitschuss ins Lattenkreuz reüssierte.

Bemitleidenswert war der Vaduzer Goalie Gunnleifur Vignir Gunnleifsson. Der Isländer hatte erstmals den Vorzug gegenüber Thorsten Kirschbaum erhalten und wurde von seinen Vorderleuten ein ums andere Mal im Stich gelassen. Es drohte gar ein «Stängeli». Sein Gegenüber Marco Wölfli hingegen brauchte sich nicht mehr anzustrengen als bei einem lockeren Sonntagsspaziergang.

Die Young Boys halten somit die kleinen Hoffnungen auf den Meistertitel am leben. Sie dürften sich jetzt die Frage stellen: Wie konnten wir gegen dieses Vaduz aus den ersten drei Duellen nur zwei Zähler holen?

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