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 Beitrag Verfasst: Montag 3. November 2008, 09:59 
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08
Beiträge: 29376
ebund.ch, 03.11.2008

Ärger, Abklärungen und ein versöhnliches Ende

Der späte YB-Ausgleich hat bei den FCZ-Verantwortlichen zuerst für Wut gesorgt. Später bewies Sportchef Fredy Bickel Fairness.

Unmittelbar bevor die beiden Trainer Vladimir Petkovic (YB) und Bernard Challandes (FCZ) zur Pressekonferenz erschienen, war die Szene noch einmal zu sehen auf den Bildschirmen im Stadion: Wie die Young Boys, tief in der Nachspielzeit, ihren letzten Angriff starten, wie der Ball im Strafraum zu Seydou Doumbia gelangt, wie der Ivorer in die Mitte passt, wo Alberto Regazzoni das Tor zum 2:2 erzielt und wie sich Challandes und FCZ-Manager Fredy Bickel am Spielfeldrand über ein vermeintliches Offside ereifern. «Doumbia stand mindestens zwei Meter im Abseits, als der Ball zu ihm kam! Der Linienrichter hätte das sehen müssen», rief Bickel kurz darauf im Kabinengang aus. Später unterbrach er das Interview, um abzuklären, ob die Fernsehbilder seinen Eindruck bestätigten. Als er zurückgekehrt war, sagte Bickel: «Die Situation war weniger eindeutig als ich gemeint habe.» Als er endgültig wusste, dass das Tor regulär erzielt worden war, entschuldigte er sich bei den Unparteiischen für seine erste Reaktion. Den Zürchern blieb schliesslich das Wissen, das Spiel im Stade de Suisse habe ein «unglückliches Ende» genommen, wie es Mittelfeldspieler Almen Abdi formulierte.

Abdis Lob an Wölfli

Sein Teamkollege Silvan Aegerter sagte, das Remis entspreche den gezeigten Leistungen. «Hätten wir unsere Chancen aber besser genutzt, hätte es zum Sieg gereicht.» Aegerter nahm dabei auch sich selber in die Pflicht. Er hatte den Ball kurz vor der Pause in zwei Anläufen nicht an YB-Goalie Marco Wölfli vorbeigebracht. Auch wegen dieser Szene sagte Abdi: «Mit einem weniger starken Goalie hätten die Berner die Partie verloren.» Abdis Coach Bernard Challandes gab sich zwanzig Minuten nach dem Spiel versöhnlich. «Ich hatte mich schon mit dem 1:1 abgefunden. Nach Eric Hasslis spätem Führungstreffer habe ich aber mit dem Sieg gerechnet und mich natürlich über den Ausgleich der Berner geärgert.» Challandes hatte die Qualität des Spiels überzeugt, intensiv sei die Begegnung geführt worden, und spannend sei sie gewesen. «Das Schlussresultat hätte auch 4:4 lauten können», lautete ein Fazit des Romands.

Petkovics Ziel

YB-Trainer Vladimir Petkovic teilte diese Ansicht. Seiner Meinung nach hatte sein Team das Spiel bis zu David Degens 1:0 kontrolliert, «dann aber bauten wir den Gegner auf und liessen nach einem individuellen Fehler den Ausgleich zu». Petkovic sprach damit auf den Ausrutscher Saif Ghezals an, der Hassli den ersten Zürcher Treffer ermöglichte. Natürlich ärgerte Petkovic, dass es seinem Team an diesem Sonntag nicht gelungen war, den Rückstand auf Zürich zu verringern. «Das Ergebnis aber ist gut für die Moral. Am Ende der Vorrunde wollen wir unter den ersten drei sein. Nach der Winterpause bleiben genug Spiele, um den Anschluss an Basel und Zürich zu finden.» Alexander Wäfler

http://194.209.226.170/pdfdata/bund/2008/11/03/SPBU-013-0311-2.pdf

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 Beitrag Verfasst: Montag 3. November 2008, 19:03 
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Beiträge: 3440
Wohnort: In der Brauerei
Spannendes Spiel mit späten Toren

Die über 20'000 Zuschauer im STADE DE SUISSE sahen eine animierte Partie zwischen YB und dem FC Zürich. Die beiden Teams kreierten etliche Torchancen und suchten stets den Weg nach vorne. YB trat im Rahmen des FARE-Aktionstags in schwarzen Trikots mit der Aufschrift «Gegen Gewalt und Rassismus» an.

Nach einem sehenswerten Angriff gelang Degen der Führungstreffer für YB. Schneuwly hatte per Kopf auf Regazzoni verlängert, dieser lancierte den Torschützen am rechten Flügel. Degen schloss seinen Flügellauf gekonnt ab, YB lag 1:0 vorne (18.).

In den folgenden Minuten hatten Hochstrasser und Schneuwly sogar die Möglichkeit, die Young Boys mit zwei Treffern in Front zu schiessen. Just in dieser Druckphase der Berner entwischte Eric Hassli der YB-Abwehr und vollstreckte zum Ausgleich (23.). In dieser Szene verletzte sich YB-Verteidiger Ghezal. Er konnte nicht mehr weiterspielen und Marc Schneider übernahm seinen Platz. YB brauchte nun einige Momente, ehe die Organisation wieder funktionierte.

Kurz vor der Pause rettete Marco Wölfli mit sensationellen Reflexen gegen Zürichs Aegerter das Unentschieden. Kurz davor verpasste der agile Degen nach einem schönen Angriff über die rechte Seite einen weiteren Treffer für YB.

Die erste Viertelstunde nach der Pause gehörte dann dem Gast aus Zürich. Die Berner agierten in dieser Phase zu fehlerhaft und mussten sich mehrmals auf den erneut stark spielenden Wölfli im Tor verlassen. Tihinen und Alphonse verpassten in dieser Phase den Führungstreffer für den FCZ.

In der Schlussviertelstunde legten die Young Boys dann noch einmal zu. Die eingewechselten Doumbia und Häberli zeigten einige gute Szenen, im Abschluss blieben sie jedoch ohne Glück. Auch Regazzoni hatte mit einem harten Weitschuss die Möglichkeit zum Tor, Leoni hielt jedoch glänzend. Der FC Zürich verlegte sich aufs Kontern. Ein solcher Gegenstoss führte in der 90. Minute zur vermeintlichen Entscheidung. Eric Hassli drosch den Ball aus 16 Meter sehenswert ins Tor und der FCZ sah wie der sichere Sieger aus.

Die Berner warfen noch einmal alles nach vorne und wurden belohnt. Alberto Regazzoni traf in der Nachspielzeit zum gerechten 2:2 Endstand.

Stadion: STADE DE SUISSE Wankdorf Bern
Zuschauer: 20'858
Schiedsrichter: Circhetta

Tore:
18. Degen (Linksschuss; Regazzoni) 1:0.
23. Hassli 1:1.
90. Hassli 1:2.
93. Regazzoni (Linksschuss; Doumbia) 2:2.

Auswechslungen:
24. Lampi für Stucki.
26. Schneider für Ghezal.
66. Doumbia für Degen.
80. Nikci für Djuric.
81. Häberli für Schneuwly.
88. Schönbächler für Abdi.

Ersatz:
YB: Collaviti, Baykal, Bastians, Lüscher.
Zürich: Guatelli, Koch, Ladner, Büchel.

Bemerkungen:
YB ohne Varela (gesperrt) und Doubaï (rekonvaleszent). Zürich ohne Chikhaoui, Rochat und Mehmedi (alle verletzt). Ghezal und Stucki verletzt ausgeschieden.

Verwarnungen:
38. Affolter (Foul), 66. Schwegler (Reklamieren), 69. Aegerter (Reklamieren), 72. Hassli (Foul).


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 Beitrag Verfasst: Dienstag 4. November 2008, 09:32 
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Beiträge: 29376
NZZ, 04.11.2008

Jubeln, leiden und gratulieren

FCZ gibt in der 93. Minute den Sieg preis und spielt gegen YB 2:2

Nach der aufwühlenden Schlussphase hat der Stadtklub den Sieg und die Tabellenführung verspielt. Das Tor zum 2:1 des FCZ in der 90. Minute beantwortete YB ganz zuletzt mit dem 2:2. Damit bleiben die Berner auf Distanz, der FC Basel ist mit zwei Punkten Vorsprung Leader. bir. Bern, 2. November

Eine halbe Stunde danach, als alles vorbei und der spektakuläre Finish des Spiels schon etwas verdaut war, kamen die von Adrenalin aufgeputschten Trainer in Fahrt. Sie gratulierten nicht nur dem eigenen Team, sondern schlossen auch den Gegner mit ein. Der FCZ-Trainer Bernard Challandes begann und endete sein Referat mit segensreichen und anerkennenden Worten. Er dankte für «das intensive Spiel», das «auch 4:4 hätte enden können». Der YB-Coach Vladimir Petkovic mochte im eigenen Haus nicht zurückstehen und fuhr mit der Gratulationstour weiter. Und dies, obschon die Berner zwar in der letzten Sekunde zum 2:2 ausgeglichen, aber ihr Ziel verpasst hatten. Dieses hatte gelautet: unbedingt den Rückstand auf den FC Zürich verringern.

Aufregende SchlussminutenWie so oft im Fussball prägten die letzten Minuten die Eindrücke danach. Als die Trainer sprachen, standen sie unter dem Einfluss der Überzeit, die hektisch verlief und beide Seiten auf die Achterbahn der Gefühle schickte. Nachdem die im Zugzwang stehenden und willigen Young Boys zwischen der 46. und der 75. Minute vor dem gegnerischen Tor erstaunlicherweise wenig bis fast nichts zustande gebracht hatten (Wo war Schneuwly? Wo Regazzoni? Wo Degen?), änderte sich dies mit der Einwechslung Doumbias, der manchmal nicht nur für den Gegner, sondern auch für sich und den Ball zu schnell ist.
Mit Doumbia kam Schwung von der rechten Seite, doch Häberli verpasste den Torschuss aus naher Distanz, weil ihm Doumbia den Ball zu scharf und auf Kopfhöhe zugespielt hatte. Regazzoni sah den Schuss vom FCZ-Goalie Leoni abgewehrt (85.). Zu dem Zeitpunkt ahnte niemand, was sich kurze Zeit später ereignen sollte – am wenigsten die Zürcher, die mit dem 1:1-Remis zufrieden gewesen wären, wie Challandes hernach zu Protokoll gab.

Es kam die 90. Minute, es kam die Vorarbeit des eingewechselten Nikci, der den Ball vor dem YB-Strafraum Eric Hassli zuspielte. Dieser zeigte, was den FC Zürich nach den vielen Erfolgen und Toren der letzten Wochen stark macht. Hassli zögerte nicht und traf mit einem direkten, herausragenden und von Selbstvertrauen zeugenden Schuss in die hohe Ecke zum 2:1. Das war das bereits 8. Meisterschaftstor des Franzosen, der in der ersten Halbzeit auch den 1:1-Ausgleich erzielt hatte, nachdem allerdings der YB-Verteidiger Ghezal verletzt liegen geblieben war. Hassli trifft und trifft und hat Vertrauen und Spiellust, da ergibt plötzlich das eine das andere. Fussball kann ein sensibles Psycho-Spiel sein. So äussert Hassli auf Französisch nach seinen Auftritten zurzeit vor allem ein Wort: «Super.» Wer hätte das vor wenigen Monaten zu prophezeien gewagt?

YB-Ausgleich in der 93. Minute

Damit war jedoch die Zürcher Ernte noch nicht in der Scheune. Denn die im Stolz verletzten Berner drängten nochmals nach vorne, weil für sie nicht sein konnte, was jetzt war. Irgendwie flog der Ball via Doumbia vor die Füsse Regazzonis, der in der 93. Minute das 2:2 erzwang. Während die wegen der Aktion «Gegen Gewalt und Rassismus» ganz in Schwarz spielenden Einheimischen nicht trauerten, sondern doch noch jubelten, enervierten sich die Gäste wegen einer angeblichen YB-Offsideposition. Der Ärger klang bald darauf ab, weil die Fernsehbilder erstens nicht so klar waren und weil – zweitens – Challandes in diesem Moment nicht mäkeln, sondern gratulieren wollte.

Was bleibt zurück? Der FCZ ist spielstark und überzeugte auf dem Berner Kunstrasen mit Kombinationsspiel, das manchmal wie weiland unter dem Trainer Lucien Favre übertrieben wird. Der FCZ ist derzeit spielerisch besser, kompakter und selbstsicherer als die an diesem Sonntag fehlerhaften Young Boys, die viele Gesichter zeigen. Sie verabschiedeten sich gegen Brügge chancenlos aus dem Uefa-Cup, sie gewannen gegen Sitten 5:0, sie spielten in Vaduz nur 0:0, und sie holten gegen den FCZ einen Punkt. «Wir haben noch viel Zeit und viele Spiele», sagt Petkovic über den Rückstand auf die Tabellenspitze. Der Berner Kurs ist solid, aber nicht mehr. Trotz den Gratulationen.

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