ebund.ch, 27.09.2008
Liechti plant zweigleisigAron Liechti (22) will mitseinem Wechsel nach Biel einen Schritt vorwärts machen – ohne YB aus den Augen zu verlieren.
Manch ein YB-Anhänger wird sich am Dienstag verwundert die Augen gerieben haben. Die Young Boys gaben bekannt, dass sie Verteidigertalent Aron Liechti bis Ende Saison an den Partnerklub FC Biel ausleihen. Ein überraschender – und auch erstaunlicher – Entscheid der Berner, bedenkt man, dass bei YB nur noch fünf gelernte Verteidiger im Kader stehen.
Für Aron Liechti stellt die «Degradierung» ins Partnerteam keinen Rückschritt dar. «Ich bin froh, dass ich nun wieder Einsatzmöglichkeiten erhalten werde», erzählt der Aarberger. «Natürlich habe ich mir nach der tollen letzten Saison einen Stammplatz bei YB erhofft, doch auch in Biel kann ich mich fussballerisch weiterentwickeln.» Liechti hatte in der Rückrunde der Vorsaison zehn Super-League-Spiele absolviert und dabei sein Potenzial mehrfach angedeutet. Ende Juli brach sich der Defensivspieler bei einem Sturz im Training den linken Arm, was ihn einen Monat ausser Gefecht setzte. «Diese Verletzung kam zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt», sagt Liechti, der 1999 zu YB wechselte und bei den Stadtbernern einen bis 2012 gültigen Profivertrag besitzt.
Kontakte zu AarauDass der U21-Nationalspieler (ein Einsatz) nun die linke Defensivseite in Biel verstärken wird, ist nicht selbstverständlich. Liechti war vor seinem Wechsel zu Biel von Aarau-Trainer Richard Komornicki umworben worden, der eine Alternative für den verletzten Jonas Elmer suchte. YB war an einem Leihgeschäft jedoch nicht interessiert, was indirekt auch die Wertschätzung gegenüber dem 22-Jährigen verdeutlicht. In Biel wird Liechti auf mehrere bekannte Gesichter treffen. Gleich mit zehn Spielern hat er in verschiedenen YB-Nachwuchsteams zusammen agiert, «was mir die Integration wesentlich erleichtert». Biel stehe für den Seeländer nun an erster Stelle, trotzdem sei die Rückkehr zu YB in absehbarer Zukunft das Ziel.
Spitzenkampf im TessinNach der überraschenden und schmerzhaften Cup-Niederlage in Grenchen steht für Biel heute die Challenge-League-Partie bei Tabellenführer Lugano an. Aron Liechti dürfte sein Debüt beim Tabellenvierten geben. Gegen die offensiv starken Tessiner (24 Tore) wird er das Augenmerk auch auf Vincenzo Rennella richten, der mit 9 Treffern die Skorerliste anführt. Beim in der Liga bislang starken Aufsteiger fehlt Kavak (gesperrt), Maliqis Einsatz ist fraglich (Knieschmerzen).
Philipp Rindlisbacher
http://194.209.226.170/pdfdata/bund/2008/09/27/SPBU-021-2709-2.pdf