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 Betreff des Beitrags: RIP Albert Sing
 Beitrag Verfasst: Montag 1. September 2008, 13:15 
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drs.ch, 01.09.2008

YBs Meistertrainer Sing gestorben

Die Berner Young Boys trauern um ihren Meistertrainer Albert Sing. Der Deutsche ist am Wochenende nach schwerer Krankheit im Alter von 91 Jahren im Tessin verstorben.

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Sing trainierte die Berner von 1950 bis 1963 und errang mit YB vier Meistertitel in Serie (1956 - 1960). Zweimal gewann er zudem mit den Gelb-Schwarzen den Schweizer Cup.


YB - Reims als Höhepunkt der Klubgeschichte

Mit Sing stiessen die Young Boys in der Saison 1958/59 bis in den Halbfinal des Europacups der Landesmeister vor. Die Partie YB - Reims gilt noch heute als absoluter Höhepunkt der Klubgeschichte. 63'000 Zuschauer sahen damals im Wankdorf den 1:0-Sieg der Berner.

Herbergers Assistent bei der WM 1954

An der WM 1954 in der Schweiz amtete der Süddeutsche als Assistent des deutschen Bundestrainers Sepp Herberger. Nach den Young Boys trainierte Sing die Grasshoppers, den VfB Stuttgart, 1860 München, den FC St. Gallen, Lugano, Luzern, Fribourg und als letzte Trainerstation noch einmal den VfB Stuttgart. (bon)

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 Betreff des Beitrags: Re: RIP Albert Sing
 Beitrag Verfasst: Montag 1. September 2008, 15:17 
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rip


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 Betreff des Beitrags: Re: RIP Albert Sing
 Beitrag Verfasst: Montag 1. September 2008, 15:49 
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RIP

In letzter Zeit sterben ein bisschen viel ehemalige YB'ler. :cry:


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 Betreff des Beitrags: Re: RIP Albert Sing
 Beitrag Verfasst: Montag 1. September 2008, 18:11 
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Focus, 01.09.2008

Herbergers Co-Trainer Albert Sing gestorben

Albert Sing ist im Alter von 91 Jahren in seiner Wahlheimat Tessin gestorben. Der Schwabe unterstützte während der WM 1954 Bundestrainer Sepp Herberger als Assistenzcoach.

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Der ehemalige Assistent von Bundestrainer Sepp Herberger, Albert Sing, ist in seiner Wahlheimat Tessin in der Schweiz im Alter von 91 Jahren gestorben. Beim deutschen WM-Triumph 1954 in der Schweiz war der gebürtige Schwabe, der unter anderem als Vereinscoach den VfB Stuttgart und 1860 München betreute, als Co-Trainer von Herberger tätig. Die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) bezwang damals im Endspiel im Berner Wankdorf-Stadion Ungarn mit 3:2.

Seine Trainerkarriere hatte Sing bereits 1948 in Schwäbisch Gmünd begonnen. Von 1950 bis 1965 war er Coach in der Schweiz, wo er mit den Young Boys Bern viermal Meister wurde. Mit den Bernern erreichte er in der Saison 1958/1959 sogar das Halbfinale im Europapokal der Landesmeister gegen Stade Reims.

Einem dreijährigen Intermezzo beim VfB Stuttgart und 1860 München folgten weitere sieben Jahre im Nachbarland, ehe er 1975 erneut Chefcoach des VfB wurde. Doch nach sechs Monaten musste Sing seiner Kriegsverletzung Tribut zollen und seinen Job an den Nagel hängen. Er kehrte in die Schweiz zurück und war fortan als Vereinsberater tätig.

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 Betreff des Beitrags: Re: RIP Albert Sing
 Beitrag Verfasst: Dienstag 2. September 2008, 09:09 
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ebund.ch, 02.09.2008

Sing war seiner Zeit voraus

Fussball: Zum Tod von Albert Sing

Im Tessin ist Albert Sing, legendärer Meistertrainer des BSC Young Boys, nach schwerer Krankheit mit 91 Jahren gestorben.

Erstaunlich, wie man in Bern heute noch immer mit Hochachtung und Respekt von Albert Sing spricht. Denn die Erfolge, die der deutsche Fussballtrainer mit YB erreichte, liegen rund fünfzig Jahre zurück. Es waren eben Erfolge, die seither in Bern nie mehr – auch annähernd nicht – erreicht worden sind. Vier Mal hintereinander wurde YB Meister (1957 bis 1960), dazu gewann YB mit Sing zwei Mal den Cupfinal (1953 und 1958), und als Krönung steht der unvergessene Halbfinal im Europacup der Meister, den die Berner im hoffnungslos überfüllten Wankdorfstadion gegen das stolze Stade de Reims bestritten. 63000 begeisterte Zuschauer bejubelten am 15.April 1959 den 1:0-Sieg und Torschütze Geni Meier. Meier, der vor sechs Jahren verstarb, war als Captain des glorreichen Teams der verlängerte Arm von Trainer Sing.

Ein Pionier als Trainer

Wenn Geni Meier später über Albert Sing sprach, sprach er zwar vom «Alten», doch er tat dies stets höchst respektvoll. Denn Sing war mit seiner Autorität und seinem Fachwissen eine Kapazität im europäischen Fussball. Er galt zwar als «harter Hund», aber er wusste stets ganz genau, wem er was zumuten durfte, um seine Ziele zu erreichen. Sing formte YB in einem mehrjährigen Prozess zu einer bestens funktionierenden Mannschaft, die in der Nationalliga A über Jahre den attraktivsten und erfolgreichsten Fussball spielte. Sing war seiner Zeit voraus: Als Pionier verlangte er von seinen Schützlingen je nach Situation das direkte Weiterleiten des Balles – etwas, was gerade Geni Meier meisterhaft beherrschte. Sing bezeichnete sich später nicht unbescheiden als Erfinder des Doppelpasses.

Sing war als Trainer (und zuerst als Spielertrainer) keineswegs nur ein Techniker, er munterte seine Spieler auf, den Zweikampf zu suchen und die nötige Härte auszuspielen – ohne zu grätschen. Er sagte: «Fussball wird auf dem Rasen gespielt und nicht auf dem Boden.» Und ein weiteres Sing-Zitat hat überlebt: «Das Spiel ohne Ball ist das Wichtigste. Da muss sich eine Mannschaft wie eine Blume entfalten, wenn sie den Ball besitzt; hingegen muss jeder kämpfen, wenn er verloren geht.»

Die Trainerlizenz hat Sing 1952 in Ruit unter Sepp Herberger erworben, zwei Jahre nachdem er von YB angestellt worden war.

Die Verletzungen im Krieg

Albert Sing, geboren am 7.April 1917, war kein Stuttgarter, wie oft zu lesen ist. Er wuchs in Baden-Württemberg auf, in Eislingen an der Fils, als Sohn einer kinderreichen Arbeiterfamilie, die nicht auf Rosen gebettet war. Eine Berufslehre lag für den jungen Albert nicht drin, er musste früh mithelfen, Geld zu verdienen. Dennoch spielte er oft Fussball und erhielt 1935 einen Vertrag bei den Stuttgarter Kickers.

Sing hätte eine grosse Spielerkarriere machen können, doch er verlor viele Jahre durch das unsinnige Völkermorden im Zweiten Weltkrieg. Immerhin bestritt er neun Länderspiele für Deutschland, obschon er zur Wehrmacht eingezogen wurde. Im Alter von 25 Jahren war seine internationale Karriere vorbei, Deutschland musste den Länderspielverkehr einstellen.

Im Jahr 1942 entging Sing in Paris knapp einem Granatenanschlag mit vielen Schwerverletzten, ein Jahr später musste er am Asowschen Meer wegen «Führerbeleidigung» vier Wochen Gefängnis absitzen. Im März 1945 endete der Krieg für Sing ausgesprochen blutig: Amerikaner hatten die deutschen Truppen in Südwestdeutschland eingekesselt, da besorgte sich Sing einen geländegängigen Kraftwagen, hiess sechs Freunde aufsitzen und versuchte, im Dämmerlicht zu entkommen. Zuerst ging alles gut, dann stiessen die Flüchtlinge direkt auf die amerikanische Panzerspitze. Eine MG-Salve traf und verletzte Sing schwer. Sein Oberschenkel wurde durchschossen, zehn Kugeln durchbohrten Darm und Blase, Splitter führten zu äusseren Verletzungen. Sing wurde in einem amerikanischen Feldlazarett operiert – einige Monate später stand er wieder auf den Beinen

und spielte Fussball. Bei YB zeigte er später oft die Narben seiner Verletzung. Er tat dies besonders gern, wenn er mit den Trainingsleistungen unzufrieden war.

1950 kam Sing auf Empfehlung von Sepp Herberger zu YB. Derselbe Herberger sicherte sich die Dienste Sings vier Jahre später, als Deutschland an der WM in der Schweiz überraschend Weltmeister wurde (3:2-Sieg im Endspiel gegen Ungarn in Bern). Sing war Assistent Herbergers; er war es auch, der den Deutschen «die Herberge nahe Berns» aussuchte. Es war das Hotel Belvédère in Spiez, das dank dem WM-Titel Deutschlands Weltruf erlangte.

Die bekannten YB-Spieler

In Bern erlebte Albert Sing seine grössten Erfolge als Trainer. Die Namen seiner ehemaligen YB-Spieler haben noch heute einen guten Klang: Eich, Häfeli, Zahnd, Steffen, Bigler, Walker, Bäriswyl, Schneiter, Schnyder, Grütter, Häuptli, Rey, Allemann, Wechselberger, Linder, Spycher, Allenbach, Schneider, Dürr – in den ersten Jahren auch De Taddeo, Flühmann, Zehnder oder die Casali-Brüder – sie alle verdankten Sing einiges. Nach seiner YB-Zeit blieb der Deutsche ein begehrter Fussballlehrer, zu Titelehren aber gelangte er nicht mehr. Seine Stationen nach den Wankdorf-Jahren ab 1964: GC, VfB Stuttgart, 1860 München, St.Gallen, Lugano, Luzern, Freiburg und – als letzte Trainerstation – wieder Stuttgart. Sing erlebte seinen Lebensabend im Tessin nahe Lugano, wo er bis kurz vor seinem Tod regen Anteil an den YB-Leistungen nahm.

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 Betreff des Beitrags: Re: RIP Albert Sing
 Beitrag Verfasst: Dienstag 2. September 2008, 09:09 
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ebund.ch, 02.09.2008

Heinz Schneiter über Albert Sing

«Albert Sing war ein sehr strenger Trainer und ein korrekter Mensch. Disziplin ging ihm über alles. Er wusste immer ganz genau, was er wollte. Er hat bei YB sofort aufgeräumt und eine Mannschaft nach seinen Vorstellungen geformt. Wir hatten Erfolg, grossen Erfolg, und ich war im damaligen System, das WM hiess, der linke Läufer. Wir trainierten sehr viel und hart, wir waren damals bei YB die Einzigen in der Schweiz, die vier Mal in der Woche trainierten. Dabei waren wir gar keine Profis. Sing schlauchte uns ganz schön, ich erinnere mich, wie ich bei der Frau des damaligen Wankdorf-Abwarts oft vor dem Training ein Stück Brot ass, damit ich nicht einen Hungerast bekam. Sing war ein exzellenter Trainer, und man konnte es mit ihm, zur rechten Zeit, auch lustig haben. Ich verliess YB 1962 nach einem Krach mit Sing, doch wir versöhnten uns bald wieder.»

YB-Verwaltungsrat Heinz Schneiter (73) spielte viele Jahre unter Albert Sing bei YB.

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 Betreff des Beitrags: Re: RIP Albert Sing
 Beitrag Verfasst: Dienstag 2. September 2008, 16:10 
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