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Forum ybfans.chTreffpunkt der Fans des BSC Young Boys |
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shalako
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Verfasst: Montag 24. September 2018, 23:07 |
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24.09.2018  Zitat: Ein Absturz mit Anlauf
Das 1:7 am Sonntag bei YB bestätigt, was beim FC Basel seit dem Neuanfang 2017 alles schiefgelaufen ist. Marco Streller ist das Gesicht des Misserfolges.
Die Sonne brannte noch vom Himmel, als in der «SonntagsZeitung» stand: «Unter Marcel Koller hat der FC Basel das Siegen wieder gelernt.» In Basel flirrte die Luft vor Euphorie. Das war am 26. August. Die Krise zum Saisonstart schien überwunden.
Vier Wochen ist das jetzt her, nur vier Wochen, und in Basel ist die Stimmung, als hätte es nie einen Aufbruch unter Koller gegeben, nie sechs Siege in Folge. Die Stimmung kündet vielmehr schon fast von Weltuntergang – in diesen Stunden nach dem 1:7 in Bern.
«Fakt ist, wir waren scheisse heute», bringt es Fabian Frei nach dem Match auf den Punkt, nicht elegant, aber deutlich. Es ist die einzig gute Leistung eines Baslers an diesem Sonntag im Stade de Suisse.
Trainerwechsel reicht nicht
Rot-Blau liegt am Boden, geschüttelt von der ernüchternden Erkenntnis, dass sich mit einem Trainerwechsel allein der Schaden nicht beheben lässt, den die Chefs des Vereins angerichtet haben. Bernhard Burgener als Präsident und Marco Streller als Sportchef tragen die Hauptverantwortung dafür.
Es ist unvergessen, wie sie im April 2017 an die Öffentlichkeit platzten und gleich einmal aufs Saisonende hin Meistertrainer Urs Fischer absetzten. «Wir haben in Basel nicht mehr das gleiche Feuer wie vor drei, vier Jahren», behauptete Streller und zeichnete das Bild von einem Verein, der zum Ende der Ära von Präsident Bernhard Heusler und Sportchef Georg Heitz müde und matt geworden war von Siegen und Titeln.
Der FCB sollte nicht mehr nur einfach gewinnen, wie er das unter Fischer konstant tat; er sollte auch wieder Spektakel bieten für ein zunehmend verwöhntes Publikum. Der Präsident verkündete, sich an Bayern München zu orientieren. Der Sportchef redete von einem jüngeren Basel mit mehr Baslern. Zusammen plauderten sie von ganz viel Rot-Blau.
Heusler ging – und mit ihm seine Führung
Sie waren Lehrlinge in ihren Funktionen. Burgener konnte sich fussballerisch nur mit Kleinigkeiten schmücken – etwa in der Nähe des St.-Jakob-Parks aufgewachsen und ein Freund von Karl Odermatt zu sein. Streller, das war immerhin ein Volksheld, der den FCB über Jahre als Spieler geprägt hatte. Er war bekannt für sein überschäumendes Temperament.
Und so trat er auch als Sportchef auf. Im Hochgefühl des Frühjahrs 2017 sagte er: «Vier bis acht Junge im Kader zu haben, das ist realistisch. Im Moment ist der Abstand zu den Young Boys so gross, dass man dieses Risiko eingehen kann.» Mit 17 Punkten Vorsprung gewann der FCB damals den Titel vor YB.
Dann ging Heusler und mit ihm seine Führung. Im vergangenen Sommer sass er einmal an einem Abend in einem Restaurant am Barfüsserplatz, als ein Fan auf ihn zukam und sagte: «Du bist nicht blabla! Du bist bravo!» Übersetzt hiess das: Er sei kein Schwätzer, sondern ein Grosser.
Heusler hatte über die Jahre eines stets betont: Erfolg sei weder Selbstverständlichkeit noch Selbstläufer. Wie recht er damit gehabt hat, beweist sein Nachfolger. Burgener überliess es der sportlichen Führung, Raphael Wicky zum Trainer zu machen. Das war noch einer, der bis dahin nie auf dieser Stufe gearbeitet hatte, noch einer, der trotz ein paar Siegen in der Champions League bald überfordert war.
Wicky durfte über den Sommer hinaus Trainer bleiben, obschon es intern Zweifel an ihm gab. Sechs Tage und zwei 1:2-Niederlagen gegen St. Gallen und gegen Paok Saloniki war die neue Saison alt, als der FCB ihn panikartig fallen liess.
Siege ohne Überzeugung
Alex Frei wurde zum Interimscoach gemacht, Frei ist der U-18-Coach, der auch im Verwaltungsrat sitzt und deshalb da eigentlich nichts verloren hat. Er musste das Scheitern in der Champions-League-Qualifikation gegen Paok verantworten und hob zur grossen Rede an: «Wir haben in der Champions League nichts verloren.» Das sagte dann alles darüber aus, wie falsch die Basler Führungsriege – inklusive Frei – die Qualitäten des Teams eingeschätzt hatte. Die Königsklasse war ein Ziel von Burgener.
Und dann kam Koller, es war aufgrund seiner Erfahrung und Erfolge die bestmögliche Wahl in dieser Situation. Streller zeigte sich bei dessen Präsentation demütig: «Marcel Koller und ich werden sicher darüber reden, wie meine Rolle aussieht, wie die Rolle des Präsidenten aussieht.»
Mit dem neuen Trainer gewann der FCB die Spiele gegen GC, gegen Sion, zweimal gegen Vitesse Arnheim, gegen Montlingen im Cup und daheim gegen Apollon Limassol in der Europa-League-Qualifikation. Er gewann, ja, aber nur irgendwie, ohne wirklich zu überzeugen. Kaum stand in der Zeitung, der FCB habe das Siegen wieder gelernt, ging es abwärts.
Koller trägt seinen Teil zur Schlappe bei
Der erste Tiefpunkt war das 0:1 bei Limassol, mit dem erstmals seit 14 Jahren die Gruppenphase eines Europacup-Wettbewerbs verpasste wurde. «Eine der schlimmsten Niederlagen in meiner bisherigen Karriere», sagte Fabian Frei. Der zweite folgt am Sonntag in Bern, als beim FCB gleich alles auseinanderfliegt. Koller trägt seinen Teil dazu bei, indem er allen Ernstes glaubt, mit dem 19-jährigen Okafor und dem 20-jährigen Pululu auf den Seiten bestehen zu können – gegen die Duos Mbabu/Fassnacht und Benito/Sulejmani.
Das Gesicht des Misserfolges ist Streller. Er schwärmte von Ricky van Wolfswinkel. Er nannte Dimitri Oberlin «eines der grössten europäischen Talente». Er wollte mit Fabian Frei und Valentin Stocker zwei frühere Spieler zu FCB-Leadern machen, die in der Bundesliga durchgefallen waren, vor allem Stocker. Oder er nannte die Verpflichtung von Silvan Widmer einen «Transfercoup».
Das hat alles viel Geld gekostet, zum Beispiel die Fantasiesummen von jeweils 5 Millionen Franken für Oberlin und Widmer. Aber nicht einer von ihnen hat die Erwartungen auch nur annähernd erfüllt. Das ist Strellers Schicksal.
Als Nationalspieler, der wegen seiner Basler Herkunft polarisierte, fragte er sich einmal: «Mensch, was kriege ich auf die Mütze?» Jetzt muss er richtig leiden. Misserfolg und Kritik setzen ihm so sehr zu, dass er, der sonst gerne redet, längst nur noch schweigt.
Am Mittwochabend spielt der FC Basel gegen Luzern. Streller stellt sich besser nicht vor, was bei einer weiteren Niederlage los ist. https://www.bernerzeitung.ch/sport/fuss ... y/22435548
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shalako
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Verfasst: Montag 24. September 2018, 23:13 |
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24.09.2018  Zitat: Tennisbälle auf dem Berner Kunstrasen
Beim Spitzenkampf zwischen dem FC Basel und den Berner Young Boys kommt es zu zwei unerwarteten Unterbrüchen.
In der 17. Spielminute war die Welt des FC Basel noch in Ordnung. Die Gäste kamen gut ins Spiel und hatten sogar leicht die Überhand. Den ersten Akzent im Spiel setzten dann aber weder der FCB noch das Heimteam.
Spielunterbruch
Die normalerweise prall gefüllte Berner Ostkurve entleerte sich innert weniger Minuten und kurz darauf, war auch klar weshalb. Unzählige Tennisbälle flogen auf den Kunstrasen im Stade de Suisse. Parallel wurde auf den Rängen ein Transparent mit einem grossen «Pause» Zeichen gehalten.
Während die Ordner mehrere Minuten damit beschäftigt waren, die Filzkugeln wieder einzusammeln, musste Schiedsrichter Fedayi San die Partie unterbrechen. Die mitgereisten Fans des FC Basel goutierten die Aktion mit einem eigenen Transparent mit der Aufschrift: «Pause, angemeldet durch die Ostkurve_Bern.»
In der zweiten Halbzeit wechselte nicht nur die Spielrichtung auf dem Feld, sondern auch auf der Tribüne. Diesmal waren es die Basler Fans, welche Gegenstände aufs Spielfeld warfen und so die Partie unterbrachen. Auf der Gegenseite huldigte die Berner Ostkurve, die Muttenzerkurve für deren Aktion mit einem Transparent.
Kooperation gegen E-Sports Liga
Grund für die Aktion sind angebliche Pläne der Swiss Football League, eine eigene E-Sports Liga zu gründen. Als Folge davon wird befürchtet, dass den Vereinen ein E-Sports Team als Lizenzauflage zur Teilnahme in der höchsten Spielklasse aufgezwungen wird. Für die Fans. Ob die Fans E-Sports wirklich «den Stecker ziehen» können sei dahingestellt, aber die Aktion am Sonntagnachmittag hat immerhin bewiesen, dass selbst konkurrierende Fanlager, zusammenarbeiten können. https://telebasel.ch/2018/09/24/tennisb ... annel=3563
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shalako
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Verfasst: Montag 24. September 2018, 23:14 |
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24.09.2018  Zitat: Die Basler Nerven liegen blank
Eine frustrierende erste Hälfte, eine rote Karte und eine heftige Diskussion zwischen Serey Die und Albian Ajeti waren bezeichnend für die Niederlage gegen YB.
Am Sonntag verlor der FCB nicht nur das Spiel, sondern auch seine Nerven. Das zeigte sich deutlich an mehreren Situationen im Spiel. Genau das war wahrscheinlich mit einer der Gründe für die hohe Niederlage.
Frustrierende erste Halbzeit
Das Unheil nahm in der ersten Halbzeit seinen Lauf. YB führt in einem an sich ausgeglichenen Spiel bereits mit 2:0 und das ein wenig glücklich. Ein Tor nach einem Eckball und eines nach einem abgefälschten Freistoss besiegelte die Berner Führung zur Pause.
Sicherlich nahmen sich die FCB-Spieler in der Pause viel vor, doch zu einer Reaktion waren sie nicht fähig. Die Berner jedoch spielten befreit auf. Nach dem 3:0, wieder nach einem Eckball, und dem 4:0 nach individuellen Fehlern, ausgehend von Torhüter Martin Hansen, lagen die Nerven blank. Frustfoul von Balanta und Ausraster von Serey Die
Bezeichnet dafür war die direkte rote Karte für Eder Balanta. In der gegnerischen Hälfte rutschte der Basler Innenverteidiger dem Berner von Hinten in die Beine. Für das erhielt er die direkte rote Karte und ging erst nach langem Hadern vom Platz.
Genau so bezeichnend war die Szene mit Albian Ajeti und Geoffrey Serey Die. Als nach einem harten Pfiff gegen die Basler Ajeti den Ball in die Hand nahm und mit dem Schiedsrichter diskutierte, flippte Serey Die schon fast aus. Zurecht, denn Ajeti verzögerte mit seiner Aktion das Spiel und stahl seinem Team damit unnötig Zeit. https://telebasel.ch/2018/09/24/die-bas ... gen-blank/
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shalako
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Verfasst: Montag 24. September 2018, 23:18 |
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24.09.2018  Zitat: Der FCB steht vor einem Scherbenhaufen
von E. Tedesco - Was spricht noch für den FC Basel? Eigentlich nichts. Beim einstigen Vorzeigeclub klaffen Anspruch und Wirklichkeit weit auseinander.
Der Auftritt im Stade de Suisse am Sonntag war eine Bankrotterklärung. «Wir waren in fast jedem Bereich besser als der FCB. Wir haben ein Zeichen gesetzt und gezeigt, dass wir die beste Mannschaft der Schweiz sind», stellte YB-Captain Steve von Bergen nach der 7:1-Gala nüchtern fest. «Der FCB hat es uns einfach gemacht», fand Linksverteidiger Loris Benito.
Der FC Basel ist in dieser Verfassung alles, nur kein Titelkandidat. Das Kader, das kann seit der 1:7-Klatsche in Bern keiner mehr schönreden, ist weitaus schwächer, als man dies wahrhaben will. Vor allem beim FCB wahrhaben will. Keiner im rotblauen Tenü genügt den Ansprüchen einer Mannschaft mit Ambitionen und hochgesteckten Zielen.
Die Jungen wie Raoul Petretta, Noah Okafor und Afimico Pululu sind heillos überfordert. Eray Cömert ist noch kein Abwehrchef. Albian Ajeti kam gegen physisch starke Verteidiger an Grenzen. Ricky van Wolfswinkel, einst als Königstransfer von Sportchef Marco Streller angekündigt, wird in eine Rolle gedrängt, die einfach nicht seine ist. Samuele Campo ist zu leichtgewichtig. Stocker und Kuzmanovic nicht die Verstärkungen, die der FCB sich wünschte.
4 Rote Karten in 7 Spielen
Die Rote Karte gegen Eder Balanta war bereits der vierte Platzverweis eines Baslers nach Cömert, Campo und Xhaka in lediglich sieben Spielen. Auch das ist ein deutliches Indiz für Überforderung, wenn man stets einen Schritt zu spät und spielerisch unterlegen ist. Die neue Führung des FCB steht vor einem Scherbenhaufen und muss erkennen, den einst so stolzen Vorzeigeclub innerhalb eines Jahres in Trümmer gelegt zu haben. Und diese Erkenntnis zieht man nicht nur aus einem 1:7 in Bern. Es ist die Summe vieler Erdbeben, die die rotblaue Welt in rund zwölf Monaten in den Grundfesten erschütterte.
Seit Bernhard Burgener den Club von Bernhard Heusler übernahm, ging es bergab. In der ersten Saison nach dem Führungswechsel musste der FCB den Titel an YB abtreten. «Der Hunger ist zurück», posaunte Streller vor Beginn der neuen Meisterschaft, um nach nur zwei Pflichtspielen Trainer Raphael Wicky zu feuern, in der Champions-League-Qualifikation zu scheitern und auch deutlich die Teilnahme an der Europa League zu verpassen. Erstmals seit 17 Jahren ist Basel in keinem europäischen Wettbewerb vertreten. Und auch der Trainerwechsel brachte bisher wenig.
12 Punkte auf Platz 1, nur 3 bis zum Barrage-Platz
Zwar verlor Marcel Koller von 11 Pflichtspielen nur zwei (7 Siege), aber die Niederlagen kassierte der Zürcher in den wichtigsten Spielen: Ein 0:1 gegen Limassol führte zum Aus in Europa. Mit der 1:7-Klatsche in Bern versenkte der FCB alle Titelträume schon im September in der Tonne. Nach 7 Spieltagen in der Meisterschaft fehlen dem FCB 12 Punkte auf Leader YB. Und damit auch das gesagt ist: Das Polster auf den Barrage-Platz (derzeit Sion) beträgt drei Punkte.
Was spricht noch für den FC Basel? Eigentlich nichts. Rotblau liegt in Trümmern. Anspruch und Wirklichkeit klaffen weit auseinander. Oder ist es nur eine Erwartungshaltung nach fetten Jahren? «Ich denke, es ist wichtig, nicht immer in die Vergangenheit zu schauen», sagt Koller nach der Bankrotterklärung in Bern. Man habe nach acht Jahren den Titel verloren und die Philosophie geändert. «Das braucht Zeit.»
Zeit ist Geld
Zeit ist Geld. Im Fussball sowieso. Burgeners Vorstellungen sind aber gleich geblieben wie in Jahren mit Europacup: Spieler für viele Millionen zu verkaufen. Dabei verdrängte der Unternehmer, dass sich die lukrativen Geschäfte nur realisieren lassen, wenn der FCB Erfolg hat – national und vor allem international.
Eine Kurskorrektur ist nötig, wird aber schwierig. Auf dem Platz bietet sich eine erste Gelegenheit zur sportlichen Korrektur am Mittwoch gegen den FC Luzern. «Es wird wieder besser, aber dafür muss sich gewaltig etwas ändern», sagt Fabian Frei, «und es ist auch nicht so, dass am Mittwoch mit einem Sieg gegen Luzern alles gut wäre. Diese Niederlage in Bern wird mir noch lange im Gedächtnis bleiben.» Den Fans auch. https://www.20min.ch/sport/dossier/supe ... n-13677109
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shalako
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Verfasst: Montag 24. September 2018, 23:20 |
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24.09.2018  Zitat: Schmale Lippen nach der vollen Dröhnung
Hä? Was? Erklärungsversuche von Silvan Widmer und Fabian Frei.
Loris Benito musste lange überlegen. «Ich mag mich nicht erinnern, derart hoch gewonnen zu haben», sagte der YB-Linksverteidiger und lächelte sanft, «der FC Basel hat es uns heute aber auch einfach gemacht.»
Benito war nicht der Einzige mit guter Laune im Berner Lager. Als Michel Aebischer, das Talent im Mittelfeld, ein Interview mit dem Stadion-TV gab, schrie Miralem Sulejmani im Hintergrund: «Toni Kroos! Toni Kroos!» Der Serbe machte eine Anspielung an die tolle Leistung von Aebischer, der in seiner Spielweise etwas an Kroos, den deutschen Star bei Real Madrid, erinnerte. Aber nur ein bisschen.
Die Garderobentüre des FC Basel blieb länger zu. Dann kam Silvan Widmer. «Ein unglaublicher Nachmittag, ich kann es kaum in Worte fassen», meinte der Rechtsverteidiger, «es ist ein Albtraum.» Hä, was? Sieben Gegentore in einem «Spitzenspiel» gegen die Young Boys, das ist monumental, episch, unglaublich, unfassbar. «Wir sind in der zweiten Halbzeit auseinandergebrochen», fuhr Widmer fort, «das darf uns nicht passieren.»
Widmer: «Resultat ist zu hoch»
Wie gewohnt agierte Widmer beim FCB rechts hinten. Sein Gegenpart auf der anderen Seite, Kevin Mbabu, musste bereits nach einer halben Stunde verletzt vom Platz. Der Rastamann fing sich nach einem Foul von Noah Okafor eine schmerzhafte Knöchelverstauchung ein. Während Mbabu später an den Kabinen vorbeihinkte, sagte Widmer: «Wir sind sicher besser, als es das 1:7 vermuten lässt. Das Resultat ist zu hoch. Champions stehen nach einem Schlag wieder auf. Das versuchen wir am Mittwoch.» Überzeugend tönte Widmer nicht, eher schmallippig – wer will es dem Aargauer verübeln nach einer solchen Dröhnung? In Form ist der Mann, der im Sommer rund 5,3 Millionen Franken Ablöse gekostet hat, immer noch nicht.
Nach Silvan Widmer war die Reihe beim FC Basel an Fabian Frei, dem Captain. Der zeigte eine Leistung zum Vergessen. Beim ersten Gegentor liess er Christian Fassnacht bei dessen Kopfball zum 1:0 gewähren (33.). Beim Freistoss, der zum 2:0 durch Sulejmani führte, fälschte Frei den Ball unglücklich ab, weil er dem Schützen den Rücken zudrehte – da erinnerte Frei eher an ein kleines Mädchen als an einen Fussballprofi. Abdrehen bei Freistössen ist unter Männern tabu.
Frei: «Das stinkt mir am meisten»
Auch das 3:0 von YB war das Resultat eines ruhenden Balles: Innenverteidiger Mohamed Ali Camara köpfelte einen Eckball Sulejmanis ungestört ein (52.). «Das», sagt Frei, «stinkt mir am meisten: Dass wir die ersten drei Gegentore bei Standards bekommen.»
Die Klasse von Sulejmani bei ruhenden Bällen ist schweizweit bekannt. Schon im Juli 2017 war der Flügelflitzer aus Serbien entscheidend am Sieg über den FCB beteiligt; damals schoss er zum Saisonauftakt das 2:0 – per Freistoss. Gestern war Sulejmani mit seinen Eckbällen der Türöffner zur grossen Gala. «Wir müssen den Finger aus dem A…nehmen», meinte Frei noch, «und ich habe Vertrauen, dass unser Trainer erfahren genug ist, um uns da rauszuführen.»
Schon am Mittwoch gehts weiter, da tritt der FCB zu Hause gegen Luzern an (20 Uhr). Stellt sich die Frage, ob die Spieler das Debakel innert drei Tagen aus den Knochen schütteln können. Und ob Trainer Marcel Koller einen besseren Tag haben wird als in Bern. Der Entscheid, Spielmacher Luca Zuffi auf die Bank zu setzen und stattdessen Afimico Pululu zu nominieren, war ein Fehler. Pululu begann zwar ordentlich, doch dem jungen Franzosen gehen Routine und Power ab, gerade in den Zweikämpfen.
Es mutet seltsam an, wenn Koller ständig davon spricht, wie viel Erfahrung dem FCB fehlt – um dann einen Luca Zuffi draussen zu lassen, der unbestritten besser in Form ist als manch anderer Basler. Zuffi gab sich hinterher schmallippig wie seine Teamkollegen, zu verdenken war es dem Winterthurer natürlich nicht. https://bazonline.ch/sport/fussball/sch ... y/29239083
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shalako
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Verfasst: Montag 24. September 2018, 23:23 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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24.09.2018  Zitat: «Wir liessen naiv viel Platz»
FCB-Trainer Marcel Koller und seine Erkenntnisse.
Die Bilanz ist auf den ersten Blick nicht so schlecht. Elf Pflichtspiele hat Marcel Koller als Trainer des FC Basel bestritten und dabei zweimal verloren, während es sieben Siege gab. Auf den zweiten Blick sieht es aber weniger erfreulich aus, denn der 57-jährige Zürcher bezog die beiden Niederlagen in den zwei klar wichtigsten Spielen. Ein 0:1 auf Zypern gegen den Aussenseiter Limassol führte zum Verpassen der Gruppenphase der Europa League – und das 1:7 beim BSC Young Boys dazu, dass man einerseits in der Meisterschaft den Anschluss verliert und sich andererseits noch mehr in der Krise befindet als zuvor schon.
In beiden Fällen bewies nicht nur die Mannschaft keine gute Form, sondern hatte auch der Trainer kein gutes Händchen. Zunächst angetreten, um voll auf Routine zu setzen, was sich resultatmässig bewährte, stellte er seine Mannschaft vor den beiden Niederlagen jeweils fragwürdig auf: Auf Zypern verzichtete er zunächst auf Mittelstürmer Albian Ajeti und brachte den zentralen Mittelfeldspieler Samuele Campo am Flügel – gegen YB verzichtete er auf Luca Zuffi und brachte dafür den 19-jährigen Afimico Pululu erstmals in einem Super-League-Spiel von Anfang an. In der anschliessenden Medienkonferenz erklärte sich Koller dazu – allerdings war dies nach der Ohrfeige nicht die dringlichste Frage …
BaZ: Marcel Koller, wie sieht es nach einem 1:7 bei YB im Innern des Trainers des FC Basel aus? Marcel Koller: Ich bin sicher enttäuscht. Und ich frage mich natürlich selbst, ob ich etwas hätte anders machen können, damit es besser herauskommt. Aber primär gilt es, vorwärts zu schauen, auch wenn es nach so einer Niederlage schwierig ist, weiter vorne etwas zu sehen.
Hätten Sie sich vor diesem Tag vorstellen können, dass Sie als Trainer des FC Basel einmal 1:7 verlieren? Ich stelle mir keine Niederlagen vor.
Haben Sie in Ihrer Trainerkarriere überhaupt schon mal so hoch verloren? Nicht, dass ich mich daran erinnern könnte. Als Spieler gab es mal ein 1:6, das weiss ich noch.
Was sind die Gründe für die Ohrfeige? Ich denke, wir kamen nicht schlecht in die Partie und liessen eine halbe Stunde lang wenig zu. Dazu passt dann, dass wir die ersten Gegentore durch Standards kassieren. Man weiss ja, wie wichtig diese Situationen im modernen Fussball sind. Und dann war es wohl so, dass wir in der zweiten Halbzeit das Gefühl hatten, wir könnten noch den Ausgleich suchen – und dass wir so naiv viel Platz liessen, damit es zu weiteren Kontertoren kam.
Wie erklären Sie sich die wichtigen Gegentreffer nach ruhenden Bällen – ist der FCB physisch unterlegen? Wenn man die Mannschaften vergleicht, dann sieht man da schon einen Unterschied. Und ja, Grösse und Masse spielt bei Standards eine Rolle. Aber wir spielen Manndeckung. Und solange der Ball nicht perfekt kommt, kann man das mit der nötigen Verbissenheit und Aggressivität auch verteidigen, wenn man kleiner ist als der Gegenspieler.
Waren Sie danach laut in der Kabine? Nein. Das bringt ja nichts mehr. Ich glaube, nach so einem Resultat weiss jeder, was Sache ist, und kommt keiner auf die Idee, dass er selbst vielleicht noch gut gespielt habe.
Warum liessen Sie Luca Zuffi erst draussen, spielten dafür mit Pululu? Wir wollten auf jener Position neben Ajeti einen zweiten Spieler mit Zug und Schnelligkeit nach vorne.
Was ist das Fazit dieses Debakels? Es ist uns bewusst, dass wir momentan nicht an YB herankommen. Das ist Fakt. Nun müssen wir daran arbeiten, damit wir in nächster Zeit wieder ein valabler Gegner sind.
Und wann ist der FCB wieder so, wie er vor nicht allzu langer Zeit war? Schwierig zu sagen. Ich denke, es ist wichtig, dass wir nicht ständig in die Vergangenheit schauen. Nach acht Jahren hat man im Frühjahr den Titel verloren. Man hat aber auch die Philosophie geändert. Hin zu mehr eigenen und jüngeren Spielern. Das braucht halt auch Zeit. https://bazonline.ch/sport/fussball/wir ... y/30066330
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shalako
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Verfasst: Montag 24. September 2018, 23:26 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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24.09.2018  Zitat: FCB-Präsident Burgener nach 1:7 gegen YB: «Marco Streller steht nicht zur Diskussion»
Der FC Basel blamierte sich am vergangenen Sonntag gegen Meister YB. Nach der 1:7-Klatsche spricht jetzt FCB-Präsident Bernhard Burgener.
Bernhard Burgener, was hat Ihnen bei diesem 1:7 gegen YB am meisten wehgetan?
Bernhard Burgener: Unter dem Strich sind es drei Punkte, die wir verloren haben. Das war auch letztes Jahr so, als wir gegen YB unterlegen sind. Aber dieses 1:7 ist natürlich eine emotionale Ausnahmesituation. Mein Herz, wie jedes andere rotblaue auch, hat stark geblutet. Dieses Spiel hat in der Öffentlichkeit einen Tsunami ausgelöst.
Wie geht es jetzt mit dem Verein weiter? Man ist nach nur sieben Runden bereits zwölf Punkte hinter Leader YB, kann aus eigener Kraft nicht mehr Meister werden.
Ich bin ein Mensch, der sich auf die Zukunft konzentriert. Wir müssen als Team vorwärts schauen, einen kühlen Kopf bewahren und mit voller Kraft und Konzentration zurückkommen.
Sie haben vor eineinhalb Jahren ein Konzept präsentiert, mit dem der Erfolg gewahrt werden sollte. Bislang war dem nicht so, viel mehr sammeln sich die Misserfolge an. Ist es Zeit, über die Bücher zu gehen?
Wir sind weiterhin von unserem Konzept überzeugt und halten an unseren Zielen fest.
Muss man aber aktuell nicht vom Konzept abweichen und mehr auf erfahrene Spieler setzen, um auf den Erfolgspfad zurück zu kehren?
Wir haben sehr viele erfahrene Spieler. Aber wir haben aufgrund der vielen Verletzungen im Moment ein Problem in der Defensive. Da weisen wir die grössten Schwierigkeiten auf.. Wir haben einen Goalie, der gut gestartet ist und jetzt verletzt ist. Dann haben wir einen sehr erfahrenen Captain, der mit einer Langzeitverletzung ausfällt. Wir haben mit Carlos Zambrano einen starken Innenverteidiger geholt, der ebenfalls verletzt fehlt. Der dritte Innenverteidiger ist Eder Balanta, der die rote Karte gesehen hat gegen YB. Und Taulant Xhaka, der in diesem Spiel wichtig gewesen wäre, hat mit einer Sperre gefehlt. Das sollen keine Entschuldigungen sein, aber man muss das einfach auch sachlich beurteilen. Wir können ja nicht immer neue Spieler kaufen. Und das Transferfenster ist zurzeit ohnehin geschlossen.
Aber im Winter ist das Fenster wieder offen, man könnte aufrüsten, die Mannschaft stabilisieren – und entsprechend vom Konzept abweichen.
Wir werden zu gegebener Zeit die Situation anschauen. Ich sehe aber keine dringenden, notwendigen Anpassungen an unserem Konzept. Daran werden wir nach wie vor festhalten. Man muss solche Zeiten auch mal durchstehen. Es hat uns hart getroffen, vor allem in der Defensive. Wofür wir selber verantwortlich sind die regelmässigen Platzverweise. Diese Saison sind es schon derer vier in der Liga. Das sind Fakten für mich. Aber die haben nichts mit dem Konzept zu tun.
Also halten Sie daran fest – sowohl kurz- als auch langfristig.
Das ist doch gar keine Frage. Wir haben einen Plan bis 2020, der besteht immer noch und der bleibt auch bestehen. Ich wusste, was ich mit dem FCB erwerbe. Mir ist auch bewusst gewesen, welch grossen Erfolg dieser Verein hatte.. Klar hätte ich gestern auch lieber 1:2 oder 1:3 verloren als gleich mit 1:7. Deswegen verfallen wir jetzt aber weder in Aktionismus noch in Panik. Wenn ein Schiff auf hoher See in einen Sturm gerät, hilft es nichts, wenn man jammert. Man muss dagegen halten.
Steht Marco Streller in seiner Funktion als Sportchef für Sie zur Debatte?
Der Einzige, der ihn zur Debatte stellen könnte, wäre ich.. Aber er steht nicht zur Diskussion. Ich vertraue meinen Mitarbeitern und Führungskräften. Und sowieso: Solche Dinge werde ich nicht öffentlich diskutieren. Ich kann nur sagen, dass wir an unseren Zielen festhalten, dass wir Marcel Koller voll vertrauen und dass es wichtig ist, dass wir jetzt hart an uns arbeiten.
Werden Sie ihm jemanden mit mehr Erfahrung zur Seite stellen, um ihn zu unterstützen?
Wie gesagt: Solche Dinge diskutiere ich nicht öffentlich. Ich schütze meine Mitarbeiter, nicht nur Marco Streller, sondern per se.
Sie sagen, dass Sie an den Zielen fest halten. Auch an jenem, in dieser Saison Meister werden zu wollen?
Wir haben die Meisterschaft letzte Saison auch nicht in den Spielen gegen YB verloren. Wir hatten sogar das besser Torverhältnis in den Direktduellen mit Ihnen. Natürlich gibt die Art und Weise der 1:7-Niederlage zu reden, aber wenn man es nüchtern betrachtet, ist es eine Niederlage und wir haben drei Punkte verloren. Wir werden heute nicht unsere Saisonziele revidieren, wenn noch 29 Runden zu spielen sind.
Eine Niederlage historischen Ausmasses.
Historisch? Dieses Wort können Sie benutzen, ich tue das nicht. Ich kann mich erinnern, dass ich vor sechs Jahren in München sass und jede Minute gebetet habe, dass nicht noch mehr Tore gegen den FCB fallen.
Sie sprechen vom 0:7 im Rückspiel des Champions-League-Achtelfinals gegen Bayern München. Mit allem Respekt gegenüber YB, die Bayern sind doch ein anderes Kaliber, gegen das man eher so hoch verlieren darf wie gegen YB.
Wir müssen die Young Boys nicht schlecht reden. Wir sind nach Standardsituationen eingebrochen und haben irgendwann nicht mehr verteidigt sondern sind nur noch nach vorne gerannt, um noch ein Tor zu erzielen. Das ist unschön und sitzt tief. Aber wir müssen nach vorne schauen. Ich habe schon genügend erlebt in Basel. Wir sind beispielsweise auch schon mit einem 1:8 gegen Sion in eine Saison gestartet. Es geht jetzt einfach darum, die Festung Joggeli wieder aufzubauen, weil wir es den Gegnern zu einfach gemacht haben, in Basel zu gewinnen. Damit müssen wir am Mittwoch gegen Luzern anfangen. Es ist ein schwerer Weg, aber wir haben grosses Vertrauen in unser Team und unsere Fähigkeiten.
Machen Sie sich im Rückblick einen Vorwurf für etwas, was in den letzten eineinhalb Jahren passiert ist? Beispielsweise für den zu späten Zeitpunkt des Trainerwechsels?
Einen Vorwurf mache ich mir nicht, nein. Wir haben ja gehandelt, und Marcel Koller hat zunächst mehrere Siege aneinandergereiht, was wichtig war.. Was bringt es mir, Gedanken darüber zu machen, was heute wäre, wenn wir anders entschieden hätten? Wir haben zu einem gewissen Zeitpunkt einen Entscheid gefällt und dazu stehen wir.
Werden Sie sich in Zukunft mehr einbringen, präsenter sein und mehr Gespräche führen?
Es gibt grosse Führungskräfte, die geben fünf Interviews im Jahr, und dann gibt es solche, die lassen sich regelmässig durchs Dorf treiben. Dass ich heute so vielen Medien Auskunft gebe, gründet darin, dass der Moment nach dieser Niederlage ausserordentlich ist.
Die Frage zielt auf Ihr Auftreten im Verein selber ab. Werden Sie sich dort mehr einbringen in diesen schweren Zeiten?
Ich bin in all meinen Unternehmen gleich stark präsent. Und ich sehe keinen Grund dafür, dass ich etwas verändern muss. https://www.bzbasel.ch/basel/basel-stad ... -133479069
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shalako
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Verfasst: Dienstag 25. September 2018, 08:15 |
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25.09.2018  Zitat: Haben die Fussballfans auf Vorrat protestiert?
Die Fans von YB und Basel protestierten gemeinsam gegen eine E-Sports-Meisterschaft im Schweizer Fussball. Doch: Ob das Projekt realisiert wird, ist ungewiss.
Die Szenerie ist surreal: Zuerst verlassen Dutzende YB-Fans ihre Kurve, dann kehren sie wieder zurück und werfen schliesslich Tennisbälle und Controller von Spielkonsolen auf den Kunstrasen. Für einen Moment wird am Sonntag das Spektakel zwischen den Young Boys und Basel (7:1) unterbrochen, was bei einem Grossteil der über 31'000 Zuschauer für Irritation sorgt.
Als sich in der zweiten Halbzeit das Prozedere wiederholt – diesmal mit dem Basler Anhang in der Hauptrolle –, wird klar: Die beiden Fanlager machen gemeinsame Sache. Doch wofür genau?
Licht ins Dunkel bringt die YB-Fanvereinigung «Ostkurve Bern» mit einer Stellungnahme. Gemäss dieser will die Swiss Football League (SFL) im März 2019 eine eigene E-Sports-Liga starten. Jeder Club müsste dafür Spieler engagieren, die ihn in virtuellen Meisterschaften des Fussballgames «Fifa» vertreten.
Zudem soll es künftig für die Teilnahme an der höchsten Spielklasse gar als Lizenzauflage gelten, ein E-Sports-Team zu stellen. «Dies hat mit unserem Sport und den Werten unseres Vereins rein gar nichts zu tun! Hier geht es nur um den Profit!», heisst es in der Stellungnahme.
YB gibt sich zurückhaltend
Der stellvertretende SFL-Mediensprecher Silvio Kern bestätigt zwar, dass es ein entsprechendes Projekt gebe. «Doch weder gibt es einen Entscheid, ob diese E-Sports-Liga zustande kommt, noch, wann das der Fall wäre.» Weil mit Basel, St. Gallen, Lausanne und Servette vier Vereine bereits E-Sports-Abteilungen installierten – also professionelle Gamer anstellten –, klärte die SFL ab, ob ein Bedürfnis seitens der Clubs bestehe, eine entsprechende Meisterschaft zu führen.
An einer der nächsten Generalversammlungen dürfte das Strategiepapier den Clubs vorgestellt werden, diese haben dann auch das letzte Wort über die Einführung einer E-Sports-Liga. Und Kern betont: «Es ist uns allen unverständlich, wie die Fans auf die Idee kommen, dass so etwas im Lizenzreglement festgehalten werden könnte.»
Fakt ist: E-Sports wird im Profisport immer wichtiger. In der Bundesliga haben mehrere Clubs Zocker angestellt. Und der FC Basel beispielsweise hat erst kürzlich die Verträge mit seinen drei E-Sportlern, zwei Deutschen und einem Zürcher, verlängert. Das Ziel ist klar: Weil der E-Sports-Markt wächst, erhofft sich die FCB-Führung, ein Stück vom Kuchen abzuschneiden.
Die Verantwortlichen der Young Boys verhalten sich im Bezug auf E-Sports «beobachtend und abwartend», wie sie mitteilen. «Wir haben registriert, dass sich in diesem Gebiet neue Märkte aufgetan haben. Gleichzeitig stehen wir bedingungslos dafür ein, dass unser Kerngeschäft der Fussball auf dem Rasen ist und selbstverständlich auch bleiben wird.»
Die Clubverantwortlichen halten zwar fest – unter Berücksichtigung der Rollenverteilung –, immer ein offenes Ohr für die Fans zu haben. Doch betonen sie auch, dass Aktionen wie jene vom Sonntag YB schaden. Schliesslich muss der Meister nun mit Sanktionen seitens der Liga rechnen. https://www.bernerzeitung.ch/region/ber ... y/31555735
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