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 Beitrag Verfasst: Sonntag 23. September 2018, 23:47 
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Die verschlossene Tür: Der FCB vergibt in Bern das Meisterrennen

Der FC Basel verliert gegen die Young Boys mit 1:7 und damit schon jetzt das Meisterrennen. Die Spieler sind nach dieser Niederlage zerstört.

Die Tür ist zu. Es ist ein sehr ungewohntes Bild. Nie ist der Durchgang von der Mixed-Zone in die Gästekabine im Stade de Suisse zu. Immer ist die Türe offen. Aber dieses Mal, da ist sie verschlossen. Lange. Dahinter, da sind sie alle. Die Spieler des FC Basel. Der Trainer des FC Basel. Sie sind in ihrer Kabine. Verdauen, was da gerade geschehen ist. Und das ist an diesem Abend alles andere als einfach.

1:7 hat der FC Basel eben gegen die Young Boys verloren. Eine Klatsche sondergleichen, ein Debakel von historischem Ausmass.

Kurz geht die Türe auf. Silvan Widmer wagt einen Blick nach draussen – und verzieht sich ganz schnell wieder. Während die Basler Schutz suchen hinter verschlossener Tür, geben die Berner bereitwillig Auskunft. Ob Miralem Sulejmani, Steve von Bergen oder Loris Benito – sie alle können ihr Glück kaum fassen.

Er könne sich nicht daran erinnern, wann er zum letzten Mal 7:1 gewonnen hat, sagt Benito. Derweil öffnet sich im Hintergrund die Türe, Ricky van Wolfswinkel und Kevin Bua kommen heraus, die Blicke gesenkt. «Ein Sieg gegen den FCB ist immer geil. Wenn er dann in diesem Ausmass ist, dann natürlich noch mehr», sagt Benito.

Klatsche ins Gesicht

Als der Berner noch die Freude über diesen Sieg erklärt, wagt sich Widmer raus. Auf das Feld, den Ort des Geschehens. Ein kurzes Auslaufen, dann kehrt er zurück. Als er von Spielerbetreuer Pascal Naef in Richtung der wartenden Journalisten gelenkt wird, kann er nicht verbergen, dass er darauf keine Lust hat. Einen tiefen Seufzer später steht er dennoch vor den Mikrofonen.

Die Fassungslosigkeit ist ihm ins Gesicht geschrieben. «Was soll ich schon sagen?» fragt er. «Diesen Nachmittag kann man nicht in Worte fassen.» Und doch findet der Rechtsverteidiger des FCB in der Folge Worte, um seine Gemütslage zu beschreiben. «Das ist eine Klatsche direkt ins Gesicht. Es ist einfach alles gegen uns gelaufen. Die rote Karte hat und das Genick gebrochen. Ich bin am Boden zerstört.»

Während Widmer zögerlich diese Worte sagt, zückt ein Journalist sein Handy. Ein kurzer Blick auf die Tabelle der Super League zeigt: Der FCB ist auf Rang sieben abgerutscht. «Das hätte ich nie gedacht. Der FCB gehört nicht auf Rang sieben. Aber es ist alles nahe zusammen. Wir geben uns nicht geschlagen. Wir haben viel Qualität, wir müssen sie nur auf den Platz bringen.»

«Es gibt keine Ausreden»

Qualität – die ist an diesem Sonntagnachmittag auf Basler Seiten nicht zu sehen. Zwar kann der Vizemeister gegen den Meister zwanzig Minuten mithalten, in der zweiten Halbzeit aber «sind wir auseinandergefallen», wie Widmer treffend analysiert. «Es hätte ein Spitzenspiel werden sollen. Aber wir waren dem nicht würdig. Das war ein Klassenunterschied.»

Nach Minuten der Qual, der Aufarbeitung dieser Pleite, darf Widmer gehen und wieder hinter der verschlossenen Türe verschwinden. Erklären kann er sich immer noch nicht, was da auf dem Rasen passiert ist. Das kann an diesem Tag kaum jemand. Auch Fabian Frei nicht, der nach Widmer den Gang vor die Mikros tun muss. Für Frei ist es noch ein bisschen bitterer.

Er hat Schuld an den beiden ersten Gegentoren. Beim 0:1 verliert er das Kopfballduell, beim 0:2 lenkt er den Ball ins Tor ab. «Natürlich stehe ich als Depp da. Aber es sind auch noch andere Dinge schiefgegangen. Wir sind scheisse gewesen heute. Es gibt keine Ausreden.»

Die Schuld liegt in Freis Augen klar bei der Mannschaft «und nicht bei Marco Streller oder dem Präsidenten. Ich werde jetzt aber nicht hinstehen und sagen, wir brauchen 25 neue Spieler.» Welchen Lösungsansatz er sonst verfolgen würde, kann er nicht beantworten. «Wir müssen das alles analysieren. Aber wir sind offen für Ideen. Auch von aussen.»

Wenige Meter nebenan steht noch immer von Bergen und erzählt vom Glück. Frei aber hat genug. Er schliesst seine Ausführungen ab und verschwindet. Hinter die verschlossene Türe. Es hat symbolischen Charakter. Denn nicht nur die Türe zur Basler Kabine ist zu. Sondern auch jene zu einem Meistertitel in dieser Saison für den FCB. Und das bereits nach erst sieben gespielten Runden.


https://www.bzbasel.ch/sport/basel/die- ... -133407590

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 Beitrag Verfasst: Sonntag 23. September 2018, 23:51 
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«Wir waren scheisse heute»

Nach der 1:7-Klatsche gegen YB wollten die Basler vorerst keine Stellungnahme abgeben. Dann aber sprach Fabian Frei.

Was will man nach einer derartigen Abreibung noch sagen? Das fragten sich die Basler Spieler nach dem 1:7 im Stade de Suisse wohl auch und verzogen sich sofort in die Katakomben. Nachdem sie sich etwas gefasst hatten, trat Fabian Frei im Schweizer Fernsehen vor die Kamera und äusserte sich.

«So auseinanderzufallen ist des FC Basel nicht würdig. Das ist unseren Fans gegenüber unentschuldbar – und jedem einzelnen, der sich tagtäglich den Arsch aufreisst, damit wir auf dem Platz stehen.» Etwas später holte der Captain etwas weiter aus, beantwortete schweren Herzens alle Fragen. «Schlussendlich stellt man sich den Fragen, wenn es gut läuft. Dann muss man sich auch stellen, wenn es schlecht läuft – auch wenn es Angenehmeres gibt», sagte Frei umringt von einer Journalisten-Traube.

Schönrederei?

«Dass man drei Gegentore auf Standards gegen eine Mannschaft kassiert, die einem physisch überlegen ist, kann passieren. Sollte nicht, kann aber. Was mich aber enttäuscht ist, dass man auseinanderfällt und eine Rote Karte holt für ein Foul, das nicht sein muss. Dass man sich nicht mehr reinhaut, das darf nicht sein.» Frei suchte nach Worten, die ehrlich sind, die nicht nach Ausreden klingen, aber dennoch loyal zu bleiben.

Zeigt der FCB nicht vielmehr Zerfallserscheinungen? «Wenn man erwartet hat, dass wir 20 Punkte vor YB Meister werden, kann man das so sehen. Es ist so, wie es ist. Wenn man das Kräfteverhältnis der beiden Teams anschaut, liegt es nicht bei einem 1:7», sagte Frei.

Auf die Frage, ob das nicht genau diese Schönrederei sei, die dem FCB zuletzt zum Verhängnis wurde, antwortete er: «Was erwarten Sie, was ich sage? Fakt ist – dann sage ich es halt so – wir waren scheisse heute. Und wenn man scheisse ist, gewinnt man in Bern nicht. Und dabei geht es gar nicht darum, dass man etwas schönreden will. Das müssen wir anschauen.» Er könne aber auch nicht hinstehen, den ganzen Kader schlechtreden und 25 neue Spieler verlangen.

Vieles falsch gemacht

Man habe vieles falsch gemacht und müssen daran arbeiten. Frei habe Vertrauen in den Trainer, dass er die Mannschaft wieder auf Vordermann bringt:«Es wird wieder besser, aber dafür muss sich gewaltig etwas ändern. Jeder Spieler muss bei sich selber anfangen, muss den Finger aus dem Hintern nehmen.»

Trainer Marcel Koller musste feststellen, dass sich sein Team nach dem Rückstand «erschreckend naiv» angestellt hatte: «YB hat verdient gewonnen, die Berner hatten mehr Power, wir konnten nicht dagegenhalten.» Es sei nun viel zu tun, so Koller. Vor allem müsse man aber damit aufhören, in der Vergangenheit zu leben.


https://bazonline.ch/sport/fussball/Wir ... y/14936533

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 Beitrag Verfasst: Montag 24. September 2018, 00:32 
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Stellungnahme zur heutigen Aktion gegen E-Sports anlässlich des Spiels YB-FCB

Wir kämpfen gegen E-Sports!!!

Seit einigen Monaten wird die Thematik E-Sports immer wieder in den Medien und in den Stadien thematisiert. Nun soll im März 2019 von der Swiss Football League eine eigene Liga gestartet werden; dies hat mit unserem Sport und den Werten unseres Vereins rein gar nichts zu tun! Hier geht es nur um den Profit!

Ein Sportverein soll die Menschen zu mehr Bewegung und sportlicher Betätigung anregen. Fussball ist ein Mannschaftssport und kein Einzelsport!

Es darf nicht sein, dass der Plan der Ligaverantwortlichen umgesetzt wird und den Vereinen ein E-Sports Team als Lizenzauflage zur Teilnahme in der höchsten Spielklasse aufgezwungen wird.

Wir als Stadionbesucher müssen uns dagegen wehren, um unseren Sport so zu behalten wie er ist! In der heutigen Gesellschaft sitzen Kinder öfters zuhause vor den Konsolen, anstatt sich mit Freunden sportlich zu betätigen. In einem Sportverein werden den Kindern und Jugendlichen wichtige Werte wie Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit und vor allem Freundschaft vermittelt! Dies sind Werte, welche im E-Sport völlig verfehlt werden. Und dies für den Preis des Profits?! Nicht mit uns!

Gäge E-Sports, hüt und für immer!

Ostkurve Bern


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 Beitrag Verfasst: Montag 24. September 2018, 08:06 
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Steve von Bergen: «Das ist mir komplett egal»

YB-Captain ordnet das 7:1 gegen Basel ein. Und er sagt, warum der Charakter eine grosse Stärke der Young Boys ist.

Helfen Sie uns, dieses 7:1 ­einzuordnen.
Steve von Bergen: Die erste Viertelstunde war schwierig, weil wir müde Beine hatten. Doch als wir das erste Tor erzielten, übernahmen wir das Spieldiktat. Wir waren in jedem Bereich sehr gut. Hinten agierten wir abgeklärt, vorne hatten wird sieben verschiedene Torschützen – das ist einfach Klasse!

Was bedeutet dieses 7:1 für die Meisterschaft?
Es sind erst sieben Partien absolviert, die Saison dauert bis Ende Mai. Wir haben immer gesagt, dass wir den Titel erneut gewinnen wollen. Wollen wir dies erreichen, dürfen wir nie nachlassen. Momentan gelingt uns dies auf ­beeindruckende Art und Weise.

Was sagt Ihnen die Tatsache, dass sieben verschiedene ­Akteure die YB-Tore erzielten?
Wir haben ein starkes und breites Team mit einem super Charakter, in dem auch die Einwechselspieler Impulse setzen können.

Was sagt das 7:1 über den FC Basel aus?
Das ist mir komplett egal.

Waren Sie erstaunt, wie wenig Gegenwehr vom FCB kam?
Das Resultat kam nicht zustande, weil Basel nicht gut war, sondern weil wir eine sehr starke Leistung zeigten. Wir variierten das ­Spieltempo, waren ballsicher, ­dominant.

Die Wachablösung ist endgültig vollzogen. Einverstanden?
Wir haben seit über einem Jahr eine hervorragende Bilanz, sind nun wieder mit sieben Siegen in die Meisterschaft gestartet. Wir sind das beste Team der Schweiz. Aber es ist klar: Basel bleibt unser Hauptgegner.

Vier Tage nach dem 0:3 in der Champions League gegen Manchester United liess YB nie nach, wollte immer noch ein Tor mehr. Wie erklären Sie sich das?
Das ist eine Frage des Charakters. Und es ist nicht einfach, das zu schaffen, vor allem weil wir nach diesem happigen Programm schon Müdigkeit verspürten. Doch uns zeichnet aus, dass wir immer mehr wollen, wir ruhen uns nie auf dem Gezeigten aus. Am Mittwoch steht schon das nächste Spiel gegen St. Gallen an, es wird wieder bei null beginnen.

Werden Sie bis dahin ­ausreichend erholt sein?
Warum fragen Sie? Weil ich schon 35-jährig bin? (lacht). Es ist klar, dass bei mir die Erholung stärker im Fokus steht als bei anderen Spielern. Momentan gelingt mir dies ganz gut.


https://www.bernerzeitung.ch/sport/fuss ... y/18189668

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 Beitrag Verfasst: Montag 24. September 2018, 10:59 
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Der Machtwechsel ist vollzogen

von E. Tedesco, Bern - Mit 7:1 fertigt YB den FC Basel ab. Es ist ein Indiz dafür, dass der Meister seinen Vorgänger endgültig abgehängt hat.

Noch lange nach Schlusspfiff feiern die YB-Fans den historischen Sieg gegen den FC Basel. Immer wieder schildern sie sich beim x-ten Bier jene 90 Minuten, die in die Club-Annalen eingehen. Vom 23. September 2018 werden die gelb-schwarzen Anhänger – und auch Spieler – noch ihren Enkelkindern erzählen.

«Ich kann mich nicht erinnern, dass ich einmal 7:1 gewonnen habe – und schon gar nicht gegen den FCB», freut sich Loris Benito. «Das hat es bei uns in einem Heimspiel noch nie gegeben», frohlockt Leonardo Bertone. Der YB-Mittelfeldspieler liegt damit aber nicht ganz richtig.

7 Tore, aber kein Clubrekord

Noch höher als am Sonntag siegten die Young Boys im April 2016 beim 7:0 gegen Lugano. Im November 2000 bodigten die Berner den kleinen Kantonsrivalen aus Thun 8:2. Damals gab es sogar acht verschiedene YB-Torschützen: Vardanjan, Hänzi, Häberli, Fryand, Sermeter, Burri, Descloux und Seweryn. Am Sonntag waren es sieben verschiedene YB-Spieler, die gegen den FCB einen Treffer markieren konnten: Fassnacht, Sulejmani, Camara, Hoarau, Aebischer, Assalé und besagter Bertone.

7 Tore. 7 verschiedene Torschützen. 7:1 gegen den FC Basel. Wer soll dieses YB stoppen? «Das ist die Aufgabe der Medien, unsere Gegner ausfindig zu machen. Ich rechne immer noch fest mit dem FC Basel, denn sie haben klar Aufwärtstendenz gezeigt. In so einem Entwicklungsprozess gehört auch so ein Rückschlag dazu. Aber ich glaube schon, dass der FCB einen ganz langen Atem haben wird und das Rennen noch lange nicht fertig ist», sagt Gerry Seoane.

So etwas sagt sich nach einer 7:1-Gala leicht. Der YB-Trainer winkt ab: «Ich sage das, weil ich weiss, dass im Fussball alles nahe zusammen ist. Wir haben einen strengen Herbst vor uns, und es wird wohl nicht immer mit Siegen weitergehen. Wenn dann die Konkurrenz präsent ist, ist auch ein Zusammenschluss wieder möglich.»

Mehr als drei Punkte

Das 7:1 bedeutet aber mehr als nur eine Machtdemonstration und drei gewonnene Punkte. Es ist ein Indiz dafür, dass im Schweizer Fussball der Machtwechsel vollzogen ist. Die Ära der rotblauen Dominanz ist Geschichte. Gelb-Schwarz ist drauf und dran, eine neue zu beginnen. Auch wenn Christoph Spycher mit solchen Aussagen nicht einiggeht. «Alle sprechen von einer Wachablösung», sagte der YB-Sportchef in einem Interview auf Tageswoche.ch am Samstag. «Ich sage: Nein, wir haben lediglich einen Meistertitel geholt. Wir sind ambitioniert. Aber YB kann nicht in zwölf Monaten aufholen, was Basel in 15 Jahren aufgebaut hat.»


https://www.20min.ch/sport/dossier/supe ... tpredirect

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 Beitrag Verfasst: Montag 24. September 2018, 11:01 
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«Über den Meistertitel braucht keiner mehr zu reden»

Die 1:7-Niederlage gegen die Young Boys führt beim FC Basel zu dem schonungslosen Eingeständnis, dass ihnen die Berner derzeit überlegen sind. In der Presse sind die Schuldigen an der Misere längst ausgemacht.

Natürlich lässt sich ein 1:7 nicht schönreden. Die Deutlichkeit, mit der sich FCB-Exponenten nach der Kanterniederlage im Stade de Suisse selbst in die Pflicht nahmen, und die Selbsterkenntnis, dass sich die Young Boys seit einiger Zeit auf einem anderen Level bewegen als man selbst, überraschten doch.

«Wir sind uns bewusst, dass wir an YB derzeit nicht herankommen», sagte Trainer Marcel Koller nach Basels höchster Meisterschafts-Niederlage seit 17 Jahren. Fabian Frei gab unumwunden zu, dass «YB uns physisch überlegen ist». Der Basler Captain Fabian Frei sagte weiter: «Am meisten enttäuscht mich, dass wir auseinandergefallen sind, dass wir eine rote Karte wegen einer Disziplinlosigkeit erhielten und wir uns nicht mehr richtig ins Zeug legten. Es gibt keine Ausreden. Wir waren richtig schlecht.»

Zauberlehrling Streller

Die NZZ schreibt im Bericht zu der Partie: «Im FC Basel herrscht Stress, vielleicht sind die vielen Verletzten (Omlin, Suchy, Stocker, Zambrano, Campo) auch ein Indiz dafür. Der FCB ist ohne sie nicht mehr der FCB, den man kennt. Mit ihnen aber auch nicht. Die Gründe liegen tiefer, sie scheinen komplex. Die Aufarbeitung dürfte schwierig werden und einige Zeit beanspruchen.»

Die Reaktionen in der übrigen Presse waren heftig. «Der FC Basel wird zum FC Blamage», titelte der «Blick» zur Niederlage. Den Schuldigen hat die Zeitung in Person des Sportchefs Marco Streller seit längerem schon identifiziert. «Zauberlehrling Streller steht in viel zu grossen Schuhen. Mit Jean-Paul Brigger hat ihm Burgener zwar einen Mann mit grosser Fussballvergangenheit zur Seite gestellt. Brigger aber blieb ohne Einfluss und ist wieder weg. Und jetzt ist Streller ganz allein zu Haus.»

Für den «Blick» ist auch klar, was nun nötig ist: «Im Winter, so viel ist klar, braucht es eine grundsätzliche Kurskorrektur. Der FC Basel muss sich neu erfinden. Sonst hat der Klub, der im November seinen 125. Geburtstag feiert, keine schöne Zukunft. Dann drohen nach acht ganz fetten Jahren plötzlich acht ganz magere Jahre.»

Burgener und Co. sind Verlierer

Kein Blatt vor den Mund nimmt die «Basler Zeitung»: «Der FCB versagt auf allen Ebenen. Die Führungsspitze um Bernhard Burgener, der den Club nur dann lenkt, wenn es ihm gerade passt. Der kein Wir-Gefühl im Verein entwickelt, sondern lieber Spielminuten von Junioren runterbetet. Der ein Gremium zusammengestellt hat, das inkompetent daherkommt und nicht zu harmonieren scheint. Sportchef Marco Streller, der sich zwar aufreibt, in Sachen Transfers jedoch kein Händchen hat und den Eindruck eines überforderten Jammeris hinterlässt. Wo war Streller gestern, wo Burgener? Hinstehen und Niederlagen erklären gehören zu den Kernaufgaben von Führungspersönlichkeiten.»

Der Kommentator der «Basler Zeitung» ist schwer enttäuscht und schliesst: «Über den Meistertitel braucht keiner mehr zu reden. Bleibt noch der Cup – das ist der Wettbewerb für die Verlierer, die nie Meister werden. Dort gehören Burgener, Streller & Co hin.»

Machtwechsel im Schweizer Fussball

Die ebenfalls aus Basel stammende «Tageswoche» schreibt: «Eine Mannschaft, die sich beim 1:7 gegen die Young Boys in nichts auflöst: Der FC Basel erlebt in Bern eine seiner schwärzesten Stunden. Daran wird der Club zu knabbern haben. Und Trainer Marcel Koller, dessen Schachzüge erneut nicht aufgehen, macht sich keine Illusionen.»

Weiter schreibt die «Tageswoche»: «Eine der schwärzesten Stunden der jüngeren FCB-Geschichte, noch schmerzhafter als das Scheitern in der Qualifikation zur Champions und Europa League, muss nun eingeordnet werden. Und vielleicht wird man dereinst feststellen: Dieses 1:7 zementierte den Machtwechsel im Schweizer Fussball.»

Auch der Zürcher «Tages-Anzeiger» macht in seiner Printausgabe klar, dass «Basel am Tiefpunkt ist». Die Gründe dafür sieht auch diese Zeitung im 2017 erfolgten Führungswechsel: «Neulinge übernahmen. Der Präsident Bernhard Burgener war in seinem Amt ein Lehrling wie der Sportchef Marco Streller und Raphael Wicky, der erstmals auf Profi-Stufe ein Team coachte.»

Gewaltiges muss passieren

Geschlagen wollen sich die Basler aber noch nicht geben. Frei sagte: Damit wir wieder besser werden, muss etwas Gewaltiges passieren. «Jeder muss sich am Riemen reissen. Es ist nicht alles schlecht bei uns, aber wenn wir am Mittwoch gegen Luzern gewinnen, dann ist auch nicht gleich wieder alles gut.»

Der Trainer Marcel Koller sagte zwar, dass sie aufhören müssten, «in der Vergangenheit zu leben, auch wenn es nach einem 1:7 schwierig ist, weiter vorne etwas zu sehen». Doch manchmal verleiht ein Blick in die Vergangenheit auch Hoffnung. Nicht primär die Tatsache, dass das 1:7 gegen YB nicht die höchste Niederlage der Klubgeschichte war, sondern was nach der 1:8-Niederlage in Sitten zum Saisonauftakt im Sommer geschah: Am Ende jener Saison resultierte der erste Meistertitel für den FC Basel nach 22 Jahren.


https://www.nzz.ch/sport/ueber-den-meis ... ld.1422556

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 Beitrag Verfasst: Montag 24. September 2018, 11:02 
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Die Blamage von Bern

Was mit Standard-Gegentoren beginnt, mündet für den FCB in eine 1:7-Klatsche bei YB.

Vielleicht steht es erst 0:5. Vielleicht auch 1:6. Oder sogar schon 1:7. Ein bisschen geht die Übersicht an diesem aussergewöhnlichen Sonntagnachmittag verloren. Doch irgendwann gegen Ende des vermeintlichen Spitzenkampfs zwischen dem BSC Young Boys und dem FC Basel sind sie zu vernehmen, die Sprechchöre aus dem Sektor der Gästefans.

Die Basler skandieren im Angesicht einer der grössten, bittersten, historischsten Niederlagen ihres Clubs lautstark «Pippi Streller» – und es ist nicht ganz klar, ob es dabei eher darum geht, der ehemaligen Spieler-Ikone Mut zu machen oder dem Sportdirektor zu verstehen zu geben, wer aus ihrer Sicht der Hauptverantwortliche einer Ohrfeige ist, die am Ende mit einem vernichtenden 1:7 im rotblauen Geschichtsbuch unter dem Kapitel «Monumentale Pleiten» stehen wird.

Sicher ist: Als der FC Basel auf nationaler Ebene zum letzten Mal so hoch verlor, war es so etwas wie ein heilsamer Schock auf dem Weg nach oben. Am 4. Juli 2001 wurden die Basler zum Saisonauftakt in Sion mit 1:8 zerzaust, um sich am Ende der Spielzeit dennoch zum ersten Mal seit 22 Jahren als Meister feiern zu lassen. 17 Jahre später stehen die Vorzeichen anders.

Die Blamage von Bern ist nichts anderes als ein heftiger, erschütternder Ausdruck eines Wegs, der in der Tendenz klar nach unten zeigt. Es ist nicht Saisonbeginn, sondern es sind sieben Runden gespielt. Und der FC Basel muss endgültig konstatieren, dass er aktuell keinerlei Anspruch hat, als Nummer 1 der Schweiz zu gelten: Bereits zwölf Punkte liegen die Basler hinter dem BSC Young Boys, der in der Vorsaison den FCB als Meister abgelöst hat und bei dem nach einem makellosen Saisonstart und diesem jüngsten Ausrufezeichen alles auf eine Wiederholung dieses Erfolgs deutet.

Drei Wochen für nichts

Besonders bedenklich ist, dass der FC Basel drei Wochen Zeit hatte, um sich auf diese so wichtige Partie vorzubereiten. Im Europacup gescheitert, konnte Trainer Marcel Koller die Nationalmannschaftspause und die vergangene Woche nutzen, um die Mannschaft auf YB einzustellen. Dass diese Phase von der Cup-Partie in Echallens unterbrochen wurde, war dabei kein Nachteil, sondern diente vielmehr als Hauptprobe. Dies, während sich beim Gegner bis und mit Mittwoch alles um die Premiere in der Champions League gegen den Giganten Manchester United drehte, was nicht nur physisch, sondern auch mental Kraft kostete und die Vorbereitung auf das nationale Messen äusserst kurz geraten liess.

Was dabei herauskam, war ein Basler Debakel. Nicht von der ersten Minute an. Aber von jenem Moment an, als der BSC Young Boys durch Standards den Bann brach: In der 33. Minute traf Fassnacht nach einem Corner, in der 41. Minute doppelte Sulejmani mit einem abgefälschten Freistoss nach.

Die Basler suchten eine Reaktion – und liefen ohne Gespür für deren Auswirkungen in die Klatsche. Erst nochmals via Corner. Dann durch Ballverluste und Gegenstösse, welche von einem sich auflösenden Abwehrverbund nicht gestoppt werden konnten. Dass zwischendurch Eder Balanta Rot sah, ist eine Episode, die zeigt, wie das Ganze an die Nieren ging. Mehr aber nicht, auch da führte YB bereits mit 4:0.

Als alles vorbei war, da trauten sich beim FCB nur die Mutigsten vor die Mikrofone. Trainer Marcel Koller. Captain Fabian Frei. Und Silvan Widmer. Aus der Führungsriege stellte sich mit Roland Heri einzig der Chief Operations Officer den Medien. Was Präsident Bernhard Burgener oder Sportdirektor Marco Streller – die Gesichter des 2017 ausgerufenen Konzepts «Für immer Rotblau» – denken, blieb an diesem Sonntag im Verborgenen.


https://bazonline.ch/sport/fussball/Die ... y/19728431

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 Beitrag Verfasst: Montag 24. September 2018, 11:03 
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YB hat die Hand am Pokal und Streller zu grosse Schuhe

Ist die Meisterschaft nach dem 7:1-Sieg der Young Boys Bern gegen FC Basel bereits entschieden? Die Pressestimmen.


https://www.bernerzeitung.ch/sport/fuss ... y/18210952

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 Beitrag Verfasst: Montag 24. September 2018, 11:05 
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Trotz 1:7-Blamage bei YB

Darum wird Streller von den FCB-Fans gefeiert

Marcel Koller sagt, dass er trotz Blamage in Bern gut schlafen werde. Und Marco Streller? Der bekommt Seelenbalsam vom eigenen Anhang.

Trotz 1:7-Pleite in Bern feiern die mitgereisten FCB-Fans ihren Sportdirektor mit Sprechchören. «Piiiiipi Streller, Piiiiiipi Streller!» Balsam für die Seele jenes Mannes, der im SonntagsBlick offen davon sprach, wie sehr ihn die ganze Situation belaste. «Ich leide», sagte Streller. Nach der Demontage von Bern sind die Sorgenfalten beim 37-Jährigen noch viel grösser geworden. Sein FCB wird vom Meister rot und blau geprügelt.

Nur einmal, im Juli vor 17 Jahren, hat der FCB in diesem Jahrtausend noch höher verloren. Nach dem 1:8 zum Saisonstart gegen den FC Sion wurde Rotblau am Ende der Saison aber doch noch Meister. Dieser Zug ist wohl abgefahren.

«Zurzeit kommen wir nicht an YB heran»

Zwölf Punkte beträgt der Rückstand nach sieben gespielten Runden, YB hat eine Hand schon am Meisterpokal. Sieht auch Trainer Marcel Koller so: «Zurzeit kommen wir nicht an YB heran, aber wir werden in den nächsten Wochen hart arbeiten, um wieder ein valabler Gegner zu werden.»

Den Titel will er aber nicht abschreiben: «Klar sind zwölf Punkte eine Menge Holz, aber in ein paar Wochen werden wir ein anderes Gesicht zeigen.» Vor allem hinten muss der Trainer Lösungen finden.

Schon in der letzten Saison war die Defensive die Achillessehne der Basler, nun fehlen mit Captain Suchy und Zambrano zwei Innenverteidiger und mit Omlin der Goalie verletzt. Balanta wird nach seiner Roten Karte gegen YB am Mittwoch gegen den FCL gesperrt sein.

Rückt Fabian Frei wieder in die Abwehr?

«Das ist natürlich nicht optimal, wir müssen wieder eine Lösung finden», sagt Koller. Aller Voraussicht nach wird Fabian Frei in die Abwehr rücken, gegen YB verliert er vor dem 0:1 das Kopfballduell gegen Fassnacht und lenkt den Ball vor dem 0:2 unglücklich ab. «Wir bekommen die ersten drei Tore nach Standards», hadert Koller. Schlafen werde der 57-Jährige aber trotz 1:7 können: «Ich habe ja schon ein gewisses Alter.»

Streller hingegen wird wohl mehr Mühe damit haben, umso besser dürften ihm die Sprechchöre tun. Die FCB-Fans haben nicht vergessen, was der langjährige Captain alles für den Verein geleistet hat.

https://www.blick.ch/sport/fussball/sup ... 93667.html

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 Beitrag Verfasst: Montag 24. September 2018, 11:07 
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«Es ist ein Albtraum»

Nach der 1:7-Niederlage gegen die Young Boys suchen die Spieler des FC Basel nach Erklärungen. Und finden keine, sondern sagen: «Wir waren einfach scheisse.»

Nach dem Spiel treffen im Bauch der Ostkurve im Stade de Suisse zwei Welten aufeinander. Da steht einerseits Steve von Bergen neben einem kleinen Fan, der mit der Rückendeckung seiner Mutter um ein Bild mit dem Sieger bittet. Andererseits dokumentieren keine zehn Meter neben dem Captain der Young Boys ein Dutzend Mikrophone die Worte Silvan Widmers, der Sekunden zuvor einen Verantwortlichen des FCB fragt, ob er wirklich vor die Presse stehen müsse.

Nach der historischen 1:7-Niederlage ist das Medieninteresse grösser an den Basler Verlierern als an den Siegern von YB. Vielleicht deswegen, weil die Basler Auflösungserscheinungen erstaunlicher waren als der dominante Auftritt der Young Boys, die mit 21 Punkten und einem Torverhältnis von 26:5 der Konkurrenz enteilt sind und zehn Punkte Vorsprung auf das Verfolgertrio aus Thun, St. Gallen und Zürich aufweisen.

«Wir sind diesem Spitzenspiel nicht würdig.»
FCB-Verteidiger Silvan Widmer


Widmer liegt mit dem FCB auf Rang sieben und spricht nach der siebten Runde von einem «unglaublichen Nachmittag», von einer «Klatsche direkt ins Gesicht». Er schildert, wie die Mannschaft in der Kabine am Boden zerstört sei und man den Klassenunterschied gesehen habe zwischen dem Meister und dem FCB, den drei Punkte vom Barrage-Platz trennen.

Der 25-Jährige weiss, dass der FCB zum vermeintlichen Gipfeltreffen angereist ist. «Aber wir sind diesem Spitzenspiel nicht würdig», sagt Widmer. Treffender kann man es nicht ausdrücken als der rechte Aussenverteidiger, einer der teuersten Transfers der Vereinsgeschichte. Der FC Basel war den Young Boys in allen Belangen unterlegen: Er war langsamer, physisch schlechter, zeigte weniger Wille und hatte weniger Erfahrung auf dem Kunstrasen.

Als das Spiel nach vier Gegentreffern entschieden schien, stemmten sich die Basler mit Offensivbemühungen noch immer hilflos gegen die Niederlage, anstatt in die Defensive zu investieren: «In dieser Situation sollte man eher Tore verhindern als noch eines schiessen zu wollen», sagt Widmer.

Wie Widmer hatte sich auch Fabian Frei den Wechsel nach Basel anders vorgestellt, erfolgreicher, glorioser, ruhiger. Der Captain muss zum wiederholten Male erklären, was schief läuft beim einstigen Serienmeister. Aber auch Frei findet kaum Worte für diese historische Niederlage. «Wir waren einfach scheisse», sagt er. Immerhin ist Frei selbstkritisch genug, um die Mannschaft in die Pflicht zu nehmen: «Weder die Fans noch Strelli (Sportchef Marco Streller) noch der Präsident (Bernhard Burgener) sind schuld. Auf dem Platz standen wir Spieler.»

«Wenn man irgendwann 0:4 hinten liegt, bricht man leicht ein. Weil man merkt, dass es nichts zu holen gibt.» YB-Spieler Leonardo Bertone

Und auf dem Platz stand ein Gegner, der nach der 0:3-Niederlage gegen Manchester United den Schalter umgelegt hat, wie es YB-Sportchef Christoph Spycher am Donnerstag gefordert hatte. Captain Steve von Bergen spricht von einem «überragenden» Auftritt, «es stand fast nur eine Mannschaft auf dem Platz».

Und Leonardo Bertone, der als Einwechselspieler das 6:1 erzielte, sagt: «Fast jeder Schuss war ein Treffer. Das zeichnet ein Topteam aus.» Und beinahe glaubt man etwas Mitleid mit den einst so dominanten Baslern zu erkennen, wenn Bertone sagt: «Wenn man irgendwann 0:4 hinten liegt, bricht man leicht ein. Weil man merkt, dass es nichts zu holen gibt.»

Das nächste Mal etwas zu holen gibt es für den FC Basel am Mittwoch gegen den FC Luzern. Wiedergutmachung ist angesagt, weiss Fabian Frei: «Es muss gewaltig etwas passieren, aber auch mit einem Sieg gegen Luzern ist nicht plötzlich alles wieder gut.» Der Auftritt gegen YB wird ganz unabhängig von den Resultaten nicht so schnell in Vergessenheit geraten. Das glaubt auch der Basler Captain: «Diese Niederlage wird mir noch lange im Kopf bleiben.»

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