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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2017/2018
 Beitrag Verfasst: Montag 16. April 2018, 22:15 
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Meister der Geduld

Die Young Boys können sich schon am Sonntag gegen Lausanne den Titel holen. Die Meisterrechnung der Spieler selbst ist simpler.

Nicht mehr lange, und die Young Boys sind Champion. Meister sind sie sogar schon jetzt, zumindest was die Geduld anbetrifft. Auch nach dem 1:0 gegen Zürich am Sonntag, dem zehnten Sieg in den letzten elf Meisterschaftsspielen, liessen sie sich wenig Konkretes zu ihren Titelplänen entlocken. «Man merkt schon, dass da langsam etwas passiert», fasste sich Christian Fassnacht vorsichtig kurz.

Doch anstatt langsam könnte es für die Young Boys nach dem 21. Saisonsieg jetzt auch richtig schnell gehen. Ein Sieg in Thun am Mittwoch, ein weiterer gegen Lausanne, dazu eine Niederlage von Basel zu Hause gegen GC oder am Sonntag auswärts in Sion – und die Young Boys dürften feiern.

Eher früher, als später

Die offizielle YB-Meisterrechnung stellte Trainer Adi Hütter ja bereits nach dem Sieg in St. Gallen vor einer Woche vor: Vier Siege, dann sei der Titel im Trockenen, egal wie die Konkurrenz spielt. «Und das war jetzt der erste von vier», sagte ein entspannter Guillaume Hoarau am Sonntag. Komplizierter wird es, sollte YB mit seinem Siegeszug in den nächsten drei Partien einmal aussetzen und Basel jeweils erfolgreich sein.

Dann könnte YB auch an einem spielfreien Sonntag (nach dem Rencontre mit Sion am Vortag) Meister werden – oder etwa auch zuvor am Auffahrtsdonnerstag, beim Direktduell in Basel mit dem FCB.

Man merkt schon, dass da langsam etwas passiert.»
Christian Fassnacht


Vieles deutet indes auf eine weitaus frühere Entscheidung hin und es ist in all dem sich anbahnenden Trubel auch erstaunlich, mit welcher Ruhe und Routine die Young Boys nach wie vor zu Werke gehen. Dass die Planungen für eine Meisterfeier hinter den Kulissen sehr wohl angelaufen sind, merkt man ihnen nicht an. Auch wenn die Wege, auf denen Basel den riesigen Vorsprung noch aufholen könnte, bald nur noch mithilfe von fortgeschrittenen Mathematik-Künsten errechenbar sind – bei YB halten sie sich bedeckt. «Jeder hat die Ausgangslage im Kopf», sagte Verteidiger Loris Benito, «wenn wir jetzt zweimal siegen, sieht es schon sehr gut aus.»

Gelb-Sperren und Edelreservisten

Zu dieser YB-Ruhe vor dem Meistersturm zählt auch, wie die Berner die sich zuletzt wieder häufenden Ausfälle verkrafteten. Leonardo Bertone hat den verletzten Djibril Sow solide vertreten und die Partie gegen den FCZ über die volle Dauer bestritten. In fast allen anderen Super-League-Kader wäre der Edelreservist unbestrittener Stammspieler. Am Sonntag nach dem Spiel sagte er: «Ich bin dankbar für jede Partie, die ich vor dieser Kulisse von Anfang an bestreiten darf.»

Am Mittwoch in Thun fehlt nebst dem verletzten Sow auch Sékou Sanogo, der am Sonntag die 12. Gelbe Karte sah und eine Runde pausieren muss. Michel Aebischer dürfte ihn ersetzen.

Publikumsmässig sind die Festwochen bei YB ja endlich eingeläutet. An den letzten drei Heimspielen waren jeweils mindestens 23 000 Zuschauer im Stadion, und auch bei den nächsten Partien dürfte das Stade de Suisse (am Sonntag gegen Lausanne, am Samstag darauf gegen Luzern) sehr gut gefüllt sein.

Meisterduell? Abstiegskampf!

Hinter YB zeichnet sich in der Super League eine spannende Schlussphase ab. Ab Rang 5 und dem FC Zürich ist noch kein Team vor dem Abstieg gefeit, die Teams von Rang 6 bis 10 trennt sogar nur ein Punkt. Und: Aktuell haben ausser YB und Basel alle Teams eine negative Tordifferenz – auch das spricht für die Berner Dominanz.


https://www.bernerzeitung.ch/sport/fuss ... y/26210244

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2017/2018
 Beitrag Verfasst: Dienstag 17. April 2018, 17:44 
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Noch drei Siege - egal wie die Konkurrenz spielt

Die Frage ist nicht mehr ob, sondern wann YB die Meisterschaft gewinnt.

Nicht mehr lange, und die Young Boys sind Champion. Meister sind sie sogar schon jetzt, zumindest, was die Geduld betrifft. Auch nach dem 1:0 gegen Zürich am Sonntag, dem zehnten Sieg in den letzten elf Meisterschaftsspielen, liessen sie sich wenig Konkretes zu ihren Titelplänen entlocken.

«Man merkt schon, dass da langsam etwas passiert», fasste sich Christian Fassnacht vorsichtig kurz. Doch anstatt langsam könnte es für die Young Boys nach dem 21. Saisonsieg jetzt auch richtig schnell gehen. Ein Sieg in Thun am Mittwoch, ein weiterer gegen Lausanne, dazu eine Niederlage von Basel zu Hause gegen GC oder am Sonntag auswärts in Sitten - und die Young Boys dürfen feiern.

Eher früher als später

Die offizielle YB-Meisterrechnung stellte Trainer Adi Hütter bereits nach dem Sieg in St. Gallen vor einer Woche vor: Vier Siege, dann sei der Titel im Trockenen, egal wie die Konkurrenz spiele. «Und das war jetzt der erste von vier», sagte ein entspannter Guillaume Hoarau am Sonntag. Komplizierter wird es, sollte YB mit seinem Siegeszug in den nächsten drei Partien einmal aussetzen und Basel jeweils erfolgreich sein. Dann könnte YB auch an einem spielfreien Sonntag (nach dem Rencontre mit Sion am Vortag) Meister werden - oder etwa auch zuvor am Auffahrtsdonnerstag, beim Direktduell in Basel mit dem FCB.

Vieles deutet indes auf eine weitaus frühere Entscheidung hin, und es ist in all dem sich anbahnenden Trubel auch erstaunlich, mit welcher Ruhe und Routine die Young Boys nach wie vor zu Werke gehen. Dass die Planungen für eine Meisterfeier hinter den Kulissen sehr wohl angelaufen sind, merkt man ihnen nicht an. Auch wenn die Wege, auf denen Basel den riesigen Vorsprung noch aufholen könnte, bald nur noch mithilfe von fortgeschrittenen Mathematikkünsten errechenbar sind - bei YB halten sie sich bedeckt. «Jeder hat die Ausgangslage im Kopf», sagte Verteidiger Loris Benito, «wenn wir jetzt zweimal siegen, sieht es schon sehr gut aus.»

Zu dieser YB-Ruhe vor dem Meistersturm zählt auch, wie die Berner die sich zuletzt wieder häufenden Ausfälle verkrafteten. Leonardo Bertone hat den verletzten Djibril Sow solide vertreten und die Partie gegen den FCZ über die volle Dauer bestritten. In fast allen anderen Super-League-Kadern wäre der Edelreservist unbestrittener Stammspieler. Am Sonntag nach dem Spiel sagte er: «Ich bin dankbar für jede Partie, die ich vor dieser Kulisse von Anfang an bestreiten darf.» Am Mittwoch in Thun fehlt nebst dem verletzten Sow auch Sékou Sanogo, der am Sonntag die 2. Gelbe Karte sah und eine Runde pausieren muss. Michel Aebischer dürfte ihn ersetzen.

Publikumsmässig sind die Festwochen bei YB ja endlich eingeläutet. An den letzten drei Heimspielen waren jeweils mindestens 23 000 Zuschauer im Stadion, und auch bei den nächsten Partien dürfte das Stade de Suisse (am Sonntag gegen Lausanne, am Samstag darauf gegen Luzern) sehr gut gefüllt sein.

Meisterduell? Abstiegskampf!

Hinter YB zeichnet sich in der Super League eine spannende Schlussphase ab. Ab Rang 5 und dem FC Zürich ist noch kein Team vor dem Abstieg gefeit, die Teams von Rang 6 bis 10 trennt sogar nur ein Punkt. Und: Aktuell haben ausser YB und Basel alle Teams eine negative Tordifferenz - auch das spricht für die Berner Dominanz.


https://www.derbund.ch/sport/fussball/N ... y/29997437

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2017/2018
 Beitrag Verfasst: Dienstag 17. April 2018, 17:47 
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YB: Wenn Liebe unter die Haut geht

Bald wird YB erstmals seit 1986 Meister. Wir begleiten die Young Boys bis dahin in einer täglichen Rubrik zum Thema Meisterträume.

Wann es genau war, dass uns diese Worte über die Lippen gingen, lässt sich nicht mehr mit Sicherheit sagen. Vielleicht nach einem trostlosen 0:0 in Vaduz, vielleicht nach einem hitzigen 1:2 beim FCZ, vielleicht aber auch nach einem blamablen 2:3 im Aarauer Brügglifeld.

Wann es genau war, spielt sowieso eine untergeord­nete Rolle. Das Entscheidende ist das Gefühl, das uns in diesem Moment wieder einmal überkommen hatte. Viel zu oft mussten wir es in den letzten Jahren fühlen. Das Gefühl, dass die Young Boys auswärts wieder einmal unnötig verloren oder zumindest Punkte liegen lassen hatten.

Am Anfang war es eine Melange aus Wut und Enttäuschung, über die Jahre mischte sich eine Prise Gleichgültigkeit in unser Befinden, wenn wir wieder in den Extrazug nach Hause stiegen. Denn, diese Meinung verankerte sich immer stärker in unseren Köpfen auf den wöchentlichen Reisen durch die Fussballschweiz, es war ja ­sowieso klar, dass YB nicht mit Basel würde mithalten können.

Und so war die Abmachung, die Kollege S. und ich auf der Rückfahrt von Vaduz, Zürich, Aarau oder sonst wo trafen, eine, die wir nach dem Handschlag beide mit Lachen quittierten ob der utopisch scheinenden Möglichkeit, dass sie auch einmal würde eingehalten werden müssen. «Wenn YB mal einen Titel holt, tätowieren wir uns das YB-Logo.»

In dieser Saison hat sich unsere Auswärtsbilanz signifikant verbessert. Die Berner holen Sieg um Sieg, begeistern. In ein paar Wochen dürfte YB nicht mehr nur sprichwörtlich unter die Haut gehen.

30. Runde. Mittwoch, 18. April, 20 Uhr: Thun - YB. Basel - GC.
31. Runde. Sonntag, 22. April, 16 Uhr: YB - Lausanne. Sion - Basel.
32. Runde. Samstag, 28. April, 19 Uhr: YB - Luzern. Sonntag, 29. April, 16 Uhr: Basel - Thun.
33. Runde. Samstag, 5. Mai, 19 Uhr: Sion - YB. Sonntag, 6. Mai, 16 Uhr: St. Gallen - Basel.
34. Runde. Donnerstag, 10. Mai (Auffahrt), 16 Uhr: Basel - YB.
35. Runde. Sonntag, 13. Mai, 16 Uhr: YB - ­Lugano. Zürich - Basel.
36. Runde. Samstag, 19. Mai, 19 Uhr: GC - YB. Basel - Luzern.


https://www.bernerzeitung.ch/sport/fuss ... y/23695933

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2017/2018
 Beitrag Verfasst: Mittwoch 18. April 2018, 08:37 
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Das Wunder von Bern

Von Moritz Marthaler

Kein anderer Fußballklub der Schweiz verkörpert das finale Scheitern derart grotesk wie die Young Boys. Doch nun steht der seit 31 Jahren titellose Verein vor dem Gewinn der Meisterschaft

Es war eine seltsame Veranstaltung, irgendwo zwischen Selbstironie und tragischer Komik. Fünf Jahre ist es her, da trafen sich ein paar Hundert Fußballfans in einem Kino und schauten zusammen ein Spiel, das 26 Jahre zuvor stattgefunden hatte. Sie waren alle Anhänger der Young Boys aus Bern, dem zweitgrößten Fußballklub in der Schweiz. Sie sind es auch heute noch, doch damals feierten sie sarkastisch ein unrühmliches Jubiläum: „No title since 1987“. Über die Leinwand flimmerte das Pokalfinale von 1987, die Älteren erzählten den Jüngeren, die vielleicht noch gar nicht geboren waren damals, wie das so gewesen sei, beim letzten Titelgewinn.

Mittlerweile sind es etwas mehr als 11.200 Tage, in denen die Berner ohne Titel sind – viele aber werden kaum mehr dazukommen. Die Young Boys führen die Tabelle mit unglaublichen 13 Punkten Vorsprung auf den FC Basel an, die Meisterschaft ist ihnen kaum mehr zu nehmen. Nicht diesmal. Das finale Scheitern soll endlich ein Ende haben. Es wäre ein neues Wunder von Bern.

Dort leiden sie seit Jahren unter der Hegemonie eines anderen Klubs. Denn auch in der Schweiz heißt der große Dominator der Liga FCB. Seit acht Jahren gibt er die Meisterschaft nicht mehr her, zwölfmal gewann der FC Basel sie seit 2002. In all der Zeit blieben den leidgeprüften Bernern hinter dem Rivalen nur zweite Plätze. Zweimal verpasste man die Meisterschaft erst im letzten Spiel, in der „Finalissima“, wie man in der Schweiz sagt. Dazu verloren die Berner zweimal ein Pokalfinale. Nervenstärke sagte ihnen niemand mehr nach, um es mal vorsichtig auszudrücken. Schalke, Leverkusen, Young Boys Bern – so urteilten die Zyniker, nicht selten gar aus den eigenen Fanreihen, wenn es galt, das finale Scheitern in Worte zu fassen. Fast jeder Verein in der höchsten Schweizer Spielklasse wurde seither einmal Meister oder gewann zumindest mal den Pokal. Nicht so die Young Boys.

Die Situation schien festgefahren. Wer auch immer in Bern am Ruder war, erlitt früher oder später eine empfindliche Niederlage und verpasste knapp einen Titel. Das färbte ab, besonders auf den Anhang. Er gilt nicht nur als abgehärtet, sondern ist im ganzen Land für seinen Zynismus bekannt. T-Shirts mit verhöhnenden Aufschriften wie „meisterschaftsfrei“, wie sie in Dortmund vielleicht in Blau-Weiß verkauft werden, die gibt es auch in Bern – allerdings von den eigenen Fans. Nach dem verlorenen Pokalfinale 2009 druckten Fanklubs Shirts mit Fluchwörtern, und es gilt das geflügelte Wort, dass ein Anhänger von Young Boys Bern erst an den Titel glaubt, wenn seine Mannschaft zwei Runden vor Schluss mit sieben Punkten Vorsprung an der Spitze liegt.

Der Fatalismus ist tief verankert in Bern. Als die Young Boys 2008 und 2010 bereits eine Hand am Meisterpokal hatten und 2006 und 2009 im Pokalfinale standen, produzierte die lokale „Berner Zeitung“ in den Wochen und Tagen zuvor in aufwendiger Arbeit Extrablätter. Die Inserenten hatten bezahlt, die Texte waren redigiert. Nur zum Druck kam es nie. Dabei sind die Young Boys ein stolzer Klub. Nach ihrer Gründung 1898 sollten sie sich dem damals bedeutsamen FC Bern unterordnen. „Nicht mit uns“, sagten sie sich und beschlossen, selber so gut, so groß zu werden. Das gelang ihnen nicht schlecht: In den 50er-Jahren setzten sie mit vier Meisterschaften in Folge einen Meilenstein und spielten im modernsten und größten Schweizer Stadion dieser Zeit, das 1954 beim „Wunder von Bern“ seinen Platz in der Fußball-Weltgeschichte fand: das Stadion Wankdorf.

Dass seit dieser Ära bis heute in 60 Jahren nur gerade drei weitere Titel hinzugekommen sind, hätte sich so wohl niemand gedacht. Auch die Feier der letzten Meisterschaft 1986 geriet nicht überschwänglich und fand in einer Baracke neben dem alten Stadion statt – es würden doch bestimmt noch viele weitere folgen, so dachte man sich. In Bern bahnt sich also 64 Jahre nach dem WM-Titel Deutschlands wieder etwas Historisches an. Und es ist ja auch eine kleine Liebesgeschichte, zwischen den Bernern, denen in der Schweiz eine gewisse Behäbigkeit, eine leichte Lethargie nachgesagt wird, und ihrem Fußballverein, der so oft so nah dran, aber halt nie ganz oben war. Dass jetzt, mit 13 Punkten Vorsprung sieben Runden vor Schluss, eigentlich nichts mehr schiefgehen kann, davon sind sie in Bern aber längst nicht alle überzeugt. 13 Punkte, so viel lag man auch vor neun Jahren mal vor dem FC Basel. Die Saison endete mit der Niederlage im entscheidenden letzten Spiel – und war der Anfang der bis heute andauernden Titelserie des Schweizer FCB.

In dieser Spielzeit aber deutet nichts auf einen Einbruch, auf Nervenflattern auf der Ziellinie hin. YB (sprich: IB), wie die Young Boys im Volksmund genannt werden, hat gegen den FC Basel in der Liga nicht verloren und den Rivalen auch im Pokal-Halbfinale überwunden. Nun geht die Rechnung so: Ein Sieg in Thun am Mittwoch, ein weiterer am Sonntag gegen Lausanne, dazu eine Niederlage von Basel zu Hause gegen Grasshoppers Zürich oder am Sonntag auswärts in Sion – und die Young Boys dürfen endlich, endlich feiern. „Jeder hat die Ausgangslage im Kopf“, sagte Verteidiger Loris Benito der „Berner Zeitung“. „Wenn wir jetzt zweimal siegen, sieht es schon sehr gut aus.“

Der jähe Erfolg hat seine Baumeister. Die Voraussetzungen, um die titelfreie Zeit zu beenden, waren in Bern schon länger günstig. Seit drei Jahren ist der Österreicher Adi Hütter Trainer, im Herbst wollte ihn Werder-Sportchef Frank Baumann als Nachfolger von Alexander Nouri nach Bremen holen. Hütter sagte ab und verkündete: „Meine Mission in Bern ist noch nicht beendet.“ Seine Strategie könnte perfekt aufgehen – als Meistercoach in der Schweiz und Österreich (2015 mit Salzburg) dürfte er im Sommer eine gute Ausgangslage auf dem Markt haben.

Hütter ist ein mutiger Trainer, kommuniziert clever, setzt auf junge Spieler. Und ist zielstrebig. „Wir wollen Meister werden“, sagte der Coach schon im Winter. „Man kann das doch irgendwann nicht mehr verkaufen, dass man bloß eine gute Saison spielen wolle, wenn man 16 von 19 Runden auf Platz eins steht.“

Baumeister Nummer zwei ist Christoph Spycher. Seitdem er die Young Boys als Sportchef führt, passt plötzlich alles zusammen. Für Eintracht Frankfurt absolvierte der Berner 149 Spiele, war zwischenzeitlich Kapitän. Das war er auch sogleich nach seiner Ankunft in Bern, und nach seinem Rücktritt als Spieler strebte Spycher bei YB im Managementbereich nicht sofort nach dem höchsten Posten. Der heute 40-Jährige hat nicht den typischen Werdegang eines Fußballers. Nach seinem Abitur hatte er sich an der Universität Bern schon für ein Wirtschaftsstudium eingeschrieben, bevor er beim FC Luzern doch noch seinen ersten Profivertrag unterschrieb. Bei YB wollte er sich erst mal alles genau ansehen, also startete er im Nachwuchsbereich.

Doch dazu blieb keine Zeit: Sein Verein brauchte ihn schon früher als geplant ganz oben an der Spitze. Im Herbst 2016 wurde der Klub heftig durchgeschüttelt: Sportchef und Geschäftsführer mussten beide gehen. Der Verwaltungsrat mischte sich ins Geschehen ein, und die Geldgeber – ein milliardenschweres Brüderpaar aus Zürich – gerieten einmal mehr arg in die Kritik. Spycher also übernahm. Und seine Qualitäten zeigten sofort Wirkung. Der Fußballer Spycher sagte einmal: „Das Schönste an meinem Beruf ist, Menschen zusammenzuführen und zusammen Dynamik zu entwickeln.“ Und auch der Sportchef Spycher bringt etwas Integratives mit, er schaut, dass seine Mitstreiter ihre Stärken optimal ausspielen können. Das zeichnete den Verteidiger auf dem Feld aus, das bescheinigte ihm einst sogar der frühere Vorstandsvorsitzende der Eintracht, Heribert Bruchhagen.

Unter Spycher also zeigten Mitarbeiter bei YB wieder mehr Selbstvertrauen. Dazu gehört Stéphane Chapuisat, 1997 Champions-League-Sieger mit Borussia Dortmund. Auch bei ihm hieß die letzte Profistation YB, auch er ist in Bern geblieben – und bald schon stieg Chapuisat bei den Young Boys zum Chefscout auf. Ein großer Redner war der Westschweizer nie, schon auf dem Platz ließ er lieber seine Füße sprechen. Als Spieler verkörperte Chapuisat den Instinktfußballer, und so, wie er damals im Strafraum seine Haken ansetzte, verpflichtet er heute Stürmer für seinen Arbeitgeber: mit dem richtigen Bauchgefühl. Er kann das nicht immer erklären.

Und auch dank ihm dürften die Young Boys im Sommer wieder das eine oder andere Talent teuer verkaufen – möglicherweise in die Bundesliga. Mönchengladbachs emsiger Sportchef Max Eberl weilte kürzlich wieder in Bern, er zeigt sich ohnehin sehr angetan von der Nachwuchsarbeit dort. Vor einem Jahr holte Eberl von YB schon Denis Zakaria, während RB Leipzig Torwart-Talent Yvon Mvogo verpflichtete und später im August der SC Freiburg den Young Boys Yoric Ravet abkaufte. Seit der Neustrukturierung der Liga 2003 wurden über 1000 Fußballer aus der Schweizer Super League ins Ausland verkauft, für einen Gesamterlös von fast 500 Millionen Euro. Die Bundesliga hat daran mit 200 Millionen Euro den größten Anteil.

Auch dieses Jahr stehen bei YB wieder junge Talente im Zentrum. Auf einen möglichen Ausverkauf müssen sie sich trotz des bevorstehenden Wunders von Bern also gefasst machen. Verkraften würden sie ihn bestimmt nicht schlecht. Und die Anhänger erst: Wenn YB den lang ersehnten Titel nun tatsächlich auch nach Hause bringt, werden sie ihren Lieblingen alles verzeihen. Außer vielleicht 31 weitere titelfreie Jahre.


https://www.welt.de/print/welt_kompakt/ ... -Bern.html

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2017/2018
 Beitrag Verfasst: Freitag 20. April 2018, 08:10 
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Nach dem Tod von Mäzen Andy Rihs

Geht YB jetzt das Geld aus?

Nach dem Tod von YB-Mitbesitzer Andy Rihs fragt sich: Wie geht es mit dem designierten Meister weiter? Wird YB gar verkauft?

YB wird Meister werden. Bald. Doch eine Frage drängt schon vorher. Wie geht es nach dem Tod von YB-Patron Andy Rihs weiter? Gestern gab niemand der gelb-schwarzen Führungsriege ein Statement ab. Und zu Zahlen und Geld hatte man ohnehin immer geschwiegen. Konnte man auch, da die Gebrüder Rihs die beiden einzigen Aktionäre waren.

Als sie im Sommer 2012 die letzten 20 Prozent Aktien­anteile der Muttergesellschaft Sport und Event Holding AG von Benno Oertig übernahmen, wurden sie Allein­besitzer von Stadion und Klub.

Der ehemalige Leichtathlet Hans-Ueli «Jöggi» Rihs hat wie Andy eine gewisse Leidenschaft für den Fussball entwickelt.

Wie fürs Eishockey. Er ist seit Jahren Verwaltungsrat und Sponsor der Rapperswil-Jona Lakers. Ein schneller Abgang ist deshalb nicht zu erwarten. Ein Insider: «Es würde mich erstaunen, wenn Andy nicht eine Lösung aufgegleist hätte, die YB absichert. Er wusste ja um seine gesundheitliche Situation. Dies nicht getan zu haben, würde so gar nicht zu ihm passen.»

Ebenso wenig ist ein Verkauf zu erwarten. Auch wenn Rihs immer betont hatte, dass er diskussionsbereit sei, falls sich eine Berner Lösung für den Kauf von Stadion und Klub abzeichne. Doch weder zeichnet sich diese ab, noch macht der Separatverkauf von einem der beiden Teile Sinn, das hat Rihs stets betont.

Auch nicht zu erwarten ist, dass einer der beiden Söhne von Andy Rihs plötzlich eine Affinität zum Fussball entwickelt. Das hat auch Rihs nie erwartet. Tobias ist Architekt und war Betreiber eines Partylokals auf dem Zürcher Toni-Areal. Oliver ist Filmregisseur und lebt in Berlin.

In dieser Zeitung sagte Rihs 2016: «Mir ist egal, was meine Söhne mit allem, was ich aufgebaut habe, machen. Aber den Weinkeller bei meinem Hotel in der Provence müssen sie behalten. Guten Wein zu machen, ist eine Generationenangelegenheit.»

Letztmals stand Andy Rihs im September 2016 vor die Medien. Nach der Entlassung von Sportchef Fredy Bickel und von CEO Alain Kappeler sowie den suboptimalen Aussagen des damaligen Verwaltungsrates Urs Siegenthaler mit anschliessenden Fanprotesten, die in dessen Demission endeten. Eine Medienkonferenz, in der die Rihs-Brüder zum wiederholten Mal ein klares Bekenntnis zu YB abgaben, aber auch ihren Willen zu einem Sparkurs.

Andy gelang damals mit dem Wechsel des Personals, der Ernennung von Christoph Spycher zum Sportchef und dem Strategiewechsel der grosse Wurf. Ironie des Schicksals ist hingegen, dass er den emotionalen Höhepunkt mit dem Stemmen des Pokals nun nicht mehr miterleben darf.


https://www.blick.ch/sport/fussball/sup ... 77794.html

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2017/2018
 Beitrag Verfasst: Freitag 20. April 2018, 08:11 
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Wird YB nun bald verkauft?

Bereits seit Jahren haben die Rihs-Brüder einen Käufer für YB gesucht. Beschleunigt der Tod von Andy Rihs den Besitzerwechsel?

In den letzten Jahren hatte Andy Rihs keinen Hehl daraus gemacht, dass er und sein Bruder Hansueli YB gerne verkaufen möchten. Mit dem Tod von Andy Rihs könnte das Thema an Aktualität gewinnen. Kurzfristig wird im nahen Umfeld des Clubs jedoch mit keinem Effekt gerechnet: Mit Hansueli Rihs sei die Kontinuität gewährleistet; es gebe «gewisse Sicherheiten».

Was die beiden Brüder nämlich auch immer gesagt haben: Man will eine tragfähige Nachfolgelösung. Also verhindern, dass YB wenig später weiterverkauft oder ruiniert wird. Da gibt es abschreckende Beispiele. Zum Beispiel Xamax: Der Club wurde für wenig Geld an einen Tschetschenen verkauft. Es ging schief und Xamax in Konkurs. Mehr Einfluss als der Tod von Andy Rihs könnte der mögliche Meistertitel haben: YB wird dadurch attraktiver. Der Marktwert vieler Spieler ist im Zuge der laufenden Saison gestiegen, nach dem möglichen Sieg der Meisterschaft ist mit hohen Transfererlösen zu rechnen.

Möglicherweise treffen also bald Kaufangebote ein. Das Risiko ist in dieser Situation aber gross, dass es Angebote von «Heuschrecken» sein könnten: von Investoren, die den Club für wenig Geld kaufen wollen, um das Transfergeld einzustreichen und schon bald wieder zu verschwinden.

Aber eben, die Zürcher Brüder Rihs haben solche Käufer für den Berner Club immer abgelehnt – und stattdessen während Jahren millionenhohe Defizite gedeckt: 2016 erklärte Hansueli Rihs an einer Pressekonferenz, er und sein Bruder hätten von 2009 bis 2016 rund 50 Millionen Franken in die Young Boys «investiert».

120 bis 170 Millionen Franken teuer

In Sportkreisen wird ein Kaufpreis zwischen 120 und 170 Millionen Franken herumgeboten. Dafür erhielte der Käufer die Sport und Event Holding AG, also die Besitzerin des Clubs und des Stade de Suisse. Das Geschäftsmodell sieht eigentlich vor, dass mit den Mieteinnahmen für andere Veranstaltungen im Stadion der Club quersubventioniert werden kann.

Trotzdem ist YB ein Verlustgeschäft. Die Rihs-Brüder mussten die besagten Millionen einwerfen, um YB am Laufen zu halten. Dieser Umstand macht die Suche nach einem Käufer nicht einfacher. Wie alle Schweizer Fussballclubs ist YB kein Rendite-, sondern ein Liebhaberobjekt. Die YB-Anhänger wünschen sich eine «Berner Lösung». Doch dies könnte schwierig werden. Die Fan-Initiative «Bärner Lösig» ist seit ihrer Lancierung vor eineinhalb Jahren wieder eingeschlafen.

Damals konnte auch der «Bund» bei einer Umfrage unter den reichsten Bernern keine potenziellen YB-Mäzene ausmachen. Verschiedene Multimillionäre und Milliardäre aus dem Kanton Bern winkten ab. So etwa Ypsomed-Besitzer Willy Michel, der sagte, er würde YB «nicht einmal gratis übernehmen». Auch Stadionbauer Bruno Marazzi, der während vier Jahren Besitzer von YB war, wollte sich finanziell nicht mehr engagieren. «Für mich ist das Thema abgeschlossen», sagte er. Um den Fussballclub für Investoren erschwinglicher zu machen, könnte das Stadion separat verkauft werden. Doch Marazzi warnte vor einer solchen Lösung: «Wenn man Stadion und Club auseinandernimmt, ist der Club in einigen Jahren pleite.


https://www.derbund.ch/wirtschaft/wird- ... y/18807050

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2017/2018
 Beitrag Verfasst: Freitag 20. April 2018, 23:58 
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Nach dem Tod von Andy Rihs: Wie geht es jetzt mit den Young Boys weiter? Drei Szenarien

Ohne Andy Rihs wäre YB wohl schon lange pleite: Am Donnerstagmorgen wurde bekannt, dass der Investor im Alter von 75 Jahren verstorben ist. Die Young Boys haben ihren Patron und Geldgeber mitten in der Meister-Euphorie verloren. Wird der Verein nun verkauft?

Der YB-Fussballgott ist mal wieder ein Teufel. Nur wenige Tage vor einer möglichen Meisterfeier stirbt YB-Patron Andy Rihs 75-jährig an Blutkrebs. Dies nachdem er jahrelang Geld eingeschossen hatte.

Über 50 Millionen Franken sollen er und sein Bruder seit 2005 in den Verein investiert haben. Ohne das Engagement der Gebrüder Rihs wäre YB nie dort, wo der Klub jetzt steht. An der Spitze.

Der Multimillionär war seit längerer Zeit krank. Wer nimmt nun seinen Platz bei den Bernern ein? «So wie ich ihn kenne, hat er vieles, aber nicht alles geregelt. Die neue Lösung soll Raum für Chancen bieten», sagt ein Insider, der dem Velounternehmer wie auch YB nahe steht, gegenüber «watson.ch».

Für die Berner Fussball-Fans stellt sich nun die bange Frage: Wie verändern sich die Besitzverhältnisse bei den Young Boys nach dem Tod von Andy?

Szenario 1: Jöggi Rihs bleibt «YB-Kapitän»

Die gute Nachricht zuerst. Mit Bruder Hansueli «Jöggi» Rihs (73) ist und bleibt ein finanzstarker Zürcher vorerst der starke Mann bei YB. «Er war zwar immer Andys kleiner Bruder, aber auch er ist eine grosse Persönlichkeit», sagt der Insider weiter.

Aber auch Jöggi ist nicht mehr der jüngste. So sind die Gerüchte über einen Verkauf der YB-Aktien nie abgerissen. «Wenn der Preis stimmt, sind wir verkaufsbereit», sagte Andy Rihs 2016 gegenüber der «Schweiz am Sonntag».

Man geht von einer Summe von rund 120 Millionen Franken aus. Die Rihs-Brüder hatten laut «Bilanz» einst 37 Millionen für die Sport und Event Holding – die Muttergesellschaft von YB und dem Stade de Suisse – bezahlt.

Insider glauben aber nicht, dass Hansueli Rihs seine Aktien bald abstösst. «Es gibt keine schnelle Lösung, sonst hätte man die Sache schon früher abgewickelt.»

Szenario 2: Oligarchen steigen ein

Ob arabische Scheichs oder russische Oligarchen: Schwerreiche Ausländer haben sich in Europa schon manchen Klub unter den Nagel gerissen. Man erinnere sich nur an Bulat Tschagajew, der Neuenburg Xamax 2012 in den Ruin trieb. Droht dies nun auch YB?

«Sollte es in Zukunft zu einer Handänderung kommen, würde diese Transaktion sicher sehr verantwortungsvoll und umsichtig vollzogen werden.»
Hanspeter Kienberger


Bleibt die Option, dass Rihs bei einem YB-Exit nur das Stadion, aber nicht den Klub verkauft, um den Deal für Investoren erschwinglicher zu machen. Das wäre alles andere als optimal: In diesem Falle müsste YB jedes Jahr Millionen an Mietzinsen bezahlen.

Der frühere Stadionbauer Bruno Marazzi warnt: «Wenn man Stadion und Klub auseinandernimmt, ist der Club in einigen Jahren pleite», sagte er dem «Bund».

Szenario 3: Berner Investoren übernehmen YB

Seit 2005 ist YB in Zürcher Besitz. «Irgendwann wollen wir YB in andere Hände geben. Am besten wäre, wenn unsere Nachfolger Berner wären», so Andy Rihs.

Aber noch ist weit und breit kein Berner Investor in Sicht. «Ich würde YB nicht einmal gratis übernehmen», sagte etwa Ypsomed-Milliardär Willi Michel zum «Bund».

«Ich würde YB nicht einmal gratis übernehmen.»
Willi Michel, ypsomed


Auch Stadionbauer Marazzi will sich nicht mehr bei YB engagieren. Er wolle kein weiteres Mal Hand bieten, YB zu übernehmen. «Für mich ist das Thema abgeschlossen», sagte er 2016.

Er glaube nicht an eine Berner Lösung und kenne niemanden, der für YB viel Geld in die Hand nehmen würde, so Marazzi weiter.

Verkauf hin oder her: Die YB-Fans wollen Rihs an einer Meisterfeier teilhaben lassen. «Holen wir diesen Pokal und stemmen ihn mit Stolz und Leidenschaft Richtung Himmel! Danke Andy Rihs und Ruhe in Frieden», schreibt die Fanseite «gaeubschwarz.be».


https://www.aargauerzeitung.ch/sport/na ... -132459786

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2017/2018
 Beitrag Verfasst: Samstag 21. April 2018, 08:58 
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«Mein Herz schlägt gelb-schwarz»

«Wo hängt Ihre Matchtag-Flagge, in welchem Outfit feuern Sie die Young Boys an, haben Sie besondere Fan-Utensilien?» Unserem Aufruf sind viele Leserinnen und Leser gefolgt.

Von der YB-Vespa bis zum YB-Auto. Von der Fahne im Garten, bis zum Zimmer mit über 60 Trikots. Vom YB-Ohrstecker bis zum YB-Oberkörperbrush. Aus Bern, aus dem Oberaargau, dem Emmental, aber auch aus Südafrika und Thailand. Vom 7-Jährigen bis zum 76-Jährigen. Gelb-schwarz hier, gelb-schwarz da.

Nebst vielen tollen Bildern, haben wir ebenso spannende Anekdoten erhalten. Die ältere Generation erinnert sich zurück an die Meistertitel im alten Wankdorf, an das legendäre Spiel gegen Stade de Reims vor über 63'000 Zuschauern, an die Spiele in der Nationalliga B, an die verlorenen Cupfinals, an die verlorene Finalissima 2010.

«Die Jungs wissen ganz sicher nicht, wie viele Emotionen sie gerade bei den älteren Jahrgängen auslösen. Ich kann ihnen aber versichern, dass wir alten Knacker zwar nicht die lautesten sind, aber an jedem Matchtag mitfiebern und selbstverständlich das #YBelieve-Shirt tragen. YB war und ist ein Teil unseres Lebens», schreibt Roland Lörtscher (65) von der Alpwirtschaft Brestenegg in Eriswil stellvertretend für viele.

Aber auch die Jüngsten vermögen die Young Boys zu begeistern. Florian Honegger (7) aus Roggwil und Nino Alvarez (11) aus Langenthal spielen täglich in ihren YB-Shirts Fussball und eifern ihren Vorbildern nach, und Sven Strassmann (9) aus Ostermundigen sagt: «Mein Herz schlägt gelb-schwarz. Mein grösster Wunsch ist, ein YB-Spieler zu werden.»


https://www.bernerzeitung.ch/region/ber ... y/28871571

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2017/2018
 Beitrag Verfasst: Samstag 21. April 2018, 17:14 
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YB-Museum - Eine Vitrine zum Meistertitel

Die Berner Young Boys wurden 1986 zum letzten Mal Schweizermeister. Im YB-Museum leben Erinnerungen daran auf.

Am 24. Mai 1986 wurden die Berner Young Boys in Neuenburg Schweizermeister. Es sollte für 32 Jahre der letzte Meistertitel bleiben. Nun sind die Berner auf bestem Weg, den Pokal wieder in die Hauptstadt zu holen. Die Euphorie in Bern ist heute viel grösser als damals.

Es war keine grosse Meisterparty. Wir waren sogar froh, als die Feier im Restaurant zu Ende war.
Autor: Charles BeuretLangjähriger Journalist und Leiter YB-Museum


Gewinnen die Young Boys heuer den Titel, ist eine grosse Meisterfeier garantiert. Auch ein Umzug durch die Berner Innenstadt wäre höchstwahrscheinlich Programminhalt dieser Feier. Ganz anders war es 1986: Zur Meisterfeier wurden nur einzelne Journalisten in ein Restaurant in Ostermundigen eingeladen: «Es war keine grosse Party und nichts Spezielles», erinnert sich Charles Beuret, der als Journalist dabei war. Ein grosses Fest oder einen Umzug gab es nicht.

Wo ist der Meisterpokal?

Die glorreichen Zeiten mit dem Meistertitel sind im YB-Museum in einer separaten Vitrine festgehalten. Trikots, Fussballschuhe und Matchprogramme erinnern an die grossen Spieler wie Lars Lunde oder Robert Prytz. Wer aber den Meisterpokal sucht, tut dies vergebens. Der war damals ein Wanderpokal, in der nächsten Saison ging er weiter zum neuen Schweizermeister. Der Berner Verein verpasste es, ein Duplikat machen zu lassen und so fehlt der Pokal heute in der Sammlung der Young Boys.


https://www.srf.ch/news/regional/bern-f ... istertitel

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2017/2018
 Beitrag Verfasst: Sonntag 22. April 2018, 10:33 
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Erich Hänzi, der Young Boys-Fussballgott – Er hat mit YB schon einiges erlebt

Bei YB wurde er zum Fussballgott. Noch heute liebt Erich Hänzi den Verein und freut sich auf den Meistertitel. Der 53-Jährige bestritt 470 Spiele für YB, wurde 1987 Cupsieger, war Aufstiegscaptain und ist heute Talentmanager.

Was gibt es Schöneres, als mit einem Fussballgott über Fussball zu sprechen? Nur: Wo beginnen und wann aufhören, wenn der Fussballgott seit 32 Jahren am Ball ist und so viel zu erzählen hat, dass man ihm problemlos einen Tag lang zuhören könnte?

Man muss sich nur vor Augen führen: Als Erich Hänzi 1986 als 21-Jähriger vom FC Lengnau zu den Young Boys kam, gab es noch keine Handys, waren die Fussballschuhe noch schwarz und erhielt man für den Sieg noch zwei Punkte und nicht drei.

So ist es ein Glück, dass der Fussballgott gerade etwas Zeit hat. «Es ist mein freier Nachmittag», sagt Hänzi, als er sich an diesem wunderbaren Frühlingstag vor dem Stade de Suisse an einen Tisch setzt und einen Kaffee bestellt. Eigentlich würde der Sonnenschein ja perfekt zum Höhenflug der Young Boys und zum spannenden Berufsleben Hänzis passen.

Weil am Vorabend aber der generöse Klub- und Stadionbesitzer Andy Rihs nach langer Krankheit gestorben ist, liegt ein Schatten über Bern. «Er war ein Rettungsanker», sagt Hänzi. «Dank den Gebrüdern Rihs, Andy und Hans-Ueli, haben wir bei YB zum Glück sehr stabile Verhältnisse.»

Am Morgen ist Hänzi in Fribourg gewesen, um sich mit dem Lehrmeister eines YB-Juniors auszutauschen, der in der Romandie drauf und dran war, sein Talent zu vergeuden und auf die schiefe Bahn zu geraten. «Er hat sich glücklicherweise aufgefangen», sagt Hänzi, «er kann ein Grosser werden, wenn er den Willen hat.»

Mit YB identifizieren

Vertrauen aufbauen und dafür sorgen, dass sich die Spieler mit YB identifizieren, dies ist eine der Aufgaben, die er von Christoph Spycher übernommen hat, als dieser 2016 zum Sportchef aufstieg. «Die aktuellen Erfolge von YB helfen mir dabei sehr», sagt Hänzi. Als Talentmanager betreut er eine Gruppe von 20 besonders begabten Fussballern im Alter von 16 bis 18 Jahren.

Er trainiert mit ihnen individuell, kümmert sich um ihre schulische Ausbildung und pflegt den Kontakt zu den Eltern und Lehrern. «Ich begleite sie auf dem Weg zum Profi», sagt Hänzi. In den unzähligen Gesprächen bekommt er oft zu spüren, wie die die sozialen Medien dafür sorgen, dass viele Junge zu reden verlernen.

Bevor der Fussballgott 2013 zum dritten Mal zu YB kam, war er fünf Jahre als Assistenztrainer beim FC Zürich tätig gewesen. Challandes, Fischer, Fringer und Meier waren seine Chefs. Es war eine gute Zeit, aber Hänzi spürte, dass er nicht der Typ für den heutigen Profifussball ist, er sich nicht gerne in einem Haifischbecken tummelt. «Als Talentmanager kann ich mehr Einfluss nehmen und etwas bewegen», sagt Hänzi. Der Job ist ihm auf den Leib geschneidert.

Aber wissen seine Teenager überhaupt, wen sie da vor sich haben? Dass dieser Mann gegen 500 Pflichtspiele auf dem Buckel hat und zum «Fussballgott» wurde, als er YB 2001 als Captain zum Wiederaufstieg führte? «Das wissen die Jungs wohl nicht», sagt Hänzi, «aber sie merken schon, dass ich einen Background habe.»

Andere waren Götter

Als Hänzi vor 32 Jahren nach Bern kam, hatte er die Handelsschule und das Militär hinter sich, war aber noch weit davon entfernt, ein Fussballgott zu sein. YB war soeben Meister geworden und die Götter hiessen Robert Prytz und Lars Lunde.

Aber Hänzi setzt sich durch und schon im zweiten Jahr wird er mit YB Cupsieger. Der Linksverteidiger wird zum Dauerbrenner, der nach sieben Jahren unverschämterweise 200 Franken mehr Lohn verlangt. Als YB Nein sagt, nimmt Hänzi das Angebot von Lausanne an, wird erstmals Vollprofi und gewinnt mit den Waadtländern zweimal den Cup.

Nach sieben Jahren, Hänzi ist nun 35 und YB in der NLB, kehrt er nach Bern zurück und erlebt im familiären Neufeld eine seiner besten Zeiten. Dank seiner Bodenständigkeit und dem Kampfgeist wird er für die Fans zum Fussballgott. «Das freut mich noch heute», sagt Hänzi. Die Bandmitglieder von Züri West nennen sich «Friends of Hänzi».

Versöhnung mit Gelb-Schwarz

Als er mit 38 dann Schluss macht, verweigert YB dem verdienten Spieler den vereinbarten Anschlussvertrag als Nachwuchstrainer. Gerichte kümmern sich um den Fall, und Hänzi ist fünf Jahre lang weg vom Fussball.

Doch Sportchef Fredy Bickel lotst ihn viele Jahre später zurück in den Schoss der YB-Familie und Hänzi versöhnt sich mit Gelb-Schwarz. «Das ist mein Verein, meine Liebe», sagt Hänzi, der in Krauchthal lebt und seine 10-jährige Tochter längst mit dem YB-Virus infiziert hat.

Jetzt fiebern beide dem Augenblick entgegen, an dem YB nach 32 Jahren endlich wieder Meister ist. «Ich verspüre eine seltsame Nervosität», sagt Hänzi. Der Fussballgott ist zu einem grossen Fan der ersten Mannschaft geworden. «Er beobachtet, wie ihm immer mehr Leute zuwinken, wenn er mit seinem YB-Auto unterwegs ist. Erfolg ist eben sexy. Aber macht YB auch glücklich? «Natürlich, im Moment ganz sicher», sagt Hänzi.


https://www.aargauerzeitung.ch/sport/er ... -132461951

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