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 Beitrag Verfasst: Montag 2. April 2018, 19:28 
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Spektakel mit Traumtoren

2:2 gegen Basel: YB behält alle Vorteile in der Hand


- Vor dem letzten Saisonviertel wahrt YB sein Polster von 13 Verlustpunkten gegenüber dem FC Basel.
- Der intensive Spitzenkampf hält, was er verspricht: Hoarau und Xhaka treffen vor der Pause für die Galerie.
- Nach dem Seitenwechsel korrigieren die Berner einen 1:2-Rückstand und beanspruchen am Schluss Glück.

Als hätte die erste Halbzeit im ausverkauften Stade de Suisse nicht schon genug Spektakel geboten! Die Fortsetzung begann gleich mit einem weiteren Paukenschlag.

In der 47. Minute brachte Marek Suchy die Basler dank einem Blitztor mit 2:1 in Front. Am Ausgangspunkt stand ein schnell ausgeführter und scharf getretener Freistoss Luca Zuffis.

Schön, schöner, am schönsten

Leader YB büsste für sein Nachlassen nach dem Führungstreffer in der 24. Minute. Doch die Gelb-Schwarzen verstanden den Weckruf und kämpften sich zurück in die Partie mit höchstem Unterhaltungswert.

War Christian Fassnacht kurz zuvor mit einem Pfostenschuss noch der Unglücksrabe, so wurde er nur 2 Zeigerumdrehungen später nach dem 2:2-Ausgleich (56.) vom eigenen Anhang frenetisch gefeiert.

Überschäumend war schon der Jubel vor der Pause gewesen – und zwar in beiden Fanlagern. Denn die Teams hatten sich gleich selbst übertroffen und zwei Traumtore fabriziert.

- Von künstlerischem Wert: Roger Assalé flankt in der 24. Minute ungehindert ins Zentrum und findet dort Guillaume Hoarau. Der Franzose zirkelt den Ball herrlich mittels Seitfallzieher rein. Seine Bilanz: Seit seiner Rückkehr nach der Winterpause traf er in jedem Spiel mindestens einmal und steht mittlerweile bei 10 Goals.

- Mit voller Wucht: Der Ausgleich nach 39 Minuten und nun träger gewordenen Platzherren fällt ebenso spektakulär. Taulant Xhaka zieht aus rund 25 Metern ab und hämmert das Leder unhaltbar in den Winkel. Die grosse Genugtuung des 27-Jährigen: Er erzielt sein erstes Meisterschafts-Tor seit dem 27. September 2014.

Stocker stolpert, YB spaziert

Der Spitzenkampf blieb bis zum Schluss intensiv und reich an Höhepunkten. Eine Viertelstunde vor dem Ende beklagten auch die Gäste einen Aluminiumtreffer (Albian Ajeti). Und dann war es Valentin Stocker, der gleich zweimal die Entscheidung auf dem Fuss hatte.

So gross die Spannung in diesem einen Spiel war, so klein bleibt sie für den Rest der Saison. Die Young Boys sind nun seit 10 Pflichtspielen in Folge ungeschlagen, mussten sich von Basel nun seit 7 Mal schon nicht mehr bezwingen lassen und steuern unaufhaltsam dem Titel entgegen.


https://www.srf.ch/sport/fussball/super ... n-der-hand

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 Beitrag Verfasst: Montag 2. April 2018, 19:31 
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Viel Eigenkritik geübt

Stocker: «Sie sollen entscheiden, wann sie Meister sind»

Valentin Stocker hätte den Basler Sieg auf dem Fuss gehabt. Darum kommt hinterher ein «Sorry», aber noch keine Gratulation an YB.

Bislang war Valentin Stocker für YB dies: der personifizierte Schreck. Bei den beiden verlorenen Finalissimas 2008 sowie 2010 steuerte der Linksfuss jeweils einen Treffer für den FCB bei.

Das war einmal. Der Rückkehrer aus der Bundesliga war schon beim Cup-Halbfinal-Out vor gut einem Monat im Stade de Suisse blass geblieben. Und beim 2:2-Remis, bei dem Basel den Rückstand auf den Spitzenreiter nicht verkürzen kann, liess Stocker in der Schlussphase gleich zwei Grosschancen aus.

«Ich hatte heute die Möglichkeit, das Spiel mindestens 2 Mal in unsere Richtung zu lenken. Doch ich habe es nicht geschafft», haderte er hinterher.

Der 28. Jährige spricht von ...

- ... der 60. Minute, «als ich quer gelegt hatte anstatt selber zu schiessen».
- ... und vom Matchball in der 82. Minute, «als ich den Ball besser hätte kontrollieren sollen». Stocker wollte es nicht als Ausrede gelten lassen, wies aber darauf hin, dass er dreieinhalb Jahre lang nicht mehr auf Kunstrasen gespielt habe.

Der Mittelfeldakteur entschuldigte sich für seine Versäumnisse aufrichtig im SRF-Interview: «Es tut mir leid für die Mannschaft und den Verein. Denn wir haben super gekämpft heute!» Er betonte, dass ein Sieg wichtig gewesen wäre für Basel und für die Moral.
Keine Lust, um YB zum Meister auszurufen

Und eminent wäre ein Erfolg natürlich auch gewesen, um sich noch minime Chancen im Titelrennen auszurechnen. Also ist die Entscheidung nun gefallen, wurde Stocker gefragt? «YB soll entscheiden, ob sie schon Meister sind oder nicht.»

Er und der FCB hätten es jeweils so gehandhabt, dass man sich erst zum Meister ausgerufen hätte, wenn man die erforderlichen Punkte dafür gehabt habe.


https://www.srf.ch/sport/fussball/super ... ister-sind

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 Beitrag Verfasst: Montag 2. April 2018, 19:35 
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Tag der Traumtore in Bern

Hoarau oder Xhaka – wer trifft schöner?

Was ein Spitzenspiel zwischen YB und Basel! Sowohl Guillaume Hoarau als auch Taulant Xhaka treffen für ihre Farben schon in der ersten Hälfte traumhaft.

Klingeling – zwei Traumtore zum Oster-Abschluss!

24. Minute: Assalé flankt, Hoarau drückt das Leder per Seitfallzieher aus der Luft über die Linie. Bern in Ekstase.

38. Minute: Die Basler Antwort! Xhaka donnert das Spielgerät aus dem Rückraum haargenau in den Winkel. Der FCB lebt.


https://www.blick.ch/sport/fussball/sup ... 96097.html

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 Beitrag Verfasst: Montag 2. April 2018, 19:37 
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Was für ein Klassiker

Stocker vergibt kläglich – YB voll auf Meisterkurs!

YB und Basel trennen sich in einem mitreissenden Klassiker 2:2 unentschieden. Für die Bebbi ist der Meisterzug damit wohl abgefahren.

Das Meisterrennen: 13 Verlustpunkte sind es vor dem Direktduell, 13 Verlustpunkte sind es auch danach. YB hält Basel auf Distanz.

Das Spiel: Das Stadion? Proppenvoll. Die Affiche? Prestigeträchtig. Die Stimmung? Elektrisierend. Das Wetter? Wunderbar. Alles ist angerichtet für einen Fussball-Leckerbissen in der Hauptstadt. Und die über 32'000 Fans im Stadion kommen auf ihre Kosten. Allein die beiden magistralen Traumtore in der ersten Halbzeit sind das Eintrittsgeld wert. YB geht zwar in Führung, doch Hoaraus Seitfallzieher ist ein Weckruf für die Bebbi. Ein letztes Aufbäumen in der Meisterschaft vielleicht. Xhaka und Suchy drehen die Partie bis kurz nach der Pause. Und obwohl das Team von Raphael Wicky eines der besten Spiele der Saison abliefert, reichts nicht zum Sieg. Erstens, weil YB ausgleicht – und zweitens, weil Valentin Stocker zwei Hundertprozentige liegen lässt.

Die Tore:

1:0, 24. Minute | Ein langer Ball von Kasim Nuhu hebelt die ganze FCB-Hintermannschaft aus. Roger Assalé hat auf rechts alle Zeit der Welt und legt eine butterweiche Flanke ins Zentrum. Dort steht Guillaume Hoarau . Und zaubert die Kugel per Seitfallzieher ins Netz. Eine Augenweide!

1:1, 39. Minute | Nachdem Michael Langs Abschlussversuch scheitert, büschelt sich Taulant Xhaka den Ball aus rund 30 Metern zurecht, hält per Aussenrist einfach mal drauf. Ein Hammer, ein Strich, eine Granate, ein Traumtor – direkt ins Lattenkreuz. Wow!

1:2, 47. Minute | Ein scharf getretener Freistoss von Luca Zuffi landet bei Marek Suchy . Der Tscheche ist vor Hoarau am Ball und stolpert das Leder über die Linie. Basler Blitzstart in Durchgang zwei!

2:2, 56. Minute | Roger Assalé tanzt über links Stocker und Frei aus, spielt zurück in die Mitte, wo Christian Fassnacht nur noch einzuschieben braucht.

Der Beste: Der Mann kann nicht nur knipsen. Roger Assalé bereitet beide YB-Tore grandios vor. Klasse!

Der Schlechteste: Stockfehler en masse bei Valentin Stocker . Dann lässt er sich von Assalé beim 2:2 vom Feinsten vernaschen. Dann versucht er alleine vor Wölfli Ajeti anzuspielen, anstatt selber das Tor zu machen. Und stolpert den Ball völlig alleine an den Pfosten statt ins Tor.

Übrigens: Ein französischer Schiri für den absoluten Knüller? Was im Vorfeld für Nasenrümpfen sorgte, entpuppt sich als Volltreffer. Der Elsässer Frank Schneider bringt das Topspiel unaufgeregt und souverän über die Bühne. Châpeau, Monsieur l’arbitre!

So gehts weiter: YB gastiert am kommenden Sonntag beim FC St. Gallen (16 Uhr). Basel muss zeitgleich in Lugano ran.

***************
YB – Basel 2:2 (1:1)

Stade de Suisse, 31'120 Fans (ausverkauft)
SR: Schneider

Tore: 24. Hoarau (Assalé) 1:0, 39. Xhaka 1:1, 47. Suchy (Zuffi) 1:2, 56. Fassnacht (Assalé) 2:2.

YB: Wölfli; Mbabu, Nuhu, Von Bergen, Benito; Fassnacht, Sow, Sanogo, Sulejmani; Assalé, Hoarau.

Basel: Vaclik; Suchy, Lacroix, Frei; Lang, Xhaka, Zuffi, Riveros; Stocker, Elyounoussi; Ajeti.

Einwechslungen:

YB: Ngamaleu (79. für Sulejmani), Bertone (85. für Assalé).

Basel: Oberlin (75. für Ajeti), Bua (75. für Elyounoussi), Van Wolfswinkel (83. für Zuffi).

Gelb: 36. Stocker. 40. Nuhu. 50. Zuffi. 58. Xhaka. 59. Elyounoussi (alle Foul).

Bemerkungen: YB ohne Von Ballmoos (verletzt), Bürki (krank). – Basel ohne Balanta, Vailati (verletzt), Serey Die (krank). – 73. Lattenschuss Ajeti. 82. Pfostenschuss Stocker.


https://www.blick.ch/sport/fussball/sup ... 96349.html

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 Beitrag Verfasst: Montag 2. April 2018, 19:41 
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Ein meisterliches 2:2 gegen den Serienchampion Basel

Die Young Boys nähern sich unaufhörlich der ersten Meistertrophäe seit 1986. Nach dem 2:2 in der mitreissenden Top-Affiche der Super League ist YB kaum mehr vom Titelkurs abzubringen.

Einen letzten Matchball setzte Bundesliga-Rückkehrer Valentin Stocker in der 82. Minute gegen den Pfosten und vergab damit wohl auch die Chance, YB in den verbleibenden neun Runden nochmals ansatzweise herauszufordern. Dem Serienmeister entglitt im ausverkauften Stade de Suisse mehr als eine 2:1-Führung, der Primus der letzten Dekade dürfte vor 31'120 Zuschauern seine nationale Pole-Position definitiv verloren haben.

Als die YB-Festgemeinde auf dem Stadion-Screen unaufhörlich die Replays von Guillaumes Hoaraus Seitfallzieher genoss und sich gedanklich womöglich schon mit der zeitnahen Meisterfeier beschäftigt hatte, setzte der FCB unvermittelt und praktisch ohne Vorwarnung zum vorübergehenden Comeback an: Taulant Xhaka, in der Regel eher für den rustikalen Part zuständig, überraschte im Stade de Suisse mit einem Traumtor alle.

Der Treffer ins Lattenkreuz (39.) hinterliess zunächst Spuren. Mit der spektakulären Rückmeldung des Titelhalters hatten die zu Hause in 14 Spielen nur einmal bezwungenen Berner offensichtlich nicht gerechnet. Und als der Basler Abwehrpatron Marek Suchy unmittelbar nach der Pause eine Vorlage Zuffis verwertete, veränderte sich das Drehbuch erheblich. Doch unter Druck demonstrierte der designierte Champion seine Qualitäten: Roger Assalé, der überragende Ivorer, stellte die Bebbi vor ein nächstes unlösbares Problem - Christian Fassnacht verwertete die Vorarbeit zum 2:2, das sich aufgrund der Konstellation wie ein Erfolg anfühlte.

Das Ende der Irrläufe

Bern war beflaggt, gelb-schwarze Transparente überall. "Heute Matchtag." Auf diesen Tag hatten sie jahrelang gewartet in der Hauptstadt. Über die SCB-Erfolge freuten sich zwar Zehntausende, aber das Herz der ganzen Stadt pocht für die Young Boys.

Noch ist mathematisch nichts entschieden, aber jeder Berner und auch alle Verantwortlichen beim Titelhalter FCB wissen: Näher stand der Traditionsklub dem ersten Meisterschafts-Triumph nie seit der letzten Topklassierung vor 32 Jahren. Nach dem 2:2 in einem hochklassigen Gipfel beträgt die Reserve weiterhin satte 16 Punkte.

Für eine reibungslose Fortsetzung des YB-Hochs spricht sehr viel. Der Klub ist auf allen Ebenen gut aufgestellt. Nach Dekaden der Machtkämpfe, der Fehlplanungen, des teilweise ruinösen Wirtschaftens, nach House-Cleanings und Irrläufen ohne Ende haben die Berner ein Fundament geschaffen. Die Zeit der konzeptlosen Richtungswechsel scheint passé; im Vordergrund stehen nicht mehr persönliche Interessen, sondern lösungsorientierte Teamplayer.

Hinter dem kräftigen Aufschwung stehen verschiedene Persönlichkeiten - eine davon ist zweifelsohne Christoph Spycher. Der im stürmischen Herbst 2016 engagierte Sportchef schuf im Umfeld der Mannschaft Rahmenbedingungen und eine geordnete Strategie, womit er die schon länger vorhandenen Energieströme kanalisierte.

Hütters Zahlen und Einfluss

Und an der Seitenlinie setzt einer die Vorgaben und Möglichkeiten um wie keiner seiner 21 Vorgänger: Adi Hütter, der geerdete Österreicher, der im September 2015 kam und nach zwei zweiten Plätzen eine Equipe formte, die Basels achtjährige Regentschaft in diesem Frühling beenden dürfte. Seine YB-Zahlen sind imposant: 92 Liga-Partien, 191 Punkte, 203 Tore.

2012 tastete sich Hütter als unbekannter Coach des Zweitligisten SCR Altach ein erstes Mal ins Nervenzentrum des FC Basel vor - als Hospitant von Heiko Vogel. Sechs Jahre später dürfte er zum ersten Strategen seit dem Ex-FCZ-Verantwortlichen Bernard Challandes avancieren, der den erfolgreichsten Schweizer Champions-League-Vertreter stoppt.
Telegramm und Rangliste:

Young Boys - Basel 2:2 (1:1)

31'120 Zuschauer (ausverkauft). - SR Schneider (FRA). - Tore: 24. Hoarau (Assalé) 1:0. 39. Xhaka (Lang) 1:1. 47. Suchy (Zuffi) 1:2. 56. Fassnacht (Assalé) 2:2.

Young Boys: Wölfli; Mbabu, Nuhu, von Bergen, Benito; Fassnacht, Sow, Sanogo, Sulejmani (79. Moumi Ngamaleu); Hoarau, Assalé (84. Bertone).

Basel: Vaclik; Suchy, Lacroix, Frei; Lang, Xhaka, Zuffi (83. van Wolfswinkel), Riveros; Stocker, Elyounoussi (75. Bua); Ajeti (75. Oberlin).

Bemerkungen: Young Boys ohne von Ballmoos (verletzt), Bürki (krank) und Aebischer (nicht im Aufgebot). Basel ohne Vailati, Balanta (beide verletzt) und Serey Die (krank). Pfostenschüsse: 55. Fassnacht, 82. Stocker. Lattenschuss: 73. Ajeti. Verwarnungen: 36. Stocker (Foul), 40. Nuhu (Foul), 50. Zuffi (Foul), 58. Xhaka (Foul), 59. Elyounoussi (Foul).


https://www.aargauerzeitung.ch/sport/fu ... -132389933

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 Beitrag Verfasst: Montag 2. April 2018, 19:47 
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2:2 gewonnen

Basel musste gewinnen, YB durfte. Und so kommt das Unentschieden in einem attraktiven Spitzenspiel – zwei Traumtore inklusive – einem Sieg für die Berner gleich.

Die Young Boys nähern sich unaufhörlich der ersten Meistertrophäe seit 1986. Nach dem 2:2 in der mitreissenden Top-Affiche der Super League ist YB kaum mehr vom Titelkurs abzubringen.

Einen letzten Matchball setzte Bundesliga-Rückkehrer Valentin Stocker in der 82. Minute gegen den Pfosten und vergab damit wohl auch die Chance, YB in den verbleibenden neun Runden nochmals ansatzweise herauszufordern. Dem Serienmeister entglitt im ausverkauften Stade de Suisse mehr als eine 2:1-Führung, der Primus der letzten Dekade dürfte vor 31'120 Zuschauern seine nationale Pole-Position definitiv verloren haben.

Als die YB-Festgemeinde auf dem Stadion-Screen unaufhörlich die Replays von Guillaumes Hoaraus Seitfallzieher genoss und sich gedanklich womöglich schon mit der zeitnahen Meisterfeier beschäftigt hatte, setzte der FCB unvermittelt und praktisch ohne Vorwarnung zum vorübergehenden Comeback an: Taulant Xhaka, in der Regel eher für den rustikalen Part zuständig, überraschte im Stade de Suisse mit einem Traumtor alle.

Der Treffer ins Lattenkreuz (39.) hinterliess zunächst Spuren. Mit der spektakulären Rückmeldung des Titelhalters hatten die zu Hause in 14 Spielen nur einmal bezwungenen Berner offensichtlich nicht gerechnet. Und als der Basler Abwehrpatron Marek Suchy unmittelbar nach der Pause eine Vorlage Zuffis verwertete, veränderte sich das Drehbuch erheblich.

Doch unter Druck demonstrierte YB die Qualitäten eines designierten Champions: Roger Assalé, der überragende Ivorer, stellte die Bebbi vor ein nächstes unlösbares Problem - Christian Fassnacht verwertete die Vorarbeit zum 2:2, das sich aufgrund der Konstellation wie einen Erfolg anfühlte.

Young Boys – Basel 2:2 (1:1)

31'120 Zuschauer (ausverkauft). – SR Schneider (FRA). – Tore: 24. Hoarau (Assalé) 1:0. 39. Xhaka (Lang) 1:1. 47. Suchy (Zuffi) 1:2. 56. Fassnacht (Assalé) 2:2.

Young Boys:Wölfli; Mbabu, Nuhu, von Bergen, Benito; Fassnacht, Sow, Sanogo, Sulejmani (79. Moumi Ngamaleu); Hoarau, Assalé (84. Bertone).

Basel: Vaclik; Suchy, Lacroix, Frei; Lang, Xhaka, Zuffi (83. van Wolfswinkel), Riveros; Stocker, Elyounoussi (75. Bua); Ajeti (75. Oberlin).

Bemerkungen:Young Boys ohne von Ballmoos (verletzt), Bürki (krank) und Aebischer (nicht im Aufgebot). Basel ohne Vailati, Balanta (beide verletzt) und Serey Die (krank). – Pfostenschüsse: 55. Fassnacht, 82. Stocker. Lattenschuss: 73. Ajeti. – Verwarnungen: 36. Stocker (Foul), 40. Nuhu (Foul), 50. Zuffi (Foul), 58. Xhaka (Foul), 59. Elyounoussi (Foul).


https://www.bernerzeitung.ch/sport/fuss ... y/29102591

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 Beitrag Verfasst: Montag 2. April 2018, 22:06 
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YB geht ohne Angst durch die Meisterprüfung

Die Berner Fussballer trennen sich vom FC Basel 2:2 und machen das nächste Schrittchen auf dem Weg zum Titel.

Angst. Raphael Wicky, der Trainer des FC Basel, redete nach der Partie gegen YB immer wieder davon, von der Angst. Sogar mit dem Trainerkollegen Adi Hütter sprach er darüber, als er nach dem Match gegen YB an die Pressekonferenz marschierte. «Warum?», fragte er Hütter, «warum hat man Angst? Wovor?» Auch später schien Wicky noch vor einem Rätsel zu stehen, es sei doch ein Spiel, nur ein Spiel, immer wieder versuche ein Trainer sein Team voller Vertrauen aufs Feld zu schicken, und doch passiere, was an diesem Ostermontag dem FCB geschehen sei – ein Start voller Angst, ein langer Start, 25, 30 Minuten lang. Und Wickys schiere Ratlosigkeit fasste sich in diesem Satz zusammen: «Es ist irgendwie menschlich, aber es sollte nicht passieren, ich kann es nicht verstehen.» Es hatte etwas Bemerkenswertes: dass ein Mensch etwas unverständlich findet, was er für menschlich hält.

Das Rad zurückdrehen

Am Anfang hatte sich Wickys Mannschaft gegen irgendetwas gestemmt, gegen eine innere Blockade vielleicht, aber sicher nicht gegen den Verlust des Titels. Seit Wochen hat YB den Meisterpokal in Sichtweite, und das Direktduell im ausverkauften Stade de Suisse bot den Baslern die wohl letzte Chance, YB den Mut zu nehmen oder: Angst zu machen. Doch neun Runden vor Schluss haben die Berner weiterhin 16 Punkte (und eine Partie) mehr. Berner und Basler hatten sich 2:2 getrennt, und hernach behaupteten fast alle, die Berner hätten gewonnen und die Basler verloren.

Es gab die Situationen, in der die Partie fast andere Richtungen eingeschlagen hätte, in der 60. Minute etwa oder in der 81. Beide Male rannte Valentin Stocker alleine auf den YB-Goalie Marco Wölfli zu, just Stocker, der YB in früheren Jahren schon so oft geärgert hatte. Stocker ist über die Zeit zu einem Berner Feindbild geworden, auch diesmal dauerte es nicht lange, bis ihn YB-Fans auspfiffen, sobald er am Ball war. Und als er diese beide Male auf Wölfli zurannte, da schienen sie greifbar, diese Gedanken von Tausenden von Menschen, ob Stocker das Rad nun zurückdrehe in diese Zeiten, als er gegen YB entscheidende Tore geschossen hatte – ob sich das Blatt nun wende, ob das Glück auch diesmal noch einen passenden Moment suche, um YB zu verlassen und dem Meisterrennen einen verrückten Dreh zu geben. Doch Stocker scheiterte beide Male. Bei der ersten Chance spielte er ab, statt selber zu schiessen, Stocker sei eben «kein Egoist», sagte Wicky – doch wer wusste schon, ob es nicht auch etwas anderes gewesen war, ein Gefühl, das gerade Menschen auf dem Fussballplatz sich nicht anmerken lassen, Angst vielleicht. Bei der zweiten Chance sprang der Ball an den Pfosten, der YB-Captain Steve von Bergen klärte im letzten Moment, danach schlug er sich die Hände an den Kopf, als glaube er es selber kaum. Er wisse nicht, wie er es gemacht habe, sagte von Bergen später, «ich hätte auch ein Eigentor machen können, unverständlich».

Es war wieder so eine Unverständlichkeit dieses Nachmittags, der nie hätte enden sollen. Denn das Spiel war immer besser geworden, rasanter und abwechslungsreicher, und es spricht für dieses Basler Team, dass es sich noch zu einem ebenbürtigen Spielpartner entwickelte. In der 23. Minute hatte Guillaume Hoarau YB per Fallrückzieher in Führung gebracht, ein Tor wie massgeschneidert für eine Vor-Meisterparty. Doch eine Viertelstunde später glich Taulant Xhaka mit einem Weitschuss nicht minder spektakulär aus, ein Tor wie massgeschneidert für Aufbruchstimmung.

Nach der Pause ging der FCB durch Marek Suchy sogar in Führung, es schien gar viel des Guten, doch in diesem Moment zeigte sich die bedeutendste Erkenntnis dieses Spiels: YB war bereit, auf diesen Rückstand zu reagieren – der FCB indes, dieser jahrelang gnadenlose Serienmeister, verpasste es, dieses Geschenk anzunehmen. Die Young Boys sahen sich zur Meisterprüfung aufgefordert, sie lehnten sich auf und drängten auf den Ausgleich, mit Feuer und System, aber insbesondere: ohne Angst. Nach knapp zehn Minuten war das Resultat wieder ausgeglichen, 2:2, Christian Fassnacht hatte getroffen. Aber vor allem hatte Roger Assalé dieses Tor vorbereitet, indem er kämpfte und rannte und sich an Gegnern vorbeiwuselte, als habe er nur diesen einen Auftrag: die Niederlage zu verhindern – und dem FCB nicht etwa noch Mut zu machen.

Aus einer anderen Realität

YB schien die komplettere Mannschaft zu sein, eingespielter. Es gibt Leute, die derzeit behaupten, YB habe das bessere Team – doch zutreffender ist wohl, dass das YB-Team in letzter Zeit einfach besser in Form war. Im Gegensatz zum FCB veränderte YB die Mannschaft in der Winterpause nicht, Hütter baute und justierte an dieser Gruppe weiter, die er in der Vorrunde auf Rang 1 geführt hatte. Hütter weiss, dass er Besonderes schaffen könnte für Berner Verhältnisse: den ersten Meistertitel seit 1986. Doch Gedanken daran wehrt er ab, als stammten sie aus einer anderen Realität. Noch nehme er keine Gratulationen entgegen, sagte er, und Wicky überdies habe ihm noch keine Glückwünsche ausgerichtet. Beide ahnen wohl, dass das Meisterrennen entschieden ist. Aber beide kennen nicht nur das Geschäft, sondern auch die Ängste, die es mit sich bringt. Manchmal reden sie sogar zusammen darüber.

Young Boys - Basel 2:2 (1:1).
31'120 Zuschauer (ausverkauft). - Schiedsrichter: Schneider (FRA). - Tore: 24. Hoarau 1:0. 39. Xhaka 1:1. 47. Suchy 1:2. 56. Fassnacht 2:2.
Young Boys: Wölfli; Mbabu, Nuhu, von Bergen, Benito; Fassnacht, Sow, Sanogo, Sulejmani (79. Moumi Ngamaleu); Hoarau, Assalé (84. Bertone).
Basel: Vaclik; Suchy, Lacroix, Frei; Lang, Xhaka, Zuffi (83. van Wolfswinkel), Riveros; Stocker, Elyounoussi (75. Bua); Ajeti (75. Oberlin).
Bemerkungen: Young Boys ohne von Ballmoos (verletzt), Bürki (krank) und Aebischer (nicht im Aufgebot). Basel ohne Vailati, Balanta (beide verletzt) und Serey Die (krank). Pfostenschüsse: 55. Fassnacht, 82. Stocker. Lattenschuss: 73. Ajeti. Verwarnungen: 36. Stocker (Foul), 40. Nuhu (Foul), 50. Zuffi (Foul), 58. Xhaka (Foul), 59. Elyounoussi (Foul).


https://www.nzz.ch/sport/yb-geht-ohne-a ... ld.1371241

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 Beitrag Verfasst: Montag 2. April 2018, 22:09 
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Die Basler Tragik, verkörpert von Valentin Stocker

Zwei Basler erzielen ihre ersten Super-League-Tore in dieser Saison, doch das reicht nicht, um YB im Spitzenkampf beizukommen. Weil hinten Fabian Frei und Michael Lang zweimal zu spät kommen – und vorne Valentin Stocker alles liegen lässt, was ihm auf dem Silbertablett serviert wird. Die Einzelkritik aus FCB-Perspektive.

Tomas Vaclik | Torhüter

Dass er nicht zu Grosstaten herausgefordert wurde, sagt auch etwas aus über die Arbeit seiner Vorderleute und anderseits das Berner Schaffen in der Offensive. Blieb, kaum waren zwei Minuten vorüber, stoisch ruhig, als Assalé vor ihm auftauchte, profitierte aber auch davon, dass der Ball noch versprang. Vom Glück profitierte er, als Suleymanis abgefälschter Freistoss sich gefährlich senkte (21.), aber neben das Tor flog, und als Fassnachts Kopfball an den Pfosten klatschte (55.). Bei den beiden Gegentreffern war Vaclik machtlos.

Marek Suchy | rechter Innenverteidiger

Freistoss Zuffi, Kopfballverlängerung Lang, Ablenker mit Suchys Schuhspitze – beim Führungstreffer des FCB unmittelbar nach Seitenwechsel ging «alles ziemlich schnell», wie der FCB-Captain schildert. Für ihn war es der erste Saisontreffer, mit dem er seinem Team Mut und Kraft einflösste. Lieferte ansonsten defensiv eine tadellose Leistung ab, muss aber auch erkennen, dass seine langen Bälle grossmehrheitlich verpufften, weil sie entweder nicht präzis genug waren oder von Ajeti nicht weiterverarbeitet werden konnten.

Léo Lacroix | zentraler Innenverteidiger

Die Entscheidung, ihn ins Abwehrzentrum zu beordern, um dort längenmässig Hoarau etwas entgegenzustellen, zahlte sich unter dem Strich aus. Beim spektakulären Treffer Hoaraus war Lacroix nicht zugegen. Zu Beginn einmal vom pfeilschnellen Assalé überlaufen, fand Lacroix gut in die Partie, war er präsent und spielte ein paar vernünftige auslösende Pässe.

Fabian Frei | linker Innenverteidiger

Im achten Einsatz wieder eine neue Position für den Rechtsfuss, diesmal links in der Innenverteidigung. Sieht beim ersten Gegentor nicht gut aus, weil Assalé zur massgerechten Flanke ansetzen kann, und beim zweiten nicht besser, als sich Assalé zwischen Stocker und Frei durchschlängelt. Ansonsten löste Frei seine Aufgabe gut, und es fehlt nicht viel, als er seinen Volleyschuss in der 93. Minute von Wölfli pariert sieht.

Michael Lang | rechter Mittelfeldspieler

Er darf sich einen Assist gutschreiben lassen beim 1:2, als er die Freistosshereingabe mit dem Kopf verlängert. Der Nationalspieler sieht allerdings auch bei den beiden Gegentoren nicht gut aus, steht er dem Torschützen doch jeweils am nächsten. Auch ihm war in der Anfangsphase eine Verunsicherung anzumerken, er biss sich aber in die Partie hinein.

Blas Riveros | linker Mittelfeldspieler

Es bleibt wie so oft ein zwiespältiger Eindruck vom Paraguayer. Defensiv mit Mühe, wenn zum Beispiel Mbabu über den linken Basler Flügel rauschte. In der Vorwärtsbewegung ist Riveros’ Tempo ebenso beeindruckend, aber den gefährlichen Situationen, die er heraufbeschwören kann, stehen ebenso viele gegenüber, denen das klare, finale Zuspiel fehlt – oder die in einem Fehlpass enden.

Taulant Xhaka | zentraler Mittelfeldspieler

Rennen und krampfen, beissen und grätschen – Xhaka brachte all die Tugenden ein, die ihn auszeichnen bis hin zu einer gelben Karte, der 15. Verwarnung in seinem 32. Saisoneinsatz über alle drei Wettbewerbe. Und in diesen hat er jetzt auch jeweils einmal getroffen. Im Cup per direktem Freistoss (gegen Wettswil), in der Champions League mit einem Fernschuss (in Moskau) und nun wieder aus grosser Distanz: 27, 28 Meter dürften es gewesen sein, 92 Stundenkilometer hat das Schweizer Fernsehen gemessen bei Xhakas kraftvoller Massarbeit, die in diesem Spitzenspiel die Initialzündung für seine Mannschaft war. Über seine gesamte Karriere gesehen, war es erst das sechste Tor – und wenn Xhaka trifft, verliert der FCB nicht. Immerhin.

Luca Zuffi | zentraler Mittelfeldspieler

Benötigte wie alle seiner Mitspieler eine gehörige Anlaufzeit, um Einstellung zu Gegner und Plastikrasen zu finden und eine merkwürdige Zaghaftigkeit abzulegen. Sobald der FCB konstruktiv zu spielen versuchte und Zuffi eingebunden war, hatte das Hand und Fuss. Sein Freistoss in der 47. Minute war die Vorarbeit zum Führungstreffer.

Valentin Stocker | rechter Flügelstürmer

Die personifizierte Tragik dieser Partie aus Basler Perspektive. An der Stätte früherer Triumphe, die mit dem Namen Stocker verbunden sind, hatte er zwei Mal den Siegtreffer auf dem Fuss und bestätigte ein Urteil, dass er erst am Osterwochenende in einem Interview über sich selbst gefällt hatte: Dass er zu viele falsche Entscheidungen auf dem Platz treffe. Dazu zählt das selbstlos gemeinte Abspiel auf Ajeti in der 60. Minute – statt allein vor Wölfli den Ball einfach ins Tor zu schiessen. Bei der vergebenen Riesenchance in der 82. Minute verspringt Stocker der Ball, der dann an den Pfosten kullert und von YB-Captain von Bergen schliesslich von der Linie gekratzt werden kann. «Technischer Fehler bei der Ballannahme», lautet in diesem Fall die Selbstbeurteilung Stockers.

Mohamed Elyounoussi | linker Flügelspieler

Bekundete auch in der vierten Auseinandersetzung mit den Young Boys seine Mühe mit der Physis des Gegners, wenn es um die Ballbehauptung und den Kampf um die zweiten Bälle ging. War dann aber der Wegbereiter vor dem Ausgleich und beteiligt an weiteren vielversprechenden Angriffen wie vor dem Lattentreffer Ajetis. Dennoch wartet man noch immer auf die Rückkehr des Elyounoussi vor der Winterpause.

Albian Ajeti | Angriffsspitze

Lange hatte er nichts zu bestellen gegen die Berner Innenverteidigerwand, gestellt von Nuhu und von Bergen. Vor allem mit dem Rücken zum gegnerischen Tor wirkte Ajeti zu schmalbrüstig. Nach einer Stunde war dann auch Ajeti im Spiel, hatte er in der 66. Minute den ersten Abschluss und traf in der 73. Minute die Querlatte. Hat im Moment die besseren Karten als Ricky van Wolfswinkel, weil Trainer Raphael Wicky erkennt, «dass Albian seinen Körper gut einsetzt und viel Gewicht auf die Innenverteidiger bringt».

Dimitri Oberlin | Angriffsspitze

Wurde in der 75. Minute für den glücklosen Ajeti eingewechselt und benötigte keine Anlaufzeit, um von Bergen und Nuhu zu beschäftigen. Seine beste Aktion war der ideale Querpass auf Stocker für die Grosschance in der 82. Minute.
Kevin Bua | linker Flügelspieler

Teil 2 des Doppelwechsels in der 75. Minute. Kam für Elyounoussi, konnte sich jedoch nicht gross in Szene setzen.

Ricky van Wolfswinkel | Angriffsspitze

Der Mittelstürmer hat seinen Platz in der Hierarchie eingebüsst, musste auch im Spitzenkampf hinten anstehen und sich mal an der Seitenlinie warmmachen, wieder hinsetzen und erneut parat machen für einen Teileinsatz ab der 82. Minute, als Raphael Wicky alles auf eine Karte und vier Stürmer setzte. In Erscheinung trat Wolfswinkel allerdings nicht mehr.


https://tageswoche.ch/sport/die-basler- ... n-stocker/

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 Beitrag Verfasst: Montag 2. April 2018, 22:17 
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Verweile doch! Du bist so schön!

Die Young Boys halten den FC Basel mit einem 2:2 auf Distanz. Vor allem aber bieten die beiden Teams ein grossartiges Spiel.

Natürlich musste Frank Schneider dem Ganzen irgendwann ein Ende bereiten. Aber als der französische Schiedsrichter nach 93 Minuten die Partie zwischen den Berner Young Boys und dem FC Basel abpfiff, da hätte wohl manch einer am liebsten um einen Nachschlag gebeten. Es gibt wenige Spiele im Schweizer Clubfussball, in denen man mit ­Goethes Faust dem Moment zurufen möch­te: «Verweile doch! Du bist so schön!» Dieser Ostermontag im mit 31 120 Zuschauern ausverkauften Stade de Suisse war so ein Glanzpunkt.

Geschichten von gefeierten und gefallenen Helden, von Lust und Frust, von Spiel und Kampf, von feiner Technik, brachialer Wucht und unerwarteten Wendungen erzählte dieses Spiel. Und von noch so viel mehr. Also unterhielten sich Adi Hütter und ­Raphael Wicky über Angst, als sie nach dem 2:2 gemeinsam zum Presseraum hinaufstiegen.

Der Basler Trainer hatte die Furcht bei seinen Spielern gespürt, als sich sein Team in den ersten 25 Minuten verhielt wie ein Ritter, der erst bei Augenkontakt mit dem Drachen bemerkt, dass er seine Lanze auf der Burg vergessen hat: passiv, fahrig; auf den Beinen gehalten nur von der Hoffnung, dass alles möglichst schnell und schmerzlos vorübergeht. Die Hasenfüssigkeit mochte zu Ostern passen. So richtig verstehen wollte Wicky seine Spieler trotzdem nicht. «Wer mit Angst durchs Leben geht, gewinnt ­wenig», stellte er fest und fragte: «Warum hat man Angst? Es ist doch ein Spiel.»

«Das tut uns besser als Basel»

Die Antwort blieb ihm sein Antipode Hütter zumindest in der öffentlichen Fragerunde der Journalisten schuldig. Aber Angst ist derzeit ja auch nicht das Kernthema des YB-Trainers. Er steuert mit seiner Mannschaft weiterhin bewundernswert zielstrebig in Richtung des ersten Berner Meistertitels seit 32 Jahren. Seit dem 3. Dezember und insgesamt 12 Wettbewerbsspielen ist sie nun ungeschlagen, sie hat 16 Punkte Vorsprung auf den FCB. Und so sagte Hütter, als sich die Leute vor dem Stadion langsam zerstreuten, als das ­Adrenalin etwas abgebaut und der nüchterne Blick wieder möglich war: «Dieser Punkt tut uns sicher besser als Basel.»

Möglich, dass Hütter seinen Spielern gegen Ende der Partie gerne beigebracht hätte, dass sie dieses 2:2 doch bitte über die Zeit schaukeln möchten. Aber da ­waren bereits alle taktischen Fesseln ­gefallen, da stürmten beide Teams nach vorne, als gäbe es kein Morgen. Und im Falle des FCB, der am Ende mit einem 3-3-4 (ja, mit vier Angreifern) nach seinem letzten Strohhalm im Meisterrennen griff, stimmte das ja irgendwie auch.

Tatsächlich könnte YB nun frühestens am 18. April als Meister feststehen. Und wenn der Titel nicht bereits dann begossen werden kann, dann kommt der Moment einfach etwas später. Weil dieses YB so stabil ist, dass es keinen Einbruch mehr erleiden wird. Wobei, eine kleine Schwäche erlaubte es sich doch an diesem Nachmittag. Es war ein kurzer Moment der Überheblichkeit gleich nach seinem 1:0.

1 Meter 92 pure Eleganz

Aber war es denn nicht verständlich, dass sich YB einmal in seiner Überlegenheit sonnte, nachdem es den baldigen Ex-Serienmeister über 24 Minuten lang nach Belieben dominiert hatte? Und dann noch dieser Angriff zur Führung – ein kleines Kunstwerk. Ein weiter Ball auf Roger Assalé, eine gefühlvolle Flanke auf den weiter entfernten Pfosten. Und dort Guillaume Hoarau, 1 Meter und 92 Zentimeter pure Eleganz, wie er per Fallrückzieher trifft. Danach schwoften die Berner an der Eckfahne, es war einstudiert und roch nach Meistertänzchen.

Die ganze Lockerheit dieser Aktion war dann wohl doch zu viel der Demütigung für geschundene Basler. Und so platzte Taulant Xhaka mit der ganzen Wucht seines angestauten Frusts in die Berner Feierlichkeiten. Sein Weitschuss aus rund 28 Metern in der 39. Minute war das zweite Traumtor des Tages.

Die Basler rafften sich danach zu ihrem besten Auftritt des Jahres auf. Sie gingen durch ­Marek Suchy gleich nach der Pause in Führung. Und sie waren auch nach Christian Fassnachts 2:2 in der 56. Minute oft näher am Siegtreffer als die Berner. Zuletzt durfte Marco ­Wölfli in der 93. Minute bei Fabian Freis Dropkick beweisen, dass er nicht bloss Berner Kulturgut ist. Sondern auch ein richtig guter Goalie.

Dieser Frei, im Winter als Führungsspieler nach Basel zurückgeholt, stellte sich nach dem Spiel in der Garderobe vor die eigene Mannschaft und erklärte: «Wenn wir die Meisterschaft verloren haben, dann sicher nicht heute.» Nein, den ­Titel haben die Basler nicht gegen YB hergeschenkt. Sondern gegen Lugano, ­Lausanne oder St. Gallen.

Adi Hütter kennt das Gefühl, die Liga in Spielen gegen sogenannt Kleine weggeschenkt zu haben. «Wir haben in den letzten beiden Jahren genau die Geschichten erlebt, die nun der FCB durchmacht», sagte YB-Trainer. Er wirkte wie jemand, der recht zufrieden ist, ein unschönes Kapitel hinter sich zu wissen.

Young Boys - Basel 2:2 (1:1)

31'120 Zuschauer (ausverkauft). - SR Schneider (FRA). - Tore: 24. Hoarau (Assalé) 1:0. 39. Xhaka (Lang) 1:1. 47. Suchy (Zuffi) 1:2. 56. Fassnacht (Assalé) 2:2.

Young Boys: Wölfli; Mbabu, Nuhu, von Bergen, Benito; Fassnacht, Sow, Sanogo, Sulejmani (79. Moumi Ngamaleu); Hoarau, Assalé (84. Bertone).

Basel: Vaclik; Suchy, Lacroix, Frei; Lang, Xhaka, Zuffi (83. van Wolfswinkel), Riveros; Stocker, Elyounoussi (75. Bua); Ajeti (75. Oberlin).

Bemerkungen: Young Boys ohne von Ballmoos (verletzt), Bürki (krank) und Aebischer (nicht im Aufgebot). Basel ohne Vailati, Balanta (beide verletzt) und Serey Die (krank). Pfostenschüsse: 55. Fassnacht, 82. Stocker. Lattenschuss: 73. Ajeti. Verwarnungen: 36. Stocker (Foul), 40. Nuhu (Foul), 50. Zuffi (Foul), 58. Xhaka (Foul), 59. Elyounoussi (Foul).


Irgendwie Mann des Spiels

Valentin Stocker entscheidet sich falsch

Der Knoten bei Valentin Stocker platzte in der 67. Minute. Allerdings war es bloss der Hipster-Dutt, der sich beim Flügel des FC Basel aufgelöst hatte. Sonst wartet der 28-Jährige seit seiner Rückkehr aus Berlin weiter darauf, dass er wieder zu jenem Spieler wird, als den ihn das Basler Publikum in Erinnerung hat.

In Bern wurde Stocker gar zur tragikomischen Figur. Zweimal durfte er ­alleine auf YB-Goalie Marco Wölfli zulaufen, zweimal hätte er seinem Team den Sieg schenken können. Erst entschied er sich für einen missratenen Querpass, danach versprang ihm der Ball, und der kullerte an den Innenpfosten.

Vor seinem Abgang in die Bundesliga waren Stocker die Bälle manchmal vom Schienbein oder sonst einem Körperteil in die für ihn richtige Richtung gespickt. Den Ball «reinstockern» hiess das damals in Basel. Heute verstockert er seine Chancen. Vor der Partie sagte er der «Basler Zeitung»: «Ich treffe zu viele falsche Entscheidungen.» In Bern war er zwar der beste Stocker 2018. Aber immer, wenn es darauf ankam, wählte er die verkehrte Abzweigung. «Keine Sekunde» habe er bei seiner ersten Chance daran gedacht, selbst abzuschliessen, erzählte er zerknirscht: «Das war falsch.» Und er schob nach: «Es tut mir leid für das Team, für die mitgereisten Fans, überhaupt für alle Basler.»

Für die YB-Seele aber musste ­Stockers Auftritt Balsam sein. Auf keinen FCB-Spieler reagieren Berner Fans allergischer als auf ihn. Und das nicht nur, weil er zwei Finalissimas gegen YB entschieden hat. Stocker gilt als die Personifizierung aller Facetten, die die Berner am bisher meist obenaus schwingenden FCB nicht mögen. Doch nun scheint die alte Magie gebrochen. YB vertreibt in dieser Saison einige Dämonen. Die ­Nemesis Stocker gehört dazu.


https://www.derbund.ch/sport/fussball/v ... y/18448873

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 Beitrag Verfasst: Montag 2. April 2018, 23:41 
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YB-Noten: Sanogo und die Kinder

Der ivorische Mittelfeldakteur der Young Boys dominiert beim 2:2 gegen Basel.

Marco Wölfli: Note 5
Nachdem er fast die ganze erste Halbzeit wenig zu tun hatte, war er bei Xhakas Traumtor zum 1:1 chancenlos. Kurz nach der Pause erneut bezwungen, auch diesmal machtlos. Der Goalie zeigte eine gute Partie, rettete in der Nachspielzeit gegen Frei das 2:2. Hatte Glück, dass seine Intervention beim Pfostenschuss von Stocker nicht als Penalty bewertet wurde.

Kevin Mbabu: Note 5
Nach vorne lief viel über den rechten Verteidiger, in der Defensive eine Bank.

Kasim Nuhu: Note 4,5
Ergänzte sich lange hervorragend mit von Bergen. In der Schlussphase zu sorglos, mit Fehlpass und misslungener Rettungsaktion vor Stockers Grosschance.

Steve von Bergen: Note 5,5
Abgeklärt und konsequent, erstickte etliche Basler Aktionen im Keim. Zudem mit wunderbarem Pass auf Benito. Und der Captain rettete zweimal in extremis bei den Stocker-Möglichkeiten.

Loris Benito: Note 4,5
Der linke Verteidiger hätte mehr aus seinen Aktionen machen müssen. Vergab eine gute Chance, flankte ungenau. Insgesamt solid.

Miralem Sulejmani: Note 4
Der linke Flügel war fleissig und im 3-4-3-System der Basler defensiv gefordert. Nach vorne blieb er für einmal ohne Einfluss.

Djibril Sow: Note 4,5
Wurde, nachdem er sich unter der Woche im U-21-Nationalteam verletzt hatte, rechtzeitig fit. Trieb die Bälle immer wieder nach vorne. Entscheidendes gelang Sow diesmal aber nicht.

Sékou Sanogo: Note 6
Von Anfang an dominant, gewann die Zweikämpfe, als wären seine Gegner Kinder und nicht gestandene Fussballer. Und Sanogo bewies auch seine Spielstärke, früh mit herrlichem Pass auf Assalé, über neunzig Minuten prägend – der stärkste Spieler auf dem Platz.

Christian Fassnacht: Note 5
Fand wie Gegenüber Sulejmani lange nicht ins Spiel. Erzielte nach 56 Minuten das 2:2 und agierte fortan wie verwandelt. Hatte davor Pech, als sein Kopfball an den Pfosten geprallt war.

Roger Assalé: Note 5,5
Nach vier Minuten mit einer grossen Chance, als er von Lacroix im letzten Moment gestört wurde. Blieb auffällig, wich oft auf die Seiten aus, von wo er Offensivaktionen initiierte. Bereitete so das 1:0 mit einer butterweichen Flanke vor. Das 2:2 ebenso, als er nach starkem Dribbling massgenau auf Fassnacht passte. Der Marktwert des umworbenen Ivorers ist gestern nicht tiefer geworden.

Guillaume Hoarau: Note 5
Erzielte mit dem zehnten Saisontor – seinem neunten in der Rückrunde – wunderbar die Führung. Wurde von den Baslern ansonsten stark abgeschirmt.

Nicolas Ngamaleu: ohne Note
79. Minute für Sulejmani.

Leonardo Bertone: ohne Note
84. Minute für Assalé.

Noten: 6 = herausragend; 5 = gut; 4 = solid; 3 = ungenügend; 2 = schlecht; 1 = sehr schlecht.


https://www.bernerzeitung.ch/sport/fuss ... y/31035993

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