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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2017/2018
 Beitrag Verfasst: Samstag 17. März 2018, 15:07 
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Aus der Region, für die Region

Leonardo Bertone, Marco Bürki und Gregory Wüthrich kamen als Kinder zu YB. Den aktuellen Höhenflug erleben die jungen Berner aus besonderer Perspektive.

«Die Autogrammstunde läuft, aber ich hab mir da mehr Andrang vorgestellt.» Es wird an diesem Donnerstagmittag viel gelacht bei YB – und würde reges Sprücheklopfen tatsächlich ein Geräusch erzeugen, es wäre ein fröhliches Trommelfeuerwerk rund um den Tisch vor den Kabinen im Stade de Suisse. Entspannt sitzen sie da, die jungen YB-Berner Leonardo Bertone, Marco Bürki und Gregory Wüthrich. Beim Tabellenführer gibt es auch allen Grund dazu: Vor dem Auftritt heute beim viertplatzierten FC Zürich ist man der Konkurrenz aus Basel so klar entschwunden, dass sich im Zusammenhang mit dem Meistertitel die Frage immer mehr von «ob» zu «wann» verschiebt.

Und YB, das ist in dieser ­äusserst souveränen Ausgabe 2017/2018 nicht nur, aber auch junges Bern. Das sind Wüthrich (23) aus dem Steigerhubel, Bertone (24) aus Hinterkappelen, Bürki (24) aus Münsingen. Das sind drei Freunde aus der Bundesstadt, alle drei kamen sie schon zu YB, als sie noch Kinder waren, und haben zusammen in der U-12 angefangen. Bern ist ihr Lebensmittelpunkt, seit sie sich als Spitzenfussballer bewegen, und so sind sie mehr am Puls der Stadt als andere im Team. Und dieser Puls geht gerade ziemlich hoch. «Es gibt Bekannte, die haben sich bis anhin nur Champions League angesehen. Jetzt wollen sie alle Karten für YB», erzählt Gregory Wüthrich lachend. «Die Euphorie ist da, aber man spürt auch, dass sich einige noch zurückhalten», sagt Marco Bürki.

Die drei Freunde zählen nicht nur zu den Eigengewächsen bei YB, sie müssen sich im stark besetzten Ensemble derzeit auch vermehrt hintenanstellen. Bertone ist hinter dem unverzichtbaren Sékou Sanogo (fehlt auch heute noch gesperrt) und dem gross aufspielenden Djibril Sow aktuell die Nummer 3 im zentralen Mittelfeld, Bürki und Wüthrich kommen hinter dem bärenstarken Duo Steve von Bergen /Kasim Nuhu nicht über die Rolle der Ersatzspieler hinaus.

Das, was sie dort haben

Doch es ist gerade nicht die Zeit für Einzelrevolten bei YB. «Keiner will das, was wir hier haben, aus dem Gleichgewicht bringen. Jeder motiviert den anderen», sagt Bürki. Das, was sie dort haben, ist ein äusserst intaktes Mannschaftsgefüge, und dass ebendies von einem benannt wird, der im März noch mit 180 Ligaminuten dasteht, ist wiederum ein Rückschluss darauf, dass es um dieses Gefüge wirklich ziemlich gut stehen muss. «Alle stellen sich bei uns in den Dienst der Sache, das gefällt mir enorm», sagt auch Trainer Adi Hütter.

«Keiner will das, was wir da haben, aus dem Gleich­gewicht bringen.»
Marco Bürki


Die Ich-AG Fussballer, sie hat sich bei den Young Boys eingefunden zu einem funktionierenden Ganzen, zu der, um im Sprachbild zu bleiben, GmbH Titelgewinn. Der Erfolg ist so nah wie noch nie, und gerade für die jungen Berner ist das sehr speziell. «YB hat in unserer Erinnerung nie einen ­Titel gewonnen», sagt Bertone, «Die Spieler von früher kommen zu uns und ermuntern uns, Geschichte zu schreiben.»

Allzu blass sind sie nämlich noch nicht, die Kindheitserinnerungen an YB im Neufeldstadion. Da waren die drei alle noch Fans, die Vorbilder hiessen Chapuisat, Sermeter und Rochat – Namen, von denen einige Jahre später plötzlich zu bekannten Gesichtern im Kabinengang wurden. «Das hat mich anfangs enorm beeindruckt», sagt Wüthrich.

So, wie sie dort planen

Und die drei jungen Berner, die auch in ihrer Freizeit jede Menge gemeinsam unternehmen und zusammen fast jede Woche in der Berner Altstadt essen gehen, sind für YB nicht nur ihrer Herkunft und Geschichte wegen interessant. Sie stehen auch für die sportliche Zukunft des Vereins, getreu der unter Sportchef Christoph Spycher formulierten Philosophie, die Ziele mit jungen, vorzugsweise hiesigen Fussballern zu erreichen.

Der aktuell verletzte David von Ballmoos, dazu Kevin Mbabu, Loris Benito, Christian Fassnacht und Djibril Sow sind die Beispiele dafür in der ersten Reihe. Und sollten sich einige von ihnen nach starken Leistungen ins Ausland verabschieden, so stünden eben Bertone, Wüthrich, Bürki, Jordan Lotomba und Michel Aebischer bereit. Sie werden die Young Boys auch über die aktuelle, womöglich äusserst erfolgreiche Saison hinaus prägen.

Und wenn die drei bei der Frage, ob sie am Mittwoch Basel beim Nachtragsspiel in Lausanne verfolgt haben, spitzbübisch bemerken, dass an diesem Abend ja auch Champions League im Fernsehen lief, so ist das zunächst ­bestimmt einmal scherzhaft gemeint. Aber es beschreibt auch ganz gut die Leichtigkeit des Seins, welche bei YB gerade vorherrscht. Es ist eine Befindlichkeit des Gemeinsamen, ein Triumph des Teamgedankens. Und immer dabei, wenn auch nicht ständig mittendrin, sind sie: die YB-Eigengewächse, das Berner Junggemüse. Aus der Region, für die Region.


https://www.bernerzeitung.ch/sport/fuss ... y/17832005

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2017/2018
 Beitrag Verfasst: Sonntag 18. März 2018, 22:07 
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Rechenstunde mit den Klassenbesten

Das Rennen um den Titel wird immer mehr zu einem Schaulaufen von YB. Auch ein verhaltener Auftritt wie beim 2:1 gegen den FCZ lässt die Berner Siegesserie nicht abreissen.

Es ist noch gar nicht lange her, da ging im Schweizer Fussball ein ­attraktives Versprechen herum. Es war die Verheissung von der Spannung, die Vorfreude auf ein offenes Titelrennen, damals, in der Winterpause, als Basel zwei Punkte hinter YB lag.

Seither ist einiges passiert. Die Young Boys haben in der Meisterschaft sieben-, die Basler zweimal gewonnen, der Vorsprung ist auf 13 Verlustpunkte angestiegen und die Fussball-Schweiz hat sich mehr als einmal verwundert die Augen gerieben.

Euphorisierte schreiben von der Wachablösung im Schweizer Fussball, Fatalisten warnen vor vorschnellen Schlüssen. Doch am Samstagabend im Letzigrund gegen den FC Zürich zeigte sich, was herauskommt, wenn bei YB wirklich einmal ein bisschen etwas schiefgeht: ein knapper Sieg.

Das 2:1 beim FCZ erzählt viel darüber, wie die Young Boys in dieser Saison unterwegs sind. Und es hat einmal mehr gezeigt, dass es in der aktuellen Verfassung der Berner mehr braucht als einen schwachen Tag der Mannschaft und eine gute Leistung des Gegners, um sie zu schlagen.

Es reicht nicht, dass YB das Ge­schehen «nur zweimal zu Beginn der Halbzeiten einigermassen im Griff» hatte, wie es Trainer Adi Hütter ausdrückte. Und es reicht auch nicht, dass der FCZ mutig kombinierte, «so, wie wir das halt derzeit trainieren», wie Hütters Gegenüber Ludovic Ma­gnin sagte.

Benitos Bonmot

Die Dominanz von YB gründet derzeit gerade auch auf der Ruhe und dem Selbstverständnis eines Seriensiegers. Anders als etwa im Cuphalbfinal gegen Basel (2:0) agierten die Young Boys weder am Samstag noch vor einer Woche gegen GC (3:1) oder davor gegen Lugano (4:2) und Sion (1:0) auf spielerisch hohem Niveau. Gegen den FCZ blieb YB gar einiges schuldig und ohne grossen Vorwärtsdrang – jedoch mit der ständigen Verheissung, dass es jederzeit losgehen können würde mit dem Angriffsfussball, zu dem die Berner stets in der Lage sind.

Das 1:0 gründete auf einem katastrophalen Abspielfehler des Gegners und einem unglücklich abgefälschten Querpass. Dazu kamen zwei – zu Recht gepfiffene – Elfmeter, einen davon verwandelte Guillaume Hoarau. Eine Kopfballchance, wieder für Hoarau, ein Weitschuss von Christian Fassnacht – mehr war da nicht. Und mehr brauchte es nicht.

«Gewinnen wird nie langweilig, gewinnen ist geil!», sagte Verteidiger Loris Benito und lieferte damit das Bonmot des Wochenendes aus Berner Sicht. Acht Erfolge haben die siegeseifrigen Young Boys in der Meisterschaft nun schon aneinandergereiht. So beginnen mit dem stetig anwachsenden Vorsprung auf den noch zweitplatzierten FCB rund um den Meistertitel bereits im März die ersten Rechenspiele.

YB könnte, so rechnen Realisten, für den FCB schon Ende April nicht mehr einzuholen sein. Oder Basel könnte, so rechnete am Freitag die «Basellandschaftliche Zeitung» augenzwinkernd, bei gleich bleibendem YB-Punkteschnitt (derzeit 2,35 pro Spiel) die Young Boys noch einholen – bei elf Siegen in den verbleibenden elf Spielen.

Von Bergens Geschick

Die kämpferische Vorgabe aus der Presse hielt der FCB fürs Erste ein, besiegte Sion knapp mit 1:0. Dennoch deutet vieles darauf hin, dass der Titelkampf im Frühling für YB zu einem Schaulaufen und die Direktbegegnung am Ostermontag nach der Länderspielpause im Stade de Suisse zur Gala verkommen.

Beim Klassenbesten fängt der eine oder andere vielleicht verhalten an zu rechnen, auch, wenn das vorderhand niemand zugibt. «Ich war immer schlecht darin – am besten gewinnen wir einfach noch alle Spiele, bis es so weit ist», sagte Benito grinsend.

Und Captain Steve von Bergen war Gast im «Sportpanorama», wo er die Fragen nach dem Zeitpunkt des Titelgewinns charmant zu umschiffen wusste. «Wir sind auf gutem Weg – und haben alles in den eigenen Händen», liess er sich entlocken. Die Verheissung eines offenen Titelrennens scheint gerade ziemlich weit weg. Der YB-Anhang wird es verschmerzen.


https://www.bernerzeitung.ch/sport/fuss ... y/28743967

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2017/2018
 Beitrag Verfasst: Sonntag 18. März 2018, 22:17 
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Die Young Boys sind im meisterlichen Galopp unterwegs

Auch wenn das YB-Team nicht überragend spielt, gewinnt es. Das zeichnet Champions aus.

Der Schweizer Fussball hatte das alles schon, jahrelang, in den Farben Rot und Blau, gerade im Stadion Letzigrund. Da siegt ein Team, und man weiss danach nicht immer, warum es eigentlich siegt. Aber es siegt. Früher war's der FC Basel in Rot und Blau, heuer sind's die Young Boys in Gelb und Schwarz. Die Berner kehren den Status vom ewigen Zweiten zum urplötzlich unantastbaren Ersten. Der regnerische und kalte Samstagabend im Letzigrund lieferte haufenweise Indikatoren für den ersten YB-Meistertitel seit 1986.

Im IC Bern–Zürich unterhalten sich vor dem Match drei junge Erwachsene darüber, ob YB als Meister direkt in die Champions League einziehen werde. Das ist nicht so, aber da blähen sich offensichtlich Träume auf.

Vor dem Spiel werden im YB-Fanblock Feuerwerke gezündet, als wären 1. August, YB-Cupsieg und YB-Meistertitel gleichzeitig. Auf der Tribüne wird nicht nur den Liga-Vertretern mulmig.

Laut Magnin sind dem FCZ gegen YB gleich zwei Penaltys nicht gegeben worden.

Nach dem Spiel sagt der FCZ-Trainer Ludovic Magnin: «Wenn du oben bist, hast du Kleinigkeiten auf deiner Seite. YB hat sich das erarbeitet.» Laut Magnin sind dem FCZ gegen YB gleich zwei Penaltys nicht gegeben worden. Wie auch immer. Der Leader erhält regelmässig Elfmeter, Underdogs weniger.

Der FCZ hat Talente, YB einen «Wolf»

In den Reihen von YB sind alle Spieler bekannt, das Gerüst steht. YB ist keine Wundertüte. Wenn Sékou Sanogo fehlt, ist er nicht verletzt, sondern gesperrt. Auf der anderen Seite zeigt Magnin mit dem noch nicht 20-jährigen Toni Domgjoni ein ganz neues Gesicht, nachdem er zuletzt den 18-jährigen Izer Aliu der Öffentlichkeit präsentiert hat.

Domgjoni war Captain, als die U 18 des FCZ mit Magnin 2016 Meister wurde. Natürlich redet ihn Magnin stark. Domgjoni sei ballsicher, polyvalent und mental stark, sagt der Coach. Der noch nicht 20-jährige Fabian Rohner leistet sich in seinem 7. Super-League-Spiel vor dem 0:1 von Roger Assalé einen Fehlpass. Kann vorkommen. Wer Versuchsballone steigen lässt und der Jugend Auslauf gibt, muss das in Kauf nehmen.

Nach dem Spiel-Ende sagt der FCZ-Spieler Cédric Brunner vor den Medien zusammengefasst das: «So läuft's halt. Ein Unentschieden wäre verdient. Das Glück ist auf der YB-Seite.»

Der YB-Torhüter Marco Wölfli erhält vom Trainer Adi Hütter Extralob, weil er sich gegen Raphael Dwamena ausgezeichnet wehrt. Wer oben schwimmt, nimmt auch Wölfli mit, aus dem mit bald 36 Jahren doch noch ein «Wolf» wird – aus der Position des Ersatzgoalies, der nur wegen der Verletzung von David von Ballmoos gerufen wird. Was für ein Kapitel im YB-Erfolgsroman.

So weit nach oben ist YB gelangt

Zum tollen YB-Frühling gehört die Kunde, dass den das Double anpeilenden Bernern selbst der Schweizerische Fussballverband zur Seite steht. Der FCZ-Präsident Ancillo Canepa beklagt sich im Matchprogramm zu Recht darüber, dass der Verband unmittelbar nach den Cup-Halbfinals den Final YB - FCZ auf den Plasticrasen im Stade de Suisse vergeben hat.

Was am Samstag nicht zum YB-Puzzle passte, war das Faktum, dass Guillaume Hoarau nach 19 verwerteten Elfmetern die Nummer 20 an den Pfosten setzte. Oder es fügt sich dennoch ein. Weil der Fehlschuss keine Rolle spielt.

So weit nach oben ist YB gelangt.


https://www.nzz.ch/sport/die-young-boys ... ld.1367186

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2017/2018
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 29. März 2018, 09:27 
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29.03.2018

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Leuchtende Kinderaugen dank YB

Beim tradi­tionellen YB-Besuch in der Kinderklinik freuen sich die Kinder und Jugendlichen über Autogramme und Geschenke.

Noch zögert der dreieinhalbjährige Noam. Man kann es ihm nicht verübeln. Immerhin sitzen da gleich mehrere YB-Spieler am Tisch in der Kinderklinik des Inselspitals. Vor ihnen liegt jeweils ein Stapel Autogramm­karten.

Als Noams Vater ihn und die Schwester Sophie (5) an der Hand nimmt, trauen sie sich zu ihren Idolen. Jetzt ist Noam so mutig, dass er sogar das kultige YB-Lied «Häbet nech am Bänkli» singt. Noams Vater arbeitet im Inselspital. «Meine Kinder sind gesund», sagt er.

«Das ist superlässig»

Es gibt aber am Mittwoch an der YB-Autogrammstunde viele Kinder und Jugendliche, denen es nicht gut geht. Umso mehr leuchten die Kinderaugen beim Anblick von Adi Hütter, Christoph Spycher, Steve von Bergen, Marco Wölfli, Loris Benito und Co.

Es ist zu einer schönen Tradition geworden, dass die Young Boys die Kinderkliniken des Inselspitals im Rahmen des «Batzebär» (http://www.batzebaer.ch) be­suchen. Dabei gibt es für die Kinder zahlreiche YB-Geschenke, sie bekommen Autogramme, können mit den Spielern plaudern und für Fotos posieren.

«Ich bin hier sicher schon zum zehnten Mal dabei», sagt YB-Goalie Marco Wölfli. «Es ist schön, dass wir an diesem Anlass den Kindern ein Lächeln schenken und den Eltern Kraft geben können», sagt Wölfli, der selber zweifacher Vater ist.

Auch Martin A. Tönz, stellvertretender Klinikdirektor der Kinderchirurgie am Inselspital, freut sich über den YB-Besuch. Alle würden mit YB mitfiebern, sagt er. «Die Kinder können für einmal aus ihrem Alltag raus. Das ist superlässig.»


https://www.bernerzeitung.ch/region/ber ... y/25629744

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2017/2018
 Beitrag Verfasst: Freitag 30. März 2018, 12:57 
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Umbruch nach dem Durchbruch

YB gegen Basel am Ostermontag ist ausverkauft. Hinter den Kulissen wird bereits am YB-Kader der Zukunft gewerkelt. Es wird im Sommer einige ­Veränderungen geben.

Wenn YB auf den FC Basel trifft, ist das seit rund einem Jahrzehnt das Duell der besten, grössten, stärksten Clubs des Landes. Oft sind die Partien elektrisierend, meistens umkämpft und spannend, fast immer steht jede Menge auf dem Spiel. Am Ostermontag ist das nicht anders, der FCB spielt um seine letzte Titelchance, der Serienmeister liegt 13 Verlustpunkte zurück, bei einer Niederlage dürfte die Meisterschaft entschieden sein. Das Gipfeltreffen im Stade de Suisse wird ausverkauft sein, wie am ersten Spieltag, als die Young Boys den FCB 2:0 bezwangen. «Wir haben eine grosse Chance, die Weichen Richtung Titelgewinn zu stellen», sagt YB-Trainer Adi Hütter.

Das gehört zur Philosophie

Die Young Boys stehen vor interessanten Wochen, als Meister möchten sie Ende Mai den Cupfinal in Bern gegen den FC Zürich bestreiten. Und danach steht ein grösserer personeller Umbruch an, hinter den Kulissen wird ­bereits fleissig am Kaderumbau gewerkelt, Sportchef Christoph Spycher weilte diese Woche im Ausland – auf der Suche nach Verstärkungen.

Die Abgänge der in dieser Saison überragenden Kevin Mbabu, Kasim Nuhu und Roger Assalé gelten als sicher, möglicherweise erhält auch Aufsteiger Djibril Sow im Sommer ein verlockendes Angebot. «Wir werden erneut einige gute Spieler verlieren», sagt Spycher, «aber das ist normal und gehört zu unserer Philosophie.»

YB wird versuchen, erneut talentierte Akteure zu verpflichten. Der Ersatz Mbabus steht möglicherweise bereits im Kader, der sehr begabte 19-jährige Jordan Lotomba dürfte zur Stammkraft aufsteigen. Wichtig ist den Entscheidungsträgern aber weiter die gesunde Mischung aus Routiniers und Youngsters. Die auslaufenden Verträge mit Captain Steve von Bergen und Flügelspieler Miralem Sulejmani sollen deshalb verlängert werden.

«Wir möchten beide behalten», sagt Spycher. Mit von Bergen verbindet den Sportchef eine enge Beziehung, irgendwann im Frühling dürfte die Ausdehnung des Kontrakts um eine weitere Saison bekannt gegeben werden. Der wertvolle von Bergen wird im Juni 35 Jahre alt, er könnte nächste Saison nicht mehr alle drei, vier Tage im Einsatz stehen, sofern YB die Champions League (oder die Europa League) erreicht. Aber der Neuenburger ist zu stark und zu fit, um die Karriere zu beenden – oder schon zu Heimklub Xamax, der in die Super League aufsteigen dürfte, zu wechseln.

Sulejmanis Dilemma

Bei Miralem Sulejmani gestaltet sich die Situation komplizierter. Zwar betont auch der Serbe seit längerer Zeit, wie sehr es ihm in Bern gefällt. Nicht nur in den ­Medien, sondern auch gegenüber YB. Allerdings könnte der 29-Jährige im Ausland einen deutlich besser dotierten Mehrjahresvertrag unterschreiben – in Griechenland, Russland und der Türkei, aber auch in exotischeren Fussballländern wie Japan, China und den Emiraten.

Sulejmani wird vom früheren FCZ-Verteidiger Mathieu Béda vernünftig beraten, einerseits, aber andererseits eben auch von geschäftstüchtigen Spielervermittlern aus der Heimat. Diese haben mit dem Linksfuss im letzten Jahrzehnt gutes Geld verdient bei den Transfers zu Ajax Amsterdam, Benfica Lissabon und YB – und bevorzugen einen weiteren lukrativen Wechsel.

Letztlich wird der spektakuläre Techniker eine Entscheidung treffen müssen, die man vielleicht so zusammenfassen könnte: Herz oder Geld. Wobei Sulejmani auch bei YB keineswegs zu den schlecht bezahlten Angestellten gehören würde.

Die Verträge der drei Ersatzkräfte Thorsten Schick, Marco Bürki und Dario Marzino (dritter Torhüter) laufen Ende Saison ebenfalls aus. Bei ihnen ist auch noch keine Entscheidung über die Zukunft getroffen worden.

Bis zu 60 Millionen Einnahmen

Die Young Boys werden derweil mit ihren Spielerverkäufen im Sommer über 20 Millionen Franken einnehmen, beim Erreichen der Champions League könnten bis Dezember sogar rund 60 Millionen Franken verdient werden. Das vermutlich sportlich wie finanziell sehr erfolgreiche Jahr 2018 garantiert aber selbstredend keine starke nächste Saison. Im letzten Sommer ist es YB gelungen, die prominenten Abgänge glänzend zu ersetzen.

Nun wartet auf Sportchef Spycher und seine Crew diesbezüglich die nächste Herausforderung. Zumal auch Erfolgstrainer Adi Hütter spätestens 2019 in eine Topliga gehen dürfte.


https://www.bernerzeitung.ch/sport/fuss ... y/17961897

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2017/2018
 Beitrag Verfasst: Freitag 30. März 2018, 15:43 
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Bericht bei Spiegel Online über YB.

http://www.spiegel.de/sport/fussball/yo ... 00530.html


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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2017/2018
 Beitrag Verfasst: Samstag 31. März 2018, 10:39 
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YB für Anfänger

Was Sie schon immer über YB wissen wollten: Die Kollegen vom «Bund»-Blog «Zum runden Leder» haben die wichtigsten Laienfragen zusammengetragen.

Sie spüren, wie es vibriert in der Stadt, aber Sie wissen nicht genau warum? Sie möchten mitreden, wenn alle über YB sprechen, haben aber keine Ahnung? Sie haben viele dumme Fragen, die Sie niemandem zu stellen wagen? Dann sind Sie hier genau richtig.

Warum sind alle so euphorisch?
YB spielt statistisch gesehen die beste Saison seit Jahrzehnten. Mehr Siege, mehr Tore denn je. Deshalb hat das Team gute Chancen, erstmals seit 1986 Meister zu werden. Wenn alles rundläuft, holt YB sogar beide Pokale, die man in der Schweiz gewinnen kann: Meisterschaft und Cup. Das gelang zuletzt 1958.

Welche Spieler waren schon auf der Welt, als YB letztmals Meister wurde?
Nur drei: Goalie Wölfli, Captain von Bergen und Torjäger Hoarau.

Wie bereiten sich die Spieler eigentlich auf einen Match vor?
Nehmen wir an, YB hat ein Heimspiel um 16 Uhr. In diesem Fall trifft sich das Team um 9 Uhr im Stadion und macht sich im Trainingsanzug auf zu einem gemeinsamen Spaziergang (oder geht auf den Rasen, um sich zu bewegen). Danach zieht sich die Mannschaft in ein Berner Hotel zurück. In ihren Zimmern konzentrieren sich die Spieler auf den Match. Um 12.30 Uhr gibts Mittagessen, um 14 Uhr Teamsitzung. Danach fährt das YB-Postauto die Mannschaft ins Stadion, wo sie um 14.30 Uhr in der Garderobe eintrifft. Um 15.55 Uhr klopft der Schiedsrichter an die Tür, dann gehts raus auf den Platz – zur Musik der Berner Rapper Wurzel 5.

Welche Sprache wird in der Garderobe gesprochen?
Die Spieler unterhalten sich hauptsächlich auf Deutsch und Französisch, vereinzelt auf Englisch. Der Trainer spricht Deutsch, komplexe Dinge übersetzt Captain Steve von Bergen. Er ist bilingue.

Captain? Was ist das?
Jede Mannschaft hat einen Captain, der die Mannschaft aufs Feld führt und mit dem Schiedsrichter kommuniziert. Gewinnt er den Münzwurf vor dem Anpfiff, darf er bestimmen, in welche Richtung die Mannschaft zunächst spielt. YB beginnt am liebsten mit den Hardcore-Fans im Rücken. Der Captain versucht bei Ärger aller Art zu schlichten, gegenüber Schiedsrichter, Gegner, Fans, aber auch teamintern.

Gibts Musik in der YB-Garderobe?
Aber sicher. Dafür sorgen zum Beispiel der Franzose Guillaume Hoarau und der Ghanaer Kassim Nuhu. Hoarau ist breit aufgestellt, am liebsten hört er Reggae. «Nuhu spielt ein bisschen komische Musik», sagt Captain von Bergen. Es sei aber schön, dass die Musik in der Garderobe genauso multikulturell sei wie die Mannschaft.

Wie viele Ausländer spielen bei YB?
9 von 23 Spielern haben keinen Schweizer Pass.

Und warum gibts so viele Afrikaner?
YB gehört zwei Zürchern mit Berner Wurzeln und Heimatort Meinisberg, der Trainer ist Österreicher und der Chefscout spricht Französisch. Auf dem Platz stehen Berner wie Wüthrich und Bertone, der Aargauer Benito, Kevin Mbabu aus Genf, der Franzose Hoarau oder der Ghanaer Nuhu. Der richtige Mann am richtigen Ort.

Müssen die Spieler Deutsch lernen?
Ja. Wer nicht ein Mindestmass an Deutschkenntnissen hat, geht einmal pro Woche in den Deutschkurs. Dabei geht es nicht um die Fussballsprache, die ist international. YB will, dass sich die Spieler im Berner Alltag durchschlagen und mit Journalisten sprechen können. Wer drei ausführliche Interviews auf Deutsch gegeben hat, muss den Kurs nicht mehr besuchen. Die Kurse werden gruppenweise geführt. Englischsprachige wie Sulejmani und Nuhu sind in einer Gruppe, Französischsprechende wie Assalé, Ngamaleu und Lotomba in einer anderen.

Duzen die Spieler den Trainer – oder siezen sie ihn?
Weder noch. Die Spieler umgehen das Problem mit Sätzen wie «Trainer, gehen wir morgen in den Kraftraum?». Eine feste Regel gibt es aber nicht. Adi Hütter ist mit einigen erfahrenen Spielern per Du. Fussballtrainer haben übrigens auch einen Trick, wie sie das Problem umschiffen: «Steve, hören Sie mir zu …»

Hören die Spieler während des Spiels die Fangesänge?
Sie nähmen sehr genau wahr, was im Stadion alles abgeht, sagt Ex-YB-Spieler Mario Raimondi: die Gesänge, die Pfiffe, die Pyros – alles. In der Regel registrieren sie auch, wenn das Zwischenresultat des Konkurrenten auf der Anzeigetafel aufscheint. Werden sie auswärts ausgepfiffen, ist das nicht unbedingt ein Problem. Ein Pfeifkonzert kann Spieler auch zusätzlich motivieren.

Im Wankdorf hats Kunstrasen. Was bedeutet das für die Spieler?
Der Kunstrasen macht das Spiel schneller, und der Ball muss präziser gespielt werden. Gute Techniker, flinke und schnelle Spieler sind also im Vorteil. Manche Gegner der Young Boys jammern, der Kunstrasen sei für die Berner ein Wettbewerbsvorteil. Dabei hat YB die zwei wichtigsten Spiele der letzten Jahre auf Kunstrasen verloren (Cupfinal 2009, entscheidendes Meisterschaftsspiel 2010).

Was ist eigentlich in den Trinkflaschen?
Wasser.

Was wird in der Halbzeitpause besprochen?
Zunächst herrscht Ruhe – die Spieler atmen durch. Dann sprechen sie kurz untereinander («Hesch nid gseh bi däm Konter, i wär freigschtange…») und ziehen sich ein neues Trikot an, denn das Leibchen eines Fussballprofis ist nach 45 Minuten völlig durchgeschwitzt. Jetzt ergreift der Trainer das Wort. Er kann taktische Korrekturen vornehmen, die Spieler aufrütteln oder beruhigend auf sie einwirken – je nachdem, was gerade gefragt ist.

Was essen die Spieler nach dem Match?
Im Outfit des YB-Partners Mode Bayard begeben sie sich in die Champions Lounge. Dort steht ein Buffet mit Sportlerkost bereit – also Salat, Pasta, Rindfleisch, Poulet, Dessert. Wie immer. Nur selten können sich die Spieler eine kleine Sünde gönnen (Kevin Mbabu zum Beispiel liebt Raclette und Fondue).

Dürfen die Spieler YB-Würste essen?
Im Prinzip Ja. Den Spielern wird aber vor Augen geführt, wie sie sich ernähren und verhalten sollen. Ein Spitzensportler verzichtet in der Regel auf Alkohol und Nikotin, weil der Konsum erstaunlich rasch die Leistungsfähigkeit beeinträchtigt.

Aber im Prinzip darf ein YB-Spieler mal ein Bier oder ein Glas Wein trinken?
Ja.

Wie siehts mit Kiffen aus?
Das liegt nicht drin.

Wieso?
Weil die Substanz auf der Dopingliste steht. Und die Doping-Kontrolleure tauchen unvermittelt in Trainings auf, mitunter auch nach dem Spiel, und bitten bestimmte Spieler zum amtlich überwachten Wasserlassen. Die Liste der verbotenen Substanzen ist lang, die Spieler kennen sie natürlich nicht auswendig. Das heisst aber auch: Ist ein Spieler erkältet, geht er nicht wie unsereiner in die Apotheke. Er wendet sich an den medizinischen Staff von YB – das Fachpersonal verordnet ihm dann die dopingtechnisch unbedenkliche Medizin.

Wer wäscht die Trikots?
Die Materialwarte, und zwar für alle YB-Mannschaften. Dafür gibts im Stade de Suisse eine eigene Wäscherei. Einer der Materialwarte ist übrigens der frühere YB-Star Toni Pagano.

Haben die YB-Spieler auch Idole?
Sie sind nicht Fans eines bestimmten Spielers – es wird ihnen egal sein, was jemand für ein Auto fährt oder für einen Lebensstil pflegt. Hingegen nehmen sich viele einen berühmten Kicker zum Vorbild, der auf derselben Position spielt. Michel Aebischer zum Beispiel ist begeistert vom Deutschen Toni Kroos. Das Vorbild von Jordan Lotomba ist der Brasilianer Dani Alves.

Freuen wir uns also nun auf den Meistertitel. Oder kann noch etwas schiefgehen?
Im Fussball kann immer etwas schiefgehen. Seit dem Einzug ins neue Stadion hat YB schon viermal einen Titel im allerletzten Spiel verpasst. Der FC Basel hat 2006 die Meisterschaft in der 93. Minute verspielt. Allerdings ist der Vorsprung von YB auf Basel so gross, dass sogar der eine oder andere Ausrutscher folgenlos bliebe. Kurz und gut, es sollte reichen.

Eine Faustregel, bitte!
Die Young Boys müssen in der Meisterschaft noch zehn Spiele bestreiten, darunter fünf zu Hause. Wenn sie diese fünf gewinnen, sind sie Meister.

Wenn YB jetzt wirklich Meister wird – wann genau ist es so weit?
Irgendwann zwischen 15. April und 19. Mai. Details können Sie online auf Meistertraum.ch finden. Theoretisch ist es übrigens auch möglich, dass YB Meister wird, ohne überhaupt zu spielen. Möglich wäre das am 29. April oder am 6. Mai. Ansonsten spielen YB und Basel immer gleichzeitig.

Was machen die YB-Fans, wenn ihr Team wirklich Meister wird?
Bier trinken.

Und was machen sie, wenn YB doch noch scheitert?
Bier trinken.


https://www.derbund.ch/bern/nachrichten ... y/28740502

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2017/2018
 Beitrag Verfasst: Samstag 31. März 2018, 11:30 
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YB wehrt sich gegen Vorwürfe

Vergangene Woche wurde dem BSC Young Boys vorgeworfen, dass seine Fans die schlimmsten Krawallmacher der Liga seien. Beim Klub und der Fanarbeit Bern ist man konsterniert, man wehrt sich gegen diese Sicht.

Schlägereien, Körperverletzungen, Zugnotbremsungen, Pyrozünden, aber auch Absurditäten wie ein Grillfest von Fussballfans – 2017 kam es in den beiden höchsten Fussballligen der Schweiz zu 221 Zwischenfällen, wie eine Liste der Konferenz der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren (KKJPD) und von Fedpol zeigt.

Bei 36 Zwischenfällen wird auch der BSC Young Boys genannt. Eine Analyse zeigt aber, dass der Berner Club bei 13 dieser 36 Zwischenfälle unbeteiligt war und dass der Eintrag auf Anhänger der gegnerischen Mannschaft zurückgeht. Bei 17 weiteren Zwischenfällen ging es primär um Pyros.

Das bekräftigt auch YB: «Wir wollen Pyros nicht verharmlosen, aber es kann nicht sein, dass Pyrozünden gleich schwer gewichtet wird wie eine Körperverletzung», sagt YB-Mediensprecher Albert Staudenmann. «In vielen Fällen war das Gastteam für die Schwierigkeiten verantwortlich.»

Bei der KKJPD distanziert man sich ebenfalls ­davon, dass YB-Fans die meisten Probleme gemacht hätten. Generalsekretär Roger Schneeberger meint: «YB-Fans gehörten weder 2017 noch in den Jahren davor zu den gewalttätigsten Fans des Schweizer Fussballs.»

Primär Pyros

Auch die Fanarbeit Bern ist konsterniert. «Wir haben eine aktive Fanszene, und wir reisen mit einigen Hundert Fans an Spiele, da kann auch was passieren. Jedoch handelt es sich praktisch nie um gesuchte Gewalt, und die Häufigkeit, die die Liste suggeriert, entspricht nicht der Wahrheit», sagt Fanarbeiter Lukas Meier.

Er und sein Team stehen bei Heimspielen in der Kurve im Sektor D, und bei Auswärtsspielen begleiten sie die Ultras. Somit waren sie auch bei denjenigen Spielen dabei, bei denen es gemäss der KKJPD-Liste Radau gab.

«Primär geht es bei den Nennungen ums Zünden von Pyros. Das ist in der Ultra-Fankultur ein integraler Bestandteil, auch wenn es verboten ist», erklärt Meier.

Es könne nicht sein, dass das Pyrozünden gleichgestellt werde mit einer heftigen Prügelei. «Wenn man den Gewaltbegriff ausweitet, gibt es mehr Gewalt­täter», so Meier. Wer die Liste ­genau anschaue, sehe, dass dies nicht der landläufigen Definition von Gewalt gleichkomme. «Wer YB-Fans als Hooligans Nummer eins bezeichnet, beweist in erster Linie komplette Unkenntnis und betreibt damit eine bösartige Unterstellung.»

Dass die YB-Fans unschuldig seien, behauptet er nicht: «In vier Fällen kam es zu Gewalt, etwa beim Cupspiel in Basel gegen die Old Boys», sagt er. Solche Fälle seien selten. «Wir verurteilen diese Vorfälle. Jedoch kann man bei einer Beteiligung von 5 bis 20 Fans nicht von gravierenden Vorfällen sprechen», sagt Meier. Die Polizei betreibe die Fantrennung konsequent und fast durchwegs erfolgreich.

Massiv beruhigt

Die Aufgabe der Fanarbeit ist es, deeskalierend zu wirken. «Wir tauschen uns regelmässig mit den Schlüsselfiguren aus», erklärt Meier. Manchmal bekomme eine Situation vor Ort eine Eigendynamik.

«Alles hat sich heute massiv beruhigt.»
Lukas Meier, Fanarbeiter


Seit zehn Jahren ist Meier als Fanarbeiter praktisch bei jedem Spiel dabei, er ist ein Szenekenner. Vergleiche man die heutige Situation mit derjenigen vor zehn Jahren, habe sich alles massiv beruhigt. «Das zeigt auch, dass die Repressionen der Polizei, der grosse Aufwand der Clubs und die Prävention wirken.» ­

Wegen Landfriedensbruch oder ­Verstössen gegen das Sprengstoffgesetz erhalte man rasch eine Strafe. Niemand wolle aber riskieren, seine Lehrstelle zu verlieren. «Dieses Risiko ist vielen zu gross», sagt Meier. Er ist froh, dass sich die Schweizer Fanszene nicht radikalisiert habe wie in anderen Ländern. Aber dies sei eine Momentaufnahme: «Es ist wichtig, am Ball zu bleiben.»

Radikaler als in Bern ist die ­Situation in Zürich, wie kürzlich publizierte Videos von FCZ- und GC-Fangruppen bei Prügeleien zeigen. Der FCZ ist Cupfinalgegner von YB im Mai. Nächste Woche finden Gespräche zwischen Kantonspolizei, YB und der Fanarbeit statt. «Wir gehen ganz normal vor. Es ist im Interesse aller, dass es ohne Komplikationen abläuft, weil alle den Cupfinal wieder in Bern wollen», sagt Meier.

Verzerrte Realität

Es dürfte im Übrigen das letzte Mal gewesen sein, dass die Liste mit den Zwischenfällen in dieser Form publiziert wurde. Roger Schneeberger von der KKJPD ­begrüsst dies. Er ist der Meinung, dass sich die Liste in dieser Form nicht für statistische Aussagen eignet.

«Es verzerrt die Realität krass, wenn nur gezählt wird, welche Klubs bei Spielen mit ­Gewaltvorkommnissen beteiligt waren – unabhängig davon, ob Fans der gegnerischen Mannschaft Gewalt ausübten oder eigene Fans.»

Punktesystem vorgesehen

Die Kantonspolizei Freiburg ist zusammen mit dem Fedpol damit beauftragt, ein neues Tool zur Erfassung von Zwischenfällen auszuarbeiten. Das bestätigt Pascal Oberson, stellvertretender Leiter Polizeiliche Koordinationsplattform Sport.

«Wir sehen auch, dass die Liste nicht aussagekräftig ist. Bereits laufen Tests, mit denen genauere Auswertungen möglich sind.» Vorgesehen sei ein Ampel- und Punktesystem, das berücksichtigt, ob ein oder mehrere ­Pyros gezündet oder geworfen werden.

Nach jedem Spiel sollen Rapporte der Polizei, der Transportpolizei und der Clubs aus­gewertet werden. Die Resultate werden in ein Lagebild übersetzt, das laut Oberson weitere Auswertungen zulässt. Läuft alles nach Plan, werde man ab den neuen Saisons – Fussball im Juli und Eishockey im September – damit arbeiten.


https://www.bernerzeitung.ch/region/ber ... y/11675815

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Zitat:
Pedro Lenz glaubt nicht, dass viele YB-Spieler seine Bücher gelesen haben.

Herr Lenz, Sie sind bekennender Pessimist und Skeptiker. Werden die Young Boys Schweizer Meister?
Ja. Diese Saison bin ich sehr euphorisch gestimmt.

Gehen Sie mit einem anderen Gefühl ins Stadion, seitdem YB reelle Chancen auf den Titel hat?
Das kann man sagen. Die ganze Atmosphäre hat sich geändert. Ich merkte es sogar in der Stadt, wenn ich meine YB-Kappe trug. Die Leute haben mir zugewinkt. Die Euphorie ist gross. Das sah man auch am Spiel gestern gegen Basel. Das Stadion war ausverkauft. Alles war noch ein Stück feierlicher als sonst. Während andere Spiele wie ein normaler Gottesdienst sind, war gestern Weihnachtsgottesdienst.

Wären die Young Boys irgendwo im Mittelfeld platziert, wären wohl bedeutend weniger Leute ins Stadion gekommen. Ist Erfolg attraktiver als Club-Treue?
Das ist leider so. YB hat einen Grundstock an 16 000 Fans, die an jedes Spiel kommen. Was darüber ist, ist vom Wetter und vom Erfolg abhängig. Doch für wen YB mehr als nur eine Mode ist, der freut sich dann umso mehr über die Erfolge.

Färben sich Erfolge oder Niederlagen eines Teams auf die Charaktereigenschaften seiner Fans ab?
Ich glaube schon. Einen Club, der immer Erfolg hat, finde ich fan-soziologisch jedoch nicht interessant. Spannender sind die Fans von Clubs, die es nie ganz schaffen, dann aber doch einmal. Underdog zu sein, ist spezieller als immer nur zu gewinnen. Ein Basler Fan ist nach dem achten Meistertitel in Serie nicht mehr gleich euphorisch, wie wir es bei unserem Titel nach 31 Jahren sein werden. Erfolg kann also zu Abstumpfung führen.

Was sind typische Charakterzüge von YB-Fans?
Da ist natürlich die Selbstironie, die in 31 titelfreien Jahren gewachsen ist. Dazu kommt der Fatalismus, der lange tief in uns verwurzelt war. Der ist nun aber weg, und wir trauen uns, an den Erfolg zu glauben.

«Ehrlich gesagt, fürchte ich mich etwas davor, dass YB zu viel Erfolg haben könnte»

Sie als Schriftsteller müssen es wissen: Wie viel Poesie liegt im Fussball?
Es kommt darauf an, wo man sie sucht. Viele suchen sie im Erfolg. Dort ist sie nicht. Erfolg ist laut, brachial und banal. Die Poesie steckt in der Niederlage, wenn der Underdog den Favoriten schlägt, oder in den Geschichten der einzelnen Spieler. Die Niederlage ist viel sinnlicher, hat mehr Facetten. Die Basler haben zum Beispiel ein viel menschlicheres Antlitz bekommen, seit sie Niederlagen einstecken müssen.

Ist Misserfolg aus literarischer Sicht also förderlich?
Gewissernmassen schon. Ehrlich gesagt, fürchte ich mich etwas davor, dass YB zu viel Erfolg haben könnte. Dadurch würde viel Poesie verloren gehen, die diesen Club umgibt. Aber ich habe jetzt nicht Angst, dass wir achtmal hintereinander Meister werden.

Ist Fussball nicht zu banal, um ihn zu intellektualisieren?
Auf eine Art schon. Lange musste ich mich rechtfertigen, wenn ich über Fussball geschrieben habe. An Literaturtagen wurde ich von Schriftstellerkollegen sogar schief angesehen, wenn ich ein Fussballspiel schauen wollte. Natürlich hat Fussball etwas Banales. Aber es ist wie mit jedem Stoff, der Literatur generiert. Das Erzählenswerte muss herausgefiltert werden. Und ist Liebe nicht auch etwas Banales? Aber trotzdem wird aus ihr wunderbare Literatur gemacht.

Glauben Sie, Spieler setzen sich in ähnlicher Weise mit Fussball auseinander, wie Sie es als Schriftsteller tun?
Ich habe schon viele Fussballer interviewt. Es gibt Spieler, die nur das Training und Coiffeurtermine im Kopf haben. Sie lassen den Trainer für sich denken und beschränken sich darauf, körperlich fit zu sein. Dann gibt es aber auch die, die sich sehr viele Gedanken machen. Die sind aber eher die Ausnahme. Zum Beispiel YB-Verteidiger Steve von Bergen ist ein grosser Philosoph. Der macht sich viele Gedanken darüber, wie Fussball in anderen Ländern funktioniert.

Wieso sind denn Spieler wie von Bergen eher die Ausnahme?
Dinge zu wissen, steht nicht im Pflichtenheft eines Fussballers. YB-Trainer Adi Hütter sagte einmal, er freue sich, wenn seine Spieler Bücher lesen. Denn Lesen rege zum Nachdenken an, und er habe gerne Spieler, die nachdenken. Schlussendlich werden Fussballer aber nicht dafür bezahlt, um Bücher zu lesen, sondern um ihre Knochen hinzuhalten.

Worin liegt eigentlich die Schönheit des Fussballs?
Der Mensch hat viel mehr Fertigkeiten mit den Händen als mit den Füssen. Fussball ist also der einzige Sport, der ausgerechnet mit den denkbar schlechtesten Körperteilen gespielt wird, um einen Ball zu behandeln. Das ist doch faszinierend! Was die Spieler mit ihren Füssen können, ist wahnsinnig. Dazu kommt, dass Fussball einen unglaublich integrativen Charakter hat.

Wie meinen Sie das?
Schauen wir doch nur einmal die Young Boys an. Der eine hat gelernt, Fussball zu spielen in Ghana, ein anderer in Neuenburg und ein Dritter an der Elfenbeinküste. Sie kommen aus völlig unterschiedlichen Kulturkreisen, sprechen andere Sprachen und dennoch verstehen sie sich über Fussball. Oder nehmen wir die Jugendclubs. Da spielen auch viele Flüchtlinge mit. So entstehen Kontakte, die ohne Fussball niemals zustande gekommen wären.

«Den Stocker hassen wir ohne Grund»

Doch zum Fussball gehören auch Rivalitäten. Wie viel Abneigung ist legitim?
Das Stadion ist weder Arbeitsplatz noch Kirche. Da entstehen manchmal etwas merkwürdige Gefühle. Basels Valentin Stocker hassen wir beispielsweise ohne Grund. Dabei hat er uns nie etwas zuleide getan, ausser in einem wichtigen Spiel zwei Tore gegen uns geschossen zu haben.

Wie gehen Sie mit solchen Gefühlen um?
Ich finde, man darf die zulassen. Aber natürlich ist es völlig irrational, wenn ich zum Beispiel über die Arroganz der Basler schimpfe. Ich habe doch eigentlich nichts gegen Basel, habe sogar gute Freunde da. Diese Gefühle müssen deshalb während 90 Minuten abgearbeitet werden. Länger dürfen sie nicht dauern.


https://www.derbund.ch/bern/nachrichten ... y/12565575

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