 |
 |
Forum ybfans.chTreffpunkt der Fans des BSC Young Boys |
|
| Autor |
Nachricht |
|
shalako
|
Verfasst: Samstag 19. August 2017, 21:33 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
19.08.2017  Zitat: Torloser Spitzenkampf – Spektakel in Thun
von Lukas Lippert - Keine Tore im Letzigrund: In einer umkämpften Partie teilen sich der FCZ und YB die Punkte. Lausanne wird in Thun regelrecht auseinander genommen.
54 Minuten lang mussten die über 15'000 Zuschauer im Letzigrund warten, bis ihnen Zürich und YB die erste spektakuläre Szene und zugleich die grösste Torchance des Super-League-Spitzenkampfs des Ersten gegen den Zweiten lieferten. Zürichs Goalie Andris Vanins vereitelte dem YB-Goalgetter Guillaume Hoarau mit einer glänzenden Parade das erste aus dem Spiel heraus erzielte Saisongoal. In den meisten Fällen hätte der Scherenschlag-Schuss des Franzosen zum Erfolg geführt, aber der Lette rettete seiner Mannschaft den Punkt.
Premiere im Letzigrund
Torlose Spiele zwischen Zürich und YB waren noch nie an der Tagesordnung. Das letzte - es war ebenfalls eine Partie in Zürich - ging 41 Spiele lang auf den Oktober 2001 zurück. Seit der Gründung der Super League 2003 hatte es mithin immer mindestens ein Tor zu sehen gegeben.
Taktische Umstellung bei YB
Mit seiner Anfangsaufstellung berücksichtigte YB-Trainer die hohe Bedeutung Adi Hütter des Champions-League-Playoffspiels vom nächsten Mittwoch bei ZSKA Moskau. Hütter verordnete zwar nicht seinem Schlüsselspieler Sékou Sanogo eine Pause, dafür aber setzte er seine starken Aussenspieler Yoric Ravet und Miralem Sulejmani auf die Bank. Würde die schwere Aufgabe vom Mittwoch nicht bevorstehen, hätten wohl beide im Letzigrund von Beginn an gespielt. Überdies stellte Hütter von seinem sonst stets angewandten 4-4-2 auf das schonendere und vorsichtigere 3-4-3 um, in dem Kevin Mbabu und Jordan Lotomba als nominelle Aussenspieler des Mittelfeldes die effektiven Verteidiger Nummern 4 und 5 waren. Hütter wollte mit dem Fünfer und dem Weggli aus Zürich heimreisen: nicht übermässig viele Kräfte verpuffen und trotzdem Punkte holen. Die Rechnung des Österreichers ist aufgegangen. Als er für die zweite Halbzeit mit dem offensiven Thorsten Schick anstelle von Lotomba mehr riskierte, wäre Hütter fast noch mit dem Vollerfolg belohnt worden.
Kaum Tormöglichkeiten
In der ersten Halbzeit erspielten sich die Young Boys nur eine einzige Chance. Roger Assalé schüttelte nach 41 Minuten seinen Gegenspieler ab und umspielte Torhüter Andris Vanins. Er liess sich aber so weit abdrängen, dass er den Ball nicht mehr mit genug Kraft aufs Tor brachte. Bis dorthin hatte man nur vom FCZ ein paar gute Szenen gesehen, ohne dass man diese als grosse Tormöglichkeiten bezeichnen könnte. Zu erwähnen sind aber ein knapp am Tor vorbeigestrichener Schlenzer von Raphael Dwamena nach 35 Minuten und die Tatsache, dass von Dwamena und dem früheren YB-Stürmer Michael Frey mehr zu sehen war als von der Angriffsreihe der Berner.
Zürich - Young Boys 0:0 15'123 Zuschauer - SR Klossner Zürich: Vanins; Nef, Palsson, Brunner; Winter, Rüegg, Sarr, Pa Modou; Dwamena, Frey, Rodriguez (69. Koné). Young Boys: von Ballmoos; Nuhu, von Bergen, Benito; Mbabu, Sow, Sanogo, Lotomba (46. Schick); Fassnacht, Hoarau (74. Ravet), Assalé (46. Nsamé). Bemerkungen: Zürich ohne Bangura, Alesevic, Kempter, Schönbächler und Kryeziu (alle verletzt), Yapi (krank) und Thelander (nicht qualifiziert). Young Boys ohne Seferi (verletzt). Verwarnungen: 16. Sanogo (Foul), 24. Sarr (Foul), 57. Sow (Foul), 89. Nuhu (Foul). http://www.20min.ch/sport/dossier/super ... y/22022766
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
shalako
|
Verfasst: Sonntag 20. August 2017, 12:09 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
20.08.2017  Zitat: Mässige YB-Leistung
Die YB-Spieler überzeugen beim 0:0 im Spitzenkampf in Zürich gegen den FCZ nicht. Aber immerhin steigern sie sich nach schwacher erster Halbzeit. Stark agiert nur der Captain.
David von Ballmoos: Note 4 Zwei, drei Unsicherheiten mit dem Fuss. Der junge Torhüter wirkte nicht immer stilsicher, aber auch mit zwei guten Interventionen.
Kasim Nuhu: Note 4 Deutlich weniger stark als gegen ZSKA Moskau, leistete sich einige Nachlässigkeiten. Ging er konzentriert in die Zweikämpfe, gewann er sie auch.
Steve von Bergen: Note 5 Der beste YB-Spieler. Stabil, jederzeit auf der Höhe des Geschehens, bereinigte einige brenzlige Situationen.
Loris Benito: Note 4,5 Spielte in der ersten Halbzeit auf einer relativ ungewohnten Position links in der Abwehr-Dreierkette. Tat das ordentlich, agierte aufsässig und schnörkellos. Nach der Pause im 4-4-2-System trat er noch sicherer auf, ohne nach vorne grosse Akzente zu setzen.
Kevin Mbabu: Note 4,5 Noch einer der offensiv gefälligeren Akteure in einer müden Partie. Wie immer fleissig in der Vorwärtsbewegung, fand aber nicht immer einen Abnehmer für seine Flanken. In der Defensive ohne Aussetzer.
Sékou Sanogo: Note 3,5 Nicht so dominant wie oft in den letzten Partien. Zudem mit einigen groben Foulspielen. Hatte Glück, flog er deswegen nicht mit zwei gelben Karten vom Platz.
Djibril Sow: Note 3 Ist nicht in Form, lief im zentralen Mittelfeld oft hinterher. Sow gelang wenig, aber er kämpfte und arbeitete. Seine Eckbälle dagegen waren richtig schlecht ? mal zu tief, mal zu hoch, mal zu weich.
Jordan Lotomba: Note 3 Durfte auf der linken Seite im Mittelfeld beginnen. Der Youngster fand nie richtig in die Begegnung, was auch daran lag, dass sich YB im 3-4-3-System vor der Pause enorm schwer tat. Wurde zur Pause schon ausgewechselt.
Christian Fassnacht: Note 4 Bewies seine Schnelligkeit einige Male, blieb aber dann doch hängen oder entschied sich falsch.
Guillaume Hoarau: Note 3.5 Der Torjäger hat sein Topniveau nach schwerer Hüftverletzung immer noch nicht erreicht. Rieb sich auf, holte sich Blessuren, kam erst nach der Pause zu zwei Gelegenheiten. Seinen tollen Seitfallzieher parierte FCZ-Goalie Andris Vanins ebenso wie den wenig platzierten Kopfball aus wenigen Metern.
Roger Assalé: Note 3 Nicht so überzeugend und wirblig wie in den Startwochen. Und ein Tor erzielte der kleingewachsene Angreifer erneut nicht. Wirkte nicht frisch, obwohl er einiges probierte. Bereits zur Pause ausgewechselt.
Thorsten Schick: Note 4 46. Minute für Lotomba. Deutlich aktiver als sein Vorgänger, baute nach einer Viertelstunde aber ab.
Jean-Pierre Nsamé: Note 3 46. Minute für Assalé. Vermochte seinen athletischen Körper zu selten erfolgreich einzusetzen. Bestritt zwar viele Zweikämpfe, aber letztlich schaute bei seinen Aktionen zu wenig heraus.
Yoric Ravet: ohne Note 74. Minute für den angeschlagenen Hoarau. Der vorerst geschonte Franzose fiel in seinem Kurzeinsatz weder auf noch ab.
Noten: 6 = herausragend; 5 = gut; 4 = solid; 3 = ungenügend; 2 = schlecht; 1 = sehr schlecht https://www.bernerzeitung.ch/sport/fuss ... y/16702673
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
shalako
|
Verfasst: Sonntag 20. August 2017, 23:50 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
20.08.2017  Zitat: In dubio pro Schienbein
Der FCZ zeigt im ersten Härtetest der Saison gegen YB ein grosses Löwenherz, aber im Angriff noch unausgeschöpftes Potenzial. Mit dem 0:0 bleibt der Aufsteiger als einziges Team ungeschlagen.
Vermutlich war es nicht bloss eine Taktik, die Uli Forte angewandt hatte. Am Vortag des Spitzenspiels gegen die Young Boys hatte der Trainer des FC Zürich gar viel Lob und die Favoritenrolle an seinen einstigen Klub verteilt. Es roch verdächtig nach einem psychologischen Spiel.
Wer dem FCZ am Samstag zuschaute, merkte bald, dass der Trainer seine Worte ernst gemeint hatte. Der FCZ ging zwar als Leader in diesen Spitzenkampf gegen YB. Aber was diesen FCZ bis jetzt ausmacht, ist vielleicht gerade ein ausgeprägter Realitätssinn, der es ihm verbietet, sich in diesem frühen Stadium der Meisterschaft schon etwas auf die bisherigen Resultate einzubilden. Als nach dem 2:0-Derbysieg zum Saisonstart schon das Wort «Europacup» durch den Letzigrund geisterte, trat Forte sogleich aufs Bremspedal. Auch am Samstag, nachdem der FCZ den ersten Härtetest der Saison schadlos bestanden hatte und weiterhin als einziges Team der Liga ungeschlagen ist, sagte Forte: «Wir haben nicht das Gefühl, irgendetwas erreicht zu haben.»
Und so war eine Zürcher Mannschaft zu sehen, der bewusst ist, noch nicht so komplett, versiert und breit besetzt zu sein, wie es die Young Boys derzeit sind. Wer weiss, dass der Gegner etwas schneller ist und dessen Füsse etwas geschickter sind als die eigenen, der muss umso mehr Mut und Widerstandskraft aus sich herauskramen. Der FCZ zeigte eine gesunde Selbsteinschätzung und unbändige Kampfeslust. Es durfte kein Zweifel darüber bestehen, dass man den Ball oder den Gegner traf, notfalls war es halt Letzterer, in dubio pro Schienbein. Vor allem der Stürmer Michael Frey sprang beim ersten Wiedersehen mit seinen einstigen Kollegen wie ein Löwe auf alles, was sich bewegte.
«Wir haben die Angriffe zum Teil nicht zu Ende gespielt»
So entstand ein intensiver Abnützungskampf zweier Teams, die sich andauernd neutralisierten. Und hatte der FCZ all seine Energiequellen angezapft, so sparte sich YB einige auf. Am Mittwoch steht gegen ZSKA Moskau eine 25-Millionen-Partie bevor, das Rückspiel im Play-off um die Champions League. Die einfallsreichen Flügel Miralem Sulejmani und Yoric Ravet sassen auf der Ersatzbank, Ravet kam erst spät für den angeschlagenen Guillaume Hoarau ins Spiel. Es war quasi eine YB-Light-Version in diesem Spitzenkampf, der nicht das hielt, was man erwartet hatte. Aber es sind für die Berner auch besondere Umstände. Im Zweifelsfall für die Champions League, verständlicherweise. Der YB-Coach Adi Hütter nahm die erste Halbzeit als Hauptprobe für das Duell in Moskau. ZSKA war am Dienstag mit einer Dreierabwehr nach Bern gekommen, der FCZ spielt ebenso mit dieser Formation, YB versuchte mit Blick aufs Rückspiel vom Mittwoch mit demselben System entgegenzutreten. «Das System hat in der ersten Halbzeit nicht funktioniert», sagte Hütter aber. Im gewohnten 4-4-2 stellte YB die Zürcher nach der Pause vor einige Probleme und besass Chancen zum Sieg.
Die guten Gelegenheiten hatte der FCZ vor allem in den ersten 45 Minuten mit Raphael Dwamena, Roberto Rodríguez und Frey. «Wir haben die Angriffe zum Teil nicht zu Ende gespielt», sagte Frey. Von ihm sah man viel Fight und wenig Finesse, wie sie durchaus in seinem Repertoire stecken würde. Der Trainer Forte sagte: «Vorne hätten wir mehr herausholen müssen.» Mit dem stattlichen Reservoir an Offensivspielern und dem auf Angriff ausgerichteten System mit drei Stürmern besitzt der FCZ viel Potenzial. Aber noch nicht immer greifen die Mechanismen, nicht immer münzt Dwamena sein Talent in Tore um. «Wir müssen uns weiter verbessern», sagt Forte. Aber das Löwenherz ist auch schon einiges wert. https://www.nzz.ch/sport/fussball/super ... ld.1311724
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
shalako
|
Verfasst: Sonntag 20. August 2017, 23:52 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
20.08.2017  Zitat: Schiri-Boss Zimmermann deutlich
«Sanogo hätte vom Platz gestellt werden müssen!»
YB holt im Letzigrund gegen den FCZ einen Punkt. Auch, weil Schiri Klossner den Berner Sékou Sanogo (28) nicht vom Platz stellte.
Zwei Mal fährt Sékou Sanogo gegen Zürich den Arm aus! Einmal trifft der YB-Motor Kevin Rüegg voll ins Gesicht, beim zweiten Mal erwischt es FCZ-Stürmer Michael Frey. Beide Vergehen sind überhart.
Schiedsrichter Stephan Klossner sieht das anders. Sanogos Check gegen Rüegg wertet er nicht einmal als Foul! Der Einsatz gegen Frey wird immerhin mit einem Freistoss bestraft. Aber eine Karte? Fehlanzeige!
Sanogo, der bereits nach 16 Minuten nach einem Foul an Dwamena die Gelbe Karte gesehen hat, hätte das Spiel im Letzigrund nicht zu Ende spielen dürfen. Dies bestätigt auch Schiri-Chef Cyril Zimmermann: «Auf Grund der vorliegenden TV-Bildern hätte Sanogo des Feldes verwiesen werden müssen.»
Wird er aber nicht. Glück für YB. Das Spiel endet 0:0, die Berner erkämpfen sich einen Punkt im Letzigrund gegen Aufsteiger FCZ. https://www.blick.ch/sport/fussball/sup ... 75293.html
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
shalako
|
Verfasst: Montag 21. August 2017, 08:06 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
21.08.2017  Zitat: Dringend gesucht: Tore
Die Young Boys treffen das Tor nicht mehr. Aber immerhin verteidigen sie mit dem langweiligen 0:0 im Spitzenkampf beim FCZ Rang 2. Am Mittwoch greift YB in Moskau nach den Champions-League-Sternen.
Steve von Bergen liegt einmal schmerzverzerrt am Boden und hält sich die Wade. Guillaume Hoarau bleibt gleich zweimal länger liegen – und muss schliesslich eine Viertelstunde vor Spielende angeschlagen ausgewechselt werden. Die Young Boys erleben beim 0:0 in Zürich am Samstagabend gegen den FCZ zwar wenig Gefahrenmomente im Spiel, sorgen sich aber um ihre routinierten Schlüsselfiguren in Defensive und Offensive.
Hoaraus vorzeitiger Abgang sei eine Vorsichtsmassnahme gewesen, meldet der Verein später, sein Einsatz am Mittwoch im Rückspiel der Champions-League-Playoffs bei ZSKA Moskau sei nicht gefährdet.
Und so darf YB ein zufriedenstellendes Fazit der Dienstreise nach Zürich ziehen: nicht verloren, ordentliche Defensivleistung, keine verletzten Spieler.
Krampf und Kampf
Die Young Boys blicken ja auf schwierige Tage zurück. Die unglückliche 0:1-Last-Minute-Niederlage gegen ZSKA am Dienstag hat mental tiefe Spuren hinterlassen. So gesehen darf die Nullnummer in Zürich als Punktgewinn verbucht werden, selbst wenn das 0:0 beim Aufsteiger im Prinzip zwei verlorene Zähler darstellt. «Der FCZ ist kein normaler Aufsteiger», sagt Captain von Bergen, «er ist gut organisiert, kämpft stark, hat tolle Einzelspieler. Zürich wird vorne mitspielen.»
Krampf und Kampf prägen das Gipfeltreffen des Zweiten beim Ersten. Beide Teams erspielen sich ein paar Halbchancen in einer uninspirierten Partie. «Der FCZ war vor der Pause besser, wir danach», sagt YB-Trainer Adi Hütter. FCZ-Coach Uli Forte meint, man habe das riesengrosse Potenzial der Young Boys gesehen. «Sie konnten zur Pause personell nachladen und steigerten sich.» In der ersten Hälfte agierte YB im ungewohnten 3-4-3-System fahrig und schwach, nach dem Seitenwechsel passten die Automatismen im 4-4-2 wieder. «Wir müssen taktisch variabel sein», sagt von Bergen, «und wir haben auch mit der Dreierkette kaum Chancen zugelassen.»
Taktikexperiment misslungen
Hütter brach das unerwartete taktische Experiment nach 45 unbefriedigenden Minuten dennoch frühzeitig ab. Und das müde 0:0 in Zürich wird YB nicht lange beschäftigen, das grosse Bild allerdings ist getrübt. Aus einem Traumstart in die Liga mit neun Punkten und 9:0 Toren aus drei Spielen ist ein ordentlicher Beginn geworden: 5 Spiele, 10 Punkte. Vor allem das peinliche 0:4 gegen Thun beschädigt die gelb-schwarze Bilanz erheblich. Immerhin liegt YB weiter vor dem Rivalen Basel, der am Sonntag zu Hause gegen Lugano nicht über ein 1:1 hinauskam – und ebenfalls 10 Zähler auf dem Konto hat.
Überraschend schlagen sich die Young Boys mit einer Sturmmisere herum. Seit drei Spielen haben sie kein Tor erzielt, klammert man das 3:0 im Cup gegen die Amateure von Breitenrain aus: 0:4 gegen Thun, 0:1 gegen ZSKA, 0:0 in Zürich. «Ich mache mir keine Sorgen», sagt von Bergen, «wir haben derart viel Qualität in der Offensive.» Beim FCZ allerdings agierte YB ohne die geschonten Flügel Yoric Ravet und Miralem Sulejmani erstaunlich harmlos.
Stürmer treffen nicht
Und so rücken auf einmal die hochgehandelten Angreifer in den Fokus. Torjäger Guillaume Hoarau traf in der Liga nach schwerer Hüftverletzung erst einmal und war in dieser Saison nur mit Elfmetern erfolgreich. Sturmpartner Roger Assalé hat noch gar keinen Treffer geschossen. Er ist fleissig und flink und enorm wirblig, aber zu wenig effizient, manchmal zu verspielt und zu leichtgewichtig. Assalé, ein Gewinner der ersten Saisonwochen, läuft wie Hoarau derzeit dem Glück hinterher.
Übermorgen in Moskau benötigt YB Treffer. Das kuriose Eigentor Kasim Nuhus im Hinspiel in der 91. Minute hat die Ausgangslage fundamental verändert. Obwohl YB im 4-2-3-1-System stabiler wäre und die Balance besser halten könnte, dürfte sich Trainer Adi Hütter gegen ZSKA für ein 4-4-2 entscheiden. Mit Hoarau und Assalé. Denn ohne Treffer in der russischen Hauptstadt können die Young Boys nicht nach den Champions-League-Sternen greifen. https://www.bernerzeitung.ch/sport/fuss ... y/18812537
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
shalako
|
Verfasst: Montag 21. August 2017, 08:07 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
21.08.2017  Zitat: Aus bekannter Perspektive
Die zuletzt torlosen Young Boys müssen in Moskau unbedingt treffen. In der Meisterschaft finden sie sich nach dem Remis in Zürich in alter Rolle.
Guillaume Hoarau zielt in der 54. Minute ein Stück weiter rechts, die Schlagzeilen erzählen vom Traumtor des Franzosen, der den zuvor dürftigen Spitzenkampf gegen den FCZ entscheidet und die Young Boys wieder dahin zurückhievt, wo vor einem Monat alles seinen Lauf genommen hat in dieser Meisterschaft: an die Spitze der Tabelle. Oder eben: Guillaume Hoarau zielt, wie er eben gezielt hat, er scheitert an Zürichs Keeper Vanins, YB spielt 0:0, nur unentschieden, und steht nach fünf Runden auf Rang 2. Punktgleich mit dem FC Basel, der gegen Lugano nur 1:1 spielt.
Oft fehlt wenig und die ganze Geschichte wird im Fussball anders geschrieben. Beim torlosen Remis in Zürich war das so und trotzdem haben sich bei den Young Boys einige Tendenzen aus den letzten Tagen und Wochen akzentuiert. Zum einen die offensive Baisse mit nunmehr 180 torlosen Minuten – sieht man einmal von den drei Treffern gegen das drittklassige Breitenrain im Cup ab, sind es gar 270 Minuten. Trainer Adi Hütter versuchte seine Mannschaft in Zürich mit einer etwas offensiveren 3-5-2-Formation zu enthemmen. Vornehmlich lange Zuspiele in die Spitze waren das Resultat, keineswegs nur schlechte – Assalé gelang so kurz vor der Pause beinahe das 1:0, aber die Aktionen waren zu durchschaubar. Und auch wenn Hütter im zweiten Durchgang wieder das bewährtere 4-4-2 anordnete, auch wenn das Spiel der Young Boys so etwas variabler wurde, ein Treffer resultierte dennoch nicht. Ohne einen solchen kann YB aber am Mittwoch in Moskau nicht weiterkommen: Nach dem unglücklichen 0:1 von vergangener Woche benötigen die Berner zwingend ein Tor.
Zu einer Reaktion fähig
Zum andern wurde erkennbar, dass dieses Team innerhalb einer Partie durchaus zu einer Reaktion fähig ist, sogar beim 0:4 gegen Thun – der schlechtesten Saisonleistung – war nach den ersten Gegentoren eine Regung erkennbar, auch wenn sie einmal mehr nichts Zählbares einbrachte. Wenn YB in Zürich den einen oder anderen der total sieben Eckbälle etwas gefährlicher getreten hätte, würde man möglicherweise nun vom erwähnten cleveren Auswärtssieg sprechen.
«Das Unentschieden war gerecht, da muss ich ja fast ein wenig zufrieden sein», sagte Hütter am Samstagabend in Zürich. Er weiss, dass es für einen Einzug in die Champions League einer deutlichen Steigerung bedarf. Und wenn Michael Frey in gewohnt kecker Art sagt, dass YB «ein Titelkandidat», sein FCZ aber «noch vor ihnen» klassiert sei, dann zeigt das, wie es um das Ansehen der Young Boys in der Liga momentan bestellt ist.
Hoarau angeschlagen
Sowohl in der Meisterschaft als auch in Moskau im Kampf um die Champions League erlebt YB also derzeit eine bekannte Perspektive: jene des Verfolgers. Fraglich für den Showdown in Russland, der für YB historische Ausmasse annehmen könnte, ist Guillaume Hoarau. Eine Viertelstunde vor Schluss wurde der Stürmer am Samstag angeschlagen ausgewechselt, es zwickte im Oberschenkel, die Verletzung musste gekühlt werden. Über einen Einsatz am Mittwoch sollen weitere Untersuchungen Anfang Woche entscheiden. https://www.derbund.ch/sport/fussball/A ... y/18359608
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
shalako
|
Verfasst: Montag 21. August 2017, 15:49 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
21.08.2017  Zitat: Frey bleibt Frey
Michael Frey ist in kurzer Zeit zum Gesicht des FCZ geworden. Der Berner gibt sich auch in Zürich erfrischend offen. Und verteidigt sich gegen die Kritik von YB, er sei ein anstrengender Spieler.
In den Letzigrund-Katakomben ist nach Fussballspielen eine imposante Sponsorenwand aufgestellt. Die Fussballer gehen hinter dieser Wand zu ihren Kabinen, ausser sie werden von Journalisten gerufen, um Auskunft zu geben. Michael Frey ist anders. Er läuft nach dem 0:0 zwischen Zürich und YB schnurstracks zu den Journalisten. Weil er eh gerufen wird. Weil er immer was zu sagen hat. Weil er Michael Frey ist.
Und natürlich stürzen sich die Medienvertreter auf Frey. Er weiss auch nach einem stinklangweiligen 0:0 Erfrischendes zu berichten. «Das ist zu wenig. Aber wir bleiben vor dem grossen Titelfavoriten YB. Das gefällt mir», sagt Frey. Er sei «gelaufen, gelaufen, gelaufen», habe sich aufgerieben und alles probiert. «Aber ich traf nicht. Und ein Stürmer wird an Toren gemessen.»
Die harte Arbeit
Seit knapp zwei Monaten ist Michael Frey beim FCZ. Und man kann behaupten: Er ist ein Gesicht des Vereins. Wie Präsident Ancillo Canepa und Trainer Uli Forte. Der Berner ist in seinem neuen Verein Leader, Hoffnungsträger, Torjäger. Das war er bei den Young Boys nie, da stand er in all den Jahren immer im Schatten anderer. Der im beschaulichen Bern oft unterschätzte Michi ist auf bestem Weg, im grossen Zürich zum Michael zu werden. «Es gab viele Geschichten über mich in den Medien», sagt Frey, «und wenn ich wirklich das Gesicht des Vereins bin, habe ich mir das durch Superleistungen verdient.»
Das hört sich arrogant an, aber Frey ist nicht arrogant. Er ist direkt und ehrlich wie immer. Und selbstbewusst, das ist er ganz bestimmt. Wenn man ihn fragt, antwortet er. Die Wirkung seiner Worte ist zuweilen wuchtig. Doch Frey, seit ein paar Wochen 23 (immer noch erst), stört das nicht. Er ist authentisch geblieben, genau diese Eigenschaft befähigt ihn zum Journalistenliebling.
Frey gibt zu, dass es speziell gewesen sei, gegen YB zu spielen, seinen Jugend- und Herzensklub. «Aber nach ein paar Minuten dachte ich nicht mehr daran.» Er war die auffälligste Figur, aggressiv wie immer, setzte seinen noch muskulöser gewordenen Körper ein, hätte beinahe David von Ballmoos zu einem groben Fehler verleitet. Freys Fuss erwischte einen Befreiungsschlag des Goalies, der Ball landete neben dem Tor.
Die Replik an YB
In Zürich gefällt es Frey sehr, er hat in Kilchberg ein kleines Appartement am See gefunden, in dem vorher der zu Cadíz gewechselte Ivan Kecojevic wohnte. «In Zürich wird man noch mehr als in Bern angesprochen», erzählt Frey, «die Leute zeigen ihre Begeisterung stärker, sie sind offener.» Einem wie ihm muss das passen. «Und wie YB ist der FCZ ein grosser Schweizer Klub.»
Selbstverständlich hat Frey mitbekommen, wie man bei den Young Boys über ihn gesprochen hat. Anstrengend sei es gewesen mit dem Ehrgeizling, wenn dieser nicht gespielt habe, er habe dem Team mit seiner Art mehr geschadet als geholfen. Freys Replik ist messerscharf: «Ach, wir haben die letzten acht Spiele im Frühling mit mir nicht verloren. So schlecht kann das nicht gewesen sein, ich schoss meine Tore.» Und sowieso: «Wenn sie einfache Spieler wollen, sollen sie einfache Spieler holen. Ich bin, wie ich bin. Und gebe halt immer alles.»
Frey ist ein Typ, den man gern haben muss. Über den man sich wundern kann, weil er zielstrebig ist und unangepasst im klinischen Fussballgeschäft. Im TV-Interview fragt er am Samstag, wie Basel gespielt habe. Der FCB trat erst am Sonntag gegen Lugano an.
Der Traum vom Nationalteam
Noch immer verbringt Frey viel Zeit in Bern, weil er seine Heimat sehr gern habe. «Aber Zürich ist auch schön, am See lebte ich noch nie. Und es läuft uns, wir sind stark und bleiben stark.» Auf die Frage, ob das Nationalteam bald zum Thema für ihn werde, antwortet Frey wie erwartet ohne Hemmungen: «Wenn ich meine Leistung weiter bringe, traue ich es mir zu, ein Thema zu werden. Das wäre ein Traum.» Aber weil sogar er realisiert hat, dass Sprüche nicht immer und überall ankommen, schiebt er schmunzelnd nach: «Das ist weit weg. Ich konzentriere mich auf den FCZ.» https://www.bernerzeitung.ch/sport/fuss ... y/20740393
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 31 Gäste |
| |
|
|
Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen. Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen. Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern. Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen. Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.
|
|
 |