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Forum ybfans.chTreffpunkt der Fans des BSC Young Boys |
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Rino
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Verfasst: Montag 14. August 2017, 18:12 |
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Registriert: Samstag 8. Mai 2004, 12:12 Beiträge: 3258 Wohnort: Bern
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Zuletzt geändert von Rino am Montag 6. November 2017, 19:58, insgesamt 2-mal geändert.
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Bierflasche
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Verfasst: Montag 14. August 2017, 19:14 |
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Registriert: Montag 24. Mai 2004, 18:21 Beiträge: 3440 Wohnort: In der Brauerei
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Extrazug nach Zürich
Nächstes Spiel Samstag, 19. August 2017, 19:00 in Zürich im Letzigrund gegen den FC Zürich.
Hinfahrt: Bern ab: 16:22 Burgdorf ab: 16:37 Herzogenbuchsee ab: 16:50 Langenthal ab: 16:56 Zürich Altstetten an: 17:59
Rückfahrt: Zürich Altstetten ab: 21:29 Langenthal an: 22:14 Herzogenbuchsee an: 22:23 Burgdorf an: 22:36 Bern an: 22:52
Grundsätzliches
Tickets für den Zug können an jedem bedienten Bahnschalter und am Bahnhof Bern, Burgdorf, Herzogenbuchsee und Langenthal am Automaten gelöst werden. Ermässigte Billette kosten 22 Franken, Vollpreisbillette 44 Franken. Das GA ist wie das Halbtax gültig.
Auf dieser Fahrt werden Cola und Bier zu fairen Preisen angeboten, Mineralwasser wird gratis abgegeben.
Mit dem Einsteigen wird die Auswärtsfahrtenregelung akzeptiert
Tickets Gästesektor Tickets für den Gästesektor gibt es im YB-Fanshop bis Samstagmittag oder sie können im Extrazug bei der Fanarbeit Bern bezogen werden.
Ragazzi Berna Informationen zum Projekt Ragazzi Berna der Fanarbeit Bern und Anmeldungen für die Auswärtsfahrt unter: fanarbeit-bern.ch
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shalako
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Verfasst: Freitag 18. August 2017, 11:56 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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18.08.2017  Zitat: «Bern ist das Beste, was mir passieren konnte»
FCZ-Trainer Uli Forte lobt vor dem morgigen Duell mit YB seinen früheren Klub. Der 43-Jährige sagt, wie ihn die Hochzeit mit der Bernerin Caroline Müller verändert hat. Und warum er Michael Frey unbedingt verpflichten wollte.
Was war bisher Ihr Highlight des Jahres? Uli Forte: Die Hochzeit mit meiner Frau natürlich! Hätte ich mir vorher ausgemalt, wie das Fest werden würde, es wäre nie so gut herausgekommen. Es hat alles gepasst, das Wetter, die Gesellschaft mit rund dreihundert Personen. Wir waren noch tagelang wie in Trance.
Waren auch Personen von den Young Boys dabei? Natürlich. Ich sage jeweils: Bern ist mit Abstand das Beste, was mir in meiner Karriere passieren konnte. Dann schauen mich die Leute mit grossen Augen an.
Weil Sie entlassen wurden? Ich habe in Bern die Frau meines Lebens kennen gelernt. Das überragt alles. Und deshalb wird mir die Zeit bei YB auch immer in guter Erinnerung bleiben.
Hat Sie die Heirat verändert? Als ich vor acht Jahren als junger Trainer mit St. Gallen in die Super League aufstieg, da war ich nervös, stets unter Strom. Seit ich meine Frau kennen gelernt habe, habe ich einen ruhenden Pol an meiner Seite. Ich bin viel gelassener geworden. Das merke ich persönlich. Das sagen mir aber auch Leute aus meinem Umfeld.
Die Hochzeit war also der Höhepunkt. Was folgt danach? Der Aufstieg mit dem FCZ, ganz klar. Für mich begann dieser Aufstieg bereits mit dem Cupsieg im Jahr vorher.
Inwiefern? Ich sagte damals, ein enorm wichtiger Moment sei nun gekommen, weil er den Start in eine neue Ära einleiten könne.
Das Jahr in der Challenge League scheint dem Klub gutgetan zu haben. Das kann man so sehen. Herr und Frau Canepa haben die Strukturen verändert, Neubesetzungen getätigt wie etwa die Ernennung von Thomas Bickel zum Sportchef. Manchmal muss man einen Schritt rückwärts machen, um zwei vorwärts zu machen. Das gilt auch für den Fussball.
Mit Bickel verbrachten Sie im Frühling ein paar Tage auf Mallorca. Wäre das bei YB mit Namensvetter Fredy Bickel auch möglich gewesen? Nein, eher nicht (schmunzelt). Ich habe mit Thomi ein sehr gutes Verhältnis. Er ist ein ruhiger Typ, der im Hintergrund wirkt. Wir ergänzen uns bestens.
Ist das nicht eine heikle Vermischung von Geschäftlichem und Privatem? Das Wichtigste ist doch, dass man offen und ehrlich miteinander ist, ob man sich nun privat gut versteht oder nicht. Unsere Frauen waren auch mit dabei. Das schafft ein Vertrauensverhältnis.
Und dann sprachen Sie die ganze Zeit über Fussball? Wir sprachen über alles. Mit den Frauen am Tisch konnten wir nicht den ganzen Abend über Fussball reden. Das wäre für sie langweilig gewesen.
Welche Rolle hat Präsident Ancillo Canepa in diesem Dreiergespann inne? Er wirkt vor allem im Hintergrund. Wir sitzen jede Woche in der Sportkommission zusammen, gleich nach diesem Interview haben wir eine Sitzung.
Wird es um potenzielle Neuverpflichtungen gehen? Klar. Solange das Transferfenster offen ist, muss man stets wachsam sein. Und man muss in der Lage sein, reagieren zu können, sollte ein Spieler gehen.
Bei YB gibt es den Fall Yoric Ravet, der mit einem Wechsel zum SC Freiburg liebäugelt. Bei Ihnen ist Stürmer Raphael Dwamena umworben. Für ihn lag ein grosses Angebot aus der Premier League auf dem Tisch. Der Präsident hat abgelehnt, weil der Spieler zu wichtig sei. Ich bin sehr erfreut darüber, weil das nicht selbstverständlich ist. Ich möchte Dwamena unbedingt behalten.
Und Dwamena hat sich ob des vielen Geldes nicht den Kopf verdrehen lassen? Er ist zum Glück sehr vernünftig. Er weiss, dass er weiter an sich arbeiten muss. Er ist noch lange nicht am Ende seines Weges. Aber die englischen Vereine locken mit extrem viel Geld. Doch Geld ist nicht sein wichtigstes Kriterium. Das ehrt ihn.
Das viele Geld im Fussball, es wird ja nicht weniger. Letztes Beispiel ist der Brasilianer Neymar, der für 222 Millionen Euro von Barcelona zu ParisSt-Germain gewechselt ist. In Neymars Vertrag war eine Ablösesumme festgeschrieben, die, so glaubte man, nie bezahlt werden würde. Und dann kommt Paris mit Katar im Rücken und kauft ihn mal eben. Reals Spanier Isco hat soeben seinen Vertrag verlängert mit einer festgeschriebenen Ablösesumme von 700 Millionen Euro. Auch das ist eine Summe, die als Abschreckung dienen soll. Aber wer weiss schon, ob nicht dereinst ein Klub kommt und die 700 Millionen auf den Tisch legt.
Was halten Sie von diesen Auswüchsen? Es ist verrückt. Aber wie soll man diese Entwicklung stoppen können? Es ist wie überall in der Marktwirtschaft eine Frage von Angebot und Nachfrage. Man kann darüber staunen oder sich aufregen oder es einfach zur Kenntnis nehmen, ändern kann man es nicht.
Ihr Königstransfer ist bisher der frühere YB-Stürmer Michael Frey, der unter Ihnen aufzublühen scheint. Ich hatte schon zu meiner Zeit in Bern einen guten Zugang zu ihm.
Ich weiss, dass er bei YB Probleme hatte. Michi ist manchmal sehr emotional. Das ist einerseits eine Schwäche von ihm, anderseits aber auch eine Stärke.
Stärke? Er ist auch der, der auf dem Platz marschiert bis zum Gehtnichtmehr. Derjenige, der nie aufgibt. Als Trainer muss man in der Lage sein, mit ganz verschiedenen Typen von Menschen umgehen zu können. Ich habe mit Michi immer ein super Einvernehmen gehabt. Als wir erfahren haben, dass Michi auf dem Markt ist, habe ich gesagt: Den müssen wir holen, sofort! Ein Spieler wie er hatte uns noch gefehlt.
Und er brauchte nach einem schwierigen Jahr in Bern eine Luftveränderung. YB ist in der Offensive sehr gut besetzt, der Konkurrenzkampf ist enorm. Für Michi war es der optimale Schritt, nach Zürich zu kommen.
In der Tabelle aber liegen Sie mit Ihrem Team nach vier Spieltagen vor YB an der Spitze. Ich habe den Spielern gesagt: Vier Schwalben machen keinen Sommer. Aber es war ein guter Start. Von YB weiss ich, dass intern das Ziel definiert wurde, Meister zu werden. Der Klub hat ja auch das Potenzial dazu. Das Kader ist so stark wie lange nicht mehr. Sportchef Christoph Spycher macht bisher eine sensationelle Arbeit.
Zu Ihrer Zeit hat man den Titel noch öffentlich als Ziel ausgegeben. Ich habe Fredy Bickel und dem damaligen Präsidenten Werner Müller gesagt, macht das ja nicht, das bringt nur unnötig Druck. Ich konnte mich damit überhaupt nicht identifizieren. In Deutschland sagt ja ausser Bayern München auch kein Klub öffentlich, er wolle Meister werden.
Wer wird denn diese Saison Meister in der Schweiz? Ich tippe auf YB. Sie haben nun die Mischung zwischen jung und alt im Kader, die es braucht. https://www.bernerzeitung.ch/sport/fuss ... y/14938635
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Bierflasche
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Verfasst: Freitag 18. August 2017, 15:50 |
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Registriert: Montag 24. Mai 2004, 18:21 Beiträge: 3440 Wohnort: In der Brauerei
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Zürich - YB, Samstag, 19. August 2017, 19:00 Uhr
Verletzt: Seferi.
Der YB-Extrazug verlässt Bern um 16:22 Uhr.
Ansetzung Cupspiel
Das Cupspiel zwischen den Old Boys und YB ist terminiert worden. Es findet am Sonntag, 17. September 2017, um 15:00 Uhr auf der Schützenmatte in Basel statt.
Die Spiele der YB-Teams an diesem Wochenende
Samstag, 19. August 2017: 10:00 Uhr: Team TOBE - YB FE12 (Tannschachen, Zollbrück) 14:00 Uhr: YB U18 - Basel (Neufeld) 14:00 Uhr: YB U16 - Basel (Neufeld) 14:00 Uhr: YB U15 - Basel (Neufeld) 16:30 Uhr: YB U17 - St. Gallen (Cup-Vorausscheidung, Neufeld)
Sonntag, 20. August 2017: 14:30 Uhr: Naters - YB U21 (Stapfen, Naters)
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Marc
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Verfasst: Freitag 18. August 2017, 18:34 |
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Registriert: Samstag 24. April 2004, 02:01 Beiträge: 489
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1898
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Verfasst: Samstag 19. August 2017, 00:21 |
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Registriert: Dienstag 9. Mai 2006, 19:54 Beiträge: 292
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shalako
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Verfasst: Samstag 19. August 2017, 07:46 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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19.08.2017  Zitat: Das Mentalitätsmonster Michael Frey hat noch eine andere Seite
Michael Frey kam als Hoffnungsträger zum FC Zürich und reüssierte auf Anhieb. Hier wird er völlig anders wahrgenommen als zuletzt bei den Young Boys. Wieso eigentlich?
Nachdem Michael Frey im Sommer 2017 von YB zum FC Zürich gewechselt war, sagte der FCZ-Trainer Uli Forte: «Er ist ein richtiges Mentalitätsmonster, solche Spieler braucht jedes Team.»
Nachdem Frey im Sommer 2016 von Luzern zu YB gewechselt war, sagte der YB-Trainer Adi Hütter: «Er muss unsere Art und Weise von Fussball noch ein bisschen besser kennenlernen. Wir haben eine Mannschaft, die zuletzt sehr gut gespielt hat – und da muss man sich erst einmal einen Platz erkämpfen.»
Etwas ist anders.
Der FCZ hat einen Spieler bekommen, den es bei YB gar nicht mehr gab.
«Ich war sicher sehr enthusiastisch, aber ich gab Vollgas und konnte auch etwas bewirken, darauf bin ich stolz.»
Aber beginnen wir am Bärenstutz in Münsingen, Kanton Bern, hier wuchs Frey auf, und diese Strasse machte aus ihm, was er heute ist: einen Strassen- und Instinktfussballer, der sein Wissen nicht von einer Eliteschule hat, sondern vom Leben. Der Grossvater, ein ehemaliger Nationalligafussballer, Kurt Frey, wohnte im selben Haus, «mit ihm gab's Spezialtraining», sagt Michael Frey. Er wechselte von Münsingen zu Thun, von Thun zu YB, er machte Schnupperlehren als Landschaftsgärtner und Steinmetz und belegte den Vorkurs an einer Kunstschule.
2012 debütierte er in der Super League, erstes Tor im zweiten Spiel; er habe schon sehr vieles erlebt, sagt Frey, «wenn du mit 17 in dieses Geschäft kommst, wird von allen Seiten auf dich eingeredet, vom Morgen bis am Abend». Die YB-Kollegen erlebten ihn als Energiequelle, doch er verausgabte sich derart auf dem Feld, dass er bald schon ausgepumpt war, «ich war sicher sehr enthusiastisch, kann man so sagen, aber ich gab Vollgas und konnte auch etwas bewirken, darauf bin ich stolz».
Frey, heute 23, redet schnell, und in seine Sätze packt er vieles, manchmal ein Eingeständnis, immer aber auch wieder diese Überzeugung, dass richtig ist, was war und wie er's macht. Wenn es um Stärken und vielleicht auch Schwächen geht, sagt er, andere Leute behaupteten zwar immer, er habe eine schlechte Technik, «aber für meine Grösse und meine Wucht habe ich eine sehr gute Technik, würde ich sagen; mit dem einen oder anderen Trick kann ich meine Gegenspieler auch überraschen».
Frey weiss, was die Leute sagen. Aber manchmal liegen sie halt falsch. Die Frage des Scheiterns
Hütters Worte begleiteten Frey durch die Saison 2016/17, keine einfache Saison, aber Frey würde es nie so sagen. In dieser Geschichte gab es mehr Zweifel, als manche glauben. Wer mit Weggefährten aus Bern redet, müsste nach diesem Jahr einen hadernden Menschen erwarten. Frey sagt: «Wie man sieht, hat es mir nicht zugesetzt, es hat mich stärker gemacht. Ich bin in der Form meines Lebens.» Nach vier Ligaspielen mit dem FCZ verbucht Frey zwei Tore und ein Assist, die Zürcher sind Leader, am Samstag empfangen sie YB zum Spitzenkampf, er freue sich, sagt Frey, «ich werde wie immer 90 Minuten rackern und machen, bis wir die drei Punkte haben. Wir sind Erste, ich bin glücklich, der Rest interessiert mich nicht.»
Frey will keine schlechten Worte verlieren über YB, schon gar nicht vor diesem Spiel. YB war die grosse Liebe, fünf Jahre lang habe «er sein Herz gegeben für diesen Klub», doch im August 2014 wechselte er kurz vor Transferschluss zu Lille, Ligue 1, grosse Chance, ein normaler Schritt, den manche Fans ihrem Berner Buben nicht verziehen. Es folgten: ein guter Start in Lille, eine schwere Verletzung, ein halbes Jahr in Luzern, und als er 2016 zu YB zurückkehrte, setzte er sich unter grossen Druck; er sei in eine Spirale geraten, so sagt es der YB-Sportchef Christoph Spycher.
Frey lud sich immer mehr auf, es ging um Übergeordnetes: um Wiedergutmachung und um eine Führungsrolle, die Frey sich wünschte, aber nicht auszufüllen fähig war und nicht bekam. Die taktischen Vorgaben des Hütter-Fussballs entsprachen ihm weniger, Frey schoss acht Liga-Tore, aber machte es kaum jemandem mehr recht, sogar allzu überschwänglichen Jubel warfen ihm Fans vor. Und weil das Mentalitätsmonster auch verletzlich ist, blieb nur noch die Lösung, aus dieser Spirale zu fliehen.
«Wenn ich Freude habe, auf der Bank zu sitzen, muss ich den Job wechseln.»
Es heisst, Frey habe das Gefühl gehabt, die Berner wollten ihn nur scheitern sehen, und Frey entgegnet, «ja», vielleicht sei es «ein wenig» so gewesen, aber letztlich sei er nicht gescheitert, sonst hätte er keinen Einsatz gehabt und kein Tor erzielt, «und nun bin ich beim FCZ», der Rest interessiert ihn nicht.
Niemand sagt Frey etwas Schlechtes nach, er ist einfach anders, die einen sagen: «nonkonform», die anderen: «anstrengend». Er hält das Umfeld auf Trab, mit seiner Energie und seinen Ansprüchen, er mag es nicht, Ersatz zu sein, «wenn ich Freude habe, auf der Bank zu sitzen, muss ich den Job wechseln», sagt Frey, «ist doch so. Ich will spielen, und wenn du das nicht mehr darfst, wird mir quasi meine Freiheit genommen, du musst doch um einen Stammplatz kämpfen dürfen. In der letzten Saison konnte ich nicht immer mich sein.»
Es ist fast ein Bonmot, dass Frey einst sagte, er wolle zu einem der weltbesten Stürmer werden; er meinte es wirklich, aber nicht in dieser Absolutheit, wie es ihm nachgetragen wird, man müsse doch Ziele haben, sagt er, und vielleicht weiss er bis heute nicht, wie ernst es ihm war. Aber Frey hat verstanden, dass er polarisiert, «wenn du so bist wie ich, musst du extrem viel aushalten, wenn du durch die Stadt spazierst». Wer Frey will, muss ihn genauso nehmen, wie er ist – und der FCZ zeigte diese Bereitschaft. Bei YB aber waren sie müde geworden. Es kam der Tag, an dem die Leute fanden, dass Frey keine Energiequelle mehr sei, sondern dem Team mehr genommen habe, als er gab – und wenn Frey sagt, er habe 2016/17 nicht immer sich sein können, wirkt es wie ein Bekenntnis, dass er es ebenfalls spürte.
«Das ist menschlich»
Das eine Team braucht Frey heute unbedingt, dem anderen erging es anders. Wenn der FCZ-Sportchef Thomas Bickel erzählt, wie sehr sie Frey das Gefühl gegeben hätten, dass sie ihn brauchten und warum – dann schwingt eine tiefe Überzeugung mit, die nahelegt, dass der FCZ Frey eine ersehnte Nestwärme bot. «Er hat noch mehr Fähigkeiten, als er bisher gezeigt hat», sagt Bickel, «auf dem Platz ist er ein Reisser und physisch präsent. Daneben ist er ein Kumpeltyp, ein Mehrwert im Sozialgefüge.» Solche Worte machen aus Frey einen anderen Spieler, er ist Mittelstürmer, Nummer 9!, und man sagt ihm, dass er wichtig sei.
«Ich passe schon in ein Schema, ich versuche so zu spielen, dass wir gewinnen.»
«Wir vertrauen seinem Charakter und seiner Mentalität, das stärkt ihn, das ist menschlich», sagt Bickel. Im FCZ trifft Frey mit Forte auf einen Trainer aus ehemaligen YB-Zeiten, und er muss sich den Platz nicht erkämpfen, oder besser: Er kann es auf seine Art tun, mit Willen und Stolz; «rackern und machen» und sich in der Form des Lebens fühlen.
Auf die Feststellung, dass er sich nicht gerne in ein Schema pressen lasse, sagt Frey, er sehe es genauso, «wobei: Ich passe schon in ein Schema, ich versuche so zu spielen, dass wir gewinnen. Vielleicht mache ich es nicht in allen Momenten so, wie es der Trainer will, sondern eher, wie ich es situativ für richtig empfinde» – aber vor den letzten Spielen habe ihn der Trainer «perfekt eingestellt». Sie hören es nicht gerne im FCZ, weil es suggeriert, dass Forte kein Taktikfuchs ist: Aber womöglich passt Frey auch darum besonders gut in dieses Team – weil Forte anderen Wert legt auf taktische Fragen als Hütter und dem Strassenfussballer mehr Auslauf gibt.
Frey brauchte diesen Schritt, weg aus Bern und der Wahrnehmung, dass alle gegen ihn sind. Im FCZ gibt's noch keinen Anlass, an ihm zu zweifeln. Es ist Freys zweiter Anlauf: sich selber zu bleiben, aber nichts zu tun, das eines Tages gegen ihn verwendet werden könnte.
Forte: «Endlich ein richtiger Brocken»
ram. · «Oha, das Interesse ist offenbar gross», sagt Uli Forte am Freitag vor der Medienkonferenz. Also trägt der FCZ-Trainer eigenhändig Stühle herbei. Leutselig geniesst er die Aufmerksamkeit, das Heimspiel gegen die Young Boys ist nicht nur sein erstes Spiel gegen den Klub, der ihn vor zwei Jahren entlassen hat.
Es geht immerhin um die Tabellenführung, auch wenn Forte sofort relativiert, die Rangliste besitze nach vier Spielen wenig Aussagekraft. «Der Start war gut, aber gegen YB wartet der erste Test», sagt Forte, nun komme «endlich ein richtiger Brocken». Auch mit dem Punktemaximum kann sich Forte nicht ganz sicher sein, wie stark der FCZ nach der Saison in der Zweitklassigkeit tatsächlich ist.
Gegen Thun oder Sitten etwa hätte das Pendel auch zuungunsten der Zürcher ausschlagen können. Forte erwartet auch deshalb eine erste Standortbestimmung: «Neben dem Resultat interessiert mich, ob wir nur dem Ball hinterherrennen oder selber das Spiel bestimmen.» YB soll Gradmesser für den Stand der eigenen Entwicklung sein. Dem alten Arbeitgeber verteilt Forte dicke Blumensträusse und hebt ihn so weit in den Himmel, dass er YB «ganz klar stärker» einschätzt als den FC Basel: «YB ist für mich Titel-Favorit.» Und der FCZ selber?
Der hat gerade den dänischen Innenverteidiger Rasmus Thelander von Panathinaikos geholt und soll eine 10-Millionen-Offerte für den Stürmer Raphael Dwamena von Brighton ausgeschlagen haben. Die eigenen Ambitionen trägt Forte derzeit besser nicht zu offensiv vor sich her. Schliesslich weiss er aus seiner YB-Zeit, dass ein guter Saisonstart zu gefährlichen Träumereien verführen kann: 2013 gewann er mit YB die ersten fünf Meisterschaftsspiele, danach verflachte die Leistungskurve bis zum Tiefpunkt, dem 1:4 im Cup gegen Le Mont. Brav und demütig sein, so soll das Motto lauten für die noch junge FCZ-Saison. Oder in den Worten Fortes: «Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer.» https://www.nzz.ch/sport/fussball/fc-zu ... ld.1311550
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shalako
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Verfasst: Samstag 19. August 2017, 07:51 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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19.08.2017  Zitat: YB vor einer heiklen Mission im Letzigrund
In dieser frühen Phase der Super League - am Wochenende wird die 5. Runde gespielt - steht jede Mannschaft unter Druck. Eine besonders heikle Aufgabe wartet auf die Young Boys mit dem Spiel beim FCZ.
Die Young Boys dürfen die Wunden nach dem mehr als unglücklich zustande gekommenen 0:1 im Champions-League-Playoffspiel gegen ZSKA Moskau nicht zu lange lecken. Wenn sie nicht schnell auf die Beine kommen, werden sie sich in Kürze wieder in ihrer Normalposition wiederfinden, auf der man sie in den letzten Jahren immer wieder angetroffen hat: braver Teilnehmer der Europa-League-Gruppenphase, in der Meisterschaft hinter dem FC Basel her humpelnd.
So gesehen, ist der Match vom Samstag im Letzigrund für die Mannschaft von Trainer Adi Hütter enorm wichtig. Die Eindrücke der 0:4-Heimniederlage gegen Thun, für die selbst in YBs engstem Umfeld niemand eine plausible Erklärung findet, müssen getilgt werden. Dies kann den Bernern nur gelingen, wenn sie zumindest nicht verlieren.
Hohe Qualität im Kader
Nie in den letzten sieben, acht Jahren - man muss auf die Zeiten von Seydou Doumbia und Hakan Yakin zurückblicken - sind derart viel Stärke und Substanz in einem YB-Kader gesteckt wie im jetzigen. Die Veräusserung des älteren, aber immer noch leistungsfähigen Schweden Alexander Gerndt nach Lugano ist eines von vielen Zeichen dafür, wie breit und gut die Berner in dieser Saison besetzt sind. Gerndt würde man sich nur dann wieder zurückwünschen, wenn zwei oder mehr Stürmer ausfallen sollten.
Hütter muss in Zürich den Sieg anstreben, ohne das Rückspiel in Moskau vom nächsten Mittwoch aus den Augen zu verlieren. Er muss sich überlegen, ob er Sékou Sanogo, seinem wohl wichtigsten Spieler, eine Pause verordnen will. Hütter erwartet einen FCZ, der ein gutes Pressing praktiziert und über eine starke Offensive verfügt, verkörpert durch die Stürmer Michael Frey und Raphael Dwamena. Gegen einen solchen Gegner kann der Österreicher eigentlich nicht gut auf den vielseitigen Sanogo verzichten. Vor dem Match schickt Adi Hütter Blumen zu seinem Kollegen Uli Forte in den Letzigrund: "Es ist sehr gut, dass Zürich sofort wieder aufgestiegen ist. Diese Mannschaft gehört hierhin, und sie ist eine Bereicherung für die Liga."
Uli Forte beeindruckt
Uli Forte nimmt die Blumen entgegen und schickt einen Strauss nach Bern. "Für mich ist YB der erste Favorit auf den Titel, vor Basel. Man hat im Match gegen ZSKA wirklich gesehen, was diese Mannschaft leisten kann." Forte ist beeindruckt, wenn er sieht, was für Spieler Hütter derzeit auf die Bank setzen muss oder nicht einmal ins Aufgebot nehmen kann. "Es sind Spieler", sagt Forte, "die wohl in jeder anderen Mannschaft von Anfang an spielen würden."
Zürich seinerseits hat die Begeisterung des Aufsteigers und das nicht übermässig schwierige Startprogramm genutzt, um sich vor YB und Basel an die Spitze zu setzen. Zwei Siege errangen sie auf überzeugende Art, einen weiteren Sieg (gegen Thun) und ein Unentschieden (in Lugano) mit ein bisschen Glück. Dass die nicht durch Europacup-Spiele belasteten Zürcher alles daran setzen werden, um die Leaderposition beizubehalten, ist eine Selbstverständlichkeit. Also auferlegen sie sich ebenfalls einen Druck.
Zürich - Young Boys (-). - Samstag, 19.00 Uhr. - SR Klossner. - Absenzen: Alesevic, Schönbächler, Kryeziu, Winter und Pagliuca (alle verletzt); Seferi (verletzt). - Fraglich: Marchesano, Koné, Voser, Thelander; - . - Statistik: YB-Trainer Adi Hütter wird trotz des anstehenden Spiels bei ZSKA Moskau nicht umhin können, eine möglichst starke Formation in den Letzigrund einlaufen zu lassen, denn nach dem 0:4 gegen Thun sollte sich YB nicht schon die zweite Niederlage erlauben. Aus den letzten drei Heimspielen gegen die Berner holte der FCZ nur einen Punkt. https://www.aargauerzeitung.ch/sport/fu ... -131626542
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shalako
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Verfasst: Samstag 19. August 2017, 07:55 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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19.08.2017  Zitat: Frey sein - Einer der wenigen Charakterköpfe im Schweizer Fussball
Er trägt YB im Herzen, aber Blau-Weiss auf der Brust. Das ist Michi Frey (23). Ein kreativer Querschläger. Manche würden sagen ein Irrer. Mit Sicherheit ein Missverstandener.
Er wuchtet sich aufs Gitter und schreit in die Ostkurve, in die Gesichter der YB-Fans. Sekunden zuvor hat Michi Frey, das Berner Eigengewächs, das 2:2 gegen Vaduz erzielt. Es war der Ausgleich an diesem Sonntagnachmittag Anfang April, der Ausgleich gegen den späteren Absteiger in der 92. Minute. Und während seine Teamkollegen zum Mittelkreis zurückspurten, weil sie das Spiel noch drehen und einem peinlichen Punktverlust entrinnen wollen, jubelt Frey, als hätte er eben den WM-Final entschieden. Was ist denn in den gefahren?
«All die negativen Emotionen, die sich in den letzten Wochen angestaut hatten, schrie ich mir in diesem Moment von der Seele. Ich bin einer, der für den Fussball lebt», sagte er tags darauf im Gespräch mit der «Berner Zeitung». Das bescheidene Resultat gegen den bescheidenen Gegner war ihm zu diesem Zeitpunkt schlicht egal. So tickt er, Michi Frey. Er lebt seine Gefühle, sagt, was er denkt. Auch wenn er damit aneckt oder für Kopfschütteln sorgt.
Durststrecke beendet
An diesem Sonntag musste der Frust raus. Der Frust einer fast viermonatigen Durststrecke (seinen letzten Treffer erzielte er zuvor am 11. Dezember beim 3:2 gegen Thun). Der Frust über seinen Status im Team. Im Winter holte YB den Ivorer Roger Assalé (23). Klein, wendig und unglaublich schnell. Für Adi Hütter ist schnell klar: Assalé ist die perfekte Ergänzung zu Guillaume Hoarau (33), dem Langen im YB-Sturm, dem Ballhalter, dem Knipser. Frey verliert an Bedeutung, muss untendurch.
Uli Forte, FCZ-Trainer:
«Man kann ihn nicht stoppen. Selbst wenn es ihm nicht läuft, steht er immer wieder auf.»
In der Endabrechnung hat in der Meisterschaft letzte Saison kein YB-Stürmer mehr Minuten gekriegt als Frey (1779). Aber das reichte ihm nicht, er wollte eine wichtigere Rolle einnehmen im Team, als er das in Bern diese Saison hätte tun können. Denn hätte sich Guillaume Hoarau (1634 Minuten) nicht im Frühling 2017 an der Hüfte verletzt, wäre das Resultat ein anderes gewesen. Auch der Fakt, dass Yuya Kubo (935 Minuten) in der Winterpause ging und Roger Assalé (908 Minuten) erst dann kam, führte dazu, dass niemand mehr Einsatzzeit hatte als Frey. Die Hierarchie aber war klar: Waren Hoarau und Assalé gesund, spielten sie. Die Mär vom Kunstschüler
Aber Frey wollte nicht die Bank drücken, er wollte Tore schiessen, war auf Wiedergutmachung aus. Er sehnte sich nach der Liebe der Fans. Jene Liebe, die plötzlich weg war, als er YB im Herbst 2014 überraschend verliess und zu Lille in die Ligue 1 wechselte. Überhastet, fanden damals viele Berner Anhänger. Knappe zwei Saisons bei YB hatte er da auf dem Buckel und dann ging er. Er, der Junge mit der «Bärner Schnurre», aufgewachsen in Münsingen, knappe 15 Minuten von Bern entfernt. Und dann geht er einfach so. Mitten in der Saison.
In Frankreich konnte sich Frey nicht durchsetzen. Auch weil er sich im dümmsten Moment den Knöchel bricht. Kurz nach dem Trainerwechsel. Als er wiedergenesen ist, lässt er sich zum FC Luzern ausleihen, arbeitet sich aus dem Tief. FCL-Trainer Markus Babel bemüht sich sehr um ihn, doch im Sommer zögert Frey nicht lange, als die Young Boys anklopfen. Er will zurück zu seiner grossen Liebe, zurück zu den Young Boys, dem Klub der ihn geformt hat, der Stadt, die ihn zu dem gemacht hat, der er ist.
Kreativer Querschläger
Mit 14 Jahren wechselt er vom FC Münsingen zu YB. «Rasenmäherli» nannten sie ihn zu Hause und jetzt also sollte er den Platz in der Hauptstadt mähen. Frey ist ein Fussball-Verrückter, ein kreativer Querschläger und -denker. Im Zeichnen findet er bis heute einen Ausgleich. Nach der obligatorischen Schulzeit schafft er die Aufnahme zum Vorkurs der Hochschule für Gestaltung in Bern. Bis heute wird Frey deswegen oft als Kunstschüler bezeichnet. Tatsache ist, dass er genau einmal in seiner Vorkurs-Klasse war, um seinem Lehrer zu sagen, dass er wohl öfter fehle. Auch wenn die Bezeichnung Kunstschüler überrissen scheint, in seiner unangepassten Art, seiner unverstellten Direktheit hat er vieles, was einen Künstler auszeichnet.
In seinem letzten Jahr in Bern musste er merken, dass er und seine Art nicht immer auf Gegenliebe stossen. Und er musste anerkennen, dass die Konkurrenz bei YB wohl zu stark ist, als dass er eine wichtigere Rolle hätte spielen können. Doch Frey ist jung, er will spielen, er muss, wenn er irgendwann wieder in den Kreis der Nationalmannschaft rücken will. Noch immer einer seiner Träume. Daraus macht er kein Geheimnis. So offen und ehrlich ist er.
Wechsel zu Zürich
So wechselt er im Sommer zum FC Zürich, zu Trainer Uli Forte, seinem einstigen Förderer bei YB. Und plötzlich blüht Frey auf. Trotz verschossenem Penalty hat er bisher in vier Partien zwei Tore geschossen und eine Vorlage gegeben. «Eine gute Quote», wie Forte findet. Der Grund für Freys starken Beginn? Forte setzt auf ihn, er war ein Wunschtransfer. «Er ist ein Mentalitätsmonster. Man kann ihn nicht stoppen. Selbst wenn es ihm nicht läuft, steht er immer wieder auf», schwärmt er.
So taff Frey mit fast 1,90 Metern und breiten Schultern wirkt, so sehr braucht er das Vertrauen, Aufmerksamkeit, einen Trainer, der ihn auch mal lautstark zurechtweist, um dann wieder zu loben. Wird er nicht verstanden, geht nichts. Und in Bern war dieses Verständnis irgendwie weg. Respektive war es wohl nach seinem ersten Abgang nie mehr wirklich zurückgekommen. Heute also trifft Frey auf seine Jugendliebe, seinen Herzensverein, auf YB. Er wird spielen, daraus macht FCZ-Forte kein Geheimnis. Er setzt auf ihn. Seine einzige Sorge: Dass Frey übermotiviert sein könnte, dass er zu viel will. Wie letzte Saison in Bern, als aus Wille plötzlich Frust wurde. https://www.aargauerzeitung.ch/sport/fr ... -131626242
_________________ For Ever
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shalako
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Verfasst: Samstag 19. August 2017, 08:08 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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19.08.2017  Zitat: Wie Dwamena vom Bad Boy zum Geläuterten wurde
Raphael Dwamena war ein stehlender Strolch. Nun ist er FCZ-Torjäger, pflichtbewusst wie kein anderer – und könnte seinem Club viel Geld einbringen.
Jedes seiner Tore widmet er Gott, weil er weiss, wie nahe Gut und Böse liegen –manchmal nur ein paar Abzweigungen des Lebens voneinander entfernt. Raphael Dwamena hat zwei Leben gelebt. Eines als Bad Boy, als schlimmer Junge, wie er sagt. Und nun das jetzige, pflichtbewusst und demütig.
Die Geschichte des 21-Jährigen ist die eines Jungen, der lange im Ungewissen lebt. Er lernt seine Eltern nie kennen. Er weiss nicht, ob er Geschwister hat. Er wächst in der ghanaischen Stadt Ngkawkaw mit seiner Grossmutter auf. Sie ist Rektorin und hortet bei sich zu Hause das Schulgeld. Klein Dwamena weiss das – und bedient sich. Er schleicht sich davon, auf die Strasse, setzt das Geld und verliert es beim Kartenspiel. Mehr möchte er nicht erzählen, als ob das Erinnern eine schädliche Übung sei, die zu Sand in seinem Getriebe wird.
Nur so viel: «Schlimme Sachen habe ich gemacht.»
Heute vollbringt er andere Dinge, meist schöne Dinge mit dem Ball. Zu beobachten ist das an den Spieltagen, aber auch bei den Trainings des FCZ. Oft setzen die Spieler nach dem Drill noch die Bälle und schiessen aufs Tor. Einer aber macht nicht mit, einer entfernt sich von den anderen, er sammelt Bälle und Hütchen zusammen. Es ist Dwamena, der Stürmer. Einer muss es ja machen, wird er nach dem Training sagen. Dann setzt auch er den Ball, 18 Meter, halbrechte Position, und schlenzt ihn sehenswert in den linken Winkel. «Thy will be done», hat er neulich vor einem Spiel getwittert, Dein Wille geschehe.
Herr seines Lebens
Ein polnischer Romancier hatte einst von der Schattenlinie geschrieben, von diesem Augenblick, in dem ein junger Mensch Herr seines Lebens wird. Dwamena tritt über diese Linie mit 15, als er von Red Bull entdeckt und in eine nahe gelegene Fussballakademie geholt wird. Sie schauen dort Fussball der Premier League, der Traum jedes Ghanaers, und schwärmen für Michael Essien von Chelsea. Und: Dwamena trifft auf einen besonderen Trainer. «Er hat mich das Leben gelehrt und den Weg zu Gott.» Die jungen Spieler tanzen, singen und beten miteinander. Seine Laster verschwinden. Fussball ist sein Werkzeug, um dem Mann im Himmel zu dienen.
Wenn Dwamena sich im Fernsehen sieht, notiert er als Erstes seine Schwächen.
Zwei Tore hat er in dieser Saison geschossen, 12 in der Rückrunde der Challenge League. Dwamena ist grösser, schneller und geschmeidiger als die meisten seiner Gegenspieler. Solche Menschen fallen auf. Auch Brighton, einer Mannschaft aus der Premier League. Der Präsident dort führt seinen Club mit einem wissenschaftlichen Ansatz. Seine Rechenmodelle müssen etwas Besonderes in Dwamena entdeckt haben. Denn letzte Woche hat der Präsident ein Angebot von 10 Millionen Franken nach Zürich gesendet, um ihn nach England zu holen. Der FCZ widersteht. Dwamena ist noch da. «Sein Wille geschehe», sagt er. Er füge sich.
Die strenge Grossmutter
Wenn der Ghanaer sich im Fernsehen sieht, notiert er als Erstes seine Schwächen und denkt, er könnte noch mehr an sich arbeiten. Hat er trainingsfrei, macht er trotzdem seine Übungen.
Dass andere sagen, er sei komplett, er sei dynamisch, ja gar elegant, macht ihn verlegen. «Wirklich?» Woher kommt diese Demut? «Das Leben ist nicht immer sanft zu dir.» Im Februar ist seine Grossmutter gestorben, da hat er das erste Mal mit dem verschollenen Vater telefoniert.
Seine Grossmutter war eine strenge Frau. Sie hat ihm aber auch, als er fünf war, seine ersten Fussballschuhe gekauft – von Diadora. Dann kamen die Schuhe von Adidas, Typ F50, und Nike, Typ Mercurial. Dwamena erinnert sich an die Modelle wie an die vielen Steine auf den Fussballplätzen und die wenigen Bälle. «Unser Team hatte vielleicht fünf.»
«Ich bin jung, ich muss daran denken, was ich verbessern kann; und nicht, was ich verdienen könnte.»
In Europa hat er nun so viele Bälle, wie er will. Er lebt ein Leben, das seine Freunde zu Hause nie leben werden. Er bekommt mit, wie der ehemalige Basel-Spieler Samuel Inkoom in Ghana ganzen Dörfern hilft. Davon ist Dwamena noch weit entfernt, sein Geld erreicht ein paar Dutzend Leute in der Heimat. Sie kaufen damit Schulbücher oder zu essen. Doch Dwamena träumt von einer eigenen Stiftung. Dafür muss er mehr verdienen und ins Ausland wechseln, er weiss das. Er weiss aber auch, dass in ihm noch viel Anfang steckt. «Ich bin jung, ich muss daran denken, was ich verbessern kann; und nicht, was ich verdienen könnte», sagt er. Alles andere steuere «Er».
Diese Einstellung gefällt Trainer Uli Forte, aber auch seinen Agenten, den Degen-Zwillingen. Sie sind noch nicht lange im Geschäft, der Transfer wäre für ihre Agentur der erste in zweistelliger Millionenhöhe. Philipp Degen sagt: «Auch ich denke, dass ihm eine Saison in der Schweiz noch guttun könnte. Aber manchmal kann man sich den Zeitpunkt eines Transfers nicht aussuchen.»
Canepas Machtwort
Normalerweise muss ein Spieler wie Dwamena 75 Prozent der Nationalmannschaftsspiele der letzten zwei Jahre gemacht haben, um in die Premier League wechseln zu dürfen. Hat Dwamena nicht. Doch offenbar besitzt Brighton eine Ausnahmebewilligung. Fragt sich, ob die in einem Jahr auch noch gültig ist. Und: Wie stark wertsteigernd ist ein Jahr in der Super League, wenn man nicht international spielt? Und weiter: Welches Zeichen sendet das dem nächsten Talent à la Dwamena, wenn dieses sieht, dass der FCZ Auslandstransfer verwehrt? Nun, der richtige Zeitpunkt für einen Transfer ist so eine Sache.
Dwamena liest kaum Zeitung, die Possen um Dembélé oder Coutinho hat er nicht mitbekommen. Barcelona umwirbt die beiden heftig, ihre Vereine Dortmund und Liverpool lassen sie nicht gehen. Also streiken sie. Dwamena ist anders, er trainiert noch mehr, und er erzählt, dass Ancillo Canepa ihm gesagt habe, er wolle, dass er beim FCZ den nächsten Schritt mache, dass er sich in Zürich verbessere und dass er ihn dann gehen lasse.
So oder so, die vergangenen Monate zeigen: Der Stürmer ist eine Erfolgsgeschichte. Auch für Thomas Bickel, der ihn als erster eigener bedeutsamer Transfer im Winter für knapp 700 000 Franken von Lustenau nach Zürich geholt hat. YB war interessiert, auch Spartak Moskau. Doch am Ende entschied sich Dwamena für den FCZ. Er mochte, wie die Zürcher mit ihm sprachen, er hat die Stürmerlisten der anderen Mannschaften gemustert und gemerkt, dass in Zürich seine Einsatzchancen am höchsten sind.
Er mag den Umgang mit ihm noch immer, er fühlt sich wohl, zugleich sind da viele Fragen, das liebt er nicht: Was? Wo? Wie? Wie viel? Es ist das Los des Begehrten. So ist er vielleicht fast ein bisschen froh, dass der Präsident ein Machtwort gesprochen hat. «Es wird gut kommen», sagt er. Er vertraue ihm. https://www.derbund.ch/sport/fussball/w ... y/13073580
_________________ For Ever
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