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 Beitrag Verfasst: Samstag 22. Juli 2017, 10:07 
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 Beitrag Verfasst: Sonntag 23. Juli 2017, 19:58 
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Hoffen auf den FCB-Kunstfehler

Der FC Basel baut sich, von einer diffusen Sehnsucht getrieben, um — die Konkurrenz muss bereit sein, wenn ihm dabei etwas misslingt.

Ein wenig wirkt der FCB wie ein quicklebendiger Mensch, der mit 50 entscheidet, sein Herz austauschen zu lassen. Einfach so, rein präventiv, weil ja mit dem alten etwas passieren könnte. Und auch, weil ihm die grossen Gefühle etwas abhandengekommen sind in den letzten Jahren. Dabei ist das Risiko einer Operation gross. Und der Gewinn nicht klar ersichtlich. Warum soll einer mehr fühlen, wenn er ein neues Herz hat? Und warum soll der FCB, bloss weil eine neue Crew am Ruder ist, plötzlich wieder so aufregend sein wie 2002, als er nach 22 Jahren Pause erstmals wieder einen Meistertitel gewonnen hat?

Es tönt wie blanker Irrsinn. Da sucht die Konkurrenz händeringend nach einer funktionierenden Führungsstruktur sowie der unabdingbaren Ruhe, in der diese Führung dann arbeiten kann, um sportlichen Erfolg zu erzielen. Und dann wirft ausgerechnet der FC Basel alles über den Haufen, was bei ihm bislang offensichtlich ganz wunderbar funktioniert hat in Sachen Struktur und Ruhe. Es ist eine diffuse Sehnsucht, die den Club dazu geführt hat, vor der neuen Saison seine gesamte Führung auszutauschen.

Cliffhanger für die Zuschauer

Trotzdem folgt das Geschehen in Basel mit all seinen irrationalen Seiten einer gewissen Logik. Ein Fussballclub verkauft Hoffnungen, Leidenschaft, Träume. Das alles glaubte die alte Crew um Präsident Bernhard Heusler und Sportchef Georg Heitz, nicht mehr zur Genüge liefern zu können. Also gaben sie ihre Ämter ab und setzten eine Operation am offenen Herzen in Gang. Es ist der nächste, konsequent gesetzte Cliffhanger, der das Publikum ein paar weitere Saisons an die Reality-Serie FCB fesseln soll. Die Basler müssen längst ihre eigenen Geschichten schreiben in einer Liga, die ihnen kaum Stoff bietet, weil sie ihr weit entrückt sind.

Die nationale Konkurrenz kann dem Eingriff bloss zuschauen und hoffen, dass ein Kunstfehler passiert. Einer, der die Basler wenigstens so lange lahmlegt, dass sich zum Beispiel die Young Boys endlich mit einem Meistertitel davonstehlen können. Was ihnen natürlich nur gelingen kann, wenn sie tatsächlich bereit sind, sollte sich der FCB selbst schwächen.

Etwa dann, wenn das Basler Team bloss darum verjüngt werden sollte, weil sich das als Clubstrategie gut verkaufen lässt. Oder falls Präsident Bernhard Burgener die verordnete Verjüngung des Kaders mehr mit dem Blick auf eine Excel-Tabelle vorantreiben sollte als mit dem Blick für die Entwicklung der Mannschaft. Wie sehr Zahlen den Unternehmer faszinieren, zeigt sich, wenn er die Einsatzminuten der unter 21-Jährigen FCB-Spieler aus den letzten sieben Saisons herunterrattert — aus dem Kopf.

Grosse Versprechungen

Trainer Raphael Wicky kann in diesem Umfeld lange predigen, dass es für ihn weder alte noch junge Spieler gebe — nur gute oder schlechte. Der Erwartungshaltung, die der Führungswechsel geschürt hat, wird er sich kaum entziehen können. Versprochen wurde attraktiver Fussball mit jungen Spielern. Und Wicky scheint vorerst gewillt zu liefern. Zumindest für das Startspiel heute in Bern hat er eine ultraoffensive Aufstellung in der Schublade – mit dem 19-jährigen Dominik Schmid im offensiven Mittelfeld.

Die grossen Fragen des neuen FCB betreffen allerdings vorerst weniger den Fussball. Es geht mehr darum, wer im Club was tut, wenn Gegenwind herrscht. Bislang mag der Führungswechsel von aussen so wirken, als ob alles einem vor langer Zeit festgeschriebenen geheimen Plan folge: Ein Rädchen greift unweigerlich ins nächste. Aber die echten Prüfungen warten erst.

Die sportliche Führung unter Sportchef Marco Streller hat die Monate zwischen der Ankündigung und der Machtübernahme intensiv genutzt, um das Wissen der alten Führung zu bewahren. Doch in anderen Bereichen war die neue Crew weniger interessiert am Austausch, was auf der Geschäftsstelle zu einer gewissen Verunsicherung geführt hat. Dazu passt die Ernennung Jean-Paul Briggers zum Delegierten des Verwaltungsrats, die nicht nur Aussenstehende überrascht und das ohnehin reichlich befrachtete Organigramm des neuen FCB um ein Konfliktpotenzial reicher gemacht hat.

Der offensichtliche Makel

Es wird eine der grössten Aufgaben der neuen Führung sein, keine Eitelkeiten und internen Machtgeplänkel aufkommen zu lassen. Und selbst wenn das gelingt, hat das neue Konstrukt einen Makel: Bislang war mit Heusler der Präsident derjenige, der den Zugang zu Fans aus allen Schichten fand und bei Bedarf im Mittelkreis eine Rede im Stil eines Volkstribuns hielt. Auch in der neuen Führung gibt es einen Mann, der die Rolle des Menschenfängers ausfüllen kann. Aber Marco Streller ist Sportchef — und damit nicht der Richtige, um die Fanpolitik zu prägen oder nach Randale vor die Medien zu treten.

Dieser Aufgabe will sich künftig Präsident Burgener stellen. Aber für welchen Umgang er mit den auf Autonomie pochenden Fans in der Muttenzerkurve steht und ob er mit seiner schüchtern wirkenden Art den Zugang zum Anhang findet, ist offen. Und wer denkt, das sei ein Nebenschauplatz, der sei an die Ausschreitungen vom 13. Mai 2006 erinnert, die auch eine Folge der Spannungen zwischen Clubführung und Fanszene waren, in denen der FCB fast zerrieben worden wäre.


http://www.derbund.ch/sport/fussball/ho ... y/16053886

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 Beitrag Verfasst: Sonntag 23. Juli 2017, 20:09 
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YB bringt Leben in die Meisterschaft

Ein Tor per Weitschuss von Yoric Ravet und ein Freistosstreffer von Miralem Sulejmani entscheiden die erste Classique der Super-League-Saison in Bern zum 2:0 für YB gegen den Meister Basel.

Als man dem Sportchef Christoph Spycher an der vorsaisonalen Pressekonferenz zuhörte, las man zwischen den Zeilen, dass selbst er froh war, dass es losgeht. Er hatte es unter nicht einfachen Bedingungen geschafft, so etwas wie Zuversicht zu erzeugen, indem es ihm gelang, hungrige, sogenannte Perspektiv-Spieler zu verpflichten, ohne das Budget und die Launen der Investoren über Gebühr zu strapazieren.

Sogar der österreichische Trainer Adi Hütter lobte Spycher, die Strategie sei fast zu hundert Prozent umgesetzt worden, er freue sich darauf das Potenzial zu entwickeln. Und es geht ja auch intensiv los für YB. Zum Auftakt der Super League der FC Basel, dann die Champions-League-Qualifikation gegen Dynamo Kiew. Ganz viel steht ganz früh auf dem Spiel. Ein Kaltstart.

Nun, was waren die Worte der Protagonisten vor der Saison wert? Das Stade de Suisse war mit 31120 Zuschauern ausverkauft, Vorfreude auf eine Partie, in der vorerst wenig kreative Ideen zu beobachten waren. Man spürte, dass sich beide Teams der Wichtigkeit dieses Auftaktspiels bewusst waren. Nicklig waren die Duelle, intensiv auch - nur nicht gleich am Anfang Schwächen verraten. Basel schien aufgrund seiner Erfahrung ein wenig gelassener, strahlte Ruhe aus, versank aber dann allmählich fast in Lethargie. Das Selbstverständnis schien zu sagen: Was kann uns schon passieren angesichts unserer Historie? Nun, verdientermassen zu verlieren gegen ein giftiges YB, das zumindest ist passiert. Das ist kein Weltuntergang, regt aber den Kopf des Jungtrainers Raphael Wicky dazu an, sich ein paar Gedanken zu machen. Wicky blieb an der Pressekonferenz nach seiner Premiere als Trainer in der Super League gelassen. Einzig das defensive Verhalten beim ersten Gegentor mochte er kritisieren, «lebendig» befand er den Auftritt, was als Wortwahl erstaunte. Das entsprach nicht dem Eindruck aller im Stadion.

YB suchte sein Spiel und fand es lange nicht in gewünschter Form. Hoarau gelang nicht viel, Ravet testete nach einem Freistoss und einem Rückpass die Grundschnelligkeit Von Bergens (es reichte gerade noch), kurz: Im Flow spielte YB nicht. Noch nicht, und auch später nie ganz.

Aber zwischendurch warteten die Berner mit ein paar Highlights auf. Ravet fand zur Entschlossenheit und skorte zum Führungstreffer mit einem Schuss von der Strafraumgrenze, und Sulejmani zirkelte einen Freistoss via Lattenunterkante ins Netz. 2:0, Basel spielte immer noch mit, aber auch nicht viel mehr als das. Die Basler waren kaum gefährlich, und der neu verpflichtete Stürmer Van Wolfswinkel spielte auch nicht so, dass man das Maul nicht mehr schliessen konnte vor lauter Staunen.

Basels Playmaker Delgado spielte nicht wie angekündigt auf der 6er-Position, sondern auf der angestammten 10er-Position, weil Wicky dem Team Sicherheit vermitteln wollte, wie er sagte. Vielleicht war das Sicherheitsgefühl der Basler insgesamt ein wenig ausgeprägt.

Young Boys - Basel 2:0 (0:0).
31'120 Zuschauer (ausverkauft). - Schiedsrichter: Klossner. - Tore: 58. Ravet 1:0. 80. Sulejmani 2:0.
Young Boys: von Ballmoos; Mbabu, Nuhu, von Bergen, Benito; Ravet (75. Fassnacht), Aebischer (59. Sow), Sanogo, Sulejmani (83. Schick); Hoarau, Assalé.
Basel: Vaclik; Lang, Suchy, Akanji, Riveros (68. Balanta); Xhaka, Zuffi; Elyounoussi (68. Bua), Delgado (81. Kutesa), Steffen; van Wolfswinkel.
Bemerkungen: Young Boys ohne Seferi (verletzt), Gerndt, Nsamé, Joss und Wüthrich (alle nicht im Aufgebot). Basel ohne Manzambi (verletzt), Oberlin (nicht qualifiziert), Traoré, Fransson und Gaber (alle nicht im Aufgebot). Verwarnungen: 4. Delgado (Foul), 16. Hoarau (Foul), 32. Elyounoussi (Foul), 45. Suchy (Foul), 57. Sanogo (Foul), 61. Lang (Foul), 91. Steffen (Foul).


https://www.nzz.ch/sport/fussball/super ... ld.1307401

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 Beitrag Verfasst: Sonntag 23. Juli 2017, 20:12 
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Der FC Basel verliert das Auftaktspiel gegen die Young Boys 0:2

Der FC Basel unterliegt starken Young Boys im ersten Saisonspiel auswärts mit 0:2. Grund zur Panik bedeutet dies noch nicht.

Was haben der FC Basel und der jamaikanische Sprint-König Usain Bolt gemeinsam? Wenn sie an einem Wettkampf teilnehmen, scheint es oft, als bräuchten die Kontrahenten gar nicht anzutreten. Mutterseelenallein überqueren beide die Ziellinie mit riesigem Vorsprung auf die Konkurrenz. Beim FCB war das zuletzt fast immer so. Am Ende der Super-League-Saison krönten sich die Basler nun achtmal in Serie zum Meister, oftmals mit beträchtlichem Vorsprung auf die Verfolger.

Dass es in diesem Jahr nicht so enden könnte, wurde oft genug thematisiert. Der grosse Umbruch beim FC Basel mit neuer Clubführung und neuem Trainer, das neue Konzept, die Abgänge im Sturm – wie würde der Meister hierauf reagieren? Und die Konkurrenz schlief auch nicht. Besonders YB mauserte sich durch einen hervorragenden Transfersommer zum Titelkonkurrenten Nummer eins.

Es war also, beim Gastspiel des FCB im Stade de Suisse, alles angerichtet für einen spektakulären Startschuss in die neue Saison. Blumig eingerahmt in eine schmucke Eröffnungsfeier mit Ballons aller zehn Teams der ersten Schweizer Spielklasse, die man steigen liess, kam es gleich in der ersten Runde zum grossen Clash. Die Rivalen auf Startbahn eins und zwei nebeneinander – wer würde besser aus den Blöcken kommen? Bis zur 58. Minute blieb diese Frage schwer zu beantworten.

Dann lieferte Yoric Ravet eine erste Antwort. Und wie er das tat. Nahtlos und erschreckend abgebrüht nutzte der Berner Flügelspieler eine Lücke im Basler Defensivverbund und versenkte die Kugel im weiten Eck. Vaclik im Basler Tor blieb ohne Abwehrchance. Bis dahin lieferten sich die Teams den hart umkämpften, leicht nervösen Schlagabtausch den sich der neutrale Beobachter erhoffen durfte.

Auf Experimente verzichtend, schickte der neue FCB-Coach, Raphael Wicky, sein Team im altbekannten 4-2-3-1 aufs Feld, ganz im Stile seines Vorgängers Urs Fischer. Auch personell blieben grosse Überraschungen aus. Die Blicke waren damit auf Debütant und ernannten Königstransfer Ricky van Wolfswinkel gerichtet. Er sollte einen schweren Einstand erleben. Wenige Bälle erreichten den schlaksigen Holländer, der zwar kämpfte und versuchte, Bälle abzulegen, wie das ein Einzelstürmer vorwiegend tut, jedoch ohne glanzvolle Momente blieb.

Für die glanzvollen Momente vermochte auf Basler Seiten indes auch niemand anderes zu sorgen. Obschon man 62% Ballbesitz verzeichnen durfte, fehlten die klaren Ideen und die überraschenden Elemente im Spiel nach vorne. Aussenverteidiger Michael Lang vergab kurz vor dem Pausenpfiff die beste Basler Chance. Auch nach dem 0:1 durch Ravet fand die Offensivexplosion der Gäste nicht statt.

Im Gegenteil: Ginge es ausschliesslich nach den Torchancen, YB hätte mindestens doppelt so hoch gewinnen müssen. Einmal Roger Assalé per Direktabnahme und zweimal Miralem Sulejmani schossen aus besten Positionen am Gehäuse vorbei, wenn auch knapp.

Letzterer machte es dann vor 31120 Zuschauern im ausverkauften Stade de Suisse doch noch besser: Mit einem herrlichen Freistoss-Treffer via Lattenunterkante zum 2:0 machte der Serbe den Sack zu. Das Stade de Suisse tobte. Der Treffer fiel just in einer jener Phasen, in welchen der FCB eine Feldüberlegenheit genoss. Und von diesen gab es reichlich, der FCB war freilich nicht um Längen schwächer als der Gegner aus der Hauptstadt.

Was die Equipe von Adi Hütter jedoch besser verstand, war es, in den entscheidenden Situationen aktiver, williger und gefährlicher zu sein als der Meister. Und darum verdienen die Berner diesen Erfolg auch. Der 2:0-Sieg wird Wasser auf die Mühlen jener sein, die YB als FCB-Jäger sehen und dem FCB nun einen Fehlstart attestieren.

Doch eben: Auch Usain Bolt ist kein guter Starter. Er zeigt seine Qualitäten im weiteren Verlauf des Rennens, wenn er seine Gegner zuerst ein- und dann überholt. Dass dieser Sieg zwar einen gelungenen Start bedeutet, aber gewiss keine weiteren Garantien beinhaltet weiss man auch in Bern. «Die Meisterschaft ist kein 400-Meter-Lauf, sondern ein Marathon», sagte Torschütze Ravet treffend. Der FCB mag in Bern ein wenig in den Startblöcken hängengeblieben sein, doch stolpert er gewiss lieber hier, als beim Überqueren der Ziellinie, wie es YB schon diverse Male tat.

Young Boys - Basel 2:0 (0:0)

31 120 Zuschauer (ausverkauft). – SR Klossner. – Tore: 58. Ravet (Benito) 1:0. 80. Sulejmani (Freistoss) 2:0.

Young Boys: von Ballmoos; Mbabu, Nuhu, von Bergen, Benito; Ravet (75. Fassnacht), Aebischer (59. Sow), Sanogo, Sulejmani (83. Schick); Hoarau, Assalé.

Basel: Vaclik; Lang, Suchy, Akanji, Riveros (68. Balanta); Xhaka, Zuffi; Elyounoussi (68. Bua), Delgado (81. Kutesa), Steffen; van Wolfswinkel.

Bemerkungen: Young Boys ohne Seferi (verletzt), Gerndt, Nsamé, Joss und Wüthrich (alle nicht im Aufgebot). Basel ohne Manzambi (verletzt), Oberlin (nicht qualifiziert), Traoré, Fransson und Gaber (alle nicht im Aufgebot). Verwarnungen: 4. Delgado (Foul), 16. Hoarau (Foul), 32. Elyounoussi (Foul), 45. Suchy (Foul), 57. Sanogo (Foul), 61. Lang (Foul), 91. Steffen (Foul).


https://www.aargauerzeitung.ch/sport/fu ... -131543918

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 Beitrag Verfasst: Sonntag 23. Juli 2017, 20:14 
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YB überrollt Basel zum Saison-Start

Dank zwei Traumtoren: YB feiert zum Saison-Auftakt einen 2:0-Sieg gegen Meister Basel. Zwischen Lausanne und St. Gallen fallen sechs Tore.

Allein der Torschütze des vorentscheidenden 1:0 könnte einen Hinweis dafür liefern, dass die anbrechende Meisterschaft etwas anders verlaufen könnte als die letzte, spannungslose. Yoric Ravet war seit seinem Wechsel von den Grasshopper nach Bern nicht der Serientorschütze, der er hätte sein sollen. Dafür entwickelte sich der Franzose zum mit Abstand besten Vorbereiter in der Mannschaft der Young Boys. Am Samstag nun liess Ravet in der 58. Minuten nach einem längeren Lauf einen ebenso harten wie platzierten Schuss von der Strafraumgrenze vom Stapel, wie ihn kein Goalgetter besser und schöner ausführen könnte.

Die Berner, die in der vergangenen Saison gegen Basel beide Heimspiele gewonnen und im Gesamten die Mehrzahl der Punkte geholt hatten, verdienten sich den neuerlichen Sieg auf der ganzen Linie. Nachdem die erste Offensive der Basler nach gut 20 Minuten verebbt war, erarbeiteten sich die Spieler von Trainer Adi Hütter die zweit-, die dritt- und die viertbeste Möglichkeit des Spiels. Dabei verpassten Roger Assalé und zweimal der grossartig aufspielende Miralem Sulejmani mit knapp verzogenen Schüssen respektive Direktabnahmen sicher scheinende Tore - die sogar zu einem Kantersieg hätten führen können.

Die Entscheidung fällt 10 Minuten vor Schluss

Erst nach 80 Minuten erlangten die über 31'000 Zuschauer im ausverkauften Stade de Suisse Gewissheit, wie die Punkte verteilt werden würden. Sulejmani, der wohl beste Mann auf dem Platz, zirkelte einen Freistoss via Unterkante der Latte ins Tor.

Und wie hat sich David von Ballmoos, der von Winterthur zurückgeholten jungen Goalie der Young Boys, in seinem ersten Ernstkampf in der höchsten Schweizer Liga geschlagen? Man kann es nicht beurteilen. Der Emmentaler musste in der ersten Halbzeit einen zentralen Schuss blocken. Alle übrigen Interventionen des Nachfolgers von Yvon Mvogo waren Routine.

Die Trainer Adi Hütter und Raphael Wicky können zu Beginn der Saison aus dem Vollen schöpfen. Beide konnten Spieler nicht aufs Matchblatt nehmen, die in jeder anderen Mannschaft der Super League vermutlich in der Startformation stünden. Bei YB mussten sich Alexander Gerndt Sven Joss nicht umziehen, bei Basel Alexander Fransson und Adama Traoré.

Young Boys - Basel 2:0 (0:0)

31'120 Zuschauer (ausverkauft). - SR Klossner.

Tore: 58. Ravet (Benito) 1:0. 80. Sulejmani (Freistoss) 2:0.

Young Boys: von Ballmoos; Mbabu, Nuhu, von Bergen, Benito; Ravet (75. Fassnacht), Aebischer (59. Sow), Sanogo, Sulejmani (83. Schick); Hoarau, Assalé.

Basel: Vaclik; Lang, Suchy, Akanji, Riveros (68. Balanta); Xhaka, Zuffi; Elyounoussi (68. Bua), Delgado (81. Kutesa), Steffen; van Wolfswinkel.

Bemerkungen: Young Boys ohne Seferi (verletzt), Gerndt, Nsamé, Joss und Wüthrich (alle nicht im Aufgebot). Basel ohne Manzambi (verletzt), Oberlin (nicht qualifiziert), Traoré, Fransson und Gaber (alle nicht im Aufgebot).

Verwarnungen: 4. Delgado (Foul), 16. Hoarau (Foul), 32. Elyounoussi (Foul), 45. Suchy (Foul), 57. Sanogo (Foul), 61. Lang (Foul), 91. Steffen (Foul).


http://bazonline.ch/sport/fussball/der- ... y/27091616

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 Beitrag Verfasst: Sonntag 23. Juli 2017, 20:17 
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Zwei Tore ins YB-Glück

Yoric Ravet und Miralem Sulejmani – zwei Flügelspieler entscheiden das Startspiel gegen Basel mit zwei Geniestreichen zugunsten der Berner Young Boys. Die Treffer noch einmal in Zeitlupe zum Geniessen.

Nicht ganz eine Stunde ist gespielt, da zieht Yoric Ravet von der linken Seite nach innen. Mit einer Finte lässt der Franzose Dario Zuffi ins Leere laufen. Und dann zirkelt er den Ball wuchtig an Tomas Vaclik vorbei in die rechte untere Ecke. Der Tscheche im Kasten des FC Basel bleibt chancenlos.

Beim zweiten YB-Treffer in der 80. Minute ereilt Vaclik das gleiche Schicksal: Gegen den perfekt getretenen Freistoss von Miralem Sulejmani kann er nichts, aber auch gar nichts ausrichten. Der Schuss des Serben fliegt über die Basler Mauer, senkt sich im richtigen Moment und prallt von der Lattenunterkante ins Netz.

Nicht Sturmtank Guillaume Hoarau hat beim Spitzenspiel zum Saisonauftakt den Unterschied ausgemacht, nein, es waren die beiden Filigrantechniker, die bei YB die Aussenbahnen beackern.

Nach dem Schlusspfiff feierten die Fans ihre Helden auf dem Platz ausgiebig:


https://www.bernerzeitung.ch/sport/fuss ... y/26002478

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 Beitrag Verfasst: Sonntag 23. Juli 2017, 20:21 
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Ravet und Sulejmani lassen das YB-Herz höher schlagen

Die neue Super-League-Saison ist lanciert. Die Young Boys bezwingen den amtierenden Meister Basel in einem kampfbetonten Spiel dank zwei Einzelleistungen 2:0.

- Für YB ist es der 4. Heimsieg aus den letzten 5 Spielen gegen den FCB im Stade de Suisse.
- Ravet mit einem Schlenzer und Sulejmani per Freistoss erzielen zwei sehenswerte Treffer.
- Im zweiten Spiel des Abends trennen sich Lausanne und St. Gallen in einem verrückten Spiel unentschieden.

Von Beginn an wurde die Partie den Erwartungen gerecht. Möglicherweise nicht zwingend an den Torchancen gemessen, umso mehr aber an der Intensität und der Härte. Wenig überraschend waren es am Ende zwei Genialitäten, welche den Unterschied machten.

- 58. Minute: Yoric Ravet umspielt Luca Zuffi und schlenzt seine eigene Vorlage gekonnt in die weite Ecke zum 1:0.
- 80. Minute: Miralem Sulejmani zirkelt einen Freistoss aus gut 20 Metern direkt unter die Latte zum 2:0.

YB in Halbzeit 2 bissiger

Den Sieg haben sich die Young Boys dank einer kämpferisch einwandfreien Leistung verdient. Nach dem Seitenwechsel war YB präsenter als der FCB und ging das nötige Risiko ein, um vor Basel-Keeper Tomas Vaclik Torgefahr zu kreieren.

Der Mut der Berner wurde nach gut einer Stunde mit dem 1:0 durch Ravet schliesslich belohnt. Nur wenige Zeigerumdrehungen später hätte Sulejmani das Skore erhöhen müssen, doch der YB-Serbe sparte sich seinen grossen Moment für die 80. Minute auf. Mit seinem stärkeren linken Fuss drehte Sulejmani einen Freistoss direkt unter das Lattenkreuz – die Entscheidung.
Viele Fouls – kaum Spielfluss

Die Partie war über weite Strecken geprägt von harten Zweikämpfen, Schiedsrichter Stephan Klossner verteilte nicht weniger als 8 gelbe Karten. Ausserdem hätte es auch 2 Platzverweise geben können:


https://www.srf.ch/sport/fussball/super ... r-schlagen

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 Beitrag Verfasst: Sonntag 23. Juli 2017, 20:26 
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Harmloser FCB zum Saisonstart

Ravet und Sulejmani lassen YB-Fans träumen

2:0 gewinnt YB den Knüller zum Super-League-Auftakt. Der Einstand von Raphael Wicky als neuer FCB-Trainer geht gründlich in die Hosen.

Das Spiel:
Vize-Meister gegen Meister – dieser Affiche wird YB gegen Basel lange nicht gerecht. Es dominiert die Härte: Delgado holt nach gut 20 Minuten fast Gelb-Rot ab, Sanogo gibt Steffen auf die Socken, Hoarau trifft Vaclik mit offener Sohle im Gesicht und Xhaka verpasst dem französischen YB-Knipser eine blutige Lippe. Vom Platz fliegt aber niemand. Zur Freude der Fans im ausverkauften Stade de Suisse besinnen sich vor allem die Berner dann doch noch aufs Spielerische und gehen nach der Pause verdient in Führung. Spätestens beim zweiten Berner Tor durch Sulejmani dürften sich bei den YB-Fans die Meister-Träume breitmachen. Anders sieht nach der Start-Pleite die Gefühlslage wohl beim neuen FCB-Trainer Raphael Wicky aus.

Die Tore:
1:0, 58. Minute: Yoric Ravet | Ravet umspielt Zuffi wie eine Fahnenstange und versenkt das Leder mit einem satten Flachschuss. Eine feine Einzelleistung des YB-Flügels.

2:0, 80. Minute: Miralem Sulejmani | Mit seinem linken Zauberfuss zirkelt der Serbe einen Freistoss genau unter die Latte. Ein Traumtor.

Der Beste: Sékou Sanogo ist der absolute Chef im YB-Mittelfeld. Zweikampfstark, ballsicher und dazu noch ein Aggressivleader!

Der Schlechteste: Basels Mohamed Elyounoussi hat bis zu seiner Auswechslung in der 68. Minute nur eine gute Aktion.

Das gab zu reden: Nach einer Viertelstunde geht Hoarau mit offener Sohle gegen Basel-Keeper Vaclik. Der YB-Mittelstürmer ist mit Gelb gut bedient. Gleiches lässt sich allerdings über FCB-Captain Delgado sagen, der bereits Gelb hat, als er kurz darauf mit einem hohen und gestreckten Bein gegen Aebischer einsteigt.

Die Stimmen:
FCB-Sportchef Streller: «Niederlagen fühlen sich immer schlecht an. Aber wir bleiben ruhig. Mir macht nichts Sorgen. Ich bin relativ entspannt.»

So gehts weiter: Der FCB empfängt am nächsten Sonntag Luzern im Joggeli. YB muss am Mittwoch nach Kiew zur Champions-League-Quali. Am Samstag gehts dann in den Letzi zu den Hoppers.

*****

YB – Basel 2:0 (0:0)

Stade de Suisse. – 31 120 Fans (ausverkauft). SR.: Klossner (Note 4)

Tore: 58. Ravet (Benito) 1:0. 80. Sulejmani 2:0.

Bemerkungen: YB ohne Seferi (verletzt). Basel ohne Manzambi (verletzt).

YB: Von Ballmoos (Note 5); Mbabu (5), Nuhu (5), Von Bergen (5), Benito (5); Sanogo (6); Ravet (5), Aebischer (5), Sulejmani (5); Hoarau (5), Assalé (5).

Basel: Vaclik (4); Lang (3), Suchy (3), Akanji (4), Riveros (4); Xhaka (4), Zuffi (3); Steffen (4), Delgado (3), Elyounoussi (3); Van Wolfswinkel (3).

Gelb: 4. Delgado (Foul). 16. Hoarau (Foul). 32. Elyounoussi (Foul). 44. Suchy (Foul). 53. Nuhu (Foul). 61. Lang (Foul). 77. Sanogo (Unsportlichkeit).

Einwechslungen:

YB: Sow (59. für Aebischer). Fassnacht (75. für Ravet). Schick (83. für Sulejmani).

Basel: Bua (68. für Elyounoussi). Balanta (68. für Riveros). Kutesa (81. für Delgado).


https://www.blick.ch/sport/fussball/sup ... 33145.html

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 Beitrag Verfasst: Sonntag 23. Juli 2017, 20:30 
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Die Berner Wespen stechen zu

Gelb-schwarzes Signal zum Start der Fussballsaison: YB verdient sich das 2:0 gegen Basel – der Meister enttäuscht.

Sie sind wie Wespen. Schwärmen aus. Umkreisen die Gegner. Und holen sich dann, was sie sich holen wollen.

So ist das beim Super-League-Auftakt. YB empfängt Basel. Ewiger Zweiter gegen ewiger Meister. Aber in Bern ist die Lust gross, das zu ändern. 31 120 Zuschauer sind ins Stade de Suisse gekommen, um die Show mitzuerleben. Und als sie nach fast zwei Stunden nach Hause gehen könnten, bleiben sie da. Vor Freude.

45 Minuten lang ist der Match schwere Kost, in Erinnerung bleibt einzig der Bodycheck des Baslers Suchy gegen YB-Stürmer Assalé. Aber dann kommt Halbzeit 2. Und damit auch einer, der auf Knien über den Kunstrasen schlittert. Yoric Ravet erlöst YB in der 58. Minute und gibt dem Spiel die erste gehaltvolle Geschichte. Er umkurvt Luca Zuffi mit einem Trick, den er vermutlich gar nicht so geplant hat. Dann setzt der 27-jährige Franzose zum Flachschuss in die Ecke und zum Jubel an der Cornerflagge an.

1:0 für YB, das nach der Pause schneller und kräftiger wird, das den FC Basel angreift, sticht. Und besiegt. Sulejmani trifft in der 80. Minute mit wunderschönem Freistoss via Lattenunterseite zum 2:0. Als das Spiel zu Ende ist, greift der ­Stadion-DJ in Zürich West in die Kiste mit den lokalen Musik-­Memorabilien: Hütt hei sie ebe wieder mau gwunne. An einem Abend, den nicht nur Ravet geprägt hat.

David von Ballmoos – Weil es die Lehrerin wollte

David von Ballmoos steht im Tor, weil es die Lehrerin so wollte. Man solle den lebendigen Buben doch in den Fussballclub schicken, schlägt sie in der 3. Klasse vor. Von Ballmoos also geht zum SV Koppigen und ist zuerst Feldspieler, bis er sich so fest über den zu klein gewachsenen Goalie ärgert, dass er selbst die Handschuhe anzieht. Im Emmental ist der 22-Jährige aufgewachsen. Wenn er vom elterlichen Bauernhof ins Tal blickt, sieht er die Glungge, den Hof aus dem Film «Uli der Knecht». Und genau so, wie sich das alles anhört, ist Von Ballmoos. Bodenständig. Er hat eine Lehre als Landmaschinenmechaniker gemacht. Und wenn es dem Vater auf dem Hof etwas zu helfen gibt, dann steht er bereit.

Die vergangenen zwei Jahre verbringt der 192-cm-Mann leihweise in Winterthur, nach dem Abgang von Mvogo ist er jetzt als Nummer 1 zurückgekehrt. Von Ballmoos sagt über von Ballmoos: «Ich bin der Typ, der sich alles erarbeiten muss, dem nichts zufliegt.» Er kann dem Ball nicht entgegenschweben wie Yann Sommer. Er ist mit dem Fuss nicht so stark wie Roman Bürki. Aber arbeiten, das kann er. «Ihn kannst du morgens um drei Uhr zum Goalietraining aufbieten, und er käme sofort.» So erzählt das Winterthurs Goalietrainer Paolo Cesari. Oliver Kahn ist Von Ballmoos’ Vorbild. Das Debüt des 88-Kilo-Brocken ist bemerkenswert. Wenn der Ball auf ihn zufliegt, hält und faustet er stilsicher. Seinen besten Moment hat er, als er einen zischenden Schuss Langs an sich abprallen lässt wie King Kong die Flugzeuge beim Ausflug auf die Wolkenkratzer von New York. Nach dem Match spürt Von Ballmoos «enorme Erleichterung».

Ricky van Wolfswinkel – Der Neue ohne Einfluss

Wenn es Nacht wird, streift sich ­Ricky van Wolfswinkel das FCB-Dress von Marco Streller über. Er benutze das Trikot als Pyjama, hat er bei seiner Ankunft in Basel erzählt. Die zwei Stürmer haben einst im Europacup gegeneinander gespielt und die Leibchen getauscht.

28-jährig ist van Wolfswinkel. Er findet, er habe eindeutig zu ­viele Clubs hinter sich. Im Ausland ist er zuletzt bei Norwich und Betis Sevilla gescheitert. Nach einem ­guten Jahr zu Hause in Holland bei Vitesse Arnheim ist Basel seine neunte Station im Profifussball.

Wobei sich an diesem Samstagabend bald einmal die Frage stellt, ob er wirklich schon angekommen ist in der Mannschaft. Van Wolfswinkel, das einzige neue Gesicht in der Basler Aufstellung, hat keinen Abschluss. Und keinen guten Moment. Er ist damit zwar un­gefähr gleich unbedeutend wie Guillaume Hoarau auf der anderen Seite. Nur kann sich YB den Ausfall seines eigentlich besten Stürmers leisten.

Raphael Wicky – Gelassener Debütant

Unter der Woche sagt Raphael ­Wicky Sätze wie: «Die Fans sollen uns gern zuschauen.» Oder: «Wir wollen taktisch flexiblen Fussball zeigen.» Sieben Jahre lang hat er ­Junioren trainiert, zuerst bei Servette, ab 2013 beim FCB, jetzt ist er zu den Profis aufgestiegen. Er muss da gleich hohe Ansprüche der neuen Vereinsführung erfüllen: das Team verjüngen, eine neue Dynamik entfachen, die Attraktivität steigern – und Pokale gewinnen. Er sagt: «Ich kann mich mit den Zielen zu hundert Prozent identifizieren.»

Der 40-Jährige wirkt nicht nur gelassen, er ist es auch. Das bestätigen Leute, die mit ihm zusammenarbeiten. Er ist aber entschlossen: Er will beweisen, dass ihn die Aufgabe nicht überfordert.

Er überlegt vor dem YB-Match verschiedene Varianten: Dreierkette, Regisseur Delgado ins defensive Mittelfeld zurückzuziehen, Nachwuchsmann Schmid von Beginn an im offensiven Zentrum – und belässt dann doch alles beim bewährten 4-2-3-1. Am Abend seines Debüts trägt Wicky eine Trainerhose, ein rotes Polo-Shirt und eine Brille, er erinnert ein bisschen an einen Sportstudenten. Er coacht, klatscht, ­dirigiert, manchmal verwirft er die Hände, die Emotionen hat er trotzdem immer unter Kontrolle: Als das 0:1 fällt, als das 0:2 folgt, auch hinterher. «Ich kann meinem Team keinen Vorwurf machen. Wir nahmen die Zweikämpfe bis zum Rückstand gut an und verhielten uns dann einmal in der Defensive nicht gut.» Niedergeschlagen wirkt Neu-Trainer Wicky so wenig wie Neu-Sportchef Marco Streller. «Wir bleiben ruhig», betont Streller, «unsere Spieler sind es sich nach den vergangenen Saisons nicht gerade ­gewohnt, zu verlieren. Das Lachen wird aber bald zurückkehren.» Trotzdem: Machen Sie sich aufgrund dieses Auftritts irgend­welche Sorgen für die nächsten Wochen? «Nein.»

Christoph Spycher – Mit guter Mentalität

Nach 65 Minuten wird auf der Anzeigetafel die Blitztabelle eingeblendet. Viel Sinn macht das zwar nicht, aber lustig ist es trotzdem für die Fans in Gelb-Schwarz: Platz 1. Sie jubeln. Und sie dürfen am Ende weiter jubeln. Über einen Sieg, der perfekt in die ­aktuelle Berner Gefühlswelt passt: Wann, wenn nicht in diesem Jahr, soll es noch gelingen, den FC Basel zu überholen?

Ihre Hoffnung hat auch mit einem Mann zu tun: Sportchef Christoph Spycher. Der 39-Jährige hat in der lokalen Presse viel Gutes über sich lesen dürfen. Wie er bei YB Altlasten beseitigte. Wie er klug einkaufte. Wie er auch hohe Transfererlöse generierte. Am Morgen vor dem Match sagt er: «Die Erwartungshaltung ist sehr hoch, das spüre ich schon. Aber wir lassen uns davon nicht beeinflussen. Von uns sagt keiner, dass wir Basel angreifen und Meister werden wollen.»

Am Abend setzt er sich auf die Tribüne, sieht eine Mannschaft, die am Anfang ihre Nervosität nicht verbergen kann. Die ihm aber danach mit ihrer Mentalität imponiert: «Wir hielten mit unseren physischen Qualitäten dagegen, hatten die klareren Chancen und verdienten uns das 2:0.» Nur lässt ihn das bei weitem nicht euphorisch werden: «Es wird Rück­schläge geben, das ist doch logisch. Aber darauf sind wir eingestellt.» Dann verabschiedet er sich in den VIP-Bereich: «Es ist ein ­schöner Anfang. Nicht mehr, nicht weniger.»


https://www.tagesanzeiger.ch/sport/fuss ... y/23994093

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 Beitrag Verfasst: Sonntag 23. Juli 2017, 20:33 
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«Es wäre gut, wenn wir nicht die Einzigen bleiben»

von E. Tedesco, Bern - Der FCB verliert das Auftaktspiel in Bern. Hat der YB-Sieg Signalwirkung für den Rest der Liga?

Der Titelverteidiger startet unter seinem neuen Trainer Raphael Wicky mit einer Pleite in die Saison. Letztmals verlor Rotblau 2009 (in St. Gallen 0:2) ein Auftaktspiel. Ein Remis im ersten Meisterschaftsspiel gab es 2011 – gegen YB. Ein Sieg, der wie Trainer Adi Hütter sagt, «viel Selbstvertrauen gibt». Auch dem Rest der Liga? Kann der Berner Auftaktsieg Signalwirkung haben?

«Yoric Ravet hat gesagt, dass die Meisterschaft kein 400-Meter-Sprint ist, sondern ein Marathon», so Hütter auf die Frage. «Wir haben erst die 400 Meter hinter uns gebracht.» Den Startsieg will man nicht überbewerten, dennoch hofft Loris Benito, dass der Erfolg über den amtierenden Meister Auswirkungen haben wird.

Ruhig bleiben

«Ich hoffe doch, dass man sieht, und das hätten sie auch letzte Saison sehen müssen, dass Basel zu schlagen ist», sagt Loris Benito. «Ich denke, dass wir eine einheitlich gute Leistung gezeigt haben, die zu diesem Resultat geführt hat», sagt der YB-Verteidiger weiter.

«Wir müssen ruhig bleiben. Das war nur ein Spiel und auf uns wartet noch ein grosses Programm mit 10 Spielen in 36 Tagen. Es ist gut, dass wir Basel geschlagen haben, aber es wäre gut, wenn wir nicht die Einzigen bleiben würden, um Paroli zu bieten», sagt Steve von Bergen nach dem 2:0-Sieg. «Wir haben gezeigt, dass wir da sind – also vorerst in diesem einen Spiel, aber wir müssen das auch durchziehen», so der YB-Captain.

Kein Resultat nach Wunsch

Und wie YB gezeigt hat, dass es da ist. YB steigerte sich nach einer verfahrenen, verkeilten und harten Partie in der ersten Halbzeit nach der Pause und ging nach einer herrlichen Einzelleistung von Yoric Ravet in Führung. Das gab Auftrieb. Basel musste aufmachen, mehr riskieren. Aber es kam wenig Erbauliches vom Meister. Während die Berner den Eindruck hinterliessen, noch zusetzen zu können, lief das Spiel des Meisters nicht nach Wunsch.

«Ich kann nicht sagen, dass wir unsere Sache schlecht gemacht haben», so Raphael Wicky, der sich die Sache anders vorgestellt hat. Und zu seinem Debüt als Cheftrainer in der höchsten Schweizer Liga sagt der Walliser. «Die Anspannung war da, aber ich habe es genossen. Nur das Resultat habe ich mir nicht so gewünscht.»


http://www.20min.ch/sport/dossier/super ... --16152219

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