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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2015/2016
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 6. August 2015, 09:56 
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Berner in der Bredouille

Das 0:4 von Monaco verschärft die Krise bei YB – erhält Trainer Uli Forte überhaupt noch eine Chance?

1:1 in Zürich, 1:1 gegen Luzern, 1:3 gegen Monaco, 1:1 in St. Gallen, 0:4 in Monaco – 5 Spiele, kein Sieg, 4:10 Tore, schwache Leistungsträger und ein Trainer in Not: Das beschreibt den aktuellen, bedenklichen Zustand von YB.

Am Mittwoch kehrten die Berner vom missratenen Ausflug nach Monaco zurück. Dort hatten sie in 23 Minuten vier Gegentore zugelassen und nicht den Hauch einer Chance, sich für das Playoff zur Champions League zu qualifizieren. Was bleibt, ist die Chance, wenigstens in die Gruppenphase der Europa League einzuziehen.

Keiner steht mehr in der Kritik als Uli Forte, der hohen Erwartungen gerecht werden muss. Nach diesem Start greifen erhebliche Zweifel um sich. Doch die Schwierigkeiten sind nicht die alleinige Schuld des Coachs.

Das Problem der Mentalität

Während die Young Boys seit Jahren schon versuchen, eine Mannschaft mit meisterlichem Potenzial zusammenzubauen, wechselt der FC Basel in diesem Sommer mit Streller, Frei und Schär das tragende Gerüst aus. Trotzdem tritt er bereits zu Saisonbeginn so homogen und abgeklärt auf, als hätten keine ­Abgänge kompensiert werden müssen. Basel sucht stets den sofortigen Erfolg, während das YB-Denken von Vorsicht geprägt ist, von Abwarten. YB wartet auf die Chance, der FCB ergreift sie.

Dass YB vor dieser Saison einen Titelgewinn als Ziel ausrief, war für seine Verhältnisse geradezu forsch und doch nichts als richtig bei diesen Rahmen­bedingungen. Nur tun sich Mannschaft und Trainer jetzt schwer, diesen An­sprüchen gerecht zu werden. Und der Trainer stört sich daran, wenn in der ­Öffentlichkeit zu offensiv kommuniziert wird. Der eigene Anspruch und der des ­Anhangs beflügelt nicht, im Gegenteil.

Die Krux mit den Verstärkungen

Miralem Sulejmani und Loris Benito hiessen die zwei wichtigsten Verstärkungen, sie kamen von Benfica Lissabon – und blieben bis jetzt alles schuldig. Alexander Gonzalez, Haris Tabakovic und Grégory Wüthrich – sie alle kehrten nach Ausleihen von anderen Clubs zurück – spielten bislang höchstens sporadisch oder überhaupt nicht. Dass Sulejmani und Benito Potenzial haben, ist unbestritten, mangels Spielpraxis bei Benfica sind sie aber weit von ihrer Bestform entfernt.

Und darin liegt die Krux dieser Transfers: Forte muss Sulejmani und Benito regelmässig einsetzen, damit beide schnell den Rhythmus finden. Andererseits schwächt er damit seine Mannschaft, weil fittere Spieler zur Verfügung stehen würden. YB hat dafür in den ersten Spielen einen hohen Preis bezahlt. Alles, was sich die Berner nicht leisten durften, war ein verpatzter Start. Genau das ist nun eingetroffen und versetzte der neuen Euphorie rund um die Young Boys einen schnellen, argen Dämpfer.

Die geschönte Qualität

Es war ein Trugschluss zu glauben, die Mannschaft sei in dieser Saison auf jeder Position mit zwei qualitativ gleichwertigen Spielern besetzt. Afum ist nicht mehr als ein Schatten von Hoarau, Gajic oder Bertone haben nicht den Einfluss von Sanogo, Kubo fehlt mehr als nur die Torgefährlichkeit eines Steffen.

Das zeigt sich insbesondere bei internationalen Vergleichen. YB mit Hoarau und Sanogo oder YB ohne diese beiden Leaderfiguren – das sind zwei unterschiedliche Mannschaften. Der Aufschwung in der letzten Saison ist vor ­allem Hoarau zu verdanken. Er ging voran, riss das Team mit und schoss die wichtigen Tore. Jetzt kämpft Hoarau mit Adduktorenproblemen und muss sich vorsichtig herantasten, damit er nicht einen Rückfall erleidet wie Sanogo, der nach einem Muskelteilriss im Adduktorenbereich erneut lange ausfallen wird. Dass die Mannschaft den Stürmer aus Frankreich gerade jetzt dringend brauchen würde, ist ein Dilemma in Bern.

Das Gedankenspiel um Dzemaili

YB offenbart spielerische Defizite im Zentrum. Und wenn mit Sanogo auch noch jener Spieler ausfällt, der mit seiner starken Physis für Präsenz sorgen könnte, kommen aus dem Mittelfeld kaum Impulse. Für diese könnte ­Dzemaili sorgen. Nur: Hat YB das Geld für diese teure Verpflichtung? Bereits die Transfers von Sulejmani und Benito seien nur dank «Vorschüssen» der ­beiden Rihs-Brüder möglich gewesen, hat Sportchef Fredy Bickel vor der ­Saison erklärt. Diese Summe muss er mit Spielerverkäufen mittelfristig wieder zurückerstatten. Zur Erinnerung: Dzemaili steht noch ­immer bei Galatasaray unter Vertrag und bereitet sich mit dem Istanbuler Club auf die Meisterschaft in der Türkei vor.

Der Druck auf Forte

Forte wurde in seinem ersten Jahr bei YB Dritter mit den Bernern, die vergangene Saison endete auf Platz 2. Der Vertrag des 41-Jährigen läuft noch bis 2016, und eigentlich war vorgesehen, dass in der Länderspielpause Anfang September über eine längerfristigere Zusammen­arbeit diskutiert wird. Der schlechte Start hat die Situation aber drastisch verändert – auch wenn Bickel jüngst betont hat: «Ich bin gegen Schnellschüsse.»

Nun steckt der Club tief in der Bredouille. Forte ist dringend auf sofortigen Erfolg angewiesen, um überhaupt bis September Trainer zu bleiben. Dazu braucht er einen Sieg am Sonntag gegen Thun, einen Sieg am Mittwoch gegen Lugano – und einen Sieg im Cup gegen Kriens.

Inzwischen stellt sich gar die Frage, ob Forte am Sonntag überhaupt noch auf der Bank sitzen darf. Eine Niederlage in Monaco ist grundsätzlich keine Überraschung, bedenklich aber war der Zerfall in der zweiten Halbzeit. Das führte zu nächsten Diskussionen, am selben Abend noch und gestern nach der Heimkehr. Und es würde nicht verwundern, sollten die Ergebnisse zuungunsten von Uli Forte ausfallen.


http://www.derbund.ch/sport/fussball/Be ... y/13033987

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2015/2016
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 6. August 2015, 10:55 
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«Es gibt keine Ausreden mehr»

Für YB-Legende und Klub-Beirat Martin Weber hat Trainer Uli Forte noch eine Chance verdient.

Waren die vor der Saison formulierten Erwartungen zu hoch?
Nein, man darf schon einiges erwarten. Man riskiert nicht gleich eine dicke Lippe, wenn man das Ziel ausgibt, einen Pokal gewinnen zu wollen. Die Einkäufe schürten solche Hoffnungen, man bekam das Gefühl: Das kann was Grosses werden.

Nur sind die beiden bis jetzt noch nicht wunschgemäss aufgefallen.
Über die Klasse von Sulejmani und Benito müssen wir nicht diskutieren, das sind unbestritten sehr gute Fussballer. Aber sie sind noch nicht auf ihrem Level, sie können es noch gar nicht sein. Beide haben ein Jahr kaum gespielt, darum ist es nicht möglich, dass sie in so kurzer Zeit wieder da sind, wo sie einmal waren. Gleichzeitig steckt der Trainer in einem Dilemma.

Warum?
Wenn er zwei solche Hochkaräter bekommt, muss er sie doch einsetzen, sonst gerät er zwangsläufig unter Beschuss.

Ist das 0:4 bereits die berühmte Niederlage zu viel für Forte?
Eines ist für mich klar: Monaco ist eine Nummer zu gross für YB, auch wenn gerade im Hinspiel das Glück nicht mit von der Partie war. Und wenn vier, fünf Stammspieler ausfallen, macht sich das eben sofort bemerkbar. Ich würde jetzt den Trainer nicht wechseln, das wäre meines Erachtens überstürzt. Ich finde auch, dass Forte die Chance verdient hat, die Kehrtwende anzustreben.

Aber dass er unter Druck steht...
...ist ebenso klar, und er darf sich nach diesem Start auch nicht darüber beklagen, dass er in der Kritik steht. Das funktioniert in allen Ligen der Welt so: Über den Trainer wird diskutiert, wenn er keinen Erfolg vorweisen kann. Forte und YB stehen vor wegweisenden Tagen. Es braucht drei Siege gegen Thun, Lugano und im Cup gegen Kriens, sonst wird es definitiv kritisch. Aber für mich steht jetzt nicht nur Forte in der Verantwortung, sondern auch der Sportchef, die Führung, die Mannschaft. Es gibt keine Ausreden mehr.


http://www.derbund.ch/sport/fussball/es ... y/13965775

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2015/2016
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 6. August 2015, 22:30 
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Kein Plan zu erkennen

Nach dem FC Zürich entlässt auch YB den Trainer: Während sich der FC Basel als Vorbild präsentiert, sendet die Konkurrenz im Frühstadium der Saison wenig ermutigende Signale aus.

Es überrascht nicht, dass die Young Boys, die seit Jahrzehnten von einem Titel träumen, den Trainer wechseln. Der Klub ist auf Geldgeber angewiesen und hat ein grosses Fuhrwerk ans Ziel zu bringen. 2011 durfte das Projekt mit Christian Gross etwas kosten, 2012 herrschte mit Martin Rueda Sparkurs. 2013 stiess der Sportchef Fredy Bickel das teure Programm mit Uli Forte an, den er GC wegkaufte. Mit Forte wurde YB im ersten Jahr Dritter, zuletzt souverän Zweiter. Im Fall von Forte kann es nicht der Totomat gewesen sein, der ihn entlassen hat.

Doch jetzt wird das Programm abgebrochen. Auch wenn von der Vereinsleitung über Gebühr bemühte weiche Faktoren (klimatische Störungen) ins Gewicht gefallen sind, überrascht die Zäsur und deren Zeitpunkt – nach drei Remis in der Meisterschaft und dem klaren Ausscheiden in der Qualifikation zur Champions League gegen die AS Monaco, die zur Elite des französischen Fussballs gehört. Eigenartig ist, dass man in Bern nicht schon Ende letzter Saison zum Schluss kam, die Verantwortung nicht mehr Forte zu übertragen – weil längerfristig zu wenig Fortschritt und Risikobereitschaft zu orten sind. Zudem ist die Frage nicht wegzubringen, ob da nicht mehr herausgeholt werden müsste. Auch das hätte Kritik nach sich gezogen, aber man hätte von aussen darin womöglich einen Plan erkannt.

Man sollte im Schweizer Fussball den FC Basel nicht übertrieben als Vorbild preisen. Aber er bleibt es, da er der Konkurrenz offensichtlich auch in Trainer- und Timingfragen voraus ist. Er hätte die Personalie womöglich im Sommer proaktiv und schmerzvoll behandelt und dazu Zeit gewonnen – wie mit dem Meistertrainer Murat Yakin 2014. YB will Basel herausfordern und begibt sich wie der FC Zürich ausgerechnet zu Saisonbeginn in der für die Schweiz wichtigen Europacupphase auf Trainersuche und Selbstfindung. Ermutigende Signale sind das nicht – wieder einmal.


http://www.nzz.ch/sport/kein-yb-planzu- ... 1.18591624

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2015/2016
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 6. August 2015, 22:34 
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Der Glaube an YB überdauert

Trotz der grossen Unruhe: Berner Fussballkenner glauben, dass YB die Saison noch drehen kann.

YB-Legende Martin Weber hat schon viele Hochs und Tiefs der Young Boys miterlebt – als Spieler wie auch als Trainer. Trotz der mageren Resultate in den letzten Spielen ist für ihn die Entlassung Fortes «sehr überraschend» gekommen. Der Aktionismus zeuge vom grossen Druck, der auf dem ganzen Verein laste.

Sportchef Bickel argumentierte am Donnerstag, dass sich bereits in der Rückrunde ein Graben zwischen Forte und dem Staff aufgetan habe. Wenn schon vor Saisonstart das Umfeld nicht mehr richtig hinter Forte gestanden sei, hätte man den Trainer womöglich in der Sommerpause auswechseln sollen, sagt Weber. Offenbar sei zwischen dem Staff und Forte das «Geschirr zerschlagen» gewesen. Denn Sportchef Bickel sei nicht für Kurzschlussreaktionen bekannt. «YB hat Forte nach dem schlechten Saisonstart zum erstmöglichen Zeitpunkt entlassen», so Weber. Er persönlich finde es schade, dass Forte nun weg ist.

Ratlosigkeit und Zuversicht

Wenig überrascht von der Entlassung Fortes zeigt sich Christian Zingg, Leiter des «Bund»-Fussballblogs «Zum Runden Leder». «Der Schritt hat sich abgezeichnet. Denn der Zeitpunkt ist nicht schlecht gewählt.» Wenn man einen Trainer auswechseln wolle, sei jetzt der bessere Moment als in der Winterpause. «Jetzt lässt sich die Saison durchaus noch drehen», glaubt Zingg.

Der erneute Trainerwechsel bei YB löst bei Pedro Lenz, Mitglied des YB-Beirats und Kolumnist, grosse Ratlosigkeit aus. «Die Erfolglosigkeit in den letzten Jahrzehnten hat bei YB alle Trainer, Spielsysteme und Sportchefs überdauert.» Wo bei Forte der Hund begraben war, weiss er nicht. «Ich habe das Gefühl gehabt, dass er mit Spielern und Medien einen gutem Umgang hatte.» Lenz hat den Glauben an YB aber noch lang nicht aufgegeben. «Ich schreibe diese Saison sicher noch nicht ab.»

Durchhalteparolen kommen auch von YB-Oldie Weber. «Die Entlassung Fortes kann eine Befreiung sein. Jetzt steht die Mannschaft in der Verantwortung.»


http://www.derbund.ch/sport/fussball/De ... y/14764093

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2015/2016
 Beitrag Verfasst: Freitag 7. August 2015, 09:47 
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Bickel will einen «Fussballlehrer»

Laut YB-Sportchef Fredy Bickel gibt es keinen Kronfavoriten auf die Nachfolge Uli Fortes.

Uli Forte hatte einen ungewöhnlichen Start. Als er am 1. Juni 2013 als Cupsiegertrainer von GC bei den Young Boys als Coach vorgestellt wurde, stand sein Assistent bereits fest: Harald Gämperle, von YB-Sportchef Fredy Bickel als «bester Assistent der Schweiz» gewürdigt.

Gämperle ist nun Fortes interimistischer Nachfolger, und es gibt nicht wenige Beobachter, die finden, das sei kein Zufall. Bickel hat bei den Young Boys viele langjährige Wegbegleiter in wichtigen Funktionen installiert, der Sportchef ist die dominante Figur im Verein.

Man darf nun gespannt sein, wen Bickel als Nachfolger Fortes vorschlagen wird. Am Donnerstag sprach er davon, dass er wie immer am liebsten einen Schweizer Trainer engagieren würde, und meinte, man werde nun ein Anforderungsprofil erstellen. Bickel erklärte, auch wegen der vielen jungen Akteure im Team einen «Fussballlehrer» verpflichten zu wollen, und bestätigte auf Nachfrage, dass er den bei YB gehandelten Murat Yakin als einen solchen betrachte. «Aber wir haben noch überhaupt nicht über Kandidaten gesprochen», sagte Bickel, «wir beginnen die Suche.»

Einer wie Lewandowski

Es gibt auch Stimmen in Bern, die meinen, YB solle auf einen deutschen Trainer setzen, Thomas Schaaf oder Mirko Slomka werden genannt, der frühere Leverkusen-Coach Sascha Lewandowski, 43 Jahre alt, gilt als ausgezeichneter Ausbilder. Er arbeitet derzeit als Nachwuchs-Cheftrainer in Leverkusen.

Es ist nicht davon auszugehen, dass YB in den nächsten Tagen einen neuen Übungsleiter vorstellen wird. Und vielleicht beginnt Gämperle, der kurz vor dem Erwerb der Uefa-Pro-Lizenz steht, ja mit einer Siegesserie und drängt sich als Nachfolger Fortes auf. Vorgesehen sei das nicht, sagte Bickel, aber im Fussball sei immer vieles möglich.

Die Vorwürfe an Forte

Um Uli Forte wiederum muss man sich keine Sorgen machen, sein Ruf in der Szene ist intakt, der FCZ sucht ebenfalls einen Trainer. Forte führte YB von Rang 7 auf Rang 3 und 2, überstand schwierige Zeiten, schaffte es aber nicht, YB weiterzuentwickeln. Es gibt einige Vorwürfe bezüglich seiner Arbeit. So soll er fast immer mit dem gleichen System (4-2-3-1) agiert haben, seine Ansprache habe sich abgenutzt, der offene Forte habe die Spieler nicht mehr wunschgemäss erreicht. «Ich hätte sehr gerne bei YB weitergearbeitet», sagte Forte. «Ich verstehe die Entscheidung des Vereins nicht, muss sie aber akzeptieren.»

Forte wurde entlassen, obwohl er ungeschlagen im Ligabetrieb ist. Das dürfte weltweit in einer Profiliga ein einmaliger Vorgang sein. Bei einer kurzen Internetrecherche taucht ein Hamburger Amateurverein auf, bei dem es 1994 zur gleichen, eher speziellen Situation gekommen war.


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/29067437

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2015/2016
 Beitrag Verfasst: Freitag 7. August 2015, 10:29 
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YB sucht neuen Coach

Holt Bickel Kumpel Schällibaum?

Nach Urs Meier beim FCZ muss noch ein Trainer nach erst der dritten Runde gehen. Uli Forte kann es nicht verstehen.

Die beiden Champions-League-Qualifikationsspiele gegen Monaco stellten im Drama um die Entlassung von Uli Forte ein Timeout dar. Dachte man. Das Gegenteil war der Fall. Nach dem ernüchternden 1:3 zu Hause folgte die zweite Halbzeit im Stade Louis II. Sie war aus YB-Sicht jämmerlich – und besiegelte das Ende der Ära Forte.

Unmittelbar nach Spielschluss konsultierten Sportchef Fredy Bickel und weitere Personen aus der YB-Führungsebene die Routiniers unter den Spielern. Diese verrieten, dass dem Coach nicht mehr richtig zugehört werde, wenn er in seinem immerwährenden Positivismus daherschwadroniere. Und dass sie nicht mehr an eine Wende mit Forte glaubten.

Das reichte. Das Fallbeil senkte sich gestern Nachmittag. Am Morgen hatte Forte noch nichts geahnt. «Ich hätte sehr gerne bei YB weitergearbeitet», wird Forte im YB-Communiqué zitiert. «Aber leider ist dies nicht mehr möglich. Ich verstehe die Entscheidung des Vereins nicht, muss sie aber akzeptieren.»

Uli Forte gehört nicht zum Bickel-Clan und war isoliert

Forte also ein Opfer der Spieler, was gewiss ein Ausdruck von Führungsschwäche ist? Ja. Aber nicht nur. Forte war schon seit letztem Herbst angezählt, als er mit Garantie entlassen worden wäre, hätte er das Schicksalsspiel gegen Sion verloren. Nach solch einer Beinahe-Entlassung wird die Halbwertszeit kurz, ganz kurz. Bickel: «Der Entscheid war eine Folge der beunruhigenden Entwicklung der letzten zwei, drei Monate.»

Forte war aber auch isoliert. Der Brüttiseller ist keiner aus dem Bickel-Kuchen. Keiner aus dem Intim-Umfeld des Sportchefs. Das liess dieser ihn oft spüren. Auch in der Aussen-Kommunikation. Ein Beispiel: Am Nachmittag des Monaco-Spiels nahmen sich Assistenztrainer Harry Gämperle und Goalietrainer Paolo Collaviti Zeit für einen gemütlichen Schwatz ausserhalb des Hotelgeländes. Ohne Forte. Wie sagte Bickel? «Wir hofften, dass wir einander wieder finden würden.» Der einsame Forte. Und der Bickel-Clan.

Ebendieser Gämperle, Bickels intimster Kumpel, wird nun interimistisch Chefcoach. Er ist berechtigt dazu, weil er demnächst die Uefa-Pro-Lizenz erhalten wollte. Assistiert von U15-Coach Erich Hänzi, auch ein Ex-FCZler. Fehlt eigentlich nur noch Marco Schällibaum, und die einstige YB-WG ist wieder komplett.

Holt Bickel Kumpel Schällibaum?

Ist der Chiasso-Coach eine Option? Denkbar. Und sonst: Murat Yakin hat keinen Bock auf YB. René Weiler sitzt nach dem Last-Minute-Sieg gegen Heidenheim wieder fester im Nürnberger Sattel. Bleibt fast nur eine deutsche Lösung, also eine grosse mit Leuten wie Thomas Schaaf oder Mirko Slomka. Aber zuerst muss Harry, nein, nicht den Wagen holen. Sondern den Dreier am Sonntag gegen Thun.


http://www.blick.ch/sport/fussball/supe ... 49156.html

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2015/2016
 Beitrag Verfasst: Freitag 7. August 2015, 14:04 
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Gämperle redet, Forte fährt davon

Während Uli Forte im Stadion zugegen ist, trainieren die Young Boys am Freitagmorgen ein erstes Mal unter der Anleitung Harald Gämperles.

Es ist ein eigenartiger Moment. Trainer Uli Forte, der am Donnerstagnachmittag von seiner Entlassung erfahren hatte, räumt am Freitagmorgen im Stade de Suisse seine sieben Sachen, verabschiedet sich von Mitarbeitern. Dann verlässt er im YB-Auto seine einstige Wirkungsstätte.

Mit der Rückgabe des Fahrzeugs wird der Zürcher bald ein weiteres Kapitel abschliessen können, die Geschichte mit den Young Boys, die für den Coach in den zwei Jahren auch viele schöne Momente bereitgehalten hatte, dürfte den 41-Jährige aber noch länger beschäftigen.

Konzentration auf Übungen

Während Forte davonbraust, trainiert die Mannschaft im Inneren des Stadions. Harald Gämperle, der nun interimistisch die Verantwortung trägt, führt ein kurzes, angeregtes Gespräch mit Captain Steve von Bergen und hält eine Ansprache an das Team.

Dann übernimmt Konditionstrainer Martin Fryand. Von den Turbulenzen des Donnerstags ist am Freitagmorgen im Stade de Suisse wenig spürbar, die Akteure absolvieren konzentriert die Trainingsübungen. Am Samstag steht noch einmal eine Einheit auf dem Programm, bereits am Sonntag (16 Uhr) geht es für YB im Spiel 1 nach Forte gegen Thun um viel.


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/11889773

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2015/2016
 Beitrag Verfasst: Freitag 7. August 2015, 18:55 
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«Dafür fehlt mit jegliches Verständnis»

FCL-Trainer Markus Babbel ergreift für seine freigestellten Kollegen Urs Meier und Uli Forte Partei.

Der Schweizer Fussball spielt verrückt. In der Super League sind gerade mal drei Runden gespielt und schon haben der FCZ und YB ihre Übungsleiter freigestellt. «Meine ganz ehrliche Meinung? Ich tue mich damit extrem schwer und kann das nicht nachvollziehen», sagt FCL-Trainer Markus Babbel und ergreift für seine Kollegen vehement Partei, als er am Freitag vor dem Heimspiel gegen den FC Basel auf die Freistellungen von Meier und Forte angesprochen wird.

«Entweder bin ich von meinem Trainer überzeugt und dann muss man ihm auch die Zeit geben oder wenn ich es nicht bin, muss man sich schon vorher von ihm trennen. Aber wenn du nach drei Spieltagen den Trainer entlässt, dann hat da schon vorher etwas nicht gestimmt. Dann muss ich ehrlich gestehen, kann man nicht dem Trainer die Schuld geben, dann muss man da ein paar andere Leute hinterfragen.»

Babbel würde anders handeln

Babbel weiter: «Man muss vorher dem neuen Trainer die Chance geben, die Vorbereitung mit der Mannschaft zu tätigen. Aber nach drei Spieltagen – da fehlt mir jegliches Verständnis. Aber ich bin Gott sei Dank nicht in so einer Verantwortung und wenn ich in so einer Verantwortung wäre, würde ich anders handeln.» Babbel, selber bei Stuttgart (2009), Hertha (2011) und Hoffenheim (2012) entlassen, kennt die Mechanismen im Geschäft. Den FCL hat er von Carlos Bernegger übernommen, nachdem der FCL nach elf Runden mit nur fünf Punkten auf dem letzten Tabellenplatz feststeckte. Babbel brauchte danach zehn Runden, um die Zentralschweizer aus dem Tabellenkeller zu holen.

Babbel hält an seiner Meinung fest: Dem Trainer müsse man auch «zutrauen, aus so einer schwierigen Situation herauszukommen. Wenn ich da höre oder lesen muss, dass in der Mannschaft das und das gesagt wurde – wer erzählt da was? Das sind ja meist diejenigen, die nicht ganz so oft zum Einsatz kommen und mit ihrer Situation nicht hocherfreut sind. Wenn einer darauf hört, stimmt sowieso etwas nicht. Ich erwarte dann von meinem Sportdirektor, Manager, Präsidenten und was auch immer, dass da kein Blatt zwischen Trainer und die Verantwortlichen passt.»

Wenn sich jeder Spieler beim Manager oder Präsident ausheulen könne oder dürfe, dann habe man schon verloren. «Das ist eine Katastrophe für jeden Trainer», so der FCL-Trainer. In so einem Fall erwarte er, dass der Verantwortliche dem Spieler sage: «Was erzählst du mir das? Sag es dem Trainer und besprich das mit ihm.» Wenn die Resultate klar gegen einen sprechen, dann muss man die Konsequenzen ziehen und das weiss jeder Trainer. Babbel: «Nach drei Spieltagen aber so eine Konsequenz zu ziehen – damit tue ich mich ganz schwer.»

Über Konsequenzen müssen sich derzeit aber weder Babbel noch die FCL-Verantwortlichen Gedanken machen. Mit zwei Remis (2:2 gegen Sion, 1:1 bei YB) und einem Sieg (1:0 in Thun) sind die Leuchten nicht schlecht in die Saison gestartet. Mit fünf Punkten nach drei Runden und noch ohne Niederlage trifft der FCL am Samstag nun auf den Meister aus Basel. Babbel: «Mit dem Leader kommt eine hohe Qualität auf uns zu und dieser Herausforderung müssen wir uns stellen. Wir wollen ein gutes Spiel zeigen und dafür wird maximale Leistung vonnöten sein.»

Aber selbst im Fall einer Niederlage wird sich Babbel keine Sorgen um den Job machen müssen. So viel Ruhe ist in Luzern aber auch noch nicht lange der Fall.


http://www.20min.ch/sport/dossier/super ... y/18020591

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2015/2016
 Beitrag Verfasst: Freitag 7. August 2015, 18:57 
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YB-Interimstrainer Gämperle

Die Last des starken Lobs

Harald Gämperle, der interimistische Nachfolger von Uli Forte, gilt als ewiger Assistent. YB-Sportchef Fredy Bickel hat ihn schon als «besten Assistenten» bezeichnet. Das ist nicht nur von Vorteil.

Es gibt ein Balkon-Bild der netten Grillparty, verbreitet in sozialen Netzwerken am Donnerstag, also am Tag, an dem YB den Trainer Uli Forte freigestellt hat. Zu sehen sind YB-Spieler wie Sutter, Benito und Gerndt sowie frühere Angestellte wie Silberbauer und Simpson. Auch der Youngster Leonardo Bertone hat sich verewigen lassen, im grossen Schwimmring, auf der Aare gleitend – am heissen Tag, an dem Forte gehen muss. Was auch immer von der Verbreitung solcher Bilder zu halten ist: Sie ist ungeschickt und erweitert Deutungsmuster.

Es ist Freitagmittag, hoch oben im Stade de Suisse, Presidents Lounge. Es fliesst im Moment einfach nicht so recht bei YB. Das stellt der Sportchef Fredy Bickel fest, als er vom Gegner im Play-off der Europa League spricht, von Karabach Agdam, Aserbaidschan; vom «schwierigsten Los». YB hat in der Tat zu kämpfen in diesen Tagen, Abstimmungsprobleme. Als sich Forte am Morgen von der Mannschaft verabschiedet, ist Bickel noch nicht zugegen. «Wir haben uns verpasst», sagt Bickel, ein Termin sei verschoben worden. So kann das gehen.

Harald Gämperle, der Assistent, der zumindest interimistisch zum Chef wird, hat Forte dagegen noch kurz getroffen. YB verschliesst sich zumindest der Option nicht, dass Gämperle auf Dauer Cheftrainer werden könnte. Je nach Resultaten. Das betont Bickel am Freitag. Gämperle, der noch eine Trainingseinheit von der Uefa-Pro-Lizenz entfernt ist, lässt verlauten: «Jeder hat das Ziel, Cheftrainer zu werden. Aber ich habe an keinem Stuhl gesägt.» Immerhin räumt er ein, dass sich auch im Trainerteam Risse gebildet hätten.

Der Ostschweizer, einer der treuen Wegbegleiter Bickels, war im FC Zürich und in Berlin sechs Jahre lang Assistent Lucien Favres. Er assistierte danach in Zürich Urs Fischer und Rolf Fringer, er war in Bern die Nummer zwei – wie schon während der ersten Bickel-Zeit vor über einem Jahrzehnt. Gämperle, der ewige (Bickel-)Assistent. Oder wie sich Bickel schon ausgedrückt hat: «der beste Assistenztrainer». Nicht in jeder Lage gereicht ein Lob im Superlativ zum Vorteil. Gämperle sieht seiner YB-Premiere am Sonntag gegen den FC Thun gelassen entgegen. Er werde nicht nervös sein, sagt er einem Reporter, er tue dies nicht zum ersten Mal. Schon in Zürich rutschte er nach den Entlassungen Fischers und Fringers vorübergehend in die Verantwortung. Kann er YB führen? «Letztlich entscheiden das die Spieler», antwortet er. Nicht an der Grillparty, sondern auf dem Rasen.


http://www.nzz.ch/sport/die-last-des-st ... 1.18592054

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2015/2016
 Beitrag Verfasst: Freitag 7. August 2015, 19:01 
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YB nach der Forte-Entlassung

Das Glaubwürdigkeitsproblem

Nach der Freistellung von Uli Forte kommt niemand auf die Idee, YB für einen mutigen Schritt zu loben. Das ist historisch bedingt – und die Wahl des neuen Coachs prüft die Glaubwürdigkeit aufs Neue.

Die Young Boys hatten sich soeben tüchtig durchgeschüttelt und den Trainer Uli Forte entlassen, sie prallten auf Unverständnis und Rechtfertigungszwang – aber etwas blieb in all den Turbulenzen unverrückbar: das Saisonziel.

Das Ziel? «Ein Titel», sagte der Sportchef Fredy Bickel am Donnerstagabend. Da stand YB gerade eben ohne Cheftrainer da – aber ein Pokal soll es im nächsten Frühling dennoch sein, der erste seit 1987, bitte schön. Man könnte darüber schmunzeln oder Häme ergiessen – oder sich vor Augen führen, was die schonungslose Bedeutung von Bickels Worten ist: Er glaubt an die Mannschaft und irgendwie auch an den neuen Trainer, den er noch gar nicht hat.

Aber an Forte glaubte er nicht mehr.

Sowieso falsch

orte war der Mann für den Aufbruch gewesen. Er kam im Sommer 2013, um YB wachzurütteln; er brachte Power und Elan; er sagte: «Vielleicht bin ich ein Trainer, der schnell kitten und Teamgeist entfachen kann.» Und vor allem startete er mit fünfzehn Punkten aus fünf Spielen. Nach den ersten drei Siegen sagte Bickel in der NZZ: «Ich bin mir sicher, dass Forte mehr ist als ein guter Motivator», es sei «ein Bauchgefühl», aber immerhin habe er Forte einen Dreijahresvertrag gegeben.

Was zwei Jahre später ist, trägt die Züge bitterer Ironie. Die Young Boys sind sich nicht mehr so sicher, ob Forte mehr ist als ein guter Motivator – und sie verschweigen nicht, dass es Gräben gab, die nicht mehr zu kitten waren. Gräben allüberall, im Staff, im Team, im Umfeld. Nicht mehr zu kitten, für Forte, ausgerechnet. Das gegenseitige Unverständnis soll immer grösser geworden sein, betreffend Taktik, Mannschaftsführung oder Zusammenarbeit im Trainerteam; Forte sei zu systemtreu gewesen, zu wenig einfühlsam, zu stur.

Die vielen kleinen Dinge – das ist die eine Seite, die gar nicht zu sehr ausgeschlachtet werden soll, weil Forte wohl auch das eine oder andere zu sagen hätte. Zum Beispiel: wie schwierig es ist, mit einem Assistenten zusammenzuarbeiten, der schon vor Fortes Verpflichtung bestimmt war, mit Harald Gämperle, einem langjährigen Weggefährten Bickels.

Auf der anderen Seite: das grosse Ganze. Viele Leute fragen sich, wie es möglich war, dass so lange nichts nach aussen drang über den bunten Strauss von Schwierigkeiten. Wer Anfang Juli mit YB-Exponenten über eine Weiterbeschäftigung Fortes über den Sommer 2016 hinaus sprach, bekam zu hören, für September seien Verhandlungen traktandiert. Frage: «Ist für Sie klar, dass Sie mit Forte verlängern möchten?» Antwort: «Absolut. Aber nun stellen Sie mir diese Frage – und plötzlich fliegen wir aus dem Europacup und liegen in der Super League zehn Punkte zurück. Einen gewissen Druck haben wir, klar.»

Nun kämpft YB noch um den Einzug in die Europa-League-Gruppenphase und liegt sechs Punkte hinter dem FC Basel – doch Forte muss schon gehen.

Aber: Wie die Young Boys mit der Causa Forte auch immer umgegangen wären – sie hätten es ohnehin falsch gemacht. Hätten sie schon im Frühling auch nur verklausuliert Zweifel geäussert, hätte es geheissen, sie destabilisierten Forte. Hätten sie ihn in der Sommerpause entlassen, wären sie gefragt worden, warum sie ihm nicht die Chance gegeben hätten, in die neue Saison zu starten. Und hätten sie am Donnerstag schon den Nachfolger präsentiert, wäre ihnen vorgeworfen worden, sie hätten hinter Fortes Rücken verhandelt.

Bloss die Geschichte, die sie auftischten, dass sie auf neuen Schwung in der neuen Saison hofften, auf Entspannung und Versöhnung – diese Geschichte glaubte fast niemand. Wer kam schon auf die Idee, dass Fortes Entlassung vielleicht durchaus wohlüberlegt war? Lob für den Mut? Nirgends.

Darin liegt das Übel: YB hat ein Glaubwürdigkeitsproblem. Es ist anders als im FC Basel, bei dem zwar nicht jede Personalie reibungslos abläuft, aber zumindest nachvollziehbar. In Bern hingegen ist über Jahre hinweg so viel Geschirr zerschlagen worden, dass fast keinem gewichtigen Schritt ohne Skepsis begegnet wird.

Yakin und das Bauchgefühl

Vor diesem Hintergrund ist auch die Wahl des neuen Trainers zu sehen. Grundsätzlich sucht Bickel nach einem Schweizer, der sich in der Ausbildung junger Spieler versteht. Aber viele fragen sich, wie Bickel auf die Schnelle einen Coach finden will, der das Saisonziel erreicht – wie gesagt, ein Titel soll es sein. Deshalb wird oft Murat Yakin genannt, prominenter Name, zwei Titel. Es ist naheliegend, dass sich Bickel auch mit dieser Option befassen wird. Doch vielleicht müsste er sich gerade in diesen Tagen die Frage stellen, wie glaubwürdig diese Wahl wäre – just Yakin, dem aus Basel nachgesagt wird, er sei zu wenig einfühlsam gewesen, zu stur. Wie Forte, wie Christian Gross, den die Berner einst noch mit viel mehr Schimpf und Schande vom Hof jagten. Vermutlich sagt Bickels Bauchgefühl, dass es falsch wäre, Yakin zu verpflichten. Aber ob er dem Bauchgefühl vertrauen darf, weiss Bickel derzeit wohl nicht so recht.


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