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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2014/2015
 Beitrag Verfasst: Montag 23. März 2015, 10:06 
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Die Stürmer der Young Boys

Cool, wenn's hektisch wird

Alexander Gerndt und Guillaume Hoarau sind aussergewöhnliche Stürmer. Nicht allein ihre fussballerischen Fertigkeiten sind bei den Young Boys gefragt, ihre Leaderqualitäten sollen das Team mitreissen.

Damals sei die Enttäuschung doppelt gewesen, sagt Alexander Gerndt mit einem Seufzer. Mit Schmerzen lag er am 8. Februar 2014 in den Katakomben des Basler St.-Jakobs-Parks, das rechte Sprunggelenk durch Taulant Xhakas Stollen malträtiert. Und dann kam noch dieser Lärm dazu, zweimal. «Ich verstand, dass Basel zwei Tore geschossen hatte», sagt Gerndt. Es wurde wieder nichts mit der Leaderposition für YB. Gerndt hielt sich an Krücken fest, die Basler Monate später am Meisterpokal.

Es war wie so oft bei den Young Boys in den vergangenen Jahren. Nahe dran, aber nicht ganz. Übung hat man mehr im Hoffen als im Feiern. Neue Personalien, neue Strategien – es gab rund um das dynamische Stade de Suisse immer wieder neue Ansätze, verheissungsvolle, die wieder verworfen wurden. Und jetzt wächst wieder eine knisternde Konstellation heran. «Ich habe Hoffnung für die Zukunft», sagt der YB-Sportchef Fredy Bickel in einem Sessel des schicken Restaurants im Wankdorf. Er sagt diesen Satz, während er über das Stürmer-Duo spricht: über Alexander Gerndt und Guillaume Hoarau. «Ich sehe, wie sie mit­einander reden, und habe das Gefühl, dass da etwas zwischen ihnen entsteht.»

Starkes Duo

Lange musste Gerndt zuschauen, trainieren, dann doch noch sich operieren lassen, wieder warten, trainieren – ein Jahr lang. Inzwischen ist die doppelte Enttäuschung von 2014 längst gewichen. Sechsmal setzte ihn der YB-Trainer Uli Forte in dieser Rückrunde in der Super League ein. Drei Tore hat er erzielt und einen Assist gegeben. Gerndt nährt diese neue ­Hoffnung, die doppelt ist. Denn er ist heute nicht mehr die alleinige Spitze, die schnell in Freiräume vorstiess, damals assistierte ihm der noch unerfahrene Michael Frey. Heute ist die Situation anders. Frey ist weg, und als sich Gerndts Absenz in die Länge zog, reagierte YB Ende August mit Hoarau, dessen Auftritt hält, was der Palmarès versprochen hatte: Der Franzose, der mit Paris St-Germain Cup-Sieger und Meister wurde, hat in 25 Partien für YB bereits 16-mal getroffen. 192 wuchtige Zentimeter, gekoppelt mit feinster Technik. Hoarau macht Eindruck. Das spürt man im Stadion, wenn bei jeder seiner Ballberührungen der Lärmpegel steigt, Torgefahr spürbar wird. «Jeder gegnerische Trainer spricht Hoarau in seinem Team an», sagt Bickel, «das macht es für ihn schwierig, aber vielleicht auch für andere einfacher.» Etwa bei Standards für den kopfballstarken Innenverteidiger Milan Vilotic.

Oder für Gerndt. Seit der Schwede wieder spielen kann, ist er immer häufiger anstelle von Yuya Kubo oder Samuel Afum der Partner Hoaraus, manchmal neben, manchmal hinter ihm. Auch wenn die Geschichte dieses Duos noch jung ist, hat sie doch bereits etwas ­vorzuweisen. Einmal schiesst Gerndt zwei Tore und Hoarau eines. Dann wieder umgekehrt. «Sie sind zwei Stürmer, die spüren, wie sie sich gemeinsam bewegen müssen», sagt Bickel. Wenn sie gesund blieben und alle, auch die Ergän­zungs­spieler, ihre Rollen richtig einschätzten, könne die Abteilung Sturm bei YB sehr interessant werden, sagt Bickel.

Ein «Glückskind» nennt sich der Trainer Uli Forte. Neben Gerndt und Hoarau erwähnt er Kubo, Afum und Gonzalo Zárate. Mit den wuchtig-wirbligen Flügeln Renato Steffen und Raphaël Nuzzolo besitzt er eine Offensive, die viele Optionen bietet. Von einer Annäherung an den Branchenleader Basel, jene Mannschaft, die es immer wieder zu schlagen gilt, will Forte nicht sprechen. Es gehe nicht um Basel. «Es geht um unseren eigenen Weg», sagt Forte, «und Hoarau und Gerndt können uns aufs nächste Level bringen.»

Mit ihnen hat YB nicht nur viel fussballe­rische Qualität, sondern auch jene Leaderfiguren, die man früher bei den Bernern oft ­gesucht hat. «Beide haben Titel gewonnen und bleiben cool, wenn’s hektisch wird», sagt ­Forte. Als er Gerndt ausgerechnet gegen Basel erstmals wieder von Beginn an aufstellte, schoss dieser kühl zwei Tore zum 4:2-Sieg. Gerndt, der 2011 in Schweden wegen Körperverletzung an seiner Ex-Frau zu einer Geldstrafe verurteilt wurde, macht in Bern einen ausgeglichenen Eindruck. Inzwischen hat sich die Situation normalisiert, der 28-Jährige sieht die beiden Kinder aus erster Ehe regelmässig, er hat eine neue Partnerin und wurde zum dritten Mal Vater. Im Wankdorf staunt man über seinen Fleiss bei Extraschichten im Kraftraum. «Wenn du nicht arbeitest, gewinnst du nicht», sagt er, «ich laufe gerne und viel – und denke, dass dann auch das Team für dich läuft.» Sein Sportchef Bickel findet, dass Gerndt ein gutes Bild im Team abgebe: «Durch seine harte Arbeit kann er eine Leaderfunktion übernehmen.»

Den Ton angeben

Hoarau tue das eher auf der Gefühlsebene, ­abgesehen vom spielerischen Können. Der Franzose von der Insel Réunion im Indischen Ozean liebt die Musik. Nach dem wichtigen Europa-League-Sieg in Bratislava holte er die Mitspieler von den Zimmern und sang mit ­ihnen ein Lied am Klavier in der Lobby. Als er vor einigen Wochen den Vertrag um drei Jahre verlängerte, lud er die Kollegen samt Partnerinnen zum Essen ein. Aber er kann sich auch wie nach dem unbefriedigenden 1:1 in Aarau mit einer Ansprache vors Team stellen. «Sein Siegeswille und sein professionelles Denken sind entscheidend», sagt Bickel, «dass er das ins Team bringt, ist viel wichtiger, als dass er uns allein Richtung Spitze führt.»


http://www.nzz.ch/nzzas/nzz-am-sonntag/ ... 1.18507204

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2014/2015
 Beitrag Verfasst: Freitag 27. März 2015, 11:32 
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Harter Weg in die Königsklasse

Auch als Zweiter könnte YB an der Qualifikation zur Champions League teilnehmen. Allerdings würden die Berner mindestens einen Coup benötigen, um die Königsklasse zu erreichen.

145 Tage sind die Young Boys mittlerweile in der Super League ungeschlagen. Anfang November – es ist heute kaum mehr vorstellbar – stand YB-Trainer Uli Forte nach der erbärmlichen Leistung seines Teams zu Hause gegen Vaduz und dem 0:1 kurz vor der Entlassung. Es war die dritte Niederlage in Serie.

Vier Tage später unterlagen die überforderten Young Boys in der Europa League auch in Neapel diskussionslos 0:3, eine weitere Niederlage kurz darauf gegen Sion hätte Fortes Ende in Bern bedeutet (selbst wenn die Verantwortlichen das damals dementierten). YB siegte gegen Sion sehr glückhaft 2:1 – und hat seine imposante Serie der Ungeschlagenheit in der Super League mittlerweile auf 12 Partien mit 30 Punkten (28:12 Tore) ausgebaut.

Insbesondere im Stade de Suisse zerlegten die Berner ihre Gegner nach vielen Regeln der Fussballkunst, in den sechs Siegen seit dem Trauerspiel gegen Vaduz lautet das Torverhältnis 22:9!

Koeffizient verbessert

Und so ist die Krise, in der YB noch vor vier Monaten steckte, heute ganz weit entfernt. Die Young Boys haben den zweiten Platz «betoniert», wie es Sportchef Fredy Bickel sagt. Sieben Punkte liegt der FC Zürich zurück, sieben Punkte ist ebenfalls Leader und Serienmeister Basel entfernt. Auch als Zweiter könnte YB im Sommer wieder einmal an der Ausscheidung zur prestigeträchtigen Champions League teilnehmen – und zwar ab der 3.Qualifikationsrunde.

Der Weg in die Königsklasse allerdings wäre beschwerlich. Trotz drei guten Saisons in der aktuellen Fünfjahreswertung, die den Uefa-Klubkoeffizienten definiert, ist der verbesserte Wert der Young Boys (31,375; Rang 66) kaum gut genug dafür, dass die Berner gesetzt wären. Und würden sie sich in der 3.Qualifikationsrunde durchsetzen, wären sie dann in den Playoffs zur Champions League ohnehin ungesetzt.

Die Verlierer der 3.Qualifikationsrunde sind immerhin dazu berechtigt, die Playoffs zur Europa League zu bestreiten. Und dort wären die Young Boys mit ihrem Wert, den sie sich dank drei Teilnahmen an der Europa League (2010, 2012, 2014) erspielten, auf jeden Fall gesetzt.

Um die Champions League zu erreichen, müsste YB allerdings mindestens einen klar stärker eingestuften Verein bezwingen. In der 3.Qualifikationsrunde auf dem Platzierungsweg, den YB als Zweiter bestreiten würde, wären unter anderem der Dritte der französischen Liga (derzeit Marseille) oder der Zweite aus Russland (im Moment ZSKA Moskau), Holland (Ajax Amsterdam), der Ukraine (Schachtar Donezk) und der Türkei (Besiktas Istanbul) mögliche Gegner.

Sehr starke Gegner möglich

Ein Weiterkommen wäre nicht unrealistisch, richtig schwierig aber würden dann die Playoffs werden. Da wären die Dritten aus Italien (derzeit Lazio Rom), Portugal (Sporting Lissabon) sowie die Vierten aus England (Manchester United), Spanien (Atlético Madrid) und Deutschland (Leverkusen) in der Auslosung.

Ein Coup wäre – je nach Auslosung – auch in den Playoffs keineswegs unmöglich für die Young Boys, zumal sie Ende August nach dem Super-League-Saisonstart Mitte Juli bereits eingespielt wären, während die Saison in den grossen Ligen genau rund um die Playoff-Partien beginnt.

Und als Teilnehmer dieser Playoffs wäre YB immerhin bereits für die Gruppenphase der Europa League teilnahmeberechtigt. So war es auch 2010, als die Young Boys in den Playoffs zur Königsklasse nach tollem Heimspiel und früher 3:0-Führung letztlich klar an Tottenham scheiterten (3:2, 0:4).

Als Meister einfacher

Als Schweizer Meister allerdings wäre die Route in die Champions League durch die Qualifikationsphase ungleich einfacher – auch weil die Young Boys mit ihrem Uefa-Koeffizienten auf dem «Champions-Weg», wo der nationale Titelträger dabei ist, mittlerweile wie der FC Basel bis am Schluss gesetzt wären.


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/12718716

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2014/2015
 Beitrag Verfasst: Freitag 10. April 2015, 23:11 
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Nach Hoarau fehlt noch ein Filetstück

Die Achse bei YB ist überragend – und fast komplett. Es fehlt noch ein brillanter Spielgestalter. Er soll im Sommer verpflichtet werden.

YB siegt und siegt und verliert nicht. Seit dreizehn Partien sind die Young Boys in der Super League ungeschlagen, doch trotz zuletzt zehn Siegen und drei Unentschieden liegt Basel immer noch mit 7 Punkten voraus. «Solange der FCB nicht schwächelt, müssen wir nicht auf Rang 1 schauen», sagt YB-Trainer Uli Forte. Die Basler agierten zuletzt wieder stilsicher und offensivstark, nachdem sie zu Beginn der Rückrunde nicht besonders überzeugend aufgetreten waren.

Und so droht den Young Boys ein eher langweiliges letztes Saisonviertel, weil sie das kriselnde Zürich um 10 Punkte distanziert haben. Platz 2 und die Teilnahme an der Champions-League-Qualifikation im Sommer sind zementiert. «Wir sind im Fahrplan», sagt Sportchef Fredy Bickel. Seine Dreijahresrechnung vor zwei Jahren nach dem katastrophalen 7.Rang in der Saison 2012/2013 sah ja eine ständige Verbesserung im Ranking vor. Die letzte Spielzeit beendeten die Young Boys als Dritte, jetzt dürften sie mindestens Zweite werden, und wer kombinieren kann, erkennt, wie es im Idealfall weitergeht.

Gerndt als Stürmer stärker

Parallel zum hübschen Fahrplan krempelte Bickel auch das Kader um, wobei er Wert auf eine stabile Achse legt. «Ein Meisterteam baut man von hinten nach vorne auf», betont er zudem regelmässig. Im Tor steht mit dem 20-jährigen Yvon Mvogo einer der talentiertesten Goalies Europas, die Innenverteidigung mit Captain Steve von Bergen und Milan Vilotic ist sehr stark, der robuste Sékou Sanogo räumt im Mittelfeld auf – und ganz vorne sorgt der überragende Guillaume Hoarau für die flotte Musik.

Was in der Achse fehlt, ist ein brillanter Spielmacher, der im 4-2-3-1-System die zentrale Rolle im Aufbau mit Kreativität ausfüllt. Einer, wie es Hakan Yakin war. Moreno Costanzo wäre eigentlich einmal für diese Position des Regisseurs vorgesehen gewesen, doch der Techniker setzte sich in viereinhalb Jahren bei YB nicht nachhaltig durch, überzeugende Leistungen wechselten sich mit unscheinbaren Vorstellungen ab.

Der Vertrag von Costanzo, derzeit an Aarau ausgeliehen, läuft noch bis 2017 – doch ob er im Sommer zurückkehrt, ist offen. Der Japaner Yuya Kubo wiederum ist jung, ihm gehört die Zukunft, aber er ist kaum schon nächste Saison bereit für die Chefrolle in der Spielkonzeption.

Derzeit agiert Alexander Gerndt auf der Position des Spielmachers, aber der Schwede fühlt sich als Stürmer deutlich wohler. Gerade auswärts enttäuschte Gerndt zuletzt, ihm fehlen die Erfahrung als Regisseur und die Vision fürs Gestalten. Der lange verletzt gewesene Gerndt ist dennoch wertvoll fürs Team – aber kaum die Lösung als Zehner.

Chikhaoui kein Thema

Und so suchen Fredy Bickel und seine Crew eine Nummer 10. Kandidaten gibt es einige, spruchreif ist noch nichts, aber wie man hört, sind die Young Boys bereit, für die Komplettierung ihrer Achse noch einmal kräftig zu investieren. Wie sie es bei von Bergen, Vilotic, Sanogo und Hoarau auch taten.

Yassine Chikhaoui wäre ein passendes Filetstück für YB, der Tunesier wurde vor einem Jahr als Zugang in Bern gehandelt, doch Bickel nahm von einem Engagement des launischen Künstlers Abstand. Beim FCZ brillierte Chikhaoui in der Vorrunde, aber vor ein paar Wochen leistete er sich im Stade de Suisse gegen YB mehrere Tätlichkeiten – und wurde des Feldes verwiesen. Laut Bickel ist Chikhaoui aktuell kein Thema bei YB. Das letzte Puzzleteil für eine meisterliche Berner Achse dürfte aus dem Ausland zu den Young Boys wechseln. Damit der FC Basel in der nächsten Saison noch stärker unter Druck gesetzt werden kann.


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/21970661

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2014/2015
 Beitrag Verfasst: Freitag 17. April 2015, 09:48 
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Frischer Schub auf den Flügeln

YB bastelt am Kader für die nächste Saison. Im zentralen Mittelfeld und vor allem auf den Flügelpositionen wollen sich die Young Boys verstärken. Im Gespräch sind interessante Akteure.

Die Young Boys stehen vor dem letzten Saisonviertel, doch längst läuft die Vorbereitung auf die nächste Spielzeit. Dann soll der FC Basel herausgefordert werden. In dieser Spielzeit ist der Serienmeister mit grösster Wahrscheinlichkeit erneut zu stark, derzeit liegt er 10 Punkte voraus.

Ein Blick auf die Mannschaftsteile zeigt: Die Planungen sehen zwei, drei namhafte Zugänge vor – und im Idealfall keinen Abgang der umworbenen Fussballer. Sportchef Fredy Bickel schwebt ein Kader von 23 bis 25 Akteuren vor, jede Position soll dabei mindestens doppelt besetzt sein.

Tor: Mvogo dürfte bleiben

Das grosse Talent Yvon Mvogo bleibt die Nummer 1, Routinier Marco Wölfli die Nummer 2 – und im Hintergrund soll David von Ballmoos, wie Mvogo 20 Jahre jung, reifen. Mvogo dürfte noch ein Jahr für YB spielen – wenn er im Sommer nicht ein Hammerangebot erhält. «Wir gehen davon aus, dass er bleibt», sagt Bickel. «Aber man weiss im Fussball nie, was passiert.»

Abwehr: Junge rücken nach

Rechts in der Verteidigung werden die in dieser Saison überzeugenden Florent Hadergjonaj, jung und aufstrebend, und Scott Sutter, erfahren und formstark, erneut einen Konkurrenzkampf auf hohem Niveau bestreiten. Links ist Jan Lecjaks weiter gesetzt. Der 19-jährige Thomas Fekete (derzeit bei Biel) soll aufgebaut werden, während Alain Rochat in der Defensive auf vielen Positionen eine Alternative ist.

In der Abwehrmitte werden Steve von Bergen und Milan Vilotic wieder das Bollwerk bilden. Der an GC ausgeliehene Grégory Wüthrich kehrt zurück, der Vertrag mit Marco Bürki dürfte verlängert werden – doch der Bruder von Nationalgoalie Roman Bürki könnte an einen Klub verliehen werden, um Spielpraxis zu sammeln. Passiert das, dürfte ein anderer junger Innenverteidiger aus dem Nachwuchs nachrücken.

Abgangskandidat ins Ausland in der Abwehr ist Hadergjonaj, für den ein Wechsel aber wohl zu früh kommen würde.

Mittelfeld: Stratege gesucht

Im zentralen Aufbau sollen (der allerdings begehrte) Sékou Sanogo sowie Milan Gajic und Leonardo Bertone bleiben – zudem rückt der spielstarke Miguel Castroman, seit kurzem 19, nach.

YB sucht bekanntlich einen Spielmachertyp, wobei das laut Bickel kompliziert wird, weil zuerst die Zukunft der ausgeliehenen Moreno Costanzo (Aarau) und Helios Sessolo (Le Mont) geklärt werden muss. Für sie dürften im Sommer Abnehmer gesucht werden. Man kann jedenfalls davon ausgehen, dass YB einen Strategen verpflichtet. Irgendwann könnte Nationalspieler Blerim Dzemaili, derzeit bei Galatasaray Istanbul engagiert, ein Thema in Bern werden – Bickel unterhält beste Kontakte zu seinem früheren FCZ-Akteur.

Flügel: Einige Wechsel

Wichtig ist für die Young Boys auch die Besetzung der Flügelpositionen. Denn dort könnte es einen Engpass geben. Mit den lange verletzt gewesenen Matias Vitkieviez und Gonzalo Zarate werden in den nächsten Wochen Gespräche geführt, beide müssen wohl gehen. Der 18-jährige Taulant Seferi benötigt Zeit, er soll behutsam aufgebaut werden. Und so bleiben für die Flügel einzig Renato Steffen und Raphael Nuzzolo, mit dem kürzlich der Vertrag verlängert wurde. YB blieb beim zuletzt schwächelnden Nuzzolo fast nichts anderes übrig, weil der Verbleib Steffens offen ist.

Der Senkrechtstarter hat zwar bisher keinen Transfer forciert, seine starken Leistungen sowie seine freche Spielweise haben den flinken Dribbler aber bei mehreren ausländischen Klubs zum Thema gemacht. «Wir müssen abwarten, was passiert», sagt Bickel. «Wir wollen Steffen natürlich unbedingt halten.»

Sollte Steffen gehen, würde YB wohl mit drei neuen Flügeln in die nächste Saison steigen. Aus dem Klubumfeld ist zu vernehmen, dass die Vereinsbesitzer bereit seien, noch einmal zu investieren – zumal YB als Zweiter an der Qualifikation zur lukrativen Champions League teilnehmen würde. Bickel äussert sich nicht zu Internas, betont aber, dass es das Ziel sei, die Qualität des Teams zu verbessern. Und so würde es nicht überraschen, sollten die Berner nicht nur im Zentrum, sondern auch auf dem Flügel einen Hochkaräter verpflichten.

Starke Kandidaten

Zudem sind Fussballer, die in der Super League starke Leistungen zeigen, automatisch Kandidaten bei den Topteams Basel und YB – wenn sie nicht direkt in eine grosse Liga gehen. Zürichs Marco Schönbächler, dessen Vertrag ausläuft und der ablösefrei zu haben ist, liebäugelt schon länger mit einem Transfer ins Ausland, Gladbach und Hertha und Stuttgart gelten als Interessenten.

Doch weil der schnelle Aussenspieler jetzt wochenlang verletzt ausfällt, kann er sich nicht mehr für die Bundesliga aufdrängen. Das wäre die Chance für YB. «Ich kenne Schönbächler aus meiner Zeit bei Zürich gut», sagt Bickel, «er ist sicher ein starker Spieler. Aber es ist zu früh, konkret Stellung zu Namen zu nehmen.»

Auch Sions Daniel Follonier, 21, sowie dessen Teamkollege Reto Ziegler, Ende Saison vereinslos, könnten Kandidaten werden.

Besonders interessant aber sind zwei Brüder von Wolfsburgs Ricardo Rodriguez. Der 19-jährige Francisco Rodriguez vom FCZ wird längst im Ausland gehandelt, und das gilt auch für den gleichfalls wirbligen Roberto Rodriguez, 24, der bei St.Gallen wie der gleichaltrige Yannis Tafer grösstenteils überzeugt.

Es würde nicht überraschen, sollte YB neben einem Akteur aus dem Ausland einen (oder zwei) der erwähnten Spieler verpflichten. Zudem ist mit der Rückkehr des bei Thun zuletzt starken Alexander Gonzalez zu rechnen. Er gehört den Young Boys.

Sturm: Tabakovic kehrt zurück

Guillaume Hoarau und Alexander Gerndt sind die Hoffnungsträger im Angriff. Und wenn nicht vieles täuscht, dürfte Hoarau bleiben. Dazu kehrt der torgefährliche U-21-Nationalspieler Haris Tabakovic, an Wil ausgeliehen, zurück. Dann hätte es wohl nur noch Platz für einen weiteren Angreifer.

Yuya Kubo würde YB gerne behalten, doch der Japaner geniesst trotz mässigen Vorstellungen einen guten Ruf in der Branche – und könnte einen Transfer anstreben. Kaum Steine in den Weg legen würden die Young Boys dem glücklosen Samuel Afum.


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/17178093

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2014/2015
 Beitrag Verfasst: Samstag 25. April 2015, 16:19 
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Auf Aussenbahnen mehr Feuer legen

YB hat in dieser Saison einen ordentlichen Schritt vorwärts gemacht. Um nächste Saison Ligakrösus Basel ernsthaft in Verlegenheit zu bringen, müssen die Berner ihr Kader weiter verstärken.

Die Young Boys absolvieren die beste Saison seit fünf Jahren, als sie bis zur letzten Runde reelle Chancen auf den 12. Meistertitel ihrer Geschichte hatten. Nach 28 Spieltagen sind sie mit 54 Punkten ungefährdeter Tabellenzweiter; lassen sie bis Saisonende keine Punkte mehr liegen, übertreffen sie sogar die Bestmarke von 2010 (77 Punkte). Das wäre ein höchst beachtlicher Wert nach einem sehr mässigen Start und einer argen Resultatkrise im Oktober.

Der Makel: Der Rückstand auf Basel beträgt aktuell 10 Punkte, und da der Leader Woche für Woche seine Aufgabe mehr oder minder unaufgeregt und routiniert erledigt, hat sich das Thema Meistertitel für den BSC YB so gut wie erledigt. Etwas anders sähe es aus, hätte die Meisterschaft erst am 9. November begonnen, als das Team von Uli Forte eine Erfolgsserie startete, die erst am vorletzten Wochenende in St. Gallen endete (1:3-Niederlage). In dieser Zeitspanne holten die Berner einen Punkt mehr als der FCB – einem packenden Zweikampf um den Meisterpokal stünde nichts im Weg. Die Gründe für den Aufschwung lassen sich an mehreren Personen festmachen:

Milan Vilotic: Der Serbe hat nach der Seuchensaison 2013/14 bewiesen, dass er sein Geld wert ist. Der 28-Jährige ist einer der besten, wenn nicht sogar der beste Innenverteidiger in der Super League.
Sékou Sanogo: Dass der Ivorer ein zweikampfstarker und robuster Akteur ist, war bekannt, als er zu YB wechselte. Dass er beim ambitionierten Traditionsverein sofort den Takt angibt im zentralen Mittelfeld, war zumindest für Aussenstehende eine grosse Überraschung.
Renato Steffen: Er hat in dieser Saison die grössten Fortschritte gemacht. Der ungestüme Aargauer ist intern zum zweitbesten Skorer (8 Tore/6 Assists) aufgestiegen und hat im taktischen ­Bereich einiges dazugelernt.
Guillaume Hoarau: Der gross gewachsene Franzose ist für YB ein Glücksfall. Er ist nicht nur ein formidabler Skorer (14 Tore in der Super League, 6 in der Europa League), sondern besitzt Selbstvertrauen und Charisma wie kein ­Zweiter im Team.

Wenn das Ausland lockt

Konstant gute Leistungen in der Super League werden heute eher früher als später von Konkurrenten aus finanzstärkeren Ligen registriert. Das Beispiel von Michael Frey, der Ende August bei Lille unterschrieb, ist noch in frischer Erinnerung. Die nächsten Young Boys, die aufbrechen könnten Richtung Ausland, sind Mvogo, Sanogo und Steffen. Bei Mvogo und Steffen gebe es keinerlei Anzeichen, die auf einen baldigen Abgang hindeuteten, sagt Sportchef Fredy Bickel. Trainer Uli Forte ist sich ziemlich sicher, dass die beiden jungen Schweizer begriffen haben, dass es für sie besser ist, wenn sie noch eine weitere Saison in Bern 
bleiben. Wie es bei Sanogo aussieht, weiss niemand so genau. Laut Bickel liegt für den Mittelfeldspieler kein konkretes Angebot vor. Und sollte eines kommen, werde der Klub um den Spieler kämpfen.

Wer wird die neue Nummer 10?

Der Sportchef will das Gerüst, an dem er seit seiner Rückkehr nach Bern arbeitet, weiter stabilisieren. Mit gutem Grund: Die Young Boys mögen aktuell so gut aufgestellt sein wie schon lange nicht mehr. Doch sie haben nach wie vor nicht genügend Qualität, um dem FCB über längere Zeit auf den Zahn zu fühlen. Was ihnen fehlt, ist ein zentraler Mittelfeldspieler mit Spielmacherqualitäten. Moreno Costanzo, der eigentlich für diese Position vorgesehen war, ist ausser Traktanden gefallen. Vertrag bis 2017 hin oder her: Für den Ostschweizer gibt es bei YB keine Zukunft mehr. «Er passt nicht in unser Spiel­system», sagt Bickel.

Im 4-2-3-1-System, welches Forte zumeist spielen lässt, besetzte einer aus dem Trio Gerndt/Kubo/Afum die zentrale Position hinter Sturmspitze Hoarau. Einen wirklich nachhaltigen Eindruck hinterliess keiner. Am besten gefiel noch Gerndt, der nach fast einjähriger Verletzungspause auf die Rückrunde hin ins Team zurückkehrte. Doch auch der Schwede ist definitiv nicht der Mann der Geniestreiche, die zuweilen notwendig sind, um eine massierte Abwehr aufzureissen.

Doch wer könnte er sein, der gewiefte Spielmacher, der Hoarau und Konsorten mit Zuckerpässen versorgen kann und im besten Fall selber auch torgefährlich ist? Der Name Almen Abdi taucht von Zeit zu Zeit auf, weil er und Bickel sich vom FCZ her kennen. Ein Traum, der sich kaum erfüllen wird, da Abdi bei Watford mit etwas Verspätung sein Glück gefunden hat. Viel wahrscheinlicher ist, dass der Neue aus Osteuropa, Lateinamerika oder Afrika kommt. Bickel äussert sich nicht zu ­Namen und Gerüchten.

González, Schönbächler, Rodriguez

Handlungsbedarf besteht auch auf den Aussenpositionen des Mittelfeldes. ­Gesucht sind Nachfolger für Gonzalo Zárate und Matias Vitkieviez, deren ­Verträge nicht verlängert werden. Bickel würde gerne Alexander González (ausgeliehen an Thun) zu YB zurückholen. «Doch ist weiss nicht, ob das der Spieler auch will.» Kandidaten, die das Anforderungsprofil erfüllen, gibt es in der Super League nicht viele. Marco Schönbächler (FCZ), Jakob Jantscher, Adrian Winter (beide Luzern), Roberto Rodriguez (St. Gallen), und der junge Daniel Follonier (Sion) sind Namen, die herumgeboten werden. Ob einer von ihnen bei YB unterschreibt, wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Wie auch immer die Neuen heissen: Sie sollen den erlahmten Konkurrenzkampf auf den Aussenbahnen beleben.


http://www.derbund.ch/sport/fussball/Au ... y/25168441

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2014/2015
 Beitrag Verfasst: Montag 27. April 2015, 17:14 
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Saison 2015/16

YB erhält die Lizenz in erster Instanz

Der BSC Young Boys hat die Lizenz - wie die anderen 9 Clubs der Raiffeisen Super League - in erster Instanz erhalten.

Mitteilung der Swiss Football League:

18 Klubs erhalten Lizenz für Saison 2015/16 - 3 Teams müssen nachbessern

Die Lizenzkommission der Swiss Football League erteilt allen 10 RSL-Klubs in erster Instanz die Spielberechtigung für die Saison 2015/16. Drei Klubs aus der BCL wird die Lizenz verweigert. Aus der Promotion League erhält Neuchâtel Xamax FCS die Lizenz.

Die Lizenzkommission der SFL beurteilte als erste Instanz im Lizenzierungsverfahren für die Saison 2015/16 die Dossiers von 23 Lizenzbewerbern (20 Klubs der SFL sowie 3 Aufstiegsaspiranten aus der Promotion League). Sie prüfte während drei Tagen die rechtlichen, infrastrukturellen, sportlichen, administrativen, finanziellen und sicherheitsspezifischen Kriterien der umfangreichen Dossiers.

10 RSL- und 7 BCL-Klubs erhalten Lizenz
Die Kommission erteilte schliesslich allen 10 Klubs der RSL die beantragte Lizenz. In der BCL erfüllten 7 von 10 Klubs die Anforderungen für die Saison 2015/16. Einzig dem FC Chiasso, dem FC Le Mont LS und dem Servette FC verweigerte die Lizenzkommission die Spielberechtigung. Die drei Klubs haben die Möglichkeit, innert fünf Tagen Rekurs einzulegen. Die Entscheide der zweiten Instanz werden am 1. Juni 2015 kommuniziert.

Aus der BCL sind nach dem Entscheid der Lizenzkommission der FC Lugano und der FC Lausanne-Sport im Besitz der Lizenz II, die für einen Aufstieg in die RSL notwendig ist. Andere BCL-Klubs, die anstelle der beantragten Lizenz II nur mit einer Lizenz für die BCL (Lizenz III) ausgestattet wurden, können sich ebenfalls an die Rekursinstanz für Lizenzen wenden.

Ein Klub kann in die BCL aufsteigen
Aus der Promotion League erhält einzig Neuchâtel Xamax FCS die Lizenz für die BCL. Der Klub aus Neuenburg, der auf sportlichem Weg kurz vor dem definitiven Aufstieg steht, erfüllte die Kriterien für die Lizenz III. Die weiteren Aspiranten aus der Promotion League zogen ihre Lizenzgesuche zurück.
Die Lizenzkommission erteilte für die Saison 2015/16 folgende Spielberechtigungen:
Lizenz I oder II:
FC Basel (I)
Grasshopper Club Zürich (I)
FC Luzern (I)
FC Sion (I)
FC St. Gallen (I)
FC Thun (I)
BSC Young Boys (I)
FC Zürich (I)
FC Aarau (II)
FC Vaduz (II)
FC Lausanne-Sport (II)
FC Lugano (II)

Lizenz III:
FC Biel
FC Schaffhausen
FC Wil
FC Winterthur
FC Wohlen
Neuchâtel Xamax FCS

Ohne Lizenz:
FC Chiasso
FC Le Mont LS
Servette FC

Die Lizenz I ist erforderlich für die Teilnahme an den UEFA-Wettbewerben und berechtigt zur Teilnahme an der Raiffeisen Super League. Für letztere genügt auch eine Lizenz II, sie wird typischerweise von den Aufstiegskandidaten aus der BCL beantragt. Mit einer Lizenz III kann ein Klub in der Brack.ch Challenge League antreten.
Die Lizenzkommission der Swiss Football League erteilt allen 10 RSL-Klubs in erster Instanz die Spielberechtigung für die Saison 2015/16. Drei Klubs aus der BCL wird die Lizenz verweigert. Aus der Promotion League erhält Neuchâtel Xamax FCS die Lizenz.


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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2014/2015
 Beitrag Verfasst: Freitag 1. Mai 2015, 22:15 
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«Die U-21-Trophy spricht eine klare Sprache»

Ernst Graf leitet seit 2014 die Nachwuchsabteilung der Young Boys. Der 64-jährige Zürcher hat in Bern offene Türen für seine Ideen vorgefunden. Er sagt, dass bei YB in den nächsten Jahren weitere sehr gute Talente wie Mvogo, Bertone oder Hadergjonaj nachrücken.

YB hat in den letzten Monaten viel Lob für die Integration junger Spieler ins Profiteam erhalten. Das war zuvor lange nicht der Fall. Wird in Bern heute schweizweit die beste Nachwuchsförderung betrieben?
Es ist schwierig abzuschätzen oder zu ­sagen, wir sind die Besten. Wir machen es sicher gut. Als ich 2014 in Bern anfing, war bereits wichtige Vorarbeit geleistet worden. Die zahlreichen U-21-Spieler in der ersten Mannschaft sind ein guter ­Beginn, diesen Rhythmus mit dem Integrieren junger Spieler wollen wir nun fortsetzen.

Das lässt sich auch mit Statistiken belegen. YB führt die U-21-Trophy, die den Einsatz von Nachwuchs­spielern in den Super-League-Teams vergleicht, mit klarem Vorsprung an.
Ja, die U-21-Trophy spricht eine klare ­Sprache. Wir sind bei YB auf dem richtigen Weg, der Mix zwischen erfahrenen und jungen Spielern im Super-League-Team stimmt.

Gibt es bei YB Zielvorgaben, wie viele U-Spieler pro Jahr ins Profiteam nachrücken müssen?
Wir wollen es schaffen, pro Saison einen bis zwei Spieler aus dem Nachwuchs einzubauen. Das ist aber auch immer von den Spielpositionen abhängig.

Wie wichtig ist für einen Club wie YB der Faktor Identifikation? Wie bedeutend ist es, dass die Fans Spieler aus dem eigenen Nachwuchs zu sehen bekommen?
Ich glaube, dass sie in Bern wichtiger ist als beispielsweise in Zürich. Für den Fan hier spielt der Bezug zur Mannschaft eine bedeutende Rolle. Und es ist ja auch unglaublich schön, im Stadion ­Burschen zu sehen, die hier aufgewachsen oder ausgebildet worden sind.

Sie waren viele Jahre Nachwuchschef beim FCZ, zuletzt 2013 Talentmanager in St. Gallen. Was hat Sie bewogen, zu YB zu wechseln?
Ich habe hier offene Türen vorgefunden für die Nachwuchsförderung, und zwar bis ganz nach oben, vom Trainer über den Sportchef bis zum Präsidenten und zum Verwaltungsrat. Das ist eine schöne ­Erfahrung für einen Nachwuchschef. Ich weiss, dass das bei anderen Clubs in der Super League nicht so ist. Dort wird zwar auch gut gearbeitet, aber es fehlt an der Umsetzung, weil der Clubleitung nicht klar ist, wie wichtig die Nachwuchsförderung heute ist. Das sind krasse Gegensätze zu YB.

Wie wirkt sich diese nachwuchsfreundliche Strategie in Bern aus?
Wir profitieren gleich doppelt. Talente, die es ins Profiteam geschafft haben, sind richtige Zugpferde. U-18-Spieler merken, dass sie im eigenen Club eine echte Chance erhalten, und bleiben hier. Gleichzeitig öffnet diese Strategie auch Türen. YB wird attraktiver für Talente anderer Clubs. Agenten raten Spielern, nach Bern zu gehen, weil sie es dort in die Super League schaffen können. Wir erhalten inzwischen sogar Anfragen von jungen Spielern aus dem Ausland.

Haben Sie als Nachwuchschef direkten Einfluss darauf, dass U-21-Spieler im Profiteam eine Chance erhalten?
Nein, direkt nicht. Diese Entscheidung liegt beim Trainer und beim Sportchef. Das ginge zu weit, wenn ich diesen ­beiden etwas vorschreiben würde. Am Schluss ist es immer der Trainer, der die Aufstellung macht.

Wie bringen Sie dann die Anliegen der Nachwuchsabteilung ein?
Wir haben bei YB eine Kommission, über die das läuft. Dazu gehören Fredy Bickel als Sportchef, Stéphane Chapuisat als Chefscout und Christoph Spycher als Talentmanager. Dort bin ich auch ­dabei und kann die Wünsche und Ideen aus dem Nachwuchs einbringen.

Wie nachwuchsfreundlich ist YB-Cheftrainer Uli Forte?
Uli Forte hat keine Angst, auf junge ­Spieler zu setzen. Das schätze ich.

Das sollte in einem Ausbildungsland eigentlich selbstverständlich sein.
Das Gegenteil ist der Fall: Ich stelle fest, dass wir in der Schweiz diesbezüglich wieder sehr, sehr ängstlich geworden sind. Und sobald es in der Tabelle eng wird, kommen die jungen Spieler noch weniger zum Zug. Der Trend zeigt ausserdem, dass die Clubs das Geld wieder vermehrt für den Kauf von Spielern verwenden und dadurch weniger in den Nachwuchs investieren. Das macht mir ein bisschen Angst.

Das YB auf eigene Talente baut, macht bei einem Nachwuchsbudget von gut drei Millionen Franken ja auch Sinn. Das dürfte höheren Ansprüchen sicher genügen?
Dieses Budget ist gut für unsere Ansprüche. Ich weiss zwar, dass der FCB-Nachwuchs noch mehr Geld erhält. Aber wir sind bei YB sehr gut aufgestellt. Das ­Kapital reicht, um etwas zu bewegen.

Was muss denn der YB-Nachwuchs bewegen, damit sich diese hohe Investition auszahlt. Was wird im Club als Ertrag erwartet?
Dass wir jede Saison einen bis zwei Spieler ins Profikader bringen. Ich habe ­früher beim FCZ einmal eine Rechnung aufgestellt, wie wir uns mit Transfers der eigenen Spieler selber finanzieren können. Bei YB stehen wir erst am ­Anfang. Frey machte in dieser Saison mit seinem Wechsel zu Lille den Auftakt. ­Andere wie Mvogo oder Wüthrich könnten ihm in Zukunft folgen. Das kommt nun ins Rollen, sodass sich die Investitionen einmal auszahlen werden.

Wie sieht es beim YB-Nachwuchs sportlich aus? Stossen neue, viel versprechende Talente vom Format eines Mvogo nach?
Ja, wir haben solche Spieler. Beim 96er-Jahrgang sieht es zwar nicht sehr gut aus, bei den 97ern und 98ern dafür ­wieder umso besser.

Welche Spieler sind das?
Bei der U-21 zum Beispiel Miguel Castro­man, der bereits einen Profivertrag erhalten hat, und Marko Dangubic. Beides sind Offensivspieler. Bei der U-18 sieht es gar ­unglaublich gut aus. Ich will auf ­dieser Stufe noch keine ­Namen nennen, aber wir ­haben hier viele sehr talentierte Spieler auf allen Positionen, auf den Aussenbahnen, vorne, in der Mitte und auch hinten. Die vielen hohen Siege der Mannschaft sind ein klares Indiz.

Solche Talente heranzubilden, ist teuer. Was kostet YB heute die Ausbildung eines U-Spielers?
Das lässt sich ungefähr berechnen. Wir haben ein Budget von gut drei Millionen Franken und 160 Junioren, das ergibt pro Spieler im Schnitt etwa 20 000 Franken pro Saison, wobei ein U-21-Spieler ­sicher mehr kostet als einer aus der U-13. Der Betrag setzt sich aus den Aufwänden für Team- und Spezialtrainer, Reisen, Trainingslager und Betrieb zusammen.

Und wie viel zahlt ein Junior bei YB als Jahresbeitrag?
800 Franken. Dazu kommen noch Materialkosten. Fussball ist in der Schweiz sehr billig, wenn wir mit dem Eishockey oder Tennis vergleichen.

Wie werden die Spieler an den Club gebunden?
Verträge mit jungen Spielern sind rechtlich erst ab 16 möglich, zuvor arbeiten wir mit Vereinbarungen, falls nötig. Wir schliessen in der Regel ab U-18 Nachwuchsverträge ab, in der U-21 haben alle Spieler solche Verträge. Zu verdienen gibt es ausser kleinen Punkte­prämien aber nichts. Und wenn ein U-21-Spieler einen ersten Profivertrag erhält, geht es um Beträge bis 4000 Franken.

Nicht gratis zu haben sind auch Talente von anderen Clubs. Wie ist das heute geregelt?
Der Verband schreibt Ausbildungsentschädigungen vor, die ab dem 12. Altersjahr verrechnet werden können und mit 40'000 Franken pro Jahr fixiert sind.

Einen 16-Jährigen von einem Club mit dem höchsten Ausbildungslabel zu verpflichten, kann also schon sehr teuer werden.
Das wären theoretisch 160'000 Franken! In der Regel verhandeln die Vereine und finden eine billigere Lösung. Es gab aber schon Fälle in der Schweiz, bei denen 80'000 Franken bezahlt wurden. Der Verband hat die Summe so angesetzt, damit sie als Transferbremse im Nachwuchsbereich wirkt. Ob diese Regelung auch vor einem Zivilgericht standhalten würde, ist fraglich.

Ist es nicht verpönt, Talente aus anderen Regionen abzuwerben?
Es gibt stille Vereinbarungen, dass man sich bis Stufe U-15 in der eigenen Region bedient. Danach spielt heute der Markt. Da die Talente in der Schweiz rar sind, kann ein Transfer bereits teuer werden.

Weil schon Spielerberater bei diesen Transfers involviert sind?
Ab U-15 gibt es vermehrt Eltern oder ­Berater, die bei Transfers Geld fordern. Das ist bei Spielern mit Migrationshintergrund öfter der Fall. Die Schweizer sind nicht so forsch, haben aber auch entdeckt, das etwas zu holen ist. Das ­System ist längst infisziert. Ich würde es sogar als Seuche bezeichnen. Weil bei solchen Spielern schon früh alles andere wichtiger ist als der Fussball, sind deren Chancen für den Durchbruch aber gering.

YB hat mit Christoph Spycher neu einen Talentmanager. Kann er diesem Trend entgegenwirken?
Dank Christoph Spycher brauchen die Talente bei YB heute keinen Agenten. Er ist dank seiner Erfahrung ein Glücksfall für die Junioren. Er berät sie bei allen Problemen und ­Fragen zur fussballerischen Ausbildung und zur Schule. Ein Agent ist erst später nötig, wenn es als Profi um einen Clubwechsel geht. (Der Bund)


http://www.derbund.ch/sport/fussball/Di ... y/22652776

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2014/2015
 Beitrag Verfasst: Samstag 16. Mai 2015, 11:02 
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Im teuren Spiel der Verlockung

Der FC Basel wird bald wieder Champion. Die Konkurrenten YB und FC Zürich befassen sich derweil mit Wegen, wie man die Distanz zum Dominator verringern kann.

Solche Fragen verursachen im Fussball primär Kosten. Sie sind verpönt und sollten verboten sein, und doch werden sie gestellt. Die Frage lautet: «Macht ihr noch irgendetwas?» Gemeint sind nicht Zusatztrainings oder Efforts in Teambildung, nein, der Fussballanhänger erkundigt sich nach Spielertransfers, nach Verstärkung, nach frischem Blut. Als sich vor drei Wochen definitiv abzeichnet, dass YB den zweiten Tabellenplatz sichert und Perspektiven für die Saison 2015/16 erörtert werden, hört ein YB-Funktionär vor dem Stadionrestaurant des Stade de Suisse die verpönte, verbotene Frage. Die Antwort ist kurz, wortlos. Der Funktionär stülpt beide Hosentaschen nach aussen. Leer, nichts drin, kein Franken.

Kurz vor der Hosentaschen-Szene passiert Guillaume Hoarau die Örtlichkeit. Der grossgewachsene Mann trägt einen edlen Hut, dunkle Kleider, Gilet. Seine Wirkung ist an den Restaurantgästen abzulesen, die ihre Köpfe nach ihm drehen. Und an der Statistik: In 24 Meisterschaftsspielen hat er 17 Tore erzielt, in 8 Europa-League-Einsätzen deren 6. Das ist gut, wenngleich 7 Elfmeter die Bilanz polieren. Doch die Statistik erinnert an früher, als YB Zweiter wurde und den Torschützenkönig stellte. 2004 Stéphane Chapuisat mit 23, 2008 Hakan Yakin mit 24, 2009 und 2010 Seydou Doumbia mit 20 und 30 Toren.

Hoarau ist sehr teuer

Hoarau scheint eine gewisse Anzahl Tore zu garantieren. Die Stärken des Franzosen liegen nicht im Spielaufbau, worüber man in Bern gern hinwegsieht. Sein Zuhause ist der Strafraum, der Kopfball, die Intuition, die Reaktionsschnelligkeit, der Torschuss. «Er muss von den Mitspielern vor und im Strafraum richtig eingesetzt werden, das ist entscheidend», sagt der frühere Stürmer Chapuisat, der heute YB-Scout ist. Bis jetzt gelingt das gut, YB hat jemandem Vertrauen geschenkt, der Tore zurückgibt. Das ist im Fussball nicht unwesentlich. Aber Hoarau ist sehr teuer. Er war einst bei Paris St-Germain und schlug 2014 gemäss einer gut unterrichteten Quelle in Frankreich die Offerte des Ligue-1-Klubs St-Etienne über mehr als eine Million aus. Der jährliche Bruttoaufwand für YB dürfte, inklusive Zahlung bei der Vertragsunterschrift, bei 1,5 Millionen Franken liegen.

Deshalb können die YB-Taschen so leer nicht sein. Und die Frage des Fans ist verständlich, weil der Gedanke verlockend ist: Vielleicht braucht der Goalgetter Hoarau noch einen Copain, der ihm die Bälle in die Schnittstellen spielt. Also: Geld ausgeben, Basel herausfordern. Das klingt gut. Nur: Risiken müssen getragen werden. In Bern stehen die Brüder Andy und Hans-Ueli Rihs mit Millionen-Spritzen gerade. Als kürzlich Vermutungen kursierten, wonach sich die Rihs-Gaben sukzessive verringern, antwortete ein profunder Kenner des YB-Dossiers: «Wer sagt das?» Und er fügt an: «Es bleibt viel.»

Auch der FC Zürich braucht Stützen. Im Gegensatz zu YB stehen das Präsidenten- und CEO-Ehepaar Ancillo und Heliane Canepa nicht als distanzierte Mäzene über dem Betrieb, sondern mittendrin, in exekutiver Verantwortung. Heute mehr denn je, bald wohl mit um die 90 Prozent FCZ-Besitz. An der FCZ-Generalversammlung vom Montag wird abermals eine Aktienkapitalerhöhung angekündigt, laut Handelszeitung soll es sich um fast 8 Millionen Franken handeln. Getragen wird sie wohl wieder durch die Canepas, weil sich Partner wie der 85-jährige Sven Hotz, der frühere Präsident und Geldgeber, mehr und mehr zurückziehen.

Die Canepas stellen Geld zur Verfügung und erhalten dafür Anteile an Transferrechten der Spieler. Wird einer verkauft, partizipieren der Klub und die Canepas. Das Modell bediente der Klub schon früher mit Engländern, die Liquidität sicherten und sich im Gegenzug an Spielern beteiligten. Das war zeitlich begrenzt und schenkte ein, zum Beispiel im Fall Ricardo Rodriguez, der 2012 für letztlich 8,5 Millionen Euro nach Wolfsburg wechselte. Würde die Transaktion heute stattfinden und ein Viertel den Canepas zukommen, würde dies deren finanzielles Engagement erträglicher gestalten. Ihr Geld ist schliesslich auch FCZ-Geld. Doch das wäre wiederum wenig, wenn allein der Spieler wie im Fall Rodriguez 15 Prozent (über 1 Mio.) herausnimmt und dazu Berater bedient werden müssen. Derzeit steht allerdings kein lukrativer Transfer in Aussicht (siehe Tabelle). Canepa sucht Geldgeber, aber die sind nur schwer zu finden. Denn wenn jemand in grossem Stil einsteigt, will er Mitsprache.

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In Zürich mahnt die miserable Rückrunde zur Vorsicht. Auch in solchen Phasen häufen sich Stimmen, dass «man» etwas «machen» müsse. Hält die Klubführung am Trainer fest, bieten sich kostspielige Korrekturen im Team an. Canepa schweigt, will noch nicht verraten, was er nun zu tun gedenkt. Vielleicht umtreibt ihn das Prinzip Hoffnung. Künstler Chikhaoui könnte aufblühen, Dribbler Chiumiento wirbeln, der voll genesene Gavranovic Tore häufen, der Goalie Brecher unwiderstehlich werden, Kukeli und Yapi wieder das Zentrum des Mittelfelds bilden. Höhenflug statt Absturz. Auch YB könnte sich einreden: Hoarau erzielt 2015/16 im Vergleich zu 2014/15 von Beginn weg Tore, Vilotic und von Bergen verletzen sich nicht, Gerndt ist ohne Beschwerden unterwegs und läuft zur Hochform auf. Team möglichst zusammenhalten, optimieren, hoffen.

Aussicht auf Europacup-Geld

In Bern telefoniert der YB-Sportchef Fredy Bickel wöchentlich mit den Brüdern Rihs. Er sagt: «Ich will kalkuliertes Risiko, aber auf unserem Weg der Geduld und der Nachwuchsförderung bleiben. Ich will mich nicht verleiten lassen und mit fremdem Geld pokern.» Möglicherweise verfügt er bald über etwas mehr eigenes Geld. YB sollte nicht von der Champions League träumen, obschon im Juli und August um die Teilnahme gespielt wird. Aber die Gruppenphase der Europa League ist machbar. Sie allein bringt neu 2,5 Millionen Prämien ein. Handlungsspielraum gäbe auch, wenn die teuren Spieler Costanzo, Afum oder Zarate nicht mehr auf der Lohnliste stünden.

In Bern bleibt die Verlockung besonders gross, weil die Basler Prämissen am ehesten vorhanden sind: Die Rihs-Brüder sind in Bern wie früher Gigi Oeri in Basel, das Stadion ist gross, modern, dessen VIP-Bereich einträglich und der Rückhalt im Volk stark. In Basel werden unbequeme Fragen zu hohen, steigenden Personalkosten längst von vergnüglichen Fragen zu ebenso hohen, steigenden Einnahmen überlagert.


http://www.nzz.ch/sport/fussball/im-teu ... 1.18543163

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2014/2015
 Beitrag Verfasst: Sonntag 17. Mai 2015, 23:34 
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YB ist Meister! - sieben Gründe, warum es im nächsten Jahr klappt

Seit Jahren kommen die Young Boys nicht an Basel vorbei - auch in dieser Saison nicht. «Die Nordwestschweiz» zeigt sieben Gründe auf, warum die Berner dem FCB in einem Jahr nicht gratulieren müssen, sondern rot-blaue Glückwünsche erhalten.

Es ist Ende Mai 2016. Bern steht kopf. Auf dem Bundesplatz findet die erste YB-Meisterfeier seit 30 Jahren statt. Stadtpräsident Alexander Tschäppät stimmt zusammen mit Züri-West-Sänger Kuno Lauener euphorisiert den YB-Meistersong an. Kurz darauf tänzelt Andy Rihs auf die Bühne. Sein Blick sucht das Zürcher Duo Infernale in gäub-schwarzem Dienst, Bickel & Forte, das seinen Drei-Jahres-Plan erfolgreich vollendete. Siegestrunken ruft Rihs in die Menge: «Ich sorge dafür, dass YB als erste Schweizer Mannschaft den Champions-League-Viertelfinal erreicht! Fredy, Uli, was meint ihr, reichen 15 Millionen?» Es gibt die ganze Nacht Freibier für alle.

Sehnsucht

Im letzten Oktober feierte das YB-Umfeld 10 000 Tage ohne Titel. Ja genau: feierte. Die Berner zelebrieren ihr Scheitern manchmal mit wohltuender Selbstironie. Aber gleichzeitig steigt die Sehnsucht von Jahr zu Jahr. Im Frühling 2016 ist es 30 Jahre her, seit YB zum letzten Mal Meister war. Der Hunger nach Erfolg ist viel grösser als in Basel, wo Titel längst Normalität sind. Der Wille, in neue Sphären aufzubrechen, verleiht YB Flügel.

Kontinuität

Bis das YB-Chaos der letzten Jahre aufgeräumt war, dauerte es lange. Und selbstverständlich ging auch in der Ära Bickel/Forte nicht immer alles geräuschlos vonstatten. Aber das Duo hat sich längst eingespielt. Von dieser für YB-Verhältnisse ungewöhnlichen Kontinuität profitiert das Team nun. Auch Christian Gross wurde mit dem FCB einst in seiner dritten Saison erstmals Meister. Die Mannschaft konnte in den letzten beiden Jahren wachsen. YB hat auch Krisen erlebt, gemeinsam daraus herausgefunden und profitiert nun von diesen Erfahrungen.

Direktduelle

Wollen wir es jämmerlich nennen? Erbärmlich? Armselig? Unwürdig? Oder gar devot? Es ist immer wieder dasselbe, wenn der FC Basel seine Titel-Herausforderer aus Zürich in den Direktduellen zerzaust, der Gegner erstarrt in Ehrfurcht. Bei YB ist das anders. Zwar ist die Bilanz in den Direktduellen weiterhin leicht negativ. Aber die Berner wissen, dass sie den FCB besiegen können, und tun das auch regelmässig. Vor allem zu Hause. Diese Saison war YB gar in allen drei bisherigen Duellen besser (Resultate: 1:3, 0:1, 4:2) – nächste Saison resultieren daraus auch die nötigen Siege.

Heimstärke

Warum war YB in den vergangenen Jahren kein ernsthafter Herausforderer für den FCB? Ein wichtiger Grund war die Heimschwäche: In regelmässigen Abständen blamierten sich die Berner zu Hause gegen Mannschaften aus dem Tabellenkeller. Oder sie verloren gegen direkte Konkurrenten. Doch in dieser Saison machte YB in dieser Beziehung einen grossen Schritt nach vorne – einen sehr grossen: Zusammen mit Basel führt YB die Heimtabelle an – eine meisterliche Leistung. Es ist offensichtlich: Nach der Rückkehr des Kunstrasens brauchten die Spieler Zeit, sich an den Plastik zu gewöhnen. Dieser Prozess ist abgeschlossen, Spieler und System sind mit der streitbaren Unterlage eins geworden. Das wird in der nächsten Saison noch deutlicher.

Achse

Ob Basel, Bayern, Chelsea oder Juve - die Meister Europas verbindet eine Sache: Sie haben eine stabile Achse, die in schwierigen Phasen Halt und Stabilität gibt. Auch YB hat jetzt so eine Achse: Im Tor Yvon Mvogo, der immer konstanter wird. Im Abwehrzentrum Milan Vilotic, der noch stärker spielt als zu seinen besten GC-Zeiten. Im Mittelfeld Sekou Sanogo, der Technik, Übersicht und Kampfgeist vereint. Im Sturm Guillaume Hoarau, der die Qualität besitzt, aus dem Nichts Spiele zu entscheiden. Sie alle sind hierzulande überdurchschnittlich gute Spieler und wären – mit Ausnahme von Mvogo – auch beim FCB Stammspieler.

Umbruch

Ebendiese Achse, die den FCB so stark macht, droht in diesem Sommer komplett wegzubrechen. Der Verlust von Marco Streller schmerzt doppelt: Der 33-Jährige ist emotionaler Leader und Knipser zugleich. Er hinterlässt ein Loch, das der FCB nicht mit einem, nicht mit zwei und auch nicht drei anderen Spielern füllen kann. Kommt dazu: Auch Abwehrchef Fabian Schär und Regisseur Fabian Frei wollen weg – zusammen mit Streller verkörpern sie die Basler Winnermentalität. Und bei YB? Dort deutet nichts auf den Abgang der Stützpfeiler hin. Und wenn doch ein Angebot für Hoarau und Co. reinflattert, werden sich auch die Spieler selber – anders als früher - zweimal überlegen, YB im Sommer zu verlassen: Es winkt die riesige Chance, mit YB Geschichte zu schreiben.

Identifikation

Mvogo, Wölfli, Bertone, Hadergjonaj – sie alle sind YB-Eigengewächse, in ihren Adern fliesst gelb-schwarzes Blut. Andere wie Nuzzolo, Gerndt oder Hoarau sind zwar keine Berner, geniessen in der Hauptstadt aber Kultstatus. Viel wichtiger: Sie alle fühlen die Sehnsucht der Menschen nach dem Meistertitel, das wird Kräfte freisetzen. Basel hingegen hat nächste Saison wohl nur noch den 18-jährigen Embolo, der als Identifikationsfigur taugt.

Fazit

Eine eingespielte YB-Mannschaft; ein FCB, der sich im Jahr 1 nach Streller finden muss; keine Anzeichen von Stärke aus Zürich – wann, wenn nicht in der nächsten Saison soll YB Meister werden?


http://www.solothurnerzeitung.ch/sport/ ... -129145999

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2014/2015
 Beitrag Verfasst: Montag 18. Mai 2015, 17:38 
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Jetzt gibt es das «Wankdorf-Bier»

Jetzt gibt es das «Wankdorf-Bier». Damit wollen die YB-Fans auf ihr Anliegen aufmerksam machen: Das Stade de Suisse soll wieder Wankdorfstadion heissen.

Im nächsten Jahr soll YB nach 30 Jahren wieder Meister werden – und zwar im Wankdorfstadion und nicht im Stade de Suisse. Eine entsprechende Petition zum Namenswechsel haben über 10'000 Personen unterzeichnet. Zudem ist das Stadion Wankdorf neu als Heimstätte des BSC Young Boys in den Vereinsstatuten verankert.

Um dem Vorhaben weiter Nachdruck zu verleihen, haben die Fans nun ein Wankdorf-Bier lanciert. Dabei handelt es sich um das beliebte Bärner Müntschi der Brauerei Felsenau mit Spezialetikette. Das limitierte Spezial-Bier „Zrügg zum Glück“ wurde am Wochenende erstmals äusserst erfolgreich im Fanlokal «Halbzeit» verkauft. Dort ist es vorerst exklusiv zum Preis von 4 Franken erhältlich. Das 4er-Gascho kostet 15 Franken.

Gurten-Bier im Stadion

Dem Wunsch der Fans, dass das Berner Felsenau-Bier in Zukunft auch im Stadion ausgeschenkt wird, dürften die YB-Verantwortlichen indes kaum entsprechen. Der Vertrag mit dem Unternehmen Feldschlösschen wurde im letzten November um weitere fünf Jahre - bis Ende Juni 2020 - verlängert. Immerhin wird ab Juli 2015 an einigen mobilen Verkaufsständen im Stadion nebst Carlsberg-Bier auch das regionale Gurten-Bier ausgeschenkt.


http://www.bernerzeitung.ch/region/bern ... print.html

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