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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 22. Januar 2015, 17:12 
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YB macht Platz für 8000 Everton-Fans

Tausende trinkfreudige Briten reisen im Februar an das Europa-League-Spiel nach Bern. Aus Sicherheitsgründen wandelt YB gleich eine ganze Tribüne in einen Gästesektor um. Ausschreitungen in der Innenstadt wie beim Everton-Gastspiel in Lille sollen verhindert werden.

Im Gegensatz zum erfolgsverwöhnten Stadtrivalen Liverpool FC sind für den Fussballclub Everton Spiele in der Europa League keine Pflichtübung, sondern ein Saisonhöhepunkt. Darum pilgern die reisefreudigen Anhänger der «Toffees» zu Tausenden quer durch Europa an die Spiele ihrer Lieblinge.

Die nächste internationale Auswärtsfahrt führt die Engländer am 19. Februar nach Bern. Das Sechszehntelfinalspiel im Stade de Suisse ist der Startschuss für die entscheidende K.-o.-Phase der Europa League. YB startet heute den Vorverkauf für den Match. Der Verein erwartet 5000 Fans aus England.

Fans treffen sich in Innenstadt

Um den erwarteten Ansturm der englischen Supporter bewältigen zu können, ergreift YB ausserordentliche Massnahmen: Die 8000 Plätze umfassende B-Tribüne wird komplett in einen Gästesektor umgewandelt – die Everton-Fans belegen einen Viertel der 32 000 Sitze des Stade de Suisse. Normalerweise bietet das eingezäunte Abteil nur 2000 auswärtigen Schlachtenbummlern Platz. «Wir erweitern den Gästesektor aus Sicherheitsgründen und wegen der grossen Nachfrage an Tickets seitens Everton.» Dies sei die beste Lösung, um die YB- und Everton-Fans im Stadion zu trennen, sagt YB-Sprecher Albert Staudenmann.

Vor dem Spiel werden sich die Everton-Fans in der Berner Innenstadt auf den Match einstimmen. «Als Treffpunkt wurde der untere Waisenhausplatz festgelegt», sagt Christoph Gnägi, Sprecher der Kantonspolizei Bern – die Toffees versammeln sich also gleich vis-à-vis der Berner Polizeihauptwache.

Wüste Ausschreitungen in Lille

Die trinkfreudigen Engländer lassen schon mal die Fetzen fliegen. Im Oktober 2014 etwa fuhren über 7000 Everton-Fans an das Europa-League-Auswärts­spiel in der nordfranzösischen Stadt Lille. Die britischen Anhänger belagerten das Stadtzentrum. Es blieb nicht bei Schlachtrufen: Die Lage eskalierte, als britische Zivilpolizisten einen ihnen bekannten Everton-Hooligan verhaften wollten. Es folgten wüste Ausschreitungen: Englische Fussballfans lieferten sich Schlägereien mit der Polizei, zündeten Pyros und demolierten Fensterscheiben rund um den Hauptplatz. Polizeigrenadiere feuerten darauf Gummischrot und Tränengas in die Menge. Über 800 Polizisten standen im Einsatz. Am Abend zuvor hatten Anhänger von OSC Lille ein von Everton-Fans besuchtes Pub angegriffen, dabei wurde eine Person verletzt.

Szenekenner stufen die Anhänger von Everton für englische Verhältnisse als «relativ gesittet» ein.

Kein Fanmarsch durch Bern

Strassenschlachten wie in Lille soll es in Bern nicht geben. Bei der Kapo Bern laufen deshalb bereits die Vorbereitungen auf das Spiel YB - Everton. Man tausche sich ständig mit verschiedenen Stellen wie der englischen Polizei oder den Vereinen aus. «Wir weisen etwa darauf hin, dass Fanmärsche in Bern grundsätzlich untersagt sind», erläutert Polizeisprecher Gnägi.

Facebook zähmt Fussball-Fans

Neben dem OSC Lille trafen die Toffees in der Gruppenphase auf den VFL Wolfsburg. 5000 Engländer reisten in die deutsche VW-Metropole. «Bei uns haben sich die Everton-Fans vorbildlich verhalten», sagt der Wolfsburger Polizeihauptkommissar Sven-Marco Claus zum «Bund». Die deutsche Polizei scheute keinen Aufwand, um die Heisssporne im Zaum zu halten: Neben Reitern und Hundeführern wappnete sich die Polizei mit Dialog-Teams gegen mögliche Krawallmacher. Man habe während des Spieltages intensiv den Austausch mit den britischen Fans gesucht. «Wir haben sogar eine spezielle Facebook-Seite mit Infos für die Everton-Fans aufgeschaltet», so Claus. Diese sei am Spieltag 15'000 Mal aufgerufen worden. Daneben suchten fünf Dialog-Teams bereits während des Tages in den Kneipen das Gespräch mit den Engländern.

Die Everton-Fans dürften die Berner Polizei aber so oder so über 24 Stunden lang auf Trab halten: Laut YB-Sprecher Staudenmann ist davon auszugehen, dass der Grossteil der Briten nach dem Spiel in Bern übernachtet und erst am nächsten Tag nach Liverpool zurückfliegt.

Ob 8000, 5000 oder 3000: Wie viele Briten schliesslich wirklich nach Bern reisen, bleibt abzuwarten. Derzeit dümpelt Everton in der Tabellenmitte der Premier League, am Montag kam der Verein gegen West Brom nicht über ein 0:0 hinaus. Dies trübe derzeit etwas die Reisefreude, heisst es in England.



Nur selten schwere Krawalle

Ob gegen Tottenham, Liverpool oder Zenit St. Petersburg: YB spielte in den letzten Jahren regelmässig in europäischen Wettbewerben. Nur einmal wurde wie gegen Everton auswärtigen Fans eine ganze Tribüne zur Verfügung gestellt, und zwar beim Champions-League-Qualifikationsspiel im August 2010 gegen Fenerbace Istanbul.

Damals kamen allerdings viele in der Schweiz wohnhafte Türken ins Stadion. Zu Scharmützeln rund um das Stade de Suisse kam es zuletzt beim Europa-League-Spiel gegen Sparta Prag im Dezember 2014. Die schwersten Krawallen in den letzten Jahren ereigneten sich 2008 beim Uefa-Cup-Spiel gegen Brügge: Damals randalierten rund 150 belgische Hooligans bereits im Stadion. Nach dem Spiel griffen sie auf dem Quartierplatz überfallartig YB-Fans an und versuchten, das Walters-Café zu stürmen. Die Polizei war völlig überfordert.


http://www.derbund.ch/bern/nachrichten/ ... y/19635194

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 Beitrag Verfasst: Montag 16. Februar 2015, 10:01 
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 Beitrag Verfasst: Montag 16. Februar 2015, 10:37 
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 Beitrag Verfasst: Mittwoch 18. Februar 2015, 21:54 
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Blau kostümierte Fans läuten Berner Fasnacht ein

Für das Spiel YB gegen FC Everton am Donnerstag im Stade de Suisse reisen rund 4000 Fans aus England an. Am gleichen Abend findet auch der Auftakt zur Fasnacht statt. Ein Problem? Nein, findet die Polizei.

Am Donnerstag erfolgt nicht nur der Auftakt zur Berner Fasnacht, sondern auch das Europa-League-Spiel zwischen YB und Everton. Rund 4000 Fans aus England werden erwartet, wie YB-Mediensprecher Albert Staudenmann auf Anfrage erklärte. «Ein solch grosses Fanaufkommen ist immer eine Herausforderung, auch wenn unsere Organisation viel Erfahrung mit internationalen Spielen hat.» Man stehe in dauerndem Austausch mit den Verantwortlichen des FC Everton.

Der Sektor, der für die Everton-Supporter reserviert ist, bietet Platz für 8000 Zuschauerinnen und Zuschauer. Es handelt sich um den Gästesektor, erweitert um den Sektor B hinter dem Tor auf der Seite Sempachstrasse. So bleiben die Fangruppen voneinander getrennt. «Die Sicherheit geht vor», sagt Staudenmann. Das Stade de Suisse werde voraussichtlich nicht ausverkauft sein. «Wir hoffen auf rund 25'000 Zuschauer», sagt Staudenmann.

Die Anreise der Everton-Fans erfolgt mit Flugzeug, Car, Zug und Privatautos. Wie viele jeweils mit welchen Fortbewegungsmitteln nach Bern reisen werden, ist nicht bekannt. Die Kantonspolizei Bern hat die Everton-Supporter im Vorfeld mit einer «Fan-Info» auf die Rahmenbedingungen hingewiesen. Demnach hat die Anreise mit Cars und Kleinbussen direkt zum Stadion zu erfolgen. «Wir haben auch darauf hingewiesen, dass Fanmärsche grundsätzlich nicht gestattet sind», sagt Polizeisprecher Christoph Gnägi.

Es ist zu erwarten, dass ein Teil der Fans schon am Nachmittag anreisen und die Innenstadt in Beschlag nehmen wird. Als Besammlungsort hat die Polizei den unteren Waisenhausplatz vorgesehen. Wie viele blau gekleidete Fans dort aufkreuzen werden, ist offen. Von dort aus sollen sich die Fans mit der Buslinie 20 oder zu Fuss zum Stadion begeben. Falls die Auflagen nicht eingehalten werden, kann die Polizei auch kurzfristig «zusätzliche Verschärfungen» verfügen, wie es in der «Fan-Info» heisst, die auf Englisch übersetzt wurde.

Nur ein Bruchteil der Fans an der Fasnacht

Da das Spiel um 19 Uhr angepfiffen wird und die Bärenbefreiung mit anschliessender Ychüblete auf 20 Uhr angesetzt ist, geht die Polizei davon aus, dass die beiden Anlässe «räumlich und zeitlich» aneinander vorbeigehen. Die Partie endet um circa 20.45 Uhr, danach rechnet die Polizei mit «einem erhöhten Personenaufkommen an der Fasnacht», wie Polizeisprecher Gnägi erklärt. Ein grosser Teil der Fans werde aber nach dem Spiel vermutlich direkt vom Stadion aus abreisen.

Auch in der Stadtregierung und bei den Verantwortlichen der Berner Fasnacht stützt man sich auf dieses Szenario. «Ich sehe keine grosse Problematik zwischen Fussballfans und den Fasnächtlern», sagt Stadtpräsident Alexander Tschäppät (SP), der auf «ein friedliches und spannendes Sportfest» hofft. «Ich erwarte auch, dass die Polizei mit dem nötigen Aufgebot präsent sein wird.» Der Gemeinderat werde sich weiter über die Sicherheitslage informieren lassen.

Daniel Graf, Präsident des Vereins Bärner Fasnacht, freut sich auf die bevorstehende Bärenbefreiung, die Guggenmusik und die Schnitzelbänke. «Die Polizei konnte uns versichern, dass der Everton-Match uns nicht tangieren wird.» Es werde wohl nur «ein kleiner Bruchteil der Fans» nach 21 Uhr in die Innenstadt zurückkommen. Auch wenn es bei den englischen Fans bezüglich der Rückreise noch einige Fragezeichen gibt, so ist zumindest die Sache bei der Mannschaft des FC Everton klar. Das Flugzeug soll um 22 Uhr vom Flughafen Bern-Belp abheben. Für Massage und Dusche bleibt also nur wenig Zeit zur Verfügung. Für einen Fasnachtsbesuch reicht es definitiv nicht.

Graf und die Fasnächtler sind im Übrigen bereit für die «fünfte Jahreszeit», die drei Tage dauert. In diesem Jahr sind nicht nur Jubel, Trubel und Heiterkeit angesagt, sondern auch Massnahmen gegen das wilde Urinieren. Gegen 80 Toiletten und Pissoirs werden in Berns Gassen aufgestellt. Auch die Obrigkeit will das Ärgernis unterbinden. Die Polizei werde strenger kontrollieren und Bussen in der Höhe von 90 Franken verteilen, sagt Fasnachtspräsident Daniel Graf.


http://www.derbund.ch/bern/stadt/Blau-k ... y/29860928

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 Beitrag Verfasst: Mittwoch 18. Februar 2015, 21:58 
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http://www.bernerzeitung.ch/images/logo ... in.png?1=1

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Bern erwartet rund 4000 Everton-Fans

Am Donnerstag treffen die Everton-Fans in Bern ein. Die Hotellerie rechnet mit zusätzlichen Logiernächten, die Polizei nicht mit einem aussergewöhnlichen Tag.

Am Donnerstag um 19 Uhr startet die Partie zwischen den Young Boys und Everton, doch bereits tagsüber wird man blau-weiss gekleidete Everton-Fans in der Berner Innenstadt antreffen. Der nordenglische Klub hatte im Vorfeld ein Kontingent von 5000 Tickets von YB erhalten. Davon seien rund 4000 Tickets verkauft worden, so Albert Staudenmann, Pressesprecher von YB, auf Anfrage. Insgesamt seien für den Match 19'500 Tickets verkauft worden.

Das sei ein ähnlicher Aufmarsch wie 2010, als YB in der Champions-League-Qualifikation gegen Fenerbahce spielte. Gleich wie damals hat YB sich auf die Partie vorbereitet und im Januar den Gästesektor vergrössert. Der gesamte Sektor B, der insgesamt 8000 Plätze fasst, steht den auswärtigen Fans zur Verfügung.

Auch die Kantonspolizei Bern steckt seit Januar in der Vorbereitung. «Wir sind unter anderem in Kontakt mit den Klubs, der englischen Polizei und den Reiseveranstaltern», erklärt Christoph Gnägi, Sprecher der Kantonspolizei Bern, auf Anfrage. In einer Faninfo habe man die Rahmenbedingungen kommuniziert. «Die Lage wird laufend beurteilt, damit wir ein entsprechendes Dispositiv aufbieten können», sagt Gnägi.

Wie viele Polizisten im Einsatz oder auf Bereitschaft stehen werden, will er aus polizeitaktischen Gründen nicht sagen.

Polizei spekuliert nicht

Als Everton im Oktober 2014 in der Europa-League-Gruppenphase auf Lille traf, kam es im Vorfeld zu massiven Ausschreitungen in der Innenstadt.

Auslöser war gemäss «Blick» die Verhaftung eines gesuchten Hooligans. Englische Medien berichteten, dass die französische Polizei mit Gummischrot auf die Fans geschossen habe, nachdem die Polizisten versucht hatten, Fans ohne Tickets aus der Innenstadt zu vertreiben. Dabei sollen rund 800 Polizisten im Einsatz gewesen sein.

Polizei rechnet mit Ruhe

Muss man auch solche Szenen in Bern befürchten? «Wie sich die Lage am Spieltag selber entwickeln wird, können wir im Vorfeld nicht sagen. Das wäre reine Spekulation», erklärt Gnägi. Allerdings blicke die Kapo dem kommenden Donnerstag zuversichtlich entgegen.

«Es ist kein aussergewöhnlicher Anlass. Wir gehen so vor wie bei vergleichbaren Events auch», sagt Gnägi. Die Fans werden mit Flugzeug, Reisebussen und Privatautos anreisen. Die Mehrheit von ihnen wird laut Polizei wohl in Bern übernachten.

Zuerst Match, dann Fasnacht

Das dürfte der Berner Hotellerie einige der insgesamt 3500 Betten belegen: «Wir erwarten gute Zahlen für ein oder gar zwei Nächte, und ich freue mich für die Hotellerie», sagt Markus Lergier, Direktor von Bern Tourismus. Wichtig ist für ihn, dass solche Events in der Zwischensaison stattfinden. Der Februar sei ein touristisch eher schwacher Monat. «Ich bin ein Fan von solchen Grossanlässen, weil sie nebst der Wertschöpfung auch zusätzliche PR für Bern bedeuten», sagt er weiter.

Eine Stunde nach Anspielzeit im Stade de Suisse startet in der Innenstadt die 34. Fasnacht mit der Bärenbefreiung. «Das werden die Fans verpassen», sagt Lergier. Er rechnet damit, dass sich nach der Partie der eine oder andere Anhänger unter die Fasnächtler mischen werde.

Konfliktpotenzial sieht Lergier keines: «Ich denke, dass sich diese zwei Anlässe gut ergänzen», ist er sich sicher. Und fügt an: «Die Fasnacht ist eine gute Gelegenheit für die Everton-Fans, nach ihrer Niederlage aus dem Tief zu kommen.»


http://www.bernerzeitung.ch/region/bern ... y/13800123

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 Beitrag Verfasst: Mittwoch 18. Februar 2015, 22:02 
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17.02.2015

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Im Stadion kommen beim Diplomaten die Emotionen hoch

Am Donnerstag trifft YB im Stade de Suisse auf den FC Everton. Unter die Tausende von englischen Fans mischt sich dann auch David Moran. Der britische Botschafter in Bern ist ein eingefleischter Anhänger der «Blues».

Es ist etwas, das in Bern nicht alle Tage vorkommt – ein Sechzehntelfinal in der Europa-League mit YB-Beteiligung. Kommt der Gegner dabei erst noch aus der höchsten englischen Spielklasse, ist das Fussballfest in der Bundesstadt garantiert. Entsprechend gross ist unter den YB-Fans deshalb die Vorfreude auf kommenden Donnerstag, wenn Gelb-Schwarz den FC Everton empfängt.

Den Termin fett in der Agenda angestrichen haben sich aber nicht nur die Berner – rund 4000 englische Fans werden im Stade de Suisse ebenfalls mit von der Partie sein und mit der Mannschaft aus Everton mitfiebern (siehe Zweittext). Einer von ihnen ist David Moran, der britische Botschafter in Bern. «Als bekannt wurde, dass die beiden Teams aufeinandertreffen würden, freute ich mich riesig», sagt er.

Die «Blues» in den Genen

Kein Wunder: Der 55-Jährige ist von jeher leidenschaftlicher Fussballfan und eingefleischter Anhänger des FC Everton. Geerbt habe er die Liebe zum Traditionsverein aus seiner Heimatstadt Liverpool von seinem Vater: «Er war bereits ein grosser Everton-Fan.» Obwohl schon damals die meisten anderen Familienmitglieder mit dem Stadtrivalen FC Liverpool sympathisierten, entschied sich Moran, es seinem Vater gleich zu tun. «Ich tanzte immer schon gerne etwas aus der Reihe», sagt er. Seither schlägt auch sein Herz für die «Blues». Davon zeugen auch mehrere Trikots, Originalmatchblätter sowie eingerahmte Poster mit Unterschriften von aktuellen und ehemaligen Everton-Spielern, die man in Morans Residenz im Berner Kirchenfeldquartier vorfindet. Für das bevorstehende Duell seiner Mannschaft gegen die Young Boys hat er sich zudem schon einen Freundschaftsschal besorgt. «Der Verein meiner Kindheit spielt gegen den Verein meines Wohnorts – das ist für mich etwas Besonderes.»

Fussball schauen im Pub

Das Spiel im Stade de Suisse wird er – ganz diplomatisch – zwischen den beiden Fankurven verfolgen. «Ich werde versuchen, mich möglichst ruhig und höflich zu verhalten», sagt Moran. Als Fussballfan sei er ohnehin eher der stille Beobachter, der nicht jeden Spielzug kommentiere. «Sobald aber ein Tor fällt, kommen bei mir die Emotionen hoch». Dies, obwohl er sich wegen seines repräsentativen Berufs Mühe gebe, Tore nicht mehr ganz so ausgelassen zu feiern wie noch in früheren Zeiten. Als Sohn eines Diplomaten wuchs David Moran teilweise im Ausland auf. Die Spiele von Everton live im Stadion mitzuverfolgen, war daher nicht immer möglich. Sein erstes Spiel sah er mit seinem Vater im August 1974 im Goodison Park, als Everton Arsenal zwei zu eins schlug – er habe tagelang vor sich hin gelächelt, sagt David Moran. «Für Schlüsselspiele kehrte ich aber stets in den Goodison Park zurück.» So etwa 1985, als die Evertonians im entscheidenden Saisonendspiel gegen die Queens Park Rangers gewannen und die erste Meisterschaft nach 15 Jahren holten. «Das bleibt für mich ein magisches Erlebnis.» Ansonsten schaue er die Everton-Spiele wann immer möglich live im Fernsehen – oder dann in einem englischen Pub. «In Bern war ich auch schon im Mr. Pickwick.»

Ehemaliger Blues-Pianist

Fussball ist aber nicht Morans einzige Leidenschaft – seit klein auf begleitet ihn auch die Musik. Als er in den 70er-Jahren nach der Pensionierung seines Vaters in die USA zog, machte er sich seine Herkunft aus der Beatles-Stadt Liverpool zunutze und finanzierte sich sein Studium mit Auftritten als Pianist in Musikbars. Später verdiente er sich während einiger Jahre gar den Lebensunterhalt damit.

Auch heute spielt er noch oft Klavier und gibt regelmässig kleine Konzerte für Freunde – zuletzt etwa beim deutschen Botschafter, der ebenfalls Musiker ist. «Ich liebe nicht nur die ‹Blues› als Fussballverein, sondern eben auch die Blues-Musik.» Als Diplomat kam David Moran bereits viel in der Welt herum. Für das britische Aussenministerium war David Moran unter anderem in Kenia, Russland, Georgien und Frankreich tätig sowie als britischer Botschafter in Kasachstan. Seit einem Jahr lebt er in Bern. «Die Stadt ist einfach zu jeder Jahreszeit wunderschön», schwärmt er.

Fotoshooting in der Aare

Nebst den kurzen Distanzen und der Altstadt habe es ihm die Aare besonders angetan. «Letzten Frühling schwamm ich von der Höhe des Muri Bads den Fluss hinunter.» Die Aare sei nicht nur viel kälter, sondern auch viel schneller gewesen, als er gedacht hatte. «Ich war so rasant unterwegs, dass meine Frau es gar nicht erst schaffte, ein Foto von mir zu machen», sagt er. Dem Erinnerungsfoto und seiner Frau zuliebe habe er die ganze Übung schliesslich zähneknirschend wiederholt. «Aber es war ein Genuss.»

Ab ins Pub

Dass auch die vielen englischen Fussballfans, die am Donnerstag in die Bundesstadt pilgern werden, Gefallen an der Stadt Bern finden, steht für Moran ausser Frage. «Sie werden begeistert sein.» Denn wenn die Evertonians einmal zu Auswärtsspielen ins Ausland reisten, wollten sie auch die dortige Kultur kennen lernen. «Zudem dürfte dann das eine oder andere Pub voll sein», prophezeit der britische Botschafter. Zurückhaltender mit Voraussagen gibt sich Moran, wenn es um den Ausgang des bevorstehenden Spiels vom Donnerstag geht. «Ich will mich nicht auf die Äste rauslassen», sagt er. YB habe ein starkes Team mit starken Einzelspielern. besonders beeindruckt sei er von Torhüter Yvon Mvogo. «Den Bernern dürfte die Winterpause zugutekommen», vermutet der britische Botschafter.

Aber auch Everton könne auf eine fantastische Mannschaft zurückgreifen – trotz mittelmässiger Saison. «Die Ausgangslage ist interessant.» Da er sich jedoch nur ungern irre, verzichte er auf eine Prognose.


http://www.bernerzeitung.ch/region/bern ... y/29577936

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YB – Everton: Die Spannung steigt

Bei den Bernern mischt sich vor dem grossen Auftritt in der Europa League die Vorfreude mit der Neugier auf den Gegner und die Reise nach England.

Der Maulkorb ist weg. Lange Zeit wich man bei den Young Boys gerne mal aus, wenn es um den Sechzehntelfinal in der Europa League von morgen Abend ging. Seit Samstagabend ist das anders, YB meisterte die Hauptprobe gegen die Grasshoppers mit Bravour. 4:2 siegten die Berner gegen GC, gerade die Offensive zeigte sich pünktlich zum Saisonhöhepunkt in guter Form.

Auch Renato Steffen rehabilitierte sich nach einem schwächeren Auftritt in Luzern (1:1) am Wochenende mit einem Treffer und einer ansprechenden Leistung. «Ich bin froh, spielen wir zuerst zu Hause», sagt der Flügelflitzer, «so bleibt vor eigenem Publikum noch alles offen.» Steffen ist der Dauerbrenner in der YB-Europacup-Kampagne, er stand bei jedem Spiel von Anfang an auf dem Platz. Auch auf die Auswärtspartie freut sich der 23-jährige Aargauer, es ist seine sechste Reise im Europacup. England bewundert er im Fussball, «Manchester United war als Knirps mein Traumverein». Alles am Land des Gegners gefällt ihm dann aber doch nicht, «gerade das Essen muss ich nicht unbedingt ausprobieren».

Mit Englisch aus der Schule

Noch jünger als Steffen ist Florent Hadergjonaj. Der 20-Jährige steht vor einem grossen Spiel, verpasste er doch die Heimpartie gegen Traditionsklub Napoli verletzungsbedingt. Motivation also braucht es auch bei ihm keine spezielle. Die Frage, ob er zur Vorbereitung ein paarmal auf der Spielkonsole mit YB gegen Everton antrete, verneint er lachend: «Ich spiele viel zu gut, das gäbe ein unrealistisches Bild ab.» Aussenverteidiger Hadergjonaj gilt als Lieferant massgenauer Flankenbälle, nebenher geht der Profi noch immer pflichtbewusst zur Schule. «Was ich dort an Englisch lerne, muss für die beiden Begegnungen reichen.» Und auch wenn Hadergjonaj nicht immer alles verstehen sollte, was um ihn herum gesagt wird: Was sie in diesem Monat alles erleben dürften, sei schlicht «geil».

Ungleich reicher an Erfahrung ist Scott Sutter, was Auftritte in Fussballeuropa anbelangt. Der 28-Jährige tritt schon zum vierten Mal gegen ein Team aus der Premier League an: in der Qualifikation zur Champions League 2010 mit YB gegen Tottenham, 2012 in der Gruppenphase gegen Liverpool sowie 2005 mit GC im Uefa-Cup gegen Middlesbrough. «Ich bin noch immer aufgeregt, schliesslich werden in Liverpool viele Freunde und meine Familie im Stadion sein.» Sein Vater Werner verpasst kaum ein Spiel, war sogar in der Qualifikation auf Zypern gegen Aradippou dabei. Und Bruder Rick reist mit Scotts alten Freunden aus London extra nach Liverpool. «Ihm habe ich Tickets besorgt – für den YB-Sektor»,erzählt Sutter schmunzelnd. Milan Vilotic ist gleich alt wie Sutter, hat aber nur einen Bruchteil von dessen Partien im Europacup bestritten. Immerhin traf Vilotic mit GC schon auf Traditionsklubs wie Lyon oder Fiorentina – englische Teams aber kennt er höchstens von Testspielen im Trainingslager. «Das ist für uns alle ein kleiner Feiertag», gibt der Serbe zu. Dazu müsse YB aber auch entsprechend das Sonntagsgesicht aufsetzen. «Gegen Everton muss alles noch ein bisschen besser funktionieren als zuletzt.»


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/24224229

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Das Dessert im Februar

Die Vorfreude bei YB auf das Sechzehntelfinal-Hinspiel in der Europa League gegen Everton ist gross. Trainer Uli Forte nennt es «unser Dessert». Das Team sei «heiss». Gleichzeitig hofft er, dass die Engländer den Kunstrasen hassen.

Nimmt man die Budgets und die Kaderlisten als Massstab, dann ist die Frage schnell beantwortet, wer im Duell zwischen den Young Boys und Everton Favorit ist: Der Premier-League-Verein setzte im letzten Geschäftsjahr fast 150 Millionen Franken um, beim Berner Traditionsclub waren es rund 40 Millionen. Bei Everton stehen mehr als ein Dutzend Internationale aus verschiedensten Ländern unter Vertrag, teuerster und bekanntester Spieler ist der belgische Internationale Lukaku, für den «The Toffees» im letzten Sommer 35 Millionen Euro ausgaben. Bei den Young Boys haben sich nur Steve von Bergen, Guillaume Hoarau und Alexander Gerndt eine Reputation erarbeitet, die über die Landesgrenzen hinausreicht.

Grosse Zahlen und Namen mögen Eindruck erwecken, doch sie sind noch lange kein Erfolgsgarant, was bei YB die Hoffnungen nährt, am Donnerstag dem FC Everton Paroli bieten zu können. «Das Geld spielt auf dem Feld gottlob nur eine bedingte Rolle», sagte Trainer Uli Forte am Mittwoch an der Pressekonferenz des BSC YB. Seine Mannschaft werde im morgigen Heimspiel «sicher nicht Spalier» stehen, sondern versuchen, die Engländer unter Druck zu setzen. Das ist bestimmt kein schlechter Plan, denn die Everton-Spieler dürften zumindest in der Startphase einige Mühe bekunden mit der für sie ungewohnten Unterlage im Stade de Suisse. Kunstrasenplätze sind in den obersten englischen Ligen ein No-go und bei den Fussballprofis entsprechend unbeliebt. «Ich hoffe, sie hassen unseren Kunstrasen», so Forte. Bei der einzig offenen Frage punkto Aufstellung liess sich der Coach nicht in die Karten blicken. So bleibt offen, ob auf der rechten Abwehrseite Routinier Scott Sutter oder der junge Florent Hadergjonaj verteidigen wird.

Mögliche YB-Aufstellung: Mvogo; Hadergjonaj, von Bergen, Vilotic, Lecjaks; Steffen, Gajic, Sanogo, Nuzzolo; Kubo; Hoarau.


http://www.derbund.ch/sport/fussball/Da ... y/13606369

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Vorfreude und Zuversicht bei YB

Die Young Boys gehen als Aussenseiter in den EL-Sechzehntelfinal gegen Everton. Vor dem Heimspiel geben sich die Berner jedoch betont selbstbewusst - mit gutem Grund.

YB-Trainer Uli Forte und sein Captain Steve von Bergen sprechen mit einer Stimme. «Wir werden nicht Spalier stehen, sondern unsere Chancen suchen und nutzen», sagt der Eine. «Wir sind voll motiviert und überzeugt, zuhause ein positives Resultat zu erreichen», meint der Andere.

Die Vorfreude auf den FC Everton spricht aus den Gesichtern der beiden, ebenso wenig gespielt ist die Zuversicht, dem grossen Gast aus England Paroli bieten zu können.

Starke Heimbilanz von YB

Zuhause will YB die Basis zum Coup gegen den 12. der Premier League legen. Die Berner weisen im Stade de Suisse eine eindrückliche Bilanz auf: Die letzten sieben Europacup-Partien vor eigenem Anhang entschieden sie allesamt für sich. Aus den EL-Heimspielen gegen Sparta Prag, Napoli und Slovan Bratislava resultierte eine Torbilanz vom 9:0.

«Zuhause können wir jedem Gegner Probleme bereiten», bekräftigt Von Bergen. Man habe die Spielweise von Everton zwar analysiert, doch allzu sehr wolle man sich davon gar nicht beeinflussen lassen, erklärt der Captain. «Wir wollen unser Spiel nicht ändern.»

Vielmehr wollen die Berner auf ihre Stärken bauen. Ihr EL-Torgarant präsentierte sich am Wochenende schon in bester Torlaune: Guillaume Hoarau, der in 6 EL-Partien schon 5 Tore erzielte, traf beim 4:2 gegen GC mit einem herrlichen Distanzschuss.

Fortes Warnung vor den Kontern

Der Trainer erklärt aber doch noch, wo er die grössten Gefahren für sein Team sieht: «Beim Umschaltspiel gilt es besonders aufzupassen», mahnt er, «bei unseren Ballverlusten wird Everton sofort den Konter suchen.»

Gegentore darf sich YB am Donnerstagabend nämlich keine leisten, will es seine Chancen auf die Achtelfinals nicht vorzeitig minimiert sehen. Unisono geben Forte wie Von Bergen als Zielvorgabe aus: «Kein Tor kassieren und mindestens eines schiessen.»

Voraussichtliche Aufstellungen:

Young Boys: Mvogo; Hadergjonaj/Sutter, Vilotic, Von Bergen, Lecjaks; Gajic, Sanogo; Steffen, Kubo, Nuzzolo; Hoarau. - Absenzen: Vitkieviez (rekonvaleszent).

Everton: Howard; Coleman, Stones, Jagielka, Oviedo; McCarthey, Barry; Mirallas, Naismith, Barkley; Lukaku.- Absenzen: Baines, McGeady, Hibbert, Kone, Pienaar und Osman (alle verletzt) sowie Lennon (nicht spielberechtigt).


http://www.srf.ch/sport/fussball/europa ... cht-bei-yb

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