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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2011/2012
 Beitrag Verfasst: Montag 30. April 2012, 13:43 
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YB in der Sackgasse

Was ist eigentlich mit YB los? Der selbsternannte erste Herausforderer des FC Basel durchlebt eine desaströse Saison: Das Aus im Cup gegen Winterthur, in der Europa-League-Qualifikation gescheitert, zudem 25 Punkte Rückstand auf jenen Verein, dem man im Kampf um die Meisterschaft fordern wollte. Wäre das diesjährige Championat nicht derart verzerrt, sähe es noch viel bitterer aus für die Berner: Mit den bescheidenen 1,379 Punkten pro Partie steht man hierzulande zwar immerhin auf Platz 3, in England würde es Platz 9 bedeuten, in Deutschland und Spanien Platz 7, und in Österreich wäre man damit schon in der hinteren Tabellenhälfte.

Dass sich derzeit eine Welle des Spotts über den BSC ergiesst, mag nicht verwundern. Das Image des Verlierers wollte man ein für allemal loswerden und präsentierte selbstbewusst das 3-Phasen-Modell, dessen Schlusspunkt der Meistertitel bilden sollte. Dafür wurde viel finanzieller Aufwand betrieben, dank der Unterstützung der Brüder Rihs konnte Verwaltungsratspräsident Benno Oertig stolz den Trainer mit dem grossen Namen vorstellen. Es kam einer Art Verzweiflungstat gleich, nachdem frühere Konzepte nicht zum gewünschten Erfolg geführt hatten.

Da war etwa die seltsam anmutende Geschichte mit der Fussballakademie in der Côte d’Ivoire, dank der YB Spieler wie Doumbia oder die Doubaï-Brüder verpflichten konnte, und die dem Verein Einnahmen von ca. 20 Millionen Franken bescherten. Dennoch wurde die Zusammenarbeit gekippt, weil es sich finanziell nicht lohne, so CEO Ilja Kaenzig. Angesichts dieser Zahlen klingt das etwas wunderlich, einige sahen in dieser Aktion eher eine Abrechnung mit dem geschassten Stefan Niedermaier, der diese Kooperation aufgegleist hatte.

Auch anderes Bewährtes wurde kurzerhand über Bord geworfen. Der bei den Fans beliebten Vladimir Petkovic – immerhin der Trainer mit dem höchsten Punktschnitt seit dem letzten Meistertitel – musste ebenso gehen wie eine Reihe talentierter Eigengewächse wie etwa François Affolter oder die Schneuwlys, andere verdiente Akteure wie Raimondi fanden sich plötzlich auf der Bank wieder. Die vielen Neuverpflichtungen vermochten derweil längst nicht alle zu überzeugen. Nuzzolo konnte nie an seine Leistungen bei Xamax anknüpfen, bei Josh Simpson wurde der Grund für seine Verpflichtung nie offensichtlich, und selbst die Leistungsträger der Vorsaison konnten ihr Potenzial nicht mehr abrufen. Namentlich Farnerud trat längst nicht mehr so dominant auf wie in den Monaten zuvor.

Bei YB wollte man den Erfolg erzwingen. Es ist zwar verständlich, dass man nicht ständig nur die zweite Geige spielen will, doch immerhin schaffte man es mit etwas Kontinuität, den Branchenprimus Basel einige Male bis zuletzt zu fordern. Nach den vielen tiefen Schnitten ist man nun so weit von der Spitze entfernt wie schon lange nicht mehr – und dies bei stark gestiegenen Ausgaben. Dass die Berner den Afrika-Cup-Triumph ihres Stürmer Emmanuel Mayuka mit dem Hinweis feierten, er habe nun einen Marktwert von 14 Millionen Franken, ist nur ein Beispiel dafür, wie sehr man die Realität in der Hauptstadt verkennt. Denn diese Zahl ist mehr als absurd, wenn man bedenkt, dass etwa Dortmunds Goldfüsschen Shinji Kagawa für den gleichen Betrag zu haben ist.

Eine Mannschaft wie Basel kann man nicht fordern, indem man seine Pläne regelmässig verwirft und einen Grossteil des Budgets für einzelne Personen aufwendet. Geld alleine reicht bei Weitem nicht, vor allem im Wissen, dass den FCB aus den bevorstehenden Transfers grosse Summen erwarten. Es wäre die Chance der Young Boys gewesen, in aller Ruhe ein funktionierendes Team aufzubauen, eigene Junioren einzubauen, von der Afrika-Connection zu profitieren und kleine Schritte nach vorne zu machen, denn so hätte man in der nächsten Saison, wenn der Konkurrent einige Schlüsselpositionen neu besetzen muss, bereit für den Zweikampf sein können.

Doch YB wählte den falschen Weg. Weil es einige Male knapp nicht gereicht hat, änderte man wiederholt das ganze Konzept, übrig geblieben ist ein Scherbenhaufen, ein extrem teurer noch dazu, der sich in der Meisterschaft mit Thun und Servette messen muss. Nun steckt der Verein geradezu in einer Sackgasse: Erwartet wird trotz dieser ernüchternden Saison auch nächstes Jahr wieder der Titel, nun ist man aber weiter davon entfernt als noch vor der Zündung der «Phase 3». Ein erster Weg aus der Krise wäre sicherlich, die Ansprüche auf ein vernünftiges Mass zu reduzieren und jetzt nach der Entlassung von Trainer Christian Gross nochmals da zu beginnen, wo Vladimir Petkovic vor knapp vier Jahren angefangen hat.


http://blog.derbund.ch/steilpass/index. ... sackgasse/

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2011/2012
 Beitrag Verfasst: Montag 30. April 2012, 13:47 
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Fans: «Auch die Chefetage sollte geräumt werden»

Nach der Entlassung von YB-Trainer Christian Gross reagieren die Fans auf Bernerzeitung.ch/Newsnet grösstenteils mit Erleichterung. Viele fordern zudem den Rücktritt von CEO Ilja Kaenzig.

YB-Trainer Christian Gross wurde nach der 2:1 Niederlage gegen Servette am Sonntagabend per sofort freigestellt. Auch Assistenztrainer Laurent Hagist und Goalietrainer Pascal Zuberbühler müssen den Verein verlassen. Die meisten Bernerzeitung.ch/Newsnet-Leser begrüssen diesen Schritt. «GROSSartig», schreibt beispielsweise Dres Hubacher. Bereits bei seiner letzten Trainerstelle in Stuttgart habe es geheissen, Gross wirke hilflos, ratlos und finde keine Lösungen, sagt Theo Zehnder. «Die vermeintliche Superrakete C.G. hat auch bei YB nicht gezündet», so Adriano Granello. Er gratuliert der YB-Führung, dass sie die Reissleine – wenn auch erst spät – doch noch gezogen habe. Und hat noch eine Bitte: «Nun aber keine Schnellschüsse bei der Besetzung des vakanten Trainerpostens. Gut Ding will und darf durchaus Weile haben!»

Dass Gut Ding Weile hat, ist für einige YB- und Gross-Fans ein Punkt, der aber für den entlassenen Trainer spricht. «Ist das wirklich ein GROSSartiger Entscheid?» fragt beispielsweise Alain Maradan. «Geduld wäre hier angebrachter gewesen. Erfolgshaschende Berner!»

Kritik an der Geschäftsführung

Ruedi Lanz ortet das Problem, wie so viele, aber nicht nur bei Trainer Gross. Mit diesen Spielern, schreibt er, und besonders der unfähigen Geschäftsführung, könnte nun einmal der beste Trainer der Welt keinen Erfolg haben. Und Emir Kobolic antwortet denjenigen, die nach wie vor zu Gross halten: «Muss man ein Gross-Hasser sein, um festzustellen, dass er YB in wenigen Monaten auf Niveau eines 2. Liga Vereins gebracht hat?»

Auch Roderick von Kauffungen übt sich in der Kritik an der Geschäftsführung. Es sei erschreckend, wie nahezu alle Spieler, die bei YB waren und kamen, inzwischen ein Schatten früherer Tage seien. «Kann dafür allein Christian Gross verantwortlich gemacht werden? Wohl kaum. Nur ist der Cheftrainer zum Schluss derjenige, der den Kopf unter die Guillotine halten muss.» Das hinterlasse einen fahlen Nachgeschmack, sagt er. Auch Heinz Lehmann will, dass CEO Ilja Kaenzig zurücktritt: «Führungsetage weg und zwar sofort. Profis sollen an diese Stelle treten.» Wie in Basel, fügt er an: Das sei Profifussball von der obersten Etage bis runter zu den Junioren.

Pepe Guardiola?

Einige YB-Fans üben sich aber nicht nur in der Kritik, sondern hegen auch Hoffnungen und Wünsche für die Zukunft. «Gross-Lieblinge wie Silberbauer, Degen oder Zverotic mangels Leistungen auf die Tribüne verbannen», schreibt beispielsweise Martin Hug. «Und mehr auf vorhandenen Nachwuchs setzen, die U21 liefert nämlich gute Spiele ab!» Bruno Wenger hofft, dass das Übergangsteam Erminio Pisercia und Thomas Häberli übernimmt – oder Marco Schällibaum. Und Emir Kobilic träumt vom grossen Coup: «Pepe Guardiola wäre per 1. Juni frei!» Ganz ernst scheint er es mit dem erfolgsverwöhnte Barcelona-Trainer aber doch nicht zu meinen: «Vor lauter Glücksgefühl kommt mir Verrücktes in den Sinn», schreibt er.

Der Grundtenor in den Kommentaren wird von den Resultaten der Bernerzeitung.ch/Newsnet-Umfrage unterstützt: Bis 9.10 Uhr haben 1433 Leserinnen und Leser abgestimmt, wobei 78,4 Prozent davon die Entlassung von Christian Gross für die richtige Entscheidung halten.


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/13791277

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2011/2012
 Beitrag Verfasst: Montag 30. April 2012, 14:29 
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Gross ist weg Jubel-Tag für YB-Fans

BERN - Christian Gross ist weg. Jetzt wäre der Weg frei für die Rückkehr von einigen Publikumslieblingen.

Als YB-Fan gibts nicht oft einen Grund zum Feiern – in dieser Saison schon gar nicht. Bis gestern. Kurz vor 20 Uhr gaben die Young Boys die Entlassung von Trainer Christian Gross bekannt. «So ein Tag, so wunderschön wie heute», schrieb eine YB-Anhängerin im Fan-Forum. Der frühere Fan-Shop-Verantwortliche fragte: «Gibts jetzt irgendwo eine spontane Chrigel-ist-weg-Party?»

Eine Party gab es schliesslich nur in Basel – aber aus einem anderen Grund. Der FCB feierte seinen 15. Meistertitel. Berner geben sich mit weniger zufrieden. Die YB-Fans freuen sich über die Entlassung des «Titelgaranten» Christian Gross und seiner Assistenten. Sie waren den Fans schon länger ein Dorn im Auge. Ihnen fehlte die Identifikation mit dem Verein, so der Vorwurf.

Mehr Identifikation

Das soll sich nun ändern. Ab sofort und bis auf weiteres übernehmen Erminio Piserchia als Cheftrainer, Thomas Häberli als Assistent und Paolo Collaviti als Goalietrainer die Mannschaft. Vor allem Häberli und Collaviti sind Publikumslieblinge.

Ist jetzt der Weg frei für die Rückkehr weiterer Lieblinge? Scott Sutter, von Christian Gross ausgemustert und jetzt im Dress des FC Zürich im Einsatz, schreibt auf Facebook: «Not too sure what to say... not too sure what I’m allowed to say. ;-)» – «Nicht ganz sicher, was ich sagen soll. Nicht ganz sicher, was ich sagen darf.» Viele Fans fordern Sutter bereits auf, nach Bern zurückzukehren.

Von Emiliano Dudar, von Gross ebenfalls abgeschossen, ist bekannt, dass er seine Karriere gerne in Bern beendet hätte. Jetzt kickt er in den USA und äus­sert sich auf Italienisch auf Facebook: «Io voglio tanto tanto, mi manca tutto!» – «Ich möchte so sehr, ich vermisse alles!» Ob er das auf Bern, YB und seine Fans bezieht, ist Interpretationssache. Die Fans fordern jedenfalls seine Rückkehr.

Und wer wird neuer Trainer? Ein Wunschkandidat für die Fans ist Marco Schällibaum, der den Satz «YB macht glücklich» prägte. Zu Energy Bern sagte er heute: «Ich würde zu Fuss nach Bern kommen. Immer, wenn ich am Wankdorf vorbeifahre, schlägt mein Herz höher.»


http://www.blick.ch/sport/fussball/supe ... 64495.html

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2011/2012
 Beitrag Verfasst: Dienstag 1. Mai 2012, 15:27 
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YB-Chef Kaenzig malt schwarz

CEO Illja Kaenzig und der Technische Direktor Hansruedi Hasler versuchen die verkorkste Situation bei den Young Boys zu erklären. Mit mässigem Erfolg. Die Geldgeber glänzten am Montag derweil durch Abwesenheit.

Tag eins nach der Entlassung von Christian Gross: Rund 50 Journalisten waren um die Mittagszeit ins Stade de Suisse gekommen, um zu hören, was der Ex-YB-Trainer zu seinem unfreiwilligen Abschied zu sagen hatte.

Kaum hatte Gross den Medienmarathon hinter sich, betraten jene Personen den Raum, die ihn keine 24 Stunden zuvor nach Absprache mit den Investoren freigestellt hatten: Illja Kaenzig, CEO und Delegierter des Verwaltungsrates, und Hansruedi Hasler, Technischer Direktor. Die beiden Führungskräfte machten Gesichter, als kämen sie direkt von einer Beerdigung. Er fühle sich nach zwei extremen Tagen «emotionell leer», sagte Kaenzig einleitend.

Anschliessend führte er aus, wieso die Klubleitung nach nur 10 Monaten die Geduld verlor mit dem einstigen Wunschtrainer. «Wir sind in den letzten Wochen extrem vom Kurs abgekommen.» So wie sich die Mannschaft zuletzt gegen Lausanne, GC und Servette präsentiert habe, sei das Schlimmste zu befürchten gewesen. Noch mehr Niederlagen, noch weniger Zuschauer, noch mehr unzufriedene Sponsoren, ein noch grösseres Loch in der Kasse. Im schlimmsten Fall hätte «der wirtschaftliche Kollaps» gedroht, malte Kaenzig schwarz.

Der Verdruss der Investoren

Ganz so schlimm dürfte sich die Situation bei YB nicht präsentieren, da der Klub mit Andy und Hans-Ueli Rihs auf Investoren zählen kann, die über erhebliche finanzielle Mittel verfügen und als seriöse Geschäftsleute gelten. Doch es gibt Anzeichen, als hätten es die radsportbegeisterten Brüder langsam satt, ständig die Hausbank von Gelb-Schwarz zu spielen. Seit längerem ist bekannt, dass sie das Stade de Suisse abstossen würden, wenn ihnen ein Käufer oder eine Käufergruppe genügend bezahlt für ihr Investment. Die Rede ist von 100 Millionen Franken.

Noch sind die Brüder Rihs in Bern – und mit ihnen der dritte Investor, Benno Oertig. Der in- wie extern umstrittene Verwaltungsratspräsident, der im Stade de Suisse ein Büro hat, war am Medientermin nicht zugegen. Gerne hätte man vom bekennenden Gross-Fan gewusst, wie es nach der Entlassung des teuren Coaches weitergeht. Und wie fest Kaenzig noch im Sattel sitzt, der bisher weitgehend glücklos agierte als YB-CEO.

Oertig wolle sich nicht in den Vordergrund drängen, verteidigte Kaenzig den VR-Präsidenten. Was so nicht ganz stimmt: Als Emmanuel Mayuka im Februar zu YB zurückkehrte, liess es sich Oertig nicht nehmen, dem Afrika-Cup-Sieger medienwirksam zu gratulieren.

«Niederlage für den ganzen Klub»

Kaenzig mag das frühzeitige Scheitern des Gross-Experimentes nicht allein auf seine Kappe nehmen. «Es ist eine Niederlage für den ganzen Klub, nicht nur für mich», erklärte er gestern. Auch verneinte er, dass ihm und Hasler offensichtliche Fehler unterlaufen seien. «Ich wüsste nicht, was wir anders hätten machen sollen.»

Kaenzig will nun einen Moment durchschnaufen, bevor er sich in Zusammenarbeit mit Hasler und Scouting-Chef Ingo Winter einen geeigneten Coach für die hoch talentierte, aber mental schwächelnde Equipe sucht. Klar ist, dass er sich nicht mehr in der Preisklasse von Gross bewegen wird, der mit einem Millionenvertrag ausgestattet worden ist. Und fest steht auch, dass der neue Mann an der Linie nächste Saison mit dem Spielermaterial arbeiten soll, welches aktuell unter Vertrag steht.


http://www.derbund.ch/sport/fussball/YB ... y/18188901

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2011/2012
 Beitrag Verfasst: Dienstag 1. Mai 2012, 15:29 
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Die grosse Befreiung?

Nach der Freistellung von Trainer Christian Gross sind die YB-Verantwortlichen und vor allem Verwaltungsratspräsident Benno Oertig unter Druck geraten.

Bern ist befreit. Dieses Gefühl erhält, wer mit YB-Fans spricht oder in Internetforen und auf Facebook liest, was die Leute von der Freistellung des Christian Gross bei YB halten. Fussball ist ein emotionales, schnelles Geschäft, schier jeder hat eine Meinung, und Gross hat in 10 Monaten offensichtlich derart viel falsch gemacht, dass zahlreiche Beobachter ein vernichtendes Urteil über seine Arbeit fällen.

YB ist befreit. Diesen Eindruck erhält, wer erfährt, welche Geschichten in Spielerkreisen kursieren, über die Angst auf dem Rasen etwa, etwas falsch zu machen, weil der strenge Chef Gross danach wieder mit einer gnadenlosen Schelte warten würde.

Oertigs (zu) grosser Einfluss

Christian Gross ist Geschichte in Bern. Und immer mehr Geschichten werden an die Oberfläche gespült über die Herrschaft des früheren Erfolgstrainers. Das ist möglicherweise ungerecht gegenüber dem Coach, aber so läuft es immer, wenn ein Regent abtritt. Und mit dem Scheitern des erfolgreichsten Schweizer Trainers der Neuzeit sind auch die YB-Verantwortlichen in die Kritik geraten. Ihre Vorwärtsstrategie hat Schiffbruch erlitten.

Und eine Frage lautet jetzt: Wie sehen die Machtverhältnisse bei den Young Boys eigentlich aus?

Ganz oben in der Hierarchie stehen Andy und Hans-Ueli Rihs als Investoren und Besitzer des Stade de Suisse und von YB. Benno Oertig hält auch einen geringen Anteil Aktien, er ist mit Andy Rihs befreundet und der Statthalter der Rihs-Brüder in Bern. Im Gegensatz zu den vielseitig interessierten Mitstreitern mischt sich Oertig oft, gerne und immer stärker ins Tagesgeschäft ein.

Und genau das sei das grosse Problem für die Young Boys, berichten viele Insider. Würde Oertig weniger mitreden, heisst es, wäre das die nächste Befreiung.

Oertig hat nicht nur wegen des unfeinen Rauswurfs des früheren CEO Stefan Niedermaier viele Sympathien eingebüsst. Das schmerzt ihn sehr, denn er möchte nichts mehr als für seine Verdienste rund um den Stadionbau und YB geschätzt und geliebt werden. Aber mit seiner rustikalen, zuweilen unberechenbaren Art eckt Oertig an, sein Verhältnis zu Berner Politikern, Mitarbeitern und Lokalmedien ist zerrüttet. Gerne hätte man in den letzten Tagen mit ihm oder den Rihs-Brüdern geredet, aber Auskunft will derzeit keiner geben.

Bei der Entlassung von Niedermaier (und der Einstellung von Ilja Kaenzig) im August 2010 aber sprachen sie. Insbesondere Oertig rief damals die «Phase 3» aus, die im Zeichen von Titeln stehen sollte. Die Wahrheit ist: Vor zwei Jahren war YB ein beliebter Klub mit freundschaftlichem Klima und riesigem Anhang, der sich mit YB identifizierte und gerne ins Stade de Suisse pilgerte – gross ist die Fangemeinde immer noch, gross aber sind vor allem Frust und Ärger. Für viele ist Oertig der Sündenbock, zumal er die treibende Kraft hinter der Verpflichtung von Gross war.

Die Frage ist: Wie lange hält Andy Rihs noch zu Benno Oertig?

Gesucht: Ein Anti-Gross

Und so finden bei YB intensive Diskussionen über die Strategie statt. CEO Ilja Kaenzig steht wie der Technische Direktor Hansruedi Hasler mittlerweile ebenfalls unter Druck. Beide sind prächtig vernetzt in der Fussballwelt, aber natürlich hat ihr Ansehen unter der Talfahrt der letzten Monate auch gelitten. Kaenzig hätte Gross kaum verpflichtet, Hasler dagegen schon, aber das spielt gar keine Rolle mehr. Viel wichtiger ist, dass beide in ihren Kerngebieten (Kaenzig bei der Spielerbeschaffung, Hasler in der Nachwuchsarbeit) einen glänzenden Ruf besitzen – aber sich bei YB ständig mit Nebenschauplätzen beschäftigen müssen.

Andy und Hans-Ueli Rihs ärgerten sich zuletzt stark, weil YB die Lizenz in erster Instanz nicht erhielt. Selbstverständlich bürgen sie für Verluste des Betriebs. Die nächste Saison wird nun zum Wegweiser für diese Young Boys, auch deshalb zog man die Notbremse bei Christian Gross. Ein Fehlstart im Juli wäre für YB verheerend, bei einem guten Saisonbeginn aber wären Euphorie, Zuschauer und Zuversicht sofort wieder da. Es wäre, richtig, ein Befreiungsschlag. Der nächste Trainer, so hört man, soll ein Anti-Gross sein, einer, der Freude, Begeisterung, Lust vermittelt und Teamgeist vorlebt, ein junger Konzepttrainer vielleicht, wie sie in der Bundesliga bei Mainz (Thomas Tuchel) und Freiburg (Christian Streich) installiert wurden.

Und schon bald wird über das Wirken von Christian Gross in Bern gewiss nicht mehr so brutal geurteilt werden. Auch dank ihm finden ja Cupfinals und Länderspiele wieder im Stade de Suisse statt. Er hat die Arena vom Kunstrasen befreit. Immerhin.


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/19398905

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2011/2012
 Beitrag Verfasst: Dienstag 1. Mai 2012, 15:44 
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Verbotenes Feuer – als «Ausdruck der Freude» und aus Protest

Vielleicht zündet er heute wieder eine Fackel – obwohl er sagt: «Ich weiss, dass es nicht ungefährlich ist.» Ein Treffen mit einem YB-Ultra.

Er sitzt bei sich zu Hause auf dem Balkon und ist zufrieden. Am Samstag haben die YB-Fans ein Banner mit der Aufschrift «Chrigu raus» präsentiert. So einig sei man sich noch kaum je gewesen in der Kurve, sagt er – der Trainer Christian Gross müsse gehen. Nun ist er weg. Und vielleicht werden heute im Stadion zur Feier Seenotfackeln aluminiert. Das Zünden von Feuerwerk sei ein «Ausdruck von Freude», sagt der Mann.

Mitte zwanzig ist er, und die YB-Spiele, die er in den letzten zehn Jahren verpasst hat, lassen sich an einer Hand abzählen. Wollte man die Fackeln zählen, die er dabei gezündet hat, reichten zwanzig Hände nicht dafür.

An diesem Morgen hat er sich Zeit genommen, um dem «Bund» zu erklären, warum er und seine Kollegen nicht bereit sind, darauf zu verzichten, im Stadion Feuerwerk zu zünden. Auch jetzt nicht, wo die Rufe nach einem Verbot lauter und lauter werden. Nachdem das Zürcher Derby im Oktober nach Petardenwürfen abgebrochen wurde. Nachdem ein Jugendlicher an einem YB-Spiel durch Funken Verbrennungen zweiten und dritten Grades erlitten hatte.

Rational kaum zu erklären

«Ich weiss, dass unsere Position nicht einfach zu vermitteln ist», sagt der Mann. Seine ganze Beziehung zu YB ist schwer zu vermitteln. Warum er Abend um Abend in Werkräumen verbringt und bastelt für Choreografien. Warum er jede Reise auf sich nimmt, um YB zu sehen. Und – eben – warum er sich immer von Neuem strafbar macht, wenn er Pyrotechnika in Stadien schmuggelt und entfacht. Rational sei das alles kaum zu erklären, sagt er. «Ginge es nach dem Kopf, hätte ich YB längst den Rücken gekehrt.» Denn die Mannschaft, die er unterstützt, ist ein Konglomerat aus Söldnern, die kommen und gehen und nicht wissen, wer Mani Matter ist.

Die Spielstätte nennt er «Stadion», weil er «Stade de Suisse» nie in den Mund nehmen würde und weil er auch nicht Wankdorf sagen mag. Das Wankdorf ist das abgerissene Stadion aus einer Zeit, als noch nicht «jeder Eckball gesponsert» war, wie er sagt. Viel ist nicht mehr übrig vom «Mythos YB», den er hochhalten will. Die Farben sind noch da, das Logo. Wenn YB in andern Farben oder mit anderem Emblem auflaufen würde, dann würde er sich abwenden, sagt er. «Das ist die letzte Identifikation.»

«Wir gehen gut damit um»

Das Ehrlichste, das Echteste, was das globalisierte Unternehmen Young Boys noch zu bieten hat, sind seiner Meinung nach die Fans. Niemand sonst stehe so bedingungslos hinter YB wie sie. Bis auf den langjährigen Materialwart Hene Minder sei keiner so lange dabei wie er, sagt der Mann – und da ist es in seinen Augen nur konsequent, sich von niemandem die Regeln diktieren zu lassen, wie man den Verein zu unterstützen hat. Und wie das Fahnenschwenken und das Skandieren von Gesängen sieht er auch das Zünden von Fackeln als eine unverhandelbare Ingredienz des Beistands: «Ich weiss, dass es nicht ungefährlich ist. Aber ich glaube, wir gehen gut damit um.»

Die Gefährlichkeit werde von Politikern und in den Medien «total unverhältnismässig» dargestellt. Die Medien schrieben am einen Tag von «Pyro-Deppen» und am nächsten Tag davon, wie die Fans dem Verein «eingeheizt» hätten. Doch je mehr man sich beim Zünden verstecken müsse, desto gefährlicher werde es. Eine Legalisierung dagegen brächte wenig, wenn sie an zig Bedingungen geknüpft würde. «Wir wollen spontan zünden können.»

Die Höhe der Bussen, die YB für die abgebrannten Fackeln bezahlen muss, sind für ihn kein Argument – diese machten sowieso lediglich einen Bruchteil des Budgets aus. Entscheidend sei, dass innerhalb der Kurve eine Mehrheit das Zünden von bengalischem Feuerwerk nach wie vor befürworte.

«Es ist schon geil»

Die ideologische Rechtfertigung des verbotenen Feuers ist die eine Seite. Die andere Seite ist der Kick. Es sei «schon geil», von einem Tor euphorisiert zu «zünden». Erwischt worden ist er noch nie. Wenn er ein Stadionverbot kriegen würde, wäre das «schlimm», sagt er. Dann bliebe ihm nur noch seine zweite Liebe – seine Freundin. Die sei auch YB-Fan, «zum Glück». YB sei sein Leben, «und wenn sie nicht mögen würde, was ich liebe, wie könnte ich sie dann lieben?», fragt er. «Gezündet» hat die Freundin noch nie. Er hätte nichts dagegen.


http://www.derbund.ch/bern/stadt/Verbot ... y/12512465

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2011/2012
 Beitrag Verfasst: Mittwoch 2. Mai 2012, 09:22 
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Scheidung mit Irritationen und Glaubensfragen

Neuorientierung für YB und den entlassenen Trainer Gross

Mit forschen Tönen hat YB das teure Projekt mit Christian Gross begleitet. Nach 11 Monaten folgte die Implosion. Während YB wohl vom hohen Ross steigen muss, hat der Lack des Trainers Gross Kratzer erhalten.

Fussball ist Kehrtwende. Noch vor kurzem verteidigten die YB-Cheftechniker den eingeschlagenen Weg. Zehn Tage vor der Freistellung des Trainers Christian Gross wies der Sportdirektor Hansruedi Hasler den Gedanken des Scheiterns von sich. Das sei verfehlt, sagte er, «wir sind auf anständigem Niveau». Der CEO Ilja Kaenzig hielt ein Plädoyer für die «Kultur-Änderung», die «nicht einfach, aber nötig» sei. Man habe mit Gross einen «eigenen Stil» geholt und stehe «am Anfang eines Zyklus».

Ein paar Tage und die 1:2-Niederlage in Genf gegen den Servette FC später ist der Zyklus nicht am Anfang, sondern am Ende. Gross und seine Assistenten werden trotz Verträgen bis 2013 entlassen. Jetzt muss man sich als Entscheidungsträger eiligst die Welt neu zimmern und schlechtreden, was man zuvor schöngeredet hat. Der Entscheid muss mit Argumenten überfüttert werden. Klarheit wird vorgegaukelt, aus Grau- werden Schwarztöne.

Nach Basel (2009) sowie Stuttgart (2010) ist YB für den bald 58-jährigen Höngger die dritte Station innert dreier Jahre, die er vorzeitig verlassen muss. Er tut das nicht durch die Hintertüre, sondern mit Stil, indem er sich vor den Medien erklärt. Er betont, wie 2011 «intensiv» um ihn geworben worden sei. Er bedauert den Vertrauensverlust im Klub, das frühe Ende seiner «bis jetzt grössten Herausforderung». Er übt Selbstkritik, weil es ihm nicht gelang, «die Winner-Mentalität hier einzupflanzen». Er verspricht den Venezolanern Martinez und Gonzalez eine tolle Zukunft und sagt, dass solche Spieler im YB-Nachwuchs nicht zu finden seien.

Er rühmt die Zürcher Geldgeber, denen «die Berner Seite mehr Gewicht geben sollte». Er lobt sie, die ihm im Extremfall bis 2013 den Lohn überweisen, mehrmals. Er streichelt die ihn fütternde Hand. Als hätte Gross im Stade de Suisse mahnen wollen: Denkt daran, ohne diese Hand geht's nicht. Dann geht er. Und in Foren, Blogs und sonstigen Diskussionsrunden wird der Abgesang auf den autoritären Trainer Gross und der Lobgesang auf Jungtrainer angestimmt. Ventile werden geöffnet, und Frustrationen wird freier Lauf gelassen.

In Basel wurde 2009 der Gross-Nachfolger Thorsten Fink als Gegenentwurf zelebriert. Nachdem Fink mit dem HSV in der Bundesliga mit als modern bezeichneten Führungsmethoden um den Ligaerhalt gezittert hat, tönt es anders: dass der heutige FCB-Trainer Heiko Vogel eben schon als Fink-Assistent führend gewesen sei. Solche Argumentationslinien werden gezeichnet.

Nebst allen Glaubensfragen zieht die Scheidung zwischen YB und Gross auf beiden Seiten einen Katalog voller Fragen nach sich. Auch Irritationen kommen dazu, etwa in jenem Moment, in dem Kaenzig in der Personalie des bis jetzt ungenügenden Dänen Silberbauer um Selbstkritik gebeten wird. Kaenzig, der den Transfer zu verantworten hat, reagiert gereizt: «Silberbauer ist überall Führungsspieler und Captain gewesen. Man gibt ihm nur in Bern zu verstehen, dass er ein schlechter Fussballer sei. Ich vermute, dass er kein Transfer-Flop ist.»

YB muss eine neue Richtung finden, nachdem fast ein Jahr lang mit lauter Begleitmusik die Aufmerksamkeit und das Geld für das Projekt Gross eingesetzt worden sind. Weil im Sommer kein Handlungsspielraum da ist für Korrekturen, muss der neue Coach das vorhandene YB-Personal auf Touren bringen. Gut möglich, dass die Trainerwahl die Berner zwangsläufig vom hohen Ross («Phase 3», «Basel einholen») herunterholen wird. Auch dem gechassten Gross stellen sich Fragen, ob er wird zurückbuchstabieren und an ein kleineres Feuer sitzen müssen. Der Lack des erfolgreichsten Schweizer Klubtrainers hat Kratzer, obschon man sich des Eindrucks nicht erwehren kann, dass in erster Linie Gross wegen YB gescheitert ist – und weniger YB wegen Gross.


http://www.nzz.ch/nachrichten/sport/akt ... 07055.html

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2011/2012
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 3. Mai 2012, 00:23 
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Vielleicht befreit, aber nicht besser

YB besiegt den FC Zürich mit neuen Coachs, aber ohne Glanz 1:0

Interimstrainer überall: Die Berner Nothelfer Piserchia und Häberli besiegen das FCZ-Duo Meier/Gämperle. Zu viel sollte sich YB darauf nicht einbilden. Denn der FCZ war ideenlos und wirkte leer.

Am Trainer Christian Gross führt im Schweizer Fussball kein Weg vorbei, seit über zwei Jahrzehnten schon. Ein Beweis dafür fand sich bei YB - FC Zürich am Spielfeldrand. Die FCZ-Interimstrainer Urs Meier und Harald Gämperle waren in den neunziger Jahren zu Gross' GC-Zeiten Assistenztrainer und Verteidiger gewesen.

Die neuen YB-Coachs indes verbinden mit ihm zwiespältige Erinnerungen: Thomas Häberli war in Basel von Gross einst für zu leicht befunden worden, und Erminio Piserchia war im Sommer als Assistent nicht mehr genehm, als Gross mit seinem Wunsch-Staff anrückte. Nur ein knappes Jahr später führt Gross' Weg weg aus Bern. In der sportlichen Verantwortung stehen treue Seelen, und es heisst, YB wolle zurück zu den Wurzeln. Wo diese wohl sind? Bei den Gründungsvätern 1898, bei den letzten Titeln in den achtziger Jahren oder bei den Ehrenplätzen des letzten Jahrzehnts?

Vorerst jagen die Berner einen Europa-League-Platz, am Dienstag vermochten sie sich den FCZ von der Brust zu halten. Ohne den auf die Tribüne verbannten David Degen waren sie in der ersten Halbzeit nicht so überlegen, wie das Cornerverhältnis glauben machte (8:1). Doch immerhin machten sie mehr, damit sich die Zuschauer nicht langweilten – zum Beispiel das einzige Tor des Spiels durch Raúl Bobadilla (42.). Betreffend Unterhaltung schien sich der FCZ kein bisschen verantwortlich zu fühlen.

Das Spiel der Zürcher war seltsam konturlos; mit einem Sieg hätten sie den Rückstand auf YB auf zwei Punkte reduzieren können – was aber nur der Tabelle, nicht dem Engagement des FCZ abzulesen war. Vor der Pause musste der YB-Torhüter Marco Wölfli einmal in die rechte Ecke hechten, das war's. Man dachte: Entweder ist das Team nicht besser – oder es wartet einfach blutleer und ideenlos auf das Saisonende und auf die Impulse des neuen Trainers Rolf Fringer. Beides spräche nicht für die Spieler. Immerhin: In der zweiten Hälfte schienen sie doch noch wissen zu wollen, wie gut Wölfli ist, vor allem Amine Chermiti war neugierig – doch der YB-Goalie liess kein Tor zu. Seit der Entlassung Urs Fischers gewann der FCZ in sechs Spielen sechs Punkte; davor war die Ausbeute besser gewesen: 24 Partien, 29 Punkte.

Die Berner sollten sich nicht zu viel einbilden auf den resultatmässigen Umschwung. Gewiss, sie machten den einen oder anderen Trick, der die Interpretation zulassen mochte, sie seien befreit – bloss: Besser als unter Gross schien YB noch nicht. In Erinnerung sind Gross-Spiele, in denen die Mannschaft feuriger gewirkt hatte, etwa beim 2:2 gegen den FC Basel Mitte Februar. Doch seither ist das Feuer erloschen. Bei den Wurzeln hofft YB etwas Glut zu finden.


http://www.nzz.ch/nachrichten/sport/akt ... 07054.html

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2011/2012
 Beitrag Verfasst: Montag 7. Mai 2012, 08:06 
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YB-Cupsieger treffen sich in Bern

Ein Wiedersehen mit sentimentalem Charakter fand am Samstag im YB-Museum des Stade de Suisse statt: Die Cupsieger des Jahres 1977 versammelten sich, um über vergangene Zeiten und aktuelle YB-Sorgen zu philosophieren.

Teilweise haben sich die Stars von damals mehr als drei Jahrzehnte lang nicht mehr gesehen. Die Erinnerungen an den fünften von aktuell sechs Cupsiegen wurden vom einzigen Tor geprägt, welches der Däne Jan Andersen am Ostermontag (11. April) des Jahres 1977 erzielen konnte. Karl Odermatt, Jakob Brechbühl, Jean-Marie Conz, Walter Eichenberger und Co. liessen die Vergangenheit wieder aufleben. Wie sagte doch Charles Beuret, Vorsitzender des YB-Beirates, am Samstag so treffend? „Der Vorteil, dass YB so wenig Titel gewinnt liegt darin, dass man jeden einzelnen nicht mehr vergisst.“

Das Cupsieger-Team von 1977 war fast vollzählig – inklusive Trainer Kurt Linder – anwesend. Lediglich Urs Siegenthaler (Spielbeobachter der deutschen Nationalmannschaft) und die viel zu früh verstorbenen Bernd Lorenz und Joseph Küttel fehlten am Samstag in Bern.

Tipps für die aktuelle YB-Mannschaft

Neben vielen Erinnerungen hatte es in den Gesprächen zwischen und mit den Fussballern von damals Platz für Diskussionen um das YB von heute. Jakob „Köbi“ Brechbühl wünscht sich beispielsweise mehr „Berner Giele“ im aktuellen Super-League-Kader, während Karl Odermatt „die Leaderfiguren, die mit Feuer und Leidenschaft für YB spielen“, fehlen. Etwas pragmatischer sah es der ehemalige Abwehr-Haudegen Heinz Rebmann: „Wir haben damals auch nicht so viele Titel gewonnen. Ein Meistertitel blieb uns auch verwehrt.“ Stimmt. Aber das Team von 1977 beendete mit dem Cupsieg immerhin eine 17 Jahre dauernde Durststrecke nach dem Meistertitel von 1960. Aktuell warten die YB-Fans nun schon seit 1986 (Meister), respektive seit 1987 (Cupsieg) auf einen Pokal. Und 2012 wird die Wartefrist um (mindestens) ein Jahr verlängert.


http://www.bernerzeitung.ch/region/bern ... y/13681035

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2011/2012
 Beitrag Verfasst: Dienstag 8. Mai 2012, 09:08 
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Muri bei Bern

YB und die komplizierte Trainersuche. Jetzt spricht Verwaltungsratspräsident Benno Oertig. Auch zu Murat Yakin.

Muri ist eine feste Grösse im Schweizer Fussball. Muri Yakin – als Spieler, als Trainer. Muri kennt man aber auch als Heimatgemeinde des Hauses des Fussballs. Dieses Muri liegt bei Bern.

Bald auch DER Muri?

Während der neue Mann gesucht wird, laufen gewisse Spieler (Bobadilla, Doubai) Amok. Und die Planung der neuen Saison ist blockiert. Die Frage, ob die ausgeliehenen Christian Schneuwly (Thun) und Scott Sutter (FCZ) zu YB zurückkehren, kann nur der neue Mann beantworten.

Die Fans würden am liebsten Thomas Häberli, ihre Kultfigur, sehen. Doch der hat die Uefa-Pro-Lizenz nicht. Häbi: «Anfang nächsten Jahres nehme ich sie in Angriff.» Um einst bei YB Chefcoach zu werden? «Ich bin Profitrainer und habe Ambitionen», sagt Häbi bloss. «Er ist für die Zukunft ein interessanter Mann», denkt Oertig (Bild).

Die Suche nach dem neuen YB-Trainer ist etwa so kompliziert wie jene nach einem SVPChefideologen. Oertig: «Die Aufgabe obliegt der Sportabteilung. Sie hat ein Profil erstellt.» Die wichtigsten Punkte: «Er soll die Spieler erreichen, menschlich top sein, das Vertrauen von Team, Sportabteilung und Fans geniessen, nach Bern passen und sich in der Öffentlichkeit zu verkaufen wissen.»

Danach, so Oertig, unterbreite die Sportabteilung dem Verwaltungsrat, also den Gebrüdern Rihs und ihm, verschiedene Vorschläge inklusive Topkandidat. «Dann wägen wir ab.» Das muss man sich vorstellen wie den Prozess, der mit der Entlassung von Christian Gross endete.

Tönt alles reichlich bürokratisch. Dabei, so wird in Bern gemunkelt, sei alles viel einfacher: Oertig wolle Yakin, das stehe fest. Oertig: «Das stimmt nicht. Wenn er in unser Profil passt, hat er durchaus Chancen.»

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