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Forum ybfans.chTreffpunkt der Fans des BSC Young Boys |
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shalako
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Verfasst: Donnerstag 16. Juni 2011, 09:23 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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16.06.2011  Zitat: «Ich will Grizzlys, die etwas reissen wollen»
Christian Gross (56) hat das Fussball-Zepter in der Bundesstadt übernommen: Am Mittwoch leitete der neue YB-Coach sein erstes Training im Stade de Suisse.
Christian Gross, welchen Eindruck hatten Sie im ersten Training von den Spielern? Christian Gross: Ich habe hoch motivierte Spieler angetroffen. Wir haben ein gutes Kader bei YB und die Mannschaft hat ein solides Gerüst. Trotzdem werden sicher noch neue Spieler zu uns stossen. Damit möchte ich eine Konkurrenzsituation im Team schaffen, die ich dann ausnutzen kann. Es gibt Spieler auch bei uns, die noch Potenzial haben.
Was verlangen Sie von Ihrem neuen Kader? Ich will Spieler mit Ambitionen und Emotionen. Spieler, die hungrig darauf sind, etwas zu gewinnen. In Bern wird bekanntlich gerne der Bär als Symbol genommen: Ich möchte keine bequemen, gemütlichen Braunbären aus dem Bärengraben, ich will Grizzlys, die etwas reissen wollen.
Welches sind Ihre Ziele? Wir wollen mit dem neuen YB hungrig, bissig und angriffig sein. Leute, die mich kennen, wissen, dass ich gerne dort bin, wo es etwas zu gewinnen gibt. Und das ist auch das Ziel hier bei YB. Wir wollen erfolgreich sein und den Rückstand auf die Konkurrenz aufholen.
Was haben Sie seit Ihrer Ernennung zum YB-Trainer getan? Es war eine intensive und spannende Zeit. Neben den fast täglichen Kontakten mit den Verantwortlichen in Bern habe ich im Ausland Spieler beobachtet. Dafür war ich in Holland, Finnland, Schweden und Montenegro.
Wie haben Sie sich in der Bundesstadt eingelebt? Bern ist eine einladende Stadt, die viel bietet. Es gibt zahlreiche Grünzonen und die wunderbare Aare. Die Ruhe des Wassers hilft dabei, gewisse Gedankengänge in die richtige Richtung zu bringen. Ich fühle mich wohl hier und bin auf Wohnungssuche. http://www.20min.ch/sport/fussball/story/29656083
_________________ For Ever
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shalako
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Verfasst: Donnerstag 16. Juni 2011, 09:25 |
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16.06.2011  Zitat: Der Braunbär soll zum Grizzly werden
Christian Gross hat am Mittwoch seine Arbeit als Trainer der Young Boys aufgenommen und gleich den Tarif bekannt gegeben. Gross vergleicht seinen neuen Klub mit einem behäbigen Braunbären. Dieser soll sich unter ihm zum Grizzlybären entwickeln.
Christian Gross gilt als akribischer Arbeiter und als Coach, der sich stets gut vorbereitet. An seinem ersten offiziellen Arbeitstag als Trainer der Young Boys tut er alles, um diesen Ruf zu bestätigen. Zwar überlässt er die Trainingsarbeit weitgehend seinem Assistenten Laurent Hagist, mit dem er bereits beim FC Basel erfolgreich zusammengearbeitet hat. Gross aber beobachtet die Spieler genau, mit dem einen oder anderen wechselt er während den Pausen einige Worte. Nach dem Training, bevor Gross erklärt, wie er YB zum ersten Meistertitel seit 1986 führen will, geht er durch den Raum und lässt sich alle Anwesenden vorstellen. Dann nimmt er das Mikrofon zur Hand und äussert sich pointiert dazu mit welchen Erwartungen er nach Bern gekommen ist:
«YB ist nach GC und Basel die dritte grosse Herausforderung für mich in der Schweiz. Ich bin hoch motiviert nach Bern gekommen und habe eine hoch motivierte Crew und hoch motivierte Mitarbeiter angetroffen. Die Leute wissen, dass ich mich dort aufhalte, wo es etwas zu gewinnen gibt.»
...wie er die Zeit seit seiner Vorstellung als neuer YB-Coach Anfang Mai verbracht hat: «Ich war viel unterwegs und schaute viel Fussball. In Utrecht beobachtete ich Michael Silberbauer und traf mich mit ihm. Elsad Zverotic besuchte ich in Montenegro und studierte ihn beim Länderspiel gegen Bulgarien. Ich war auch in Schweden und Finnland und sah mir dort ein paar Spieler an, die interessant sein könnten.»
...welche Voraussetzungen YB erfüllen muss, um endlich wieder Titel zu gewinnen: «YB braucht Spieler, die hungrig sind. Das Bild vom Bären im Bärengraben passt mir nicht. Dieses Tier ist mir zu behäbig. Ich will Grizzlys sehen, die bissig und angriffslustig sind. Ich will ein neues YB, eines, das den Rückstand auf die Konkurrenz aufholt. Und ein YB, das den durchschnittlich 22'000 Zuschauern, die an die Heimspiele kommen, Freude macht. Am besten mit Siegen. Letzte Saison hat YB 41 Prozent der Spiele gewonnen, diese Quote wollen wir hochdrücken. Wir wollen jede Partie gewinnen.»
...über welche Qualität die Mannschaft verfügt: «Das Gerüst des Teams steht. Marco Wölfli, Mario Raimondi und Christoph Spycher, der endlich wieder gesund ist, sind Routiniers, die das Team gut kennen und es führen können. David Degen hat sein Potenzial noch nicht ausgeschöpft, von ihm verspreche ich mir viel. Das Wichtigste wird sein, dass wir die Gegner unsere Siegermentalität spüren lassen. Damit uns dies gelingt, werden wir uns in den nächsten viereinhalb Wochen intensiv auf den Saisonstart vorbereiten. Dazu gehört das Trainingslager, das wir nächste Woche in Gstaad durchführen. Ich habe das so noch nie gemacht, aber ich freue mich auf die Zeit im Oberland.»
...ob er sich noch mehr neue Spieler wünscht: «Es sind noch nicht alle Personalien geklärt. Dusan Veskovac ist ein interessanter Mann für die Innenverteidigung. Zuletzt habe ich gespürt, dass er in Luzern nicht mehr sehr happy ist. Wir müssen zudem Konkurrenz für Mario Raimondi auf der linken Seite schaffen. Er ist ein Spieler, dem es guttut, wenn er angetrieben wird. Im Angriff freue ich mich, hat sich Marco Schneuwly entschieden, bei YB zu bleiben. Ich halte sehr viel von ihm. Doch Schneuwly und auch den jungen Stürmern Henri Bienvenu und Emmanuel Mayuka schadet mehr Konkurrenz nicht. Und dann müssen wir abwarten, ob Ammar Jemal YB verlässt. Je nachdem entsteht da weiterer Handlungsbedarf.»
...welches System er spielen lassen wird: «Grundsätzlich im 4-4-2, so viel steht fest. Im Angriff aber müssen Teams heute variabel sein. Manchester United ist für mich das Mass aller Dinge. Dort kann man Wayne Rooney ja auch nicht mehr als reinen Stürmer bezeichnen.» http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/19968745
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shalako
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Verfasst: Montag 4. Juli 2011, 08:56 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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04.07.2011  Zitat: Christian Gross: «Kämpfend erfolgreich sein»
Christian Gross startet in rund 2 Wochen erstmals eine Saison mit den Young Boys. Der Erfolgs-Trainer sprach im Interview mit sport.sf.tv über die Vorbereitung in Bern, seine Philosophie und über die Auftaktpartie gegen seinen Ex-Arbeitgeber Basel.
Christian Gross, als Sie im Mai in Bern vorgestellt wurden, betitelte Sie CEO Ilja Kaenzig als «Titelgaranten». Es gebe niemanden, der eine höhere Garantie für Titel abgebe. Teilen Sie die Meinung? Gross: Grundsätzlich verpflichtet Erfolg. YB hat mich sicherlich nicht geholt, um an Ort und Stelle zu treten. Auf der anderen Seite bin ich Realist genug, um zu wissen, dass der Abstand zur Spitze noch relativ gross ist. Es geht jetzt zunächst mal darum, dass wir sehr realistisch und resultatorientiert spielen. Dann werden wir sehen, was am Ende heraus schaut. Wir werden alles daran setzen, den Rückstand auf Basel und Zürich aufzuholen.
Für viele kam Ihre Rückkehr in die Schweiz nach Ihrer Entlassung im Oktober 2010 beim VfB Stuttgart überraschend. Liebäugelten Sie schnell einmal mit einem Engagement in der Super League? Eigentlich nicht, aber ich bin natürlich sehr gerne in die Schweiz zurückgekehrt. Ich finde, wir haben ein tolles Land. Eine Rückkehr schliesst ein Auslandengagement aber auch für die Zukunft nicht aus. Dass es nun YB geworden ist, war zu Beginn nicht so klar, es hat sich ergeben. Da die Leute bei YB alle sehr motiviert sind, kam es dann aber rasch zu einer Einigung.
Mitte Juni haben Sie mit YB den Trainingsbetrieb aufgenommen. Für eine Woche weilte die Mannschaft in Gstaad. Wie zufrieden sind Sie bis jetzt mit der Vorbereitung? Wir haben intensiv trainiert, das ist normal. Es geht darum, dass ich die Spieler möglichst schnell kennenlerne. Resultatmässig bin ich nur bedingt zufrieden. Jetzt müssen wir die nächsten 14 Tage optimal nutzen, damit wir beim Saisonstart bereit sein werden. Es kann natürlich nicht innerhalb von viereinhalb Wochen alles optimal laufen. Das Ganze ist ein Prozess - ich hoffe, dass es nicht allzu lange dauern wird, bis wir uns gefunden haben.»
YB stand unter Valdimir Petkovic für offensiv ausgerichteten Fussball. Welches «Gesicht» werden die Berner unter Ihnen haben? Es geht zuerst einmal darum, dass wir eine gute Grundorganisation haben. Ich habe immer gesagt, dass ich kämpfend erfolgreich Fussball spielen will. Ich will sehr bewusst spielen, aber natürlich auch bestimmend. Ich will eine Mannschaft, die wenn immer möglich, das Zepter in die Hand nimmt.
In dieser Woche wurden die Verpflichtungen von U21-Nati-Stürmer Nassim Ben Khalifa und dem tschechischen U21-Verteidiger Jan Lecjaks bekannt – zwei Wunschtransfers? Ja, absolut. Mit Ben Khalifa, einem hoffnungsvollen und jungen Schweizer, haben wir nun einen vierten Stürmer im Kader. Er wird sicher alles daran setzen, seiner Karriere nochmals einen neuen Verlauf zu geben und einen neuen Impuls setzen. Lecjaks soll auf der linken Abwehrposition hinter Christoph Spycher aufgebaut werden.
Hält man weiterhin Ausschau nach Verstärkungen? Das Transferfenster ist ja bekanntlich noch einige Zeit offen. Aber im Moment ist es so, dass wir mit dieser Mannschaft versuchen werden, in 2 Wochen einen guten Start hinzulegen.
YB empfängt zum Auftakt ausgerechnet ihren früheren Arbeitsgeber Basel – haben Sie bereits genügend Abstand zum FCB? Basel war eine tolle Zeit. Diese Partie wird eine wichtige von vielen sein. Was gewesen ist, ist gewesen. Ich hatte eine sehr gute Zeit in Zürich, bin dann nach Basel gegangen - YB ist nun meine dritte grosse Herausforderung in der Schweiz. http://www.sport.sf.tv/Nachrichten/Arch ... reich-sein
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shalako
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Verfasst: Dienstag 5. Juli 2011, 10:10 |
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05.07.2011  Zitat: Sind Sie Favorit, Herr Gross?
Noch elf Tage bis zum Startschuss in eine der spannendsten Meisterschaften aller Zeiten. Noch elf Tage bis zum ersten Schocker: YB gegen Basel. Die Weichen werden gleich von der ersten Sekunde an gestellt. Und Thorsten Fink übt schon gewaltig Druck auf den Rivalen aus.
«Man erwartet, dass YB Meister wird», sagt der Deutsche. Ohne zu präzisieren, wer «man» ist. Er redet von wachsendem Druck auf die Berner. «Ich glaube nicht, dass man da in die Saison geht, um Zweiter zu werden.» Damit spielt Fink auf die YB-Transfers an. Auf Namen wie Nassim Ben Khalifa, Raphaël Nuzzolo oder Michael Silberbauer. Fink: «YB hat sich gezielt und sinnvoll verstärkt.»
Ob YB der Transfersieger sei, mag der neue YB-Coach Christian Gross nicht beurteilen. Aber er antwortet auf Finks kleine Hilfestellung in Sachen Zielsetzung. «Die Ziele setzen wir uns schon noch selber», sagt der Höngger. Um dann doch einen kleinen Seitenhieb auszuteilen:
«Wir brauchen dazu keine Unterstützung aus Basel.»
Was also sind denn nun die Ziele von YB? «Das bleibt intern.» Meister? «So formuliert, wie ihr es gerne hättet, werdet ihr von unserer Seite keine Zielsetzungen hören», sagt der vierfache FCB-Meistercoach.
Er begründet seine öffentliche Vorsicht: «Basel und Zürich haben einen grossen Vorsprung. Den müssen wir zuerst verkürzen und dann aufholen.»
Gross lässt sich nicht beirren durch ungenügende Testspiel-Ergebnisse, die mit Pleiten gegen Biel, Thun und zuletzt Zweitligist Eintracht Frankfurt belegt werden. «Wir haben intensiv gearbeitet. Jetzt haben wir nicht mehr ganz zwei Wochen Zeit. Die müssen wir optimal nützen.»
Im «Sportpanorama» setzte Gross jedenfalls den Meister unter Druck: «Basel startet als grosser Favorit. Aber wir wollen etwas Zählbares holen.» Das sagte er in schickem dunkelbeigem Sakko, schwarzem V-Hals-T-Shirt und schwarzen Slippers – ohne Socken. Warum das? Gross: «Der Sonntag war ein wunderbarer Sommertag …» http://www.blick.ch/sport/fussball/supe ... oss-176025
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shalako
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Verfasst: Mittwoch 6. Juli 2011, 08:55 |
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06.07.2011  Zitat: «YB muss noch lernen, wie man Titel gewinnt»
Der neue YB-Trainer Christian Gross spricht im grossen Interview über seine Herausforderung in Bern und seine Vergangenheit in Basel, über seine Ziele mit den Young Boys und über seine Erwartungen an die Spieler.
Herr Gross, wir stellen uns als Titel dieses Interviews vor: «Wir wollen Meister werden!» Christian Gross: Das ist eine sehr forsche Formulierung. (überlegt lange) Besser finde ich: «Wir wollen den Rückstand aufholen.»
Das schliesst ja nicht aus, Meister zu werden... ...natürlich nicht. Es ist klar, dass wir etwas Zählbares erreichen wollen. Der BSC Young Boys ist seit Jahren ein Spitzenteam, aber am Ende resultierte nie ein Pokal. YB muss noch lernen, wie man Titel gewinnt. Doch vieles ist neu, bei den Spielern, im Staff, bei den Trainern. Auch ich muss das Team noch besser kennen lernen.
Also ist der Meistertitel bis 2013 Ihre Zielsetzung? Ich möchte mich jetzt nicht auf so eine Aussage festlegen. Wer sieht, welche Anstrengungen bei YB unternommen werden, um Erfolg zu haben, und wer erkennt, wie viele Leute bei uns auf allen Ebenen mit Leidenschaft und hohen Ambitionen arbeiten, der merkt sowieso, dass wir die grösstmöglichen Ziele haben. Deshalb müssen wir den Druck und die Erwartungen nicht noch mit Aussagen künstlich erhöhen.
In Bern und rund um YB herrscht derzeit eine regelrechte Christian-Gross-Euphorie. Haben Sie so etwas schon einmal erlebt? Nein! Es ist fantastisch, wie ich in Bern aufgenommen wurde. Ich werde überall und von Menschen aus allen Schichten angesprochen, die Reaktionen sind durchwegs positiv. Mir ist aber klar, dass nicht alle Freude an mir haben. Doch diese Leute melden sich wohl erst, wenn es nicht gut läuft. Ich spüre jedenfalls die Sehnsucht nach einem Titelgewinn. Die Menschen sind freundlich, nett und vor allem herzlich. Aber sie sind auch enorm fordernd. Ich freue mich auf die riesige Herausforderung.
Welchen Anteil trägt ein Trainer in Ihren Augen überhaupt am Erfolg einer Mannschaft? Das ist unterschiedlich, aber grundsätzlich trägt ein Trainer sehr viel Verantwortung. Besonders wichtig ist unsere Arbeit zu Beginn. Da geht es darum, den Spielern eine Philosophie klarzumachen, da muss man täglich hart arbeiten, damit alle wissen, was ich von ihnen erwarte. Später wird es Phasen geben, in denen ich mich zurücknehme. Und die Spielvorbereitung ist entscheidend, da zählt jedes Detail, wir müssen den Gegner perfekt analysiert haben. Jeder Trainer hat ein Drehbuch, wie eine Partie laufen sollte. Sobald das Spiel dann läuft, ist mein Einfluss aber erheblich begrenzt.
Derzeit sind in Europa junge, sogenannte Konzepttrainer wie Josep Guardiola bei Barcelona, Jürgen Klopp bei Dortmund oder Thomas Tuchel bei Mainz erfolgreich. Inwiefern haben Sie sich erneuert, nachdem Sie bei Stuttgart im Oktober entlassen worden waren? Jeder Trainer arbeitet anders. Selbstverständlich habe auch ich ein Konzept. Ohne harte Arbeit läuft nichts, es braucht Leistungsbereitschaft, es braucht einen enormen Siegeswillen und eine positive Einstellung. Wir müssen eine Winnermentalität entwickeln. Viele Spieler bei YB wissen noch nicht, was es bedeutet, Erfolg zu haben und Titel zu gewinnen. Das ist ein langer Prozess. Wir wollen in der Offensive besser agieren, damit wir in der Abwehr als Mannschaft besser verteidigen können. Das ist eine Wechselwirkung. Für YB ist es entscheidend, weniger Gegentore zu erhalten.
Welche Lehren zogen Sie aus der Entlassung in Stuttgart? Man kann auch als junger Trainer erfolgreich sein. Aber für mich ist meine Erfahrung äusserst hilfreich, um mit Rückschlägen umzugehen. Man lernt jeden Tag dazu, man kann Menschen besser einschätzen und geht bewusster auf sie ein. Nicht jedem Spieler tut zum Beispiel ein Lob gut. Man muss behutsam vorgehen, die Grenzen ausloten und darf nicht von seiner Linie abweichen. Deshalb habe ich meine Stuttgarter Zeit gut verarbeiten können. Wir hatten ein überragendes erstes Halbjahr, danach gab es viele personelle Änderungen, auch im Management, und als es nicht mehr ideal lief, trennte man sich von mir.
Wie schmerzhaft war das? Ich hätte sehr gerne in Stuttgart weitergearbeitet, aber manchmal muss man in diesem Geschäft Entscheidungen akzeptieren, die schwer nachvollziehbar sind. Es geht immer irgendwie weiter. Ich habe einen wundervollen Beruf, für den ich wohl schon als Kind eine gewisse Begeisterung hatte.
Wie äusserte sich das? Mich zeichnete immer eine grosse Zielstrebigkeit aus. Ich kann mich erinnern, dass ich im Turnen jeweils darauf achtete, mit starken Mitspielern zusammen zu sein, damit wir zum Beispiel im Völkerball gewannen.
Jetzt wurden Sie in Bern wie ein Heilsbringer empfangen... ...ja, und das hat mich darin bestätigt, diese Aufgabe in Bern anzunehmen. Ich darf nach GC und Basel einen weiteren grossen Klub in der Schweiz trainieren. YB ist ein hungriger Klub, das passt zu mir. Aber bald geht die Meisterschaft los, dann zählen die Resultate, dann spielt die Vorfreude keine Rolle mehr. Jedem muss klar sein, dass ein Torerfolg nie ein Zufall ist, sondern immer das Produkt harter Arbeit ist. Mit Talent kann ein Fussballer eine schöne Karriere haben, aber nur mit grossem Biss kann es auch eine erfolgreiche Karriere sein.
Sie waren beim FC Basel äusserst erfolgreich. Wie haben Sie den geglückten Umbruch mit Ihrem Nachfolger Thorsten Fink erlebt? Ich habe heute wenig Kontakte nach Basel und seit meinem Abgang vor zwei Jahren keine Partie des FCB mehr live im Stadion gesehen. Ein Champions-League-Spiel Basels bei Bayern München sah ich am TV. Ich habe eine tolle Zeit in Basel erlebt, aber das ist Vergangenheit. Jetzt wartet eine ähnliche Aufgabe auf mich.
Wie meinen Sie das? Als wir mit Basel Meister wurden, war es der erste Titel des Klubs seit 22 Jahren. Auch damals waren die Erwartungen gewaltig, Basel ist eine Fussballstadt. Der Start 1999 war aber schwierig, zuerst mussten wir noch auf der Schützenmatte spielen, weil der St.-Jakob-Park gerade gebaut wurde. So gesehen ist YB heute weiter, als es der FCB damals war.
Wie haben Sie YB wahrgenommen, als Sie FCB-Trainer waren? Es gab ja manch spannende, enge und wichtige Partie zwischen Basel und YB. Wir gewannen 2008 eine Finalissima in Basel, aber es gab für mich auch schmerzhafte Niederlagen. Ich denke an den Cuphalbfinal 2009, als die Young Boys nach Elfmeterschiessen siegten. Für mich war YB immer ein aufstrebender Verein, der vieles gut macht, dem aber etwas fehlt, um einen Titel gewinnen zu können. In Basel war diese Leistungskultur ausgeprägter.
Wo sehen Sie die Unterschiede zwischen Basel und YB? In Basel wird der FCB-Virus von Generation zu Generation weitergegeben. Es gibt in der Stadt zudem keine Konkurrenz, während es in Bern mit dem SCB einen weiteren sehr grossen Sportklub hat. Wir werden aber um jeden Fan kämpfen. YB hat ja im Schnitt über 22000 Zuschauer an den Heimspielen, das ist fantastisch. Wir möchten den Zuschauerschnitt auf 25000 heben. Das Potenzial ist vorhanden. Und im sportlichen Bereich gibt es natürlich schon Unterschiede.
Zum Beispiel? Der FCB war in den letzten Jahren sehr erfolgreich, er weiss, wie man konstant Titel holt. Es hat in Basel erfahrene Führungsspieler wie Benjamin Huggel, Marco Streller, Alex Frei oder Scott Chipperfield, es gibt wunderbare junge Fussballer wie Xherdan Shaqiri und Granit Xhaka. Basel hat gut gearbeitet und sich verdient eine Führungsposition im Schweizer Fussball erarbeitet.
YB fehlt es an gestandenen Akteuren wie Frei oder an ausgezeichneten Talenten wie Shaqiri. Das sehe ich nicht so. YB braucht mehr Juniorennationalspieler, das hat der Technische YB-Direktor Hansruedi Hasler in einem Interview ja auch gesagt, und ich bin überzeugt, dass wir das hinbekommen. Aber wir haben mit Moreno Costanzo, François Affolter, Matteo Tosetti oder Nassim Ben Khalifa ebenfalls tolle junge Schweizer Spieler, denen ich viel zutraue. Und wir haben viele Führungsspieler, welche das Team leiten können.
Sie legen immer Wert auf eine starke Achse auf dem Spielfeld. Wie sieht diese bei YB aus? Marco Wölfli als Torhüter, Alain Nef als Innenverteidiger und im zentralen Mittelfeld Michael Silberbauer sowie Alexander Farnerud. Und vorne haben wir mit Henri Bienvenu einen Stürmer, der bewiesen hat, ein Goalgetter sein zu können. Wölfli bleibt unser Captain, Christoph Spycher ist ein erfahrener, wertvoller Vizecaptain. Und wir haben einige Akteure im Kader, denen ich einen Leistungssprung zutraue. Dazu zähle ich unbedingt Mario Raimondi und Marco Schneuwly, die schon lange bei YB sind und den Verein gut kennen.
Also sind Sie mit dem aktuellen Kader zufrieden? Ja, auf jeden Fall. Wir haben viele neue Spieler dabei, das ist interessant, aber am Anfang auch nicht immer einfach. Wir arbeiten jetzt mit diesem Team, wir wollen die Fussballer besser machen, jeder muss bereit sein, einiges zu leisten und zu geben. Ich kann die Spannung hoch halten im Training, weil wir zahlreiche Alternativen im Team haben.
Moreno Costanzo wäre möglicherweise ein perfekter Fussballer, der in einem zur Raute formierten Mittelfeld den Spielmacher geben könnte... ...das ist eine sehr anspruchsvolle Position. In meinen Augen gab es in den letzten 10 Jahren in der Schweiz mit Hakan Yakin nur einen Spieler, der das wirklich konnte. Dazu war, ebenfalls bei Basel, Matias Delgado, mit Abstrichen eine gute Wahl. Costanzo ist ein talentierter Fussballer, er muss jetzt den nächsten Schritt machen. Doch ich werde mich in der Offensive nicht auf ein System festlegen, da wollen wir variabel bleiben. Klar ist, dass wir in der Abwehr mit einer Viererkette spielen werden.
Welche negativen Aspekte haben Sie in den bisher rund zweieinhalb Wochen Trainingsbetrieb bei YB festgestellt? Es gibt hier nun einmal vorderhand diesen Kunstrasen, damit müssen wir umgehen. Wie trainieren derzeit oft auf Naturrasen, aber werden uns vor den Heimspielen in den letzten Tagen auch auf dem Kunstrasen vorbereiten. Ich möchte diesem Aspekt jedoch nicht zu viel Gewicht geben. Es ist, wie es ist.
Und welche Erfahrungen mit den Spielern haben Sie gestört oder überrascht? Ich habe die Spieler letzte Woche gefragt, was sie im ersten Halbjahr 2011 sportlich erreicht hätten. Es war dann ziemlich still in der Kabine. Es mag simpel tönen, aber es geht im Fussball darum, zu gewinnen. Das ist einfach gesagt, aber schwierig umgesetzt. Wir wollen als Trainerteam jeden Tag diese unbedingte Leistungsbereitschaft aus den Spielern herauskitzeln. Nur dann lernen sie, Erfolg zu haben. Es ist ein Ziel von Goalietrainer Pascal Zuberbühler, aus Wölfli einen echten Wolf zu machen. Ich will, dass Wölfli im Nationalteam Diego Benaglio den Stammplatz streitig macht. Man muss sich immer die höchsten Ziele setzen.
Welche Rolle spielt Pascal Zuberbühler in Ihren Plänen? Mit ihm verbindet mich viel, wir haben einiges zusammen gewonnen. Er ist genau so ein Typ, der einen sensationellen Leistungswillen besitzt. Zuberbühler setzt sich wie mein Assistent Laurent Hagist und Konditionstrainer Martin Fryand mit grosser Leidenschaft für YB ein, er ist auf dem Trainingsplatz ein enormer Motivator, und er weiss, was es braucht, um jahrelang oben zu sein und den Druck auszuhalten. Er wie auch die Führungsspieler sollen unsere Leitbotschaften vorleben und vermitteln.
Gibt es denn schon ein Saisonmotto? Sie arbeiten ja gerne mit Symbolen und riefen beispielsweise beim FC Basel einst im Trainingslager im Engadin den Gipfelsturm aus. Symbolik ist wichtig für mich, aber wir haben noch nichts Konkretes umgesetzt. Man muss aber auch vorsichtig sein. Eine Wärterin am Bärengraben erklärte mir kürzlich, Braunbären seien durchaus aggressiv. Ich hatte ja bei meiner Vorstellung in Bern erklärt, YB solle kein träger Braunbär sein, sondern ein angriffslustiger Grizzly. Es dauert noch einige Tage bis zum ersten Spiel gegen Basel. Ich werde bestimmt etwas Passendes finden.
Zur Person
Christian Gross wartete einen Moment, bis er sich für ein grosses Interview als YB-Trainer zur Verfügung stellte. Nun hat er sich im neuen Job aber so weit eingelebt, dass er Auskunft gibt. In der Aare war er noch nicht, aber er sagt, er habe selten eine schönere Joggingstrecke gesehen als am Fluss entlang. Gut gelaunt und gesprächig präsentiert sich der 56-Jährige in der Presidents Lounge des Stade de Suisse. Die Antworten sind überlegt und wohlformuliert. Weit wagt sich der akribische Arbeiter aber (noch) nicht auf die Äste hinaus. Einen Titel in seiner ersten Saison mag Gross den Fans nicht versprechen. Dazu passt, dass er sich auf keinen Fall mit einem Pokal aus dem YB-Museum fotografieren lassen will.
Wie bei seiner Vorstellung als YB-Trainer weist Gross darauf hin, er nehme in Bern nach seinen Engagements bei GC (1993 bis 1997/2 Meistertitel und 2 Champions-League-Teilnahmen) und Basel (1999 bis 2009/4-mal Meister, 4 Cupsiege und 2 Champions-League-Teilnahmen) seine dritte grosse Herausforderung im Schweizer Fussball an. Der ehemalige Mittelfeldspieler, der sich in Ittigen und Muri nach einer Wohnung umsieht, begann seine Trainerlaufbahn 1988 in Wil. Von wenig Erfolg geprägt waren seine Auslandjobs: Bei Tottenham (1998) und in Stuttgart (2010) wurde Gross entlassen. In Bern ist er nun wieder der Hoffnungsträger. Das zeigt sich nach dem Gespräch auf dem Platz vor dem Stadion: Als eine Schulklasse Christian Gross entdeckt, wird er sofort von den Kindern umlagert und um Autogramme gebeten. http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/20281727
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shalako
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Verfasst: Mittwoch 6. Juli 2011, 09:00 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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06.07.2011  Zitat: «Einer muss die Richtung vorgeben»
Der Zürcher Trainer Christian Gross stellt an sich den Anspruch, die Young Boys erstmals seit 1986 zum Meistertitel zu führen.
Als er aus dem Stadion kommt, ist Christian Gross unübersehbar. Seine Trainerjacke, trotz Hitzegraden hochgeschlossen, ist leuchtend rot. Eine Schulklasse läuft ihm zufällig über den Weg und bestürmt ihn um Autogramme. Für sie ist es ein besonderer Tag. Zuvor hat sie Roger Federer in der nahen Eishalle beim Training gesehen.
Fürs Foto in der Zeitung soll Gross vor der Stadionuhr posieren. Auf dem Platz vor dem Stade de Suisse ist sie die Erinnerung ans alte Wankdorfstadion. «YB 1, Gast 1» ist darauf als Resultat vermeldet – 1:1 endete das letzte Spiel der Young Boys gegen Lugano im Wankdorf, bevor es gesprengt wurde. Morgen sind genau zehn Jahre vergangen seit jenem Spiel.«Können wir das nicht ändern?», fragt der neue Trainer und Hoffnungsträger in der Hauptstadt, als er das Ergebnis sieht. «Lassen wir das», sagt er darauf, «um zu zeigen, wo wir beginnen.» Da ist er eben schon wieder: der Mann der Siege und Symbolik.
Christian Gross, wie enttäuscht wären Sie, wenn Sie mit YB in dieser Saison nicht Meister würden? Die Verantwortlichen von YB holten mich, damit wir es besser machen als letzte Saison und etwas Zählbares zustande bringen. Aber eine Garantie gibt es nicht. Ich erwarte eine sehr spannende, ausgeglichene Meisterschaft. In erster Linie geht es darum, den Rückstand aufzuholen, den YB zuletzt hatte. Das wird genug schwer.
Aber . . . (Unterbricht.) Es macht mehr Spass, ganz oben mitzuspielen. Ich spiele am liebsten da, wo Titel vergeben werden.
Etwas Zählbares wäre auch der Cup? Ja. Das wäre auch wichtig für die Fans.
Bei YB konzentriert sich die ganze Hoffnung auf Ihre Person. Das stimmt nicht.
Der Tenor ist doch der: Christian Gross weiss, wie man Meister wird. Es ist eine Riesenherausforderung, das war es schon bei GC und in Basel. Wir werden jetzt alles daransetzen, um mit YB bei der Vergabe von Meistertitel und Cup mitzureden.
Wie lange mussten Sie überlegen, um bei YB zuzusagen? 14 Tage.
Nicht länger? Nein, weil die Leute in diesem Klub mich überzeugten, sie waren das Hauptargument. Ich sagte mir auch: Ich komme zurück in die Schweiz und arbeite in einem hoch motivierten Umfeld.
Die Entlassung in Stuttgart muss eine Enttäuschung für Sie gewesen sein . . . . . . sicher, sicher . . .
. . . also hilft das Abtauchen auch, um ein solches Ereignis zu verarbeiten? Natürlich. Ich war in Spanien und in England und informierte mich über die Super League vorwiegend via Internet. Weder Basel noch YB sah ich live.
Wie lange benötigten Sie, bis diese Enttäuschung weggesteckt war? Bis im Winter dauerte das. Dann kam ein neues Jahr, ein neuer Anlauf, und mir war klar, dass ich 2011 einen neuen Klub übernehmen würde.
Kommen in einem solchen Verarbeitungsprozess Selbstzweifel auf? Natürlich reflektiere ich meine Arbeit. In Stuttgart hätte ich am ersten Tag der Vorbereitung auf die neue Saison für Klarheit sorgen müssen. Horst Heldt (Sportdirektor) stand vor dem Wechsel zu Schalke. Ich hätte sagen sollen: Entweder bleibt er. Oder ich gehe auch.
Sie hätten fordernder sein müssen? Eindeutig. Es gab einen Managementwechsel, Fredi Bobic kam – und er wollte mit mir nicht mehr zusammenarbeiten.
Führten Sie mit Bobic einen Machtkampf? Es war seine Personalentscheidung. Bobic überzeugte die Verantwortlichen, dass es besser sei, mit einem neuen Trainer weiterzumachen.
In Ihrer Karriere wurden Sie sechs Mal Meister, fünf Mal Cupsieger, qualifizierten sich vier Mal für die Champions League – und wurden drei Mal entlassen. Was lesen Sie aus dieser Bilanz? Dass es unter dem Strich mehr Erfolgserlebnisse sind als Misserfolge. Ich habe einen wunderbaren Beruf. Und dann gibt es halt Konstellationen, die eine Weiterarbeit verunmöglichen.
Was prägte Sie in Ihrer Karriere als Trainer stärker: der Erfolg oder die Enttäuschung? Auch ich bin ein Mensch, der auf Lob positiv reagiert. Lob bedeutet, dass man etwas richtig gemacht hat. Die positiven Momente haben mich eher geprägt und angetrieben. Die negativen Erlebnisse gehören auch dazu, leider.
Wie sehr fehlten Ihnen seit dem letzten Job Lob und Anerkennung? Das ist nicht die Antriebsfeder, dass ich unbedingt arbeiten muss. Der springende Punkt ist der, dass ich mit motivierten Leuten etwas bewegen will. In einem Geschäft, in dem es Sieg und Niederlage gibt, muss man sich auch mit der Niederlage auseinandersetzen. Wenn meine Zeit als Trainer irgendwo endete, wollte ich nicht am nächsten Tag etwas Neues beginnen. Ich dachte nie: Jetzt will ich es allen sofort wieder beweisen.
Vor 18 Jahren kamen Sie als unbekannter Coach von Wil zu GC. Wie viel steckt vom damaligen Trainer heute noch in Ihnen? Noch sehr viel! Viel Begeisterung für den Beruf, die Liebe zum Fussball, der Drang, etwas mit der Gemeinschaft erreichen zu können. Ich war immer ein Teamplayer. Mich fasziniert es seither, gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen. Das Allerschönste kommt, wenn man das Ziel erreicht hat: das Ausleben der Emotionen. Die Art und Weise, wie ich heute mit den Spielern umgehe, ist sicher anders, differenzierter.
Haben Sie früher nicht versucht, alle Spieler gleich zu behandeln? Ich ging bei GC und Basel weiss Gott auf einzelne Spieler besonders ein, zum Beispiel auf Kubilay Türkyilmaz und die Yakins. Ich scheute mich nie vor schwieriger Charakteren.
Gibt es in Bern komplizierte Spieler, wie Türkyilmaz einer war? Das kann ich noch nicht beantworten, weil wir noch kein Pflichtspiel bestritten. Das wird sich erst in der Drucksituation zeigen. Aber ich gebe immer Hilfestellung und zeige speziell den Jungen, wie sie auf Druck reagieren müssen.
Sie haben in Bern ein hohes Tempo angeschlagen im Training, fordern viel und zeigen Ihren Ehrgeiz. Kann es so weit kommen, dass Sie damit Ihre Mitarbeiter überfordern? Ich will aus jedem mehr herausholen. Genügsamkeit darf nicht einziehen.
Gab es Anzeichen dafür? Es verleitet dazu, wenn man ein tolles Stadion hat und der Zuschauerschnitt in die Höhe schnellt. Aber bei allem Respekt: Etwas Zählbares hat nicht herausgeschaut. Das wollen wir ändern.
Wer ist der Chef im YB-Gebilde? Benno Oertig (Präsident Stade de Suisse).
Auf welcher Stufe der Hierarchie stehen Sie? Ich bin Trainer der Lizenzmannschaft. Meine Vorgesetzten sind Ilja Kaenzig und Hansruedi Hasler.
Sie sagen von sich, ein Teamplayer zu sein. Aber ein machtbewusster Teamplayer? Ich versuche, mich einzubringen. Aber was heisst schon machtbewusst?
Dass Sie in Ihrem Bereich das uneingeschränkte Sagen haben. Wenn Sie in diesem Geschäft drei Leute nach ihrer Meinung fragen, erhalten Sie drei unterschiedliche Antworten. Einer muss die Richtung vorgeben.
Sie sind kein Freund von Kunstrasen. Wann kommt der Plastikrasen aus dem Stade de Suisse? In Bern fehlen ungefähr 20 Fussballplätze. Das war sicher auch ein Grund, weshalb im Stade de Suisse ein Kunstrasen verlegt wurde, damit mehrere Teams darauf trainieren können. Ich hoffe sehr, dass es innerhalb dieser Saison noch zum Wechsel kommt.
War der Naturrasen eine Bedingung, damit Sie bei YB unterschreiben? Nein.
Die Berner Kornhausbrücke heisst seit den EM-Gastspielen Hollands auch Korenhuisbrug. Wann wird die erste Brücke nach Ihnen benannt? Ich hatte eine tolle Zeit bei GC und in Basel. Jetzt kann es sein, dass YB die letzte Station im Schweizer Klubfussball für mich sein wird. Ich will auch nicht sagen, dass ich aufhöre, wenn ich 60 bin.
Warum tönen Sie an, dass YB möglicherweise Ihr letzter Klub sein wird? Weil es für Sie keine Adresse mehr gibt, die Ihren Anforderungen entspricht? Weil es nicht mehr viele gibt, wo sich etwas bewegen lässt.
Es bleibt immer noch die Option Nationalmannschaft. Die ist super vergeben.
Aber nicht ewig. Es ist alles eine Frage des Timings.
Am 16. Juli eröffnen Sie mit YB die Saison ausgerechnet gegen Basel. Wie haben Sie reagiert, als Sie von dieser Paarung gehört haben? Mich hat das nicht überrascht.
Und welche Emotionen haben Sie sonst gehabt? Ein spezielleres Spiel kann es für Sie doch nicht geben. Es ist wunderbar, dass wir gegen den Meister spielen können. (Schmunzelt.) Basel hat ein Kader für zwei Teams. Natürlich ist es ein spezieller Match.
Wie nahmen Sie wahr, dass der FCB nach Ihnen erfolgreich blieb? Ich gönne es dem Klub extrem.
Berührte es Sie, wenn Sie hören mussten, in Basel werde jetzt ein attraktiverer Stil gepflegt? Sicher nicht. In zehn Jahren gewöhnt man sich eben an vieles. Der Zuzug von Alex Frei tat dem FCB sehr gut. Zusammen mit Marco Streller war er in den letzten zwei Jahren entscheidend.
Welchen Stil haben Sie für YB vorgesehen? Resultatorientierten Fussball. Wir wollen bestimmend sein. Und effizient.
Was sagen Sie zum Gerücht, Marco Wölfli wechsle zu Lazio Rom? Aber nein, Wölfli wird die neue Saison mit YB bestreiten.
Wird Wölfli auch die Cupspiele bestreiten, oder kommt im Cup Ersatzgoalie Ivan Benito zum Zuge? Das ist nicht vorgesehen, Marco Wölfli ist die Nummer 1.
Holt YB noch einen Verteidiger? Das hängt von Jemal ab. Ich hatte ihn in der Planung, aber offensichtlich will er weg. Doch bisher hat er bei keinem Verein unterschrieben. http://www.derbund.ch/sport/fussball/Ei ... y/10966449
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shalako
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Verfasst: Montag 11. Juli 2011, 08:32 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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11.07.2011  Zitat: «Ver youngb oysen kannte ich gar nicht»
Christian Gross über Braunbären, seine Innenverteidigung und den FCB-Sturm Frei/Streller.
Der neue YB-Trainer Christian Gross nimmt exklusiv im BLICK zu zehn Stichwörtern Stellung.
Veryoungboysen Diesen Ausdruck kannte ich gar nicht. YB hat sich in der Vergangenheit nicht mehr auf die eigenen Stärken besinnt und sich aus dem Tritt bringen lassen. Zudem ist die Bedeutung des einen oder anderen Abgangs vielleicht unterschätzt worden. Wir wollen es jetzt besser machen.
Ungeduldige Chefs Auch in der Privatwirtschaft gilt es, von Anfang an Resultate zu bringen. Ich verstehe die Investoren bestens, wenn sie etwas Zählbares sehen wollen. Ungeduld ist hier aber das falsche Wort.
Kunstrasen Ich hoffe, dass der Kunstrasen bald der Vergangenheit angehören wird – ab Winter wäre optimal.
Zahme Braunbären Ich habe mich von einer Wärterin des Berner Bärenparks belehren lassen, dass auch Braunbären durchaus aggressiv sein können. Grizzlys sind aber noch aggressiver.
YB als Transfersieger Da bin ich sehr vorsichtig. Es sind zwar alle sehr gerne zu uns gekommen, aber die Neuen müssen zuerst integriert werden. Eine Fussballmannschaft ist ein sehr sensibles Gebilde mit Charakteren verschiedenster kultureller Herkunft. Und dieses Gebilde muss wachsen.
Problemfall Innenverteidigung Affolter ist verletzt, Jemal weg, Dudar noch auf der Suche nach seiner Matchfitness. Wenn wir noch etwas machen, dann in der Innenverteidigung.
Das 1:1 auf der antiken Matchuhr* auf dem Stadionvorplatz Mich stört es und mit mir noch manchen YB-Fan. Doch bevor wir das ändern, müssen wir auf dem Platz auch etwas leisten.
Der YB-Sturm verglichen mit Frei/Streller Die beiden Basler haben eine immense Erfahrung. Unser Sturm besteht derzeit nur aus fünfzig Prozent: Bienvenu ist verletzt und Marco Schneuwly gesperrt. Ich setze grosse Hoffnungen und Erwartungen in Ben Khalifa, der sich gut eingeführt hat. Auch von Mayuka erwarte ich, dass er in seiner Entwicklung den nächsten Schritt macht.
Stagnierende Nationalspieler wie Costanzo und Affolter Von beiden erwarte ich einen wesentlichen Karriereschritt hin zu mehr Professionalität. Sie müssen mehr zu Mannschaftsspielern werden. Leistungskonstanz und Durchsetzungsvermögen müssen klar besser werden.
YB – FCB als erstes Spiel Das überrascht mich überhaupt nicht. Das war in den letzten zehn Jahren oft so. Die Spielplanverantwortlichen haben da immer eine glückliche Hand.
*Das Resultat steht für das letzte Spiel im alten Wankdorf, bevor es abgerissen wurde: 1:1 gegen Lugano vor genau zehn Jahren.
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shalako
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Verfasst: Montag 11. Juli 2011, 08:35 |
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10.07.2011  Zitat: Das grosse Interview mit Christian gross
«Es tut weh, entlassen zu werden»
Christian Gross bringt Bern zum Träumen. Der Zürcher mit internationalen Trainererfahrungen soll YB zu einem Titel führen. Gross über den Druck vor der Meisterschaft, Stadionverbote für Hooligans – und Kuno Lauener. Von sandro brotz, markus brütsch (Text) und peter mosimann (Bilder) Herr Gross, unser Beileid.
Christian Gross: Warum? Haben Sie keine Tickets mehr für das Startspiel bekommen?
Nein, aber ganz Bern erwartet, dass Sie mit YB Meister werden.
Es ist klar, dass mich die Verantwortlichen geholt haben, um die bestehende Differenz auszumerzen und den Rückstand möglichst aufzuholen. Basel und Zürich zum Beispiel haben in der letzten Saison mehr Goals geschossen und weniger eingefangen. Daneben lauern andere Mannschaften wie Sion. Es wird ein harter Fight um die Meisterschaft. Aber das ist auch die grosse Herausforderung für mich.
Das heisst: Sie wollen den Titel?
Es gibt keine Garantie für einen Titel. Die kann auch niemand abgeben. Wir werden aber in allen Wettbewerben versuchen, so weit wie möglich zu kommen. Wir wollen den vielen Fans Freude machen. Das ist wichtig, weil wir den jetzt schon hohen Zuschauerschnitt noch weiter anheben wollen.
Wir zitieren Hanspeter Latour:«Es muss endlich wieder einenPokal für YB geben.»
Das kann er als Aussenstehender einfach sagen. Aber Hanspeter ist ein positiver Mensch und ich verstehe seine Aussage mehr als eine Unterstützung.
Nervt es, ständig auf einen fälligenTitel angesprochen zu werden?
Überhaupt nicht. Es ist mein Anspruch, dort zu sein, wo es um etwas geht. Es interessiert niemanden, wenn die Mannschaft im Mittelfeld ist. Die Leute kommen erst dann, wenn es spannend ist. Das ist, wenn es um den Titel oder gegen den Abstieg geht, und wir wollen in den Kampf um den Titel eingreifen.
Machen sich die Berner etwas vor, wenn sie glauben, mit Ihnen einfach die Geschichte von Basel wiederholen zu können?
Niemand macht sich etwas vor. Wir arbeiten hart für unsere Ziele. Die Konkurrenz ist da, aber die Mannschaft hat in den letzten Jahren respektable Plätze erreicht. Jetzt wollen wir einen Schritt weiterkommen. Als Realist weiss ich aber, wie hart es sein wird, an die Spitze zu kommen und dort zu bleiben – oder zumindest unter den ersten drei. YB hatte in der Meisterschaft oft über längere Zeit gute Phasen, dann aber wieder Einbrüche, die nach Erklärungsbedarf riefen. Es wünschen sich aber tatsächlich viele Menschen, dass wir um den Titel spielen.
Was hat zu diesen Einbrüchen geführt?
YB hat sich zu oft von aussen beeinflussen lassen und sich zu wenig auf die eigenen Stärken besonnen. Man hat sich aus dem Konzept bringen lassen. Intern wurde die Messlatte extrem hoch gelegt. Vielleicht zu hoch.
YB gilt als Transfersieger. Auf dem Papier sind Sie hervorragend aufgestellt – auch mit Ihnen als Cheftrainer.
Auf dem Papier sieht vieles gut aus, aber die Umsetzung muss jetzt erst auf den Platz gebracht werden. Hinzu kommt der Druck. Ich kenne die Spieler noch nicht so gut und bin vorsichtig mit Vorschusslorbeeren. Basel hat zum Beispiel eine sehr erfahrene Mannschaft und fast nur ausländische Spieler dazugewonnen. Der FC Zürich hat ein sehr gutes Team. Es ist jung, hat aber im letzten Jahr an Erfahrung gewonnen.
Ihr Nachfolger in Basel, Thorsten Fink, erhöht den Druck ganz bewusst, wenn er sagt, es werde erwartet, dass YB jetzt Meister werde.
Wir formulieren die Ziele selber. Da brauchen wir keine Unterstützung aus Basel.
Was unterscheidet Sie von Fink?
Schwierige Frage. Ich kenne ihn kaum. Ich kann ihn also gar nicht einschätzen. Er hat mit Basel erfolgreich gearbeitet. Ich freue mich, ihn kennen zu lernen.
Sie fordern von einer Mannschaft die Sieger-Mentalität. Spüren Sie diese schon bei YB?
Daran muss man jeden Tag arbeiten. Da ist Überzeugungsarbeit gefragt. Mit dem Druck umzugehen, ist gleich nochmals eine andere Sache. Hier biete ich gerade jungen Spielern eine Hilfestellung.
Wie machen Sie das?
In erster Linie appelliere ich an die Eigenverantwortung. Das Bewusstsein für die Berufswahl muss bei jedem Einzelnen erweitert werden. Das gehört zur Trainingsarbeit. Wenn ein Spieler bewusster trainiert, macht er auch eine bessere und längere Karriere. Ich versuche, meine eigene Freude und Begeisterung für diesen Beruf und diesen Sport auf die Spieler zu übertragen.
Auf Ihnen lastet der grösste Druck. Ist das ein Kick, an dem Sie selber wachsen?
Ich kann mit Druck umgehen. Es ist nicht immer einfach, aber es gehört in diesem Business dazu. Man muss resistent sein. Da hilft einem die Erfahrung, aber auch der Ehrgeiz.
Ohne Druck wäre es auch nicht spannend.
Das ist schon so. Ich habe Freude an der Arbeit. Aber dann kommt das Spiel und das will ich gewinnen.
Ist ein Spiel für Sie keine Freude mehr, weil der Siegesdruck so hoch ist?
Der Genussfaktor für mich als Trainer während eines Spiels ist klein. Ich bin so involviert, dass ich mich zwar freuen kann, aber es ist schwierig für mich, ein Spiel zu geniessen.
ie freuen sich im Vorfeld nicht aufein Spiel?
Doch, sehr sogar. Ich mache mir auch ein Drehbuch, möglichst ein optimales, aber auch eines dafür, wenn es nicht so gut laufen sollte. Die Anspannung ist genauso dabei wie die Vorfreude. Fussball ist deshalb so populär, weil viele Unbekannte auftreten können – ein Treffer oder eine Verletzung, und alles verändert sich.
YB-Sportchef Ilja Kaenzig war kurze Zeit «Blick»-Sportchef. Gibt er Ihnen auch vor, was Sie welchen Medien zu sagen haben?
Natürlich haben wir Sprachregelungen. Das gibt es in jedem Unternehmen. Aber die Eigenheiten von Spielern und Trainer sollen beibehalten werden. Das oberste Gebot ist, in jedem Moment für YB einzustehen. Wir sind Repräsentanten und sollten dies für Promotion ausnutzen.
Beste Werbung für YB wäre, wenn Sie Kuno Lauener wieder in den YB-Beirat zurückholen würden.
Das wurde mir auch schon empfohlen (lacht). Ich schätze Kuno Lauener als Musiker sehr. Ich finde es toll, dass er als Künstler hinsteht und sagt: Ich bin YB. Solche Leute kann man in einem Umfeld eines Vereins nicht genug haben. Auch Schriftsteller Pedro Lenz ist ein eingefleischter YB-Fan.
Vom Trainer über die Mannschaftbis zu den Fans stimmt alles –und was ist mit dem Rasen?
Der Rasen ist noch nicht optimal. Sie kennen ja meine Haltung. In der Zwischenzeit sind auch die Meinungsmacher hier in Bern der Ansicht, dass man wieder zu einem Naturrasen zurückkehren sollte. Aber die Trainingsplatzsituation ist äusserst prekär. Mit einem Kunstrasen kann mehreren Mannschaften ein optimaler Trainingsbetrieb geboten werden. Wenn der Kunstrasen jetzt rausgenommen wird, gibt es ein logistisches Problem. Die Tendenz geht aber ganz klar zurück zum Naturrasen.
Bei Xamax mischt der tschetschenische Geschäftsmann Bulat Tschagajew mit. Was halten Sie davon, dass Schweizer Clubs zum Spielball für ausländische Investoren werden?
Wenn sie es ernst meinen und wirklich Geld in den Schweizer Fussball investieren wollen, muss man das prüfen. Aber wenn sie andere Hintergedanken haben, ist es verwerflich.
Aber genau das kann nicht überprüft werden.
Richtig, das ist schwierig. Man sollte aber jeder Person positiv gegenüberstehen, die sich im Schweizer Fussball finanziell engagieren will. Der Vermarktungsmarkt in der Schweiz ist nun mal klein. Es wird alles versucht, noch mehr Geld zu generieren, aber es ist nicht einfach. Und wenn jemand kommt, der einsteigen will, muss man das ernst nehmen. Aber die Traditionen müssen dabei berücksichtigt werden. Ich finde es weiss Gott nicht glücklich, dass als Erstes das Xamax-Emblem geändert wurde. Das tut doch allen Xamaxien weh. Das muss man sich doch vorher überlegen.
Es waren auch Tschetschenen, die Sie zu Terek Grosny locken wollten. Was haben Sie dabei für Erfahrungen gemacht?
Dass Geld vorhanden ist.
Haben Sie in Tschetschenien eigentlich einen Augenschein machen können?
Nein. Ich weiss nur, dass das Trainingsgelände 200 Kilometer von Grosny entfernt ist und sehr schön sein muss. Und Chelsea macht es ja vor. Dort ist Roman Ambramowitsch zugutezuhalten, dass er es ernst meint. Er steht hin, auch wenn es Schwierigkeiten gibt. Er deckt nicht nur die Schulden, sondern sagt, dass es nächste Saison weitergeht.
Aber das Geld allein konnte Sie offensichtlich nicht nach Grosny locken.
Nein, nein, nein. Sicher nicht.
Sprechen wir von der Nati. Es wirdoffen die Frage diskutiert, ob es sinnvoll war, den Vertrag mit Ottmar Hitzfeld zu verlängern. Fehlt es an Respekt ihm gegenüber?
Wenn man die Möglichkeit hat, einen Vertrag mit Ottmar Hitzfeld zu verlängern, dann sollte man es tun. Er ist ein absoluter Fachmann und ein Vorbild für viele Trainergenerationen. Dass jede Entscheidung öffentlich diskutiert wird, ist Teil des Geschäfts.
Es wird auch diskutiert, ob das Nati-Traineramt für Sie der krönende Abschluss sein könnte.
Das ist zu weit gedacht. Ich freue mich jetzt auf die Aufgabe bei YB. Die wird schwierig genug sein. Jeder Erfolg muss zuerst verdient werden.
Der künftige Nati-Trainer kann auf hervorragenden Nachwuchs zurückgreifen. Das hat die U21-EM gezeigt.
Dieses Lob gebührt auch den Vereinen. Trotzdem bleiben wir eine Ausbildungsliga. Ich habe oft erlebt – ob bei GC oder in Basel –, dass sich die Jungen immer früher Gedanken machen, ob sie ins Ausland wechseln sollen.
Eine hässliche Erscheinung im Schweizer Fussball sind Hooligans. Was läuft schief?
Tatsache ist, dass nicht alle Fans an Spiele kommen, weil sie einen Fussballmatch sehen wollen. Der Fussball wird auch missbraucht, um Aggressionen loszuwerden. Doch was ist die Lösung? Neue, gute Stadien helfen. Ein klares Sicherheitskonzept. Gute Fan-Beauftragte, die mit Sachverstand und Diplomatie versuchen, solche Leute zur Vernunft zu bringen. Es beginnt aber beim Pyro-Feuerwerk. Das stört mich extrem. Pyro gehört einfach nicht ins Stadion. Die Leute bekommen Angst und es können erst recht Aggressionen entstehen.
Müssen die Clubs noch mehr in die Verantwortung genommen werden?
Sie sind schon eingebunden. Die Sicherheit kostet den Verein viel Geld.
Bei YB sind es nur 60 000 Franken für nationale Spiele pro Saison, die an die Polizei abgeführt werden müssen.
Ich kenne die Zahlen nicht. Dass aber Gewalt ausgelebt wird, beschränkt sich nicht auf den Fussball. Es ist ein gesellschaftliches Problem, und dafür gibt es keine goldene Lösung.
Was soll denn konkret mit Hooligans geschehen?
Sie müssen aufs Schärfste bestraft werden.
Lebenslanges Stadionverbot?
Aus meiner Sicht ja.
Keine zweite Chance?
Das Stadion ist da, um einen Fussballmatch anzuschauen. Da soll man auch Emotionen loswerden und seinen Unmut zeigen – schliesslich hat man Eintritt bezahlt. Aber gibt es Krawalle bei Pop-Konzerten, die auch in Stadien stattfinden? Nie! So sollte und muss es auch im Fussball sein. Das muss unser Ziel sein.
Die einschneidendste Erfahrung für einen Trainer ist eine Entlassung, wie Sie das in Stuttgart erlebt haben. War das eine persönliche Niederlage?
Wenn man sich für den Beruf des Fussballtrainers entscheidet, muss man damit rechnen, eines Tages entlassen zu werden. Darauf kann man sich einstellen. Trotzdem tut es weh.
Wie haben Sie es verarbeitet?
Meine Empfehlung ist, aus Frust über eine Entlassung nicht sofort wieder an einem neuen Ort anzufangen. Es braucht eine Zeit der Verarbeitung, zwei bis drei Monate. Diese Zeit soll und muss man sich nehmen. Darum ist es auch wichtig, im Arbeitsvertrag eine genügend lange Kündigungsfrist drin zu haben.
Sie sind 56, aber Ihr Alter ist kein Thema. Macht Sie dieser Job nicht älter?
Im Gegenteil. Ich habe das Glück, ständig mit jungen Leuten zusammen zu sein. Das hält mich automatisch jung und ist ein Vorteil. Man bekommt alle Stilrichtungen in der Musik mit. Oder sieht die poppigsten Kleider. Die meisten haben dafür Mühe mit einem normalen Krawattenknopf (lacht). Dafür sind die neusten Kopfhörer ein absolutes Muss. Das ist ein Zeichen für diese Zeit. Man will immer ein wenig in Ruhe gelassen werden. Ich finde das schade.
Bleiben Sie in Zürich Höngg wohnen?
Nein, im Moment bin ich noch im Hotel, doch das wird sich bald ändern und dann komme ich nach Bern.
Und dann fahren Sie auf Ihrer Moto Guzzi im Stadion vor?
Ganz bestimmt nicht. Ich fahre die Moto Guzzi nur in meiner Freizeit.
Einzigartiger Palmarès
«GROSSartig» – so titelte die Fachzeitschrift «Kicker» am 22.April letzten Jahres. Der Schweizer Trainer hatte den VfB Stuttgart mit einer sensationellen Erfolgsserie aus dem Tabellenkeller nach oben geführt.
15 Monate später ist Christian Gross wieder Trainer in der Schweiz. Die Entlassung beim VfB nach einem schlechten Saisonstart war nach Tottenham und Basel die dritte seiner Karriere.
Doch der Palmarès des neunfachen Schweizer Trainer des Jahres ist und bleibt nach sechs Meistertiteln, fünf Cupsiegen und vier Qualifikationen für die Champions League mit GC und dem FCB einzigartig.
Die Young Boys dürfen mit dem 56-jährigen Höngger guter Hoffnung sein, nach25 Jahren wieder einmal einen Titel zu holen.
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shalako
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Verfasst: Montag 11. Juli 2011, 08:39 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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10.07.2011  Zitat: «Vielleicht ist das mein grösster Challenge»
Die Berner Young Boys haben seit 1960 einen Meistertitel geholt und kämpfen seit Jahrzehnten gegen Selbstzweifel. Mit einer teuren Vorwärtsstrategie und der Verpflichtung des Trainers Christian Gross soll sich das ändern. Der erfolgreichste Schweizer Fussballtrainer will das Winner-Gen auch in Bern implantieren und verlorene Botschafter zurückholen
NZZ am Sonntag: Christian Gross, es heisst, Sie hätten GC mit dem Winner-Gen ausgestattet und dieses nachher nach Basel transferiert. Wie ist das Winner-Gen?
Christian Gross: Fussball ist ein Spiel. Und ein Spiel sollte man gewinnen. Das macht mehr Spass. Mein Ehrgeiz ist ausgeprägt, das war schon in der Jugend so – etwa in der Schule, in Höngg. Ich wollte gewinnen. Immer. GC hätte mich in den neunziger Jahren nie geholt, wenn ich zuvor in Wil nicht erfolgreich gearbeitet hätte.
Entwickelt sich das Winner-Gen?
Das hat man grösstenteils in sich.
Heisst das Gen: Wissen, wie es geht?
Es gibt Verhaltensregeln, die dazu führen können, das Spiel zu gewinnen. Wenn ein Ball ins Tor fliegt, ist das nicht zufällig.
Hatten Sie das Gen schon als Spieler?
Ich war nicht talentiert und wusste, dass ich nur mit viel Arbeit Defizite kompensieren kann. Ich ging mit meiner Begeisterung sowie meinem Drang, gemeinsam etwas erreichen zu können, immer vorneweg. Ich versuchte andere mitzuziehen. Den Vorwärtsdrang habe ich in mir, sozusagen als persönliche Lebenshaltung.
Eines Ihrer Leitmotive ist: Ziele setzen ergibt Lebenssinn.
Ich bin sehr zielorientiert. Mein Beruf ermöglicht es, stets nach vorne zu schauen. In diesem Beruf kann man fast nicht zurückschauen – ausser, wenn man entlassen wird.
Wie viel fällt links und rechts weg, wenn Sie Trainer sind?
Vieles bleibt liegen. Man kann privat nicht Freundschaften pflegen, wie man Freundschaften pflegen sollte. Es ist schwierig, in diesem Leistungs-Business Freundschaften aufzubauen und zu halten.
Was haben Sie in Bern angetroffen?
Ich spürte eine gewisse Genügsamkeit – auch in der Stadt. Das waren die ersten Eindrücke.
Wie sind die Berner? Still, ruhig, langsam, weniger profilierungssüchtig als Zürcher und Basler?
Ich bin gegen Verallgemeinerungen. Unser Team ist aus verschiedenen Kulturkreisen zusammengesetzt. Ich traf viel Goodwill an in Bern, Freundlichkeit auch. Aber gleichzeitig ist man auch fordernd.
Was braucht YB für den Erfolg?
Die Aggressivität auf dem Platz – den Biss und die Bereitschaft, Paroli zu bieten und in Entscheidungen einzugreifen.
Bei GC fingen Sie als Dumping-Trainer an, in Basel durften Sie aufbauen, aber in Bern geht's gleich frontal los.
Im ersten FCB-Vertrag hatte ich noch eine Prämie für das Erreichen der ersten Acht. Das hiess damals: Finalrunde. Ich habe in Bern einen ausgesprochenen Leistungsvertrag.
Das Einstiegs-Niveau bei YB ist viel höher, als es in Ihren Anfangszeiten bei GC und in Basel gewesen ist.
YB holte mich, um die Distanz zur Spitze zu schliessen. Vielleicht ist das mein grösster Challenge.
Wie nahmen Sie YB von aussen wahr?
YB fokussierte sich zu wenig auf sich selbst und liess sich zu stark ablenken. Als zum Beispiel 2010 der Yapi-Transfer nach Basel publik wurde, begann YB zu wanken. Yapi wurde ein halbes Jahr lang fast nicht mehr eingesetzt. Man dachte, es gehe ohne Yapi. Aber man liess ihn im Kader.
Kommt jetzt jeden Morgen der Goalietrainer Pascal Zuberbühler mit den Worten «phantastisch» und «los Jungs» in die Kabine?
Das gibt's, ja. Zuberbühler ist ein wunderbar positiver Mensch, der Freude an der Arbeit hat und leistungswillig ist. Ohne das geht's nirgends, wenn man erfolgreich sein will. Er bringt seine Begeisterung gut rüber.
Wer hat neben Zuberbühler den Idealtypus des Winner-Gens?
Murat Yakin will das Spiel unbedingt gewinnen, auch jedes Mätschli auf dem Trainingsplatz. Dass er im besten Leistungs-Alter zu oft verletzt war, muss er mit sich selber ausmachen. Auch Gimenez und Rossi haben das Winner-Gen. Wie Marcel Koller.
Ist Ihr Winner-Gen bei YB auf dem Prüfstand?
Es gibt immer Veränderungen und Konstellationen. Und plötzlich denkt jemand: Mit diesem Trainer geht's besser. Damit muss man sich auseinandersetzen, auch wenn's weh tut. Fast jeder Trainer hat das erlebt. Ich bin nicht gezeichnet von den Entlassungen in Basel und Stuttgart. Ich brauchte danach für die Verarbeitung ungefähr zwei Monate. Schade ist, dass im Fussball vieles unausgesprochen bleibt.
YB wurde zwischen 2008 und 2010 dreimal Zweiter. Trotzdem wurde in der Chefetage viel Geschirr zerschlagen. Der frühere CEO Stefan Niedermaier musste vor einem Jahr das Boot verlassen, viele gingen emotional mit ihm.
Ich kann das nicht einordnen. Den ersten YB-Fan, den ich kennenlernte, war der Stadtpräsident Alexander Tschäppät. Er steht zu seinem Verein.
Der ist für alles Feuer und Flamme.
Er ist bekennender YB-Fan. Das gefällt mir.
Wie lange brauchten Sie damals, die Basler Mentalität zu durchschauen?
In Basel setzten seinerzeit Benthaus und Düggelin einen Virus, den ich neu aktivieren konnte.
In Bern war es der Trainer Albert Sing Ende der fünfziger Jahre.
Ich kenne YB und Bern noch zu wenig. Vielleicht reagierte man zuletzt emotional etwas zu stark. Ich schaute den YB-Film «Meisterträume». Dort sind gewisse Szenen zu sehen, Einzelgespräche, die ich nie in einen solchen Film genommen hätte.
Zementiert der Film das Loser-Image?
Interna gehören jedenfalls so nicht in die Öffentlichkeit.
Musste man seinerzeit in Basel jemanden ins Boot zurückholen?
Man versuchte, Massimo Ceccaroni an den Verein zu binden. Das klappte nicht. Zu Karli Odermatt hatte man immer einen guten Draht. An ihm kommt man in Basel nicht vorbei.
Kommt man in Bern am YB-Fan Kuno Lauener vorbei?
Ich schätze sehr, dass ein bekannter Musiker wie er sagt: Ich bin YB. Er ist auch an den Spielen. Ich möchte mich mal persönlich austauschen mit ihm. Aber es gibt hoffentlich noch mehr Botschafter.
Lauener und andere fielen mit der Entlassung Niedermaiers emotional halbwegs aus dem YB-Boot.
Die Identifikation kann nicht breit genug abgestützt sein. Ich vergesse nie, wie einmal der Architekt Pierre de Meuron im Letzigrund nach einem Spiel FCZ - FCB im FCB-Trikot im Medienraum stand. Es braucht immer auch externe Botschafter, die nicht unmittelbar mit dem Fussball in Verbindung stehen.
Ist eine solche Zuneigung käuflich?
Nein. Jacques Herzog und Pierre de Meuron sind seit eh und je FCB-Anhänger. Das zeigt die breite Abstützung in Basel. Ich hoffe, dass das auch in Bern möglich ist.
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Grizzly
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Verfasst: Montag 11. Juli 2011, 11:49 |
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Registriert: Samstag 26. Juni 2004, 00:48 Beiträge: 566 Wohnort: Bern
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Zitat: Den ersten YB-Fan, den ich kennenlernte, war der Stadtpräsident Alexander Tschäppät. Er steht zu seinem Verein. der steht zu allem und jedem, hauptsache er kann sich persönlich in szene setzen!
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