Blick, 17.08.2010
So knacken wir meine SpursBERN - Kein Spieler von YB-Gegner Tottenham Hotspur ist näher an der White Hart Lane aufgewachsen als Scott Lee Sutter. Und der ist ein Gelb-Schwarzer.
Enfield. Ein Vororts-Quartier im Norden der 7,5-Millionen-Metropole London. Fünf Kilometer Luftlinie von der White Hart Lane entfernt. Hier kommt Sutter zur Welt. Hier wächst er auf. Kein aktueller Spurs-Professional ist näher beim Stadion aufgewachsen! Hier findet Scott seine erste grosse Liebe: Die Spurs! Sie wird ihm vom Vater vererbt.
Als Christian Gross Trainer der Spurs ist, sitzt klein Scotty mit einer Saisonkarte auf der Tribüne, bewundert Jürgen Klinsmann und David Ginola. «Das war ein grossartiges Team», schwärmt der schweizerisch-englische Doppelbürger von dieser Zeit. Scott Sutter möchte mit YB unbedingt in die Champions League. Hierzu muss er den Club seines Herzens – die Tottenham Hotspurs – bezwingen. Sollte YB die Quali nicht schaffen, so drückt Scott den Spurs in der Champions League den Daumen, das ist eben wahre L-YB. (Keystone)
Scott Sutter möchte mit YB unbedingt in die Champions League. Hierzu muss er den Club seines Herzens – die Tottenham Hotspurs – bezwingen. Sollte YB die Quali nicht schaffen, so drückt Scott den Spurs in der Champions League den Daumen, das ist eben wahre L-YB. (Keystone)Als YB nach der Sensation am Bosporus Tottenham zugelost wird, ist Scott ausser sich: «Ich bin hochgesprungen. Ich – auf dem Rasen der White Hart Lane. Das absolute Traumlos!»
Hoffentlich Traum. Und nicht Albtraum. So wie für GC im Jahr 1973, als die Zürcher den Spurs im Uefa-Cup mit dem Gesamtskore von 2:9 unterlagen. Einen ersten Eindruck von der Stärke der Londoner vermittelt das 0:0 zum Saisonstart gegen Manchester City. Rechtsverteidiger Sutter hat sich das Spiel natürlich angeschaut: «Die sind spielstark, schnell, gross. Klasse! Bale und Lennon machen Druck über aussen. Modric schlägt sensationelle Pässe. Da müssen wir die Räume eng machen.»
Tottenham ist ein anderes Kaliber als das enttäuschende Fenerbahçe. Das wissen die Berner. Gleichwohl sagt Coach Vladimir Petkovic: «Die Spiele gegen die Türken haben unser Selbstbewusstsein gesteigert. Wir wissen nun, dass wir solch einen Gegner eliminieren können.»
Generell sind die YB-Protagonisten vor dem Clash gegen die Spurs verbal aber eher defensiv. Christoph Spycher etwa meint: «Wenn wir zwei Mal überdurchschnittlich spielen, müssen die Engländer erst mal ihre Leistung abrufen. Falls nicht, haben wir eine kleine Chance.»
YBs Neo-Big-Boss Ilja Kaenzig nimmt noch mehr Druck aus dem Duell: «Das Ziel für Dienstag muss sein, dass es im Rückspiel noch um etwas geht. Wenn man da ausscheidet, sagt keiner was.»
Machen wir YB etwas Mut: Den dritten und letzten Auftritt gegen die Spurs konnte der Schweizer Vertreter für sich entscheiden. Der FC Luzern siegt 1995 im UI-Cup 2:0. Es geht also. Und der FCL hatte keinen Spurs-Intimus in seinen Reihen.
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