Tagesanzeiger, 06.08.2010
Tottenham, Werder, Zenit – auf wen trifft YB?Tagesanzeiger.ch/Newsnetz stellt die möglichen Kontrahenten der Berner für das Champions-League-Playoff vor und berichtet ab 12 Uhr live von der Auslosung für die Schweizer Klubs in Nyon.
Tottenham HotspurTopspieler Luka Modric: Endlich ist es mit Tottenham letzte Saison einem Verein gelungen, in die Phalanx der Big Four («grosse vier») der Premier League einzudringen. Chelsea, Manchester United und Arsenal waren besser, doch Tottenham verdrängte Liverpool und darf jetzt an der Qualifikation zur Champions League teilnehmen. Der Angriff der Spurs mit Jermain Defoe, Peter Crouch, Roman Pawljutschenko und Robbie Keane verfügt über klingende Namen – doch noch fast interessantere Fussballer sind der feine Regisseur Luka Modric und der schnelle, junge Dribbler Gareth Bale. Übrigens: Die Londoner warten noch länger als YB (1986) auf einen Meistertitel – seit 1961.
Werder BremenTopspieler Mesut Özil: Hinter Bayern München ist Werder Bremen der erfolgreichste deutsche Verein der letzten Jahre. Trotz einer Krise im Winter erreichte Bremen am Ende der abgelaufenen Saison Rang 3. Mesut Özil – der umworbene, überragende Spielmacher – dürfte noch ein Jahr bei Werder Bremen bleiben, und mit Claudio Pizarro sowie dem österreichischen Supertalent und Zugang Marko Arnautovic (neu von Inter) stehen weitere gefährliche Offensivakteure im Team. Torhüter Tim Wiese, die Verteidiger Per Mertesacker und Naldo sowie die Mittelfeldspieler Thorsten Frings und Marko Marin gehören ebenfalls zu den Leistungsträgern des ruhig arbeitenden Vereins.
Zenit St. PetersburgTopspieler Danny: Der russische Ministerpräsident Wladimir Putin sowie Präsident Dimitri Medwedew sind glühende Fans des schwerreichen Zenit St.Petersburg. 2005 stieg der russische Gasriese Gazprom, der auch Schalke unterstützt, bei Zenit ein. 2007 folgte der zweite Meistertitel der Vereinsgeschichte – und 2008 gewann St.Petersburg sogar den Uefa-Cup. Die ehrgeizigen Pläne der Macher sehen vor, bald die Champions League zu gewinnen. In einem Team voller talentierter Fussballer sticht der Portugiese Danny hervor, der 2008 für die für einen Akteur seiner Kategorie dennoch unfassbare Summe von 50 Millionen Franken von Dynamo Moskau verpflichtet wurde.
FC SevillaTopspieler Luis Fabiano: Die Spanier gewannen 2006 und 2007 den Uefa-Cup und wurden in beiden Jahren zum besten Vereinsteam der Welt gewählt. In der letzten Saison scheiterte Sevilla sensationell im Champions-League-Achtelfinal an ZSKA Moskau. Hinter Real Madrid und Barcelona gilt Sevilla seit Jahren als bestes Team Spaniens. Mit schlauer Personalpolitik und grossartigem Scouting verpflichtet der Verein immer wieder preiswert Talente, um sie später teuer zu verkaufen. Sevilla wurde erst einmal Meister (1946), hat aber auch in dieser Spielzeit eine sehr starke Mannschaft um den brasilianischen Torjäger Luis Fabiano sowie Dribbler Jesus Navas, ein spanisches Supertalent.
Ajax AmsterdamTopspieler Luis Suarez: Ajax ist der berühmteste Verein der fünf möglichen YB-Gegner. Die Kennzahlen: 29-mal holländischer Meister, 18-mal holländischer Cupsieger, dreifacher Meistercupgewinner (1971 bis 1973), und auch die Champions League holten die Amsterdamer schon einmal (1995). Allerdings muss der Klub die besten Akteure stets an grössere Vereine ins Ausland verkaufen. So spekuliert auch der uruguayische Torjäger Luis Suarez noch mit einem Transfer in diesem Monat, aber vermutlich wird er wie der rechte Aussenverteidiger Gregory van der Wiel noch ein Jahr bleiben. Der begabte Van der Wiel stand wie Torhüter Maarten Stekelenburg im Juli im WM-Final.
YB trifft in jedem Fall auf einen attraktiven, aber äusserst schwierigen Gegner; Schweizer Meister Basel befindet sich dagegen im Topf der Gesetzten und ist im Playoff Favorit. Der FCB könnte auf Rosenborg Trondheim (Norwegen), Red Bull Salzburg (Österreich), Partizan Belgrad (Serbien), MSK Zilina (Slowakei) oder Sheriff Tiraspol (Moldawien) treffen. Die Salzburger mit den ehemaligen Super-League-Profis Christian Schwegler (YB) und Gonzalo Zarate (GC) sind der namhafteste Verein des Quintetts, haben in der heimischen Meisterschaft in zwei Spielen aber erst einen Punkt geholt.
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