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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) Vladimir Petkovic
 Beitrag Verfasst: Mittwoch 5. August 2009, 08:18 
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Der Bund, 05.08.2009

YB, Vladimir Petkovic und das Sieger-Gen

Im Fussball gehts schnell: Genau vor einem Jahr war das kriselnde YB auf Trainersuche, am Tabellenende und in der Kritik. Heute sind die Berner Leader, sie spielen unter Trainer Vladimir Petkovic erfolgreich und attraktiv.

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Dirigent an der Seitenlinie: YB-Trainer Vladimir Petkovic arbeitet in Bern sehr erfolgreich. (Reuters)

Die Schlagzeile am 2.August 2008 in dieser Zeitung lautete: «Mit Imageschaden auf Trainersuche.» Vor einem Jahr standen die Young Boys nach vier Runden mit bloss einem Punkt (0:0 gegen Vaduz) am Tabellenende der Super League – und die Vereinsverantwortlichen massiv in der Kritik. Ungewöhnlich und überraschend war der Termin der Entlassung von Martin Andermatt, der YB wenige Wochen zuvor beinahe zur Meisterschaft geführt hatte. Bereits nach drei Partien und einem 0:0 gegen Vaduz musste Andermatt gehen, obwohl die Berner auch neun Punkte auf dem Konto hätten haben können, verloren sie die Partien gegen Basel und in Sion doch sehr, sehr unglücklich 1:2.

Düstere Wolken bedrohten den Verein, der viel an Glaubwürdigkeit verlor. Schon in den erfolgreichen Wochen im Frühling 2008 hatten die Verantwortlichen entgegen ihrer Überzeugung den Kontrakt mit dem intern umstrittenen Andermatt verlängert – sie vollzogen nun im Sommer (zu einem unmöglichen Zeitpunkt) die Trennung. «Harte Sitten», kommentierte der «Bund» den Rauswurf Andermatts am 31.Juli 2008, die Schreibe war vom «gnadenlosen YB».

Der Befreiungsschlag

Vor genau 12 Monaten war die Trainersuche am Laufen, Kandidaten gab es von Hanspeter Latour über Volker Finke zu Mehmed Bazdarevic zahlreiche. Und schon ganz früh wurde Vladimir Petkovic hoch gehandelt. Als der schweizerisch-kroatische Doppelbürger schliesslich am 10.August 2008 vorgestellt wurde, titelte diese Zeitung: «Gute Wahl». Es schien, als ob den YB-Entscheidungsträgern mit der mutigen Lösung des damals eher unbekannten Petkovics ein Befreiungsschlag gelungen war.

Ja, und im Fussball gehts schnell: Heute, Anfang August 2009, sieht die gelb-schwarze Welt deutlich besser aus. YB ist nach vier Runden mit zehn Punkten Tabellenführer. Trainer und Spieler sprechen unschweizerisch offen davon, den Meistertitel gewinnen zu wollen. Vielleicht hat Vladimir Petkovic den Young Boys tatsächlich das Sieger-Gen eingeimpft. Bereits in der letzten Saison holte der 45-Jährige im Schnitt am meisten Punkte aller Super-League-Trainer. In der fünften Runde siegte YB vor einem Jahr noch mit Assistenztrainer Erminio Piserchia an der Seitenlinie (und dem am gleichen Tag präsentierten Petkovic auf der Tribüne) 2:1 gegen Xamax. Danach realisierte Petkovic in 31 Runden 69 Punkte (2,226 im Schnitt). FCZ-Meistercoach Bernard Challandes gewann in 36 Runden 79 Punkte (2,194 im Schnitt).

Spiel wie ein Cupfinal

Diese Zahlenspielerei bringt YB keinen Titel, aber sie verdeutlicht die gute Arbeit Petkovics. Der Steigerungslauf führte letzte Saison erneut zum zweiten Rang – und pünktlich zum 1-Jahr-Jubiläum als YB-Trainer kann der schweizerisch-kroatische Doppelbürger in den nächsten Tagen bis zum Heimspiel am Sonntag gegen Bellinzona seine Bilanz veredeln. Nach dem 1:0-Erfolg im Hinspiel der dritten Qualifikationsrunde zur Europa League letzte Woche bei Athletic Bilbao soll vorerst am Donnerstag der Aufstieg in die Europa-League-Playoffs realisiert werden. «Wir brauchen erneut eine Topleistung», sagt Petkovic. «Und wir werden nicht bloss den 1:0-Vorsprung verteidigen.»

Die Begegnung im Stade de Suisse gegen den spanischen Traditionsverein wird zeigen, ob YB in der Lage ist, einen Big Point zu landen. Oder ob es nachher nicht wieder heissen wird: Typisch YB! Den Cupfinal im Mai hatten die Berner ja gegen Sion nach 2:0-Führung noch 2:3 verloren. Und alle sprachen mal wieder vom fehlenden Sieger-Gen. Jetzt hat Vladimir Petkovic das Kader nach seinen Wünschen renovieren dürfen, der erste Eindruck ist äusserst viel versprechend – und soll morgen bestätigt werden.

http://www.derbund.ch/zeitungen/sport/YB-Vladimir-Petkovic-und-das-SiegerGen/story/26883360

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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) Vladimir Petkovic
 Beitrag Verfasst: Dienstag 1. September 2009, 09:34 
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Blick, 01.09.2009

YB-Geheimnis: Der Trainer

Acht Spiele - 22 Punkte - YB ist der Konkurrenz enteilt. Die Spieler von Trainer Vladimir Petkovic haben eine Erklärung für den Erfolg.

System: «YB tritt an, um zu gewinnen», sagt David Degen. Sogar auswärts in Bilbao liess der Trainer sein 3:4:3-System spielen. 30 000 Basken rieben sich die Augen, als YB das Spieldiktat an sich riss. «Petkovic hat uns Siegen gelehrt», sagt Degen.

Mittelachse: Petkovic wollte Emiliano Dudar unbedingt holen. Er ist der Patron. Mit ihm, mit Wölfli im Tor und Yapi im Mittelfeld hat YB die beste Mittelachse der Liga. «Die Mannschaft ist gefestigt», sagt Scott Sutter.

Disziplin: Petkovic ist ein Taktik-Fanatiker. Im Training liess er die Laufwege so lange üben, bis man von der Tribüne aus die Spuren im Kunstrasen sehen konnte. «Jeder hat das System verinnerlicht», sagt Gilles Yapi.

Autorität: Petkovic ist eine Res­pektsperson. Alle Spieler siezen ihn. «Er verlangt, dass wir seine Anweisungen haargenau umsetzen», sagt Stürmer Marco Schneuwly. Und: «Jeder Spieler kennt seine Aufgabe.»

Teamgeist: Petkovic hat eine Einheit geformt, die Unbequemen, Varela und Häberli, ausgemustert. Er gönnte den Spielern ein Trainingslager am Strand von Rimini. Das hat die Mannschaft zusammengekittet: «Einen solchen Teamgeist habe ich noch nie erlebt», schwärmt Mario Raimondi.

http://www.blick.ch/sport/fussball/superleague/yb-geheimnis-der-trainer--127386

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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) Vladimir Petkovic
 Beitrag Verfasst: Mittwoch 23. September 2009, 16:33 
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Tagesanzeiger, 23.09.2009

«Mir gefällt, dass wir die Gejagten sind»

Die Young Boys führen die Super League nach einem Viertel des Pensums souverän an. Grossen Anteil am Höhenflug hat der Trainer.

Vladimir Petkovic, müssen die Gegner und die neutralen Fans Angst haben, dass YB in der Meisterschaft schon bald die Vorentscheidung herbeiführt und für Langeweile im Titelrennen sorgt?
Das hoffen wir natürlich. Aber dies wird nicht der Fall sein. Positiv ist, dass wir es nun aus eigener Kraft entscheiden können. Die geholten Punkte kann uns keiner nehmen. Mir gefällt es, dass wir die Gejagten und nicht die Jäger sind und etwas zu verteidigen haben. Doch diese Ausgangslage birgt auch Gefahren. Wir dürfen uns jetzt auf keinen Fall ausruhen. Was gestern war, zählt nicht mehr.

YB hat in der laufenden Saison einen Blitzstart hingelegt. Zuletzt gab es mit dem 0:3 bei Neuchâtel Xamax die erste Niederlage. In welcher Verfassung befindet sich Ihre Mannschaft aktuell?
Gegen Xamax und am Wochenende im Cup gegen Baden sind wir in ein mentales Loch gefallen. In Neuenburg gab es ein paar unglückliche Aktionen, es passte nicht alles zusammen. In beiden Spielen waren wir nicht während 90 Minuten konzentriert. Dies war vielleicht auch auf eine gewisse mentale Müdigkeit zurückzuführen. Als Leader muss es uns gelingen, dieses Problem in den Griff zu kriegen.

YB empfängt heute den FC Zürich zum Spitzenspiel. Was halten Sie vom Meister?
Der FCZ hat vielleicht das beste Kader der Schweiz. Er konnte sich nach schwachem Saisonstart auffangen. Die Spieler verfügen individuell über eine hohe Qualität. Aber das beste Kader gewinnt nicht immer. Es ist wichtig, eine Mannschaft zu haben, die diese Bezeichnung verdient.»

Wie beurteilen Sie den Auftritt des FCZ in der Champions League gegen Real Madrid?
Zürich spielte sehr gut. Das Team war von Anfang an konzentriert. Es bewegte sich taktisch auf einem hohen Niveau. Man hatte nie den Eindruck einer Zwei-Klassen-Gesellschaft. Real Madrid hat halt ganz andere finanzielle Möglichkeiten. Der FCZ verkaufte sich gut. Nicht zu vergessen ist der Sieg des FC Basel gegen die AS Roma. An solchen Resultaten dürfen wir in der Schweiz Freude haben.

Hat YB für die Meisterschaft einen Vorteil, weil die Rivalen FCZ und Basel durch den Europacup zusätzlich «belastet» sind?
Derzeit überhaupt nicht. Für uns war dafür die Belastung im Schweizer Cup höher. Wir mussten in Baden antreten, der FCZ hatte gegen einen 3.-Liga-Klub die einfachere Aufgabe. Die Europacup- Saison hat ja erst gerade angefangen. Möglicherweise wird die Zusatzbelastung Ende Oktober oder im November eine Rolle spielen.

Wieso steht YB nach einem Viertel der Meisterschaft unangefochten an der Spitze?
Weil wir den besten Fussball gespielt haben und weil wir vielleicht an allen Fronten mehr gemacht haben als die Konkurrenz. Der Zustand der Mannschaft ist sehr gut. Sie tritt homogen auf. Von der individuellen Klasse her sind wir nicht besser als in der vergangenen Saison, jedoch verfügen wir nun über mehr positive Energie. Wichtig war sicher das Trainingslager bei Rimini im Juni. Leider waren damals noch nicht alle dabei. Aber auch die Neuen sind mittlerweile voll integriert.

In der letzten Saison mussten Sie sich in der Meisterschaft und im Cup mit Rang 2 begnügen. Es hiess, YB könne keine Titel mehr gewinnen. Kritik wurde laut. Wie sind Sie damit umgegangen?
Es ist normal, dass es Unmut gibt, wenn einem Klub während so langer Zeit ein Titel fehlt. Eine ähnliche Drucksituation habe ich in Bellinzona erlebt, wo wir sehr lange auf die Rückkehr in die Nationalliga A warteten. Wenn man auf die letzte Saison zurückschaut, muss man differenzieren. In der Meisterschaft hatten wir keine reelle Chance auf den Titel, weil wir von Anfang an im Hintertreffen waren. Für mich ist es sogar ein Wunder, dass wir Basel noch eingeholt haben. Den verlorenen Cupfinal führe ich auf ein mentales Problem zurück. Wir begingen bei den Gegentoren Fehler, bauten den Gegner auf, es fehlte das Glück. Wir haben die Niederlage mit unserem Verhalten provoziert.

Ist YB heute fähig, Titel zu gewinnen? Wie wollen Sie ans Ziel gelangen?
Wir sind noch nicht so weit, um sagen zu können, dass wir Titel gewinnen müssen. Wir wollen uns Schritt für Schritt steigern. Ich bin Perfektionist. Nie hundertprozentig zufrieden. Wenn wir bei 100 Prozent sind, verlange ich 105 Prozent. Die Skala ist gegen oben offen. Es gilt, die Selbstzufriedenheit zu bekämpfen. Wir müssen einfach jedes Training und jedes Spiel, egal ob einen Test gegen einen 5.-Liga-Verein oder eine Champions-League-Partie, mit der gleichen Ernsthaftigkeit angehen. Wir brauchen eine Winner- Mentalität. Es sind kleine Sachen, die am Ende entscheidend sind.

Vor ein paar Wochen wurde über den Abgang von Seydou Doumbia spekuliert. Könnte YB den Verlust seines Topskorers verkraften?
Niemand ist unersetzlich, weil Fussball eine Mannschaftssportart ist. Klar gilt Doumbia als wichtige Identifikationsfigur, doch man darf nicht vergessen, dass er auch dank seinen Mitspielern so viel Erfolg hat. Schön ist, dass die Marke YB auf dem Transfermarkt an Wert gewonnen hat. Mit Erlösen können wir gute Investitionen tätigen. Aber wenn wir in Europa etwas erreichen wollen, dürfen wir nicht nur verkaufen. Es braucht eine gesunde Mischung.

Und wie sieht es bei Ihnen aus? Muss YB bald den Abgang des Erfolgstrainers befürchten?
Es ist gut, wie es im Moment ist. Ich habe in meiner Trainerkarriere vom ersten Tag an nie etwas geplant. Ich will einfach etwas bewegen und gewinnen. Jeder bekommt das, was er verdient. Ich habe gewisse Visionen, aber die behalte ich für mich (lacht).

http://www.tagesanzeiger.ch/sport/fussball/Mir-gefaellt-dass-wir-die-Gejagten-sind/story/30296341

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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) Vladimir Petkovic
 Beitrag Verfasst: Montag 26. Oktober 2009, 14:23 
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20min.ch, 26.10.009

Vladimir Petkovic

«Doumbia wird nicht geschützt»

YB verlor bei GC 1:2 und Toptorjäger Seydou Doumbia die Contenance: Der Ivorer zeigte seinem Gegenspieler Kai Voser den Stinkefinger. Doch YB-Coach Petkovic dreht den Spiess einfach um.

Im September verlor YB das erste Spiel nach der Nati-Pause gegen Xamax, jetzt gegen GC. Schaden die Pausen?
Vladimir Petkovic: Drei, vier Spiele, dann drei Wochen Unterbruch – das ist nicht ­optimal, um die Form zu ­halten. Man weiss nie, wie man zurückkommt. Vielleicht haben die Spieler während den Pausen zu viel Zeit, sich Gedanken zu machen. Fakt ist: Uns fehlte in der ersten Halbzeit die Aggressivität. Man muss aber auch sagen, dass sowohl Xamax wie jetzt auch GC gegen uns ihr bestes Spiel der Saison zeigten.

Bei YB erreichte nur Goalie Wölfli Normalform.
Wir machten individuelle Fehler. So wie Affolter beim Tackling gegen Callà geht man im Strafraum einfach nicht in einen Zweikampf.

Ärgern dürfte Sie auch die Aktion mit dem Stinke­finger von Doumbia gegen GC-Verteidiger Voser, die wohl eine Sperre für Doumbia nach sich ziehen wird?
Ich habe die Szene nicht gesehen und gebe deshalb keinen Kommentar dazu ab. Aber für Doumbia bestand zum wiederholten Mal ab der ersten Minute Verletzungs­gefahr. Die Grasshoppers attackierten ihn sehr hart. Die Fifa fordert, dass die Stürmer geschützt werden, aber das geschieht bei uns nicht.

Am Donnerstag gehts gegen Bellinzona weiter.
Das 1:2 löst bei uns keine Panik aus. Wir wollen sofort wieder ein Zeichen setzen und punkten, um den Vorsprung zu halten.

http://www.20min.ch/sport/fussball/story/31828590

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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) Vladimir Petkovic
 Beitrag Verfasst: Samstag 21. November 2009, 23:43 
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Berner Zeitung, 21.11.2009

«Ich denke nur an den Sonntag»

Morgen trifft YB im Cupachtelfinal auswärts auf Xamax. Vladimir Petkovic spricht über die schwierige Aufgabe und die Spiele bis zur Winterpause, über den Konkurrenzkampf und Seydou Doumbia – und über seinen Vertrag.

Sie müssen derzeit ein glücklicher Trainer sein.

Vladimir Petkovic: Warum?

Mit Ausnahme von Ersatzspieler Kaled Gourmi sind erstmals in dieser Saison alle YB-Spieler fit, der Konkurrenzkampf ist hoch.

Ja, aber einige Spieler sind nach langen Verletzungspausen noch nicht bereit für 90 oder 120 Spielminuten. Ich werde erst am Samstag entscheiden, welche Akteure am Sonntag gegen Xamax im Kader stehen. Und ich hätte sowieso gerne noch mehr Spieler im Team.

Das heisst, Sie wünschen sich neue Spieler im Winter?

Ich möchte, dass alle Spieler auf dem gleichen physischen Stand sind. Und was im Winter sein wird, spielt jetzt keine Rolle. Ich denke nur an den Sonntag.

YB spielt im Cup bei Xamax, wo in der Liga zuletzt eine 1:3-Niederlage resultierte. Was muss YB am Sonntag besser machen?

Wir dürfen kein Abseitstor erhalten. Und der Schiedsrichter muss uns die Gelegenheit geben, einen Elfmeter schiessen zu dürfen, wenn es einen Penalty geben muss. Wir waren damals nicht schlechter als Xamax, es lief einfach ein bisschen unglücklich. Aber wir müssen sicher konzentrierter spielen, Xamax hat starke Stürmer.

Dann spüren Sie jetzt auch keine Verunsicherung, weil die Young Boys in der Super League zuletzt nicht mehr so dominant spielten wie Anfang Saison?

Nein, überhaupt nicht. Beim 1:1 gegen Luzern vergaben wir acht Topchancen; zuletzt bei der 1:3-Niederlage in Sion hatten wir auch die besseren Möglichkeiten. Und drei Gegentore nach stehenden Bällen erhält man ja auch nicht in jeder Partie. Wir wollen eine neue Serie starten.

Sie sagten vor der Saison, Ihr Ziel sei das Double.

Ja, und dabei bleibt es.

Nach dem Cupspiel bei Xamax folgen bis zur Winterpause die Heimspiele gegen die Verfolger Basel und Xamax. Ist die Liga nicht am Ende doch wichtiger?

Nein, jetzt zählt wie gesagt nur das Spiel am Sonntag. Dann konzentrieren wir uns auf die wunderbaren Heimspiele vor vielen Zuschauern. Und dann kommt ja vor Weihnachten noch der Cupviertelfinal (lacht).

Wie haben Sie Seydou Doumbia nach seinem Tor für die Elfenbeinküste in Deutschland erlebt?

So wie immer. Er war am Donnerstag im Training in Bern und bereitet sich jetzt seriös auf seine Aufgaben mit uns vor.

Zuletzt gab es wieder Wirbel um Doumbia und einen möglichen Transfer ins Ausland. Kann er mit diesem Rummel umgehen?

Sicher, da sehe ich keine Probleme. Mich nervt, dass diese Gerüchte und Meldungen immer auftauchen, bevor wir eine wichtige Partie haben. Man hat wohl Angst vor YB. Und solche Sachen werden oft von Leuten verbreitet, die keine Ahnung haben. Nach Chelsea zum Beispiel könnte Doumbia gar nicht wechseln, weil er nicht genügend Länderspiele bestritten hat.

Ihr Vertrag läuft Ende Saison aus. Es hiess, YB und Sie würden gerne verlängern...

auch hier sage ich das Gleiche wie bei den möglichen neuen Spielern: Das ist gerade völlig unwichtig, dafür haben wir in der Winterpause Zeit. Jetzt zählt nur das Spiel gegen Xamax.

http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussball/Ich-denke-nur-an-den-Sonntag/story/18130008

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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) Vladimir Petkovic
 Beitrag Verfasst: Freitag 27. November 2009, 15:30 
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DIE WOCHE mit Vladimir Petkovic




http://www.youtube.com/watch?v=5xP9yZTniwY




http://www.youtube.com/watch?v=v7r-Zj-Jifw


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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) Vladimir Petkovic
 Beitrag Verfasst: Dienstag 15. Dezember 2009, 16:59 
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Blick, 14.12.2009

«Sie sind schuld, dass Doumbia Lockerheit eingebüsst hat»

YB-Trainer Vladimir Petkovic schwärmt unmittelbar vor dem Cup-Schock gegen Lausanne von seinem Topskorer Seydou Doumbia. «Er hat enorme Fortschritte gemacht, taktisch und physisch. Aber er kann noch besser werden.»

Im Cup-Viertelfinal gegen Lausanne gelingt Doumbia immerhin der Ausgleich zum 1:1, mehr ist gegen den Challenge-Ligisten aber auch für den Ivorer nicht mehr drin. Er ist genauso schwach wie seine Teamkollegen, YB scheidet sang- und klanglos im Viertelfinal aus.

Der Torjäger (bisher 17 Saisontreffer) habe in letzter Zeit an Lockerheit eingebüsst, meint Petkovic. Schuld daran seien die Medien!

Auszug aus dem SonntagsBlick-Interview

Petkovic: (...) Doumbias Stärken sind sein Spielwitz, seine Schnelligkeit, seine Lockerheit. Von der hat er in letzter Zeit ein wenig eingebüsst. Das ist Ihre Schuld.

SonntagsBLICK: Wie bitte?

Petkovic: Doumbia wurde nicht immer fair behandelt. BLICK hat ihn als M-Budget-Spieler bezeichnet. Das hat ihn beleidigt.


SonntagsBlick: Das war positiv gemeint: Beste Qualität zu günstigem Preis.

Petkovic: Doumbia hat das anders aufgefasst. Ihn hat der Vergleich verletzt.


Wie sehr haben ihm die ständigen Transfergerüchte zugesetzt?

Petkovic: Gar nicht. Für uns und für ihn war immer klar, dass er diese Saison bei uns bleibt.


Ist Doumbia gar die Lust vergangen? Den frühzeitigen Abschied Doumbias aus der Super League zu verhindern, wird für die YB-Verantwortlichen nicht einfach sein. Und der Ivorer ist jetzt auch noch der Wunschstürmer von Christian Gross!

Das bestätigt VfB-Manager Horst Heldt: «Wir haben ihn mehrfach beobachtet, er ist ein sehr interessanter Mann.» Allerdings weiss Heldt auch, dass es nicht einfach wird, den Ivorer nach Stuttgart zu holen: «Er hat einen Vertrag bis 2014 und soll 8 bis 12 Millionen Euro kosten. Er wird überall gehandelt."

Neben dem VfB sind unter anderen auch Hoffenheim und Tottenham auf der Jagd nach Doumbia. (zbi, H.O./M.A.)

http://www.blick.ch/sport/fussball/superleague/petkovic-135658

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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) Vladimir Petkovic
 Beitrag Verfasst: Dienstag 15. Dezember 2009, 17:14 
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Der Bund, 15.12.2009

«Wir können die Young Boys in eine europäische Liga bringen»

Nicht Doumbia, die Mannschaft ist der Schlüssel zum Erfolg, sagt Vladimir Petkovic, Trainer des Wintermeisters YB.

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Vladimir Petkovic. (Adrian Moser

Herr Petkovic, YB ist mit sieben Punkten Vorsprung Wintermeister. Was will ein Trainer mehr?

Im Moment stimmts, aber wir müssen noch mehr leisten. Ziel ist es, den Meisterschaftspokal zu gewinnen.

YB hat den besten Torschützen, die meisten Zuschauer. Kann man das noch steigern?

Man kann sich immer steigern, das habe ich auch den Spielern gesagt. Wenn sie 100 Prozent gegeben haben, erwarte ich beim nächsten Mal 105 Prozent – auch von mir, auch von der Umgebung, auch von den Zuschauern. Die Kulisse sollte immer so sein wie gegen den FC Basel.

Ist es nicht belastend, dass erstmals seit 1987 für YB unbedingt ein Titel her muss?

Es ist eine positive Belastung. Diese Situation habe ich auch schon bei Bellinzona gehabt, das 22 Jahre lang nicht mehr in der obersten Liga war. Wir haben dieses Ziel erreicht. Aber man soll nicht übertreiben: Am Ende ist Fussball nur ein Spiel, das man mit Geduld, Freude und Leidenschaft betreiben muss.

Wie stark steckt in Ihrem Hinterkopf und auch in jenem Ihrer Spieler, dass sie im Cupfinal 2009 versagt haben?

Ich sehe das nicht als Versagen, sondern als grossartige Leistung, dass wir im Cupfinal waren. Dort haben wir das Unglück provoziert: Zuschauer provozierten die Spieler des FC Sion, und die zeigten eine Reaktion. Aber von einem Versagen kann ich nicht reden. Das Einzige, was in der neuen Saison bisher nicht geklappt hat, war die Qualifikation für die Europa League.

Wie wichtig war das?

Das spielte keine sehr grosse Rolle. Wir haben gegen einen sehr starken Gegner in zwei Spielen ein 2:2 erreicht und waren die bessere Mannschaft. Der FC Bilbao liegt jetzt auf dem guten sechsten Platz in der spanischen Liga und hat sich für die Zwischenrunde in der Europa League qualifiziert.

Ist es Ihr höchstes Ziel, YB in die Champions League zu führen?

Das muss immer ein Ziel sein. Wir wollen Meister werden, damit der Gang in die Gruppenphase der Champions League leichter wird.

Ist Doumbia der Schlüssel zum YB-Erfolg?

Nein, die Mannschaft ist es. Ein Spieler wie Doumbia profitiert von der Mannschaft. Das hat man in einigen Spielen gesehen, als Doumbia nicht dieselbe Wirkung wie sonst erzielte, weil auch die Mannschaft schlechter spielte.

Ist der Trainer der Schlüssel zum Erfolg?

Nein. Ich bin der Koordinator, der etwas bewegt und Ideen bringt. Die Spieler nehmen die Ideen auf und versuchen, sie umzusetzen. Das ist bis jetzt gut gegangen. Vielleicht habe ich etwas in Richtung Siegermentalität bewirkt, in Richtung der Mentalität, überall gewinnen zu können. Aber wir müssen noch vieles verbessern.

Was macht den guten Trainer aus?

Er muss viel arbeiten und gut zuhören können und ein gewisses Talent haben.

Und wie äussert sich das Talent eines Trainers?

Bauchgefühl, die Fähigkeit, einen Konflikt zu verhindern, bevor er ausbricht, ein Spiel zu lesen und die richtigen Ein- und Auswechslungen vorzunehmen.

Muss ein Trainer über eine gewisse Autorität verfügen?

Er muss authentisch sein, er darf nicht schauspielern. Er muss glaubwürdig sein, eine eigene Linie finden und dieser Linie folgen. Wer respektiert, dem wird auch Respekt entgegengebracht. Als Zuschauer sieht man den Trainer an der Linie schreien und Anweisungen geben und denkt: Das hören die Spieler ja gar nicht. Doch, die Reaktion des Trainers ist sehr wichtig. Nötig ist eine Technik, wie man kommunizieren kann: Bei 30 000 Zuschauern kann man nicht auf die andere Seite schreien, da muss man Verantwortung auf Spieler in der Nähe übertragen oder in einem Spielunterbruch eine Leaderfigur zu sich rufen. Auch in der Pause und bei Auswechslungen kann man etwas bewegen.

Es gibt verschiedene Trainer-Temperamente. Ein Felix Magath regt sich auf, tritt gegen die Reklamenbande. Sie sind eher der ruhige Typ.

Das ist eine Stilfrage. Auch bei mir sind oft Emotionen mit im Spiel, es ist wichtig, dass die Unzufriedenheit rauskommt, man will ja etwas bewegen.

Ich habe Sie noch nie wütend an der Linie gesehen.

Doch, das kommt vor. Etwa beim Spiel gegen Bilbao. Oder als wir letztes Jahr gegen Aarau in den letzten Minuten zwei Penaltys eingefangen haben.

Sie seien ein Perfektionist, sagt man Ihnen nach. Was heisst das?

Dass man sich immer steigern kann. Wir haben mit YB eine Grundordnung, jetzt kann man Details verbessern. Es gibt immer etwas zum Perfektionieren.

Zum Beispiel, indem man im Training Freistösse bis zum Umfallen übt?

Ja, das ist eine unserer Schwächen. Auch das Penaltyschiessen könnte perfektioniert werden. Penaltys kann man üben. Aber im Training eine gleiche Situation zu finden wie im Spiel, ist schwieriger.

Sie sind jemand, der sein Team offensiv spielen lässt. Aus Prinzip?

Es ist meine Überzeugung. Bei unserer taktischen Grundaufstellung ist aber das defensive Verhalten sehr wichtig. Wenn wir den Gegner schon 70 Meter vor unserem Tor angreifen, haben wir immer noch viele Möglichkeiten, einen Fehler gutzumachen. Wenn wir erst 30 Meter vor unserem Tor angreifen und ein Fehler passiert, wird es gefährlich. Das ist meine Philosophie. Im offensiven Bereich gebe ich zwar Ideen, aber unsere Stürmer haben viele Freiheiten. Das macht es für den Gegner schwierig.

Wenn Regazzoni die Seite wechselt, macht er das aus eigenem Antrieb?

Manchmal schon auf meine Intervention. Aber für mich ist vor allem die Grundordnung in der Defensive wichtig.

Ist Angriff auch im Fussball die beste Verteidigung?

Ja. Ich schaue nicht so viel auf den Gegner, auch wenn man natürlich seine Schwächen ausnutzen muss. Aber ich sage meiner Mannschaft immer: Wir sind in der Hauptrolle.

Vieles spielt sich auch im Fussball im Kopf ab. Ist ein Trainer auch ein Pädagoge und Psychologe?

(Lacht.) Manchmal sogar ein Psychiater. Man muss Lehrer sein, spontan verschiedene Rollen übernehmen und selber davon überzeugt sein.

Als Trainer haben Sie in zwölf Jahren einen steilen Aufstieg gemacht, von Agno in der ersten Liga über Bellinzona zu YB.

Mit Agno war ich zweimal Tabellenführer, bin aufgestiegen und habe den vierten Platz in der Challenge League erreicht. Mit Bellinzona habe ich zweimal Aufstiegsspiele gemacht, und mit Bellinzona und YB war ich im Cupfinal. Vielleicht ging es zuletzt ein bisschen schnell, aber ich habe das in zwölf Jahren vorbereitet und zuvor einige Jahre Junioren trainiert.

Sie sind ein Sonderfall unter den Trainern, Sie sind noch nie entlassen worden.

Da habe ich Glück gehabt. Das ist auch eine schöne Bestätigung für meine Arbeit. Ich habe bis jetzt auch nur dreimal die Mannschaft gewechselt.

Entlassungen gehören zum Geschäft – steckt das nicht im Hinterkopf eines jeden Trainers?

Deshalb ist Locarno nach wie vor mein Standort. Als Trainer weiss man nie, ob man 10 Monate oder 10 Jahre bleibt.

Im Tessin haben Sie neben der Trainertätigkeit als Sozialarbeiter bei Caritas gearbeitet. Worin genau bestand Ihre Tätigkeit?

Ich hatte mit Spendern zu tun und habe Beschäftigte geführt, bei denen es sich vor allem um Arbeitslose, Sozialfälle oder Menschen mit Drogenproblemen handelte, die in der Arbeitswelt wieder Fuss fassen sollten. Vorher war ich zwei Jahre lang als Erwachsenenbildner tätig.

Jetzt machen Sie etwas völlig anderes, jetzt arbeiten Sie mit Gut- und sogar Grossverdienern zusammen.

Alle sind Menschen, alle brauchen Unterstützung und müssen sich vielleicht in der einen oder andern Weise verbessern. Man muss bereit sein, Menschen anzuhören und zu korrigieren. Bei Caritas war die langfristige Arbeitslosigkeit das Problem, die Frage, ob Caritas gleich viel bezahlt wie das Arbeitsamt. Um Bezahlung geht es auch beim Fussball.

Der Job eines Trainers sei von dem eines Sozialarbeiters gar nicht so verschieden, haben Sie einmal gesagt.

Nein. Es geht in beiden Fällen darum, die Leute zu motivieren und Erfolg zu haben. Beim Fussball heisst Erfolg drei Punkte, bei der Sozialarbeit ist es ein Erfolg, wenn einer am Morgen erscheint und einen freien Kopf für die Arbeit hat.

Sie sind 1987 aus Sarajevo in die Schweiz gekommen. Haben Sie geahnt, dass im damaligen Jugoslawien Krieg drohte?

Überhaupt nicht, ich war von 1987 bis 1992 mindestens zweimal jährlich in Sarajevo. Es war eine multikulturelle Gesellschaft. Bis zuletzt spürte man nichts vom kommenden Krieg, man hat über solche Sachen gar nie geredet.

Der Krieg war ein Schock . . .

. . . ein Schock und eine Überraschung. Der Krieg kam etappenweise, begonnen hat alles in Slowenien. In Sarajevo haben die Leute nicht geglaubt, dass der Krieg auch bei ihnen ausbrechen könnte.

Wie beurteilen Sie heute die Situation in Ihrer ehemaligen Heimat?

Bosnien ist heute ein Klein-Jugoslawien. Es ist viel Geld ins Land geflossen, aber es ist keine industrielle Basis entstanden. Es gibt viele private Geschäfte, aber keine Grossindustrie, niemand will investieren.

Sie sind seit 2002 Schweizer. Hatten Sie Probleme mit der Einbürgerung, wie es für Menschen mit «ic» manchmal vorkommt?

Man wurde kritisch angesehen, hatte aber das Glück, schon etwas bekannt zu sein und in einer Branche zu arbeiten, die anerkannt war.

Hat Sie das Geschehen in Ex-Jugoslawien besonders für Probleme wie Diskriminierung und Rassismus sensibilisiert?

In meiner Erziehung war das nie ein Thema. Ob Muslim, Jude oder Katholik – darüber habe ich mir nie Gedanken gemacht. Das kam erst mit dem Krieg. Da hat man sich gefragt, woher plötzlich diese Hassstrukturen kommen.

In einer Fussballmannschaft kann es ja auch Spannungen zwischen Schwarz und Weiss geben.

Nicht bei YB. Spannungen gibt es vielleicht zwischen zwei Stürmern und einem linken Verteidiger und einem linken Mittelfeldspieler.

Das Schwierigste ist es wohl, einem Spieler zu sagen, dass er heute nur auf der Ersatzbank sitzt.

Ja, und ich sage jeweils nicht, weshalb. Manchmal gibt es reale, manchmal taktische Gründe, manchmal geht es auch nur um ein Bauchgefühl.

Ist eine Fussballmannschaft ein gutes Beispiel dafür, wie verschiedene Charaktere, Menschen aus verschiedenen Ländern zusammen etwas erreichen können?

Ja sicher. Es gibt das gemeinsame Ziel, den Titel zu holen oder kurzfristig: drei Punkte zu holen. Da haben rassistische oder nationalistische Gedanken keinen Platz.

Beteiligen Sie sich an Abstimmungen?

Ja.

Was sagen Sie zum Ausgang der Minarett-Initiative?

Vielen Leuten ging es nicht um Religion, es ging ihnen vor allem gegen dieses Gotteshaus, die Moschee.

Fühlen Sie sich eher als Schweizer denn als Kroate?

Ich fühle mich sehr international, sehr europäisch. Ich hatte in der Schweiz nie Probleme, nicht in Graubünden, nicht im Wallis, im Tessin, nicht in Bern. Ich habe mich überall gut eingelebt. Vielleicht hätte ich jetzt mehr Probleme in Bosnien oder Kroatien. Die wichtigere Hälfte meines Lebens habe ich in der Schweiz verbracht.

Haben Sie sich über den U17-Weltmeistertitel gefreut?

Ja sicher. Nicht nur für dieses Team, es ist gut für unseren Beruf, für jeden von uns, der im Schweizer Fussball tätig ist, der unsere Trainerschule gemacht hat. Auch für das internationale Ansehen der Schweiz war das gut.

Einen kleinen Wermutstropfen gab es doch: Bei der U17 gab es keinen YB-Spieler.

Aber im Kader der U18, U19 und U21 gibt es fast 10 YB-Spieler. Der FC Basel hat vor 10 Jahren mit 13- und 14-Jährigen angefangen, wir machen das jetzt auch. In Zukunft wird es in jeder Nationalmannschaft YB-Spieler geben. Wölfli und Regazzoni sind in der Nationalmannschaft, und Hochstrasser und Affolter haben Chancen, dorthin zu kommen.

Was geschieht mit YB, wenn Schlüsselspieler den Klub verlassen?

Doumbia wird man ja sicher nicht halten können. Niemand ist unersetzlich. Ich bin es nicht, und kein Spieler ist es. Das Team ist wichtig. Erst mit dem Erfolg des Teams hat der eine oder andere Spieler bei YB einen grösseren Wert bekommen, ist er für die Nationalmannschaft seines Landes ein Thema und gibt es Interesse an ihm im Ausland. Ich glaube nicht, dass beim FC Aarau jetzt über den einen oder andern Einzelspieler geredet wird.

Was macht ein Trainer in der Winterpause?

Man versucht, den Kopf zu leeren und für den Saisonbeginn zu planen. Weil Schneuwly verletzt ausfällt, müssen wir über einen neuen Stürmer nachdenken. Ich muss jeden Tag erreichbar sein, ich habe keine 100-prozentigen Ferien.

Sie reisen nicht in den Süden?

Nein. Bis Weihnachten bin ich im Tessin, dann bis Neujahr in Sarajevo.

Im Winter soll ja Ihr Vertrag mit YB verlängert werden.

Wir sind auf gutem Weg, ich will in Bern bleiben. Wir haben angefangen, etwas zu bewegen, wir können die Young Boys in eine europäische Liga bringen.


Vladimir Petkovic

Vladimir Petkovic, Jahrgang 1963, ist in Sarajevo geboren und aufgewachsen. Er besuchte das Gymnasium und studierte zwei Jahre lang Jus, bevor er Profifussballer wurde, sich daneben aber auch zum Sozialarbeiter ausbilden liess. 1987 kam er in die Schweiz und spielte bei Chur, Sion, Martigny, Bellinzona und Locarno. Seine Trainerkarriere führte ihn von Bellinzona (97/98) über Agno (99/2004), Lugano (04/05) und Bellinzona (05/08) zu den Young Boys, die er seit August 2008 trainiert. Vladimir Petkovic ist verheiratet und Vater zweier Töchter. Er wohnt in Zollikon und Locarno. (bur)

http://www.derbund.ch/sport/fussball/Wir-koennen-die-Young-Boys-in-eine-europaeische-Liga-bringen/story/12378843

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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) Vladimir Petkovic
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 17. Dezember 2009, 10:06 
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YB verlängert den Trainervertrag mit Vladimir Petkovic bis 30. Juni 2013

Gute Nachricht zu Beginn der Winterpause: Der BSC Young Boys und Trainer Vladimir Petkovic haben sich frühzeitig auf eine Weiterführung der höchst erfolgreichen Zusammenarbeit geeinigt. Petkovic unterschrieb heute Mittwoch einen neuen Vertrag, der ihn bis 30. Juni 2013 an YB bindet.

Vladimir Petkovic, geboren am 15. August 1963, nahm seine Tätigkeit bei YB als Nachfolger von Martin Andermatt am 10. August 2008 auf. Der kroatisch-schweizerische Doppelbürger führte die Young Boys vom Tabellenende auf den zweiten Rang der Meisterschaft 2008/09 und in den Cupfinal 2009. In der laufenden Saison hat sich YB schon vorzeitig den inoffiziellen Wintermeistertitel gesichert.

Vladimir Petkovic‘ Bilanz in seinen YB-Meisterschaftsspielen. 49 Partien, 34 Siege, 8 Unentschieden, 7 Niederlagen. Das ergibt pro Spiel den fantastischen Durchschnitt von 2,245 Punkten.


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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) Vladimir Petkovic
 Beitrag Verfasst: Montag 11. Januar 2010, 15:14 
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Berner Zeitung, 09.01.2010

«Die Berner denken zu oft ans Verlieren»

Dass es Bern an Selbstbewusstsein mangelt, will er 2010 auf dem Fussballfeld ändern. YB-Trainer Vladimir Petkovic lässt sich auf dem Weg zum Erfolg nicht beirren und glaubt an das multikulturelle Zusammenspiel.

Herr Petkovic, werden die Berner Young Boys 2010 Schweizer Fussballmeister?
Vladimir Petkovic: Wir machen alles, um dieses Ziel zu erreichen.

In Bern traut man sich nicht richtig, laut zu sagen, dass man die Nummer 1 sein will.
Ich weiss. Dieses fehlende Selbstvertrauen der Berner ist ein Problem. Wir bewegen bei YB etwas, damit sich das hoffentlich ändert. Wir haben die richtige Mischung von Spielern, es ist eine positive Gruppe mit einer gesunden Winnermentalität.

Haben Sie von Berns angeknackstem Selbstbewusstsein gehört, bevor Sie hierherkamen?
Ich hörte, dass darüber geredet wird. Es wird über viel geredet. Ich höre zu, aber dann muss ich eine Sache selber einschätzen. Das ist das Wichtigste. Warum sollte es nicht möglich sein, in Bern Dinge, die nicht gut laufen, zu verändern? Seit ich bei YB bin, hat sich etwas verändert.

Was ist Ihr Erfolgsgeheimnis?
Man muss im Heute an morgen denken. Man muss sich vorbereiten und das nächste Mal mehr geben. Man darf nie 100 Prozent zufrieden sein.

Sie sind vielleicht ein Coach aller Berner. Kriegen Sie mit, wie die Berner auf Ihre Arbeit reagieren?
Ich bewege mich nicht so viel in der Stadt, aber im Stadion spüre ich eine grosse Euphorie. Das spürte ich schon während meiner Arbeit in Bellinzona. Umso wichtiger ist es für den Trainer, dass er mit den Füssen am Boden bleibt. Von der Euphorie darf man den positiven Einfluss mitnehmen, alles andere muss man von sich fernhalten, sonst setzt man sich unter Druck.

Sie stehen unter grossem Druck. Bern erwartet von YB, dass es endlich einen Titel gewinnt.
Ich sehe das anders. Was haben meine Spieler und ich schon zu verlieren?

Nach der Cupfinal-Niederlage gegen Sion und dem Ausscheiden gegen Lausanne stehen Sie doch unter Druck.
Man kann ein Spiel verlieren, wenn man die falsche Mentalität im Kopf hat.

Kann sich YB im Unterschied zum FC Basel im entscheidenden Moment nicht durchsetzen?
Wir haben die letzten sieben Spiele gegen Basel alle gewonnen. Egal, welcher Gegner zu uns kommt, man spürt, dass sie alle Respekt vor uns haben. Erinnern Sie sich an den FC Basel vor zehn Jahren? Er brauchte Jahre, bis er Erfolg hatte. Dann wurde das Gewinnen für ihn zu einer Gewohnheit, die uns noch fehlt. Die Berner beschäftigen sich zu sehr mit dem Verlieren. Es gehört zu meinem Job, diese negative Einstellung, diesen fehlenden Glauben zu ändern. Es braucht Zeit, bis sich ein neues Bewusstsein entwickelt. Aber die Berner beginnen langsam zu glauben, dass sie stark sein können. Im Fussball, im Eishockey, im Nachtleben, in der Architektur läuft diese Entwicklung. Die Berner sollten stolzer sein und den Kopf aufrichten.

Sind Sie als Fussballtrainer auch eine Art Integrationsmanager, der Leute aus vielen Ländern zusammenschweissen muss?
Ja. Man muss aus Leuten eine gesunde positive Gruppe formen. In einer guten Gruppe läuft die Integration schneller. Ich habe als Sozialarbeiter gelernt, proaktiv zu wirken, zu motivieren. Ich fordere den Dialog, ich spüre, wenn es ein Problem gibt, und spreche es an. Ich sage den Spielern, dass ich nicht helfen kann, wenn sie nicht offen sind. Für den einen oder anderen Spieler ist es am Anfang ein kultureller Schock, hier zu sein. Man muss ihnen die Möglichkeit geben, mit den Gewohnheiten aus ihrer Heimat zu leben, sie müssen aber anpassungsfähig werden.

Gibt es unter den YB-Spielern Muslime?
Ja.

War das Minarettverbot in der Mannschaft ein Thema?
Kaum. Ich glaube auch nicht, dass das Minarettverbot gegen eine Religion zielt. Es ist ja vorerst ein Bauverbot. Natürlich deuten es die Leute dann nach ihren jeweiligen Interessen. Muslime sind nicht alle gleich. Der Islam in Ex-Jugoslawien ist anders als in Afrika.

Wie haben Sie über das Minarettverbot abgestimmt?
Das sage ich nicht. Aber als Sportler bin ich für Toleranz. Ich bin Schweizer und bosnischer Kroate aus Sarajevo. 100 Meter neben dem Haus meiner Eltern steht eine Moschee. In Sarajevo bin ich mit den vier Religionen der Muslime, Juden, Katholiken und Juden aufgewachsen.

Als die U17-Nationalmannschaft Weltmeister wurde, hat man diese multikulturelle Truppe in der Schweiz gefeiert. Im Minarettverbot äussert sich nun eine Skepsis gegen das Fremde. Verstehen Sie das?
Die U17-Spieler sind hier geboren, also sind sie Schweizer. Und für mich ist es positiv, dass sie unterschiedliche Wurzeln haben. Verschiedenheit ist zentral im Fussball, das macht ihn reicher. Aber das gilt auch für das allgemeine Leben. Im offenen Europa von heute muss man sehr flexibel sein.

Was bedeutet das Minarettverbot für Ihre künftige Arbeit?
Nichts. Ich sehe nicht, dass sich etwas grundlegend verändert hat. Man muss ja weiterleben. Die Moscheen bleiben, sie haben einfach kein Minarett.

Fürchten Sie um die Multikulturalität in der Schweiz?
Nein. Sie kann nur gut sein. Verschiedenheit stärkt eine Gruppe. Nicht nur die Verschiedenheit der Länder und Kulturen. Alle Menschen sind unterschiedlich und können nicht auf ihre nationale Zugehörigkeit reduziert werden.

http://www.bernerzeitung.ch/region/bern/Die-Berner-denken-zu-oft-ans-Verlieren/story/23554224

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