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 Betreff des Beitrags: Alain Rochat
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 12. August 2010, 16:05 
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Registriert: Freitag 21. Mai 2004, 10:37
Beiträge: 3822
Wohnort: Bern
Alain Rochet wechselt im Januar nach Vancouver

http://www.transfermarkt.ch/de/alain-rochat-wechselt-im-januar-nach-vancouver-/news/anzeigen_44200.html#



Statistiken:

http://www.transfermarkt.ch/de/alain-rochat/profil/spieler_4843.html

http://www.football-lineups.com/footballer/9027

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 Betreff des Beitrags: Re: Alain Rochat
 Beitrag Verfasst: Sonntag 31. Oktober 2010, 00:29 
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08
Beiträge: 29376
NZZ, 28.10.2010

Alain Rochat – der Versöhnte

Am 12. Dezember verabschiedet sich der 27-Jährige vom FC Zürich

Sein Weg schien vorgezeichnet. Alain Rochat durchlief die Nachwuchsteams des SFV und war Captain der U-21-Auswahl. Er spielte als Teenager mit Yverdon in der Super League und im Cup-Final. Er debütierte als 22-Jähriger im Nationalteam (2005) und wechselte kurz darauf von YB ins Ausland.

bsn. Doch in Frankreich bog er in die Sackgasse ein. In Rennes blieb Rochat der Durchbruch verwehrt. Schon nach einem Jahr zog der Verteidiger 2006 in die Schweiz zurück, zum FC Zürich. Mit dem FCZ und den welschen Trainern Lucien Favre und Bernard Challandes feierte der Romand die grössten Erfolge: zwei Meistertitel (2007, 2009), Champions-League-Teilnahme (2009).

Und nun führt der Weg nach Kanada. Kanada? Ja, Kanada. So sieht jemand aus, der übers ganze Gesicht strahlt. «Ich freue mich sehr, sehr fest», sagt Rochat. Der Spitzenkampf gegen Luzern am Mittwoch ist ein Teil von Rochats Goodbye-Tour. Am 12. Dezember verabschiedet sich der 27-Jährige vom FCZ und Ende Januar 2011 aus der Schweiz, um sich den Vancouver Whitecaps anzuschliessen.

Die Weissmützen aus Kanadas Westen spielen ab nächstem März in der nordamerikanischen Major League Soccer (MLS), in der Absicht, in der von US-Teams geprägten Liga Aufsehen zu erregen. Rochat schätzt, die MLS-Equipe aus Vancouver könnte in der Schweiz um die Ränge 5 und 6 spielen. Auch Urs Fischer, der FCZ-Trainer, warnt vor Geringschätzung der MLS und sagt unmissverständlich: «Das wird kein Zuckerschlecken für Rochat.»

Rochat träumt gar nicht vom süssen Leben, er sucht Abwechslung. Inzwischen kenne er in jeder Super-League-Mannschaft «mehrere Spieler, gegen alle treten wir viermal pro Jahr an». In Vancouver wird alles neu sein. Näher bekannt ist ihm erst Davide Chiumiento, der seit September für die Whitecaps spielt. Und ins Schwärmen gerät Rochat ob Martin Nash, dem Captain. Er ist der Bruder des Basketballstars Steve Nash, eines Mitbesitzers der Whitecaps.

Der Schweizer Chiumiento, der Kanadier Nash: Alle sind sie Landsleute von Rochat, der in der Nähe von Montreal zur Welt kam und den kanadischen Pass besitzt. Seine Schweizer Eltern arbeiteten als Farmer, nachdem bereits die Grosseltern väterlicherseits nach Kanada ausgewandert waren. Als Alain zwei Jahre alt war, zog die Familie in die Schweiz, wo er in Grandson, in der Nähe von Yverdon, aufwuchs – und den Weg zu gehen begann, der vorgezeichnet schien.

«Er war mein Spieler, ich wollte ihn einfach», sagt Fredy Bickel. Er entdeckte Rochat vor rund zehn Jahren, als der heutige FCZ-Sportchef bei YB arbeitete. Der Spieler müsse rund 17 Jahre alt gewesen sein, als sie am Bahnhof Yverdon erstmals Verhandlungen geführt hätten, sagt Bickel. Rochat kam in Begleitung einer jüngeren Frau, eines Mädchens fast noch.

«Das sei seine Freundin, sagte mir Rochat, und heute ist sie seine Frau», erzählt Bickel. «Wissen Sie, das ist eben auch Rochat.» Er meint die treue Seele, die nicht zu Eskapaden neigt. Rochat sei «ehrlich, aufrichtig, dem musst du nichts beibringen». Die zweite Begegnung fand in Rochats Elternhaus statt. Man sass am grossen Holztisch, die Rochats servierten Weisswein, Spezialitäten-Plättli. Es tönt, als rede Bickel über einen alten Freund.

Für den FCZ-Sportchef gehört Rochat spielerisch zu den besten Verteidigern der Super League. Dennoch ging er nicht den Weg, der vorgezeichnet schien: mehrere Dutzend Länderspiele, viele Jahre im Ausland. Bickel sagt, vielleicht habe Rochat 2005 die Schweiz zu früh verlassen – und möglicherweise sei er zu leise, zu wenig aggressiv, auf und neben dem Feld. Rochat träumte davon, an der WM 2010 teilzunehmen, doch er machte niemals laut und medial auf sich aufmerksam. Die Anerkennung, mehr als nur das eine Länderspiel 2005 gegen die Färöer absolviert zu haben, hätte Rochat gut getan, sagt Bickel.

Und Rochat? Er verliert kein böses Wort. «Mit einem anderen Charakter hätte ich vielleicht andere Möglichkeiten gehabt», sagt er, «doch ich bin, wie ich bin. Fussball ist hart. Aber ich schwor mir am Anfang der Karriere, dass ich wegen des Fussballs sicher nicht meine Prinzipien verliere.» Und so geht Rochat versöhnt seinen Weg. Vielleicht nicht den Weg, der ihm vorgezeichnet schien. Aber einen Weg, der ihm gefällt.

http://www.nzz.ch/nachrichten/sport/aktuell/der_versoehnte_1.8162054.html

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 Betreff des Beitrags: Re: Alain Rochat
 Beitrag Verfasst: Samstag 4. Dezember 2010, 13:59 
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08
Beiträge: 29376
Tagesanzeiger, 04.12.2010

Rochats leiser Abgang ins Abenteuer

Vor dem Wechsel nach Vancouver spielt der FCZ-Verteidiger morgen gegen Thun letztmals im Letzigrund.

Keiner beim FC Zürich kennt Alain Rochat besser als Fredy Bickel, keinem fällt der Abschied vom zuverlässigen Verteidiger schwerer. In einer Woche in Emmenbrücke gegen Luzern streift sich der bald 28-jährige Waadtländer zum letzten Mal das FCZ-Trikot mit der Nummer 19 über, vom Zürcher Publikum verabschiedet er sich bereits morgen beim letzten Heimspiel vor der Winterpause gegen Thun. Präsident Ancillo Canepa wird ihm einen Blumenstrauss überreichen, und Sportchef Bickel am Spielfeldrand vielleicht eine Träne verdrücken.

Rochat gehört zu den Lieblingsspielern von Bickel. Nicht vorab wegen dessen Leistungen auf dem Platz, sondern wegen seiner Rolle und Stellung in der Mannschaft. Der Sportchef sagt, Rochat sei ein Fussballer, der jedem Team gut tue; er sei ein positiver Mensch, optimistisch, meistens gut gelaunt, aber nie laut, dafür zuverlässig, bescheiden und vor allem sozialkompetent. Genau diese Eigenschaften aber, so denkt Bickel, hätten eine grössere Karriere verhindert. Rochat sei nicht der Typ Spieler, der Forderungen stelle oder auch nur Rechte einfordere, er sei keiner, der sich im rauen Profisport auf Kosten eines Mitspielers profilieren wolle. «Ihm fehlen die Ellenbogen, er ist vielleicht zu anständig für dieses Business.»

Mit Bickel im Wartsaal

Die grosse Laufbahn blieb Rochat in der Tat verwehrt trotz bester Voraussetzungen. Für einen Verteidiger ist er technisch begabt, er ist zudem schnell im Antritt und stark im Kopfballspiel sowie im Zweikampf. Bereits mit 17 Jahren debütierte er unter Trainer Lucien Favre bei Yverdon in der Nationalliga A. Bald riefen die Young Boys, deren Sportchef damals Fredy Bickel war. Mit Vergnügen erinnert sich der Zürcher an sein erstes Treffen mit Rochat. Es fand im Wartsaal des Bahnhofs Yverdon statt, Rochat hatte ein junges Mädchen an seiner Seite, seine Freundin. Der junge Fussballer, damals noch in der Lehre zum Elektriker, nahm das Angebot des YB-Sportchefs zur Kenntnis und verabschiedete sich schnell. Er wollte sich alles überlegen und mit den Eltern und der Freundin besprechen. Ein paar Tage später sass Bickel in Rochats Elternhaus am grossen Küchentisch und besiegelte bei einem Glas Weissen und einem Plättli mit Waadtländer Spezialitäten den Dreijahresvertrag mit dem Spieler.

Das Mädchen vom Bahnhof

Bickel lächelt. «So ist Rochat: bodenständig, unkompliziert, treu, einfach wohltuend normal.» Der Spieler bestand darauf, die Lehre als Elektriker in Yverdon abzuschliessen und täglich nach Bern zu pendeln. Das Mädchen vom Bahnhof, Emilie, ist seine Frau geworden, sie haben eine vierjährige Tochter und einen zweijährigen Sohn. Und typisch für Rochat ist, dass er selber mit seiner Karriere zufrieden ist. Er spielte 41-mal für die Schweizer U-21, was einsamer Rekord ist. In der «grossen» Nationalmannschaft kam er unter Köbi Kuhn nur zu einer Partie, 2005 auf den Färöern. Seine Augen leuchten, wenn er auf den FCZ zu sprechen kommt. Die Titel 2007 und 2009, die Teilnahme an der Champions League fasst er mit einem Wort zusammen: «Phänomenal.»

Nun geht nach viereinhalb Jahren seine «schönste Zeit im Fussball» beim FCZ zu Ende. Er hat seinen Abgang selbst gewählt, der Klub hat ihm trotz Vertrag bis Sommer 2011 keine Steine in den Weg gelegt. Trainer Urs Fischer sagt: «Reisende soll man nicht aufhalten.» Der FCZ gibt sich mit einer relativ bescheidenen Ablösesumme von rund 300 000 Franken zufrieden.

Rochats neue Herausforderung sind die Vancouver Whitecaps und die nordamerikanische Meisterschaft Major League Soccer (MLS). Er ist zwar in Montreal geboren und hat einen kanadischen Pass, Vancouver aber kennt er nicht. Von den Spielen der MLS, an der die Whitecaps ab März als Neuling teilnehmen, hat er hin und wieder Ausschnitte am TV gesehen. Er denkt, das Niveau sei mit jenem in der Super League vergleichbar. Aber das ist für ihn gar nicht gross von Bedeutung. Wichtiger sind ihm die neuen Erfahrungen, die er mit seiner Familie im fernen Vancouver machen kann, die Begegnung mit einer anderen Kultur, das Erlernen einer neuen Sprache. Kurz: das Abenteuer.

Eines seiner Prinzipien hat Rochat während der ganzen Karriere hochgehalten, nämlich unabhängig zu bleiben und der inneren Stimme zu vertrauen. Sie verrät ihm, dass die Zeit für einen Wechsel gekommen ist. Zum Abschied sagt einer der Leisen der Branche mit fester Stimme und fast schon philosophisch: «Das Leben ist schön, aber kurz. Und es besteht nicht nur aus Fussball.»

Ein letzter Blick zurück: Alain Rochat im Zürcher Schnee.Foto: Reto Oeschger

Major League Soccer Limitierte Löhne

Die Saison in der nordamerikanischen Liga startet im März mit 16 Teams aus den USA und 2 aus Kanada. Die Kader dürfen nicht mehr als 20 Profis umfassen, ein Gesamtlimit für die Spielergehälter, der Salary Cap, darf nicht überschritten werden. Zurzeit liegt der Cap bei 2,5 Millionen Dollar pro Team im Jahr.Um Stars aus Europa zu einem Wechsel in die MLS zu bewegen, ist den Klubs seit drei Jahren erlaubt, bis zu drei Spieler unter Vertrag zu nehmen, deren Bezüge über der Gehaltsobergrenze liegen. Dadurch wurde der spektakulärste Transfer möglich: David Beckham schloss 2007 einen Fünfjahresvertrag mit Los Angeles Galaxy ab, der ihm pro Saison 6,5 Mio. einbringt. Mit 0,4 Mio. Dollar liegt auch Blaise Nkufo bei den Seattle Sounders über der Gehaltsobergrenze. Mit bescheideneren Salären müssen sich Rochat, sein Teamkollege Davide Chiumiento sowie Carlos Varela bei D.C. United zufrieden geben.(pb.)

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