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 Betreff des Beitrags: Re: Fredy Bickel - Sportchef
 Beitrag Verfasst: Freitag 7. August 2015, 18:59 
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Bickel: «Habe es zu lange auf die leichte Schulter genommen»

Einen Tag nach der Entlassung von Trainer Uli Forte hat sich YB-Sportchef Fredy Bickel noch einmal zum Thema geäussert. Der 50-Jährige gestand dabei auch Fehler von seiner Seite ein.

An einem Medientermin nahm Fredy Bickel noch einmal Stellung zur Entlassung von Trainer Uli Forte. Der YB-Sportchef gab Auskunft über...

...seine eigenen Fehler: «Ich muss es auf meine Kappe nehmen, dass ich es nicht früher realisiert habe und nicht reagieren konnte. Ich merkte gegen Ende der letzten Saison, dass es nicht mehr richtig stimmt. Aber mit der Sommerpause vor Augen kam auch die Hoffnung auf, dass wir es in dieser Zeit wieder gerade biegen können. Ich habe es auf die leichte Schulter genommen, das war ein Fehler.»

...die Differenzen mit dem Trainer: «Es lag nicht nur an den Resultaten der letzten Spiele. Wir hatten auch nie Krach oder lautstarke Auseinandersetzungen. Aber vielleicht hätte es genau das einmal gebraucht. Es war ein schleichender Prozess. Ich merkte schon länger, dass der Trainer und die Klubführung nicht mehr die gleichen Vorstellungen vertraten.»

...die Anforderungen an den neuen Trainer: «Wir sind noch dabei, das genaue Profil fertigzustellen. Aber er muss den vom Klub eingeschlagenen Weg weitergehen und den Nachwuchs fördern, weiterbringen und auch einsetzen. Er muss den Mut beweisen, auch einmal einen Jungen einzuwechseln. Und es ist wichtig, dass er den Schweizer Fussball und die Nationalmannschaft der verschiedenen U-Kategorien kennt.»


http://www.srf.ch/sport/fussball/super- ... r-genommen

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 Betreff des Beitrags: Re: Fredy Bickel - Sportchef
 Beitrag Verfasst: Freitag 7. August 2015, 19:12 
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YB-Sportchef Bickel

«Am Grill zu posieren, war nicht so schlau»

YB-Sportchef Fredy Bickel über die Grill-Fotos seiner Spieler und weshalb es keinen Handschlag mit Uli Forte gab.

Wenige Stunden nach der Entlassung ihres Trainers stellen einige YB-Spieler Selfies von einem Grillfest ins Netz.

Das sorgt bei Sportchef Fredy Bickel für Unmut: «Das war nicht so schlau. Ich habe am Freitagvormittag mit den Spielern darüber gesprochen. Es ist aber nicht so, dass sie mit diesen Fotos ihrer Freude über Uli Fortes Entlassung Ausdruck geben wollten.»

Forte selber verabschiedete sich heute Morgen von Spielern und Staff. Pikant: Zum Handschlag mit Sportchef Fredy Bickel kam es nicht. Bickel: «Wir hatten uns für heute Vormittag verabredet. Aber offenbar hat sich der Zeitplan verändert.» Will heissen: Forte erschien nicht zum vereinbarten Termin.

Heute erläuterte Sportchef Bickel noch einmal die Gründe, die zur Trennung geführt haben. Er sprach von einem «schleichenden Prozess des Auseinanderlebens» und davon, dass «die unterschiedlichen Auffassungen intern öfters ein Thema gewesen» seien. Einen Teil der Schuld nehme er auf sich.

Bickel: «Ich merkte schon in der letzten Rückrunde, dass die Ansichten zwischen Trainer, Spielern und Staff auseinandergingen. Ich habe dies auf die leichte Schulter genommen und gedacht, dass wir schon wieder in die Bahn finden würden. Doch die Gräben haben sich auch in der neuen Saison wieder aufgetan.»

Zum neuen Trainer sagt Bickel: «Wir haben ein Anforderungprofil erstellt. Er muss den Schweizer Fussball kennen und bereit sein, mit jungen Spielern zu arbeiten.»

Interimscoach Harald Gämperle sagt: «Es wir einige Veränderungen geben. In der Aufstellung und in der Taktik. Am Sonntag gegen Thun wollen wir den ersten Dreier holen.»


http://www.blick.ch/sport/fussball/supe ... 51691.html

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 Betreff des Beitrags: Re: Fredy Bickel - Sportchef
 Beitrag Verfasst: Samstag 8. August 2015, 11:20 
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YB-Schlüsselfigur Fredy Bickel polarisiert

Für die einen ist Fredy Bickel der beste Sportchef der Schweiz, für andere ein Geldvernichter. Der 50-Jährige profitiert vom fragilen Vereinskonstrukt, wird kaum kontrolliert und hat sich eine gefährliche Machtfülle erarbeitet.

Geht es um YB, regieren die Gefühle. Die Diskussionen werden hochemotional geführt, es gibt 1000 Meinungen, der Strauss an Standpunkten ist kunterbunt. Und läuft es dem Verein nicht gut (was vorkommen soll), entpuppen sich viele als ausgesprochen scharfe Kritiker. Es ist schick, über YB vom Leder zu treten.

Besonders umstritten in den Foren und Leserkommentaren, an den Stammtischen und Bierständen ist Fredy Bickel. Für die einen ist der Sportchef ein Heilsbringer, für andere ein Scharlatan. Mit dem «Blick» steht Bickel seit langem auf Kriegsfuss, die Fehde landete vor Gericht, die Kampagne der Boulevardzeitung war und ist heftig. Bickel lässt sich nicht beirren, er geht seinen Weg. Meistens spricht er leise, manchmal wirkt er fast zart. Die meisten wären ob des Drucks zerbrochen. Bickel ist hart. Und sensibel.

Bickel ist eine kontroverse Figur. In jeder Beziehung.

Manipulativ und herzlich

Mit dem YB-Schreibenden der Berner Zeitung sprach Bickel nach dessen erster Amtszeit in Bern jahrelang nicht, die Artikel über das Gebaren des Sportchefs bei den Young Boys vor über 10 Jahren sorgten für Funkstille. Der «Blick» wärmte die Vorwürfe bezüglich Amtsmissbrauch, Urkundenfälschung und ungeklärter Geldflüsse immer wieder auf.

Also: Fredy Bickel hat Fehler gemacht, nicht nur harmlose, er gab und gibt gerne viel Geld aus als Sportchef. Jene, die es böse mit ihm meinen, nennen ihn manipulativ, intrigant, hinterlistig. Jene, die ihn mögen, sagen, er sei liebenswürdig, smart, herzlich. Mal wird er als Geldvernichter verschrien, mal als «bester Sportchef der Schweiz» gepriesen, wie kürzlich von YB-Besitzer Andy Rihs in der «SonntagsZeitung».

Messias und Mischler

Bickel kann den Leuten den Schmus bringen, wie man sagt. Menschenfreund? Menschenfänger? Vielleicht beides. Er ist ein Vollprofi, immer beim Team und beim Training, bei jedem Test und jeder Hotelübernachtung dabei, er ist stets erreichbar, nimmt sich Zeit für Angestellte, Berater, Journalisten. Er ist ehrlich, authentisch, freundlich, hört man vom Engelchen, während das Teufelchen auf der anderen Schulter ruft, Bickel lüge, verführe, hintertreibe.

Der «Fall Dzemaili» war so ein Beispiel vor wenigen Wochen. Der «Blick» schrieb, Bickel habe Blerim Dzemaili einen Zehnjahresvertrag bei YB angeboten, 5 Saisons als Spieler, 5 Jahre in noch zu definierender Funktion im Anschluss an die Karriere. Der Aufschrei nicht nur bei YB war riesig, Bickel dementierte, Dzemaili twitterte, das stimme nicht – und doch heisst es weiter hartnäckig, Bickel habe Dzemaili dieses Versprechen gegeben.

Dabei wäre es gar nicht so dumm, Dzemaili auf diese Weise nach Bern zu locken. Es wäre halt bloss abenteuerlich. Bickel ist ein Meister der vielen kleinen Deals, exzellent vernetzt, und er ist, auch wenn es andere Voten geben mag, ein ausgezeichneter Kaderbauer, vorbereitet auf Abgänge. Diese Qualität stellte er beim FC Zürich unter Beweis, als er mit Trainer Lucien Favre (Nörgler sagen: dank Lucien Favre) eine Meistermannschaft aufbaute, die drei Titel gewann. Und bei YB ist er seit zweieinhalb Jahren mit Kompetenz dabei, ein Team zu formen, das endlich einen Pokal holen kann.

Der schöne Dreijahresplan

Bickel ist ein Schnelldenker, oft einen Schritt voraus. Unbestritten ist, dass er YB nach schweren Zeiten in ruhigere Gewässer geführt hat. In der «Phase 3» wurden teure Spieler dank den Rihs-Millionen konzeptlos engagiert, unter Bickel machen die Transfers dank den Rihs-Millionen oft Sinn. Es ist ihm einzig noch nicht gelungen, einen stilprägenden zentralen Mittelfeldspieler, wie es Dzemaili ist, als Veredelung des Kaders zu engagieren.

Der Zürcher hat auch im Nachwuchsbetrieb vieles in die Wege geleitet, er arbeitet hart und ist in seinem schönen Dreijahresplan auf Kurs, 2016 soll ein Titel folgen. 2013/2014 gelang der Sprung von Rang 7 auf 3, letzte Saison der Aufstieg auf Position 2 – und vor dieser Spielzeit setzte auch diese Zeitung das prächtig besetzte YB in der Prognose auf Rang 1.

Die Jünger des Sportchefs

Im Kader der Young Boys hat es Talente wie Yvon Mvogo, Florent Hadergjonaj, Renato Steffen oder Grégory Wüthrich, die einmal teuer verkauft werden können. Und selbst die sechs Millionen Franken, die für Loris Benito und Miralem Sulejmani ausgegeben wurden, sind keineswegs verloren – selbst wenn die beiden als Reservisten von Benfica Lissabon und mit erheblicher Verletzungsgeschichte geholt wurden und nicht fit sind. Im überhitzten Tagesgeschäft Fussball wird schnell ein Urteil gefällt, der Stammtisch kennt keine Geduld.

Am meisten diskutiert wird die Machtfülle, die sich Bickel bei YB aufgebaut hat. Befürworter finden, es sei das gute Recht, habe der 50-Jährige zahlreiche langjährige Wegbegleiter in wichtigen Funktionen angestellt. Kritiker monieren, das sei gefährlich. Assistent Harald Gämperle, Konditionstrainer Martin Fryand, Torhütercoach Paolo Collaviti, Nachwuchschef Ernst Graf, die Nachwuchscoaches Erich Hänzi, Joël Magnin und André Niederhäuser sowie Scoutingchef Stéphane Chapuisat beispielsweise kennt Bickel wie mehrere Fussballer seit Jahren. Die Vertragsverlängerung mit Alain Rochat, schon früher bei YB und dem FCZ unter dem Sportchef, verstanden viele nicht. Aber ist es nicht normal, stellt ein Sportchef Leute ein, denen er vertraut?

Das kann zu Betriebsblindheit führen. Keiner widerspricht, der mächtige Bickel ist schier allmächtig. Läuft es, wird all das nicht gross thematisiert. Menschen, die Bickel näher kennen, schwärmen von dessen menschlicher Art, er sei bodenständig, leutselig, interessant, trinke gerne guten Wein und möge (nicht für alle gute) Musik. Für einen wie Uli Forte aber, den vorgestern entlassenen Trainer, war es schwierig im Bickel-Clan. Assistent Gämperle war vor Forte engagiert worden, das ist ein ungewöhnlicher Vorgang.

Manche sagen, Bickel habe von Anfang an geplant, Gämperle als Cheftrainer zu installieren, sobald dieser die Uefa-Pro-Lizenz habe. Der Sportchef bevorzugt eine Schweizer Lösung, bei einem ihm unbekannten Trainer wäre sein Einfluss geringer. Murat Yakin wäre eine logische Wahl als nächster YB-Trainer.

Wer kontrolliert Bickel?

Noch heikler ist das fragile Konstrukt im Stade de Suisse. Wer kontrolliert eigentlich Bickel? Es hat keine dominante Figur an seiner Seite. CEO Alain Kappeler hat genug Baustellen im Stadion, um die er sich kümmern muss. Kaum einer weiss, wer gemäss Organigramm Vorgesetzter Bickels ist – als Delegierter des Verwaltungsrats wäre das Hanspeter Kienberger. Dieser mischt sich intern nicht ein und öffentlich schon gar nicht. Werner Müller ist nur Präsident der Betriebs-AG, die anderen Verwaltungsräte sind zu weit weg vom Tagesgeschäft. Rivale Basel ist professioneller organisiert, mit Präsident Bernhard Heusler und Sportdirektor Georg Heitz als Protagonisten.

Fredy Bickel ist umgeben von Ja-Sagern. Auch das muss kein Problem sein – wenn die Ergebnisse stimmen. Bickel hat (in seiner zweiten YB-Amtszeit) mehr Gutes als Schlechtes gemacht. Und vermutlich würde man über all das Widersprüchliche heute gar nicht reden und schreiben, wenn Bickel im Frühling auf sein Gefühl gehört hätte. Da war er längst nicht mehr von Forte überzeugt, aber er tut sich schwer mit Trainerentlassungen. Da zeigt sich seine weiche Seite. Dabei hätte er längst Urs Fischer, bei Zürich ebenfalls ein Mitstreiter Bickels, als bestmöglichen YB-Coach auserkoren gehabt. Der bei Thun erfolgreiche Fischer ging zu Basel.

Bickel gab Forte noch eine Chance und der Verein selbstbewusste Ziele heraus, man sprach dank des starken Kaders von Titelgewinnen – obwohl es schwere Vorbehalte gegen den Trainer gab.

Angenehmes Arbeitsklima

Nun muss die Trainerwahl Bickels passen. Aber es ist nicht sein Problem, wie YB aufgestellt ist. Er hat die Situation nur blitzschnell analysiert und ausgenutzt. Und viele Angestellte schwärmen vom angenehmen Arbeitsklima, Kritiker nennen das Wohlfühloase.

Bickels Plan kann immer noch aufgehen. Seine Arbeit wird am Erfolg gemessen.


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/30383648

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 Betreff des Beitrags: Re: Fredy Bickel - Sportchef
 Beitrag Verfasst: Sonntag 9. August 2015, 11:30 
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Die Fehler-Liste des Sportchefs

Wie sicher sitzt YB-Bickel noch im Sattel?

Auch YB-Sportchef Fredy Bickel trägt Schuld an der Entlassung und dem Scheitern von Trainer Uli Forte. Mittlerweile ist ihm bei YB der eine oder andere Fehler unterlaufen. Es wird auch über ihn diskutiert.

Als Fredy Bickel (50) im Jahr 2013 YB-Sportchef wurde, träumte er von einem Titel. Die «NZZ» fragte ihn: «Wenn YB bis 2016 keinen Titel gewonnen hat: Haben Sie dann schlecht gearbeitet?» Bickel antwortete mit «Ja».

Nun ist YB katastrophal gestartet. Sang- und klanglos in der Champions-League-Quali gescheitert, in der Meisterschaft noch nie gewonnen, Trainer Uli Forte entlassen.

Welche Schuld trifft Bickel? Die SonntagsBlick-Analyse.

1. Der Trainer. Der Sportchef hat zu lange an Forte festgehalten. Im letzten Herbst stand der Coach ein Spiel vor dem Out, schaffte den Turn­around, nicht aber das Abschütteln des Misstrauens, mit dem er fortan beäugt wurde. Im Frühling, als Forte seinen Vertrag vorzeitig verlängern wollte, vertröstete ihn Bickel auf die neue Saison, auf die Zeit nach der Europa-League-Quali.

Dabei hatte er innerlich mit Forte wohl schon abgeschlossen. Spätestens Ende Saison hätte Schluss sein müssen. Das Resultat ist nun dieser Fehlstart. Denn die Spieler wussten genau um diese Tendenzen.

2. Die letzten Transfers. Miralem Sulejmani und Loris Benito waren Transfers zum falschen Zeitpunkt. Kann gut sein, dass YB noch sehr viel Freude an den Beiden haben wird. Aber wegen der überragenden Wichtigkeit des Saisonstarts können zwei Spieler, die ein Jahr lang kaum je gespielt haben, nicht sofort helfen. Und sie kosteten zusammen gut sechs Millionen Franken. Es waren weitere Bickel-Millionentransfers nach Von Bergen, Vilotic, Gerndt und Hoarau.

Bei Benito fragt man sich ohnehin, weshalb es ihn so dringend brauchte. Mit Jan Lecjaks hat Bickel im Februar um vier Jahre verlängert, obwohl kurz zuvor beide Parteien sich nach anderen Klubs um­geschaut hatten, weil man nicht zufrieden war. Man fand sich wieder, was ja okay ist, und schloss einen neuen Vertrag. Weshalb also einen Spieler auf derselben Position holen wie der ehemalige tschechische U21-Internationale?

3. Der verpasste Regisseur. Statt diesen Spielern hätte Bickel auf diese Saison hin zwingend und in erster Priorität einen Topmann für die Position hinter der Spitze holen müssen. Alexander Gerndt und Yuya Kubo genügen nicht für die hohen YB-Ansprüche. Jetzt, da Gerndt langzeitverletzt ist, fehlt dieser Mann umso schmerz­licher.

Dass das «unmoralische» Angebot an Blerim Dzemaili an die Öffentlichkeit kam – fünf Jahre als Spieler und fünf in einer noch zu definierenden Position –, ist sicher ein bisschen Pech. Aber hat Bickel das seinen Chefs auch so im Detail kommuniziert? Es scheint fraglich.

Und zu guter Letzt: Solch einen Hofstaat um sich zu scharen, wie es Bickel getan hat, mit weit über zehn Leuten, die er aus FCZ-Zeiten kennt, wirkt befremdlich. Mittlerweile auch für die Berner, alte Sympathie für Bickel hin oder her. Und es befruchtet nicht in der Meinungsbildung, sind doch Kumpel tendenziell eher Abnicker als kritische Geister.

Fazit: Die guten alten Zeiten waren auch nicht immer gut. Erinnerungen daran wirken dennoch verklärt. Das ist auch im Fall von Bickel und dessen erster YB-Zeit so. Doch irgendwann holt einen die Realität ein. Das ist bei Bickels zweiter YB-Zeit spätestens mit Fortes Entlassung geschehen. Und die Realität hat derzeit eine ziemlich hässliche Fratze für YB bereit.


http://www.blick.ch/sport/fussball/supe ... 54099.html

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 Betreff des Beitrags: Re: Fredy Bickel - Sportchef
 Beitrag Verfasst: Freitag 14. August 2015, 10:09 
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Fredy Bickel: «Es wird nur noch auf den Mann gespielt»

Sportchef Fredy Bickel spricht über die YB-Krise und die Trainersuche, über den «Blick», die Rihs-Brüder und Blerim Dzemaili.

Haben wir uns alle getäuscht?
Fredy Bickel: Weshalb?

Vor der Saison war die Euphorie im Verein riesig, viele Zeitungen setzten YB auf Rang 1 in der Prognose. Jetzt steckt YB in der Krise.
Ich bin immer noch überzeugt von unserem Team und davon, dass wir eine gute Saison spielen werden. Logischerweise bin ich unzufrieden, aber im Fussball ist nicht immer alles planbar.

YB wirkt sogar recht planlos, die Leistung am Mittwoch gegen Lugano beim 0:1 war mies.
Wir waren nicht gut, hatten aber einige Chancen, verhielten uns jedoch offensiv und defensiv ungeschickt. Das ist ein Prozess, gerade mit den vielen jungen Spielern.

Dennoch: YB ist im Tief. Was sind für Sie die Hauptprobleme?
Die Spieler sind nach dem Fehlstart verunsichert, es herrscht grosse Unruhe, die zum Teil von aussen reingetragen wird...

...die bösen Medien spielen aber nicht auf dem Rasen...
...das ist richtig, dennoch bekommen die Spieler mit, was geschrieben und gesagt wird. Nicht alle sind bereits so weit, das einfach verdrängen zu können. Wir hatten auch Verletzungspech, das soll keine Ausrede sein, weil wir genau deshalb ein breites Kader haben. Aber es traf uns sehr hart mit Hoarau, Gerndt, Steffen, Sanogo und Benito. Und: Wir vergeben deutlich zu viele Chancen.

Gegen Lugano gab es kaum ein Aufbäumen, der Fitnesszustand der Spieler wird kritisiert.
Das ist absurd. Unsere Spieler sind fit, das kann man im modernen Fussball ja anhand von unzähligen Werten gut überprüfen. Gegen Lugano zuletzt hat jeder Spieler, der 90 Minuten auf dem Feld war, zwischen 10 und 13 Kilometern zurückgelegt.

Auch Sie reden die Krise schön.
Ach was. Wir reden intern offen und ehrlich miteinander und sprechen alles an. Aber was bringt es, wenn ich in diesem Interview auf die Mannschaft einprügle? Wir wissen ganz genau, dass wir einen schlechten Saisonstart hatten. Aber es geht weiter, sofort, das kann auch eine Chance sein.

Ihnen wird vorgeworfen, dass Sie im Sommer schlechte Transfers gemacht haben...
...das klang vor dem Saisonstart noch komplett anders. Sehen Sie das auch so?

Es ist zu früh, um das zu beurteilen. Fakt ist: Miralem Sulejmani und Loris Benito, die über sechs Millionen Franken Ablösesumme kosteten, überzeugten nicht.
Zahlen kommentieren wir nicht. Richtig ist: Beide waren verletzt, beide hatten einen Platzverweis, beide spielten letzte Saison wenig. Uns war klar, dass sie Zeit benötigen würden. Leider fielen andere Stammspieler aus, wir mussten Umstellungen machen, für die beiden war es nicht einfach. In der aktuellen Lage ist es für neue Spieler besonders schwierig, Akzente zu setzen. Sulejmani und Benito werden noch sehr wertvoll.

Und warum sollte plötzlich alles besser werden für YB?
Weil wir ein gutes Kader haben und diese Spieler bewiesen haben, dass sie stärker sind. Wir müssen uns Schritt für Schritt verbessern. Und wenn die verletzten Spieler zurückkehren, verfügen wir über grosses Potenzial.

Interimstrainer Harald Gämperle hat gegen Lugano keine Bewerbung in eigener Sache abgegeben. Der YB-Auftritt war wirr...
...darum geht es doch nicht. Meine Aufgabe ist es, den für YB aktuell bestmöglichen Trainer zu finden. Das geht ganz bestimmt nicht von heute auf morgen.

Hat Gämperle weiterhin Chancen, Chef zu bleiben?
Wenn er die nächsten Spiele gewinnt, ist er automatisch ein Kandidat. Aber es ist nicht so, dass wir ihn unbedingt durchbringen wollen. Ich wäre sehr froh, wenn wir gut in die Saison gestartet wären und nicht den Trainer hätten freistellen müssen. Jetzt lassen wir uns die nötige Zeit, ich bin ständig am Telefon, spreche mit Beratern, mache mir ein Bild.

Man hört, Sie möchten bis Anfang September und zur Länderspielpause einen Trainer haben.
Bejahe ich das, stehe ich nur noch stärker unter Zeitdruck. Wir lassen uns nicht von aussen steuern.

Sie möchten einen Fussballlehrer verpflichten. Murat Yakin wird gehandelt, soll aber bei YB gar nicht hoch im Kurs stehen.
Ich halte Yakin für einen sehr guten Trainer. Aber ich nehme keine Stellung zu einzelnen Namen.

Yakin würde einen eigenen Trainerstab installieren wollen. Ist es überhaupt vorstellbar, dass der neue Coach eigene Leute mitbringt? Der YB-Trainerstab arbeitet seit Jahren in Bern und wird teilweise auch kritisiert.
Das wird man sehen. Grundsätzlich sind wir offen für vieles.

Es heisst, YB tendiere auf eine Lösung aus Deutschland...
...was es nicht alles heisst. Noch einmal: Wasserstandsmeldungen gibt es keine. Wir schauen uns in Ruhe nach allen Seiten um. Es kommen enorm viele Bewerbungen herein, nicht alle erfüllen jedoch unsere Kriterien.

Über Sie wird gerade sehr viel geschrieben und erzählt. Wie gehen Sie damit um, dermassen im Zentrum der Kritik zu stehen?
Es ist nicht angenehm. Ich habe keine Zeit, alles zu lesen, was im Internet über mich geschrieben wird. Die wichtigen Zeitungen schaue ich an, und leider ist es so, dass sich viele Menschen ihre Meinung bilden aus Artikeln über mich, die nicht stimmen und nur eines zum Ziel haben: mich zu attackieren.

Der «Blick» und Sie stehen seit langem auf Kriegsfuss.
Was da in welcher Form geschrieben wird, hat ein Ausmass angenommen, da kann man nur den Kopf schütteln. Es wird nur noch auf den Mann gespielt. Ich spüre intern grosse Unterstützung, das ist wichtig. Und ich bin selbstbewusst genug und so lange im Geschäft, dass ich abschätzen kann, was ich gut und was ich schlecht gemacht habe.

Im Vereinskonstrukt fehlt eine starke Figur neben Ihnen, der YB-Verwaltungsrat besitzt eher wenig Fussballkompetenz.
Wenn wir einen erfolgreichen Saisonstart gehabt hätten, würde keiner über die Strukturen reden. Es geht im Verwaltungsrat auch nicht darum, über Linksverteidiger zu debattieren. Für diese Aufgabe stehen uns ausgezeichnete Mitarbeiter wie beispielsweise Chefscout Stéphane Chapuisat und Talentmanager Christoph Spycher zur Verfügung. Deren Kompetenz zweifelt hoffentlich niemand an. Mit ihnen stehe ich ständig im Austausch.

Es hat auch einige Leute im YB-Apparat, die Ihnen privat ziemlich nahe sind.
Das ist auch so eine Geschichte, die ich nicht nachvollziehen kann. Es wird so viel Unsinn geschrieben und gesagt. Viele Angestellte wie Chapuisat und Spycher waren schon im Verein, als ich Anfang 2013 zu YB stiess. Und es ist abgesehen davon doch völlig normal, dass man Leute anstellt, denen man vertraut und die man für fähig hält.

Wie reagieren eigentlich Andy und Hans-Ueli Rihs als Besitzer von YB auf die Krise und die zahlreichen Negativschlagzeilen?
Sie würden auch lieber nur positive Sachen lesen. Sie sind aber von unserem eingeschlagenen Weg überzeugt und stehen hinter unseren Entscheidungen. Es tut gut, ihre Rückendeckung zu spüren.

Wann haben Sie die Geldgeber so weit, dass Sie Blerim Dzemaili verpflichten können?
Bis 2025? Im Ernst: Wir haben derzeit keinen Platz im Kader.

Das zentrale Mittelfeld ist bei YB nicht besonders stark besetzt.
Mit diesen Spielern wurden wir letzte Saison Zweiter, hinzugekommen ist Denis Zakaria, der trotz seinen 18 Jahren bereits eine Hilfe sein kann. Leider neigt man im Fussball dazu, im Misserfolg vieles schnell kritisch zu sehen. Wir müssen auch langfristig denken. Aber um wieder Ruhe zu haben, müssen wir nun gegen Kriens im Cup und gegen Karabach in den Europa-League-Playoffs gewinnen.


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/10598850

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 Betreff des Beitrags: Re: Fredy Bickel - Sportchef
 Beitrag Verfasst: Montag 17. August 2015, 11:43 
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«Eines der schwierigsten Spiele»

Nach dem Spiel gegen den SC Kriens spricht Sportchef Fredy Bickel über seine Sicht auf die Partie und den Stand der Trainersuche

Fredy Bickel, sind Sie mit einem schlechten Gefühl nach Kriens gefahren?
Das nicht. Doch entspannt war ich nicht nach den Geschehnissen der letzten Tage. So verrückt es tönen mag: Es war eines der schwierigsten Spiele seit meiner Rückkehr zu YB.

Wieso?
Weil wir fast nur verlieren konnten. Die halbe Schweiz hat erwartet, dass wir gegen die unbequemen Krienser scheitern werden. Und wir wussten um die fussballerischen Qualitäten des Erstligisten, bei dem viele Ex-Luzern-Spieler unter Vertrag stehen.

Was sagen Sie zur Leistung von Yuya Kubo?
Er hat heute Torchancen verwertet, die er in anderen Spielen vergeben hat.

YB wirkte in den Anfangsminuten und in der letzten halben Stunde blockiert und ängstlich.
Das Team hatte Angst vor einem Gegentor. Das hat man nach dem Anschlusstreffer der Krienser deutlich gesehen.

Die Leistung war auch heute alles andere als berauschend.
Das sehe ich nicht so. Das Team hat Charakter gezeigt und viele kleine Dinge richtig gemacht, die für Aussenstehende vielleicht nicht sichtbar sind.

Was denn zum Beispiel?
Die Spieler waren bereit, auf dem ganzen Feld hart zu arbeiten.

Wenn YB gegen Kriens gescheitert wäre, hätte dies klubintern ein grösseres Erdbeben ausgelöst?
Es wäre sicher sehr ungemütlich geworden.

Hat der Pflichtsieg in Kriens Einfluss auf die Trainersuche?
Nein. Ich treffe mich am Montagabend mit dem Sportausschuss und präsentiere eine Auswahl von möglichen ?Trainern.

Also präsentiert YB demnächst den neuen Trainer?
Wer sagt, dass wir das müssen. Ich wiederhole es gerne nochmals: Wir lassen uns nicht von aussen steuern.


http://www.derbund.ch/sport/fussball/Ei ... y/22892227

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 Betreff des Beitrags: Re: Fredy Bickel - Sportchef
 Beitrag Verfasst: Samstag 29. August 2015, 09:18 
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YB-Krise

«Ja, wir brauchen jetzt eine Persönlichkeit»

Der YB-Sportchef Fredy Bickel kündigt nach dem deutlichen Europacup-Aus gegen Karabach einen neuen Trainer und dazu Sparmassnahmen an.

Fredy Bickel, YB hat die Europa League und damit ein ausformuliertes Saisonziel verpasst. Wie tief ist YB gefallen?

Wir sind in Baku gegen Karabach nicht gefallen. Das teilte ich der Mannschaft nach der Partie am Donnerstag so mit, auch wenn die Enttäuschung natürlich riesengross ist. Aber es ist nicht so, dass nach der 0:3-Niederlage alles in Trümmern liegt.

Aber jetzt fehlt das internationale Schaufenster. Und vor allem fehlen ein paar Millionen Franken.

Das lässt sich nicht leugnen. Wir haben ein Ziel sang- und klanglos verpasst und werden das analysieren. Es gibt Gründe für das Scheitern.

Nennen Sie einen.

Uns fehlen über längere Zeit vier bis sechs Stammspieler wegen Verletzungen und Spielsperren. Das steckt kaum ein Schweizer Verein weg.

In Baku wurde früh der Captain Steve von Bergen des Feldes verwiesen. Das war die 5. rote Karte gegen YB im 11 Pflichtspiel. Vorher hatte es Loris Benito, Guillaume Hoarau, Miralem Sulejmani und Denis Zakaria getroffen. Das kann kein Zufall sein.

Nicht jeder Platzverweis war berechtigt. Aber ich will keine Ausreden suchen. Die Karten zeugen von Unsicherheit und fehlendem Selbstvertrauen in der Mannschaft.

Der Effekt des Trainerwechsels ist gleich null. Warum eigentlich?

Wir wussten, dass es mit Uli Forte nicht mehr weitergehen kann, und stoppten die Entwicklung – zu Beginn des wichtigen Monats August. Es wäre so oder so schwierig geworden.

Aber die Tendenz geht doch eher noch mehr in die negative Richtung.

Das sehe ich nicht so. Wir kommen im Moment nicht vorwärts, ja, aber es geht nicht in die andere Richtung.

Aber das, was nach Forte kam, ist doch alles andere als eine Befreiung.

Ich will unsere Leistungen nicht überbewerten. Aber ich habe trotz allem auch Gutes gesehen. Beim 3:1-Heimsieg gegen Thun mit einem Spieler weniger, im Cup in Kriens, zuletzt beim 3:1-Erfolg in Sitten. Auch das Hinspiel gegen Karabach wird teilweise falsch eingeschätzt.

Die 0:1-Niederlage im Heimspiel?

Ja, so weit weg vom Erfolg waren wir nicht. Ich wehre mich dagegen, dass keine Trendwende erfolgt sein soll.

Die Brüder Andy und Hansueli Rihs führen den Klub als Aktionäre und Geldgeber und übernehmen auch allfällige Defizite. Wie äussern sie sich?

Interna gebe ich nicht bekannt. Wir sind in ständigem Kontakt mit ihnen. Auch sie sind derzeit natürlich nicht zufrieden.

Die ökonomischen Folgen des Scheiterns im Europacup sind erheblich.

Ja, unser Kader ist mit 26 Spielern europäisch ausgerichtet. Für die Meisterschaft brauchen wir nicht mehr als deren 23. Wir müssten jetzt handeln, können aber nicht drauflosschiessen. Wir müssen zum Beispiel abwarten, wie es mit dem verletzten Hoarau weitergeht.

Die Meinung im YB-Umfeld ist gemacht: YB braucht einen starken und womöglich teuren Trainer.

Das wird jetzt vor allem von Leuten gefordert, die sich nicht tagtäglich im Klub aufhalten. Ja, wir brauchen eine Persönlichkeit.

Trifft die Annahme zu, dass dies nicht der Interimstrainer Harald Gämperle sein wird?

Wir haben von Beginn an gesagt, dass Gämperle eines Tages Cheftrainer werden will. Aber es war immer klar: Er bleibt bis Ende August, und wir suchen gleichzeitig einen Trainer. Natürlich muss man die Resultate beachten.

Es wird immer offensichtlicher, dass YB bald einen Trainer präsentierten muss.

Man kann davon ausgehen, dass die Trainerfrage in der Länderspielpause geklärt wird.

Mit wie vielen Probables haben Sie schon gesprochen?

Mit einer zweistelligen Anzahl Kandidaten.

Nach einem Trainerwechsel fällt naturgemäss mehr auf den Sportchef zurück. Was werfen Sie sich vor?

Keine Angst, wir analysieren die Fehler intern und offen. Im Nachhinein weiss ich, dass ich auf der Position des Trainers schon im Frühsommer hätte eingreifen müssen.


http://www.nzz.ch/sport/fussball/wir-br ... 1.18603858

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 Betreff des Beitrags: Re: Fredy Bickel - Sportchef
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 3. September 2015, 22:10 
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«Aus Respekt kann ich das nicht sagen»

YB hat mit Adi Hütter den Nachfolger von Uli Forte präsentiert. Sportchef Fredy Bickel sagt, weshalb.

Fredy Bickel, was hat letztendlich den Ausschlag für Adi Hütter gegeben?
Er hat uns in den Gesprächen mit seiner Philosophie restlos überzeugt. Er hat klare Vorstellungen, weiss sehr genau, was er will und was er nicht will.

Und was will er genau?
Er will, dass unser Spiel taktisch variabler wird. Und dass wir zum Beispiel nicht nur auf Pressing spielen. Er will aber auch eine Mannschaft mit viel Ballbesitz sehen, die eine Dominanz auf den Gegner ausübt.

Hütter hat seinen vorzeitigen Abgang bei Red Bull Salzburg damit begründet, er wolle kein Trainer eines Ausbildungsclubs sein. Ihr Anforderungsprofil, das Sie an den neuen Trainer gestellt haben, war jedoch, dass dieser pro Saison ein bis drei junge Spieler einbauen und dieses Risiko auch eingehen muss.
Er sieht sich auch als Entwicklungstrainer. Und er wird am Montag an einer Pressekonferenz in Bern erklären, wie seine Aussage betreffend Ausbildungsclub zu verstehen ist. Ich jedenfalls kann versichern, dass Hütter absolut gewillt ist, junge Spieler zu fördern und diese auch in die erste Mannschaft zu integrieren.

Sie haben mal einen Kandidatenkreis von 15 Trainern gehabt, diesen dann auf vier reduziert. Zuletzt sollen Murat Yakin, Carlos Bernegger, Mirko Slomka und eben Adi Hütter im Rennen gewesen sein. Können Sie das bestätigen?
Nein, und aus Respekt werde ich auch keine Kandidaten nennen, die zuletzt noch im Rennen waren. Nur so viel: Adi Hütter war einer der ersten Kandidaten, die wir kontaktiert haben.

Haben Sie bei Ihrer Trainerfindung auch Erkundigungen eingeholt?
Ja, das habe ich. Ich kann dazu aber nur zu Adi Hütter etwas sagen, weil er jetzt ja unser neuer Trainer ist. Der österreichische Nationaltrainer Marcel Koller beispielsweise hat uns Hütter als ausgewiesenen Fachmann empfohlen.


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/27061486

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 Betreff des Beitrags: Re: Fredy Bickel - Sportchef
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 3. September 2015, 22:16 
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«Auch ich hatte Vorbehalte»

Der neue YB-Trainer Adi Hütter ist in der Schweiz ein unbeschriebenes Blatt. Sportchef Fredy Bickel äussert sich zu seiner Verpflichtung.

Immer wieder musste Fredy Bickel am Donnerstagnachmittag dieselbe Frage beantworten: «Warum Adi Hütter?» Zum ersten Mal in seiner Karriere hat Bickel mit dem Österreicher einen ausländischen Trainer verpflichtet. Ein Trainer, den in der Schweiz kaum jemand kennt. Bickel selbst räumt ein, Hütter vor den Vertragsverhandlungen nie persönlich getroffen zu haben und ihn bis dahin eigentlich nur aus den Medien gekannt zu haben.

«Ich hatte auch meine Vorbehalte, ob er den Schweizer Fussball gut genug kennt», sagt Bickel. Umso erstaunter sei er, dass Hütter ihn vorbehaltlos habe überzeugen können. «Das Gesamtpaket stimmte einfach», gibt der YB-Sportchef an einer kurzfristig einberufenen Medienkonferenz zu Protokoll. Hütter habe beispielsweise ein längeres Praktikum beim FC Basel gemacht. «Er kennt die Super League besser, als so manch einer vermutet.»

Plötzlich ging es schnell

Am Montag nimmt der neue Übungsleiter bei den Young Boys die Arbeit auf. Erst am Montag, ist man versucht zu sagen. «Das ist vielmehr unsere Schuld als seine», entgegnet Bickel. Man habe sich die Zeit genommen, um «wirklich die beste Lösung» zu finden. Die Vertragsunterzeichnung sei dann erstaunlich schnell erfolgt. Hütter wurde offenbar überrumpelt, muss nun den Umzug vorbereiten.

Mit Hütter komme ein erfolgshungriger Trainer nach Bern. «Auch wenn bei uns derzeit niemand das Wort Meisterschaft in den Mund nimmt», sagt Bickel, so hoffe er, dass der Österreicher die Spieler rasch aufpeppeln und zum Erfolg zurückfinden kann. Vorerst mit Harald Gämperle als Assistenten. Ob der Staff später noch Änderungen erfahren wird, obliegt dem neuen Trainer.


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/30046961

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 Betreff des Beitrags: Re: Fredy Bickel - Sportchef
 Beitrag Verfasst: Samstag 31. Oktober 2015, 13:29 
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Fredy Bickel: «Das tut sehr weh»

YB-Sportchef Fredy Bickel spricht über das Cup-Ausscheiden, seinen Dreijahresplan und seinen Vertrag.

YB war gegen Basel und Zürich das bessere Team, verlor aber beide kapitalen Partien. Einfach nur Pech? Oder: Typisch YB?
Fredy Bickel: Es wäre zu einfach, nur von Pech zu reden. Wir hätten den Sieg zweimal verdient gehabt. Die Resultate sind bitter für uns. Es fehlte ein wenig an der Reife und an der Cleverness. Wir haben ein sehr junges Team, da passieren manchmal Fehler.

Nach dem Ausscheiden im Cup können die Young Boys ihre Saisonziele kaum erreichenin der Super League ist noch nicht einmal Halbzeit, da kann viel passieren.
Aber klar: An die Meisterschaft zu denken, wäre falsch und respektlos gegenüber dem FC Basel. Wir müssen wieder aufstehen, die Niederlage gegen den FCZ war hart. Das tut sehr weh, wir hatten hohe Ziele.

Ihr schöner Dreijahresplan sah bis Sommer 2016 einen Titel vor. Sind Sie eigentlich gescheitert, wenn das nicht klappt?
Erstens ist noch lange nicht Sommer 2016. Und zweitens haben wir andere Ziele erreicht, die vielleicht für viele nicht so interessant sind. Wir haben etwa den Nachwuchsbetrieb neu aufgestellt, dem Team ein anderes, jüngeres Gesicht gegeben und uns in der Tabelle in den letzten Jahren verbessert. Wir sind trotz allem auf einem guten Weg.

Wie reagierten eigentlich die Brüder Rihs als YB-Besitzer auf die Niederlage gegen Zürich?
Ich habe nach jedem Spiel Kontakt mit ihnen. Sie sind wie wir alle enorm enttäuscht, aber gefasst. Es geht weiter, wir dürfen uns nicht hängen lassen, das wäre fatal. Es gab in den letzten Wochen auch erfreuliche Erkenntnisse und starke Leistungen von uns.

Das YB-Kader ist sehr gross, vor allem, weil das Team nur noch in einem Wettbewerb dabei ist. Was passiert im Winter?
Es ist sicher nicht so, dass wir in der Winterpause drei neue Spieler holen, wenn wir bereits 26 Fussballer im Kader haben. Ich denke, es wird Abgänge geben. Das müssen wir in Ruhe anschauen und analysieren.

Die Verträge der wichtigen Stammspieler Alexander Gerndt und Renato Steffen laufen Ende Saison aus. Wann verlängern Sie mit Gerndt, der perfekt ins System Hütters passt? Oder zögern Sie wegen dessen Verletzungsanfälligkeit zuletzt?
Wir schauen das in der Winterpause an. Alexander Gerndt ist ein sehr wichtiger Spieler für uns. Wir wollen aber Trainer Adi Hütter die Möglichkeit geben, in dieser Sache mitzureden.

Steffen agiert seit der Länderspielpause, als er für die Schweiz seine ersten Länderspiele bestritt, deutlich schwächer als zuvor. Glauben Sie, seine ungewisse Zukunft belaste ihn?
Das ist gut möglich, ich weiss es nicht. Seine Berater haben es bisher abgelehnt, den Vertrag bei uns zu verlängern, das ist schade, weil es für Steffen das Beste wäre, noch bei YB zu bleiben. Ich hoffe, er wird gut beraten. Im Winter muss eine Entscheidung fallen. Wir können es uns nicht leisten, einen so wertvollen Spieler Ende Saison ablösefrei zu verlieren.

Und was ist eigentlich mit Ihrem Vertrag, der im nächsten Sommer ebenfalls endet?
Zuletzt gab es andere Probleme zu lösen. Ich glaube nicht, dass es Schwierigkeiten geben wird. Mir gefällt es bei YB, unsere Arbeit ist nicht zu Ende.


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/26151175

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