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Forum ybfans.chTreffpunkt der Fans des BSC Young Boys |
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shalako
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Verfasst: Freitag 24. Juli 2015, 08:51 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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24.07.2015  Zitat: Christian Gross zeigt seinen Saudi-Fussballern die Schneeberge
Der ehemalige Trainer der Grasshopoers, des FC Basel und der Young Boys ist in Saudi-Arabien Trainer des Jahres geworden und bereitet nun im Engadin und später in der Westschweiz seine Mannschaft Al Ahli auf die neue Saison vor.
Mit einem Lächeln zeigt Christian Gross auf den Schafberg. Dort oben ist er schon mehrmals gewesen. Der Maler Giovanni Segantini hat es ihm angetan. Wie der Künstler von dort oben die Weite des Tales und das spezielle Licht des Engadins darzustellen wusste, hat Gross beeindruckt. «Oben auf dem Schafberg ist Segantini auch gestorben», sagt Gross.
Gleich daneben erhebt sich der Muotas Muragl. Dort hinauf will er mit seiner Mannschaft. Nicht mit der Standseilbahn, sondern zu Fuss über 4000 Treppenstufen. «Wir sind ja vor allem hier, um Kondition zu büffeln», sagt Gross.
Doch es ist ein schöner Nebeneffekt, dass er den Spielern vom Al Ahli Saudi Football Club seine geliebte Schweizer Heimat zeigen kann. Auf dem Corvatsch ist er mit den Profis auch schon gewesen. «Sie haben zum ersten Mal in ihrem Leben Schnee gesehen und sind nicht mehr aus dem Staunen gekommen», erzählt Gross.
Trainings nachts um halb elf Uhr
Im Trainingslager fahren sie Mountainbike, rennen um den nahen See, schuften im Kraftraum und trainieren in Celerina auf dem fantastisch präparierten Sportplatz San Gian. Dass auf 1700 Meter über Meer ein solch wunderbarer Rasenteppich liegt, grenzt fast schon an ein Wunder. Zum Dank tritt Al Ahli heute Abend zu einem Freundschaftsspiel gegen eine lokale Auswahl an. Den zweiten Teil des Vorbereitungscamps absolvieren die Araber, die mit einer 53-köpfigen Delegation angereist sind, in der Westschweiz.
Am 21. August startet Gross in seine zweite Saison als Trainer des saudischen Spitzenklubs Al Ahli. Nach seinem unfreiwilligen Abgang bei YB im April 2012 hatte er Offerten wie jene aus Southampton und Nürnberg abgelehnt und sich für etwas Neues entschieden. «Ich habe ein Abenteuer gesucht», sagt Gross.
Gefunden hat er dieses in der Fünfmillionenstadt Dschidda am Roten Meer. Wegen der Hitze wird oft erst nachts um halb elf trainiert. Auch die Religion beeinflusst das Programm. Dass wegen der Gebetszeiten die Trainings nicht immer pünktlich beginnen, ist für Gross kein Problem. Auch nicht, wenn die Spieler zehn Minuten vor einem Spiel in der Kabine beten. «Ich bin beeindruckt, wie hoch konzentriert sie kurz danach auf dem Platz dann sind.»
Der Torhüter muss ein Einheimischer sein
Vier Ausländer nur sind erlaubt, von ihnen darf aber keiner ein Goalie sein. Zwei Brasilianer, ein Ägypter und der syrische Topskorer Omar al Sona waren in der letzten Saison die Auserwählten. Jetzt sind die Südamerikaner weg, dafür ist der schwedische Internationale Nabil Bahoui da. «Wir sind eine schnelle und athletisch starke Mannschaft mit einigen Strassenfussballern», sagt Gross. «Es ist eine Freude, mit diesen Jungs zu arbeiten.»
Am meisten überrascht habe ihn, wie fussballverrückt die Menschen hier seien, sagt Gross. Zumindest die Männer; denn Frauen ist der Zutritt zu den Stadien noch immer verwehrt. «Ich bin aber überzeugt davon, dass sich die Stellung der Frau in den nächsten Jahren verändern wird», sagt Gross. Gerne würde er mal die nahe Stadt Mekka besuchen, doch als Christ hat er keinen Zutritt. Aber auch in Dschidda sind die unendlichen Pilgerströme in Richtung Mekka zu beobachten.
Lebensfrohe, taktierende Saudis
Gross hat die Saudis als lebensfrohe Menschen kennen gelernt, aber auch als harte Verhandlungspartner. Die Vermutung, hier würde den Europäern und Südamerikanern das Geld hinterhergeworfen, verweist er ins Reich der Fabeln. «Die Einheimischen wissen genau, dass die Ölreserven nicht unendlich sind», sagt Gross, «sie sind abgeklärt und taktierend.» Er gibt indes zu, dass das Arbeiten hier auch deshalb reizvoll sei, weil es keine Steuern gebe. «Ich lebe angenehm in einer Residenz für Ausländer», sagt Gross. Seine Partnerin sieht er einmal pro Monat.
Seit gut einem Jahr ist er nun in Saudi-Arabien tätig. Seine Bilanz kann sich sehen lassen. Von vierzig Pflichtspielen hat er nur zwei verloren und im Februar hat er in Riad den Cupfinal gegen Al Hilal gewonnen. Er hat mit Al Ahli gegen iranische, usbekische und arabische Gegner die Achtelfinals der asiatischen Champions League erreicht, ist dann aber knapp an Naft Teheran gescheitert.
Verrückt war der Saisonverlauf in der Premier League. Mit vier Punkten Rückstand wurde Al Ahli hinter Nasr nur Vizemeister, obwohl es beide Direktbegegnungen gewonnen hatte und in der gesamten Meisterschaft ungeschlagen geblieben war. «Neun Unentschieden waren aber zuviel», sagt Gross. Gleichwohl wurde der Höngger vom saudischen Verband offiziell zum Trainer des Jahres gewählt. Sein Fazit nach einem Jahr: «Ein grosser Teilerfolg.» http://www.aargauerzeitung.ch/sport/chr ... -129366238
_________________ For Ever
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shalako
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Verfasst: Dienstag 11. August 2015, 10:05 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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11.08.2015  Zitat: Christian Gross
In einer anderen Welt
Der Schweizer Coach Christian Gross redet nicht mehr die Schweizer Super League, sondern die saudische Liga stark. Eine Begegnung anlässlich des Trainingscamps seines Klubs Al-Ahli in der Schweiz.
In Zürich und Bern haben sie soeben von Trainern genug gehabt. Wieder einmal. Etwas mehr als zwei Jahre hatte die Beziehung zwischen YB und Uli Forte Bestand. Von «Abnützung» ist jetzt plötzlich die Rede, von einer Ehe, in der man sich auseinandergelebt habe, von Worten, die nicht mehr gehört worden seien. Zwei Jahre Ehe sind nicht so schlecht, wenn man bedenkt, wer sich mit dem chronisch erfolglosen BSC Young Boys schon alles versucht hat.
Doch dann sitzt man eines Tages wieder dem inzwischen 61-jährigen Christian Gross gegenüber. Und man denkt früher oder später: Zehn Jahre war Gross in Basel, zehn lange Jahre, eine Fussball-Ewigkeit. Wie war das möglich? Gross räumte zahlreiche Titel ab und trimmte den FC Basel zur europäischen Nummer. In Basel hat es zwischen 1999 und 2009 unzählige Gross-Worte gegeben, die sehr lange gehört worden sind. Kein Vergleich mit dem, was Gross danach in Stuttgart und mit YB erlebte: Kein Jahr dauerten seine Versuche nach dem Jahrzehnt im FCB.
Forte hatte in Bern immerhin zwei Jahre Zeit, Gross 2011 gleichenorts zehn Monate – zwölf Mal weniger als in Basel. «Das ist alles eine Frage des Vertrauens», betont Gross nicht nur einmal, «in Bern stimmten damals die Konstellation, die Zusammensetzung nicht – ich meine nicht das Team, sondern die Führungsebene.» Viel mehr will er dazu nicht sagen. Ihn umschleicht das Gefühl, als sei man auf der Suche nach YB-Geschichten, nach YB-Interna. Zum Zeitpunkt des Gesprächs ist Forte noch nicht entlassen, und Gross sagt nur noch das: «Ich habe kein YB-Trauma, nein, nein, nein, nein, nie, ich bin gedanklich weit weg von jener Zeit.»
Wenn er weg ist, ist er weg
Nach dem gescheiterten Berner Versuch tauchte der – in Titeln gemessen – erfolgreichste Schweizer Trainer lange ab. Wenn er weg ist, hört man wenig von Gross. Das war schon immer so. Gross muss sich mit seinem Hintergrund auch nicht via Medien ins Gespräch bringen. Während der Fussball-WM 2014 überraschte er im Fernsehstudio mit der Ankündigung, dass er künftig in Saudiarabien arbeiten werde. Es verschlug ihn nach Jidda, in die 3-Millionen-Stadt am Roten Meer. Al-Ahli heisst der Klub. «Ich wollte in meinem Alter ein grosses sportliches und berufliches Abenteuer», sagt er. Er bekam, was er wollte. Doch bevor er über Jidda erzählt, muss eine Frage geklärt sein:
«Haben Sie mit dem Schweizer Fussball abgeschlossen?»
Gross: «Es ist für mich schwierig, in der Schweiz etwas Reizvolleres zu finden als das, was ich hatte.» Die Ära in Basel – zuvor GC, in den neunziger Jahren, als GC noch richtig gross war, das Grösste in der Schweiz.
Die Begegnung mit dem gutgelaunten Christian Gross geht auf der Tribüne des Fussballstadions Saint-Léonard in Freiburg vonstatten. Er ist kein Interessenvertreter des Schweizer Fussballs mehr und äussert sich in einer Art, die er bei einem Gegenüber zu Zeiten als FCB-Trainer nicht toleriert hätte. Er zeigt auf das in Sichtweite erkennbare Stadion des HC Fribourg-Gottéron und sagt: «Es passt, dass hier nebenan die Eishockey-Arena steht. Das wäre in England undenkbar. England hat nur Fussball und sicher keine Konkurrenz durch Eishockey.»
Die Faszination für England und die Premier League bleibt. Auch dort war der Schweizer Trainer mittendrin, doch auch die Zeit bei Tottenham in der Saison 1997/1998 war schon vor dem Ablauf des ersten Jahres vorbei.
2015 spricht Gross darüber, wie er in Jidda am Fernsehen die Premier League verfolge, er nennt Moderatoren, die von der einen Fernsehanstalt zur anderen gewechselt haben, er kennt Sendungsformate und führt aus, wie unbedeutend die Super League sei. «Man führte in der Schweiz sogar einmal den Trennstrich ein, um Spannung zu erzeugen. Die Schweiz ist zu klein, andere Länder können viel mehr aus der Fussball-Vermarktung herausholen.» Wehe der Person, die Ähnliches hätte verlauten lassen, als Gross in Basel noch Teil der Schweizer Liga war – und nicht Coach in Saudiarabien und daneben Fernsehkonsument der Premier League.
Man kann sich lebhaft vorstellen, dass Gross am Roten Meer Zeit und Musse für den englischen Fussball findet. Denn wie er das Leben, den Alltag und den Fussball auf der Arabischen Halbinsel schildert, zeugt von Abenteuer und Faszination. Aber auch von permanenter Anpassung, von fremder Kultur, von Rätseln und von Momenten der Einsamkeit. Gross wohnt in einem bewachten, abgeschlossenen Compound für Expats in Jidda. Etwa 200 Menschen leben dort, aber niemand aus der Schweiz. Die Kontaktmöglichkeiten seien «relativ eingeschränkt», sagt er, aber man müsse flexibel sein, sich anpassen – «zum Beispiel auch an das wegen des Sandes grün-bräunliche Licht, das in Jidda nie ganz klar ist. Im Engadin oder hier in Freiburg ist alles viel farbiger.»
Fünfmal im Tag Gebet
Das saudische Leben und der saudische Fussball haben es in sich. Man ist zu fast jedem Spiel mit dem Flugzeug unterwegs, man fliegt für internationale Spiele nach Teheran oder Usbekistan, man hat es als Trainer mit einem Königshaus zu tun, weil Al-Ahli einem Prinzen gehört, einem Sohn des im letzten Februar verstorbenen Königs Abdullah. Man weiss oft nicht, woran man ist, «weil das Königshaus mit Informationen sparsam umgeht», wie Gross mehrmals erfahren hat. Man muss wachsam bleiben und sich immer danach richten, dass fünfmal im Tag gebetet wird. Daran führt kein Weg vorbei. Die Kraft und der Einfluss der Religion seien stets spürbar, sagt er, man müsse sich an alles herantasten.
Auch die Sprache verhindert den Brückenbau. Viele Saudis sprechen kein Englisch und haben gemäss Gross auch keinen Ehrgeiz, sich die Sprache anzueignen. Weil Gross des Arabischen nicht mächtig ist, begleitet ihn ein Dolmetscher: «Ich glaube, er macht das gut, aber ganz sicher kann ich nie sein.»
Christian Gross bleibt Optimist. Wie er früher die Schweizer Liga starkgeredet hat, tut er dies jetzt mit dem arabischen Fussball generell, der ihm den besten Vertrag seiner Karriere beschert hat. Das will in seiner Lohnkategorie etwas heissen. Gross ist überzeugt davon, dass sich die Gesellschaft auf der Arabischen Halbinsel verändern werde.
Er begründet die Haltung damit, dass viele Saudis in anderen Ländern studieren. Für einen Schweizer aus dem Zürcher Quartier Höngg ist schwer verdaulich, wenn Frauen nicht Fussball spielen, nicht Auto fahren und nicht ins Stadion dürfen. Wenn er in Jidda auf Besuch weilt, «sehe ich alle, die Gastgeber, die Kinder, die Bediensteten – aber keine Frauen». Vielleicht wird Gross an der Kasse im Supermarkt einmal von blinzelnden Frauenaugen erkannt, «aber ich kann nur die Augen sehen, weil alles andere verhüllt ist».
Das alles ist weit weg auf der Tribüne des Freiburger Fussballstadions, als Gross vor einem Testspiel ins Erzählen kommt. Bis zum letzten Wochenende weilte die Al-Ahli-Delegation im Trainingscamp in der Schweiz, im Engadin, in Lausanne. Al-Ahli strebt den Meistertitel an, jetzt, unbedingt, der letzte Titelgewinn (1984) ist über 30 Jahre her, länger als der letzte Triumph der Young Boys (1986). Da verschafft der von Gross mit Al-Ahli errungene Cup-Sieg nur temporär Linderung.
Ob Christian Gross vom Königshaus viel Zeit zugestanden wird, ist nicht absehbar. Ein Jahr in der saudischen Liga ist schon einmal nicht schlecht. Im Moment klarer Rekord – und für Gross persönlich länger als bei Tottenham, Stuttgart und YB.
1 Saison, 14 Klubs, 33 Trainer
bir. Als Trainer längerfristig zu arbeiten, scheint in der saudischen Liga kaum möglich. In der Saison 2014/2015 wurden die 14 Teams von nicht weniger als 33 Trainern geführt. So gibt das zumindest die fein säuberlich mit jedem Namen nachgeführte Statistik der Liga wieder. Insgesamt wurde 22 Mal der Trainer ersetzt. Doch einer hat die Saison überstanden, einer bleibt in Jidda, obschon er den von seinem Klub Al-Ahli dringend geforderten Meistertitel als Zweiter, vier Punkte hinter Al-Nassr aus Riad liegend, knapp verpasst hat. Der Name des Schweizers Christian Gross ist in der Statistik omnipräsent. Am längsten da, am meisten Spiele – und, und, und.
Die Liga setzt neben dem Schweizer vor allem auf Ausbildner aus Tunesien und Uruguay, aber auch Algerien, Griechenland, Portugal, Montenegro und Rumänien, woher Laszlo Bölöni kommt. Bölöni, der einst bei Stade Rennes Alex Frei gecoacht hat, ist bei Al-Ittihad, dem anderen Klub in Jidda, untergekommen. Treffen die beiden Vereine im Derby aufeinander, ist das Stadion King Abdullah Sports City mit 60 000 Personen ausverkauft. Al-Ahli hat einen Zuschauerschnitt von 34 000, doch die Bandbreite in der Liga ist enorm. Es gibt Partien, denen 45 Personen beiwohnen. Aber der Schnitt (9191) ist präsentabel und nicht weit hinter der Schweizer Super League (10 867). Die Zentren des saudischen Fussballs sind Riad und Jidda. http://www.magnin.org/NEWS/2000.02.13.n ... in_neu.gif
_________________ For Ever
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