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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) Vladimir Petkovic
 Beitrag Verfasst: Sonntag 26. September 2010, 07:21 
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Der Bund, 25.09.2010

«In der Tabelle ist noch nicht viel passiert»

YB-Trainer Vladimir Petkovic hatte diese Woche zwei Aufsteller: Das 2:1 in St. Gallen und der Besuch bei Abwehrchef Emiliano Dudar im Inselspital.

Vladimir Petkovic, Aufsteiger Thun, der Gegner vom Sonntag, ist in der Tabelle immer noch vor YB. Was sagen Sie dazu?

Thun spielte bisher eine hervorragende Saison, und mit ein bisschen Glück könnte die Mannschaft noch mehr Punkte haben. Aber ich sehe Thun auf die Dauer nicht in der Spitzengruppe. Nach einem Viertel der Saison zeigt die Rangliste noch kein klares Bild. Mit zwei Siegen in Serie ist man ganz vorne, mit zwei Niederlagen nacheinander rutscht man tief ab. Wir müssen am Sonntag Thun überholen. Dazu brauchen wir den Sieg.

Zurzeit dominiert in der höchsten Schweizer Liga das Mittelmass. Keine Mannschaft, mit Ausnahme von Luzern, zeigt Konstanz.

Das sehe ich nicht negativ. Jeder kann jeden schlagen, die Liga ist ausgeglichener, als viele vor dem Saisonstart vorausgesagt haben. Für uns ist das ein Glück. Wir haben mindestens 3 bis 4 Punkte zu wenig geholt, und dennoch ist weiterhin alles offen.

An welche Niederlagen denken Sie?

Zuerst an das 0:1 gegen Xamax. Da haben wir drei Punkte vergeben, und auch gegen Basel wäre mehr dringelegen als das 2:2, wäre nicht der Unfall mit Emiliano Dudar passiert. Das war für uns ein Schock, der die gesamte Mannschaft aus dem Gleichgewicht warf.

Zwei Wochen sind es her, seit Dudar diese schwere Gehirnerschütterung und den Nasenbeinbruch erlitten hat. Sie haben Dudar im Inselspital besucht. Darf er das Bett bereits verlassen?

Ja, ja, wir haben zusammen Kaffee getrunken. Es geht im physisch und mental erfreulich gut. Er zeigt sich sehr motiviert, er spricht über den Unfall, er hat sich den Zusammenprall mit François Affolter auch am Video angeschaut. Das hilft ihm, alles zu verarbeiten. Das Wichtigste ist aber, dass Dudar seinen dreijährigen Sohn in die Arme nehmen kann. Das tut ihm enorm gut. Er bekommt oft Besuch von seiner Familie.

Der VR-Delegierte Ilja Kaenzig erklärte, Sie hätten ein besonderes Verhältnis zu Dudar, und während der zweiten Halbzeit gegen Basel wären auch Sie sehr aufgewühlt und durcheinander gewesen.

Ich habe mit allen Spielern ein gutes Verhältnis. Ein solcher Unfall geht nahe, egal welchem Spieler das passiert. Der Besuch bei Dudar hat auch mir gut getan. Es war gut zu sehen, wie er bereits selbstständig durch die Gänge geht, wenn er die Therapie aufsucht.

Dennoch, der Abwehrchef wird noch eine ganze Zeit fehlen. Die Sorgen um die defensive Stabilität bei YB bleiben.

Ja, das ist so. Gegen den FC Thun ist Scott Sutter wegen seiner Fussprellung fraglich. Und auch Alain Nef ist angeschlagen. Ich muss erst das Training am Samstag abwarten, bevor ich weiss, wie ich diesmal die Abwehr formieren soll. Zum Glück haben wir kurz vor Transferschluss Ende August Nef geholt. Sonst hätten wir personell noch grössere Probleme.

Am nächsten Donnerstag spielt YB in der Europa League in der zweiten Runde gegen Getafe, danach geht es zu Leader Luzern. Haben Sie auf Video Getafe bereits studiert, etwa beim 0:2 am Donnerstag gegen Malaga?

Natürlich lassen wir Getafe und auch den übernächsten Gegner Odense beobachten. Wir wissen alles über diese beiden Teams. Aber mein Fokus ist zurzeit auf den FC Thun gerichtet.

Was erwarten Sie von Ihrer Mannschaft gegen Thun?

Ich erwarte, dass sie mit derselben Leidenschaft spielt wie beim 2:1-Erfolg am Mittwoch in St. Gallen. Auch nach dem Platzverweis von Thierry Doubai haben wir uns in Unterzahl Chancen erspielt und das Siegestor erzielt. Wir sind nicht besonders gut in die Saison gestartet, wie Basel auch nicht, aber in der Tabelle der Super League ist noch nicht viel passiert. Ende Jahr, bei Halbzeit der Meisterschaft, werden die Abstände sicher grösser sein und wir müssen schauen, dass wir dann vorne dabei sind.

«Das Wichtigste ist, dass Dudar seinen dreijährigen Sohn in die Arme nehmen kann.»

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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) Vladimir Petkovic
 Beitrag Verfasst: Freitag 15. Oktober 2010, 16:59 
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Berner Zeitung, 15.10.2010

Vladimir Petkovic: «Wir erhalten zu wenig Wertschätzung»

Nach zweiwöchiger Länderspielpause und vor dem Cupspiel am Samstag beim Zweitligisten Collombey-Muraz spricht YB-Trainer Vladimir Petkovic (47) über seine Arbeit und den Druck, über das System und die hohen Ansprüche.

Sind Sie stolz oder verärgert?
Vladimir Petkovic: Warum sollte ich stolz oder verärgert sein?

Nun, während zehn Tagen waren 12 YB-Spieler nicht im Training, weil sie mit ihren nationalen Auswahlen unterwegs waren.
Für den Verein und die Spieler ist das eine wunderbare Sache, und auch für mich als Trainer, der sicher ein bisschen stolz ist. Andererseits ist es schwierig, wenn man während über einer Woche nur 6 Spieler im Training hat.

Jetzt kommt ja am Samstag zum Glück nur das Cupspiel beim Zweitligisten Collombey-Muraz.
So denke ich nicht. Ich erwarte einen klaren Sieg, wie in der ersten Runde in Spiez, als wir 7:0 siegten. Wir wollen Sicherheit holen für die drei Heimspiele danach in der Europa League gegen Odense sowie gegen Bellinzona und GC. Es ist unser Ziel, diese vier Partien zu gewinnen.

Wenn die nächsten Partien nicht gut laufen, könnte auch Ihr Job als YB-Trainer in Gefahr sein. Spüren Sie eigentlich den Druck?
Nein, es ist so wie immer. Ich bin Fussballtrainer, und ich bin vor allem Realist. Als Trainer ist man abhängig von den Resultaten, ein Risiko besteht immer. Wenn die Mathematik nicht stimmt, ist man bald arbeitslos.

Und wie geht man als Trainer mit einem Spiel wie Anfang Oktober in Luzern um, als YB sehr gut spielte und hoch hätte gewinnen können, aber 0:2 verlor?
Das war eine brutale Niederlage, das ist wahr, doch man muss das Positive mitnehmen. Wir haben uns viele Chancen erspielt, wir waren druckvoll und dominant. Und wenn die Chancenauswertung besser gewesen wäre, würde die Tabelle freundlicher aussehen. Aber es ist schade, sah ich die meisten Spieler erst zehn Tage später am Mittwoch nach den Länderspielen wieder.

Dennoch: Rang 6 ist für YB enttäuschend, selbst wenn die Leistungen teilweise sehr gut waren.
Das ist eine Momentaufnahme. Uns fehlen vier, fünf Punkte, dann wäre ich zufrieden. Und diese hätten wir locker gewinnen können, gegen Xamax und Basel oder eben in Luzern. Ich finde sowieso, unsere Leistungen werden nicht gewürdigt. Wir erhalten zu wenig Wertschätzung.

Wie meinen Sie das?
Seit ich in Bern bin, höre ich von der Sehnsucht bei YB, einmal im Europacup länger dabei zu sein. Jetzt haben wir uns für die Europa League qualifiziert, und ich habe das Gefühl, für viele sei das eine Selbstverständlichkeit. Spiele gegen Stuttgart oder Getafe, Teams aus Topligen, werden betrachtet wie Spiele gegen Challenge-League-Vereine. Das stört mich, denn ein YB-Sieg gegen Getafe ist aussergewöhnlich.

Vielleicht ist das auch so, weil Basel in der Champions League gegen Bayern spielen darf.
Auch ich würde lieber gegen Real Madrid antreten. Aber im Fussball geht es um Entwicklungen, und die Europa League ist ein guter Bewerb und derzeit die richtige Liga für YB. Oft wird leider vergessen, dass wir ein sehr, sehr junges Team haben. Das soll keine Ausrede sein, aber mit Saif Ghezal, Gilles Yapi und Seydou Doumbia fehlen uns 3 wichtige Spieler aus der Achse vom letzten Herbst, als wir so stark spielten.

Also sind Sie mit den Transfers im Sommer nicht restlos zufrieden, obwohl YB gute, talentierte Spieler verpflichtet hat?
Doch, absolut, wir haben ein entwicklungsfähiges, junges Team, das Zeit braucht. Ich weiss aber, dass es im Fussball und gerade bei YB schwierig ist, Zeit für einen Aufbau zu verlangen.

Vor allem, weil im Verein nach dem Rausschmiss von CEO Stefan Niedermaiers Anfang August mal wieder Unruhe herrscht.
Ich darf mich von Veränderungen nicht ablenken lassen und arbeite gleich weiter. Fussball ist ein schnelles Geschäft, jede Woche kann sich wieder etwas ändern. Man muss mental stark sein, sonst geht man kaputt.

Der neue Chef Ilja Kaenzig hinterlässt einen guten Eindruck. Wie läuft die Zusammenarbeit?
Er arbeitet viel und hart. Wir sprechen oft miteinander, er kennt sich im Fussball aus und hat viele Ideen. Im Scoutingbereich haben wir viele Fortschritte erzielt und bauen massiv aus.

Fehlt Ihnen denn nicht ein torgefährlicher Stürmer? Henri Bienvenu wirkte zuletzt müde.
Ein Trainer fordert grundsätzlich immer mehr. Aber ich bin zufrieden. Bienvenu spielte in der Champions-League-Qualifikation gegen Fenerbahçe und Tottenham ausgezeichnet. Es ist normal für einen jüngeren Spieler, und auch Bienvenu ist erst 22 Jahre alt, dass er nach grossen Partien in ein kleines Loch fällt. Zum Glück spielte Emmanuel Mayuka wirklich stark, als wir ihn für Bienvenu einsetzten.

Nassim Ben Khalifa könnte im Winter leihweise von Wolfsburg zu den Young Boys stossen.
Ben Khalifa ist erst 18 Jahre alt, aber ein interessanter Stürmer. Doch wir haben schon viele interessante Stürmer. Wenn wir entscheiden, dass Ben Khalifa eine Verstärkung sein kann, dann ist es gut. Aber wir holen keinen, nur damit wir noch einen Stürmer mehr haben. Er muss uns schon sehr viel weiterbringen.

Sie entschieden sich zuletzt für eine Stammformation, und so sitzen letztjährige Leistungsträger wie Alberto Regazzoni, Mario Raimondi, Xavier Hochstrasser und auch Marco und Christian Schneuwly seit Wochen nur auf der Bank.
Jeder im Team muss seine Rolle akzeptieren. Und jeder kann sich jeden Tag aufdrängen. Ich habe mich gegen die Rotation entschieden, weil wir in Bellinzona Anfang Saison sehr schwach spielten und 1:2 verloren, als ich nach einem Europacupspiel mehrere Positionen geändert hatte. Ich sage den Spielern, sie müssen mir Argumente geben, warum ich sie mehr einsetzen soll. Wir haben ein breites Kader mit einer guten Bank, das ist anders als letztes Jahr und ein wichtiger Schritt im Prozess bei YB.

Prominente Ersatzspieler...
...wir haben nur Stammspieler...

...okay, prominente Ergänzungsspieler haben doch hohe Ansprüche.
Jeder weiss, dass er bei mir immer Chancen erhält. Und die Saison dauert lange, wir haben viele Partien. Am Ende muss ich den Kopf hinhalten, wenn die Resultate nicht stimmen.

Und warum haben Sie das System geändert und spielen nicht mehr im 3-4-3-, sondern meistens im 4-1-4-1-System?
Das war auch, um die Spieler zu schützen. Es gab viele Provokationen gegen unser System, zum Beispiel von den Medien. In erster Linie aber wollte ich vor den Europacupspielen mit einer Viererkette mehr Stabilität ins Team bringen, auch weil ich regelmässig mit den Spielern rede und merkte, dass sich einige wohler damit fühlen. Das heisst aber nicht, dass wir nicht auch wieder mit einer Dreierkette hinten spielen werden. Wir müssen flexibel bleiben und für unsere Gegner schwierig auszurechnen.

YB will Titel gewinnen. Wie sehen Sie die Chancen?
Ach, es ist jetzt nicht der richtige Zeitpunkt, um über Titel zu sprechen. Die nächsten Wochen werden entscheiden, wohin unsere Reise geht. Manchmal fehlen mir die Grautöne, es ist immer alles schwarz oder weiss. Die Pfiffe zuletzt gegen Alex Frei waren lächerlich, so etwas gibt es nur hier. Das hängt mit der Kultur zusammen, in der Schweiz wird sehr schnell gepfiffen, in Spanien schwenkt man dann halt die weissen Fahnen.

Bei YB aber setzte der Verein vor der Saison die Messlatte hoch, und auch bei der Vorstellung Ilja Kaenzigs, als von der «3. Wachstumsphase» gesprochen wurde.
YB will Meister werden, das will auch ich. Wie Sie sagten, haben wir ein sehr talentiertes Team, und ich sage nochmals: Wenn wir die Zeit bekommen, den Aufbau seriös zu planen, kann YB bald Titel gewinnen.

Glauben Sie, dass Luzern bis am Ende oben mitspielen kann?
Dazu braucht es auch Glück, und das hatte der FCL zuletzt. Er ist ein starkes Team mit guten Einzelspielern. Wenn es keine Verletzten gibt, traue ich Luzern viel zu. Aber was ist, wenn Hakan Yakin länger ausfällt? Uns lief es letzte Saison in der Vorrunde auch sehr gut, aber es gibt immer eine Rückrunde. Und da hat Basel zuletzt gezeigt, was auch bei grossem Rückstand möglich ist.

Also schauen Sie nach Partien mit YB immer noch zuerst, wie der Rivale FC Basel gespielt hat?
YB misst sich mit den besten Teams der Schweiz, und da ist es doch menschlich, gucke ich zuerst, wie Basel und auch Zürich gespielt haben. Doch den FC Luzern unterschätzt garantiert niemand. Es ist auch schön für die Liga, stehen nicht immer die gleichen Teams oben.

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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) Vladimir Petkovic
 Beitrag Verfasst: Montag 25. Oktober 2010, 12:34 
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...es ist Zeit für ihn zu gehen!


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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) Vladimir Petkovic
 Beitrag Verfasst: Sonntag 31. Oktober 2010, 00:25 
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Blick, 27.10.2010

«Herr Petkovic, haben Sie Angst vor einer Entlassung?

»BERN - Von der Klubleitung wird er gestützt. Nach dem 1:1 gegen Bellinzona steht Vladimir Petkovic dennoch im Gegenwind. Was ihn nicht weiter beunruhigt.

Vladimir Petkovic, gabs nach dem 1:1 gegen Bellinzona in der Garderobe Besuch von der Klubführung?

Petkovic: Nein, warum auch? Uns fehlt bloss die Effizienz. Hätten wir ein Tor mehr gemacht, wäre alles im Lot. So aber fehlt das Resultat. Und nun wird alles in Frage gestellt. Aber das ist in diesem Geschäft normal.

Die Effizient fehlte in der ersten Halbzeit. Doch da war auch diese grauenhafte zweite.

Gegen Ende haben wir die Müdigkeit aus dem Europa-League-Spiel gegen Odense gespürt. Aber das war egal. Wir hätten da längst 4:1 führen müssen.

Ilja Kaenzig, Ihr Boss, findet es nicht normal, dass YB nach zwölf Runden gleich viele Punkte hat wie Xamax, Thun oder Bellinzona.

Ich auch nicht, keine Frage.

Woran liegts? An der Doppelbelastung wegen des Europacups? Oder immer noch am Trauma der verlorenen letzten Meisterschaft?

Das Trauma mag zu Saisonbeginn mit ein Grund gewesen sein. Zudem gings da auch noch um die Champions League. Jetzt aber nicht mehr. Wir sind im Rhythmus. Es fehlen halt die letzten fünf Prozent. Aber die kommen erst mit den Resultaten.

Ist das also ein Teufelskreis? Oder die Frage nach dem Ei und dem Huhn: Was war zuerst?

Ich habe auch viel Positives gesehen, das mir Hoffnung macht. Es hängt nur an Details. Aber klar: Diese fünf Prozent müssen zuerst kommen.

Ist die Partie gegen GC schon ein Schicksalsspiel – auch für Sie?

YB ist – wie Basel und der FCZ – zu einem Team geworden, gegen welches die Gegner übers Limit hinausgehen. Und oft bloss destruktiv spielen. Aber Schicksalsspiel? Nein. Jede Autofahrt ist doch auch eine Schicksalsfahrt. Da hat man das Schicksal nicht immer in den eigenen Händen. Im Fussball kann man das eigene Schicksal steuern.

Als Trainer vielleicht ein bisschen weniger. Haben Sie Angst vor einer Entlassung?

Nein, natürlich nicht. Das ist immer eine Option. Deshalb lohnt es sich auch nicht, gross darüber nachzudenken. Ich gebe immer alles, das zählt für mich. Im Fussball entscheidet am Ende halt die Mathematik.

http://www.blick.ch/sport/fussball/superleague/bsc-young-boys/herr-petkovic-haben-sie-angst-vor-einer-entlassung-159400

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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) Vladimir Petkovic
 Beitrag Verfasst: Sonntag 6. Februar 2011, 13:25 
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Der Bund, 05.02.2011

Durchstarten, sonst könnte es für Petkovic eng werden

YB vor dem Rückrundenstart: Die ersten Meisterschaftsspiele, die beiden Sechzehntelfinals gegen St. Petersburg und der Cup-Viertelfinal gegen den FCZ entscheiden darüber, ob YB eine bisher durchzogene Saison veredeln kann oder nicht.

Eines muss man YB lassen: Die Berner schafften es auch während der Winterpause problemlos, sich im Gespräch zu halten. Es gab positive Meldungen wie die Verpflichtung des Schweden Ale­xander Farnerud und das Engagement von Marketing- und Veranstaltungsprofi Thomas Gurtner, der ab Mai vollamtlicher Stadionchef wird. Auf der anderen Seite des Spektrums liegen die reichlich unprofessionell vollzogene Trennung von Sportchef Alain Baumann und die (sprachlichen) Missverständnisse rund um die Ausstiegsklausel beim Koreaner Koo Ja-Cheol, der nun statt in Bern in Wolfsburg spielen wird.

Unmittelbare Folge des missglückten Transfers ist, dass YB ohne zusätzlichen Stürmer in die heute beginnende Rückrunde steigt. Farnerud, der einzige Zuzug, gilt wohl als technisch versierter und zweikampfstarker Mittelfeldspieler, doch er hat sich weder bei Bröndby Kopenhagen noch bei Stuttgart den Ruf erworben, ein gefürchteter Torjäger zu sein. So bleibt dem treuen YB-Anhang nichts anderes übrig, als sich an die Hoffnung zu klammern, dass einer aus dem Quartett Henri Bienvenu, Emmanuel Mayuka, Moreno Costanzo und Marco Schneuwly in den nächsten Wochen regelmässig trifft. Die vier Offensivkräfte erzielten in der Vorrunde zusammen magere 13 Tore. Zum Vergleich: Ausnahmestürmer Seydou Doumbia konnte vor Jahresfrist allein 17 Tore vorweisen.

Verlieren verboten

Die Berner haben ohnehin keine Zeit, sich warmzuspielen. In der Meisterschaft müssen sie zum Auftakt sowohl in Bellinzona wie auch im Heimspiel gegen den FC Zürich das Punktemaximum holen, um sich nicht frühzeitig endgültig aus dem Titelrennen zu verabschieden. Dies, weil das Spitzentrio Zürich, Basel und Luzern bereits jetzt zwischen sechs und acht Zähler mehr auf seinem Konto hat. Ein erfolgreicher Rückrundenstart ist auch deshalb enorm wichtig, weil schon am 17. Februar in der Europa League (EL) die nächste grosse Herausforderung wartet. Zu Gast im Stade de Suisse Wankdorf wird an diesem Donnerstagabend Zenit St. Petersburg sein, einer der Topfavoriten. Um den starken Russen im Hin- und Rückspiel Paroli bieten zu können, braucht YB nebst Wettkampfglück eine grosse Portion Selbstvertrauen und Frechheit. Fehlen diese beiden Elemente, werden die Berner chancenlos sein. Sie müssten sich dann ganz auf den nationalen Cupwettbewerb konzentrieren, in dem sie am 2. März in den Viertelfinals zu Hause auf den FC Zürich treffen.

Der Trainer steht unter Druck

Ein YB, das im Februar und Anfang März zaudert und schwach spielt, würde mit grosser Wahrscheinlichkeit die Trainerdiskussion wieder lancieren. Vladimir Petkovic sitzt seit dem Scheitern in der letztjährigen Finalissima gegen den FC Basel längst nicht mehr so fest im Sattel, wie das seitens der Klubführung immer wieder betont wird. Ob ihn entlassen sinnvoll wäre, ist eine andere Frage. Er hat zwar in der ersten Jahreshälfte 2010 nicht immer glücklich entschieden, doch andererseits ist es ihm gelungen, eine durch das verpatzte Meisterschaftsende total verunsicherte Mannschaft während der Vorrunde einigermassen zu stabilisieren. Und nicht zu vergessen: Petkovic ist für die grössten YB-Erfolge seit über 20 Jahren auf internationalem Parkett verantwortlich. Unter ihm haben die Berner die EL-Sechzehntelfinals erreicht.

Steigerung hinter den Kulissen

Unter Druck steht nicht nur Vladimir Petkovic, sondern auch Ilja Kaenzig. Nach Meinung der YB-Besitzer ist der Delegierte des Verwaltungsrates dazu prädestiniert, YB im fussballerischen Bereich auf die nächsthöhere Stufe zu hieven (Stichwort «dritte Phase»). Auf dem Weg dorthin ist Kaenzig schon mehrmals in Fettnäpfchen getreten wie jüngst bei der Entlassung von Baumann. Andererseits hat er klar signalisiert, dass er sich bei den Young Boys nicht als Alleinherrscher sieht. Dank seinem ausgezeichneten Beziehungsnetz hat er mit Hansruedi Hasler (Technischer Direktor) und Thomas Gurtner zwei Leute an Bord geholt, die auf ihrem Fachgebiet viel Sachverstand und Erfahrung mitbringen.

Hinter den Kulissen, so lässt sich heute sagen, ist YB besser aufgestellt als am Ende der Ära Niedermaier. Was jetzt noch fehlt, ist ein Team, das nicht nur in einzelnen Begegnungen, sondern über eine längere Dauer auf einem hohen Leistungslevel spielt.

http://www.derbund.ch/bern/Durchstarten-sonst-koennte-es-fuer-Petkovic-eng-werden/story/24484166

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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) Vladimir Petkovic
 Beitrag Verfasst: Samstag 12. Februar 2011, 13:12 
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Der Bund, 12.02.2011

Petkovic: «Der Druck ist nun permanent da»

7 Spiele in 21 Tagen: YB-Trainer Vladimir Petkovic erklärt, wie er dieses Pensum angehen will.

Vladimir Petkovic, in den kommenden 21 Tagen stehen bei YB sieben Spiele auf dem Programm. Da fehlt doch die Zeit für Trainings?

Ja, so sieht es aus. Die üblichen Trainings finden nur für die Spieler statt, die nicht im Einsatz waren. Denn sie müssen in Form bleiben.

Alle drei Tage ein Spiel – kommt das Rotationsprinzip zur Anwendung?

Ich schaue von Spiel zu Spiel. Wer in Form ist, spielt. Von einem Rotationsprinzip spreche ich nicht. Aber klar, sieben Spiele in 21 Tagen, das ist viel. Schon gegen den FCZ muss ich Optionen ziehen. Lulic und Degen sind gesperrt. Und gegen Zenit St. Petersburg am Donnerstag fehlt Spycher wegen einer Sperre.

Viele Spiele, das bedeutet auch viele Teamsitzungen . . .

Es wird nach den Spielen nur kurze Analysen geben, und ich halte Besprechungen über den kommenden Gegner ebenfalls kurz und setze sie im letzten Moment an. Der Druck ist nun permanent da, alle drei Tage musst du gewinnen. Da ist es wichtig, dass die Spieler im Kopf nicht müde werden.

Wird Alexander Farnerud gegen den FCZ von Beginn weg spielen?

Das entscheide ich am Samstag nach dem Training.

Emiliano Dudar gab im Bellinzona ein gutes Comeback. Das muss auch für sie eine Erleichterung sein.

Wir sind alle glücklich, dass es Emiliano wieder gut geht. Er war letzte Woche sehr auf das Bellinzona-Spiel fokussiert, auch er wusste nicht, wie er den Druck eines Meisterschaftsspiels verarbeiten wird. Anfang dieser Woche bekundete er in den ersten beiden Tagen Konzentrationsschwierigkeiten während des Trainings. Zum Glück hatte er eine Woche Zeit, um sich auf das Spiel gegen den FCZ vorzubereiten.

Während der Woche waren sechs YB-Spieler mit ihren jeweiligen Nationalteams unterwegs. Wann ist das Kader wieder komplett?

Am Freitag war trainingsfrei. Am Samstag zum Abschlusstraining ist die Mannschaft erstmals seit dem Spiel in Bellinzona wieder vollzählig zusammen.

http://www.derbund.ch/bern/Petkovic-Der-Druck-ist-nun-permanent-da/story/14021932

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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) Vladimir Petkovic
 Beitrag Verfasst: Samstag 12. März 2011, 17:16 
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Berner Zeitung, 12.03.2011

Klares Bekenntnis zu Petkovic

Es sind heikle Zeiten für Fussballtrainer. YB-Coach Vladimir Petkovic aber sitzt fest im Sattel – auch wenn YB die nächsten Spiele verlieren sollte.

Die Bundesliga spielt gerade verrückt, und der Beruf des Fussballtrainers darf in Deutschland in diesen Wochen problemlos als Hochrisikoarbeit bezeichnet werden. Über die Hälfte aller Bundesligavereine dürfte ab Sommer von einem neuen Trainer dirigiert werden – doch Ilja Kaenzig, der YB-Chef mit Bundesliga-Vergangenheit als Manager (Leverkusen, Hannover), denkt offenbar anders. «Es bringt nicht immer etwas, den Trainer zu wechseln. Manchmal liegen die Gründe, warum ein Team die Ziele nicht erreicht, auch anderswo», sagt Kaenzig. Und vor allem: «Wir sind sehr zufrieden mit unserem Trainer und haben uns entschieden, diese Saison mit Vladimir Petkovic zu Ende zu spielen. Und er soll auch in Zukunft als YB-Trainer tätig sein.»

Ilja Kaenzigs grosses Lob

Es ist, erneut, ein klares Bekenntnis der Vereinsführung zum Trainer. «Vladimir Petkovic arbeitet sehr modern. Zudem spielt das Team attraktiv, und Moral, Wille und Kondition der Mannschaft stimmen», sagt Ilja Kaenzig. «Also gibt es überhaupt keinen Grund, den Trainer zu wechseln.» Und, sowieso, man gehe im Verein nicht davon aus, dass YB am Sonntag in St.Gallen verliere und in den nächsten Wochen in der Super League nicht erfolgreich sei. «Zuletzt waren die Spieler nach den vielen Partien in kurzer Zeit müde», sagt Kaenzig. «Doch die Tendenz in der Liga stimmt. Ich bin überzeugt, dass wir uns verbessern werden.»

Obwohl die Young Boys in dieser Saison mit grösster Wahrscheinlichkeit mal wieder keinen Titel gewinnen werden (und derzeit als Fünfte nicht mal auf einem Platz liegen, der zur Europacup-Teilnahme berechtigt), sitzt Vladimir Petkovic also sehr fest im Sattel. Er freut sich – logischerweise – darüber: «Ein Trainer ist immer abhängig von der Mathematik. Doch ich glaube, dass ich in Bern gute Arbeit leiste, auch wenn es mit einem Titel noch nicht geklappt hat.» Petkovic (Vertrag bis Juni 2013) sagt, er fühle sich nicht als Trainer, dessen Job in Gefahr sei: «Wir haben im Frühling gut gespielt. Natürlich fehlte gegen Zürich im Cup und zuletzt auswärts gegen GC ein wenig die Kraft. Doch jetzt ist bei uns wieder Benzin im Tank.»

Europacup: Segen und Fluch

Und weil dieses YB jederzeit für ein Spektakel gut ist, aber in diesen Wochen auch (zu) viele Gegentore erhält, weiss man immer noch nicht so genau, was man von der talentierten Equipe halten soll. «Wir werden das Team im Sommer weiter verstärken», sagt Ilja Kaenzig. «Und Vladimir Petkovic soll dann die Chance erhalten, mit diesen Spielern zu arbeiten.» Der Trainer selber hat sich in der letzten Woche, als YB endlich mal ein paar Tage am Stück spielfrei hatte, in Ruhe Gedanken über diese Saison auf der Achterbahn gemacht. Petkovic findet: «Wir dürfen stolz sein. Europa kennt und respektiert jetzt YB. Unsere Erfolge im Europacup kann man fast höher gewichten als einen Titel.» Möglicherweise gilt das für den Moment, doch Pokalgewinne sind für die Ewigkeit. Und so haftet YB weiter der Ruf als Verliererteam in grossen Spielen an. Und auch der Trainer weiss, dass die kontinentale Zusatzbelastung negative Auswirkungen aufs nationale Geschäft hatte. «Doch jetzt können wir uns auf die Liga konzentrieren und den 2. Platz erreichen.»

Auf YB wartet also keine Trainerdiskussion. Ilja Kaenzig hat erstaunt festgestellt, «dass in Bern der YB-Trainer wohl aus Tradition nach jeder Niederlage infrage gestellt wird.» Er werde immer wieder auf die bekannten arbeitslosen Schweizer Branchengrössen Christian Gross, Marcel Koller und Lucien Favre, der mittlerweile in Gladbach Arbeit gefunden hat, angesprochen. «Natürlich sind das grosse Namen, aber vielleicht hat Petkovic ja mal noch einen besseren Namen», sagt Kaenzig. «Gross wird zu einem internationalen Topklub gehen. Und es muss ja Gründe geben, dass Koller und Favre fast zwei Jahre arbeitslos waren oder sind.» Vom hartnäckigen Gerücht, YB habe in den letzten Monaten Favre kontaktiert, hat Kaenzig auch gehört – aber in seiner Zeit ab August 2010 sei das garantiert nicht passiert.

http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussball/Klares-Bekenntnis-zu-Petkovic/story/13207583

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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) Vladimir Petkovic
 Beitrag Verfasst: Freitag 6. Mai 2011, 12:16 
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Berner Zeitung, 06.05.2011

Zitat:
Petkovic: «Ohne Druck wäre das Leben langweilig»

Vladimir Petkovic kämpft um seinen Job. Der YB-Trainer spricht im Gespräch über die Krise mit den Young Boys und seine Arbeit, über sein System und seinen Vertrag bei YB bis Sommer 2013.

Es sind mal wieder ungemütliche, hektische Tage bei YB, und besonders schwierig sind sie für Vladimir Petkovic. Nach drei Niederlagen in Serie steht der Trainer in der Kritik. Verliert YB auch am Samstag beim FC Luzern, dürfte der 47-Jährige entlassen werden – und vielleicht muss er Ende Saison sowieso gehen. Den Humor hat Petkovic aber nicht verloren. Zur Begrüssung sagt er in den Katakomben des Stade de Suisse: «Also, letztes Interview mit Vladimir Petkovic!» Um philosophisch anzufügen: «Nein, es geht immer weiter, irgendwie, irgendwo.» Im Gespräch ist der Trainer aufmerksam und freundlich, er lässt sich den Stress nicht anmerken und wirkt kämpferisch. Manchmal ist der YB-Trainer ja launisch und patzig, doch an diesem Morgen antwortet er auch auf kritische Fragen souverän und ausführlich.

Vladimir Petkovic, wie ist die Stimmungslage bei Ihnen?
Vladimir Petkovic: Gut. Nein, sehr gut sogar. Ich bin konzentriert, ich bin motiviert, ich arbeite wie immer und denke nur an das nächste Spiel in Luzern.

Es könnte Ihre letzte Partie als YB-Trainer sein.
Das kann ich nicht beeinflussen. Ich befasse mich nur mit Dingen, die ich ändern und bestimmen kann. Es ist doch normal, dass es bei einem grossen, ambitionierten Verein Unruhe gibt, wenn man dreimal in Serie verliert.

Das ist YB in der Liga seit Jahren nicht mehr passiert...
...und ich kann mich nicht erinnern, dass mir das als Trainer schon mal passiert ist. Vielleicht früher einmal bei Agno.

Sind Sie immer noch geschockt über die schwache Leistung bei der 0:1-Niederlage im Derby gegen Thun am letzten Samstag?
Ja, das war katastrophal, das ist nicht zu entschuldigen. Wobei man selbst in dieser Partie differenzieren sollte. Wir hätten nach der Startphase 3:0 führen können. Dann würden wir jetzt nicht hier sitzen, dann könnten wir in Ruhe arbeiten und keine Journalisten würden Fragen stellen, wie lange ich noch YB-Trainer bin.

Ist das jetzt nicht ein bisschen ein einfacher Ansatz?
Doch, aber ich wollte nur darauf hinweisen, dass man wegen 70 sehr schwachen Minuten gegen Thun jetzt nicht alles hier bei YB infrage stellen darf.

Aber die drei sehr bitteren Niederlagen zuletzt...
...sind schmerzhaft, logisch, auch für mich. In Zürich und Basel darf man verlieren, das sind gute Teams, und wir verloren jeweils knapp 1:2. Für den Auftritt gegen Thun nach guten 15, 20 Minuten aber schäme ich mich, das darf uns nicht passieren. Es ist eine Schande für unsere Fans, die Geldgeber und alle, die bei YB arbeiten. Uns fehlte es an Stolz, an Klasse, an Leidenschaft, an Wille. Es ist mir unerklärlich, wie wenig die Mannschaft an sich glaubte.

Sie denken aber, die Spieler noch zu erreichen und mit Ihnen noch Erfolge feiern zu können?
Selbstverständlich. Es gibt immer Rückschläge, doch das Team war in der Vergangenheit bereit, wenn es galt, eine Reaktion zu zeigen. Und mir wurde ja vorgeworfen, ich hätte den Spielern den freien Sonntag nach dem Thun-Spiel nicht gestrichen. Aber manchmal bekommt man einen klaren Kopf und gute Ideen, wenn man nicht gleich reagiert, sondern sich alles gut überlegt.

Und was für Ideen sind Ihnen eingefallen, um zu reagieren?
Es geht jetzt darum, nicht zu blockieren, und ich glaube, dass ich mental so stark bin, um dem Team zu helfen. Wir haben unter der Woche über zwei Stunden zusammen gesprochen, jeder Spieler hat seine Sichtweise dargelegt, ich habe zu jedem Spieler gesprochen und jedem vor allen anderen eine Frage gestellt.

Worum ging es da konkret?
Das bleibt intern. Aber im Grundsatz ging es darum, dass es jedem bewusst wird, was für YB auf dem Spiel steht. Wir wollen unbedingt Dritter werden, dann können wir in der Europa-League-Qualifikation im Sommer erst in der dritten Runde einsteigen.

Das sind bescheidene Ziele. Die Vereinsführung fordert Titel. Und vor einem Jahr hatten Sie mit YB zum gleichen Zeitpunkt 20 Punkte mehr auf dem Konto und waren auf Meisterkurs.
Ich bin auch nicht zufrieden mit unserer Punkteausbeute. Es gab viele Probleme, wir schossen zu Saisonbeginn wenig Tore, später stabilisierten wir uns, aber es gab immer wieder Begegnungen, die unglücklich liefen. Und man darf die Belastung durch die zusätzlichen Partien im Europacup einfach nicht vergessen. Das war eine neue Erfahrung, nächstes Jahr werden die Spieler davon profitieren. In dieser Saison aber mussten wir viel Lehrgeld bezahlen und waren überfordert. Im Übrigen finde ich es sehr gut, hohe Ziele zu haben. Dieser Verein besitzt die Möglichkeiten, schon bald Titel zu gewinnen.

Vielleicht aber nicht mehr mit Ihnen. Was denken Sie, wenn Sie hören und lesen, die Partie am Samstag sei für Sie ein Endspiel?
Ich lese selten Zeitungen (lacht). Ohne Druck wäre das Leben langweilig, das ist für mich beste Motivation. Zudem hat mir niemand gesagt, dass ich entlassen werde, wenn wir am Samstag verlieren, das sind Spekulationen. Aber wenn ein Team immer verliert, wird der Trainer logischerweise ein Thema, dessen bin ich mir schon bewusst. Ich habe schon mitbekommen, dass man im Verein nicht zufrieden mit der Lage ist und uns nach der Niederlage gegen Thun stark kritisierte.

Sie wirken ausgeglichen und nicht besonders beunruhigt.
Ich wäre unruhig, wenn ich schlecht arbeiten würde oder wenn ich das Gefühl hätte, die Spieler und ich würden nicht mehr richtig harmonieren. Das ist nicht der Fall. Ausserdem trägt der Trainer viel Verantwortung, da kann ich die Schultern nicht hängen lassen. Ich muss vorleben, wie wir auf die Siegerstrasse zurückkehren können. Ich besitze genug Persönlichkeit und einen starken Charakter, um mit dieser Situation klarzukommen.

Aber könnte es sein, dass die junge, talentierte Mannschaft überschätzt worden ist?
Ich glaube das nicht. Wir sind einfach noch nicht konstant genug. Es gab ausgezeichnete Spiele, deshalb sind ja auch einige Akteure von uns bei ausländischen Vereinen im Gespräch. Das zeigt doch, dass wir gut gearbeitet haben und nicht alles schlecht war. Wir dürfen jetzt einfach nicht die Nerven und die Geduld verlieren.

Was werfen Sie sich persönlich für Fehler vor?
Fehler passieren immer, aber grundsätzlich bin ich von unserer Arbeitsweise überzeugt. Wir haben hier zweieinhalb erfolgreiche Jahre gehabt, sogar diese Saison war mit der Qualifikation für die Sechzehntelfinals in der Europa League teilweise ein Erfolg.

Gibt es nichts, was Sie im Rückblick anders angehen würden?
Möglicherweise hätte ich mich letztes Jahr stärker für neue, erfahrene Spieler einsetzen sollen. Nur mit jungen Kräften geht es nicht. Wir verloren im Januar 2010 mit Saif Ghezal den wichtigsten Abwehrspieler, in der letzten Sommerpause gingen mit Gilles Yapi und Seydou Doumbia der beste Mittelfeldspieler und der klar stärkste Stürmer. Das waren Abgänge, die man vielleicht mit bestandenen Akteuren hätte ersetzen müssen. Wir aber holten vor allem junge, entwicklungsfähige, talentierte Spieler. Jetzt sind mit Alexander Farnerud in der Winterpause sowie mit Michael Silberbauer im Hinblick auf nächste Saison international erfahrene Leute verpflichtet worden. Das ist der richtige Weg.

Sie bieten aber auch Angriffsfläche, weil Sie das ungewöhnliche System mit drei Verteidigern zwar kurzzeitig aufgaben, jetzt aber wieder so spielen lassen.
Wir sind letzte Saison mit diesem System fast Meister geworden. Ich kann mich nur wiederholen: Dieses System bietet grosse Flexibilität. Es geht darum, dass die Spieler ihre Aufgaben erfüllen, dann spielt es keine Rolle, ob wir mit zwei, drei, vier oder fünf Verteidigern spielen. 60 bis 70 Prozent aller Gegentore fallen sowieso nach individuellen Fehlern...

...die vielleicht auch geschehen, weil sich einzelne Spieler nicht wohl fühlen im System...
...das glaube ich nicht. Dann wären aussergewöhnlich gute Leistungen, wie wir sie auch gezeigt haben, nicht möglich gewesen. Zuletzt erreichten einige Spieler ihre Form nicht. Und gegen Thun erhielten wir ein Gegentor nach einem Freistoss, da spielt das System absolut keine Rolle. Nein, ich lasse mich nicht auf solche Diskussionen ein, das bringt nichts.

Sie gehen also immer noch davon aus, Ihren Vertrag bis 2013 bei YB erfüllen zu können?
Selbstverständlich, dafür kämpfe ich hart. Wir müssen diese Saison mit Anstand beenden und eben unbedingt noch den dritten Platz erreichen. Dann beginnt eine neue Saison mit neuen Zielen.

Ihre Entlassung würde YB rund 1,5 Millionen Franken Abfindung kosten. Ist das Ihr Glück?
Warum sollte das Glück sein? Es hat doch nichts mit Glück zu tun, dass ich einen langfristigen Vertrag erhalten habe.

Nein. Aber es könnte Ihr Glück sein, dass es YB so teuer kommt, Sie zu entlassen. Deshalb wartet der Verein weiter ab.
Wenn man von mir nicht mehr überzeugt wäre, würde mich auch dieser Vertrag nicht mehr schützen. Ich bin der Meinung, das ich diesen Vertrag damals verdient hatte, weil ich gut arbeitete und wir im Dezember 2009 deutlich an der Spitze lagen. Und ich hoffe, dass ich es weiter beweisen darf, diesen Vertrag bei YB verdient zu haben.


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/20162770

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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) Vladimir Petkovic
 Beitrag Verfasst: Sonntag 8. Mai 2011, 13:05 
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Danke Vladimir für alles! Dein Spielssystem zeigte uns meist einen erfrischenden Offensivfussball. Es gab einige Spiele unter deiner Regie welche ich nie vergessen werde. Zum Beispiel der Cup Halbfinal gegen Basel 2009 und letztes Jahr das Spiel gegen die Tottenham Hotspurs in der Champions League.

Ich wünsche Dir weiterhin ein erfolgreiche Trainerkarriere national und international.

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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) Vladimir Petkovic
 Beitrag Verfasst: Sonntag 8. Mai 2011, 13:17 
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mille grazie und viel glück!


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