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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) Vladimir Petkovic
 Beitrag Verfasst: Samstag 15. Mai 2010, 16:23 
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20min.ch, 15.05.2010

"Schade, dass Basel nur Zweiter wird"

Vladimir Petkovic hat die Chance, in seinem zweiten Jahr mit den Young Boys seinen ersten Titel auf höchster Stufe als Cheftrainer einzufahren.

Der Kroate kann sich in Bern 24 Jahre nach dem letzten Meistercoach Alexander Mandziara ebenfalls unsterblich machen.

Sehen Sie die Young Boys nach dem 1:5 bei Luzern noch immer in der Favoritenrolle für die Finalissima?
Vladimir Petkovic: Ja, diese Rolle übernehmen wir. Wir haben die ganze Saison überzeugend gespielt, haben zu Hause auf Kunstrasen 90 Prozent oder mehr Spiele gewonnen. Ich verschwende keinen Gedanken daran, dass es nicht klappen könnte. Mit YB und Basel treffen die beiden Teams aufeinander, die in Sachen Punkte und Leistung den Titel verdient haben. Schade, dass Basel nun Zweiter wird ...

Aus welchen Gründen holt YB am Sonntag gegen Basel den Meistertitel?
Die ganze Saison spricht für uns. Wir haben gut gespielt, waren immer ganz oben dabei, haben 32 Runden lange geführt. Das war eine grosse Überraschung, Basel hat 20 bis 30 Millionen Franken mehr Budget als wir. Aber das alles spielt am Sonntag keine Rolle mehr.

Sie befinden sich in einer heiklen Ausgangslage. YB muss um jeden Preis gewinnen, Basel kann auf Konter spielen. Wie lautet ihre taktische Marschroute?
Wir müssen gewinnen, deshalb müssen und werden wir die Spielgestaltung übernehmen und unsere Worte auf dem Platz umsetzen. Basel hat mehrere Möglichkeiten und muss sich entscheiden, welche Option es wählt. Mein Team ist es gewohnt zu gewinnen. Ich erwarte Freude, Leidenschaft, taktische Disziplin und gesunde Aggressivität.

...und kontrollierte Offensive, damit sie nicht ins offene Messer laufen?
Ja, volle kontrollierte Offensive!

Wie sehen Sie die Rolle des Trainers? Inwiefern können Sie überhaupt noch eingreifen?
Die Rolle des Trainers ist zwei Tage vor einem Spiel wichtig, aber nicht extrem wichtig. Wir arbeiten nun seit fast zwei Jahren zusammen. Wenn das Team die Inputs bislang nicht begriffen hat, dann wird das bis zum Spiel auch nicht mehr gelingen...

http://www.20min.ch/sport/fussball/story/-Schade--dass-Basel-nur-Zweiter-wird--28156805

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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) Vladimir Petkovic
 Beitrag Verfasst: Dienstag 18. Mai 2010, 10:02 
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Berner Zeitung, 18.05.2010

YB-Trainer Petkovic: «Uns fehlten auch die Leaderfiguren»

Nach verpasstem Meistertitel äussert sich Vladimir Petkovic zur schwachen YB-Leistung in der Finalissima und zum FC Basel, zu seinen Spielern und der Zukunft. Der YB-Trainer sagt: «Wir dürfen trotz allem stolz auf diese Saison sein.»

Wie haben Sie die Stunden nach der bitteren Niederlage in der Finalissima gegen Basel verbracht?
Vladimir Petkovic: Es gab noch ein Essen im Stadion, dann war ich mit meiner Familie zusammen, habe TV geschaut und mit einigen Freunden telefoniert. Und am Montagmorgen hatten wir bereits erste Sitzungen, um die Saison zu analysieren.

YB hat mal wieder zahlreiche Fans enttäuscht. Haben Sie viele negative Reaktionen erhalten?
Nein, überhaupt nicht. Gut, ich war nicht in der Stadt, aber die meisten Leute sehen, dass wir eine ausgezeichnete Saison gespielt haben. Wir haben 77 Punkte geholt, wir waren fast die gesamte Zeit an der Tabellenspitze, wir haben über 22500 Zuschauer im Schnitt pro Heimspiel gehabt, das ist alles nicht so schlecht. Unser Pech war, dass der FC Basel im Frühling besser war. Das müssen wir akzeptieren. Aber, einmal ehrlich, das ist ja auch ein ungleiches Duell.

Wie meinen Sie das?
Nun, der FCB hat ein deutlich höheres Budget, und selbst wenn er Verluste schreibt, ist das alles kein Problem. Im Team der Basler hat es viele erfahrene Spieler. Qualität kostet eben auch Geld. Wir haben den FCB bis zur letzten Runde fordern können. Und wenn uns das jemand vor der Saison gesagt hätte, wären wir bestimmt nicht unzufrieden gewesen. Zudem darf man nicht vergessen, dass wir alle anderen Mannschaften deutlich distanziert haben. Bei uns muss nicht nur in der Vorrunde alles passen, um Meister werden zu können.

Am Ende bleibt aber der Eindruck, dass YB erneut im entscheidenden Moment versagt hat. Haben Sie eine Erklärung für den schwachen und mutlosen Auftritt in der Finalissima?
Na, ja, die ersten 15, 20 Minuten waren ganz gut, wir begannen druckvoll. Doch auf das erste Gegentor fanden wir keine Antwort, wir waren wie gelähmt. Wenn Alberto Regazzonis Schuss nicht knapp neben, sondern ins Tor geht, wären wir vielleicht nochmal im Spiel gewesen. Aber Basel war besser, stärker, selbstbewusster. Uns hat die Überzeugung gefehlt, das war am Sonntag ein mentales Problem. Und uns fehlten auch die Leaderfiguren

...ist das eine Spielerkritik?
Nein, die Spieler sind ja nicht verantwortlich für die Kaderzusammenstellung. Das ist eben auch eine Frage der Finanzen. Spieler wie Basels Benjamin Huggel sind nicht billig. Aber wir müssen jetzt Schritt für Schritt weitermachen. Wir sind wieder Zweiter geworden, waren aber näher dran. Nun müssen wir das Team verstärken. Und mit Christoph Spycher kommt nun ja ein absoluter Führungsspieler, auch Ammar Jemal besitzt als Nationalspieler Tunesiens viel Erfahrung, und Senad Lulic ist ein Akteur, wie er uns gefehlt hat. Er provoziert auch mal, er ist unangenehm.

War der Druck nicht schlicht zu gross für die Spieler? Auch Sie betonten in den letzten Wochen immer, YB sei Titelfavorit.
Was hätte ich denn sagen sollen? Wir führten die Tabelle immer an. In der Rückrunde lief es uns nicht mehr wie gewünscht, wir mussten uns die Siege erarbeiten, oft in letzter Minute, das zehrte an der Substanz. Dazu gab es regelmässig Unruhe in den Medien, es gab Sperren, Verletzungen und Rückschläge. Ich wollte dem Team helfen, es in der Öffentlichkeit starkreden.

Was würden Sie denn im Rückblick gerne anders machen?
Das ist schwer zu sagen. Nachher ist man immer schlauer. Lange Zeit lief es sehr gut, die Vorrunde war fantastisch. Aber da gab es eben auch kaum Verletzungen, kaum Sperren. Doch es gibt sicher Dinge, die ich anders hätte machen können. Ich hätte beispielsweise noch entschlossener sein müssen.

Zum Beispiel im Umgang mit Gilles Yapi, dem Sie in der Rückrunde und nach Bekanntgabe seines Wechsels zu Basel nicht mehr bedingungslos vertrauten?
Das Theater um Yapi und auch um Seydou Doumbia hat uns sicher geschadet. Yapi hat unser attraktives Spiel in der Vorrunde geleitet, er war der Leader. Ja, vielleicht hätte ich damals im Januar entscheiden sollen: Yapi stärken oder rauswerfen.

Yapi erreichte danach nie mehr die Form der Vorrunde.
Ja, eben, er spielte auf einmal schlechter, andere waren besser drauf. Das ist alles sehr unglücklich gelaufen für uns. Im letzten Sommer verlängerten wir den Vertrag mit Yapi nicht vorzeitig, weil wir seine Entwicklung abwarten wollten. Und weil mit Thierry Doubai sein potenzieller Nachfolger ja bereits im Kader ist. Ich habe immer gerne mit Yapi gearbeitet, er ist ein aussergewöhnlicher Fussballer. Leider verlief das letzte Halbjahr schlecht. Wir verloren unseren Chef auf dem Spielfeld.

Aber das kann doch nicht der einzige Grund für den krassen Leistungsabfall mit am Ende sehr schwachen Leistungen sein.
Natürlich nicht. Uns fehlte Marco Schneuwly die gesamte Rückrunde im Sturm, Scott Sutter fiel länger aus, Doumbia war oft angeschlagen, Emiliano Dudar gesperrt, dazu kamen Mario Raimondi und Doubai nach längeren Verletzungspausen zurück, sie brauchten Zeit. Wir können personelle Probleme schlechter kompensieren als Basel.

Unübersehbar waren zuletzt die defensiven Mängel.
Auch da war ein wenig Pech dabei. Saif Ghezal wollte im Winter unbedingt weg, wir holten Hassan Lingani, und er verletzte sich sofort und fehlte dann die ganze Zeit. Vielleicht hätten wir einen weiteren Verteidiger holen sollen. Aber wir hatten ja genügend Abwehrspieler.

Weiter grosse Pläne

Vladimir Petkovic sieht am Tag danach erstaunlich ausgeruht aus. Viel geschlafen hat er nach der 0:2-Niederlage gegen Basel zwar nicht, doch der YB-Trainer und die anderen Verantwortlichen des Vereins sind am Montag bereits daran, die alte Saison zu analysieren – und die neue zu planen. Die erschreckend schwachen Leistungen der Young Boys in den letzten zwei Partien führen zu intensiven Besprechungen, aber vom eingeschlagenen Weg soll nicht abgewichen werden. «Wenn wir so gut und hart weiterarbeiten, werden wir bald belohnt werden», sagt Petkovic.

Im Gespräch ist der 46-Jährige sehr konzentriert, er überlegt oft länger, bevor er antwortet. Die zuweilen aggressive Haltung Petkovics ist jetzt nicht zu erkennen, vielleicht war das forsche Auftreten in den letzten Wochen auch ein Schutzschild. Petkovic lacht ab und zu und wirkt nicht niedergeschlagen. «Es gibt ja Gründe, warum wir gescheitert sind. Basel war am Sonntag das bessere Team.»

Nach dem Jahresessen des Vereins heute Abend wird sich Vladimir Petkovic auch ein paar freie Tage gönnen und nach Italien fahren. Aber die nächste Saison und die Kaderplanung werden ihn stets beschäftigen, bevor am 10. Juni der Trainingsbetrieb bereits wieder losgeht. Und Petkovic hat mit YB auch im Europacup Grosses vor, die Champions League schreibt er trotz schwieriger Gegner in der Qualifikation nicht ab.

An der WM wird der kroatisch-schweizerische Doppelbürger die helvetische Mannschaft unterstützen. Petkovics WM-Favorit ist aber Spanien («Sofern alle Spieler fit sind»), als erste Herausforderer sieht er Brasilien und Argentinien. Er sagt: «Ich hoffe, der Offensivfussball wird sich durchsetzen.»


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussball/YBTrainer-Petkovic-Uns-fehlten-auch-die-Leaderfiguren/story/24762626

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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) Vladimir Petkovic
 Beitrag Verfasst: Dienstag 27. Juli 2010, 13:09 
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Berner Zeitung, 27.07.2010

YB-Trainer Petkovic: «Sind 149 Punkte in 68 Spielen nichts?»

Vladimir Petkovic spricht nach dem harzigen YB-Saisonstart über Team und System, Philosophie und Ziele. Und der Trainer erklärt, wie YB in der 3.Qualifikationsrunde zur Champions League gegen Fenerbahçe gewinnen kann.

Wie zufrieden sind Sie mit dem Saisonstart der Young Boys?
Vladimir Petkovic: Es gab gute Momente, es gab aber auch schlechte Phasen. Insgesamt haben wir zwei Punkte weniger als budgetiert. Wir haben uns viele Torchancen erspielt, aber erst nach einem Eckball und nach einem Freistoss getroffen. Das muss und wird besser werden.

Aber Titelkonkurrent Basel hat schon vier Punkte mehr ...
... ach, es dauert noch 34 Runden. Unser Rückstand stört mich noch nicht. Wir haben jetzt ein breiteres Kader, das wird sich im Verlauf der Saison auszahlen. Aber die vielen neuen Spieler müssen zuerst richtig integriert werden, das dauert und geht nicht von heute auf morgen.

Spüren Sie jetzt grösseren Druck als letzte Saison?
Druck ist immer da. Stimmen die Resultate nicht, dann droht die Entlassung, das gehört zum Berufsrisiko. Wenn wir die nächsten fünf Spiele verlieren, brennt es, dann fordern die Medien einen Trainerwechsel, das ist völlig normal. Aber ich habe bei YB einen Vertrag bis 2013, wir wollen etwas aufbauen. Und wir sind auf einem sehr guten Weg. Manchmal ist es jedoch störend, wie schnell es geht. Zwei Spiele ohne Sieg zum Saisonstart, und schon wissen alle alles besser.

Wie meinen Sie das?
Ich habe schon meine Antennen, ich bekomme mit, was erzählt und geschrieben wird. Die Erwartungen sind sehr hoch an uns, das ist schön und ein Zeichen, dass wir zuletzt gut gearbeitet haben. Aber man darf die Relationen nie verlieren.

Und wie sehen die aus?
Wir haben ein sehr junges Team, wir bilden die Spieler aus, das braucht Zeit. Der FC Basel zum Beispiel hat deutlich mehr fertige, teure Profis als wir. Wir haben jetzt Christoph Spycher als absoluten Leader geholt, die anderen Zugänge aber sind noch jung, teilweise unerfahren. Man darf einfach keine Wunderdinge in kurzer Zeit erwarten.

Aber dann ist es doch gefährlich, wenn der Verein die offiziellen Saisonziele so ambitioniert definiert. Wenn YB Zweiter wird, den Cupfinal gegen den FCB verliert und sich auch nicht für die Gruppenphase der Champions League oder der Europa League qualifiziert, dann sind die Ziele nicht erreicht worden.
Man muss sich hohe Ziele setzen. Und es ist ja nicht so, dass ich nicht daran glauben würde, dass wir Meister werden. Das Gegenteil ist der Fall. Aber das ist ein Prozess, die Veränderungen im Kader sind gross. Und wir haben in den zwei Saisons zuletzt meistens überzeugt. Sind 149 Punkte in 68 Spielen nichts? YB-Siege sind einfach eine Selbstverständlichkeit geworden.

Bern wartet auf einen YB-Titel.
Sicher, das verstehe ich. Wir arbeiten hart daran. Die Zuschauer kommen gerne an unsere Spiele, die Zuschauerzahlen steigen regelmässig. Ich denke, wir bieten einen attraktiven, offensiven Fussball. Es ist immer einfacher, bloss zu verteidigen.

Das sagt Bayerns Trainer Louis van Gaal auch über die Spielweise von Inter Mailand unter José Mourinho oder der Schweiz an der WM unter Ottmar Hitzfeld ...
... und es stimmt doch. Wäre es schön, wenn YB so spielen würde wie Inter im Rückspiel im Champions-League-Halbfinal in Barcelona? Nein, und das ist auch nicht meine Art. Ich will nach vorne spielen, ich will gewinnen und dabei wenn möglich auch guten Fussball zeigen.

Über Ihre Dreierkette in der Abwehr wird wieder debattiert.
Ja, das weiss ich. Ich diskutiere gerne über Systeme. Und ich bin überzeugt, dass es entscheidend ist, während einer Partie das System wechseln zu können. Das haben wir übrigens in den ersten zwei Spielen in dieser Saison gemacht. Wir müssen in jeder Beziehung flexibel sein. Wir werden auch mal mit vier Spielern hinten agieren, das ist für mich kein Problem. Aber ich finde, dass die Dreierkette ideal ist.

Und warum spielen dann so wenige Teams damit?
Das ist genau das Problem vieler Leute. Weil sie etwas nicht kennen, kann es nicht gut sein. Man braucht Zeit, um ein System einzuüben, diese Zeit fehlt den meisten Trainern. Josep Guardiola bei Barcelona und Jürgen Klinsmann bei Bayern wollten auch mit einer Dreierkette hinten spielen, aber als die Resultate fehlten, stellten sie rasch wieder um. Sicher ist ja sicher. Im Übrigen haben wir letzte Saison bis zum 34. Spieltag am wenigsten Gegentore erhalten.

Dennoch gefällt die Dreierkette nicht allen. Und bei 22'500 Zuschauern im Stadion hat es halt auch 22'500 potenzielle Trainer. Gegen Luzern tat sich der neue Verteidiger Ammar Jemal noch schwer, er wirkte auch nicht besonders schnell. Und das muss man in der Dreierkette ja sein.
Oh, Jemal ist sehr schnell, da gibt es auch Auswertungen vom Sprinttraining. 15 Minuten nach der Pause waren nicht gut, das stimmt, da waren wir auf der linken Seite schwach. Aber das lag nicht nur an Jemal. In unserem System müssen auch die Aussenspieler im Mittelfeld konzentriert nach hinten arbeiten. Zudem ist es, je nach Spielsituation, bei uns auch eine Viererkette. Das kommt schon gut, und wir könnten ja auch vier Punkte mehr haben, wenn es nicht zwei falsche Schiedsrichterentscheidungen gegen uns gegeben hätte. Doch wir jammern nicht, das bringt uns nichts.

Interessant wird trotz vieler starker YB-Offensivspieler auch sein, wer die 30 Tore von Seydou Doumbia erzielen soll.
Ja, wir haben übrigens nicht nur Doumbia verloren, sondern mit Gilles Yapi auch den Spielmacher sowie mit Saif Ghezal im letzten Winter einen sehr starken Abwehrspieler. Das darf man nicht vergessen. Doch ich glaube, wir haben gute, junge Fussballer geholt. Und wenn drei Spieler je 15 Tore erzielen werden, wäre das auch nicht schlecht. Henri Bienvenu wird sehr wertvoll sein, Moreno Costanzo kann Tore schiessen, auch Alberto Regazzoni und David Degen, und mit Marco Schneuwly sowie Senad Lulic sind zwei Offensivspieler da, die zuletzt ein halbes Jahr verletzt waren. Auch sie werden wichtig werden. Und der junge Emanuel Mayuka darf sich in Ruhe entwickeln, er ist sicher jetzt noch nicht so weit, der Nachfolger von Seydou Doumbia zu sein.

Und warum hat YB im Sommer nicht einen Stürmer geholt, der bereits etabliert ist?
Es kostet sehr viel Geld, einen Spieler zu verpflichten, der wie Alex Frei bei Basel mindestens 20 Saisontore garantiert. Unser Weg ist ein anderer und richtig für YB, selbst wenn es vielleicht nicht allen passt, dass wir mehr mit jungen Spielern arbeiten, die man dann vielleicht mal wie Doumbia für viel Geld verkaufen kann. Wir planen langfristig.

YB hat hohe Ziele, braucht aber kurzfristig Erfolg. Was liegt im Europacup drin?
Wir wollen uns für eine Gruppenphase qualifizieren, im Idealfall in der Champions League. Aber das wäre eine Sensation, das darf man nicht vergessen. Fenerbahçe Istanbul ist ein europäischer Topklub mit einem deutlich höheren Budget und wesentlich mehr Europacup-Erfahrung als YB. Wir müssen zweimal eine Topleistung zeigen, dann können wir Fenerbahçe herausfordern. Wenn wir weiterkommen, wären wir mindestens schon in der Europa League. Und bloss noch eine weitere Überraschung von der Champions League entfernt.

http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussball/YBTrainer-Petkovic-Sind-149-Punkte-in-68-Spielen-nichts-/story/29052907

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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) Vladimir Petkovic
 Beitrag Verfasst: Freitag 30. Juli 2010, 10:53 
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Der Bund, 30.07.2010

Petkovic: «Wir haben die Latte hoch gesetzt»

Trotz Pech und Unkonzentriertheiten – nach dem 2:2 gegen Fenerbahçe im Hinspiel der Qualifikation für die Champions-League sieht YB-Trainer Vladimir Petkovic die Chance auf ein Weiterkommen.

Vladimir Petkovic, das 2:2 ist eine schlechte Ausgangslage für das Rückspiel. Oder sehen Sie das anders?

Wir haben einen klaren Sieg vergeben, keine Frage. In Istanbul müssen wir in taktischer Hinsicht nun ein perfektes Spiel zeigen, wie es uns vor einem Jahr in Bilbao beim 1:0 gelungen war. Die Ausgangslage ist so schlecht auch nicht. Fenerbahçe ist stark, wenn es den Ball hat, und in der Lage, schnell und präzis zu kombinieren. In der Abwehr aber hat es Schwächen.

Was sind das für Schwachpunkte?

Es gab Löcher im Zentrum, und die Türken gewährten uns auch auf den Seiten Platz für unsere Vorstösse. Aber wir vergaben die besten Möglichkeiten. Wir haben vor dem gegnerischen Tor zurzeit grosse Schwierigkeiten. In den ersten drei Spielen gegen Thun, Luzern und Fenerbahçe erspielten wir uns insgesamt 18 Chancen – und erzielten nur 4 Tore.

Ist das vor allem Unvermögen oder Pech?

Wenn man in einem so wichtigen Spiel wie gegen Fenerbahçe solch klare Chancen herausspielt, muss man im entscheidenden Moment einfach konzentrierter sein, als das meine Spieler waren. Klar war auch Pech dabei. Bei Costanzos Schuss prallte der Ball vom Pfosten nach aussen, beim zweiten Tor von Fenerbahçe hingegen prallte der Ball vom Pfosten ins Tor.

YB dominierte Fenerbahçe, hatten Sie das erwartet?

Es war eine gute Leistung, aber man muss auch sehen, dass der Gegner während mehr als einer Halbzeit durch den Platzverweis von Kazim in Unterzahl spielte. Wir haben noch Potenzial nach oben und einige unserer Spieler sind auch in körperlicher Hinsicht noch nicht topfit.

Was sagten Sie den Spielern am Morgen nach dem Spiel?

Ich habe ihnen gesagt: Gegen Fenerbahçe haben wir die Latte hoch gesetzt, auch wenn das Resultat nicht stimmt. Jetzt müssen wir schauen, dass wir beim Rückspiel wieder diese Höhe erreichen.

Mit Diego Lugano, WM-Teilnehmer mit Uruguay, fehlte Fenerbahçe der Abwehrchef. Wird er im Rückspiel dabei sein?

Ich gehe davon aus. Bekir, der im Zentrum spielte, und das nicht gut, ist eigentlich rechter Aussenverteidiger.

Sie sahen das Spiel aufgrund Ihrer Sperre für einmal von oben auf der Tribüne. Wie war das?

Es war schlimm. Ich konnte nicht intervenieren, ich litt. Auf der Bank konnte ich wenigstens schreien, mich abreagieren. Das hätte sich auf der Tribüne schlecht gemacht.

Am Samstag spielt YB in Bellinzona. Wenden Sie das Rotationsprinzip an?

Das ist wahrscheinlich. Unser Kader ist breiter als vergangene Saison. Wir fahren am Freitagmorgen ins Tessin und trainieren in Minusio. Die Arbeit in taktischer Hinsicht ist zurzeit sehr wichtig. Wir haben einige neue Spieler, es braucht noch eine gewisse Zeit, bis sie taktisch integriert sind.

Gibt es nach dem Fenerbahçe-Spiel angeschlagene Spieler?

Henri Bienvenu erlitt eine Oberschenkel-Prellung. Sein Einsatz gegen Bellinzona ist ungewiss.

Ihr ehemaliger Klub ist am Samstag der nächste Gegner. Wie beurteilen Sie die ACB?

Das Spiel wird schwerer als das gegen Fenerbahçe, vor allem in mentaler Hinsicht. Schwächephasen wie gegen Thun und Luzern darf sich die Mannschaft in Bellinzona nicht leisten.

http://www.derbund.ch/sport/fussball/Petkovic-Wir-haben-die-Latte-hoch-gesetzt-/story/15397435

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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) Vladimir Petkovic
 Beitrag Verfasst: Dienstag 3. August 2010, 10:59 
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Der Bund, 03.08.2010

«Ich fühle mich wohl bei YB, ich fühle mich sicher»

Die Young Boys sind seit dem 5. Mai ohne Sieg.

Im Comunale kennt Vladimir Petkovic jede Ecke, schliesslich hat er während vier Jahren für die ACB als Trainer gearbeitet, während der Saison 1997/98 und von 2005 bis 2008. Im kleinen Presseraum unter der Tribüne ist nichts von modernen Videowänden und Hightech zu sehen, da ist der Trainer durch die räumliche Enge schnell auf Tuchfühlung mit den Journalisten. «Herr Petkovic», sagte ein Journalist nach dem Spiel zum YB-Trainer, «ich will Sie nicht provozieren, aber ich habe eine kleine provokative Frage: Vor zwei Jahren wurde Trainer Andermatt nach drei Spielen und nur einem Punkt bei YB entlassen. Wie sehen Sie Ihre Situation?» Petkovic antwortete ruhig: «Diese Frage ist legitim. Ich fühle mich wohl bei YB, ich fühle mich sicher.»

Fünf Spielen in Serie hat YB in der Super League nicht mehr gewonnen, rechnet man die beiden Niederlagen in Luzern (1:5) und in der Finalissima gegen Basel (0:2) aus der vergangenen Saison dazu. Der letzte Sieg datiert vom 5. Mai beim 2:1 gegen St. Gallen.

«Einige dachten, es werde einfach»

«Wir brauchten drei Viertel der Partie, um auch nur ein wenig ins Spiel zu kommen», sagte Petkovic. «Nach der guten Leistung vom Mittwoch gegen Fenerbahçe glaubten einige meiner Spieler, es werde gegen Bellinzona einfach.»

Für Christoph Spycher hatte das frühe Gegentor durch Mauro Lustrinelli, den YB, so Spycher, «nie in den Griff bekam», vorentscheidende Bedeutung. «Wir wussten, dass es ein ganz anderes Spiel wird als gegen Fenerbahçe, dass bei uns eine gewisse Müdigkeit da ist. Aber da muss man sich in ein Spiel hineinkämpfen, um vorerst einmal zumindest ein 0:0 zu halten.»

Eigenartigerweise schaffte es YB erst nach dem Platzverweis von Abwehrchef Dudar in Unterzahl, die Tessiner in der letzten Viertelstunde etwas unter Druck zu setzen. «Der Schiedsrichter hat mit der Roten Karten gegen Dudar einen ganz gefährlichen Kopfballspieler für uns vom Platz geholt», sagte ACB-Trainer Roberto Morinini. «Das war gut für uns, aber auch schlecht, weil wir danach zu passiv waren.» Und Morinini fügte an. «Ich will den Sieg meines Teams nicht schmälern, aber vor der Pause hat uns YB überhaupt keine Probleme bereitet.» Am nächsten Sonntag kommt es nun in Zürich bei GC - YB zum Duell zweier siegloser Teams, und bei YB wird auf dem Letzigrund der gesperrte Abwehrchef Dudar fehlen.

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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) Vladimir Petkovic
 Beitrag Verfasst: Mittwoch 4. August 2010, 10:04 
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20min.ch, 04.08.2010

Petkovic: «Der Kopf ist ein delikater Körperteil»

ISTANBUL. Vladimir Petkovic (46) ist nach dem schlechten Saisonstart mit YB in die Kritik geraten. Jetzt hofft der Trainer auf eine rasche Wende – schon heute gegen Fenerbahçe (20.15 Uhr, live SF zwei).

Vladimir Petkovic, erstmals in Ihrer Trainerkarriere wächst die Ungeduld gegenüber Ihrer Person.

Vladimir Petkovic: Kritik ist normal. Einige scheinen nur darauf gewartet zu haben, dass es nicht gut läuft.

Wie reagieren Sie auf die neue Situation?

Ich pflege meine inneren Gefühle und bleibe gegen aussen ruhig. Zudem ist wichtig, dass ich – wie auch die Spieler – das Glas weiterhin als halb voll und nicht als halb leer betrachte.

Nagt die ständige Systemfrage der Dreier- oder Vierer-Abwehr an Ihnen?

Die Systemfrage ist eine dumme Diskussion. Ich ignoriere mittlerweile Meinungen von inkompetenten Leuten.

Sie scheinen sehr gekränkt ...

Nein. Ich musste schon als Spieler und jetzt auch als Trainer immer 50 Prozent mehr leisten als andere, damit meine Leistung anerkannt wurde. Das ist einfach so – warum, weiss ich nicht. Ich orientiere mich daran, dass ich in nicht einmal zwei Jahren 150 Punkte geholt habe. Für einen Trainer ist letztlich die Mathematik entscheidend.

Die Resultate stimmen derzeit jedoch nicht.

Wir sind in einen negativen Trend geraten. Es ist aber nicht so, dass nichts stimmt. Jetzt brauchen wir gegen Fenerbahçe ein perfektes Spiel, dann können wir diesen Lauf auch in die Meisterschaft mitnehmen.

Das Team scheint das verpatzte Saisonfinale im Frühling noch nicht verarbeitet zu haben.

Das ist ein entscheidender Punkt. Einige Spieler haben das effektiv noch nicht zu hundert Prozent verdaut. Dazu kommt nun die Polemik. Das ist gefährlich für die mentale Verfassung. Denn der Kopf ist ein delikater Körperteil. Das einzige Rezept ist ein Sieg.

http://www.20min.ch/sport/fussball/story/-Der-Kopf-ist-ein-delikater-Koerperteil--27155313

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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) Vladimir Petkovic
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 5. August 2010, 09:46 
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20min.ch, 05.08.2010

Petkovic: "Das ist bisher mein grösster Erfolg"

Die Young Boys schafften in Istanbul die Sensation und siegten gegen Fenerbahçe verdient 1:0. Den Siegtreffer markierte Henri Bienvenu in der 40. Minute. YB-Coach Petkovic war mächtig stolz auf sein Team.

Nach Überstehen der ersten hohen Hürde war YB-Coach Vladimir Petkovic mit sich und der Welt zufrieden und gab das Lob an seine Spieler weiter: «Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft. In den letzten zehn Minuten hatten wir noch Schwierigkeiten, aber das ist normal gegen solche Mannschaften. Das ist bisher mein grösster Erfolg.»

Goalie Marco Wölfli sicherte diesen Erfolg mit einer starken und entscheidenden Parade in der Nachspielzeit: «Ich hatte nicht allzu viel Bälle und war froh, in der 90. Minute noch einen halten zu dürfen. Ich hatte auch das nötige Glück dabei. Es ist unglaublich, dass wir das geschafft haben. Wir haben es uns selbst schwer gemacht, weil wir die Chancen nicht gemacht haben. Heute geniessen wir, aber am Wochenende ist schon wieder Meisterschaft.»

http://www.20min.ch/sport/fussball/story/14542186

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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) Vladimir Petkovic
 Beitrag Verfasst: Mittwoch 25. August 2010, 08:56 
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Berner Zeitung, 25.08.2010

Petkovic: «Eine einzige gute Aktion»

YB-Trainer Vladimir Petkovic spricht über das Rückspiel bei Tottenham, die Absenz Emiliano Dudars und die Champions League.

Haben Sie den Eindruck, dass Tottenham YB auch vor dem Rückspiel unterschätzt?
Vladimir Petkovic: Bis zu einem gewissen Punkt ist das doch normal. Im Vergleich zu Tottenham sind wir ein kleiner Klub. Aber am Mittwochabend wollen wir zu einem grossen Klub werden und uns für die Champions League qualifizieren. Und als grosses Team wollen wir auftreten. Dafür haben wir alles getan. Den touristischen Teil haben wir nach der Irrfahrt auf dem Weg zur Pressekonferenz auch schon hinter uns gebracht (lacht). Jetzt stört nichts mehr unsere Konzentration.

Sind die Tottenham-Spieler trotz der vielen Schlagzeilen über Affären und Neuverpflichtungen auf das Rückspiel fokussiert?
Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Schlagzeilen einem Team wie Tottenham etwas ausmachen. Die Mannschaft hat letzte Saison bewiesen, über welch grosses Talent sie verfügt. Wir dagegen sind der Aussenseiter, der hier die Überraschung schaffen kann.

Abwehrchef Emiliano Dudar ist wegen seiner Knöchelverletzung nicht nach London gereist. Wie stark fällt sein Ausfall ins Gewicht?
Wir hätten Dudar dank seiner Grösse und seiner Physis gut gebrauchen können. Aber wir haben in den letzten Spielen bewiesen, dass wir ihn ersetzen können. Doch es tut mir leid für ihn, kann er bei diesem wichtigen Spiel nicht dabei sein.

Wie sieht Ihr perfektes Drehbuch für Mittwochabend aus?
Das ist ganz einfach: Tore erzielen und keine bekommen (schmunzelt). Es wird sicher ein umkämpftes Spiel, das unter Umständen von einer einzigen, guten Aktion entschieden wird. Deshalb müssen wir von der ersten Sekunde an bereit sein.

http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussball/Petkovic-Eine-einzige-gute-Aktion/story/25647627

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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) Vladimir Petkovic
 Beitrag Verfasst: Sonntag 12. September 2010, 12:12 
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Berner Zeitung, 11.09.2010

«Sehr wichtige Woche»

YB-Trainer Vladimir Petkovic spricht über seine Arbeit, die Unruhe rund um den Verein – und die Partien der nächsten Tage.

Haben Sie die Ruhe in den letzten zwei Wochen genossen?

Vladimir Petkovic: Ja, es war gut, konnten wir uns nach der strengen, intensiven Zeit ein bisschen erholen. In der Länderspielpause fehlte aber fast die halbe Mannschaft, da wir viele Nationalspieler haben. Das macht mich als Trainer stolz, erleichtert die Arbeit aber nicht.

Der August war enorm turbulent mit der Champions-League-Qualifikation sowie der Absetzung von YB-CEO Stefan Niedermaier. Wie haben Sie das erlebt?

Sicher waren die ganzen Geschichten nicht ideal für YB, die Schlagzeilen in den Medien waren sehr negativ. Möglicherweise hat das auch die Mannschaft ein wenig beeinflusst. Doch jetzt bin ich froh, dass wir in die Zukunft blicken können.

Mit welchen Gefühlen?

Wir haben zum Glück ein erstes Saisonziel, das Erreichen einer Europacup-Gruppenphase, bereits erreicht und bewiesen, entscheidende Partien gewinnen zu können. Aber es geht für uns weiter, jetzt folgt eine sehr wichtige Woche. Wir haben weiterhin hohe Ziele. Am Sonntag gegen Basel wollen wir in der Liga einen Konkurrenten bezwingen, am Donnerstag in Stuttgart zum Start der Europa League erneut eine Überraschung schaffen – und am nächsten Samstag beginnt der Schweizer Cup in Spiez, auch in diesem Wettbewerb wollen wir viel erreichen.

Wie wichtig ist es für Ihre Arbeit, das Vertrauen der Verantwortlichen so stark zu spüren?

Das freut mich sehr. Natürlich bin ich, wie jeder Trainer, auf gute Resultate angewiesen. Mit Stefan Niedermaier verstand ich mich sehr gut, und als Ilja Kaenzig hier anfing, wusste er ja nicht, mit welchen Methoden ich arbeite. Jetzt haben wir uns kennen gelernt, und die Zusammenarbeit läuft auch ausgezeichnet. Wir tauschen uns konstruktiv und gut aus, und ich denke, wir sind bereit, sportlich den nächsten Schritt zu machen.

Bei einer Niederlage gegen Basel wäre der Druck schon gross …

…das ist richtig, es ist ein wegweisendes Spiel. Wir haben den FCB in der Vergangenheit oft geschlagen, leider aber nicht in der Finalissima im Mai. Jetzt haben wir ein junges, sehr entwicklungsfähiges Team. Es wird auch Rückschläge geben, man muss Geduld haben, doch die Richtung stimmt. Ein Sieg gegen Basel wäre bestimmt ein wertvolles Signal in alle Richtungen, dass mit uns auch in dieser Saison zu rechnen ist.

Sie haben jetzt mit dem neuen Verteidiger Alain Nef noch mehr Alternativen im Kader.

Ja, wir haben in der Abwehr einige Möglichkeiten, das freut mich. Nef kann hinten auf allen Positionen spielen, auch Ammar Jemal, François Affolter und Christoph Spycher sind vielseitig. Zudem spielte Senad Lulic für Bosnien als Linksverteidiger gegen Frankreich. Weil wir jetzt so viele Partien bestreiten, brauchen wir überall Alternativen.

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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) Vladimir Petkovic
 Beitrag Verfasst: Sonntag 12. September 2010, 12:18 
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Sonntagsblick, 10.09.2010

«Die Fans werden mich auspfeifen»

Nach vier Jahren bei YB kehrt Gilles Yapi (28) heute zum ersten Mal ins Stade de Suisse zurück. Im SonntagsBlick spricht er über seine Gefühle, die Vergangenheit und die Zukunft mit dem FCB.

Schlottern Ihnen schon die Knie?

Gilles Yapi: Nein, warum?

Bei Ihrem Abgang von Bern nach Basel wurden Sie von den Fans als Verräter beschimpft. Befürchten Sie keine Pfiffe?

Ich habe das damals persönlich gar nicht so sehr mitbekommen. Die Sache ist für mich längst abgehakt. Aber ich rechne schon damit, dass die Fans mich auspfeifen werden. Damit muss ich mich abfinden. Für mich geht es nur darum, in Bern zu gewinnen.

Welche Erinnerungen haben Sie an die Zeit in Bern?

Als ich zu YB ging, war ich jung. Es war ein guter Schritt in meiner Karriere, ich habe dort einiges gelernt. Es war eine gute Erfahrung. Mein zweiter Sohn wurde in Bern geboren und noch heute habe ich dort einige Freunde, wie zum Beispiel Thierry Doubai.

Warum sind Sie dann nicht in Bern geblieben?

Wir haben leider keinen Titel geholt, die Finalissima und den Cupfinal verloren. Ich wollte den nächsten Schritt machen. Und dazu ist Basel genau der richtige Klub.

Eigentlich wollten Sie doch ins Ausland.

Das stimmt, aber ich habe von Anfang an gemerkt, dass sich die Leute beim FCB unglaublich um mich bemühen. Sie haben mir das Gefühl gegeben, dass man mich unbedingt will. Der FCB ist der beste Klub in der Schweiz und hat auch in Europa einen guten Namen.

Was passierte, nachdem Sie Ihren Wechsel bekannt gaben?

Yapi überlegt lange. Plötzlich ist das Dauergrinsen aus seinem Gesicht verschwunden. Man merkt, dass ihm die letzten Monate bei YB weh getan haben. Dennoch wählt der Ivorer seine Worte ganz genau. Nachtreten ist nicht sein Ding.

Nachdem mein Wechsel offiziell wurde, hat sich leider alles geändert. Nichts war mehr wie vorher, ich habe kein Vertrauen mehr bekommen. Dabei habe ich mich nie hängen lassen und wollte bis zuletzt alles für YB geben.

Mussten Sie damit nicht rechnen, als Sie im Winter den Wechsel zum grössten Konkurrenten um den Titel bekannt gaben?

Ich habe nicht damit gerechnet, dass es soweit kommt, nein. Von meinen Kollegen und Mitspielern hat mir auch nie jemand etwas vorgeworfen. Da war alles ganz normal.

Aber der Trainer setzte plötzlich nicht mehr auf Sie. Hatten Sie dafür Verständnis?

Nein, ich habe Petkovic nicht verstanden. Ich denke, man hätte die Sache anders regeln können. Ich musste die Entscheidungen des Trainers aber akzeptieren, er ist der Chef. Und wenn er am Ende den Titel geholt hätte, hätte er alles richtig gemacht.

Am Ende holte aber der FCB den Titel.

Yapi schweigt zuerst lange. Dann sagt er: «Leider haben wir in den entscheidenden Spielen nicht immer unsere volle Leistung abrufen können. Ich war damals sehr enttäuscht.»

SonntagsBlick und Yapi wechseln die Location. Aus der Hattrick-Bar gehts auf die Tribüne des St. Jakob Park. Für den Fotografen posiert Yapi mit einem Teller Basler Läckerli.

Kannten Sie diese Basler Spezialität schon?

Yapi lacht: Nein, aber ich habe schon davon gehört.

Nach dem Shooting probiert er von der süssen Köstlichkeit. Ein zweites Mal greift Yapi aber nicht mehr zu…

Wo wir hier schon im Stadion sitzen – was vermissen Sie an Bern? Den Kunstrasen?

Nein, garantiert nicht. Für ein, zwei Spiele ist das okay. Aber für eine ganze Saison ist das ein Problem. Ich denke, jeder Fussballer spielt doch lieber auf Naturrasen.

Was ist ausser dem Rasen anders in Basel?

Hier ist halt alles noch viel professioneller, das Stadion und die Stimmung sind noch besser. Ich hatte auch in Bern eine gute Zeit, aber jetzt bin ich stolz und glücklich, beim FCB zu sein.

Sie sagten, dass Sie auch in der Stadt öfter angesprochen werden?

Ja, man spürt einfach, dass der FCB hier die Nummer eins ist. In Bern ist das nicht YB, sondern der SCB. Aber vielleicht ändert sich das ja irgendwann mal.

Wie meinen Sie das?

YB ist auf dem richtigen Weg. Die Young Boys sind eine gute Adresse in der Schweiz, spielen jetzt in der Europa League.

Ihren Verlust und den von Doumbia scheint der Klub bisher aber nicht zu verkraften.

Mit Doumbia hat man fast die Hälfte aller Tore verloren. Ich habe noch regelmässig Kontakt mit ihm. Er hat mit seinem Wechsel nach Moskau einen anderen Weg gewählt als ich, aber auch er ist glücklich. Seydou ist ein toller Spieler.

Werden Sie nochmal mit ihm zusammenspielen?

Hoffentlich in der Nationalmannschaft. Und vielleicht ja eines Tages auch wieder bei einem Klub – warum nicht?

Zurück zum Spiel: Werden Sie heute jubeln, wenn Sie ein Tor schiessen?

Hmm, das kann ich Ihnen nicht ehrlich beantworten.

Warum?

Weil ich es ehrlich gesagt selber noch nicht weiss. Sollte es wirklich so kommen, dass ich treffe, werde ich das spontan entscheiden. Ich habe grossen Respekt vor YB und vor den Berner Fans. Jetzt ist es aber meine Aufgabe für den FCB alles zu geben und das Spiel zu gewinnen.

Yapi ist schon nach wenigen Monaten in Basel «angekommen». Auch bei der Fahrt mit SonntagsBlick auf der Rheinfähre wirkt er happy.

Ich bin glücklich, dass ich wieder Fussball spielen darf und ich bin von Anfang an toll aufgenommen worden. Ich wusste, dass es auch für meine Familie die beste Lösung ist, nach Basel zu gehen. Wir fühlen uns rundum wohl.

Wie gross ist die Vorfreude auf die Champions League, die am Mittwoch beginnt?

Natürlich riesig. Mein Ziel war es immer, in der Champions League zu spielen. Wir haben eine spannende Gruppe, in der wir nicht chancenlos sind. Aber jetzt zählt für uns erstmal nur das Spiel in Bern.

Yapo Gilles Donald Yapi

Der Ivorer wurde am 30. Januar 1982 in Abidjan geboren. Über Beveren (Belgien) und Nantes landete er 2006 bei den Young Boys, machte dort in vier Jahren 131 Spiele (15 Tore). Einen Titel holte Yapi mit YB aber nicht, verlor zweimal die Finalissima gegen den FCB und den Cupfinal 2009 gegen Sion.

Im Februar gab er seinen Wechsel zum FCB bekannt, wo er einen Dreijahres-Vertrag unterschrieb. In der Rückrunde der vergangenen Saison war Yapi kein Stammspieler mehr, wurde von vielen YB-Fans als «Verräter» beschimpft.

Für die Elfenbeinküste machte der defensive Mittelfeldspieler in 46 Länderspielen zwei Tore und nahm an der WM 2006 in Deutschland teil.

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