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 Betreff des Beitrags: Re: (21) David Degen
 Beitrag Verfasst: Samstag 7. August 2010, 10:21 
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NZZ, 07.08.2010

«Ich will einen Titel gewinnen»

Der YB-Spieler David Degen redet seinen Klub stark

Herr Degen, YB hat in Istanbul gegen Fenerbahce 1:0 gewonnen und spielt jetzt gegen Tottenham um die Teilnahme in der Champions League. Wenn Sie den Bogen etwas weiter spannen: Wie stufen Sie diesen Erfolg ein?

Er zeigt, dass der Schweizer Fussball nicht so schlecht ist, wie er im Ausland oft dargestellt wird. Zweimal hielten wir mit Fenerbahce mit – oder mehr als das.

Man kann auch sagen, Fenerbahce sei noch gar nicht bereit gewesen.

Das interessiert uns nicht und kann auch nicht unser Problem sein. Wir haben bis jetzt erst drei Meisterschaftsspiele hinter uns. So weit fortgeschritten sind auch wir noch nicht.


Der Saisonstart ist YB missglückt. Hatten Sie keine Zweifel vor Istanbul?

Zweifel nicht, nein. Aber wir wussten, dass es schwer wird, und glaubten an die Chance. Unser Saisonstart ist schlecht. Das weiss jeder Spieler, das weiss jeder im Verein, das weiss auch der Trainer. Das haben wir am Sonntag in Zürich gegen GC zu korrigieren.

Ist die 1:2-Niederlage in Bellinzona weggewischt?

Das Bellinzona-Spiel war unterirdisch und YB schlicht nicht würdig. Da gibt's nichts zu beschönigen. Das war nicht einmal zu wenig, sondern gar nichts.

Warum bietet der Fussball immer wieder so unterschiedliche Bilder? Das düstere YB-Bild «Bellinzona» wird innert Tagen durch das helle «Istanbul» ersetzt.

Ein Team, das erfolgreich sein und um den Titel spielen will, braucht Konstanz und kann sich einen solchen Absturz nicht leisten. Jeder muss sich selber hinterfragen. Man holt mit 50 Prozent in Bellinzona keinen Sieg.

Der YB-Coup in Istanbul wird vermutlich noch wichtiger, wenn man an das Ende der vergangenen Saison denkt – an den Absturz im Meisterrennen gegen Basel.

Wir verspielten damals etwas, was uns als Team nicht passieren darf. YB wartet so lange auf den Titel, und YB war so lange auf dem 1. Rang – und dann das. Da braucht es mehr Killerinstinkt.

Die Signale, die YB aussandte, waren bis zum Ende: Wir machen's, wir sind besser, wir gewinnen. Davon blieb nichts.

Wir machten viele Fehler, aber nicht auf der kommunikativen Ebene.

Auch David Degen sagte in einem Interview früh: «Wir werden Meister.» Hätte man nicht mehr Bürde nach Basel abgegeben sollen?

Warum denn? Ich bin selbstbewusst genug, dass ich vom Titel rede, wenn ich eine Saison lang Erster bin. Man kann nicht immer die Favoritenrolle abschieben. Irgendwann muss man Verantwortung übernehmen. Das war damals der Zeitpunkt.

Aber ist YB nicht daran zerbrochen?

Was ist Fussball? Fussball ist Leistungsgesellschaft, Druck. Bei Real Madrid musst du nichts anderes als gewinnen.

Lässt der Fussball keine Schwächen zu?

Ein Mensch, der Schwächen zugibt, ist stark. Und das Grösste ist, wenn er bereit ist, Hilfe anzunehmen. Aber wenn ein Klub etwas erreichen will, muss er stark auftreten. Das geht nicht anders.

Es kann aber sein, dass die Signale schwächer werden und YB zum Beispiel schon in der vorletzten Runde in Luzern untergeht.

Als ich sagte, dass wir Meister werden, hatten wir 6 Punkte oder so Vorsprung. Was ist an meiner Aussage falsch? Ich kann doch nicht die Favoritenrolle nach Basel schieben. Sonst kann ich die Koffer packen. Wo sind wir denn da? Wir sind in einer Leistungsgesellschaft.

YB hat einen anderen Hintergrund als Basel, lange keine Titel geholt und nie Champions League gespielt. Müsste man das nicht berücksichtigen?

Irgendwann muss man die Vergangenheit hinter sich lassen. Nein, heute gilt's. Wenn man immer davonrennt
und Ausreden sucht – das bringt doch nichts.

Ging in der letzten Saison nicht mehr kaputt, als man zunächst zugab?

In mir persönlich ging in jenem Moment einiges kaputt. Da war die Arbeit eines Jahres weg. Am Schluss spielten wir gegen Basel, wie ich uns zuvor nie gesehen hatte.

Und wie viel ging im Klub kaputt?

Da wurde der Titel erwartet. Aber jetzt sind wir in der neuen Saison, die schwieriger wird. Und vergessen wir nicht: Der 1. Rang bedeutet Champions League.

War nicht einfach alles etwas zu viel?

Das kann man so sagen. Ein paar kamen nicht auf ihre Leistung. Ich schliesse mich mit ein. Das hätte einfach nicht passieren dürfen.

Ist im Team viel anders geworden?

Wir haben Yapi verloren und mit Doumbia viele Tore. Jetzt müssen andere einspringen – unter anderen ich. Wenn jeder einen Teil übernimmt, können wir Doumbia kompensieren.
Wo steht YB Ende Saison?

Basel hat das stärkste Team und ist besser als letzte Saison. Wir sind uns am Entwickeln, aber ich sage: Ich will einen Titel gewinnen, sei's die Meisterschaft, sei's den Cup. Alles andere ist nicht der YB-Anspruch.


David degen – FCB und YB

bir. ⋅ Der 27-jährige Offensivspieler David Degen wurde mit Basel 2004 und 2005 Meister. 2006 ging er zu Borussia Mönchengladbach. In der Bundesliga setzte er sich aber nicht durch und kam 2007 nach Basel zurück. 2008 wechselte er zu YB, wo der Zwillingsbruder von Philipp Degen Stammspieler wurde. Sein Vertrag läuft bis 2014.

http://www.nzz.ch/nachrichten/sport/aktuell/ich_will_einen_titel_gewinnen_1.7123272.html

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 Betreff des Beitrags: Re: (21) David Degen
 Beitrag Verfasst: Montag 16. August 2010, 08:08 
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Blick, 16.08.2010

YB-Degen schlägt Alarm

David Degen (27) ist bei YB zum Führungsspieler gereift. Nach dem 0:1 gegen Xamax und vor dem Champions-League-Kracher gegen Tottenham spricht er Klartext.

David Degen, schwaches 0:1 gegen Xamax. Was ist los bei YB?
David Degen: Was wir gespielt ­haben, das reicht einfach nicht. Es ist der Anspruch von YB, um den Meistertitel zu spielen. Da muss man Xamax zuhause schlagen. Da müssen wir keine Sekunde drüber diskutieren.

Was läuft denn in der Meisterschaft falsch?
Wir konnten keinen Druck aufbauen. Wir haben wieder früh ein Gegentor gekriegt. Aber eben, wir hätten genug Zeit gehabt, das zu korrigieren. Für mich ist klar: So können wir nicht weiterfahren. Jeder Einzelne muss sich hinterfragen, kritisch mit sich selbst ins Gericht gehen und sich steigern. Es kann nicht sein, dass wir stehen, wo wir stehen.

Platz sieben ist es derzeit. Ihre Mannschaft schoss in fünf Spielen erst fünf Tore. Eine Enttäuschung nach dem Offensivspektakel von letzter Saison. Fehlt Seydou Doumbia?
Wir schiessen viel zu wenig Tore, das stimmt. Aber ich will nicht darüber reden, ob Doumbia fehlt oder nicht. Das kann man sowieso nicht mehr ändern.

Muss YB einen weiteren Stürmer holen?
Da müssen Sie die sportliche Leitung fragen ...

Trainer Vladimir Petkovic ändert sein System immer mal wieder. Wie sehen Sie die Probleme rund um das System?
Das ist Sache des Trainers.

Am Dienstag kommt Tottenham nach Bern. Die Londoner haben Manchester City am vergangenen Samstag ganz schön auseinandergeschraubt, auch wenns am Schluss beim 0:0 blieb.
Eine absolute Power-Mannschaft. Ich habe mir ihr Spiel angesehen. Die haben ganz schön Dynamik.

Wenn YB so wie gegen Xamax spielt, kanns eine Packung geben, oder?
So wie am Samstag kanns einfach nicht weitergehen. Wir müssen am Dienstag von Anfang an voll auf Angriff spielen, nicht abwarten. Und immer aggressiv sein. Nur dann haben wir gegen Tottenham eine Chance.

http://www.blick.ch/sport/fussball/championsleague/yb-degen-schlaegt-alarm-153289

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 Betreff des Beitrags: Re: (21) David Degen
 Beitrag Verfasst: Samstag 21. August 2010, 22:18 
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Der Bund, 21.08.2010

«Jetzt den Schalter schnell umlegen»

David Degen zeigte gegen Fenerbahçe und Tottenham starke Leistungen, aber in der Meisterschaft war auch vom YB-Mittelfeldspieler bisher wenig zu sehen.

Am Sonntag spielen die Young Boys im Stade de Suisse gegen den FC Zürich, und alle fragen sich: Schafft YB diese Saison endlich den ersten Heimsieg in der Super League, oder folgt nach dem grossen Auftritt gegen Tottenham Hotspur der nächste Rückschlag?

«Jetzt müssen wir den Schalter schnell umlegen», fordert David Degen. «Wir müssen aufpassen, damit wir den Anschluss in der Meisterschaft nicht verpassen, und deshalb sind die 3 Punkte gegen den FCZ Pflicht.» Beim viel umjubelten 3:2-Sieg gegen Tottenham im ersten Playoff-Spiel der Champions League sorgte Degen zusammen mit Scott Sutter auf der rechten Seite erneut für viel Druck und Kreativität im YB-Spiel. Nimmt man dieses aussergewöhnliche Spiel als Massstab, sollte YB gegen den FC Zürich klarer Favorit sein.

Aber Skepsis ist angebracht. In der Super League läuft es seit dem Start nicht rund, auch das Duo Degen-Sutter, das gegen Fenerbahçe und Tottenham unter Volldampf fuhr, stottert in der Meisterschaft, wie das gesamte YB-Team. Es ist reines Glück, räumt auch Degen ein, dass der Rückstand auf Leader Luzern nur fünf Punkte beträgt. Denn plötzlich schwächelt auch die Konkurrenz. Nach einem guten Start mit drei Siegen setzte es für Basel zuletzt gegen Bellinzona und Luzern zwei unerwartete Niederlagen ab.

Wenn er die Wahl hätte, an der Champions League teilzunehmen und dafür in der Meisterschaft auf Platz zu dümpeln, wie das der FCZ vergangene Saison tat, oder ohne Champions League in der Meisterschaft um Platz 1 und 2 zu spielen, so würde er die zweite Variante wählen, sagt Degen: «Unser Fokus muss die Super League sein und der Schweizer Cup. Diese Saison will ich endlich einen Titel mit YB gewinnen.»

Zurzeit ist YB Siebter, auf diesem Platz beendete der FCZ die abgelaufene Saison. Die eklatanten Leistungsunterschiede in der Meisterschaft mit dem 1:2 gegen Bellinzona und dem 0:1 gegen Xamax vor einer Woche im Vergleich mit den Gala-Auftritten gegen Fenerbahçe und Tottenham bringen auch Degen in Erklärungsnotstand. Er nimmt seine Baseballmütze vom Kopf, streicht sich über das Haar, überlegt, setzt das Cap wieder auf, weiss dennoch keine Antwort, sondern konstatiert: «Gegen Xamax hatten wir fast 90 Minuten Zeit, um das Resultat zu korrigieren. Aber wir vermochten keinen Druck aufzubauen. Und wir hatten nicht die Dynamik, die wir üblicherweise auf den Boden bringen.»

Hoffen auf Dudar

Am stärksten spielt YB, wenn es gelingt, mit Degen und Lulic über die Seiten Druck zu machen. «Der Fussball ist derart athletisch geworden, im Zentrum wird meistens mit zwei Innenverteidigern und zwei defensiven Mittelfeldspielern vor der Abwehr gespielt, sodass es da kaum ein Durchkommen gibt», sagt Degen.

Im Februar wurde bei ihm das pfeiffersche Drüsenfieber diagnostiziert, aber bereits in der Schlussphase der vergangenen Saison war er wieder dabei. Jetzt denke er nicht mehr daran, sagt der Baselbieter. «Ich bin fit.» Und der 27-jährige Mittelfeldspieler ist bereit für noch mehr Laufarbeit.

Gegen den FCZ wird Abwehrchef Emiliano Dudar wegen seiner Knöchelverletzung weiter fehlen. Bei YB hofft man, Dudar wenigstens für das Rückspiel am Mittwoch in London gegen Tottenham fit zu kriegen. Degen sagt: «Wir brauchen ihn, wir brauchen seine Kopfballstärke, wir brauchen seine Ruhe, seine Routine.» Und er gibt zu: «Der Kopfball ist nicht meine Stärke, das sieht jeder. Ich will den Ball am Fuss.»

Doch jetzt geht es zuerst gegen den FC Zürich – ohne Dudar.

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 Betreff des Beitrags: Re: (21) David Degen
 Beitrag Verfasst: Montag 23. August 2010, 22:58 
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Solothurner Zeitung, 23.08.2010

«Ich freue mich mega auf das Spiel in London»

David Degen nach Sieg gegen den FCZ erleichtert
YB-Flügel David Degen erzielte gegen den FC Zürich sein erstes Saisontor und zeigte sich nach dem Spiel hoch motiviert für das Champions-League-Spiel gegen Tottenham.

David Degen, konnte oder wollte YB kein Startfeuerwerk wie gegen Tottenham zeigen?

David Degen: Zürich war gut eingestellt und hat uns in der Offensive keine Räume gelassen, das war gegen die Engländer einfacher. Wenn eine Mannschaft mit elf Spielern verteidigt, ist es für jedes Team schwierig, zu Chancen zu kommen.

In der zweiten Halbzeit lief es besser. Was war das Rezept?

Degen: In der Kabine waren wir uns einig, dass wir mehr über die Aussenpositionen spielen müssen, da Zürich im Zentrum massiert stand. Genau so ist dann auch mein Tor entstanden, wir haben also alles richtig gemacht.

Sie haben Ihr erstes Saisontor erzielt. Eine Erleichterung?

Degen: Ja klar, ich bin froh darüber, endlich getroffen zu haben. Aber wer die Tore macht, ist nicht so entscheidend. Ich freue mich genauso über eine gelungene Vorlage.

Wie wichtig ist der Sieg im Hinblick auf das Spiel am Mittwoch in London?

Degen: Sehr. Die drei Punkte geben uns viel Selbstvertrauen. Er war auch wichtig im Bezug auf die Tabellensituation in der Meisterschaft. Mit dem Sieg konnten wir zu Zürich aufschliessen und den Abstand nach vorne nicht zu gross werden lassen.

Wie bereiten Sie persönlich sich nun auf Tottenham vor?

Degen: Mit Relaxen und viel Konzentrationsarbeit. Ich freue mich mega auf das Spiel. In London gehe ich auf den Platz nach dem Motto «Achtung, fertig, los». Ich hoffe, dass auch meine Mitspieler so denken.

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 Betreff des Beitrags: Re: (21) David Degen
 Beitrag Verfasst: Dienstag 7. September 2010, 08:10 
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Berner Zeitung, 06.09.2010

David Degen: «Ich gebe weiter Vollgas»

Von den fünf YB-Spielern im Nationalteam besitzt David Degen die grössten Chancen, morgen gegen England zu beginnen.

David Degen lacht, als er am Sonntag darauf angesprochen wird, wie er seine Einsatzchancen fürs Spiel gegen England am Dienstag sehe. «Ich habe keine Ahnung», sagt der 27-Jährige, «aber ich gebe weiter Vollgas. Und ich hoffe natürlich, in der Startformation zu stehen.» Gegen Australien am Freitag, beim 0:0, war der YB-Mittelfeldspieler einer der besten Schweizer gewesen, er drängte sich mit einer ordentlichen Vorstellung für weitere Einsätze auf. Und weil die auf den Aussenpositionen im Aufbau ursprünglich gesetzten Tranquillo Barnetta (Fieber) und Valentin Stocker (angeschlagen) fehlen, sind die Chancen Degens gestiegen. Mit FCB-Youngster Xherdan Shaqiri, Xavier Margairaz vom FCZ sowie dem defensiven Gelson Fernandes stehen vier Fussballer für die zwei Positionen zur Auswahl. «Es ist für mich schon toll, wieder im Nationalteam zu sein», sagt Degen. «Es bedeutet mir viel, für die Schweiz zu spielen.»

Debüt in Pflichtspiel?

Für den Basler in YB-Diensten wäre es ja eine besondere Angelegenheit, morgen ausgerechnet im ausverkauften Basler St.-Jakob-Park gegen England sein Debüt als Nationalspieler in einem Pflichtspiel zu geben. Ja, richtig, Degen hat zwar seit 2006 immerhin 10 Länderspiele bestritten und stand bei der WM 2006 im Schweizer Kader – aber er wurde bisher ausschliesslich in Testspielen eingesetzt. «Der Konkurrenzkampf im Nationalteam ist gerade auf meinen Positionen halt immer relativ gross», sagt Degen, der seit November 2007 bloss noch in zwei Länderspielen zum Einsatz kam. «Und ich würde mich enorm freuen, wenn ich in Zukunft wieder regelmässig aufgeboten werde.»

Affolter eher auf der Bank

Die anderen vier YB-Akteure im Nationalteam dürften am Dienstag auf der Ersatzbank Platz nehmen müssen. Torhüter Marco Wölfli wird nur eingesetzt, falls Diego Benaglio zur Geburt seines ersten Kindes nach Wolfsburg abreisen sollte – seine Frau ist hochschwanger. Der junge François Affolter kämpft mit Steve von Bergen um den Platz an der Seite von Abwehrchef Stéphane Grichting im defensiven Zentrum – der erfahrene Von Bergen dürfte dabei im Vorteil sein. Spielmacher Moreno Costanzo ist ein Joker in der Offensive – und Rechtsverteidiger Scott Sutter die Alternative zu Stephan Lichtsteiner. Der in London aufgewachsene Sutter ist wie schon zuletzt rund um die YB-Partien gegen Tottenham bei den englischen Journalisten eine gefragte Person.

http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussball/David-Degen-Ich-gebe-weiter-Vollgas/story/14439538

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 Betreff des Beitrags: Re: (21) David Degen
 Beitrag Verfasst: Freitag 10. September 2010, 21:49 
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20min.ch, 09.09.2010

«Das ist ein Schlüsselspiel»

YB-Star David Degen (27) fordert am Sonntag einen Sieg gegen Basel. Die Berner liegen bereits fünf Punkte hinter dem Meister.

David Degen, Sie waren in der Nati, hatten keine Pause, sind Sie noch nicht müde?
David Degen: Nein, ich fühle mich nach wie vor gut.

Aber YB wirkte zuletzt beim 0:2 in Sion ausgelaugt.Ganz klar, da waren wir nicht auf der Höhe. Das muss sofort anders werden.

Am Sonntag kommt Basel.
Das ist ein Schlüsselspiel für uns. Wir brauchen einen Sieg. Verlieren wir, sind wir vorerst weg von der Spitze. Und das ist nicht der Anspruch von YB.

Basel schafft den Spagat zwischen internationalen und nationalen Auftritten besser.
Der FCB hat mehr Erfahrung und natürlich auch ein gutes Team, vor allem die Achse mit Huggel, Yapi und vorne Frei und Streller. Aber wir haben das Potenzial, um mit Basel mitzuhalten.

YB hat jedoch fünf Punkte Rückstand und nur sechs Tore erzielt, Basel schon deren 14.
Wir schiessen tatsächlich zu wenig Tore. Und nicht nur das: Wir erarbeiten uns auch zu wenig Chancen.

Weil alle denken, in der Liga gehe es von alleine?
Mir ist absolut klar: Die Meisterschaft ist diese Saison das Wichtigste. Denn der Meister ist direkt in der Champions League. Fussball ist zudem meine Leidenschaft. Egal ob Fenerbahçe, Tottenham oder Bellinzona der Gegner ist, ich will immer etwas reissen.

Gegen Ihren Zwillingsbruder Philipp wären Sie aber schon speziell motiviert?
Sicher. Das Bruderduell gab es erst für zehn Minuten, als ich in Aarau, er beim FCB war. Am Donnerstag findet es in Stuttgart auf der Tribüne statt. Er fällt aus, ich bin gesperrt. Aber ich freue mich schon jetzt riesig auf das Rückspiel am 1. Dezember in Bern.

http://www.20min.ch/sport/fussball/story/12922180

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 Betreff des Beitrags: Re: (21) David Degen
 Beitrag Verfasst: Mittwoch 15. September 2010, 23:36 
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vfb.de, 15.09.2010

"Wir greifen an"

Es hätte das Bruderduell Philipp gegen David Degen werden sollen, doch aus verschiedenen Gründen können die beiden Schweizer Nationalspieler nicht an der ersten Partie der Europa League Gruppenphase zwischen dem VfB und den Young Boys Bern teilnehmen. www.vfb.de sprach mit Berns Mittelfeldakteur David Degen.

Hallo David, wie groß ist die Enttäuschung darüber, dass Dein Zwillingsbruder Philipp am Donnerstag beim VfB mit Pfeifferschem Drüsenfieber ausfällt und Du Deinem Klub im ersten Spiel der Europa League Gruppenphase gesperrt fehlst?
David Degen: "Das ist natürlich sehr schade, aber ich hoffe, dass es beim Rückspiel in Bern am 1. Dezember zum Bruderduell zwischen mir und Philipp kommen wird. Ich habe in vier Qualifikationsspielen für die Champions League zwei gelbe Karten bekommen und bin jetzt ein Spiel gesperrt. Ich finde die Regel unfair, aber so ist das nun mal. Bei Philipp kam die Krankheit von einem Tag auf den anderen und er hat sehr darunter gelitten."

Als Zwillingsbrüder steht Ihr sicher in regelmäßigem Kontakt. Wie geht es Philipp und was macht er für einen Eindruck auf Dich?
David Degen: "Philipp geht es seit etwa einer Woche wieder ganz gut, die Symptome sind größtenteils zurückgegangen und er hat kaum noch Beschwerden. Er will sich am Donnerstag das Spiel in Stuttgart anschauen und auch demnächst wieder mit dem Training anfangen."

Im Februar hattest Du dieselbe Krankheit wie Philipp. Welche Beschwerden hattest Du und wie verlief bei Dir die Genesung?
David Degen: "Ich habe nachts stark geschwitzt, hatte Kalt- und Warmschübe, Schüttelfrost, aber kein Fieber. Es war wie eine starke Grippe von A bis Z. Die Symptome sind aber von Körper zu Körper unterschiedlich. Ich habe vieles ausprobiert und bin nicht nur zu Hause geblieben und habe gewartet, bis es vorbei ist. Nach zwei Wochen hatte ich keine Beschwerden mehr und nach vier Wochen stand ich schon wieder auf dem Platz. Die meisten Menschen tragen diesen Virus in sich. Der bricht dann aus, wenn das Immunsystem geschwächt ist, man viel Stress hat und seinem Körper zu viel auf einmal zumutet."

Am Wochenende hast Du beim 2:2 zu Hause gegen den FC Basel miterlebt, wie Dein Mitspieler Emiliano Dudar nach einem Zusammenprall mit einer Kopfverletzung benommen liegen geblieben ist. Was ist Dir da durch den Kopf gegangen?
David Degen: "Das war eine heftige Szene, wie er da gelegen ist. Wir konnten nichts tun, waren irgendwie hilflos. Das Ganze hat mir schon zu denken gegeben. Wir sind keine Roboter, die immer funktionieren. Bei solchen Vorfällen merkt man wieder einmal, dass der Mensch und die Gesundheit im Vordergrund stehen und wichtiger sind als der Sport."

Die Young Boys sind als Verlierer der Play-off-Runde der UEFA Champions League in die Europa League gerutscht. Wie bitter war das Ausscheiden gegen Tottenham Hotspur?
David Degen: "Ich sehe das so: Wir hätten im Hinspiel einfach den Sack zumachen müssen. Wir haben die Spurs dominiert und hätten 4:1 oder 5:1 gewinnen müssen. Wir haben so viele Chancen vergeben, das wurde im Rückspiel bestraft. Natürlich ist das bitter, aber wir hatten es selbst in der Hand."

Ist die Europa League jetzt ein internationaler Wettbewerb zweiter Klasse für Euch?
David Degen: "Für mich persönlich schon, ich wollte unbedingt in der Champions League spielen. Aber für den Verein ist auch die Europa League ein Erfolg. Wir haben eine interessante und gute Gruppe. Wir haben die Möglichkeit, weiterzukommen, und das wollen wir erreichen."

Mit VfB-Cheftrainer Christian Gross hast Du beim FC Basel erfolgreich zusammengearbeitet. Wie würdest Du ihn charakterisieren?
David Degen: "Christian Gross ist der Trainer, der Philipp und mich beim FC Basel geformt und an den Profifußball herangeführt hat. Er ist ein sehr guter Trainer, der mir viel beigebracht und gezeigt hat. Er lebt 24 Stunden für den Fußball, für den Erfolg und für den Verein. Das habe ich mir von ihm abgeschaut. Er kennt jedes Detail von jedem Gegner."

Auf was für ein Spiel dürfen sich die Fans in der Mercedes-Benz Arena freuen?
David Degen: "Für mich ist Fußball am schönsten, wenn es hin und her geht, beide Mannschaften für Unterhaltung und Spannung sorgen und nicht nur auf Ergebnis spielen. Ich hoffe, dass es zu einem Duell kommt, in dem es hoch und runter geht. Wir stellen uns nicht hinten rein, das können wir gar nicht. Wir greifen an. Aber der VfB ist für mich das beste Team in der Gruppe und wir müssen auf drei Stammspieler verzichten. Ich würde sehr gerne dabei sein. Die drei Spiele, die der VfB in der Liga verloren hat, hätte man nicht verlieren dürfen. Das ist nicht der Anspruch des VfB. Aber man weiß ja wie das ist, wenn man ein Tief hat. Da kommt man schwer wieder raus. Der VfB steht nicht da, wo er hingehört. Genau wie wir. Der siebte Tabellenplatz ist nicht der Anspruch von Young Boys. Wir müssen um den Titel mitspielen."

http://www.vfb.de/de/aktuell/news/2010/38640.php

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 Betreff des Beitrags: Re: (21) David Degen
 Beitrag Verfasst: Sonntag 3. Oktober 2010, 12:45 
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Der Bund, 02.10.2010

David Degen im 3-Tage-Rhythmus

Für den zweifachen YB-Torschützen gegen Getafe gibt es nichts Schöneres als englische Wochen.

13 Stunden nach dem 2:0 gegen Getafe bei ihrem zweiten Auftritt in der Europa League trabten die Young Boys auf dem Plastikrasen des Stade de Suisse. Auslaufen war für die Sieger angesagt. Wie gross die Halbwertszeit dieses Heimerfolges gegen den Klub aus dem Lande des Weltmeisters und Europameisters ist, hängt jedoch stark davon ab, ob es den Bernern gelingen wird, morgen Sonntag auch im Gersag in Emmenbrücke in der hiesigen Meisterschaft gegen den Super-League-Leader Luzern (siehe Text unten) zu punkten.

Der zweifache Torschütze David Degen, der sich am Freitag zusammen mit den Teamkollegen Scott Sutter, François Affolter, Moreno Costanzo und Goalie Marco Wölfli über das Nationalmannschaftsaufgebot von Ottmar Hitzfeld freuen durfte, spricht von einem «Sechspunktespiel» im Gersag.

«Europäisch sind wir wieder auf Kurs», sagt Degen, «jetzt müssen wir auch in der Meisterschaft die Korrektur schaffen.» Das Problem ortet Degen bei der Mentalität der Mannschaft. «Jedes Mal, wenn uns das Führungstor gelingt, stellen wir das Fussballspielen praktisch ein», sagt der Baselbieter. Eine Erklärung dazu hat Degen nicht. «Wir müssen auch nach dem 1:0 weiter Fussball spielen und nicht nur lange Bälle nach vorne schlagen», moniert er.

Rotation ist keine Option mehr

Auf die Frage, ob er diese Kritik bei Mannschaftsbesprechungen nicht anbringe, wird Degen energisch. «Wir diskutieren die ganze Zeit darüber.» Aber es blieb bislang bei den Erkenntnissen. «Wir setzen es nicht um. Lange Bälle nach vorne kann nicht unser Fussball sein, denn wir haben mit Ausnahme des verletzten Dudar und Nef keine grossen Spieler in unseren Reihen.» Tatsache sei nun einmal, «dass wir kein kopfballstarkes Team sind», betont der offensive Mittelfeldspieler.

Morgen Sonntag geht es also bereits weiter gegen Luzern. Fussballspiele im 3-Tage-Rhythmus behagen Degen. «Auslaufen, Matchvorbereitung, Spiel, Auslaufen, Matchvorbereitung, Spiel: Es gibt nichts Schöneres für einen Fussballer als diese Reihenfolge», sagt der 27-jährige Baselbieter.

Trainer Vladimir Petkovic dagegen wäre nicht unglücklich, könnte er mit seinen Spielern zwischendurch wieder mal ein wöchentliches Trainingsprogramm durchziehen, «doch das wird bis Ende Jahr nicht mehr möglich sein», sagt der YB-Trainer. Der Versuch, mit der «Rotation» seinen Spielern mehr Erholungszeit zu gewähren, ging bei der 1:2-Niederlage in Bellinzona schief. «Gegen Bellinzona machte ich eine klassische Rotation mit fünf neuen Spielern, das hat sich nicht bewährt.» Und so werden seine Leistungsträger weiterhin im 3-Tage-Rhythmus spielen müssen.

Zusatzbelastung für zwölf Spieler

Durch die Länderspielpause steht nach der Partie gegen Luzern erst am 15. Oktober mit dem Schweizer Cupspiel beim Zweitligisten Collombey-Muraz der nächste Einsatz der Young Boys an, doch das heisst nicht, dass Petkovic seine Spieler nun oft im Training sehen wird. Neben den fünf YB-Spielern, die von Hitzfeld ein Aufgebot bekamen, sind auch Xavier Hochstrasser (U-21), Roman Bürki und Adriano De Pierro (U-20), Senad Lulic (Bosnien), Ammar Jemal (Tunesien), Emmanuel Mayuka (Sambia) und Henri Bienvenu (Kamerun) mit ihren Nationalteams auf Reisen.

«Zwölf Spieler sind in der kommenden Woche abwesend, mir bleiben noch zehn Spieler im Training», sagt Petkovic. In der übernächsten Woche aber wolle er die Zeit nutzen, um sein Team auf die nächsten englischen Wochen bis Mitte Dezember einzustellen.

Degen dagegen denkt anders, nämlich: Auslaufen, Matchvorbereitung, Spiel, Auslaufen. .

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 Betreff des Beitrags: Re: (21) David Degen
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 18. November 2010, 14:24 
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Wohnort: In der Brauerei
«sportlounge»: Gebrüder Degen auf unterschiedlichen Wegen

Am Montag, 22. November, 22.20 Uhr auf «SF zwei»: Zu Gast im «Lounge-Gespräch» bei Paddy Kälin sind die Gebrüder David und Philipp Degen, die bei YB-Stuttgart in der Europa League direkt aufeinandertreffen. Weiter ist die «sportlounge» hautnah beim Eishockey-Duell der beiden ZSC-Urgesteine und heutigen (Spieler-)Trainer Rolf Schrepfer (Thurgau) und Michel Zeiter (Visp) dabei. Moderation: Steffi Buchli.


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 Betreff des Beitrags: Re: (21) David Degen
 Beitrag Verfasst: Dienstag 30. November 2010, 10:26 
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Sonntag, 28.11.2010

«Ohne ihn kann ich nicht leben»

David und Philipp Degen sprechen über Frauen, die Steuerinitiative und ihr neues Tummelfeld in der Wirtschaft
«Wir leben seit 27 Jahren wie in einer Ehe», sagen David und Philipp Degen. Am Mittwoch treten die berühmtesten Zwillinge der Schweiz gegeneinander an.

von François Schmid-Bechtel, Dominique Wehrle (Text) und Chris Iseli (Bilder)
Wie kommen zwei Basler dazu, inZürich Partner eines Lokals zu sein?

David Degen: Ich habe mit meinem Geschäftspartner eine Think-Tank-Agency aufgemacht und davon ist ein Projekt das «ROI». Das ROI-Restaurant ist ein Testmarkt für uns. Wir analysieren dasKonsumverhalten des Kunden, schauen, wie er auf die neuen Gegebenheiten reagiert, um dann die richtigen Schlüsse für das Projekt «Zukunft» zu ziehen.

Wie sieht die Zukunft aus?

David: Das Restaurant brauchen wir lediglich als Experimentierwerkstatt. Wir wollen erfahren, wie der Kunde reagiert, wenn er 50 oder 100 Prozent seines Rechnungsbetrags als ROI-Punkte zurückbekommt und mit diesen online shoppen kann.

Noch vor drei Jahren gab es für euch kaum etwas ausser Fussball.

David: Ich interessiere mich sehr fürs Wirtschaftsgeschehen. Aber Fussball ist mein Hauptberuf.Philipp Degen: Als Fussballer hat man die eine oder andere Minute frei, um sich neben dem Platz weiterzuentwickeln.

Interessiert ihr euch auch für Politik?

David: Natürlich. Ich will wissen, was im Land passiert und in welche Richtung es geht. Für mich ist das entscheidend, um auch die richtigen Schlüsse für das Business zu ziehen. Denn die Grundlagen werden in der Politik erarbeitet.

Heute erfahren wir die Abstimmungsresultate der Steuerinitiative. Wie habt ihr abgestimmt?

David: Die Schweiz war bisher sehr erfolgreich und für viele Unternehmen ein interessanter Standort. Die Schweiz ist ein innovatives Land, ein Nischenland. Wir sind stark im Bankensektor, weil wir Vorteile gegenüber anderen Ländern haben. Deshalb bin ich dagegen, an der Steuersituation etwas zu verändern.Philipp: Wenn man in England sagt, dass man aus der Schweiz kommt, dann reden alle von den Banken. Die Schweiz geniesst im Ausland immer noch einhohes Ansehen.David: Dieses gute Image muss man pflegen. Die Schweiz ist ein Begriff. Für jeden. Egal wo man hingeht. Warum soll man jetzt etwas ändern, was sich in der Vergangenheit bewährt hat?Philipp: Man soll etwas ändern, wenn es nicht gut läuft.David: Aber im Gegensatz zu anderen Ländern stehen wir ja hervorragend da. Andere Länder steuern auf den Ruin zu. Die Befürworter der Steuerinitiative argumentieren mit der Fairness. Aber in der Schweiz hat schon jetzt praktischjeder die gleichen Möglichkeiten etwas zu erreichen. Im Grundsatz kann jeder selbst entscheiden, wohin sein Weg führt. Wenn man ehrgeizig ist, Opfer bringt und an etwas glaubt, dann erreicht man seine Ziele auch.

Was haben Sie gefühlt, als Philipp am Pfeifferschen Drüsenfieber erkrankte?

David: Als ich es selbst im Februar bekommen habe, war es für mich eingrosser Schock. Ich befand mich gerade in einer sehr guten Phase. Dass Philipp fünf Monate später ebenfalls am Pfeifferschen Drüsenfieber erkrankte, hat mir sehr leidgetan für ihn. Da habe ich mich gefragt, ob es damit zu tun hat, dass wir die gleichen Gene haben.

Philipp, haben Sie damit gerechnet, dass Sie ebenfalls krank werden?

Philipp: Nein. Aber die Erfahrung, dieDavid gemacht hatte, war für mich Gold wert. Ich habe sofort alles in die Wege geleitet.

Was kann man da in die Wege leiten?

David: Es gibt viele Möglichkeiten. Zum Beispiel Naturheilpraktiken. Die Natur hat das Virus hervorgebracht und darum glaube ich, dass die Lösung des Problems zu einem gewissen Teil auch in der Natur liegt.

Ivan Ergic war in eine depressive Phase gefallen. Hattet ihr Angst davor?

Philipp: Nein, ich nicht.David: Ich auch nicht.Philipp: Aber ich muss noch was ergänzen. Das Pfeiffersche Drüsenfieber kann einen wirklich grausam mitnehmen. Ich weiss, dass nicht jeder gleich darunter leidet. Aber wenn ich die Symptome fünf oder sechs Monate gehabt hätte, wüsste ich nicht, was passiert wäre. Die ersten vier Wochen bin ich in der Nacht 20-mal aufgestanden, ich habe also vier Wochen lang praktisch nicht geschlafen. Wenn man das auf lange Zeit hat, kann ich nachvollziehen, wenn man insGrübeln kommt.

In den letzten drei Jahren hat sich bei euch mit Verletzungen und Transfers viel Negatives kumuliert – ein Fluch?

David: Nein es ist kein Fluch. Vielleicht ist es Pech. Aber was ist Pech und wasist Fluch? Das ist nur eine Frage derDefinition.Philipp: David hat sich eindrücklich aus dem Schlamassel befreit. Ich meine nicht nur die Krankheit, sondern auch seine sportliche Situation in Bern. Er stammt aus Basel, wird von den eigenen Fans ausgepfiffen und spielt am Anfang nur selten. Doch nun überragt er. David ist kein Spieler für die Super League, sondern ein Spieler für eine europäische Top-Liga.

War die Durststrecke notwendig für den nächsten Schritt?

David: Das ist ein Prozess, der erst aufhört, wenn ich sterbe. Man muss den Punkt erreichen, um in den Spiegel zu schauen und zu erkennen, was man bei sich ändern muss, um wieder einen Schritt nach vorne zu machen.

Zu welchen Ergebnissen sind Sie bei der Analyse gekommen?

David: Entscheidend war die Erkenntnis, dass ich bereit bin, Hilfe anzunehmen. Leider ist es immer noch verbreitet, dies als Schwäche zu werten. Aber für mich ist das eine Stärke. Ich habe in der Vergangenheit viele Fehler gemacht. Aber ich bin selbstkritisch geworden. Nacheinem Match bin ich mit mir praktisch nie zufrieden.

Laden Sie sich da nicht zu viel auf?

David: Eine Belastung wäre es erst, wenn ich mich auch am nächsten Tag noch damit beschäftigen würde.

Wieso hat kein Verein und kein Trainer den Mut, Sie im Doppelpack zu verpflichten?

David: Wir sind zwei offene, kommunikative Spieler, die immer den Weg nach vorne suchen. Damit kommen einige Trainer nicht klar. Ich glaube aber, ein junger, moderner Trainer weiss, wie er uns anpacken muss.

Christian Gross, der beim FC Basel auf Sie beide gesetzt hat, steht nicht im Ruf ein junger, moderner Trainer zu sein.

David: Stopp! Christian Gross hat uns von A bis Z geprägt. Ohne ihn wären wir heute nicht so selbstbewusst. Er hat aus uns das Letzte herausgekitzelt, auch was die Persönlichkeit betrifft.Philipp: Teilweise war es auch schwierig für uns. Aber genau das hat er beabsichtigt.David: Als Junger muss man auch mal beissen. Aber Gross hatte immer das Ziel uns weiterzubringen. Und das ist ihm sehr gut gelungen. Philipp und ich sind keine Spieler, die wie Schachfiguren bewegt werden wollen.

Haben Sie so überhaupt einen Platz in der Nationalmannschaft?

David: Ich hole mir meinen Platz. Ich will Ottmar Hitzfeld mit guten Leistungen überzeugen, sodass er nicht mehr an mir vorbeikommt.Philipp: Ich bin sicher einer der besten rechten Aussenverteidiger der Schweiz. Mein oberstes Ziel ist es, den Stammplatz, den ich noch vor zwei Jahrenhatte, zurückzuerobern.

Was hat sich verändert, seit Gross nicht mehr Trainer in Stuttgart ist?

Philipp: Gross war der Hauptgrund, dass ich zum VfB Stuttgart gewechselt bin. Jetzt ist der ehemalige Assistent JensKeller der Trainer. Es ist eben eine neue Situation.

Spüren Sie Gegenwind?

Philipp: Es ist noch zu früh, um darauf zu antworten. Ich bin erst seit drei Wochen wieder bereit für Wettkämpfe und habe auch noch nicht das Level, das ich vorher hatte.David: Für mich als Aussenstehender ist klar, dass es für Philipp keine einfache Situation ist. Ich hoffe einfach, dass ihm Keller eine faire Chance gibt. Und ich hoffe, dass Philipp nicht benachteiligt wird, nur weil er von Gross geholt worden ist. In einer Mannschaft sollte eine Leistungs- und nicht eine Politkultur herrschen.

Wie häufig habt ihr im Profifussball schon gegeneinander gespielt?

Philipp: Zweimal. Aarau gegen Basel und Gladbach gegen Dortmund. Doch am Mittwoch gehts richtig zur Sache.David: Die Situation ist klar. Sie sind schon qualifiziert und wir wollen den Sack daheim zumachen. Ich werde alles geben, damit ich da als Sieger vom Platz gehe. Ich habe im Hinspiel, als ich zuschauen musste, die Krise bekommen, als wir gegen eine Mannschaft, gegen die man eigentlich gewinnen muss, 0:3 verloren haben.

Telefoniert ihr immer noch 15-mal am Tag miteinander?

David: Nein, aber so fünf- bis zehnmal am Tag sind es schon.

Und der Traum vom Zusammenleben in einer Doppelhaushälfte mitSwimmingpool in der Mitte, gibt esden noch?

David: (lacht) Da müssten wir erst mal Land finden, das ist ja nicht so einfach in der Schweiz. Aber für mich ist klar, dass ich später in der Region Zürich wohnen will. Neben dem Platz spielt sich alles im Grossraum Zürich ab.

Schwieriger als die Suche nach Land ist jene nach den Frauen.

David: (lacht) Ja, ja, die alte Geschichte. Philipp wird immer die wichtigste Person bleiben. Ohne ihn kann ich nichtleben. Das muss eine Frau akzeptieren. Und das ist erst die erste Hürde. Denn wenn diese Frau dem Philipp nicht passt, dann gehts auch nicht.Philipp: Genau so ist es und wird es auch immer bleiben.

Die Degen-Zwillinge

David und Philipp Degen wurden am15. Februar 1983 in Liestal geboren.Dabei erblickte David das Licht ungefähr eine halbe Stunde vor seinem Bruder. Beide begannen ihre Karriere beim FC Oberdorf, bevor sie in die Juniorenabteilung des FC Basel wechselten. Beim Schritt zu den Aktiven trennten sich die Wege erstmals. Während Philipp in Basel blieb, wechselte David zum FC Aarau.Im Jahr 2003 jedoch ging er zurück ans Rheinknie. Es sollte bis jetzt das letzte Zusammenspiel werden, denn 2005 trennten sich die Wege erneut. Philipp zog es nach Dortmund und später zum FC Liverpool, von dem er an den VfB Stuttgart ausgeliehen wurde. David ging 2006 nach Gladbach, wurde nach einem Jahr aber an Basel ausgeliehen und wechselte dann zu den Young Boys, für die er bis heute spielt. Für die Nationalmannschaft hat er bisher 13 Einsätzebestritten, Philipp sogar deren 32. (SON)

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