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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) Vladimir Petkovic
 Beitrag Verfasst: Mittwoch 4. Februar 2009, 12:58 
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20min.ch, 04.02.2009

«GC ist eine kleine Gefahr»

von Herbie Egli

YB-Trainer Vladimir Petković möchte weiterhin einen Abwehrchef verpflichten. Fündig geworden ist er noch nicht und zu Beginn der Rückrunde in der Axpo Super League spüren die Berner Young Boys die Zürcher Grasshoppers im Nacken. Bei YB hofft man aber auch auf Ausrutscher von Basel und Zürich.

Die Berner Young Boys nehmen die Rückrunde der Axpo Super League auf dem dritten Rang in Angriff. Sechs Punkte hinter dem FC Basel, der am Samstag zum Rückrunden-Auftakt im Stade de Suisse gastiert, und vier Zähler vor den Zürcher Grasshoppers, die aber ein Spiel weniger ausgetragen haben. Spielen die Berner wie zuletzt in der Vorrunde, müssen sie den Druck von hinten aber nicht scheuen.

«GC ist eine kleine Gefahr»

YB-Trainer Vladimir Petković kennt die Ausgangslage vor dem Rückrundenstart natürlich genau. «GC ist eine kleine Gefahr», mahnt der 45-jährige im Interview mit 20 Minuten Online. «Es ist aber unser Ziel, die hinteren Teams in der Tabelle abzuhängen und den 3. Platz zu sichern. Und wir versuchen zu profitieren, wenn die vorderen Teams negative Resultate abliefern», so Vladimir Petković weiter.

Dass zu Beginn der Rückrunde mit YB-Basel und GC-Zürich gleich die ersten vier Teams gegeneinander spielen, stört den YB-Trainer nicht gross. Vielmehr findet es Vladimir Petković lustig, «die haben schon etwas überlegt». Er meint damit die Verbandsherren, die den Spielplan so gestaltet haben. Petkovićs Devise gegen Basel ist jedenfalls klar: «Es ist eines von 18 Spielen und wir versuchen den Rückstand wettzumachen. Wir müssen ins Spiel kommen und versuchen zu gewinnen.»

Weiter auf der Suche nach einem Abwehrchef

Vladimir Petković hätte in der Winterpause gerne einen neuen Abwehrchef verpflichtet. Die Berner sind aber (noch) nicht fündig geworden und halten weiter Ausschau. «Wir haben einen Abwehrchef, suchen aber noch», betont Petković. «Er muss aber besser sein als der jetzige.» Dieser ist der erst 17-jährige François Affolter. Er bekam seine Chance nach dem verletzungsbedingten Ausfall des Tunesiers Saif Ghezal und hat diese gegen den Schluss der Vorrunde immer besser genutzt.

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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) Vladimir Petkovic
 Beitrag Verfasst: Freitag 6. Februar 2009, 15:01 
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sport.ch, 06.02.2009

Petkovic angriffig: So will YB Meister werden

Wenn Vladimir Petkovic sich ein Ziel setzt, dann erreicht er es in der Regel auch. Letzte Saison setzte er sich zum Ziel, mit Bellinzona aufzusteigen. Mit erfrischendem Angriffsfussball stürmte seine „Granata" die zweithöchste Liga und qualifizierte sich bravourös mit zwei Siegen gegen St.Gallen in der Barrage für die Super League. Ziel erreicht!

Am 10.August wurde er daraufhin von YB als neuer Trainer vorgestellt. Nach dem Heimspiel gegen den FC Zürich einige Runden später verkündete er: „Bis zur Winterpause wollen wir auf Platz 3 liegen." Die Winterpause kam - und YB lag auf dem 3.Platz. Ziel erreicht!

Angriffig bezüglich System und Kommunikation

Was Petkovic dazu animierte, ein neues Ziel auszugeben: „Jetzt wollen wir Meister werden!" Petkovic kommuniziert klar und angriffig - wie das System, das er spielen lässt: 3-4-3. Ein so offensives System hat seit Jahrzehnten kein Trainer in der Schweiz mehr spielen lassen! Dementsprechend attraktiv ist das YB-Spiel anzuschauen. Nach erstaunlich kurzer Anlaufzeit holte YB in der bisher 13 Runden dauernden Amtszeit des schweizerisch-kroatischen Doppelbürgers nach dem FC Zürich die zweitmeisten Punkte.

Das Geheimnis des Petkovic-Systems

Was ist das Geheimnis dieses Spielsystems? sport.ch nimmt für Sie das 3-4-3 à la Petkovic unter die Lupe:

Die drei Stürmer und die drei Verteidiger orientieren sich normalerweise Richtung Zentrum. Das Couloir auf den beiden Seiten ist das Herrschaftsgebiet der beiden äusseren Mittelfeldspieler - Christian Schwegler (rechts) und Topskorer Mario Raimondi (links). Diese beiden rennen auf ihrer Seite rauf und runter und brauchen dazu eine gute Lunge.

Das System ist erfolgreich, weil es bei richtiger Anwendung 5 goldene Regeln des Fussballs optimal umsetzt:

1. Angriff ist die beste Verteidigung: Die offensive Ausrichtung verlagert das Spiel in die gegnerische Hälfte. Die drei Stürmer setzen den Gegner früh unter Druck. Solange der Ball in der gegnerischen Hälfte ist, gibt es garantiert kein Gegentor.

2. Wer das Zentrum beherrscht, beherrscht das Spiel: Wie im Schach, ist es auch im Fussball sehr wichtig, die neuralgischen Punkte des Spielfeldes zu beherrschen. Das Petkovic-System schafft bei konsequenter Umsetzung hinten wie vorne eine Überzahl - und zwar dort, wo die Tore erzielt werden: in der Mitte!

3. Jeder Spieler nimmt jederzeit am Spiel teil: In Petkovics System hängt zu keinem Zeitpunkt irgend ein Aussenverteidiger in einer „toten Ecke" herum, wo er keinen Druck auf den Gegner ausüben kann. Jeder nimmt am Spiel teil. Dies führt häufig zu Überzahlsituationen und hilft ganz nebenbei den Spielern jederzeit voll konzentriert zu bleiben.

4. Möglichst viele Dreiecke bilden: Petkovic gräbt eine uralte Fussballweisheit wieder aus - um ein erfolgreiches Kombinationsspiel aufzuziehen, muss das Team auf dem Feld möglichst viele Dreiecke bilden - der Ballführende hat dadurch mehr Anspielstationen zur Verfügung, was die Angriffe unberechenbarer macht.

5. Je flexibler, desto besser: Die Anordnung in Dreiecken vereinfacht das Rochieren, was bei YB ausgiebig praktiziert wird. Dies erhöht das Überraschungsmoment und spart unnötige Laufwege. Einzig Xavier Hochstrasser und Yapi Yapo bleiben zentral stabil auf ihren Positionen, während rundherum alles in Bewegung ist.

Und die Schwächen?

Bei so vielen Pluspunkten mag man sich fragen, ob das System auch Schwachpunkte hat. Sicher! Die sind auf den Flanken zu finden. Da spielt im Wesentlichen jeweils nur ein einziger Spieler auf jeder Seite. Dadurch können sich für den Gegner Freiräume ergeben. Im Cupfinal vor einem Jahr hat Basel gegen Petkovics Bellinzona alle vier Tore nach Flanken erzielt. Zudem hat sich schon gezeigt, dass YB manchmal Mühe hat, gegen Mannschaften etwas auszurichten, die sich hinten reinstellen. Gegen ein kompaktes Team wie Vaduz sprang zweimal nur ein 0:0 heraus.

Heisser Endspurt?

Mit 10 Punkten Rückstand auf Leader FCZ startet YB in die Frühlingsrunde. Im dritten Viertel der Saison empfangen die Berner sowohl den FCZ wie auch den FCB zu Hause. Wollen die Gelbschwarzen ihre Titelchancen wahrnehmen, müssen sie diese zwei Heimspiele wohl gewinnen. Gleich zum Start kommt am Samstag der FC Basel ins Wankdorf Stade de Suisse. Nach dem verlorenen Cupfinal mit Bellinzona und dem im September mit 2:1 gewonnenen Meisterschaftsspiel mit YB in Basel, ist es das dritte Duell Petkovic - Gross innerhalb von 9 Monaten.

Die aktuelle Stammformation der Berner sieht dabei folgendermassen aus: Wölfli; Ghezal, Baykal, Bastians; C.Schwegler, Hochstrasser, Yapi, Raimondi; Varela, M.Schneuwly, Regazzoni.

Den im Sommer verpflichteten Deutschen Felix Bastians testete Petkovic in der Winterpause durchaus erfolgreich in der Verteidigung. Dieser kann aber weiterhin auch auf den Aussenpositionen eingesetzt werden. Dann würde am ehesten der talentierte Affolter in der Verteidigung zum Zuge kommen. Im zentralen Mittelfeld haben Yapi und Hochstrasser ihre Plätze praktisch sicher, solange Doubai verletzt ist. Im Sturm kann Petkovic wie kein anderer aus dem Vollen schöpfen: Häberli, Doumbia, David Degen,... - solche Trümpfe hätte jeder Trainer der Liga gerne in der Hinterhand!

Wird Petkovic auch diesmal sein Ziel erreichen? Für Spannung ist gesorgt!

Von Lukas Stocker

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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) Vladimir Petkovic
 Beitrag Verfasst: Dienstag 17. Februar 2009, 10:20 
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Blick, 17.02.2009

YB-Magier Petkovic

YB Meister? Letztmals war dies vor 23 Jahren der Fall. Und jetzt glaubt «tout Berne» wieder dran. Dank Vladimir Petkovic

In Basel und Zürich, den Titel-Sammlern der letzten Jahre, zittern sie vor dem Mann, der in Sarajewo zur Welt gekommen und in Kroatien aufgewachsen ist.

Nicht etwa, weil er mit seinen 1.90 Metern die stattlichste Trainer-Erscheinung der Liga ist. Mindestens so eindrücklich ist Petkovics ­Bilanz, seit er YB am 17. August erstmals coachte: In der Meisterschaft hat er ein einziges Spiel verloren, am 31. August gegen GC (1:3). Letztmals leer ausgegangen ist er am 2. Oktober, beim 0:2 im Uefa-Cup bei Brügge. Petkovic hat in seinen 15 Spielen gleich viele Punkte geholt wie Bernard Challandes, der Coach von Leader FCZ.

«Ich führe keine Rangliste», wiegelt Petkovic ab. Dann drischt er die üblichen Floskeln von Spiel-für-Spiel-Nehmen, von Arbeit, Einstellung und Glück, das man provozieren muss. Darin unterscheidet sich Petkovic nicht von anderen Trainern. Was er vielleicht anders macht: Er redet extrem viel mit den Spielern. «Fussball ist zu 50 Prozent Kopfsache. In der heutigen Zeit, in der die Jungen sich gewohnt sind, per Mail oder SMS zu kommunizieren, ist es umso wichtiger, Vier-Augen-Gespräche zu führen.» Petkovics Fachwissen (siehe Kubi-Kolumne) gepaart mit seinem Gespür für Sozial- und Gruppenverhalten machen die Mischung aus, welche die grossen Zwei das Fürchten lehren. Petkovic profitiert von seinem Hintergrund als Sozialarbeiter. Bellinzona führte er im Nebenamt in den Cupfinal und in die Super League.

Was im Sport ebenso wichtig ist, aber oft unterschätzt wird: Petkovic lässt sein Familienleben nicht verkümmern. Im Gegenteil. «Ich bin drei bis vier Tage mit meiner Familie zusammen. Trotz der räumlichen Distanz.» Petkovics Frau lebt mit Tochter Lea (14) in Locarno. Ines (19), die andere Tochter, studiert Sprachwissenschaften in Zürich. Ein Beispiel: Nach dem 3:2-Sieg in Luzern fuhr der Mann, der auch den Schweizer Pass hat, nach Locarno. Anderntags gings um 6 Uhr zurück nach Bern. Kompromisse geht Petkovic da keine ein.

Ziel: Titel und Cupsieg

So hat er den Bärengraben auch erstmals mit seinen Töchtern besucht. Zeit, sich Bern anzuschauen, hatte er ohnehin nur in den ersten vier Wochen, als er im Hotel Bern mitten in der Altstadt einquartiert war. Mittlerweile lebt er in einer 3½-Zimmer-Wohnung in Zollikofen. «Als ich im Hotel lebte, lernte ich die Stadt kennen, ging mit meiner Familie unter den Lauben spazieren und in den Beizli essen.» Favorit: das Grissino, ein Italiener. Jetzt sitzt er in seinem Lieblings-Café, dem Adriano’s, und schlürft genüsslich einen Cappuccino. Mit sich und der Welt zufrieden. Im Moment. Denn er hat noch zwei Ziele bis Mai. Meister und Cupsieger werden. «Man muss hoch greifen. Nur so hat man eine Chance, solche Ziele auch zu erreichen.»

Trotz dieser Unbescheidenheit: Petkovic bleibt demütig: «Der FCZ und Basel müssen vor uns nicht zittern. Sie können immer noch aus eigener Kraft Meister ­werden.» Dass es YB mittlerweile auch kann, verschweigt er.

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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) Vladimir Petkovic
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 26. Februar 2009, 10:12 
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20min.ch, 26.02.2009

«Im Fussball muss man mit offenen Augen schlafen»

Vladimir Petkovic arbeitete schon als Lehrer für Erwachsene. Das hilft dem Kroaten auch als YB-Trainer.

Vladimir Petkovic, in drei Runden hat YB den Rückstand auf Leader FCZ von zehn auf drei Punkte reduziert.
Vladimir Petkovic: Aber wir sind immer noch Dritter und dasjenige Team, das hinten liegt. Für uns ändert sich deshalb nichts. Wir müssen immer nur auf das nächste Spiel fokussiert bleiben.

Der Erfolg birgt auch Ri­siken. Wie halten Sie die Ersatzleute bei Laune?
Ich habe den Spielern schon bei meinem Antritt gesagt, dass ich ihnen nicht erkläre, warum ich sie nicht einsetze. Aber ich liess sie auch wissen, dass nicht nur elf Spieler wichtig sind. Natürlich gibt es Frustpotential, aber das muss man akzeptieren und sich in der Gruppe trotzdem gut verhalten.

Achten Sie darauf besonders stark?
Sicher, neben der Leistung ist auch das soziale, menschliche Verhalten wichtig. Denn nicht der beste Einzelcharakter setzt sich durch, sondern die beste Gruppe.

Hilft Ihnen die vorherige Tätigkeit bei Caritas oder als Lehrer?
Ob im Privatleben, der Sozialarbeit oder im Fussball – es geht immer und überall auch um Dinge wie Motivation, Disziplin, Kommunikation oder Konfliktlösung.

Bisher hört man von keinem Spieler ein böses Wort über Sie.
Das hoffe ich doch (lacht). Ich spreche viel mit ihnen, will auch ihre Meinung hören. Generell will ich meine Arbeit von vielen Personen beurteilt haben. Die Entscheidungen treffe dann aber ich. Stimmen die Resultate nicht, muss ich auch die Konsequenzen tragen. Alles kann sich schnell ändern. Deshalb darf man im Fussball nur mit offenen Augen schlafen und träumen

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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) Vladimir Petkovic
 Beitrag Verfasst: Montag 2. März 2009, 19:01 
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20min.ch, 02.03.2009

Ist Petkovic ein Diktator?

von Herbie Egli

Die Berner Young Boys siegen und siegen und siegen. Die letzten sechs Begegnungen wurden alle gewonnen und seit 14 Spielen ist das Team von Vladimir Petkovic ungeschlagen. Der Berner Erfolg führt zwangsläufig über den Trainer.

Als Vladimir Petkovic im letzten August die Berner Young Boys übernahm, lagen sie am Boden. Gut ein halbes Jahr später spricht man rund um das Stade de Suisse aber schon wieder vom Gewinn der Meisterschaft. Eine genaue Analyse der Situation offenbart aber die zwei Gesichter des Vladimir Petkovic: Auf der einen Seite Taktiker, Medienmensch und Psychologe - auf der anderen Seite aber Diktator.

Der Taktiker

Vladimir Petkovic ist ein Trainer mit klar italienischer Prägung: Sein 3-4-3-System sorgt offensiv für Spektakel, ist defensiv aber eine Bank. Schlüsselpositionen sind dabei die offensiven Aussenverteidiger. Die nominellen drei Abwehrspieler sind nach ihrer Rolle auf dem Spielfeld klar als Innenverteidiger zu definieren, die immer wieder von den Aussenverteidigern unterstützt werden. Zudem stehen mit Hochstrasser und Yapi zwei klar defensive Mittelfeldspieler im Team. Insgesamt sind es also sieben Defensivspieler, die einen grossen Block bilden, der nur schwer zu überwinden ist.

Spielentscheidend ist für Petkovic jedoch das «Umschalten». Bei Balleroberung geht es sofort nach vorne, vor allem über die offensivstarken Aussenverteidiger, die ohne jeden Defensivgedanken nach vorne rennen. Und die letzten Spiele haben gezeigt: Sie rennen schneller vorwärts als ihre Gegenspieler rückwärts. Und weil auch die drei Stürmer sehr breit stehen, ist es nicht möglich, die Young Boys früh zu stören, denn sie können sich jederzeit mit einem diagonalen Ball befreien. Schliesslich sind jeweils zwei Spieler auf jedem Flügel. Eine erfolgreiche Kontertaktik. Probleme bekommt YB jeweils nur, wenn sie im Spielaufbau Ballverluste haben oder wenn der Gegner durch das zentrale Mittelfeld spielt, weil sie dort permanent in Unterzahl sind. Ein System, mit dem Petkovic auch schon früher immer spielte und zuletzt Bellinzona in die Super League und den Cupfinal coachte.

Der Psychologe und der Medienmensch

Petkovics (ehemaliger) Beruf als Sozialarbeiter ist viel zitiert, doch was man oft übersieht, ist die Art und Weise, wie er damit neben dem Platz umgeht. Die Firmenleitung des Stade de Suisse, Pardon, der Young Boys, hat er so mit klarer Gesprächsführung beeindruckt und den Job in Bern erhalten und auch die Medien kann er so geschickt für seine Zwecke brauchen.

Seit Marco Schällibaum war nie mehr ein YB-Trainer so verfügbar für die Medien, wie es Vladimir Petkovic ist. Jeder Journalist hat seine Natelnummer und kann immer einen Gesprächstermin vereinbaren, notfalls sogar per SMS. Da braucht es keinen Medienchef, der alles unterbindet. Auch das ist ein Stil, der Petkovic sehr entgegenkommt.

Der Diktator

Was dann in diesen Interviews aber gesagt wird, ist ganz etwas anderes. Die Spieler jedenfalls führt er an einer engen Leine. In diesem Punkt ist Petkovic knallhart: «Wer nicht funktioniert, marschiert», scheint hier das Motto. Ein Beispiel dafür ist ganz klar David Degen. Die Rakete auf dem rechten Flügel, dessen übergrosses Selbstvertrauen oft noch schneller über seine Zunge huscht, als der Basler laufen kann, bekam in Sion erstmals seit langem wieder eine Chance – als rechter Verteidiger. Ob sein Tor ein gutes Argument dafür war, dass Petkovic ihn wieder aufstellt, wollte 20 Minuten Online wissen, doch die Antwort lautete: «Dazu sage ich besser nichts». Und auf die Feststellung, dass er sich auf der ungewohnten Position hinten rechts doch ganz gut zurecht gefunden hat, gab es statt erfreuter Zustimmung nur ein trostloses «kein Kommentar».

Später im Fernsehinterview waren Degens Antworten dann derart kurz angebunden und wenig aussagekräftig, dass hiervon nichts gesendet werden konnte. Und auch andere Spieler haben Angst, vor allem die Spieler im zweiten Glied. Kein böses Wort von Topskorer Doumbia, kein Aufmucken von Publikumsliebling Häberli, keine Reaktion vom England-Transfer Bastians und auch Baykal hat sich die Saison anders vorgestellt. «Wer nicht funktioniert, marschiert.»

Und gut ins Bild passt da auch Petkovics Aussage zu seinem Führungsstil: «Ich rede nicht mit den Spielern, um ihnen zu erklären, warum sie nicht spielen. Ich entscheide.»
Aber der Erfolg heiligt die Mittel – und bislang war der Erfolg dort, wo Petkovic arbeitete.

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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) Vladimir Petkovic
 Beitrag Verfasst: Mittwoch 25. März 2009, 11:17 
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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) Vladimir Petkovic
 Beitrag Verfasst: Dienstag 19. Mai 2009, 20:32 
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20min.ch, 19.05.2009

Vladimir Petkovic

«Habe vergessen, wer Präsident von Sion ist»

YB-Trainer Vladimir Petkovic (45) gilt als Entdeckung der Saison. Doch nun steigt der Druck: Im Cupfinal morgen gegen Sion ist ein Sieg Pflicht.

Vladimir Petkovic, wie wichtig ist es für Sie, den Cupfinal zu gewinnen und Ihren ersten Titel als Trainer zu holen?
Vladimir Petkovic: Es ist sehr wichtig – für den Klub, jeden Spieler und mich. Für alle drei Seiten wäre ein solcher Titel im Hinblick auf die Zukunft sehr wertvoll.

Sie spielen zuhause und haben die bessere Mannschaft. Aber wenn Sie nicht gewinnen, dann wird aus einer guten plötzlich eine schlechte Saison. Ist dieser Druck nicht belastend?
Daran denke ich nicht, sondern einzig daran, wie wir das Spiel gewinnen. Wir sind hungrig auf den Cup und lassen negative Gedanken nicht zu. Auch Sion ist unter Druck. Bei den Wallisern hat die jeweilige Generation den Cupfinal stets gewonnen, es kann daher viel kaputtgehen.

Sion-Boss Christian Constantin macht enorm Druck auf Final-Schiedsrichter Claudio Circhetta. Beunruhigt?
Ich habe seit einigen Wochen vergessen, wer Präsident von Sion ist. Mit solchen Sachen setze ich mich nicht auseinander, ich habe ganz andere Gedanken.

Seit wann ist der Cupfinal für Sie das Hauptthema?
Erst seit Montag.

Aber Sie haben gegen Aa­rau trotzdem verschiedene Leistungsträger geschont ...
Ich verfüge über 19 Stammspieler. Letzte Woche hatten wir zwei Spiele innert drei Tagen. So konnte ich alle einsetzen. Aber keiner ist länger als fünf Tage ohne Match

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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) Vladimir Petkovic
 Beitrag Verfasst: Mittwoch 20. Mai 2009, 10:35 
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Berner Zeitung, 20.05.2009

«...weil wir die bessere Mannschaft sind»

Der 45-jährige Vladimir Petkovic spricht über den Cupfinal und den Druck, über den FC Sion und über seine Zukunft in Bern.

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Zuversichtlich: Vladimir Petkovic

Warum gewinnt YB den Cupfinal?
Vladimir Petkovic: Weil wir zuletzt gut gearbeitet haben. Wir sind bereit und glauben an uns. Und wir wollen eine gute Saison mit dem Cupsieg krönen.

Ist der Cupfinal das bisher grösste und wichtigste Spiel für Sie?
(überlegt lange): Ja. Ja und nein. Es ist von der Wichtigkeit her mit Sicherheit das bedeutendste Spiel, das ist keine Frage. Aber ich bestritt auch bei Agno und Bellinzona und bereits bei YB Partien, in denen es um viel ging.

Mit Bellinzona verloren Sie vor einem Jahr den Cupfinal in Basel gegen den FC Basel 1:4.
Damals war alles viel kleiner für uns, viel lockerer auch und gemütlicher. Der Medienrummel ist diesmal mit YB viel grösser, der Druck, die Erwartungen, alles ist in Bern viel, viel höher. Und damals hatten wir ja noch zwei Strassen offen, wir kämpften auch um den Aufstieg

...YB kann ja auch noch Meister werden...
(lacht)ja, ja, okay, stimmt, rein theoretisch ist das noch möglich. Doch damit befassen wir uns ab Donnerstag wieder. Was ich sagen wollte: In Bellinzona war der Cupfinal eine schöne Zugabe, mehr nicht. Wichtig war für uns der Aufstieg, den wir dann auch realisierten. Diesmal ist der Cupfinal mit YB vermutlich der Höhepunkt der Saison.

Ist der Druck auf YB ein Problem für Ihre Arbeit?
Auch diese Frage möchte ich differenziert beantworten. Mit Bellinzona waren wir gegen Basel der krasse Aussenseiter, jetzt sind wir mit YB Favorit. Ist das besser oder schlechter? Ich bin eigentlich lieber Favorit, denn so sind die Chancen sicher höher, zu gewinnen. Der Druck kann jedoch zu einem Problem werden. Vor allem wenn man immer wieder hört, wie wichtig ein Titel für YB und die Stadt Bern ist.

Glauben Sie, auch die ausländischen Spieler bei den Young Boys lassen sich davon beeinflussen?
Selbstverständlich bekommen alle bei uns mit, dass YB seit 22 Jahren keinen Titel gewonnen hat. Es gibt ja in dieser Stadt derzeit fast nur dieses Thema. Der Cupfinal ist überall. Das war bis am Wochenende ein Problem, vor allem für mich, weil wir in der Liga viele Partien austrugen und die Spannung hochhalten mussten. Deshalb bin ich froh, siegten wir am Samstag in Aarau 1:0. Seit Montag gilt die Konzentration nur dem Cupfinal.

Und was sind Ihre Erkenntnisse über den FC Sion?
Der FC Sion ist eine gute Truppe mit vielen talentierten Spielern. Das Team ist vielleicht nicht optimal zusammengestellt, aber das spielt in einem Cupfinal keine Rolle. Es sind am Mittwoch nur 90, vielleicht 120 Minuten plus eventuell ein Penaltyschiessen. Da kann man Defizite viel besser kaschieren. Und Sion hat herausragende Einzelspieler wie Monterrubio und Obradovic, die den Unterschied ausmachen können. Insbesondere in einer einzelnen Partie.

YB hat in der Super League in 34 Spielen 34 Punkte mehr geholt als Sion.
Und was bringt uns das am Mittwoch? Wir sind sicher das stärkere Team, doch wir müssen aufpassen und dürfen Sion nicht in?Fahrt kommen lassen. Das ist eine Stimmungsmannschaft und ein echtes Cupteam. Uns ist aufgefallen, dass der FC Sion im Cup ganz anders auftritt, viel konzentrierter und aggressiver. Wir müssen vorbereitet sein auf eine harte Gangart des Gegners. Sion spielte auch am letzten Mittwoch bei der 1:2-Niederlage in Bern gegen uns enorm physisch. Da muss jeder von uns dagegenhalten. Und zwar von der ersten Minute an.

Sion ist seit Montag im Trainingslager in Oberhofen, YB ging erst gestern ins Hotel Bern in die Innenstadt. Warum haben Sie wenig an den Abläufen in der Vorbereitung geändert?
Es ist für die Spieler so oder so bereits eine extreme Situation. Der Cup ist wie bereits besprochen überall das Thema Nummer eins. Es war mir ein Anliegen, den Rummel so stark wie möglich von den Akteuren fernzuhalten. Sie sollen sich wohl und gut und sicher fühlen, wenig soll für sie anders sein als sonst. Wir bereiten uns jetzt wie auf ein Auswärtsspiel vor, mit einer Nacht im Hotel. Der einzige Unterschied ist, dass wir halt im Hotel Bern und nicht in einer fremden Stadt übernachten.

Wie fit ist das Team denn nach zehn Spielen in knapp sechs Wochen?
Wir sind bereit. Aber dieses Programm ging natürlich an die Substanz. Ich finde es schade und ziemlich daneben, wie der Terminplan in der Schweiz erstellt worden ist. Es kann doch nicht sein, dass in den entscheidenden Wochen alle drei, vier Tage eine Begegnung absolviert werden muss. Das ist verrückt! Man arbeitet zehn Monate seriös und wird dann während acht Wochen derart unter Druck gesetzt und gestresst. Das ist in meinen Augen unprofessionell. Aber es ist ja für den FC?Sion nicht anders. Auch er hatte zuletzt einige Mühe in der Meisterschaft. Das ist sicher kein Zufall.

Der Cupfinal findet unter der Woche an einem Abend statt...
...das ist nicht schlimm, auch wenn es in der Schweiz Tradition hat, den Cupfinal am Pfingstmontag oder am Ostermontag auszutragen. YB - Sion gibt mit den vielen Fans und der besonderen Affiche so oder so ein besonderes Fussballfest.

Halten Sie im Final am spektakulären, teilweise aber auch fehleranfälligen 3-4-3-System fest?
Wir werden sehen (schmunzelt). Man muss als Trainer immer Überraschungen bereithalten. Die Mannschaft beherrscht das System aber mittlerweile gut, wir sind flexibel und schwierig auszurechnen. Das ist gut so. Sion wird vermutlich sein Glück auch in der Offensive suchen, es könnte sich ein attraktiver Match entwickeln. Wir sind aber daran, ein zweites System bald ähnlich gut einsetzen zu können. Das kann in Zukunft nur von Vorteil sein.

Seydou Doumbia ist Torschützenleader in der Super League und der vermutlich auffälligste YB-Einzelspieler. Aber er dürfte gegen Sion nur auf der Bank sitzen. Können Sie sich diesen Luxus überhaupt leisten?
Man kann auch diese Sache von zwei Seiten betrachten. Doumbia ist ein exzellenter Spieler, der seinen Weg macht und weiter machen wird. Aber wir haben viele gute Stürmer. Und Doumbia ist einer, den man bedenkenlos jederzeit einwechseln kann. Er benötigt kaum Zeit, um Entscheidendes zu leisten und ein Tor zu schiessen. Das kann für uns ein Vorteil sein. Es ist doch schön, haben wir so viele personelle Möglichkeiten.

YB hat in der Vergangenheit oft wichtige Partien verloren...
...das hört und liest man immer wieder. Aber wenn man Vizemeister wird, wie YB letzte Saison, oder einen Cupfinal erreicht, dann hat man auch entscheidende Spiele gewonnen. Manchmal fehlt die absolute Siegermentalität, das hat man in diesem Frühling gesehen. Ein Fussballteam zu führen ist ja immer auch ein Prozess, und im Sommer werden neue Spieler kommen, die uns hoffentlich weiterhelfen. Wir müssen dabei geschickt vorgehen. Denn unser Team besitzt eine gute Zukunft, es ist relativ jung, die Altersstruktur stimmt. Wir werden weiter Fortschritte erzielen.

In Ihrem ersten Interview mit dieser Zeitung sagten Sie im August 2008, Ihr Ziel sei es, mit YB Meister zu werden.
Daran hat sich nichts geändert. Immerhin besitzen wir in dieser Saison auch zwei Runden vor Schluss noch kleine Titelchancen (lacht). Das ist nach dem Fehlstart gar nicht so schlecht. Und: Wir haben 20 Punkte mehr als GC auf Rang vier. Das spricht für eine gewisse Klasse.

Denken Sie oft an verlorene Zähler, zum Beispiel gegen Vaduz? YB hat sieben Punkte gegen den Absteiger verspielt.
Ja, das schmerzt. Ich war beim ersten 0:0 gegen Vaduz noch nicht YB-Trainer. Aber wenn man möchte, könnte man schon sagen, dass wir gegen Vaduz viel verspielt haben. Es wäre mehr möglich gewesen in der Meisterschaft, keine Frage. Doch Dritter und Cupsieger ist besser, als Zweiter zu werden.

Und Ihre Zukunft sehen Sie langfristig in Bern?
Ich bin ein Trainer, der immer das Optimum will. Das war in Agno so, das war in Bellinzona so, das war und ist in Bern so, das wird später irgendwo anders auch so sein. Derzeit zählt für mich nur YB, ich habe einen Vertrag ohne Ausstiegsklausel bis 2010 mit einer Option auf eine weitere Saison. Die Aussichten sind spannend. Ich nehme stets Tag für Tag und versuche, das Team in jedem Training zu fördern und zu unterstützen. Wir sind auf einem guten Weg. Und: Der Cupfinal ist sehr entscheidend. Die Fans stehen hinter uns, ein Sieg würde die Euphorie noch steigern. Verlieren wir aber, beginnt das grosse Zweifeln an YB wieder von vorne. Das werden wir verhindern, weil wir die bessere Mannschaft sind.

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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) Vladimir Petkovic
 Beitrag Verfasst: Mittwoch 20. Mai 2009, 10:37 
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Berner Zeitung, 20.05.2009

Elf Fragen, zehn Antworten

Wo gibt es noch Tickets? Warum wird YB nicht auf dem Bundesplatz feiern? Zehn Antworten auf elf Fragen.

1. Wo gibt es noch Ti-ckets für den Cupfinal?
In Fanforen und auf Internetauktionsseiten gibt es noch einzelne Tickets. Wer bereit ist, bis zum Vierfachen des Originalpreises zu bezahlen, kann also noch zu Eintrittskarten kommen. Auf dem Schwarzmarkt vor dem Stade de Suisse wird es mit Sicherheit ebenfalls noch Tickets geben.

2. Warum wird YB nicht auf dem Bundesplatz feiern?
Die Verantwortlichen der Stadt haben Sicherheitsbedenken, wegen der grossen Menschenmenge auf dem Bundesplatz. Ausserdem wäre die Mannschaft frühestens um Mitternacht auf dem Bundesplatz. Das ist der Stadt zu spät.

3. Was haben die Fans geplant?
Die YB-Fans wollen sich ab 14 Uhr auf dem Waisenhausplatz versammeln und ab 17.30 Uhr via untere Altstadt und Nydeggbrücke zum Stadion marschieren. Die Walliser treffen sich ab 16 Uhr auf der Schützenmatte und marschieren über die Lorrainebrücke zum Stadion. Beide Lager haben Choreografien vorbereitet.

4. Wie viele Leute werden zum Public Viewing auf dem Bundesplatz erwartet?
Die Verantwortlichen lassen rund 15000 Zuschauer zum Public Viewing zu. Weil alleine aus dem Wallis mehrere tausend Fans ohne Ticket erwartet werden, empfiehlt es sich, rechtzeitig zu erscheinen (Türöffnung: 16 Uhr).

5. Wie gross ist das Polizei-aufgebot?
Die Polizei wird mit einem Grossaufgebot präsent sein, zumal das Stadion mit 30000 Zuschauern ausverkauft sein wird und auf dem Bundesplatz bis zu 15000 Fans erwartet werden.

6. Wo wird das Spiel übertragen?
Auf dem Bundesplatz steht eine 40 Quadratmeter grosse Leinwand. TeleBärn aktualisiert seine News- und Sportsendungen bis Mitternacht laufend. Capital FM beginnt seine Liveübertragungen aus dem Stadion und vom Bundesplatz um 19 Uhr. Bernerzeitung.ch unterhält einen Liveticker.

7. Gibt es Verkehrsbehinderungen?
Im Raum Wankdorf kommt es zu Behinderungen. Das Stadion sollte umfahren werden. Zugreisende müssen Wartezeiten in Kauf nehmen. Bernmobil setzt Shuttlebusse vor dem Stadion ein. Die Moonliner verkehren wie an einem Wochenende.

8. Gibt es eine Freinacht?
Ja, aber nur wenn YB gewinnt. Im Stadion gilt während des Spiels ein Alkoholverbot.

9. Haben die YB-Verantwortlichen für den Fall eines?Sieges etwas geplant?
Offiziell wird dies verneint. Doch im Hintergrund ist eine kleine Gruppe von Leuten dabei, Vorbereitungen für den Erfolgsfall zu treffen. Es ist damit zu rechnen, dass sich die Mannschaft auf dem Quartierplatz zeigt, wenn sie das Spiel gewinnt.

10. Wie ist die Wetterprognose?
Die Meteorologen sagen sonniges und warmes Wetter voraus.

11. Wer holt den Pokal?
Darauf haben auch wir keine Antwort. Die Tabelle spricht für YB: Die Berner belegen Platz 3 in der Meisterschaft, Sion kämpft gegen den Abstieg. Für Sion spricht die Tradition: zehn Finalteilnahmen, zehn Siege.

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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) Vladimir Petkovic
 Beitrag Verfasst: Montag 13. Juli 2009, 09:56 
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Der Bund, 13.07.2009

«Jeder Trainer braucht die Mathematik»

Morgen startet YB bei Meister Zürich in die neue Saison. Vladimir Petkovic spricht über Ziele und Druck, Spieler und Sorgen.

Bild
Der Trainer, seine Spieler und der Staff: Vladimir Petkovic hat YB auf dem Spielfeld mit seinem ungewöhnlichen 3-4-3-System ein neues, spektakuläres Gesicht gegeben.(Andreas Blatter)

Wissen Sie eigentlich, dass Sie virtueller Schweizer Meister sind?

Vladimir Petkovic: Nein, warum?

Ganz einfach: Sie haben mit YB letzte Saison in 31 Spielen 69 Punkte geholt und damit im Schnitt (2,225 Punkte) mehr als Meister Zürich (2,194).

(lacht) Ach so, ja, das wusste ich, jemand hat es mir erzählt. Aber was hat es uns gebracht? Wir sind die ganze Saison dem Rückstand hinterhergelaufen, das war anstrengend. Deshalb ist ein guter Start wichtig. Wenn YB wieder so schlecht beginnt, stehen wir schon im August unter Druck. Und das wollen wir vermeiden.

FCZ-Trainer Bernard Challandes sagte, diesmal brauche es nicht 79 Punkte zum Meistertitel

ja, die Liga wird ausgeglichener sein. Natürlich sind Zürich und Basel neben uns die Favoriten, aber ich traue auch anderen Teams zu, für Überraschungen zu sorgen. Als Trainer muss man ja immer rechnen, man ist abhängig von den Resultaten. Deshalb sage ich: Jeder Trainer braucht die Mathematik.

Und wie sieht die Rechnung von Vladimir Petkovic aus?

Ich glaube, zwei Punkte pro Spiel und insgesamt 72 Punkte könnten zum Titel reichen.

YB will ja Meister werden...

...ist das so? Jedes Team will doch Meister werden.

Ja, aber nicht alle sind wie YB in der Lage dazu. In Bern wartet man seit 1987 auf einen Titel.

Und deshalb haben wir auch gesagt, unser Ziel sei es, in dieser Saison einen Titel zu holen. Ich will immer alles gewinnen, das ist mein Credo. In der letzten Saison waren wir in der Liga gut, aber wir waren nicht gut genug. Wir haben den Cupfinal dumm und unnötig verloren, das schmerzt immer noch. Aber das Schöne am Fussball ist: Man kann es immer besser machen.

Und was muss YB besser machen, um endlich wieder einen Titel feiern zu können?

Jede Menge. In erster Linie geht es darum, den eingeschlagenen Weg konsequent weitergehen zu wollen. Jeder Spieler muss jeden Tag bereit sein, zu lernen und Fortschritte zu erzielen. Im Leben wie im Fussball muss man sich immer weiterentwickeln.

Und wie haben Sie sich in den elf Monaten in Bern entwickelt?

Es war ein grosser Schritt für mich, von Bellinzona zu YB zu wechseln. Das ist ein absoluter Spitzenklub hier, die Erwartungen und der Druck sind enorm. An der Vorsaisonpressekonferenz waren vor wenigen Wochen 50 Journalisten dabei, das zeigt, welchen Stellenwert YB hat. Daran musste ich mich zuerst gewöhnen. Zum Glück stimmten die Resultate sofort, sonst wäre es für mich schwierig geworden. Denn ich habe einiges verändert.

Zum Beispiel das System (3-4-3). Es gibt kaum ein anderes Fussballteam, welches mit einer Dreierkette in der Abwehr spielt.

Drei Verteidiger, vier Verteidiger, fünf Verteidiger, was spielt das für eine Rolle? Je nach Situation sind es bei uns auch vier oder fünf Abwehrspieler, da sind wir sehr flexibel. Dieses System ist elastisch. Und solange die Resultate uns Recht geben, kann es ja nicht so schlecht sein. Natürlich ist es für die neuen Spieler eine Umstellung, und deshalb ist es schade, beginnt die Saison in der Schweiz so früh. Wir haben zwei neue Abwehrspieler erst seit rund zehn Tagen dabei, sie haben noch Trainingsrückstand. Wir werden also am Anfang improvisieren müssen. Aber ich bin überzeugt, dass uns auch Emiliano Dudar und Issam Mardassi weiterbringen werden.

Und warum spielen nicht mehr Trainer im 3-4-3-System?

Das weiss ich nicht. Es ist doch spannend, wenn nicht alle gleich funktionieren und überlegen. Am Ende des Tages zählen die Ergebnisse. Wenn ein Trainer das Gefühl hat, er müsse mit neun Stürmern spielen und Meister wird, stellt niemand kritische Fragen. Mir ist bewusst, dass ich mit diesem System Angriffsflächen biete. Aber wir üben fleissig taktisches Verhalten, das klappt schon ganz gut.

YB wird also nicht mehr so viele Gegentore (46) erhalten?

Ich hoffe nicht. Natürlich waren wir defensiv zu anfällig. Aber so schlecht waren wir auch nicht, Basel hat nur zwei Tore weniger erhalten. Wir haben dafür am meisten Tore erzielt (85). Gute Verteidigung beginnt im Angriff. Das ganze Team muss bereit sein, jeder Spieler muss die richtigen Entscheidungen treffen, und zwar schnell, bei Ballverlust und bei Ballgewinn. Gewisse Dinge kann man automatisieren, aber eben nicht alles. Und sowieso: 75 Prozent aller Gegentore von uns waren nicht systembedingt, sondern fielen nach individuellen Fehlern.

Christian Schwegler sagte, er habe auch deshalb zu Red Bull Salzburg gewechselt, weil er dort endlich wieder als Rechtsverteidiger in einer Viererkette spielen und sich so wesentlich besser fürs Schweizer Nationalteam aufdrängen könne.

Hat er das gesagt?

Ja.

Soll ich darauf antworten?

Sehr gern.

Abgesehen davon, dass es bestimmt auch sonst interessante Gründe gibt, nach Salzburg zu wechseln, wage ich zu behaupten, dass Schwegler eine sehr gute Saison gespielt hat. Und das sogar in einem System mit Dreierkette. Sonst hätte er ja auch kein Angebot erhalten.

Die Aussenpositionen sind in Ihrem System wichtig. Schwegler wird durch Scott Sutter ersetzt, der auch mit starken Flanken überzeugt. Wie sieht es links aus?

Da haben wir Mario Raimondi als Stammspieler, er fällt leider einige Wochen verletzt aus. Das ist die Chance für andere Spieler. David Degen zum Beispiel besitzt ein Riesenpotenzial, er muss nur bereit sein, es abzurufen.

Also wollen Sie keinen neuen Spieler mehr für die linke Seite?

Nein, ich bin zufrieden. Wir haben neue Verteidiger geholt, wir haben mit Matar Coly einen kräftigen Angreifer verpflichtet, so einer hat noch gefehlt bei YB. Schade ist nur, dass die letzten Akteure erst derart kurz vor Saisonbeginn geholt wurden.

Sie haben mit Carlos Varela, Thomas Häberli und Miguel Portillo drei langjährige YB-Stammspieler im Sommer aussortiert.

Das ist ein strenges Wort. Jeder Spieler sass nach der Saison mit Stefan Niedermaier (Stadion-CEO), Sportchef Alain Baumann und mir für eine lange Analyse zusammen. Dabei haben wir den drei Spielern mitgeteilt, dass wir in Zukunft auf ihre Dienste verzichten. In einem Fussballteam muss Bewegung sein, es braucht frisches Blut, es geht darum, neue Impulse zu setzen.

Fiel Ihre Entscheidung, auf diese drei Akteure zu verzichten, im Cupfinal, als sie alle eine unglückliche Rolle spielten?

Nein, das hat damit nichts zu tun, wirklich nicht. Ein Fussballteam zu bilden ist wie ein Puzzle zusammenzustellen. Die einzelnen Teile müssen passen. Portillo sah im Cupfinal beim dritten Gegentor nicht gut aus, aber es hätte in der 88.Minute niemals zu einer Eins-gegen-eins-Situation führen dürfen. Da hat die ganze Mannschaft geschlafen.

Jetzt braucht YB aber dringend neue Leaderfiguren.

Warum? Wir haben viele Spieler mit Führungsqualitäten. Und ich erwarte von den Neuen wie Dudar, dass sie sich etablieren. Die Mischung bei uns stimmt, wir haben auch junge, entwicklungsfähige Spieler verpflichtet.

Aber YB hat darauf verzichtet, einen Spitzenkönner zu holen und ein Ausrufezeichen zu setzen.

Vielleicht, ja, aber niemand gibt uns die Garantie, dass dieser Klassespieler bei uns dann auch die Rolle erfüllt, die er einzunehmen hat. Wir haben die Transfers strategisch geplant und genau das bekommen, was wir wollten. Wir sind defensiv sicher stärker, und in der Offensive haben wir mit Coly und auch mit Joetex Frimpong neue Möglichkeiten. Das sieht gut aus.

Und der beste Zugang steht ja schon lange im Kader.

Wie meinen Sie das?

Thierry Doubai ist eine grosse Begabung, er steht nach zwei Kreuzbandrissen vor dem Comeback.

Ja, er macht Fortschritte, er trainiert teilweise bereits locker im Team mit. Mitte August wird er auch wieder Zweikämpfe voll führen können. Wir hoffen, dass Doubai ungefähr Anfang September wieder einsetzbar ist.

Vor eineinhalb Jahren wurde Doubai von vielen Vereinen wie Lyon beobachtet. Es gibt Leute, die behaupten, YB wäre 2008 Meister geworden, wenn sich Doubai nicht verletzt hätte. Was erhoffen Sie sich von ihm?

Zunächst ist es wichtig, dass wir ihm genug Zeit geben, er ist gerade erst 21 Jahre alt geworden. Ich selber kenne ihn noch nicht so gut, weil er halt fast immer verletzt war, seit ich hier bin. Was ich aber gesehen habe, gefiel mir sehr. Doubai wird für YB ein wichtiger Spieler sein.

Wie sein ivorischer Landsmann Seydou Doumbia, der vornehmlich als Edeljoker in der letzten Saison Torschützenkönig wurde. Ist er jetzt Stammspieler?

Er ist jetzt Stammjoker (lacht). Doumbia ist ein grossartiger Fussballer, er steht vor einer glänzenden Karriere. Aber auch er ist noch jung, er muss noch viel lernen, und deshalb hoffe ich, er bleibt noch ein wenig in Bern. Im Fussball weiss man nie, was passiert. Aber für Doumbias Entwicklung wäre es ausgezeichnet, wenn er sich bei YB als Stammspieler durchsetzt. Hier in Bern kennt er alles, er geniesst das Vertrauen und hat einige Landsleute als Teamkollegen, er kann reifen und in zwei, drei Jahren immer noch den Sprung in eine grosse Liga realisieren. Man sollte aber nicht erwarten, dass er jetzt 35 oder 40 Tore erzielen wird, nur weil er von Beginn an spielt.

Immerhin könnte er der neue Penaltyschütze sein. YB verschiesst auffällig viele Elfmeter.

Ja, das ist nicht optimal. Gilles Yapi, Xavier Hochstrasser und Raimondi besitzen diesbezüglich Steigerungspotenzial. Ich bestimme vor jeder Partie drei Schützen, das werde ich weiter so machen. Wer sich dann sicher fühlt, soll schiessen.

Ein weiteres Problem für YB könnten Eckbälle und Freistösse sein: Varela ist nicht mehr da, Raimondi ist verletzt.

Das ist tatsächlich eine Sorge von mir. Wir müssen jetzt kreativ sein, leider fehlt uns neben Raimondi ein Linksfüsser, der das machen kann. Aber wir werden Lösungen finden. Man kann Sachen ja auch einstudieren, derzeit lege ich aber gerade mehr Wert auf taktische Abläufe. Zudem glaube ich, dass wir mit Dudar einen sehr kopfballstarken Spieler geholt haben, er wird bei Eckbällen und Freistössen ein wichtiger Spieler für uns sein.

Ist es ideal, mit Marco Wölfli, einen Torhüter als Captain zu haben? Er ist nicht immer im Zentrum des Geschehens.

Das spielt keine Rolle. Er ist ein natürlicher Leader, er ist in jedem Spiel ein Leistungsträger, er ist schon lange bei YB und die perfekte Lösung. Zudem soll er einen Schub erhalten als Captain. Der mentale Aspekt ist sehr wichtig. Ich finde es gut, arbeiten einige Spieler mit dem Sportpsychologen Jörg Wetzel zusammen.

Sie auch?

Selbstverständlich. Er ist auch für mich eine Hilfe, da er bei vielen Teamsitzungen dabei ist und mich hautnah erlebt. Es ist mir ein Anliegen, dass ich von ihm erfahre, wie er meine Arbeit beurteilt, wie ich auf die Akteure wirke, ob ich sie richtig motiviere. Wir haben alle ein gemeinsames Ziel und müssen uns dabei ständig hinterfragen. (Der Bund)

http://www.derbund.ch/sport/fussball/Jeder-Trainer-braucht-die-Mathematik/story/17568696

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