Registrieren    Anmelden    Forum    Suche    FAQ

 

 

 

     

 

 

Foren-Übersicht » www.ybfans.ch » Fussball allgemein




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 2 Beiträge ] 
Autor Nachricht
 Beitrag Verfasst: Mittwoch 2. März 2005, 16:54 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: Dienstag 11. Mai 2004, 22:33
Beiträge: 493
Der sicherste Weg zu Verlusten

Wer Geld verlieren will, sollte in Fussballaktien investieren
Das Finanzdebakel des deutschen Renommierklubs Borussia Dortmund bekräftigt die bewährte Anlegerweisheit: Wer in Fussballaktien investiert, schreibt sein Geld lieber gleich sofort ab.

Mehr Verlust als Umsatz. Diese Leistung ist sogar für einen Fussballklub aussergewöhnlich. Geschafft hat es der deutsche Renommierverein Borussia Dortmund, der am Montag abend sein Halbjahresergebnis (Juli bis Dezember 2004) vorgelegt hat – mit 39 Millionen Euro Umsatz und fast 55 Millionen Euro Reinverlust.

Selbst bei grosszügiger Betrachtung – unter Ausklammerung der Rückstellung von 24 Millionen Euro für den drohenden Verlust der verpfändeten Markenrechte – ist das Ergebnis ein Debakel. Wie schon das Jahresergebnis der Saison 2003/04, die mit einem Verlust von 67,5 Millionen Euro endete. Eine Sanierung ist unumgänglich. Ein Teil davon, die Kapitalerhöhung vom vergangenen Herbst um rund 24 Millionen Euro, reicht nicht. Ein weiterer Teil war die Stundung von Gläubigerforderungen. Ein dritter die Senkung der horrenden Spielerlöhne. Ein vierter hängt noch in der Schwebe: Vor zwei Jahren hatte Borussia Dortmund seine Anteile am Fussballstadion an einen Immobilienfonds verkauft und das Stadion zu teuren Konditionen zurückgeleast – die Gesellschafter des Fonds sollen nun Mitte März darüber abstimmen, ob sie bereit sind, diesen Deal rückgängig zu machen. Sagen sie Nein, droht dem Verein das Ende.


«Da fehlen mir die Worte»

Die Sache hat sogar dem obersten Fussballherr die Sprache verschlagen. «Ein Klub, der in jedem Heimspiel 80 000 Zuschauer hat, muss doch überleben», sagte Joseph Blatter, Präsident des Weltfussballverbandes Fifa, im deutschen Fachblatt «Kicker»: «Da fehlen mir die Worte.»
In der Tat. Mit durchschnittlich fast 79 000 Zuschauern bei den Heimspielen war Dortmund in der Saison 2003/04 mit grossem Abstand die Nummer 1 in ganz Europa. Und diese Saison ist das nicht anders. Doch die Zuschauereinnahmen bringen heute bei grösseren Klubs typischerweise nur noch ein Viertel bis ein Drittel der Gesamteinnahmen. Den grossen Rest bringen Fernsehgelder, Sponsoren und der Produkteverkauf.
Oft der wichtigste Posten sind heute die Fernsehgelder. Dies dank der europäischen Eliteklasse namens Champions League, die den Teilnehmern für ein Jahr gegen 10 Millionen Franken garantiert, und für den Sieger (je nach Grösse seines TV-Heimmarktes) 30 bis 60 Millionen bereit hält. Die Champions-League-Optionen aus Dortmunder Sicht somit: 60 Millionen Einnahmen, mindestens 10 Millionen oder fast nichts. Vorsichtige Manager budgetieren bei unsicherer Ausgangslage wenig bis gar nichts ein, Fussballmanager rechnen dagegen viel lieber mit einem Millionenfluss – und versuchen, mit teuren Spielereinkäufen den Qualifikationschancen nachzuhelfen. Was im Falle Dortmunds zuletzt wiederholt in die Hosen ging.


Düsterer Branchenindex

Auch für die Aktionäre. Im Jahr 2000 ging die Borussia als erster und bisher einziger deutscher Fussballklub an die Börse, seither ist der Aktienkurs von 11 auf etwas über 2 Euro abgestürzt. Die Borussia mag ein Extremfall sein, doch ihr Kurstrend ist typisch für die europäische Fussballbranche. Dies zeigt der Dow Jones Fussballindex, der rund 30 Fussballaktien zusammenfasst. Seit 1999 ist der Index von fast 300 auf unter 90 Punkte gefallen – während der breite europäische Aktienindex DJ Stoxx 600 sein Niveau knapp gehalten hat (vgl. Grafik).
Auch die Schweiz lieferte dazu Anschauungsunterricht: Ende 1997 gingen die Zürcher Grasshoppers als erster hiesiger Fussballklub an die Börse, dreieinhalb Jahre und 60 Millionen Franken Verluste später kam der Rückzug.


Wo es klemmt

Hinter der Branchenmisere stecken vor allem drei Gründe:


· Wenn es um Fussball geht, hören auch Manager oft auf zu denken.
· Die Einnahmen hängen stark vom sportlichen Erfolg ab. Ein Tor mehr oder weniger kann viele Millionen ausmachen. Häufig schaffen einzelne Spieler die Differenz – das treibt ihre Gehälter hoch. Zusatzeinnahmen für die Klubs verschwinden daher oft rascher in den Taschen der Stars, als die Klubpräsidenten denken können. Das Mitbieten kann sich für den einzelnen Klub zuweilen lohnen, doch die Branche als Ganzes wird damit verlustträchtig. Seit Mitte der 90er-Jahre sind die Umsätze der Klubs in den grossen Ligen Europas jährlich um 14 bis 20 Prozent gestiegen – doch die Lohnkosten haben noch mehr zugelegt. Erst in den letzten zwei Jahren sind die Lohnsprünge vorerst gebremst worden.
· Multimillionäre mit Ego und Spieltrieb hebeln in einigen Klubs die Gesetze der wirtschaftlichen Schwerkraft auf – indem sie Ende der Saison Finanzlöcher locker wieder stopfen. Die Beispiele reichen von Abramovitsch in London über Moratti in Mailand bis zu Hotz in Zürich und Oeri in Basel. Klubs ohne solche Mäzene nehmen beim Mitbieten um die besten Spieler entweder unvernünftige Risiken in Kauf oder müssen ihre Ambitionen zügeln.


Die Ausnahme

Es gibt unter den börsenkotierten Klubs eine gloriose Ausnahme: Manchester United. Dessen Aktienkurs ist seit 1999 etwa um 50 Prozent gestiegen. Manchester United produziert konstant Gewinne und zahlt sogar eine Dividende – die seit 12 Jahren jährlich gesteigert wurde. Das Geheimnis des Klubs scheint simpel: Er ist der populärste Verein im Land mit den grössten Fernseheinnahmen Europas, hat eine weltbekannte Marke, sportlich grosse Erfolge und schafft hohe Erträge mit dem Verkauf von Fanartikeln.
Doch auch dies ist keine Garantie für fortwährende Gewinne. Auch Manchester United steht unter den Sachzwängen der Branche – der Abhängigkeit vom sportlichen Erfolg und dem hohen Lohnforderungen der Stars. Dennoch will der amerikanische Milliardär Malcolm Glazer nun den Klub übernehmen und noch mehr Geld herausholen. Ob das Übernahmeangebot des Ausländers Erfolg hat, ist unsicher. Noch unsicherer ist, ob er als neuer Besitzer tatsächlich Geld verdienen würde.


Der Bund


Jetzt habe ich doch gemeint ich werde mit meinen YB-Aktien ein reicher Mann werden! :wink:


Nach oben 
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 3. März 2005, 11:54 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: Samstag 24. April 2004, 02:01
Beiträge: 489
Zitat:
Wenn es um Fussball geht, hören auch Manager oft auf zu denken.

können die den überhaupt denken ??? :grin1:


Nach oben 
 Profil  
Mit Zitat antworten  
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
 
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 2 Beiträge ] 

Foren-Übersicht » www.ybfans.ch » Fussball allgemein


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 7 Gäste

 
 

 
Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Suche nach:
Gehe zu:  
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de