Luzern: Neues Stadion schon ab 2008?
Der Schweizer Zweiligist FC Luzern kann sich möglicherweise schon bald über eine neue Spielstätte freuen. Walter Stierli, SVP-Stadtrat und designierter Nachfolger für das Präsidentenamt des FCL, plant den Bau eines Stadions mit einer Kapazität von 16.000 überdachten Sitz- sowie 1.000 VIP-Plätzen.
Die Idee ist noch recht neu und Modellansichten wurden bisher nicht veröffentlicht, doch das Stadion soll nach dem Vorbild des Limburg-Sportparks im niederländischen Kerkrade gebaut werden. Stierli, der seine Kandidatur für das Clubamt mit der Umsetzung des Projekts verknüpft hat, orientiert sich bei seinen Planungen zudem am „Stade de Suisse“ in Bern, wo bereits ein Jahr vor Inbetriebnahme 550 VIP-Plätze für die Spiele der Young Boys verkauft worden sind.
Die Baukosten werden nach aktuellen Stand mit 35 Millionen Franken veranschlagt, wobei die Stadt das Baurecht für den symbolischen Betrag von einem Franken an den Verein abtreten müsste und zudem 10 Millionen Franken beisteuern soll (gerade soviel, dass eine Volksabstimmung über diese Ausgabe nicht stattfinden müsste). Ein weiterer Teil soll vom Kanton im Rahmen der Tourismusförderung (so wie auch beim Bau der neuen Eishalle in Zug) bereitgestellt werden. „Das letzte Stück Finanzierung wird von Privaten geleistet, denn mit dieser Vision lassen sich Investoren und Sponsoren für die Zukunft finden. So kostengünstig kommt Luzern nie mehr zu einem Stadion, das der Stadt würdig ist“, erklärt Stierli. Sollte es gelingen, weitere sportliche oder kulturelle Events im neuen Stadion zu platzieren, würde außerdem der FCL davon durch Einnahmen, „die den Spielbetrieb sichern und Perspektiven für die Teamzusammenstellung eröffnen“, profitieren.
Vorbild ist das Stadion in Kerkrade
Bild:
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Nach seinen Vorstellungen könnte die Stadt ihre Investitionen über die Nutzung des bisherigen Stadion-Standortes, des Allemend, wieder reinholen, insbesondere durch einen Abriss der Haupttribüne und den Bau eines 50-Meter-Schwimmbades, welches auch von den Kunden des angrenzenden Fitnessclubs genutzt werden könnte. Da ansonsten keine weitere Mantelnutzung geplant ist und der Status als „Sport- und Freizeitzone beibehalten wird, wäre keine Änderung der so genannten Zonenplanungsänderung notwendig.
Das würde Zeit sparen, die den Luzernern derzeit im Nacken sitzt. Ab der Saison 2006/07 treten neuen Auflagen der „Swiss Football League“ hinsichtlich Sicherheit, Komfort und Infrastruktur für die Bereiche VIP und Medien in Kraft. Stadien erhalten nur dann eine Ausnahmegenehmigung, wenn die Clubs realistische Bauprojekte vorlegen können.
Gerade vor dem Hintergrund, dass Stadionprojekte in der Schweiz oft enorme Zeiträume beanspruchen (in Basel dauerte es von der Planung bis zur Fertigstellung 13, in Bern zehn Jahre), prognostiziert der Luzerner Baudirektor Kurt Bieder eine Fertigstellung im Jahre 2010. Weiterhin fordert er „verlässliche Verhandlungspartner“, denn gerade in diesem Punkte habe es in den vergangenen Jahren beim FCL gemangelt. Walter Stierli erwidert: „2010 ist zu spät, viel zu spät. In sechs Jahren brauchen wir kein Stadion mehr, weil es dann keinen FCL oder keinen Spitzenfußball in Luzern mehr geben wird.
Das aktuelle Stadion des FC Luzern
Bild: Bastian Trojahn
Ein Umbau des bestehenden Allmend-Stadions kommt für ihn ebenfalls nicht in Frage: Gemäß der UEFA-Richtlinien müsse das Spielfeld um acht Meter verschoben werden, damit im Bereich der Lumag-Tribüne die Zugänge auf einen entsprechende Größe gebracht werden können. „Das heißt: Anpassungen im Bereich Haupt- und Gegentribüne sind unumgänglich. Das ist zwar nur Flickwerk, kostet aber viel“, so Stierli.
Das Echo in der Lokalpolitik ist unterdessen geteilt: FDP und CVP bewerten das Projekt als interessant, verlangen aber Klarheit bei offenen Punkten wie z.B. der Parkplatzfrage. Zurückhaltender ist die Einschätzung bei den Linksparteien SP und dem Grünen Bündnis. SP-Sprecher Beat Hüsli nannte es „höchst unsensibel“, bei der Finanzierung den in einer Abstimmung geäußerten Volkswillen umgehen zu wollen.
stadionwelt.de