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 Beitrag Verfasst: Samstag 12. Februar 2005, 17:52 
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Hoyzer in Berlin festgenommen

Haftbefehl wegen Fluchtgefahr
erlassen - ZDF-Doku zum Fall
am Sonntag, ab 16.30 Uhr

Robert Hoyzer ist in Berlin im Zuge des Manipulationsskandals festgenommen worden. Wie die Staatsanwaltschaft Berlin bestätigte, vollstreckte die Polizei einen bereits am Donnerstag erlassenen Haftbefehl. Eine Ermittlungsrichterin im Amtsgericht Tiergarten hatte wegen Fluchtgefahr Untersuchungshaft angeordnet. Zum "Fall Hoyzer" zeigt das ZDF am Sonntag, ab 16.30 Uhr, die Dokumentation "Verpfiffen - Robert Hoyzer und der Fußball-Wettskandal".

zdf.de, 12.02.2005


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 Beitrag Verfasst: Samstag 12. Februar 2005, 17:54 
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Hier noch der Link zur J.B.K Show:

http://www.zdf.de/ZDFmt/mediathek/0,3496,MT-2259257,00.html


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 Beitrag Verfasst: Montag 14. Februar 2005, 15:08 
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Hoyzer am Ende

Freundin weg!
Freiheit weg!


Kahle Wände, enge 12 Quadratmeter, ein schmales vergittertes Fenster mit Blick in den Hof – das ist seit Samstag die neue Welt des Robert Hoyzer (25). Eine Zelle im Untersuchungs-Gefängnis Berlin-Moabit.
Dort ist der Schiedsrichter-Betrüger kein Star, sondern einer von 1200 Insassen.

Dort bekam er jetzt seine ganz private Strafe: Freundin Antje W. (26) pfeift auf ihn!

Die hübsche blonde Lufthansa-Stewardeß gab die Trennung bekannt. Antje W. zu BILD: „Ich habe Robert ein für allemal verlassen.


Ich betone, daß ich mit dieser ganzen Sache nichts zu tun habe. Und ich werde ihn auch nicht in der JVA besuchen.“

Der Abpfiff nach drei Jahren Liebe! In einer Dachgeschoß-Wohnung (gehörte ihrer Mutter) in Steglitz hatten sie zusammengewohnt, bis der Bundesliga-Skandal die Beziehung zerstörte.

Freundin weg, Freiheit weg – kein gutes Wochenende für Hoyzer...

Samstag gegen 12.30 Uhr ging er mit seiner Mutter Bettina (51) über die Straße in Spandau, als zwei Männer auf sie zukamen.

Die Mutter glaubte an Reporter, sagte Robert: „Steig schnell ins Auto ein!“ „Nein, Sie steigen bei uns ein!“ Die beiden Kripo-Beamten hielten ihm den rosafarbenen Haftbefehl wegen Fluchtgefahr vor.

Im Polizeipräsidium am Tempelhofer Damm wurde er dem Haftrichter vorgeführt.

Der Vorwurf: Mittäterschaft zum gewerbs– und bandenmäßigen Betrug in 8 Fällen (heißt: Spielen)! Ihm drohen bis zu zehn Jahre Haft.

Warum reagiert die Justiz plötzlich so hart?

Hoyzer hat seinen „Petzer-Rabatt“ (Spitzname für aussagewillige Täter) verloren, weil er in den ersten Vernehmungen die versuchte Manipulation im Regionalliga-Spiel Chemnitz gegen Sachsen Leipzig (1:1) aus dem Jahr 2003 verschwiegen hatte.

Der Berliner Staatsanwalt Hansjürgen Karge (Spitzname „Panzerkreuzer“) gilt als knallhart: „Es kommen Zweifel an Hoyzers Glaubwürdigkeit auf. Wir werden jeden Stein umdrehen. Aus meiner Sicht wird er nicht mit einer Geldstrafe davonkommen, vielleicht noch nicht einmal mit einer Bewährungsstrafe.“

Heute wird ein Haftrichter entscheiden, ob Hoyzer und die seit zwei Wochen einsitzenden Brüder S. in U-Haft bleiben müssen.

bild.de


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 Beitrag Verfasst: Montag 14. Februar 2005, 18:30 
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Allez Suisse !!! :sensational:

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 Beitrag Verfasst: Dienstag 15. Februar 2005, 10:09 
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BZ, 15.2.2005

«Fall Hoyzer» und die Schweiz

Referee Robert Hoyzer hat in Deutschland zahlreiche Spiele manipuliert. Am Wochenende agierten die Bundesliga-Schiedsrichter unsicher und fehlerhaft. Guido Wildhaber über mögliche Auswirkungen auf die Super League.

Robert Hoyzer / KeystoneDie Hundertschaft Thun-Anhänger war am Sonntag nicht zufrieden mit einer Entscheidung von Referee Leuba im Cup-Viertelfinal YB – Thun. «Hoyzer, Hoyzer», tönte aus der Fankurve der Berner Oberländer. Ein neues Schimpfwort für die Schiedsrichter im deutschen Sprachraum hat rasch Einzug gehalten in der Schweiz.


Der «Fall Hoyzer» beschäftigt in Deutschland die Öffentlichkeit. Seitenweise wird seit Wochen in den Medien, nicht nur auf dem Boulevard, über die Neuigkeiten im Betrugsfall des 25-jährigen Robert Hoyzer berichtet. Der Schiedsrichter hat gestanden, mehrere Partien im deutschen Profifussball manipuliert zu haben. Die kroatische Wettmafia hat ihn fürstlich für ungerechtfertigte rote Karten und Elfmeter entlöhnt. Seither sind die Bundesliga-Referees unsicher und fehlerhaft.


Keine Auswirkungen

Ist so ein Betrug auch in der Schweiz möglich, Guido Wildhaber? «Ausschliessen kann man das nicht», sagt der Fifa-Referee, «aber mir ist kein solcher Fall bekannt.» Er sei in seiner Karriere als Unparteiischer auch nie dazu angestiftet worden, für ein Team Partei zu ergreifen. «Ich finde es bedauerlich, wenn ein Schiedsrichter sein Hobby dazu missbraucht, Geld zu verdienen und damit dem Fussball zu schaden.»

Wenn ein Spieler nun «Hoyzer» zu Wildhaber sage, dann erhalte dieser höchstens die gelbe Karte. «Man hört als Schiedsrichter viel, darf sich nicht zu sehr davon beeinflussen lassen und muss ruhig bleiben.» Der Fussballverband hat die Situation in der Schweiz nach dem Wettskandal in Deutschland analysiert. In Zukunft wird das Schiedsrichteraufgebot für die Super und Challenge League erst am Spieltag bekannt gegeben. Und: Die Unparteiischen erfahren ihren Einsatz-ort erst am Vortag. Sie haben sich zudem bereit erklärt, einen Ehrenkodex zu unterschreiben, mit dem sie ihre Ehrlichkeit und Loyalität bekräftigen.


Videobeweis ein Thema

Guido Wildhaber selber wettet sowieso nicht. Der 42-Jährige gibt zu, dass die Spielleitung schwieriger geworden ist. «Die Spieler sind clever, alles wird schneller, und wir müssen rasch entscheiden», sagt Wildhaber. Längst wird diskutiert, ob ein Videobeweis helfen würde. «Ich bin dafür», sagt Wildhaber, «aber nur im Strafraum.» Bei strittigen Elfmeterszenen oder bei der Beurteilung, ob ein Ball hinter der Torlinie gewesen sei, könnte der Referee die Aktion am Bildschirm ansehen. Das Problem ist, dass dies nur bei Super-League-Partien möglich sei, wo es stets Kameras habe. «Wo aber würde die Grenze gezogen?», fragt Wildhaber. Sepp Blatter hat bereits gesagt, dass es keinen Videobeweis gebe, solange er Fifa-Präsident sei: «Fussball ist ein einfaches Spiel, Fehler gehören dazu. Hoyzer ist ein Einzelfall, solange nicht das Gegenteil bewiesen ist.»

Auch Wildhaber betont, dass man ruhig bleiben soll: «Ich habe Fehler vor dieser Affäre um Hoyzer gemacht, und ich werde weiter Fehler machen. Niemand ist unfehlbar.»Fabian Ruch

Am Sonntag nimmt die Super League ihren Spielbetrieb wieder auf. Wir stellen in einer Serie alle Teams vor. Ausserdem tippen wir – wie bereits vor der Saison – die Rangierungen sämtlicher Mannschaften. Und heute äussert sich Guido Wildhaber zum Schiriskandal in Deutschland.fdr

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 Beitrag Verfasst: Montag 21. Februar 2005, 21:05 
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news.ch, 21.2.2005

Strafantrag gegen Robert Hoyzer

30 Tage nach Bekanntwerden des Wettskandals hat der DFB-Kontrollausschuss in einem Strafantrag gegen Robert Hoyzer den lebenslänglichen Verbandsausschluss des inhaftierten Ex-Schiedsrichters und 50 000 Euro Busse gefordert.
Zudem soll Hoyzer ein dauerhaftes Verbot bekommen, ein Amt im Deutschen Fussball-Bund (DFB), seinen Mitgliedsverbänden und deren Vereinen auszuüben.

Der geständige Hoyzer soll sich in fünf Fällen sportrechtlicher Verfehlungen schuldig gemacht und dabei schuldhaft gegen die Schiedsrichterordnung des DFB verstossen haben.

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 Beitrag Verfasst: Freitag 25. Februar 2005, 20:55 
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news.ch, 25.2.2005

Ref Hoyzer aus Haft entlassen

Der wegen Manipulationen von Spielen im deutschen Profi-Fussball vor knapp zwei Wochen verhaftete Schiedsrichter Robert Hoyzer befindet sich wieder auf freiem Fuss.

Die zuständige Ermittlungsrichterin habe Hoyzer auf Antrag der Staatsanwaltschaft Berlin vom weiteren Vollzug der Untersuchungshaft verschont, teilte ein Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft mit.
Hoyzer habe seine bisher gemachten Äusserungen um weitere ausführliche und nachvollziehbare Angaben hinsichtlich sämtlicher von ihm gepfiffener Spiele ergänzt. Gericht und Staatsanwaltschaft hätten es deshalb als vertretbar angesehen, der Fluchtgefahr durch mildere Massnahmen entgegenzuwirken.

Reisepass eingezogen

Hoyzer müsse sich nun drei Mal wöchentlich bei der Polizei melden; sein Reisepass sei einbehalten worden. Der Haftbefehl, in dem Hoyzer in acht Fällen Betrug angelastet wird, bleibe bestehen.

Der 25-Jährige hatte eingeräumt, von seinen Partnern aus der kroatischen Wett-Mafia von 2004 an insgesamt 67 000 Euro und einen Plasma-Fernseher erhalten zu haben. Im Gegenzug hätten ihm die Drahtzieher genaue Anweisungen gegeben, welche Spiele er wie zu manipulieren habe. Die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt im Zusammenhang mit dem Wettbetrug gegen 25 Personen.

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 Beitrag Verfasst: Samstag 5. März 2005, 10:14 
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NZZ, 5.3.2005

Auch Schiedsrichter Marks der Manipulation bezichtigt
Noch ein Skandal-Referee in Deutschland

40 Tage nach Bekanntwerden des Skandals um Robert Hoyzer hat das DFB-Sportgericht Dominik Marks als zweiten Referee der Manipulation bezichtigt. Marks beteuert zwar weiter seine Unschuld. Es bestehe aber kein Zweifel, dass er zusammen mit Hoyzer eine Verabredung zur Manipulation der Partie Hertha BSC Amateure - Arminia Bielefeld (2:1) getroffen habe, stellte das Sportgericht fest.


(si/dpa) Dominik Marks, gegen den weiter strafrechtlich ermittelt wird, machte von seinem Recht zur Aussageverweigerung Gebrauch und blieb der Verhandlung fern. Der von Robert Hoyzer ebenfalls beschuldigte Jürgen Jansen wurde hingegen als Referee der Partie 1. FC Kaiserslautern - SC Freiburg (3:0) entlastet. Das Sportgericht des Deutschen Fussball-Bundes (DFB) hat mittlerweile die Hälfte der zehn Einsprüche gegen Spielwertungen abgehandelt. Das Ende der Aufarbeitung des Manipulationsskandals ist aber noch nicht abzusehen.

Der FC St. Pauli hat bereits die nächste juristische Runde eingeläutet, indem er beim DFB-Bundesgericht gegen das Urteil des Sportgerichts Einspruch einlegte. Dieses hatte letzte Woche die Klage der Hanseaten abgewiesen, die eine Neuansetzung der von Robert Hoyzer geleiteten Partie in der Regionalliga, St. Pauli - Osnabrück (2:3), verlangt hatte.

Die Ermittlungen gegen 19 Spieler und einen Mannschaftsbetreuer des SC Paderborn dürften hingegen eingestellt werden. Der Captain des Regionalligaklubs hatte 10'000 Euro, die er vor dem gewonnenen Cup-Spiel gegen den Hamburger SV von einer unbekannten Person bekommen hatte, unter Spielern verteilt. Der DFB verlangt, dass die Spieler das Doppelte und der Mannschaftbetreuer das Vierfache des pro Kopf verteilten Betrages als Spende an wohltätige Organisationen weiterleitet. Hamburgs Stürmer Emile Mpenza, der gegen Paderborn vom Platz gestellt und mit drei Spielsperren belegt worden war, wurde derweil begnadigt.

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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 10. März 2005, 16:23 
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Spiegel, 10.3.2005

Schiedsrichter Marks festgenommen

Im Wettskandal ist nach Robert Hoyzer ein zweiter Schiedsrichter festgenommen worden. Es handelt sich dabei um den Stendaler Unparteiischen Dominik Marks. Marks hat bisher alle Vorwürfe im Zusammenhang mit dem Betrugsskandal abgestritten.

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Domink Marks

Berlin - Gegen Marks besteht laut Haftbefehl der dringende Tatverdacht des gewerbsmäßigen und bandenmäßigen Betruges in drei Fällen, der versuchten Verbrechensverabredung und der Geldwäsche. Marks soll Ende 2004 an der Manipulation von drei Fußballspielen beteiligt gewesen sein, auf deren Ergebnisse der Mitbeschuldigte Ante S. Wetten abgeschlossen hatte. Marks drohen bis zu 15 Jahre Haft.

In der gestern erschienenen "Sport-Bild" hatte der 29-Jährige seine Unschuld beteuert. "Das Sportgericht hat eine Entscheidung getroffen, die ich sachlich nicht nachvollziehen kann", kritisierte Marks den DFB, der das von ihm geleitete Regionalliga-Spiel zwischen den Amateuren von Hertha BSC und Arminia Bielefeld (2:1) wiederholen lässt. In der Partie soll Marks absichtlich Fehlentscheidungen getroffen haben.

Laut Aussagen von Hoyzer soll Marks für diese Spielmanipulation 6000 Euro erhalten haben. Gar 30.000 Euro habe er für die Zweitliga-Partie zwischen Karlsruhe und Duisburg (0:3) erhalten. "Das ist unzutreffend", verteidigte sich Marks, "das Spiel Karlsruhe gegen Duisburg wurde von mir sehr gut geleitet. Das sage nicht nur ich, dies hat DFB-Schiedsrichter-Lehrwart Eugel Strigel in seiner offiziellen Beobachtung niedergelegt. Alles wird sich klären. Ich vertraue den Strafverfolgungsbehörden."

Der DFB gab zunächst keine Stellungnahme ab. Ein Sprecher verwies auf die am späten Nachmittag in Frankfurt am Main angesetzte Sportgerichtsverhandlung zum Einspruch der SpVgg Greuther Fürth gegen die Wertung der Zweitliga-Partie beim MSV Duisburg (0:1) am 26. September 2004, die von Hoyzer geleitet worden war.


Robert Hoyzer: Haftbefehl besteht weiter
Der Festgenommene wird heute der zuständigen Ermittlungsrichterin am Amtsgericht Tiergarten vorgeführt, die nach Verkündung des Haftbefehls auch darüber zu entscheiden hat, ob die Untersuchungshaft vollstreckt wird, oder ob der bestehenden Fluchtgefahr mit milderen Maßnahmen begegnet werden kann.

"In einem weiteren Fall, soll Dominik Marks von sich aus über den Mitbeschuldigten Hoyzer dem Mitbeschuldigten Ante S. angeboten haben, ein Spiel zu beeinflussen. Letztlich soll der Schiedsrichter von Ante S. ein Darlehen über 7000 Euro angenommen haben, bei dem er wusste, dass das Geld aus den Wettgewinnen manipulierter Spiele stammte. Der dringende Tatverdacht gegen Marks folgt aus den glaubhaften Angaben des Beschuldigten Robert Hoyzer, die mit weiteren objektiven Beweismitteln im Einklang stehen", heißt es in der Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft.

Hoyzer war Ende Februar nach 14 Tagen aus der Untersuchungshaft in Berlin-Moabit entlassen worden. Der 25-Jährige, der im Mittelpunkt des Skandals steht, muss sich seitdem dreimal wöchentlich bei der Polizei melden. Sein Reisepass wurde einbehalten. Der Haftbefehl, in dem ihm in acht Fällen mittäterschaftlicher Betrug angelastet werden, bleibt bestehen.

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 Beitrag Verfasst: Samstag 12. März 2005, 12:08 
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NZZ, 12.3.2005

Früherer FC-Sion-Spieler Steffen Karl verhaftet
Skandal in Deutschland weitet sich aus

Im Zusammenhang mit dem Wettskandal ist in Deutschland der erste Spieler festgenommen worden. Der frühere FC-Sion-Spieler Steffen Karl vom Regionalligaklub Chemnitz wurde auf Anordnung der Staatsanwaltschaft verhaftet. Gegen Karl besteht dringender Tatverdacht wegen gewerbs- und bandenmässigen Betrugs, der versuchten Verbrechensabrede und Nötigung.

(si/dpa) Als Haftgrund gegen Steffen Kar wurde Verdunkelungsgefahr genannt. Laut Amtsgericht sollte der frühere Sittener in Absprache mit dem mitbeschuldigten und ebenfalls in Untersuchungshaft sitzenden Ante S. am 22. Mai 2004 im Spiel zwischen Paderborn und Chemnitz durch ein Foulspiel im eigenen Strafraum Schiedsrichter Robert Hoyzer die Gelegenheit verschaffen, einen Elfmeter zu pfeifen. Das Spiel endete 4:0, es gab zwei Elfmeter für Paderborn, die allerdings nicht von Karl verursacht wurden. Zu den Vorwürfen hat sich Steffen Karl noch nicht geäussert.

Karls Festnahme erfolgte einen Tag nach der Festnahme von Schiedsrichter Dominik Marks. Der Name Steffen Karl war von Duisburgs Torhüter Georg Koch Anfang Februar erstmals ins Spiel gebracht worden. Koch berichtete, dass sich vor der Partie seines Ex-Vereins Energie Cottbus gegen Jahn Regensburg (3:0) ein Mann mit dem Namen Steffen Karl bei ihm gemeldet habe. Karl soll dem Goalie 20'000 Euro für den Fall angeboten haben, dass er ein, zwei Mal den Ball ins Tor lasse. Koch betonte, dass er nicht wisse, ob es sich tatsächlich um den Fussballspieler Karl gehandelt habe. Er habe das Angebot aber abgelehnt.

Der 35-jährige Steffen Karl spielt seit der Saison 2003/2004 im Chemnitzer FC. Zuvor hatte er unter anderem auch bei Borussia Dortmund, Hertha BSC und St. Pauli unter Vertrag gestanden. Der Deutsche Sportbund (DSB) befürchtet inzwischen Auswirkungen des Wettskandals auf den gesamten Sport. Vor allem eine mögliche Ausdehnung des Lotterie-Wesens auf private Wettanbieter würde für den Sport Einbussen in Millionenhöhe bedeuten. «Die staatlichen Toto-Lotto-Mittel sind für uns existenziell. Es gibt keinen grösseren Förderer auf Landesebene», sagte DSB-Chef Manfred von Richthofen.

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