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Forum ybfans.chTreffpunkt der Fans des BSC Young Boys |
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shalako
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Verfasst: Mittwoch 28. Juli 2004, 12:07 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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BZ, 28.7.2004
«Machte Druck auf Bozzetti»
Der «Fall Bickel» wird von Tag zu Tag brisanter: Aussagen werden dementiert, und einen Tag später sind sie doch wieder gültig. FCZ-Sportchef Fredy Bickel gibt zu, Peter Bozzetti am Sonntag zum Dementi gedrängt zu haben.
Es ist äusserst schwierig, im «Fall Bickel» die Übersicht zu behalten: Am vergangenen Samstag tauchte im «Blick» ein Dokument auf, das den ehemaligen YB-Sportchef Fredy Bickel als Lügner entlarvte. Zudem machte Spielervermittler Peter Bozzetti belastende Aussagen. Einen Tag später dementierte Bozzetti diese Aussagen mittels Schreiben an die Sportagentur SI - weil er von Bickel unter Druck gesetzt wurde, wie dieser im Kurzinterview zugibt. Wiederum einen Tag später zog Bozzetti sein Dementi aber wieder zurück.
Fredy Bickel, haben Sie Peter Bozzettis Dementi geschrieben und am Sonntag der Sportagentur SI zukommen lassen?
Fredy Bickel: Nein, geschrieben habe ich dieses Dementi nicht. Ich war aber daran beteiligt, war die Koordinationsstelle zwischen Herrn Bozzetti und dem Anwalt, der das Dementi verfasste.
Wieso hat denn Peter Bozzetti das nicht selber gemacht?
Er war anscheinend im Ausland.
Einen Tag später dementierte Bozzetti sein Dementi. Er sagte der Öffentlichkeit, das Schreiben sei nicht von ihm, sondern von jemandem anderen. Können Sie sich das erklären?
Ich muss dazu sagen, dass ich Peter Bozzetti unter Druck gesetzt habe. Ich drohte ihm, ihn wegen Verleumdung zu verklagen, wenn er an seinen am Wochenende gemachten, mich stark belastenden Aussagen festhalte. Am Montag geriet er dann wohl von anderen Leuten unter noch grösseren Druck, weshalb er sein Dementi wieder zurückgezogen hat. Herr Bozzetti steht zwischen zwei Fronten.
Tobias Habegger
_________________ For Ever
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Warlock
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Verfasst: Montag 2. August 2004, 14:54 |
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Registriert: Dienstag 11. Mai 2004, 22:33 Beiträge: 493
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2. August 2004, 02:16, Neue Zürcher Zeitung
«Immense Belastung»
Fünf Fragen an den mit dem FC Zürich gut gestarteten Sportchef Fredy Bickel
rwe. Nicht ganz unerwartet war die Leaderposition des FC Thun von kurzer Dauer. Nach sechs Erfolgen in Meisterschaftsspielen in Folge - die letzte Niederlage datiert vom 2. Mai gegen Basel - verloren die Berner im Letzigrund gegen den FC Zürich 0:1. Der Niederlage zum Trotz verdiente die Leistung des Gastklubs höchsten Respekt - ein Remis hätte dem Geschehen eher entsprochen. Die Zürcher wussten sich vor allem nach der Pause - sie führten zu diesem Zeitpunkt dank einem Tor Nefs - kaum zu wehren, und Präsident Sven Hotz sagte hinterher: Die zweite Halbzeit habe ihm gar nicht gefallen. Der FCZ bleibt somit nach drei Matches ungeschlagen, und die gute Bilanz hat einiges mit der Arbeit von Sportchef Bickel zu tun, der zuletzt aus diversen Gründen schwere Zeiten erlebte.
Fredy Bickel, warum geriet der FCZ nach der Pause derart unter die Räder?
Das lag an einem starken FC Thun und an der Tatsache, dass diverse Spieler die Vorbereitung nicht mitmachen konnten. Vier Tage nach dem St. Galler Match fehlte ihnen die Kraft.
Was auffällt, der FCZ hat fast mehr verletzte als gesunde Spieler. Wird falsch trainiert, oder ist die medizinische Abteilung nicht à jour?
Im Training verletzten sich nur Filipescu und Yasar. Bei den übrigen Spielern liegen die Gründe anderswo.
Kehrt der eine oder andere zu früh auf den Rasen zurück? Stichwort Di Jorio, der seit Monaten zwischen Arzt und Spielfeld pendelt?
Ich kann die Frage nicht ganz verneinen. Aber bei Di Jorio war es schwierig, die Gründe für die Schmerzen zu finden. Jetzt sieht es danach aus, als ob er falsche Schuheinlagen tragen würde.
Die Transfers mit Ilie und Capria zogen sich relativ lange hin. Warum?
Ein Transfer mit einem Spieler wie Ilie ist schwierig. Ich rief ihn an, schwärmte von der Schweiz, und als er schliesslich herkam, wollte er für einen gewissen Betrag unterschreiben. Er konnte nicht verstehen, dass hier Verhandlungen stattfinden sollten. Auch über Leistungs- und Einsatzprämien schüttelte er nur den Kopf. Bei Capria lag der Fall anders. Seinem Verein in Mexiko wurde die Lizenz entzogen, und deshalb war es schwierig, eine Freigabe zu erhalten. In den letzten Wochen schlug er sich nur noch mit Anwälten herum.
Zu etwas anderem: Wie ist die Situation im Fall «Bickel versus YB/Blick»?
Offiziell ist keine Klage vorhanden, und rechtlich habe ich nichts zu befürchten. Nur: Die Belastung - vor allem für die Familie - ist immens.
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shalako
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Verfasst: Montag 13. Februar 2006, 16:11 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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NZZ, 13.02.2006
Feines Gespür im Haifischbecken
Fredy Bickel gilt als hauptverantwortlich für den FCZ-Aufschwung
Der FC Zürich steht so gut da wie nie in den letzten Jahren: Als Zweiter startet er heute Sonntag gegen den FC Basel in die Rückrunde, der Cup-Sieger 2005 steht auch heuer im Halbfinal, fast 10 000 Zuschauer besuchten in der Hinrunde durchschnittlich die Spiele auf dem Letzigrund. Nachdem sich der FCZ jahrelang als launische Diva gebärdet hat, zeigt die Leistungskurve seit einem Jahr konstant nach oben. Auf der Suche nach Gründen für die Stabilisierung in der Spitze fällt ein Name besonders oft: Fredy Bickel.
«Der Sportchef macht einen guten Job», sagt FCZ-Verwaltungsrat René Strittmatter, die Resultate sprächen für ihn, Bickel ergänze Trainer Lucien Favre optimal. Erich Vogel, der als GC- Sportchef 1999 seinen Assistenten Bickel im Streit entliess, stellt ihm ebenfalls ein gutes Zeugnis aus: «Bickels Kompetenz ist der Hauptgrund für die Resultate des FCZ.» Und schliesslich ist auch Präsident Hotz von Bickels Arbeit angetan. Am Samstag legte er Bickel eine Offerte für die Verlängerung des Vertrages vor (siehe Kasten).
Was ist Bickels Aufgabe? «Ich bin Brückenbauer zwischen Mannschaft, Trainer, Nachwuchs, Vorstand und Präsident», sagt Bickel. Das heisst übersetzt: Der Sportchef kümmert sich um die langfristige Planung im Kader, organisiert Trainingsbetrieb und Spiele, ist Ansprechpartner für alle. So weit die Theorie. In der Praxis ist die Sache komplizierter. Denn der «Brückenbauer» - er möge das Wort «Sportchef» nicht, sagt Bickel - ist unterschiedlichsten Interessen ausgesetzt: Ein Spieler will mehr Geld, der Präsident muss sparen, der Trainer fordert Verstärkung, Spielervermittler suchen ein schnelles Geschäft, Vorstandsmitglieder sägen am Bein des Trainerstuhls.
Im Zentrum gegensätzlicher Interessen zu stehen, sei tatsächlich das Schwierigste in seinem Job, sagt Bickel. «Das bereitet manchmal schlaflose Nächte.» Diesbezügliche Erfahrungen hat der 41-Jährige einige gemacht. Die prägendste, die Bickel fast aus dem Fussballgeschäft katapultiert hätte, war sein Rausschmiss bei den Young Boys. Nach drei erfolgreichen Jahren als Sportchef durchsuchte im Dezember 2002 in einer Nacht-und-Nebel-Aktion die Polizei die Geschäftsstelle. Peter Jauch, Vertreter der Wankdorf-Investoren, vermutete krumme Geschäfte. Das Gericht sprach Bickel frei, nachdem Jauch «Desinteresse an einer Strafverfolgung» angemeldet hatte. Auch als die Affäre im Juli 2004 wieder aufloderte, konnte Bickel nichts nachgewiesen werden. Das Fussballgeschäft sei ein «Haifischbecken», sagt Bickel. Geld unter der Hand, undurchsichtige Vorgänge im Vorstand, Intrigen und Ranküne in der Mannschaft - Bickel hat sich zu wehren gelernt.
Auch sein Einstieg im Dezember 2003 im FC Zürich war nicht einfach. Trainer Favre stand damals vor der Entlassung. Während im Vorstand eine Gruppe um Strittmatter an Favre festhalten wollte, forderten andere um Vizepräsident Guido Honegger die Entlassung. «Dass ich mich nicht eindeutig für oder gegen Favre ausgesprochen hatte, wurde mir zum Vorwurf gemacht», sagt Bickel, «aber bei Fragen, die Verwaltungsrat und Präsident entscheiden, darf ich als Sportchef niemals Partei ergreifen.» Dass er damals gezielt Informationen gegen Favre gestreut haben soll, verneint Bickel heftig. «Wir sind unterschiedliche Charaktere. Heute kennen und akzeptieren wir uns», sagt Bickel. Es habe lediglich Zeit gebraucht, bis er «mit Favre zusammengefunden» habe.
Während viele Sportchefs Distanz zu Trainer und Mannschaft halten, gehört Bickel zu jenen, die Nähe suchen. Bei den Spielen sitzt Bickel immer auf der Bank, häufig ist er in der Kabine anzutreffen, spricht zur Mannschaft, sucht das Gespräch mit Spielern. «Bickel brachte Schwung ins Team, setzte sich für uns ein, förderte das Selbstvertrauen», sagt Daniel Tarone, der Bickels Arbeitsbeginn im FCZ als Spieler miterlebte. Bickel sagt, er müsse «spüren», was in der Mannschaft passiere. Sein wichtigstes Sensorium sei gewissermassen der Bauch, um ein Gefühl dafür zu bekommen, was Mannschaft und Trainer benötigen, um sie «in ihren Stärken zu unterstützen und die Schwächen auszugleichen».
Das gilt auch für die langfristige Planung. Welcher Spieler könnte in einem Jahr zur Mannschaft passen? Wo sind die Schwachpunkte? Wie lässt sich ein Transfer finanzieren? «Es ist ein gedankliches Puzzlespiel», sagt Bickel. Zwar sei er technisch kein guter Analytiker, aber er habe ein feines Gespür, welcher Spieler ins Team passe. Die Transfers von Tararache, Cesar, Margairaz, von Bergen oder Rafael sprechen für, diejenigen von Akalaya oder Ilie gegen ihn. Letztgenannte mussten den Letzigrund verlassen. «Diese Entscheide sind hart», sagt Bickel, aber er versuche, fair zu sein und «niemanden am Seil runterzulassen».
Dem widerspricht zumindest Tarone, fast zehn Jahre im FCZ. Bis zwei Wochen vor Saisonende sei er von Bickel im Glauben gelassen worden, er erhalte einen neuen Vertrag. «Menschlich hat mich Bickels Verhalten enttäuscht», sagt Tarone. Nur mit Mühe fand er in der kurzen Zeit im FC Schaffhausen einen neuen Arbeitgeber.
Dennoch: Allseits wird Bickels Kommunikationstalent gelobt. «Er kann Gespräche führen», sagt Marco Schällibaum, der bei den Young Boys mit Bickel zusammenarbeitete. Erich Vogel betont Bickels Fähigkeit, eine «gute Mischung zwischen Vertrauens- und Leistungs-Klima» zu erzeugen, hebt dessen «Sozialkompetenz» hervor und die Gabe, gut zu kommunizieren. Bickel, von 1992 bis 1999 im GC auch Pressesprecher, weiss mit den Medien umzugehen. Journalisten gibt er gerne mit der Bemerkung «das ist nicht unbedingt für die Zeitung» das warme Gefühl der Exklusivität. Und auch bei den Anhängern kommt Bickel, für den die YB-Fans einst auf die Strasse gingen, gut an. Seine Rolle als Sportchef interpretiert Bickel auf jeden Fall geschickt.
_________________ For Ever
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shalako
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Verfasst: Freitag 27. Oktober 2006, 09:17 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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Bund, 27.10.2006
«Ich habe keine Schadenfreude»
Am Samstag empfängt YB den Schweizer MeisterFC Zürich. FCZ-Sportchef Fredy Bickel spricht über seine Zeit bei den Young Boys, die Fehler von YB-Investorenvertreter Peter Jauch, die Arbeit eines Sportchefs und seine Ziele.
«Der Bund»: Fredy Bickel, warum haben die Young Boys keinen Erfolg?
Fredy Bickel: (überlegt lange) Das ist für mich nicht so einfach zu beantworten ...
... aber seit Sie im Januar 2003 als Sportchef entlassen worden sind, herrschte bei YB oft Unruhe.
Zu meiner YB-Zeit war es am Ende ja auch nicht ruhig. (lacht) Ich denke, die Verantwortlichen bei YB haben viel zu spät gemerkt, dass man nicht auf Knopfdruck Erfolg haben kann.
Das heisst?
Man hat in Bern in den letzten Jahren nicht realisiert, dass man einem Verein eine Identität verleihen muss. Man muss rund um den Klub, um das Team und um die Spieler eine Geschichte schreiben. Man kann nicht einfach Spieler um Spieler einkaufen und darauf hoffen, dass diese Spieler eine Einheit werden.
In den letzten 16 Monaten gab es bei YB 76 Wechsel im Team, im Betreuerstab und bei den Verantwortlichen. Sind Sie traurig oder verspüren Sie Schadenfreude wenn Sie sehen, wie die Young Boys nicht vom Fleck kommen?
YB wird für mich nie ein normaler Verein sein. Wir, und wir waren ja damals mit Präsident Heinz Fischer, Trainer Marco Schällibaum und Assistenztrainer Harald Gämperle ein Team, wir hatten viel Herzblut für YB aufgewendet. Von einem Tag auf den anderen hat man mich mit fadenscheinigen Gründen aus dem Verein geworfen. Das hat geschmerzt. Aber dennoch ist keine Schadenfreude dabei.
YB-Investor Peter Jauch, der Sie vertrieben hat, steht in der Kritik. Ist das für Sie eine Genugtuung?
Peter Jauch ist der Vertreter der Investoren. Diese Leute sollten jetzt den Mut haben hinzustehen und die Fehler zuzugeben. Aber ich behaupte überhaupt nicht, dass wir mit YB Meister geworden wären. Aber wir hatten eine sinnvolle Strategie.
Die aber nicht ganz billig gewesen ist ...
... ach, das hat man mir vorgeworfen. Ich glaube aber nicht, dass es in der Schweiz einen Verein gibt, der in den letzten Jahren, also nach meiner Zeit, mehr Geld als YB ausgegeben hat.
Meister sind Sie jetzt mit Zürich geworden. Sind Sie der beste Sportchef in der Schweiz?
(lacht) Das behaupte ich nicht. Als ich im Dezember 2003 zum FCZ gekommen bin, war der Verein am Boden und Tabellenletzter. Trainer Lucien Favre und ich haben überlegt, was wir mit dem FCZ erreichen wollen. Wir haben ein Konzept entwickelt, das auf die Bedürfnisse und Möglichkeiten des Vereins abgestützt war. Es war wichtig, dass wir in Ruhe arbeiten durften.
Ist es überhaupt möglich, in der Schweiz ein Team aufzubauen?
Natürlich. Warum nicht?
Weil die besten Spieler im Halbjahresrhythmus ins Ausland gehen.
Das ist logisch. Die Super League ist eine Ausbildungsliga. Deshalb muss man stets agieren und darf nicht nur reagieren.
Wie meinen Sie das?
Als Sportchef muss man immer für die Zukunft, für die nächste Saison arbeiten. Das heisst, man muss bereit sein, wenn ein guter Spieler den Verein verlässt, und den Nachfolger im Idealfall bereits im Kader haben.
In Zürich klappt diese Methode relativ gut. Mihai Tararache, Iulian Filipescu oder Alhassane Keita, vor genau einem Jahr noch Leistungsträger beim FCZ, weint in Zürich niemand mehr nach.
Dazu gehört auch eine Portion Glück. Aber als uns Tararache, unser wichtigster Spieler, im Winter Richtung Duisburg verliess, haben viele gedacht, jetzt falle der FCZ von der Tabellenspitze. Doch wir hatten mit Gökhan Inler den Ersatz bereits lange Zeit in Aarau beobachtet. Und wenn Dzemaili, Raffael, Margairaz oder Inler ins Ausland gehen sollten, müssen die Nachfolger bereits bestimmt worden sein. Mit dem aktuellen Kader muss in erster Linie der Trainer arbeiten. Darauf habe ich als Sportchef kaum mehr Einfluss.
Bei YB hat es keinen Sportchef ...
... aber dafür jetzt einen seriösen und guten Trainer. Ich kenne Martin Andermatt. Er kann mit YB Erfolg haben. Es ist wichtig, dass er mit Leuten zusammenarbeiten kann, denen er vertraut.
Sucht ein Verein einen Trainer, dann melden sich Dutzende arbeitsloser Fussballlehrer. Aber einen Markt für Sportchefs gibt es in der Schweiz nicht. Warum?
Es gibt auch hier Sportchefs. Hanspeter Zaugg ist bei Xamax Sportchef, es gibt Reto Gertschen in Thun oder Marcel Hottiger ...
... die aber alle bereits bei YB entlassen worden sind …
... ja, aber es gibt auch andere wie Schaffhausens Christian Stübi oder St. Gallens René Weiler. Der neue YB-Sportdirektor müsste alle Freiheiten erhalten. Ich zweifle aber, ob die Investoren einen Sportchef derart stark werden lassen, wie es nötig ist.
Sie oder auch Ilja Kaenzig, der noch bis Jahresende als Sportchef in Hannover arbeitet, wurden von Erich Vogel bei GC eingeführt.
Ja, und vielleicht ist das genau das richtige Rezept gewesen. Wir haben uns gesagt, dass wir acht bis zehn Jahre lernen müssen, ehe wir das Geschäft und die Regeln kennen. Ich habe nach meiner Zeit bei GC, wo ich als Pressechef begonnen hatte, zum Glück die Chance erhalten, bei YB als Sportchef arbeiten zu dürfen.
Wie würden Sie reagieren, wenn Wankdorf-CEO Stefan Niedermaier Sie anfragen würde, ob sie YB-Sportchef werden möchten?
Solange einige Leute, die ich aus meiner Zeit in Bern noch kenne, weiter dabei sind, würde ich nie für YB arbeiten.
Was haben Sie beim FCZ für Ziele?
Wir wollen die Erfolge bestätigen. Das heisst nicht, dass wir Meister werden müssen. Aber wir wollen in den Europacup.
Und welches sind Ihre persönlichen Ziele? Ist ein Engagement im Ausland, in einer grossen Fussballliga, für Sie erstrebenswert?
Ich hätte in den letzten Jahren die Gelegenheit gehabt, ins Ausland zu gehen. Aber man muss seine Grenzen kennen und darf sich nicht überschätzen. Meine Devise ist zwar, dass man im Leben nie stehen bleiben soll. Stillstand bedeutet Rückschritt. Doch ich habe mir in den letzten 15 Jahren in der Schweiz ein gutes Netzwerk aufgebaut, ich kenne die Menschen, die Spieler, die Sprache. Und derzeit fühle ich mich beim FCZ sehr wohl.
Die Zeit der Mäzene stirbt im Schweizer Fussball aber langsam aus. Was passiert beim FCZ nach der Ära von Präsident Sven Hotz?
Der FCZ wird, wenn Sven Hotz einmal aufhört, einen sehr wertvollen Präsidenten verlieren. Nicht nur in finanzieller Hinsicht, sondern vor allem auch in menschlicher. Der FCZ steht aber auf einem soliden Fundament, mögliche Nachfolger arbeiten bereits im Verein. Wir stehen in Zürich nicht mehr im Schatten von GC. Und wir sind auf dem besten Weg, uns langfristig mit Basel und YB messen zu können.
Basel und YB stehen in der Tabelle weit hinter Zürich.
Das ist eine Momentaufnahme. Wir haben ja derzeit wegen des Letzigrund-Umbaus nicht einmal ein eigenes Stadion. Basel und YB haben mit ihren wunderschönen Arenen einzigartige Möglichkeiten. Und YB hat gute Einzelspieler. In der Schweiz ist es fast nicht möglich, ein qualitativ besseres Kader als YB zu besitzen. Die wichtigste Frage bei einem Fussballteam ist aber, ob sich die Spieler gut ergänzen.
ZUR PERSON
Bei den YB-Fans eine Kultfigur
Fredy Bickel (41) arbeitete von 1999 bis 2003 erfolgreich als YB-Sportchef: Vom zweitletzten Rang in der NLB führte er YB in den Uefa-Cup. Nach einem wüsten Streit mit dem damaligen Wankdorf-CEO Peter Jauch wurde Bickel im Januar 2003 entlassen. Bei den YB-Fans ist Bickel eine Kultfigur. Die Anhänger protestierten auf der Strasse gegen seinen Rausschmiss. Seit Dezember 2003 ist der Zürcher FCZ-Sportchef. In diesem Sommer wurde Zürich Meister. (fdr)
_________________ For Ever
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shalako
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Verfasst: Freitag 27. Oktober 2006, 09:18 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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Bund, 27.10.2006
«Ich habe keine Schadenfreude»
Am Samstag empfängt YB den Schweizer MeisterFC Zürich. FCZ-Sportchef Fredy Bickel spricht über seine Zeit bei den Young Boys, die Fehler von YB-Investorenvertreter Peter Jauch, die Arbeit eines Sportchefs und seine Ziele.
«Der Bund»: Fredy Bickel, warum haben die Young Boys keinen Erfolg?
Fredy Bickel: (überlegt lange) Das ist für mich nicht so einfach zu beantworten ...
... aber seit Sie im Januar 2003 als Sportchef entlassen worden sind, herrschte bei YB oft Unruhe.
Zu meiner YB-Zeit war es am Ende ja auch nicht ruhig. (lacht) Ich denke, die Verantwortlichen bei YB haben viel zu spät gemerkt, dass man nicht auf Knopfdruck Erfolg haben kann.
Das heisst?
Man hat in Bern in den letzten Jahren nicht realisiert, dass man einem Verein eine Identität verleihen muss. Man muss rund um den Klub, um das Team und um die Spieler eine Geschichte schreiben. Man kann nicht einfach Spieler um Spieler einkaufen und darauf hoffen, dass diese Spieler eine Einheit werden.
In den letzten 16 Monaten gab es bei YB 76 Wechsel im Team, im Betreuerstab und bei den Verantwortlichen. Sind Sie traurig oder verspüren Sie Schadenfreude wenn Sie sehen, wie die Young Boys nicht vom Fleck kommen?
YB wird für mich nie ein normaler Verein sein. Wir, und wir waren ja damals mit Präsident Heinz Fischer, Trainer Marco Schällibaum und Assistenztrainer Harald Gämperle ein Team, wir hatten viel Herzblut für YB aufgewendet. Von einem Tag auf den anderen hat man mich mit fadenscheinigen Gründen aus dem Verein geworfen. Das hat geschmerzt. Aber dennoch ist keine Schadenfreude dabei.
YB-Investor Peter Jauch, der Sie vertrieben hat, steht in der Kritik. Ist das für Sie eine Genugtuung?
Peter Jauch ist der Vertreter der Investoren. Diese Leute sollten jetzt den Mut haben hinzustehen und die Fehler zuzugeben. Aber ich behaupte überhaupt nicht, dass wir mit YB Meister geworden wären. Aber wir hatten eine sinnvolle Strategie.
Die aber nicht ganz billig gewesen ist ...
... ach, das hat man mir vorgeworfen. Ich glaube aber nicht, dass es in der Schweiz einen Verein gibt, der in den letzten Jahren, also nach meiner Zeit, mehr Geld als YB ausgegeben hat.
Meister sind Sie jetzt mit Zürich geworden. Sind Sie der beste Sportchef in der Schweiz?
(lacht) Das behaupte ich nicht. Als ich im Dezember 2003 zum FCZ gekommen bin, war der Verein am Boden und Tabellenletzter. Trainer Lucien Favre und ich haben überlegt, was wir mit dem FCZ erreichen wollen. Wir haben ein Konzept entwickelt, das auf die Bedürfnisse und Möglichkeiten des Vereins abgestützt war. Es war wichtig, dass wir in Ruhe arbeiten durften.
Ist es überhaupt möglich, in der Schweiz ein Team aufzubauen?
Natürlich. Warum nicht?
Weil die besten Spieler im Halbjahresrhythmus ins Ausland gehen.
Das ist logisch. Die Super League ist eine Ausbildungsliga. Deshalb muss man stets agieren und darf nicht nur reagieren.
Wie meinen Sie das?
Als Sportchef muss man immer für die Zukunft, für die nächste Saison arbeiten. Das heisst, man muss bereit sein, wenn ein guter Spieler den Verein verlässt, und den Nachfolger im Idealfall bereits im Kader haben.
In Zürich klappt diese Methode relativ gut. Mihai Tararache, Iulian Filipescu oder Alhassane Keita, vor genau einem Jahr noch Leistungsträger beim FCZ, weint in Zürich niemand mehr nach.
Dazu gehört auch eine Portion Glück. Aber als uns Tararache, unser wichtigster Spieler, im Winter Richtung Duisburg verliess, haben viele gedacht, jetzt falle der FCZ von der Tabellenspitze. Doch wir hatten mit Gökhan Inler den Ersatz bereits lange Zeit in Aarau beobachtet. Und wenn Dzemaili, Raffael, Margairaz oder Inler ins Ausland gehen sollten, müssen die Nachfolger bereits bestimmt worden sein. Mit dem aktuellen Kader muss in erster Linie der Trainer arbeiten. Darauf habe ich als Sportchef kaum mehr Einfluss.
Bei YB hat es keinen Sportchef ...
... aber dafür jetzt einen seriösen und guten Trainer. Ich kenne Martin Andermatt. Er kann mit YB Erfolg haben. Es ist wichtig, dass er mit Leuten zusammenarbeiten kann, denen er vertraut.
Sucht ein Verein einen Trainer, dann melden sich Dutzende arbeitsloser Fussballlehrer. Aber einen Markt für Sportchefs gibt es in der Schweiz nicht. Warum?
Es gibt auch hier Sportchefs. Hanspeter Zaugg ist bei Xamax Sportchef, es gibt Reto Gertschen in Thun oder Marcel Hottiger ...
... die aber alle bereits bei YB entlassen worden sind …
... ja, aber es gibt auch andere wie Schaffhausens Christian Stübi oder St. Gallens René Weiler. Der neue YB-Sportdirektor müsste alle Freiheiten erhalten. Ich zweifle aber, ob die Investoren einen Sportchef derart stark werden lassen, wie es nötig ist.
Sie oder auch Ilja Kaenzig, der noch bis Jahresende als Sportchef in Hannover arbeitet, wurden von Erich Vogel bei GC eingeführt.
Ja, und vielleicht ist das genau das richtige Rezept gewesen. Wir haben uns gesagt, dass wir acht bis zehn Jahre lernen müssen, ehe wir das Geschäft und die Regeln kennen. Ich habe nach meiner Zeit bei GC, wo ich als Pressechef begonnen hatte, zum Glück die Chance erhalten, bei YB als Sportchef arbeiten zu dürfen.
Wie würden Sie reagieren, wenn Wankdorf-CEO Stefan Niedermaier Sie anfragen würde, ob sie YB-Sportchef werden möchten?
Solange einige Leute, die ich aus meiner Zeit in Bern noch kenne, weiter dabei sind, würde ich nie für YB arbeiten.
Was haben Sie beim FCZ für Ziele?
Wir wollen die Erfolge bestätigen. Das heisst nicht, dass wir Meister werden müssen. Aber wir wollen in den Europacup.
Und welches sind Ihre persönlichen Ziele? Ist ein Engagement im Ausland, in einer grossen Fussballliga, für Sie erstrebenswert?
Ich hätte in den letzten Jahren die Gelegenheit gehabt, ins Ausland zu gehen. Aber man muss seine Grenzen kennen und darf sich nicht überschätzen. Meine Devise ist zwar, dass man im Leben nie stehen bleiben soll. Stillstand bedeutet Rückschritt. Doch ich habe mir in den letzten 15 Jahren in der Schweiz ein gutes Netzwerk aufgebaut, ich kenne die Menschen, die Spieler, die Sprache. Und derzeit fühle ich mich beim FCZ sehr wohl.
Die Zeit der Mäzene stirbt im Schweizer Fussball aber langsam aus. Was passiert beim FCZ nach der Ära von Präsident Sven Hotz?
Der FCZ wird, wenn Sven Hotz einmal aufhört, einen sehr wertvollen Präsidenten verlieren. Nicht nur in finanzieller Hinsicht, sondern vor allem auch in menschlicher. Der FCZ steht aber auf einem soliden Fundament, mögliche Nachfolger arbeiten bereits im Verein. Wir stehen in Zürich nicht mehr im Schatten von GC. Und wir sind auf dem besten Weg, uns langfristig mit Basel und YB messen zu können.
Basel und YB stehen in der Tabelle weit hinter Zürich.
Das ist eine Momentaufnahme. Wir haben ja derzeit wegen des Letzigrund-Umbaus nicht einmal ein eigenes Stadion. Basel und YB haben mit ihren wunderschönen Arenen einzigartige Möglichkeiten. Und YB hat gute Einzelspieler. In der Schweiz ist es fast nicht möglich, ein qualitativ besseres Kader als YB zu besitzen. Die wichtigste Frage bei einem Fussballteam ist aber, ob sich die Spieler gut ergänzen.
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Bei den YB-Fans eine Kultfigur
Fredy Bickel (41) arbeitete von 1999 bis 2003 erfolgreich als YB-Sportchef: Vom zweitletzten Rang in der NLB führte er YB in den Uefa-Cup. Nach einem wüsten Streit mit dem damaligen Wankdorf-CEO Peter Jauch wurde Bickel im Januar 2003 entlassen. Bei den YB-Fans ist Bickel eine Kultfigur. Die Anhänger protestierten auf der Strasse gegen seinen Rausschmiss. Seit Dezember 2003 ist der Zürcher FCZ-Sportchef. In diesem Sommer wurde Zürich Meister. (fdr)
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