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NZZ, 21.08.2005
Erste Tore, erster Sieg
Stade Rennes gewinnt in der Ligue 1 Selbstvertrauen - 3:2 gegen Marseille
Zuerst im Nationalteam, jetzt in Frankreich: Alex Frei schiesst das erste Saisontor. Lens gewinnt gegen Auxerre 7:0.
Von Jean-Marie Lanoë
Das Spiel gegen Marseille kam im ausverkauften Parc de la Route de Lorient einem Befreiungsschlag gleich. Stade Rennes, nach dem vierten Platz in der letzten Saison erstmals für den Uefa- Cup qualifiziert, gewann 3:2, nachdem die Mannschaft von Trainer Laszlo Bölöni zweimal einem Rückstand hinterhergerannt war. Utaka glich für die Bretonen in der 8. Minute zum 1:1 und Alex Frei in der 39. Minute per Kopf zum 2:2 aus. Das Siegtor zum 3:2 schoss Kallström nach der Pause. Damit dürfte in Rennes wieder etwas Ruhe einkehren. Der schlechte Saisonstart ohne Tore - 0:1 in Lille, 0:3 gegen Nantes, 0:4 beim Aufsteiger Le Mans - hatte Krisensymptome offenbart.
Das temporäre Koma kam umso unerwarteter, weil in der Equipe wenig bis gar nichts verändert worden war. Man entschied sich, auf jene Spieler zu setzen, die sich in der letzten Saison für den Europacup qualifiziert hatten. Nur der linke Verteidiger Alain Rochat (YB), der am Samstag in der 67. Minute verwarnt wurde, und der nigerianische Stürmer John Utaka (Lens) stiessen dazu. Während Laszlo Bölöni, der rumänische Trainer, die relative Diskretion vorzieht, äussert sich der Generalmanager Pierre Dreossi deutlicher: «Die Details kumulieren sich. Wir glaubten, es würde in dieser Saison ein bisschen leichter gehen.» Zu den Details gehört zum Beispiel der Captain Monterrubio, Alex Freis wichtigster Passgeber, der vor einer Woche in Le Mans schon nach zehn Minuten des Feldes verwiesen worden war und gegen Marseille zuschauen musste.
Der Erfolg gegen Marseille ist zumindest ein erster Schritt. Wenn ein Klub von einem hohen Niveau fällt, sind die Kritiker nicht weit. Gewisse Stimmen bemängelten die Transfer- Politik, auch der Trainer geriet ins Schussfeld. Dreossi sagt: «Rennes wird von zwei Personen geführt, vom Präsidenten Emmanuel Cueff und von mir. Jene, die Gerüchte verbreiten, haben zu wenig Respekt gegenüber diesen Personen, die für den Klub arbeiten.»
Wahr ist, dass Stade Rennes schon während der letzten zwei Spielzeiten Tiefen erdauerte, auch jetzt bleiben noch 34 Runden zu spielen. «Betrifft die Kritik die Transfers?», entgegnet Dreossi. «Niemand war zu mir gekommen und hatte gesagt, dass die Neuen keine Verstärkungen sind.» Die Bretonen gewannen unter der Woche ein Testspiel gegen Mali 3:1 - zu einem Zeitpunkt, als neun Rennes-Spieler mit diversen Nationalteams unterwegs waren. Hüben wie drüben wurde offenbar das Vertrauen gestärkt. Alex Frei, in der letzten Saison bester Torschütze der Ligue 1, traf für die Schweiz am Mittwoch in Oslo gegen Norwegen - und nun gegen Olympique Marseille.
_________________ For Ever
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