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 Beitrag Verfasst: Mittwoch 3. August 2005, 08:24 
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08
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Bieler Taglbatt, 03.08.2005

Wer YB-Tickets will, wird registriert

Wer im Stade de Suisse in Bern YB-Tickets kaufen will, muss sich registrieren lassen. Man beruft sich auf eine Weisung der Swiss Football League. Nur: Diese Weisung existiert noch gar nicht.

Peter Jost und

Stephan Dietrich

Name, Vorname, Adresse, Postleitzahl, Wohnort: Das sind jene Angaben, die man liefern muss, wenn man an einer der Verkaufsstellen im Stade de Suisse Wankdorf Tickets für Meisterschaftsspiele der Young Boys erwerben will. Die Stade de Suisse Wankdorf Nationalstadion AG, welche für das Ticketing verantwortlich ist, begründet die Registrierung von Ticketkäufern mit Sicherheitsaspekten. «Wir wollen damit dem Hooliganismus und dem Schwarzmarkthandel vorbeugen», sagt Stade-de-Suisse-Sprecherin Marianne Gut, «es handelt sich dabei um eine Auflage des Fussballverbandes.»

Die Anfrage bei der Swiss Football League ergibt aber: Eine solche Weisung existiert (noch) nicht. Mit Blick auf die Zukunft mit der EM-Endrunde 2008 am Horizont soll eine entsprechende Richtlinie ausgearbeitet werden, heisst es in Gümligen. «Eine offizielle Weisung besteht aber noch nicht und wurde demzufolge bis jetzt auch nicht an die Klubs weitergegeben.»


Uneinheitliche Richtlinien

Die Stade de Suisse Wankdorf Nationalstadion AG erhebt also Daten, die sie gar nicht erheben müsste. Zudem macht sie das völlig inkonsequent: An den Verkaufsstellen ausserhalb des Stadions, etwa bei ZigZag-Records in Thun oder bei der BLS-Verkehrszentrale in Bern, bekommt man die Tickets ohne Registrierung. Die Abwicklung wäre wohl zu kompliziert - und zu teuer.
Die Registrierung für Ticket-käufer beschränkt sich übrigens nicht nur auf den Vorverkauf: Auch an der Abendkasse will man die Personendaten erfassen. Lange Warteschlangen vor den Kassenhäuschen sind also vorprogrammiert. Wenn dieses Horrorszenario potenzielle YB-Matchbesucher bloss nicht vom Gang ins neue Wankdorf abhält ...


Und der Datenschutz?

Sicher ist, dass die Massnahme der Stade-de-Suisse-Betreiber vor allem jene verärgert, die es sich gewohnt sind, sich an die Vorschriften zu halten. Die kleine Minderheit von Chaoten und Vandalen, auf welche die neue Regelung grundsätzlich abzielt, kann mit dem simplen Ausweichen auf eine der anderen Vorverkaufsstellen dem «YB-Big-Brother» elegant ein Schnippchen schlagen.
Bleibt die Frage zurück, was die Stade de Suisse Wankdorf Nationalstadion AG mit den erhobenen Personendaten anstellt und ob sensible Daten allenfalls für Werbezwecke verwendet oder weitergegeben werden. Bei den Stadionbetreibern bemüht man sich, darauf hinzuweisen, dass alles im Rahmen des Bundesgesetzes über den Datenschutz abgewickelt werde.
Wer beim Ticketkauf bereits registriert wurde und der Sache trotzdem nicht traut, hat gemäss Artikel 8 des Bundesgesetzes über den Datenschutz das Recht, Auskunft über den Inhalt einer Datensammlung zu erhalten - und zwar, ohne dieses Auskunftsgesuch begründen zu müssen. Ein solches Auskunftsbegehren ist in der Regel kostenlos.

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 Beitrag Verfasst: Mittwoch 3. August 2005, 08:30 
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Bund, 03.08.2005

«Wir sind noch nicht da, wo wir hinwollen»

Der Ticketverkauf im Stade de Suisse Wankdorf sei noch ein Sorgenkind, sagt der neue Betriebsleiter Stefan Niedermaier
YB-Fans warteten lange auf ihre Saisonkarten oder stehen Schlange für ein Einzelbillett. Die Verantwortlichen versprechen «mehr Komfort» – und Billettverkauf per SMS.

Die Betreiber des Stade de Suisse Wankdorf stehen unter Beschuss: Die einen bemängeln die teuren Eintrittspreise zur Eröffnungsfeier vom Wochenende, die andern die Eröffnungsfeier selber, Dritte den Ticketverkauf. Rund 1000 Billette für die Eröffnungsfeier waren nicht rechtzeitig bei den Adressaten angekommen und mussten an einem Expressschalter abgeholt werden. Käufer von Saisonabonnementen beklagten sich eine Woche vor dem ersten Meisterschaftsspiel im neuen Stadion, sie hätten ihr Abonnement noch nicht erhalten. «Die Abos sollten nun verschickt sein», sagt Stefan Niedermaier, seit dem 1. August neuer Betriebsleiter der Stade de Suisse Wankdorf Nationalstadion AG: Es habe Verzögerungen gegeben, weil unerwartet die Spiele YB gegen Olympique Marseille und FC Thun gegen Dynamo Kiew dazugekommen seien.

Im Bereich des Billettverkaufs wolle Stade de Suisse der Kundschaft «mehr Komfort bieten», sagt Niedermaier. So sind die Stadionbetreiber auf der Suche nach mehr Verkaufsstellen. Bisher werden YB-Billette nur an fünf Orten verkauft: bei der YB-Geschäftsstelle, beim BLS Reisezentrum in Bern, bei Zig Zag Records AG in Thun, Beat-it Records GmbH in Langnau und Beo-Tickets in Interlaken. «Wir sind mit verschiedenen Leuten im Gespräch», sagt Niedermaier. Warum die Billette nicht via TicketCorner vertrieben werden, kann er nicht sagen: «Ich bin erst seit kurzem hier und weiss nicht, warum es nicht zur Zusammenarbeit kam.»
Der Schweizerische Fussballverband hingegen wird die Billette für den Match Schweiz gegen Frankreich, der am 8. Oktober im Wankdorf stattfindet, ab nächsten Samstag via TicketCorner verkaufen. «Der Matchveranstalter organisiert seinen Ticketverkauf selber –ausser er delegiere ihn an die Stade de Suisse AG», sagt Niedermaier. Der FC Thun hatte den Billettverkauf delegiert –musste aber die Tickets in letzter Minute doch selber drucken, weil die Stade de Suisse AG in Arbeit versank.
Bisher werden die YB-Tickets ausgedruckt und an die Verkaufsstellen verteilt. Da kann es vorkommen, dass am einen Verkaufsort der gewünschte Sektor ausverkauft ist und andernorts noch Billette für ebendiesen Sektor vorhanden sind. «Am besten ist die Reservation via Internet», sagt Niedermaier. «An den Vorverkaufsstellen sind wir nicht so flexibel.»
Und so gesteht Niedermaier ein: «Das Ticketing ist unser Sorgenkind: Wir sind noch nicht da, wo wir hinwollen.» Niedermaier will den Ticketkauf via SMS Wirklichkeit werden lassen. «Das ist aber ein Prozess, der lange dauert», schwächt er Hoffnungen auf die baldige Einführung des Systems, das in drei österreichischen Stadien und bei Benfica Lissabon bereits funktioniert, ab.


Zum Trost drei Gratisbillette

«Wer nach diesem Spektakel nicht begeistert aus dem Stadion geht, kann mich anrufen und bekommt drei Tickets für ein YB-Spiel.» Das sagte Peter Jauch von der Stade de Suisse Wankdorf Nationalstadion AG am Samstag in einem «Bund»-Interview. «Das war eine spontane Aussage, denn Peter Jauch war überzeugt davon, dass die Eröffnungsfeier allen gefallen wird», sagt Stefan Niedermaier, der am 1. August Jauch als Betriebsleiter abgelöst hat. Und: «Wir stehen zu seiner Aussage.»

Das wird nötig sein, denn bereits haben sich zahlreiche enttäuschte Fans gemeldet – sowohl auf der YB-Geschäftsstelle als auch beim «Bund». «Das Spektakel entsprach absolut nicht der Qualität einer Olympiaeröffnungsfeier», schreiben Gisela Fink Schoch, Willy Schoch und Lilo Creighton aus Bolligen in ihrem Brief an Peter Jauch. Luca Keusen aus Ostermundigen bemängelt in seinem Leserbrief das Musikprogramm: «Vor nicht allzu langer Zeit wurde noch der Name U2 herumgereicht – schlussendlich reichte es noch gerade für Monique. Das selbst ernannte Eröffnungsspektakel war nichts anderes als ein Bluff.» Wie andere Briefschreiber auch verlangen sie nun von Jauch ihre drei Gratisbillette.
Unterdessen haben die Verantwortlichen beschlossen, dass sie am Donnerstag auf ihrer Homepage (http://www.stadedesuisse.ch) informieren werden, wie Enttäuschte zu ihren Trosttickets kommen, sagt Niedermaier. (njb)

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 Beitrag Verfasst: Mittwoch 3. August 2005, 08:32 
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BZ, 03.08.2005

Wer Tickets will, wird fichiert

Wer an den Verkaufsstellen im Stade de Suisse YB-Tickets kaufen will, muss sich registrieren lassen; man beruft sich auf eine Weisung der Swiss Football League. Nur: Diese Weisung existiert noch gar nicht.

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Name, Vorname, Adresse, Postleitzahl, Wohnort: Das sind jene Angaben, die man liefern muss, wenn man an einer der Verkaufsstellen im Stade de Suisse Wankdorf Tickets für Meisterschaftsspiele der Young Boys erwerben will. Die Stade de Suisse Wankdorf Nationalstadion AG, welche für das Ticketing verantwortlich ist, begründet die Registrierung von Ticketkäufern mit Sicherheitsaspekten. «Wir wollen damit dem Hooliganismus und dem Schwarzmarkthandel vorbeugen», sagt Stade-de-Suisse-Sprecherin Marianne Gut, «es handelt sich dabei um eine Auflage des Fuss-ballverbandes.»

Die Anfrage bei der Swiss Football League ergibt aber: Eine solche Weisung existiert (noch) nicht. Mit Blick auf die Zukunft mit der EM-Endrunde 2008 am Horizont soll eine entsprechende Richtlinie ausgearbeitet werden, heisst es in Gümligen. «Eine offizielle Weisung besteht aber noch nicht und wurde demzufolge bis jetzt auch nicht an die Klubs weitergegeben.»


Uneinheitliche Richtlinien

Die Stade de Suisse Wankdorf Nationalstadion AG erhebt also Daten, die sie gar nicht erheben müsste. Zudem macht sie das völlig inkonsequent: An den Verkaufsstellen ausserhalb des Stadions, etwa bei ZigZag-Records in Thun oder bei der BLS-Verkehrszentrale in Bern, bekommt man die Tickets ohne Registrierung. Die Abwicklung wäre wohl zu kompliziert – und zu teuer.

Die Registrierung für Ticket-käufer beschränkt sich übrigens nicht nur auf den Vorverkauf: Auch an der Abendkasse will man die Personendaten erfassen. Lange Warteschlangen vor den Kassenhäuschen sind also vorprogrammiert. Wenn dieses Horrorszenario potenzielle YB-Matchbesucher bloss nicht vom Gang ins neue Wankdorf abhält …
Sicher ist, dass die Massnahme der Stade-de-Suisse-Betreiber vor allem jene verärgert, die es sich gewohnt sind, sich an die Vorschriften zu halten. Die kleine Minderheit von Chaoten und Vandalen, auf welche die neue Regelung grundsätzlich abzielt, kann mit dem simplen Ausweichen auf eine der anderen Vorverkaufsstellen dem «YB-Big-Brother» elegant ein Schnippchen schlagen.


Und der Datenschutz?

Bleibt die Frage zurück, was die Stade de Suisse Wankdorf Nationalstadion AG mit den erhobenen Personendaten anstellt und ob sensible Daten allenfalls für Werbezwecke verwendet oder weitergegeben werden. Bei den Stadionbetreibern bemüht man sich, darauf hinzuweisen, dass alles im Rahmen des Bundesgesetzes über den Datenschutz abgewickelt werde.

Wer beim Ticketkauf bereits registriert wurde und der Sache trotzdem nicht traut, hat gemäss Artikel 8 des Bundesgesetzes über den Datenschutz das Recht, Auskunft über den Inhalt einer Datensammlung zu erhalten – und zwar, ohne dieses Auskunftsgesuch begründen zu müssen. Ein solches Auskunftsbegehren ist in der Regel kostenlos.

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