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22.09.2020
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YB: Schiesst Guillaume Hoarau am Samstag seine Young Boys ab?
Noch wochenlangem Rätselraten ist klar: Guillaume Hoarau setzt seine Karriere beim FC Sion fort. Nächster Gegner der Walliser? Ausgerechnet Meister YB.
Das Wichtigste in Kürze
- Guillaume Hoarau verpasst das erste Sion-Spiel wegen der ausstehenden Spielberechtigung. - Am Samstag empfangen die Walliser Meister YB zum Heimspiel. - Kann der Franzose gleich gegen seinen Ex-Club treffen?
Hochemotional verabschiedet sich Guillaume Hoarau letzte Woche endgültig von YB. Nach sechs Jahren hat der Meister den Vertrag mit dem Franzosen nicht mehr verlängert. Doch das hat der Liebe zwischen Hoarau und dem Club nicht geschadet.
Zusammen mit Patent-Ochsner-Frontmann Büne Huber singt er den gelbschwarzen Fans ein letztes Lied. Dann gibt er seinen neuen Arbeitgeber bekannt. Per sofort knipst «Air France» nämlich für den FC Sion.
Sion mit mutigem Auftritt in St.Gallen
In St.Gallen steht Guillaume Hoarau aber noch nicht im Aufgebot der Walliser. Genau wie Ex-Thuner und Assistkönig Matteo Tosetti ist er noch nicht spielberechtigt.
Auch ohne die beiden neuen Stars zeigt der FC Sion unter Neo-Trainer und Weltmeister Fabio Grosso einen mutigen Auftritt.
Zwar verlieren die Walliser beim Vizemeister mit 0:1, kommen aber kurz vor Schluss beinahe noch zum Ausgleich. Und das trotz über einer halben Stunde in Unterzahl! Die fehlende Torgefahr soll jetzt Guillaume Hoarau liefern. Vielleicht bereits am Samstag?
Trifft Guillaume Hoarau ausgerechnet gegen YB?
Dass wäre durchaus eine spektakuläre Geschichte. Denn: Um 19 Uhr empfängt Sion im ersten Heimspiel ausgerechnet Meister YB! Gut möglich, dass Hoarau sein erstes Spiel im Wallis gegen seine grosse Liebe aus der Bundesstadt bestreitet.
Ist der Franzose fit, wird er bestimmt zumindest einen Teileinsatz bestreiten. Und YB-Sportchef Christoph Spycher beweisen wollen, dass die ausbleibende Vertragsverlängerung ein Fehler war.
An der Liebe zwischen YB und dem Franzosen würde aber wohl auch ein Hoarau-Tor am Samstag nichts ändern.
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24.09.2020
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Guillaume Hoarau vor seinem mehr als speziellen Debütspiel für Sion
«Das ist Hollywood - und es ist meine Affiche»
Gleich in seinem ersten Spiel für Sion trifft YB-Legende Guillaume Hoarau am Samstag auf den Meister. «Der Vorhang geht auf», sagt AirFrance. Und er sei aufgeregt wie ein kleines Kind.
icht schwer zu erraten, von wem diese Worte stammen vor einem ersten elektrisierenden Spiel in dieser kurzen Saison. Der FC Sion mit seinem Zuzug Guillaume Hoarau gegen YB, den Klub, den der Franzose derart verändert hat, dass er dort zur Legende geworden ist. Am Mittag ist der neue Walliser Star zusammen mit den anderen sechs Neuen des FC Sion vorgestellt worden. Da sitzt ein Weltmeister als Trainer dort und Christian Constantin daneben. Doch die grosse Show gehört weder dem einen, noch dem anderen. Sondern Hoarau.
Und die grosse Frage, die im Raum steht? Spielt er am Samstag in seinem ersten Spiel gar von Beginn weg? Als er im Cupfinal für YB nach 82 Minuten kommt, trifft er zuerst den Pfosten und bejubelt dann Spielmanns Siegtreffer. In diesen paar Minuten zeigt der Mann von La Réunion: Ich bin fit! Und Samstag? «Wir wollen nichts übereilen. Ich werde dass mit dem Coach noch besprechen.» Aber Minimum eine Jokerrolle? AirFrance, der auch in Sion mit der 99 spielen wird? «Das sicher. Der Joker - das ist ohnehin meine Lebensrolle.» Und grinst...
Wer auf einen Einsatz von Beginn weg wettet, wird indes kaum viel Gel verdienen. «Wir haben noch zwei Tage, um dass zu entscheiden. Wir sind nur schon mal glücklich, dass er bei uns ist, weil er ein Spieler von grosser Qualität ist», sagt Grosso. Also mindestens in Kader? «Das sage ich ihnen doch nicht, bevor es der Spieler weiss», empört sich Grosso zuerst. Um dann doch anzufügen: «Aber er ist dabei, wenn er physisch gut ist.» Und das ist er. Das wissen wir. Zumal er nur eine einzige Woche Pause gehabt hat zwischen den beiden Spielzeiten.
Wer den Langen so sieht im Hotel La Porte d’Octodure, der schummrigen und in die Jahre gekommenen Absteige von Christian Constantin, der merkt sofort: Auch hier fühlt sich der Torschützenkönig der vorletzten Saison gleich pudelwohl. Auch wenn er nach der Frage, ob er schon im Hotel übernachtet habe, antwortet: «Das ist privat.» Er ziehe da den Joker. Um gleich wieder zu scherzen: «Du musst doch nicht mich fotografieren. Und dann noch mit dieser Maske. Nimm doch lieber diese herrliche Bergwelt hier auf. Die ist einmalig.» Wie wenn rund um Thun, seinem letzten Wohnort, alles flach gewesen wäre...
«Und lass mir den Coach in Ruhe», sagt er, ungefragt. Um gleich mal den Diskussionen um Trainerfresser CC und seinen Promi-Coach die Schärfe zu nehmen. «Das ist ein positiver, guter Mensch. Er hat mich von Beginn weg durchwegs überzeugt. Also: nicht dreinschiessen. Gebt ihm Zeit.» Ein honorer Aufruf. Doch der bessere Adressat wäre wohl CC gewesen... Aber keine Bange: Hoarau wird auch den in die Pflicht nehmen. Sonst wäre er nicht Hoarau.
Apropos CC. Wie stuft dieser das Risiko ein, einem 36-jährigen Spieler, der zuletzt verletzungsanfällig gewesen war, einen Vertrag anzubieten? «Ich habe mit älteren Stürmer die weit besseren Erfahrungen gemacht als mit routinierten Verteidigern oder Mittelfeldspielen. Gekas und Mpenza haben beide in einem fortgeschrittenen Alter voll eingeschlagen. Für den Spieler selber ist das ohnehin kein Thema. «Ich bin 20 mit 16 Jahren Erfahrung obendrauf...», sagt er schelmisch, und ernsthafter: «Ich bin ja erst mit 20 Profi geworden. Also bin ich nicht ausgebrannt. Mein persönliches Ziel hier ist es, dass die Leute aufhören, mir ewig zu sagen, wie alt ich sei.»
Da kommt das Beispiel Zlatan Ibrahimovic wie gerufen. Der hat zum Saisonstart der Serie A mit einem Doppelpack Bologna abgeschossen. Der 38-jährige, auf sein Alter angesprochen: «Ich bin wie Benjamin Button. Ich wurde alt geboren und sterbe jung.» Das sei ein schöner Vergleich, sagt Hoarau, der bei PSG eine Saison gemeinsam mit Ibra gespielt hat. «Und das Beispiel zeigt, dass Erfahrung nach wie vor etwas bedeutet.»
Auf jeden Fall sei er eines vor dem YB-Spiel, sagt Hoarau: Aufgeregt! Wie um zu dokumentieren, dass er nervös sein müsse, wie ein Rookie vor seinem ersten Profi-Match. Aber klar: Hoarau ist ja auch erst 20...
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24.09.2020
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Vincent Maceiras und der Traum, seinem Freund Kevin Fickentscher ein Ei ins Netz zu legen
Der 24-jährige Rechtsverteidiger der Young Boys kehrt am Samstag in der Super League schon in der zweiten Runde an die alte Wirkungsstätte, das Stade de Tourbillon, zurück. Den FC Sion hat er zwar in bestem Einvernehmen verlassen, ihn besiegen möchte er aber gleichwohl.
Es fehlt ihm an nichts. Der Umzug ist abgeschlossen, die Freundin da und die zwei Hunde sowie die zwei Katzen sind es auch. Ein paar Autominuten vom Wankdorf entfernt hat Quentin Maceiras in Ostermundigen eine Bleibe gefunden. Die Frage, weshalb er nicht einfach seine Wohnung mit derjenigen des nun für den FC Sion spielenden Guilllaume Hoarau getauscht habe, lässt Maceiras schmunzeln: «Unsere Budgets sind wohl zu verschieden.»
Zeit seines bisherigen Lebens ist er im Wallis zu Hause gewesen und schon als Achtjähriger im Leibchen des FC Sion dem Ball nachgerannt. Zusammen mit Copain Vincent Sierro, der jetzt wieder sein Teamkollege ist und ihm den Wechsel zu YB ans Herz gelegt hat. So ist Maceiras nun gerade dabei, eine neue Welt zu entdecken und sein Schuldeutsch aufzufrischen. «Ich habe gespürt, dass ich eine Veränderung brauche», sagt Maceiras. «Ich musste raus aus der Komfortzone, in der ich mich als unbestrittener Stammspieler befand.» Vor allem aber sei er nach Bern gekommen, um Titel zu gewinnen. «Diese bleiben nach dem Ende der Karriere für immer im Palmarès», sagt Maceiras. «Bisher habe ich noch gar nichts gewonnen und meistens gegen den Abstieg gespielt.» Bei YB werde nicht öfter als in Sion trainiert, doch sei die Intensität in den Einheiten merklich höher und der Konkurrenzkampf enorm.
Gewusst, was ihn bei YB erwartet
Dies hat er bereits zu spüren bekommen. Gegen Klaksvik noch zum Einsatz gekommen, musste er die herbe 0:3-Niederlage gegen Midtjylland von der Ersatzbank aus mitverfolgen. Natürlich hatte auch er von der Champions League geträumt, von Spielen gegen die Bayern oder Liverpool. Doch die Enttäuschung über das Out ist verarbeitet und die Parole klar: Den Titel verteidigen und es im nächsten Jahr erneut versuchen.
«Es ist schwierig, wenn man helfen möchte, aber nichts tun kann», sagt Maceiras. «Doch ich habe gewusst, was mich bei YB erwartet und dass ich um meinen Platz kämpfen muss.» Sein Konkurrent ist der vom FC St. Gallen gekommene Silvan Hefti. YB-Sportchef Christoph Spycher erklärt: «Quentin war in der Rückrunde sehr gut und kann auf beiden Seiten spielen. Silvan hat als Captain Leadership übernommen und auch schon innen gespielt. Primär sind aber beide als Rechtsverteidiger vorgesehen. Dort wollen wir diese Konkurrenz mit zwei sehr guten Spielern haben.» Maceiras weiss: Schaffen es die Berner in der nächsten Woche mit einem Sieg gegen den FC Tirana in die Gruppenphase der Europa League, dann wird der wegen der Pandemie eh eng getaktete Spielplan noch anspruchsvoller und er wird oft zum Spielen kommen.
Nachdem Maceiras zuletzt auch beim 2:1-Sieg gegen den FC Zürich im Auftaktspiel der Super-League-Saison nur Zuschauer war, hofft er jetzt, am Samstag im Tourbillon gegen den FC Sion eine Chance zu bekommen. «Ich erwarte einen starken Gegner. Hoarau tut dem Team auf und neben dem Platz gut», sagt Maceiras.
Das Toreschiessen ist nicht seine Stärke
Gegen seine alten Kumpels würde er nur zu gerne auflaufen und seinem engen Freund Kevin Fickentscher im Sittener Tor ein Ei ins Netz legen. Die Chance ist allerdings eher gering: In knapp hundert Pflichtspielen hat Maceiras erst zwei Tore geschossen. «Ich freue mich auf die Rückkehr. Ich bin im Guten gegangen», sagt Maceiras. Sportchef Barthélémy Constantin hat ihm sogar zum Transfer gratuliert. «Auch zum Präsidenten habe ich stets ein gutes Verhältnis gehabt. Christian Constantin ist immer präsent. Er liebt den FC Sion.»
Der 24-Jährige braucht sich bei seiner Rückkehr nicht vor Pfiffen zu fürchten, denn zum einen sind ja nur 1000 Zuschauer zugelassen, zum andern hat er beim Walliser Publikum wegen seines aufopferungsvollen Einsatzes einen Stein im Brett. «Wenn du nicht der Talentierteste bist, musst du mehr tun, als die anderen. Meine Stärke war schon immer die Arbeit», sagt Maceiras. Dass mit ihm eine der selten gewordenen und nahbaren Identifikationsfiguren das Tal verlassen hat, wird deshalb von vielen bedauert.
Ein Ur-Walliser ist er aber nicht, seine Wurzeln liegen in Spanien. «Meine Grosseltern kamen einst aus La Coruña in die Schweiz. Dort hat ja auch unser Trainer Gerardo Seoane einmal gespielt», sagt Maceiras. Und er selber? Würde auch er gerne mal dort oder sonst wo im Ausland kicken? «Zuerst muss ich mich bei YB durchsetzen», sagt Maceiras. Und beendet das Gespräch mutig in Deutsch: «Isch gebe Vollgas.»
Registriert: Montag 24. Mai 2004, 18:21 Beiträge: 3440 Wohnort: In der Brauerei
Alles zum Spiel Sion - YB
Gerardo Seoane vor dem Spiel in Sion
Der YB-Trainer spricht im Interview über die Vorbereitung auf das Spiel gegen den FC Sion, über den Fitnessstand der verletzten Spieler sowie das Wiedersehen mit Guillaume Hoarau.
Die personelle Situation bei YB
Verletzt: Aebischer, Lauper, Petignat.
Fraglich: Von Ballmoos, Martins, Spielmann.
Gesperrt: Zesiger (nach gelb-roter Karte gegen Zürich) 25.09.2020 | 14:00
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25.09.2020
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Schiesst ausgerechnet Hoarau seinen Ex-Klub ab? «Ich gebe dem Coach ein paar Tipps»
Guillaume Hoarau wird sein erstes Spiel für Sion ausgerechnet gegen YB bestreiten. Der Franzose brennt auf die spezielle Begegnung mit seinem Ex-Klub.
«Ich habe gleich geschaut, wann wir gegen YB spielen werden», erzählt Guillaume Hoarau nach seinem Wechsel zu Sion. 188 Spiele hat der 36-jährige Franzose für YB bestritten, drei Meistertitel hat er in den Farben Gelb-Schwarz geholt. Jetzt fängt ein neues Kapitel mit Sion an. Gegen YB ist Hoarau zum ersten Mal spielberechtigt. «Ich freue mich sehr.»
Hoarau hat immer wieder betont, dass er weiterhin in der Schweiz Fussball spielen möchte. Der Neustart beim FC Sion wird nicht einfach, das glaubt auch Hoarau. «Wir haben einen neuen Coach und neue Spieler. Jeder muss noch seinen Platz finden.» Wie in Bern gibt er aber auch in Sion bereits den Tarif durch: «Wenn wir alle am gleichen Strick ziehen, bin ich ein angenehmer Typ.»
Nicht nur für Hoarau wird es eine spezielle Partie sein. Auch für die Young Boys ist es ungewohnt, Hoarau plötzlich als Gegner zu haben. «Wir dürfen es nicht als Spiel gegen Gui anschauen, sondern als Spiel gegen Sion», so lautet die Devise von YB-Captain Fabian Lustenberger. «Wir wissen, was er kann und sind darauf vorbereitet.»
Wird Hoarau gleich gegen YB für Furore sorgen? «Ich werde versuchen, dem Coach ein paar Tipps zu geben», sagt der Stürmer im Hinblick auf die Partie gegen seinen Ex-Klub. «Wir werden nur wenige Möglichkeiten haben, ihnen weh zu tun. Und ich hoffe, ich werde ein Tor schiessen.»
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26.09.2020
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Angstgegner YB reist ins Wallis
Der FC Sion blieb zum Saison-Auftakt gegen St. Gallen (0:1) für eine gute Leistung unbelohnt. Im zweiten Spiel unter dem neuen Coach Fabio Grosso kommt es nun zum Duell mit Angstgegner YB.
Die Serie wird langsam unheimlich: Die Young Boys haben seit dem März 2016 sämtliche 15 Duelle gegen Sion in der Meisterschaft für sich entschieden. Zuletzt kam noch ein Sieg im Cup-Halbfinal im August dazu. Letzte Saison allerdings gewann YB in der Super League alle vier Male nur mit einem Tor Unterschied.
Speziell wird die Partie auf jeden Fall für Guillaume Hoarau. Der langjährige Berner Angreifer erhielt auf diese Saison hin keinen neuen Vertrag mehr beim Meister und steht nun im Wallis beim FC Sion unter Vertrag. Vermag ausgerechnet der 36-Jährige die lange Sittener Durststrecke gegen seinen Ex-Klub zu beenden? Im Interview mit Keystone-SDA sagte Hoarau diese Woche: "Ich weiss, dass ich der Stadt und dem Klub viel bieten kann, wenn es körperlich und sportlich gut läuft." Ein Sieg gegen YB wäre ein Anfang.
Statistiken der Spiele vom Samstag:
Sion - Young Boys (Duelle der letzten Saison: 2:3, 3:4, 0:1, 0:1). - Samstag, 19.00 Uhr. - SR Bieri. - Absenzen: Abdellaoui (gesperrt), Andersson, Kabashi (verletzt); Zesiger (gesperrt), Aebischer, Lauper, Petignat (verletzt). - Fraglich Bamert; Von Ballmoos, Martins, Spielmann. - Statistik:
Zürich - Lugano (0:4, 0:0, 1:0, 0:1). - Samstag, 19.00 Uhr. - SR Horisberger. - Absenzen: Hekuran Kryeziu (gesperrt), Bangura (verletzt), Janjicic (Krebserkrankung), Gnonto (nicht spielberechtigt); Lungoyi (gesperrt), Baumann (verletzt). - Fraglich: -; Bottani, Maric. - Statistik: In den letzten acht Duellen in der Meisterschaft zwischen den Zürchern und den Tessinern war das erste Tor jeweils schon entscheidend. Zwei dieser Spiele gingen 0:0 aus, die übrigen sechs mit Zu-null-Siegen. Der FCZ wartet seit dem 7. Juli in jeglichen Wettbewerben auf einen Sieg. Es haben sich seither zwei Unentschieden und acht Niederlagen angehäuft.
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26.09.2020
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Hoarau vor Spiel gegen YB
Sion hat «Grosses vor» mit seinem nächsten Oldie
Guillaume Hoarau und Sion-Präsident Christian Constantin sprechen über den Top-Transfer der Walliser.
Er will es immer noch wissen: Mit 36 Jahren startet Guillaume Hoarau in sein Abenteuer bei Sion. «Die sportliche Challenge war der Hauptgrund, weshalb ich hierher gekommen bin. Ich werde hier alles geben», so der Franzose.
Die Diskussionen um sein Alter quittiert Hoarau lässig: «20 Jahre und 20 Saisons Erfahrung, so beschreibe ich immer mein Alter. Ich bin nicht jemand, der anderen etwas beweisen muss. Ich weiss, dass ich Fussball spielen kann.»
Dass jetzt YB kommt, ist perfekt. Autor: Guillaume Hoarauüber sein nächstes Spiel
Der Oldie diesmal ein Goldie?
Das weiss auch Christian Constantin. Der Sion-Präsident ist sich der Situation seines neuen Schützlings bewusst: «Wir konnten ihn davon überzeugen, dass Sion eine gute Lösung ist. Guillaume weiss, dass er nicht mehr viele Saisons vor sich hat – und dass es wohl vorbei wäre, wenn er jetzt aufhören würde.» Und schiebt nach: «Wir haben Grosses vor mit ihm.»
Hoarau ist nicht der erste Oldie, den «CC» ins Wallis gelotst hat. Emile Mpenza (2009), Theofanis Gekas (2016) oder Seydou Doumbia (2019) hatten bei ihrem Sion-Antritt die 30 bereits überschritten. Nicht immer sind diese Engagements von Erfolg gekrönt gewesen.
Vorher und nachher musst du Freunde sein. Während dem Spiel gibt es keine Väter, Mütter, Brüder oder Schwestern. Autor: Christian Constantinüber das Spiel gegen YB
«Sicherheit hat man natürlich nie», so Constantin. Die 3 Genannten seien alle ohne Spielpraxis gekommen. «Guillaumes letztes Spiel liegt mit dem Cupfinal nicht so lange zurück, er sollte also nicht dieselben Voraussetzungen haben wie die anderen 3.»
Sieg und Tor gegen YB
Gleich seinen ersten Einsatz für die Walliser dürfte Hoarau am Samstag gegen seine Ex-Kollegen haben. «Dass jetzt YB kommt, ist perfekt», freut sich der Stürmer. «Wir werden sehen, was drinliegt.» Sein Traum-Einstand? «Natürlich, wenn wir gewinnen. Und wenn ich ein Tor erziele.»
Dass Hoarau befangen sein könnte, glaubt Constantin nicht. Seine Devise ist klar: «Vorher und nachher musst du Freunde sein. Während dem Spiel gibt es keine Väter, Mütter, Brüder oder Schwestern.»
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26.09.2020
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Vor dem Spiel in Sion
Ohne Sentimentalitäten und Aebischer ins Wallis
Die Young Boys treten am Samstag (19 Uhr) in Sitten an. Michel Aebischer musste sich am Meniskus operieren lassen und fehlt dem Meister eine Weile.
Es ist noch nicht lange her, das letzte Aufeinandertreffen der Young Boys mit Sion. 48 Tage sind vergangen, seit die Berner im Cuphalbfinal im Wankdorf dank eines 3:1-Sieges gegen die Walliser den zweitletzten Schritt zum ersten Doublegewinn seit 62 Jahren machten. Und neun Tage vorher hatten sie sich dank eines 1:0-Erfolgs im Tourbillon den dritten Meistertitel in Folge gesichert.
Die Partien gegen Sion waren also zuletzt mit besonderer Wichtigkeit und Emotionalität aufgeladen. Etwas, das an einem zweiten Spieltag nur schwer zu bewerkstelligen ist. Klar, wer will, kann auch der Begegnung am Samstag (19 Uhr) eine Portion Pathos abgewinnen, schliesslich sorgten das Schicksal und die Lizenzkommission dafür, dass Guillaume Hoarau just gegen seine alte Liebe erstmals für die Sittener spielberechtigt ist.
Hoarau ist einer von sieben neuen Spielern im Ensemble des FC Sion, die dem Club wieder einmal ein anderes Gesicht verleihen. Und mit Fabio Grosso steht nun ein Weltmeister an der Linie – ganz nach dem Glamour-Gusto von Präsident Christian Constantin.
Als Gerardo Seoane am Freitagnachmittag in den Katakomben des Wankdorfs über den FC Sion spricht, bleibt keine Zeit für Sentimentalitäten. Er sagt, er bereite sich jeweils auf eine ganze Mannschaft vor, nicht nur einen Spieler, auch wenn die Situation mit Hoarau speziell sei. Der YB-Trainer gibt zu, nicht genau abschätzen zu können, welche Spielphilosophie und taktischen Vorgaben Grosso an den Tag legen werde. «Aber im Vergleich zur letzten Saison hat Sion bezüglich Kaderqualität und -breite sicher zugelegt.»
Er nennt exemplarisch die drei Offensivakteure Khasa, Luan und Karlen, welche ihn zum Saisonauftakt gegen St. Gallen (0:1) überzeugt hätten mit ihrer Schnelligkeit und ihrer Unberechenbarkeit. Der 41-Jährige erwartet im Wallis ein kampfbetontes Spiel, nicht zuletzt auch im zentralen Mittelfeld, wo Rückkehrer Serey Dié für Stabilität sorgen soll. «Es wird wichtig sein, dass wir die Zweikämpfe annehmen und in der Mitte die Kontrolle haben», sagt Seoane.
Einer, der prädestiniert wäre für diese Aufgabe, ist Michel Aebischer. Der 23-Jährige wird den Young Boys aber in den nächsten vier bis sechs Wochen nicht zur Verfügung stehen. Aebischer musste sich am Freitag am Meniskus operieren lassen, nachdem er sich im Spiel der Champions-League-Qualifikation gegen Midtjylland am 16. September verletzt hatte. Da Christopher Martins mit Kniebeschwerden fraglich ist, könnte Captain Fabian Lustenberger damit erneut ins Mittelfeld aufrücken. Der Einsatz von Goalie David von Ballmoos, der den Ligaauftakt aufgrund von Adduktorenbeschwerden verpasst hat, ist ebenfalls unsicher, wobei die Anzeichen eher auf eine Rückkehr des Emmentalers ins Tor hindeuten.
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26.09.2020
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YB-Sierro vor dem Sion-Spiel
«Hoaraus Abschiedsvideo war bewegend»
Das wird ein merkwürdiges Gefühl sein in Sion für jeden YB-Spieler, der nicht neu ist bei Gelbschwarz. Gegen Guillaume Hoarau zu spielen. So auch für Vincent Sierro.
Der Spielplan machts möglich. Das erste Spiel, für welches der neue Sion-Star spielberechtigt ist, ist jenes gegen seinen alten Klub, für den er mitgeholfen hat, drei Meistertitel, einen Cuperfolg und die erstmalige Qualifikation für die Champions-League-Gruppenphase zu holen: YB!
Es wird auch für die aktuellen YB-Cracks ein seltsames Bild sein, AirFrance in Rotweiss zu sehen. «Es wird für uns alle speziell sein», sagt denn auch Vincent Sierro (24), der seit einem Jahr bei YB spielt. «Vor allem wenn man sieht, was er dem Klub gebracht hat, welche Bedeutung er im Verein und in der Garderobe hatte.» Doch so gehe dies nun mal. «In kürzester Zeit feiert man gemeinsam einen Titel und kurz darauf spielt man gegeneinander. Das gibts nur im Sport. Wir freuen uns jedenfalls auf das Wiedersehen. Aber es ist nicht Gui gegen YB, sondern Sion vs. YB.»
Hoarau hat YB verändert. Die Mentalität des Klubs ist eine andere geworden. Eine selbstbewusstere. Ob das auch im wilden FC Sion möglich ist? Wenn einer dies beurteilen kann, dann der Walliser aus Sierre, der mit acht zum FC Sion wechselte und bis 2017 die Farben des 13-fachen Cupsiegers trug. «Er kann jedem Klub durch seine Persönlichkeit, seinen Charakter, seine Überzeugung und seine Ambitionen viel bringen. Vor allem aber kann er Spieler stärker machen. So wie er das bei YB getan hat.»
Hoarau verabschiedet sich mit emotionalem Video
Hoarau hat sich bei YB standesgemäss verabschiedet, obwohl er den Klub gegen seinen Willen verlassen musste. Mit Stil, mit Klasse, ohne Groll und Zorn. Sondern mit einem Video mit dem Mann, der als Fussballer-Lästerer gilt und den er von diesem Byebye-Projekt überzeugen konnte: Patent-Ochsner-Frontmann Büne Huber. «Das war schon bewegend, dieses Video zu sehen», sagt Sierro. «Vor allem, weil man nochmals alle wichtigen Tore sah, die Gui für YB gemacht hat. Da wurde nochmals klar, wie er vom Klub und von den Fans geschätzt wurde. Und von gegnerischen Mannschaften respektiert. Es wurde uns nochmals bewusst, was er alles für den Klub geleistet hat und wie dankbar wir ihm sein können.»
Und nun also dieser Auftritt im Tourbillon. Denn immer wenn es gegen die Walliser geht, wars in letzter Zeit speziell, bedeutend, ja historisch. Da ist zuerst das Meisterspiel am 31. Juli im Tourbillon. Dann der Cuphalbfinal mit dem dramatischen Finaleinzug in letzter Minute im Wankdorf am 9. August. Und nun das erste Spiel von Hoarau auf Schweizer Boden, in welchem er nicht gelbschwarz trägt. Und es ist ein historisches. Es ist eines jener letzten fünf Spiele ohne eine «vernünftige» Zuschauerzahl. «Und für mich wird in meiner ganzen Karriere jedes Spiel im Tourbillon speziell bleiben, denn dort war ich als Kind und Fan im Stadion, und dort bin ich als Spieler grossgeworden», ergänzt Sierro.
Sierro erwartet ein hartes Spiel
Nach der gewaltigen Enttäuschung gegen Midtjylland in der Champions-League-Qualifikation hat sich YB aufgefangen und zum Saisonstart einen guten FCZ nach 0:1-Rückstand niedergerungen. «Wir wussten in diesem Spiel, dass wenn wir in unseren Aktionen ruhig bleiben und nicht in Individualismus verfallen, wir viele Flanken in die Mitte schlagen, wir viele Toraktionen haben, dass dann die Treffer irgendwann fallen würden. So war es denn auch. Es war sicher nicht unser bestes Spiel, aber es war genau das, was wir nach der Enttäuschung gegen Midtjylland brauchten.»
In Sion erwartet Sierro erneut ein enges Spiel. «Mir hat gefallen, wie Sion in St. Gallen aufgetreten ist. Ich denke, Trainer Fabio Grosso hat gute Ideen. Sie hätten in St. Gallen zwingend ausgleichen müssen. Sie sind zu zehnt nicht auseinandergefallen. Im Gegenteil: Sie wurden noch solidarischer. Wir rechnen mit einem sehr starken Gegner.»
Und diese Eigenschaft wird mit einem Hoarau im Team bestimmt nicht unwichtiger werden. Im Gegenteil. So er denn spielt. Er sitzt ganz sicher mindestens als Joker auf der Bank. Das haben sowohl der Spieler selber wie auch Grosso bestätigt. Vielleicht aber läuft die YB-Legende auch von Anfang an auf.
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