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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2020/2021
 Beitrag Verfasst: Samstag 24. April 2021, 12:32 
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Die Schaltzentrale des Meisters

Das Herzstück der YB-Kompetenz

Die Verantwortung für die grossen YB-Erfolge stützt sich auf viele Schultern ab. Rund um den YB-Staff werden Transfers aufgegleist, Spielerbiografien verhandelt, hier fallen Namen, die später in den Skorerlisten der Super League wieder auftauchen.

Zum Beispiel Joel Monteiro. Der 21-jährige Walliser ist der jüngste Zuzug der Young Boys. Sein Name weckt in der Fussballschweiz noch nicht die grossen Gefühle, Gérard Castella ist das herzlich egal. An Monteiro kann er aufzeigen, was für YB bei einem Transfer alles passen muss. «Alter, Verfassung, Mentalität. Er bringt alles mit», sagt Castella.

Der 67-jährige Genfer ist einer der erfahrensten Ausbildner im Schweizer Fussball, er war als Trainer Meister mit Servette, Aufsteiger mit Lausanne und Xamax, Nachwuchscoach beim Verband – und seit 2017 ist Castella zurück bei YB, wo er einst gespielt hatte. Er ist zusammen mit dem Zürcher Ernst Graf einer von zwei Ausbildungschefs.

Castella ist kein Erzähler von Haus aus, aber über Spieler und ihren Hintergrund kann er ins Dozieren geraten. Fussball findet für ihn nicht in erster Linie auf dem Platz statt. «Wir interessieren uns für sehr viel mehr.»

Der umfassende Ansatz beim Scouting und im Ausbildungsbereich ist einer der Grundpfeiler der aktuellen YB-Erfolge mit vier Meistertiteln in Serie. Die Verantwortung dafür ist auf viele Schultern verteilt: Im Sportbereich, den Christoph Spycher unter sich hat, arbeiten neben Castella und Graf auch Chefscout Stéphane Chapuisat, Patrik Schuler, der Assistent des Sportchefs, Nachwuchschef Christian Franke und Talentmanager Erich Hänzi. Der Austausch dieser Fachleute mit dem Staff der ersten Mannschaft bildet das Herzstück der YB-Fussballkompetenz, hier werden Transfers aufgegleist, Spielerbiografien verhandelt, hier fallen Namen, die später in den Skorerlisten der Super League wieder auftauchen.

«Uns interessiert, wer hinter dem Spieler steckt. Was sind seine beruflichen Absichten, was sagen seine Eltern?»
Gérard Castella

Vielleicht Joel Monteiro. Der 1,91 Meter grosse Stürmer spielte noch vor zwei Jahren in der 2. Liga interregional beim FC Conthey. Bei Sion hatte er den Sprung in die U-21 nicht geschafft, er kämpfte mit Verletzungen. Einen linearen Aufstieg hat er nicht hinter sich, aber Potenzial wurde ihm immer wieder bescheinigt.

Ein Spieler, der im Scoutingnetz von YB hängen bleibt. Und dessen Name die Verantwortlichen beschäftigt hat. Castella sagt: «Da wird signalisiert, gewarnt, sich ausgetauscht. Uns interessiert, wer hinter dem Spieler steckt. Was sind seine beruflichen Absichten, was sagen seine Eltern?»

Seit Spycher 2016 als Sportchef amtet, gibt es rund um die erste Mannschaft und den Nachwuchs ein klares Konzept: YB will Spieler weiterentwickeln – im besten Fall für einen Verkauf ins Ausland. Ab 50 Partien mit der ersten Mannschaft, so Castella, könne man über einen guten Transfer reden. «Am Ende haben alle gewonnen», sagt Castella. Der Spieler sei besser ausgebildet, der aufnehmende Club profitiere – und auch die Young Boys.

«Wir Jüngeren profitieren in dieser Gruppe.»

Als Cheftrainer darf Gerardo Seoane die Früchte dieser Arbeit ernten. Er erhält die besten Nachwuchsspieler wie Michel Aebischer, David von Ballmoos, zuletzt Fabian Rieder oder Felix Mambimbi, bei ihm landen mit viel Geduld aufgegleiste Transfers wie Meschack Elia oder erfolgreiche Leihspieler wie Jordan Siebatcheu. «Wir Jüngeren profitieren in dieser Gruppe von den erfahreneren Kräften wie Chapuisat, Graf oder Castella», sagt der 42-jährige Seoane. Von jedem werde erwartet, dass er sich einbringe in dieses Gremium, dass er mitrede. «Das führt dazu, dass alle immer Bescheid wissen, was in den anderen Bereichen so geht.»

Seoane denkt ans englische Modell, wo der Trainer zum Teil auch Manager ist und die Transfers selbst verantwortet. Es gibt das spanische Konzept, mit einem starken Präsidenten, der die Fäden in der Hand hält. YB, sagt Seoane, sei ein eigenes Modell. «Und ich sehe nur Vorteile, wenn ein Entscheid immer möglichst breit abgestützt wird.»

Meister werden ist nicht schwer, Meister bleiben hingegen sehr. Das Bonmot vereinfacht, aber auch Gérard Castella bemüht es. Die Ansprüche seien mit den grossen Erfolgen von YB gestiegen, «es gilt, die Ambitionen hoch zu halten, hungrig zu bleiben, sich ständig zu verbessern.» Spieler weiterzuentwickeln sei für die Young Boys das Hauptaugenmerk, «vielleicht wird es mit dem fünften Titel nichts nächstes Jahr, unser Weg bleibt derselbe».

Aber die Titel bringen YB auch eine gesteigerte Reputation. «Wir merken schon, dass junge Talente aus dem ganzen Land an einem Wechsel zu uns interessiert sind», sagt Castella. In der Schweiz ist YB längst die erste Adresse – die Konkurrenz aus dem Ausland bleibt gross. «Solche Transfers in die Nachwuchsabteilungen der grossen Clubs klingen vielversprechend – aber sie sind sehr ungewiss.» Der Berner Yanick Touré war so ein Fall, 2018 bot YB dem Nachwuchsstürmer einen Platz in der ersten Mannschaft an, Touré entschied sich für ein Angebot von Newcastle. Seither kommt er zwar in der U-23 des Premier-League-Vereins zum Einsatz, zu den Profis hat er es noch nicht geschafft.

Verhandeln die Young Boys heute mit zögernden Eltern über einen Transfer, so können sie auf genügend geglückte Beispiele im eigenen Haus verweisen. «Wir zeigen die Vorteile von unserem Weg auf», sagt Castella. Das Umfeld, die berufliche Begleitung, die umfassende Betreuung. «Mambimbi? Hat bei uns unterschrieben. Rieder? Hat bei uns unterschrieben.» Und die nächsten Erfolgsgeschichten seien im Entstehen begriffen.

Womöglich die von Joel Monteiro. Nachdem seine Karriere im Wallis ins Stocken geraten war, kam er in der U-21 von Lausanne unter, hatte dann Einsätze in der ersten Mannschaft. Nach dem Transfer zu YB wurde er in die Challenge League zu Stade Lausanne ausgeliehen. Ab nächster Saison könnte er zum Berner Kader gehören.


https://www.bernerzeitung.ch/das-herzst ... 2348713766

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2020/2021
 Beitrag Verfasst: Samstag 24. April 2021, 12:38 
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Nach dem Titel die Rekorde? Was YB noch alles schaffen kann

Auch nachdem sie am letzten Wochenende den Meistertitel sichergestellt haben, bleiben die Young Boys auf der Jagd. Auf der Jagd nach aussergewöhnlichen Serien und Rekorden in der Ära der Super League.

Auswärts unbesiegt

Der 2:1-Erfolg im Letzigrund gegen den FC Zürich am Donnerstagabend bedeutet, dass die Young Boys keines ihrer letzten 18 Auswärtsspielen in der Meisterschaft verloren haben. Damit haben sie nunmehr den alleinigen Rekord inne.

Die vorherige Bestmarke von 17 Spielen am Stück ohne Niederlage in fremden Stadien stellte der FC Basel – ebenfalls saisonübergreifend – in den Jahren 2013 und 2014 auf.

Grösster Vorsprung

Sechs Runden vor Schluss liegen die Young Boys 26 und mehr Punkte vor der Konkurrenz. Der grösste Vorsprung eines Meisters am Saisonende beträgt bislang 20 Punkte.

Mit dieser Reserve siegte der FC Basel in der Saison 2011/12 vor Luzern. Ebenfalls um 20 Punkte distanzierten die Young Boys den FCB in der Saison 2018/19. Die Berner stehen also davor, diesen Rekord deutlich zu übertreffen.

Serie der Ungeschlagenheit

Die bisher letzte Niederlage in der Super League bezog YB in der 10. Runde dieser Saison, bei einem 1:2 daheim gegen Servette. Seither sind die Berner in 20 Spielen ungeschlagen geblieben.

In dieser Disziplin sind sie noch recht weit vom Super-League-Rekord entfernt. Diesen stellten Zürich (saisonübergreifend 2005 und 2006) und Basel (Saison 2013/14) mit je 28 niederlagenfreien Spielen auf. Den Wert könnten die Berner demnach erst zu Beginn der nächsten Saison erreichen.


https://www.watson.ch/sport/fussball/56 ... affen-kann

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2020/2021
 Beitrag Verfasst: Dienstag 27. April 2021, 20:39 
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YB: Neues Buch ehrt Lebenswerk von Kultfigur «Hene» Minder

Für YB-Fans ist er Kult, für die Spieler hat er immer ein offenes Ohr. «Hene» Minder (77) ist seit über 30 Jahren Teil des Klubs. Nun erscheint «sein» Buch.

Das Wichtigste in Kürze

- Heinz «Hene» Minder ist seit 1987 bei YB in verschiedenen Funktionen tätig.
- Der 77-Jährige spielte selbst als Kind aktiv bei YB.
- In den letzten 34 Jahren war er oft im Hintergrund, nun widmen ihm zwei Autoren ein Buch.

«Einen lieben Kerl wie Minder ‹Hene› gibts weltweit nämlich ‹süsch e keine›.» Dieser Teil eines Gedichts schrieb ein Arbeitskollege von «Hene» Minder vor 14 Jahren zu seiner Pensionierung.

Den Weg an die Öffentlichkeit findet es ab morgen Mittwoch im Buch «‹Hene› Minder – mein Leben, mein YB». Die Autoren des Buches sind Bettina Hahnloser und Urs Frieden*.

Heinz Minder kommt 1943 in Bern zur Welt. Er wächst an verschiedenen Orten in der Bundesstadt auf und «schuttet» von klein auf für sein Leben gern.

«Henes» Vater Ernst spielt für YB und ist danach in diversen Funktionen im Klub tätig. Er ermöglicht es auch, dass klein Heinz mit zehn Jahren Zeuge des «Wunders von Bern» wird. Er amtet beim legendären Duell Deutschland - Ungarn als Ballbub.

Im gleichen Alter fängt «Hene» bei YB mit «schutten» an. Doch er hat mässig Talent, bringt es auf keinen grünen Zweig, amtet als Erwachsener als Trainer im Regionalfussball.

Unzählige Funktionen ab 1987

Dann 1987, YB hatte gerade den Cup gewonnen, startet er bei Gelbschwarz sein Abenteuer, das bis heute anhält. Reservemasseur, Betreuer der ersten Mannschaft, Betreuer der Schiedsrichter, und, und, und.

Als «sein» YB in den 90er-Jahren finanziell darbte und «sogar die Bananen halbiert werden mussten», war «Hene» zur Stelle. Zusammen mit seiner grossen Liebe und Frau «Sile» zog er eigens einen Fanshop hoch.

Als das Gröbste überstanden war, kam das Exil im Neufeld-Stadion. Die schönste Zeit für «Hene» bei YB. «Auf der ganzen Welt gibt es wohl keinen nationalen Club, der je vor einem Chalet mit Geranien gespielt hat.»

Längst zurück im «Wanki», wie «Hene» das Wankdorf-Stadion liebevoll nennt, konnte er 2018 den lang ersehnten ersten Titel feiern. «Ich stand dort, als wäre ich unter Drogen.»

Der spezielle Draht zu «Wolf»

Drei Meister- und ein Cuptitel später ist «Hene» bei YB noch immer in eine 30-Prozent-Pensum angestellt. Er ist für die Sammelaktionen, Autogrammkarten und Einlauf-Kids zuständig.

Letztere gibt es seit Ausbruch der Pandemie nicht mehr. «Hene» fehlen sie «unglaublich diese Kinder». Schritt für Schritt will er nun seine Ämter abgeben, aber an den Einlauf-Kids, an denen hängt er richtig.

Unzählige Spieler und Trainer hat er über die Jahrzehnte kommen und gehen sehen. Herausstechen tut dabei Marco Wölfli. «Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass er für mich wie ein Sohn war», so «Hene».

«Wolf», der in Bern Legenden-Status hat, gibt das Kompliment zurück. «Der ‹Hene›, das ist die richtige Legende.»

*Sowohl Bettina Hahnloser, wie auch Urs Frieden sind Journalisten und Kommunikationsberater in Bern. Frieden arbeitet als Ausbildner bei Nau.ch.


https://www.nau.ch/sport/fussball/yb-ne ... r-65908087

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2020/2021
 Beitrag Verfasst: Mittwoch 28. April 2021, 10:48 
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Hene Minder

Die YB-Kultfigur bekommt ein Buch

Pflichtlektüre für YB-Anhänger: Hene Minder wirkt seit 33 Jahren im Hintergrund des BSC Young Boys. Just zum 28. April bekommt der treuste aller YB-Fans ein Buch.

Man kann nicht anders. Man muss Hene Minder einfach mögen. Wer jemals mit dem ehemaligen Materialwart der Young Boys gesprochen hat, weiss, dass er einer ist, der immer für Sprüche, Witze und einen kleinen Flirt zu haben ist. Beliebt bei den Spielern, geniesst Hene Minder Kultstatus beim amtierenden Fussball-Schweizer-Meister YB.

Pünktlich auf den YB-Feiertag, den 28. April – drei Jahre nachdem YB zum ersten Mal seit 32 Jahren Meister wurde – bekommt Hene Minder ein Buch. Geschrieben haben es die ehemaligen Journalisten und YB-Fans Bettina Hahnloser und Urs Frieden. Sie erteilen Hene Minder im Buch gleich selber das Wort. In Ichform erzählt er sein Leben in Anekdoten. Anekdoten, die manchmal etwas zufällig aneinandergereiht scheinen, was dank unterhaltsamer Kurzweil verzeihbar ist.

Kopfkino «Wanki»

Zuerst taucht die Leserin in seine Kindheit ein, die er im Berner Nordquartier verbracht hat. So spaziert man mit ihm durchs Breitenrainquartier zum alten Wankdorfstadion. Vor dem inneren Auge sieht man ihn, wie er aus dem Garten, wo heute die Wylerbadi steht, ein Rüebli stibitzt und es sofort aufisst. Inklusive der Erde daran. Das Kopfkino geht weiter, in die ehemalige Brauerei Gassner ans Aareufer, wo Minders Grossvater arbeitete. Dort am Uferweg war sein perfekter Ort, um Fussball zu spielen.

Es ist eine längst vergangene Zeit, in der die Kinder das Wankdorf als Spielplatz nutzten, als es ringsherum noch nicht einmal Wohnhäuser gab. «Wir hatten nur unser Wanki», erzählt Hene Minder im Buch. Klein Hene half beim Abbruch des alten Stadions mit und zog Nägel aus den Holzbalken. Als Belohnung gab es ein Flusco – ein kaltes Schoggi-Getränk, das früher bei den Fussballpartien getrunken wurde. Unfassbar war es für ihn, als das Wankdorf gesprengt werden sollte. Das Loch der Baustelle schmerzte ihn, weil er sich nicht vorstellen konnte, wie das neue Stadion aussehen wird.

Silvia, seine grosse Liebe

Nicht nur YB war ein Leben lang an seiner Seite, sondern auch seine geliebten Silvia, die ein grösserer YB-Fan war als er selber. Mit ihr fuhr er durch den ganzen Kanton, um YB-Fanartikel zu verkaufen und den Club finanziell zu unterstützen. Gerade mal zehn Trikots brachten sie damals in einer ganzen Saison weg. Heute werden so viele wohl in einem einzigen Morgen im Fanshop verkauft, zum dreifachen Preis. Damals war es ein Erfolg, den Minders an Weihnachten mit einer Flasche Rotwein gefeiert haben. Solche rührenden Geschichten finden sich zuhauf im Buch, das sich an einem Abend lesen lässt.

Kein Fanshop, kein Geld, keine Fans. Immer wenn Hene Minder in dieser harten Zeit den Bettel hinschmeissen wollte – wie er dabei geflucht hat, kann man sich lebhaft vorstellen –, konnte ihn Silvia motivieren, weiterzumachen. Allerspätestens im Kapitel über ihren Tod – sie litt an Osteoporose und Krebs – könnte man «z luuter Wasser gränne».

Jeder Ball und jede Banane zählte

Hene Minder war immer parteilos, erfährt man im 133-seitigen Buch. «Hätte ich eine Partei gegründet, hätte sie Partei der Demut geheissen», so Minder. Demut wünscht er sich für die Spieler, die heute alles bekommen. In den ganz harten Zeiten des BSC Young Boys Anfang der 90er-Jahre halbierte Minder die Bananen für die Spieler, damit es für alle reichte. Früher mussten die Spieler nach den Trainings die Bälle zusammenräumen, jeder Ball war wichtig, weil es gar nicht viele gab.

Minders Partei – wenn es sie gegeben hätte – hätte sich für ältere Menschen, aber primär auch für Kinder eingesetzt. Denn die Kleinen, genauer die Einlaufkinder haben es Hene Minder angetan. Für sie ist er noch heute zuständig. Wegen der Corona-Krise können die Escort-Kids derzeit nicht mit den Spielern einlaufen. Sie fehlen Minder unglaublich, auch das Schuhebinden, Trostspenden und Händehalten.

Ein berührender Anblick ist es jeweils im Wankdorf, wenn die Kids die Hände der Spieler loslassen und zu ihren Plätzen im Sektor A springen. Langsam und stetig folgt ihnen Hene Minder zur Tribüne. Er wünscht sich bei seinem letzten Einsatz, dass die Kamera den ganzen Weg vom Einlaufen bis zur Tribüne festhalten wird. «Ich hab manchmal mehr Freude an den Kindern als am Spiel», gesteht er.

Meisterträume werden doch noch wahr

Die Fans schwärmen ebenfalls in den höchsten Tönen von ihm. Viele von ihnen haben die erste Erinnerung an Hene Minder aus dem Meisterfilm, als er 2009 im Materialbus nach Bern fuhr und ein Häufchen Elend war. Dieses Bild ist seit langem Vergangenheit, und heute denkt man eher an Hene Minder, wie er auf dem Titelbild des Buchs erscheint. Glitzernde Tränchen in den Augenwinkeln, im Meister-T-Shirt vor der Fankurve. Er war es, den die Fans bei der Meisterfeier 2018 als Erstes – vor allen Spielern – auf den Rasen vors Tor gebeten haben. Die Tränen schossen dabei bei der Pokalübergabe auch den knallharten Jungs kollektiv in die Augen. Unvergesslich sind seine Schritte, wie er sichtlich berührt vor die Tausenden Fans trat. Unvorstellbar, was in ihm vorgegangen sein mag.

Das Buch ist ein spannender Einblick in ein Leben eines Berners, der sich mit Haut und Haaren dem BSC Young Boys verschrieben hat. 33 Jahre lang als Helfer im Hintergrund, insgesamt blickt er auf 70 Jahre durchlittene Geschichte zurück. Dass er eine Legende ist, bestreitet heute nicht einmal mehr er. Und einer, der mit YB ganz unten war, darf es geniessen, nun mit YB ganz oben zu sein.


https://www.bernerzeitung.ch/die-yb-kul ... 2996252455

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2020/2021
 Beitrag Verfasst: Mittwoch 28. April 2021, 13:26 
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YB: Die Fans werden noch in 100 Jahren an den 28. April denken

Der 28. April ist in Bern seit 2018 Jahren ein Feiertag. Die Fans von YB schwelgen heute in den Erinnerungen an den ersten Titel nach 32 Jahren. Ein Kommentar.

Das Wichtigste in Kürze

- Jean-Pierre Nsame schiesst YB 2018 zum ersten Titel seit 32 Jahren.
- Heute jährt sich der Tag zum dritten Mal.

Es ist zwar exakt drei Jahre her, aber es kommt mir vor, als wäre es gestern gewesen. Es läuft die 89. Minute im Berner Wankdorfstadion ...

... Miralem Sulejmani dribbelt über die linke Seite, flankt in den Strafraum. Dort serviert Stürmerstar Guillaume Hoarau den Ball per Kopf auf den Fuss von Jean-Pierre Nsame. Aus der Drehung schliesst der Kameruner ab, trifft zum 2:1 gegen Luzern – und sorgt für ein Erdbeben!

Es ist der 28. April 2018, YB feiert den ersten Meistertitel seit 32 Jahren!

Die Bilder von damals sind bekannt: Mit dem Abpfiff stürmen 30'000 Fans den Wankdorf-Rasen, in Bern brechen alle Dämme. Gefühlt eine Woche lang wird gefeiert.

Der böse Fluch der Titellosigkeit ist endlich besiegt, das unsägliche «veryoungboysen» (das Vermasseln von hoffnungsvollen Ausgangslagen) ist Geschichte. Die dummen Sprüche hören endlich auf.

In Bern wird fortan von «geyoungboyst» gesprochen. Und zwar viermal in Folge (plus Cupsieg).

Corona verhindert weitere Partys von YB

Es ist die erfolgreichste Phase von YB seit den späten Fünfzigern – und doch sind die Fans nur halb dabei.

Denn: Die Corona-Pandemie macht allen Feierlichkeiten einen dicken Strich durch die Rechnung. Nach dem Sofameister, gibts den Geistermeister. Keine Meisterparty, kein Platzsturm, keine Freinacht.

Es wirkt, als hätte man als Fan vor drei Jahren einen mächtigen Feier-Kredit aufgenommen. Und muss diesen jetzt mühsam abstottern. Anstatt sich über den neuen Titel zu freuen, schwelgen die Fans in Erinnerungen.

Feiertag sorgt bei Fans für Kopf-Kino

Zum Glück gibt es ihn, diesen 28. April. Diesen Feiertag für YB-Fans, an dem jeder sein persönliches Kopf-Kino anwerfen kann.

Tausend Erinnerungen, einige durchaus verschwommen, sind plötzlich wieder da. Viele Fans posten heute Erinnerungen in den sozialen Medien. Und auch YB selber lässt den grossen Tag hochleben.

Noch in 100 Jahren werden sich YB-Fans an diesen Tag zurückerinnern – Pandemie hin oder her.


https://www.nau.ch/sport/fussball/yb-di ... n-65915624

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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 29. April 2021, 00:02 
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YB-Kultfigur in einem Buch verewigt: Hene Minder erzählt über sein Leben mit den Young Boys

Heinz Minder ist ein YB-Original und schon seit 33 Jahren engagierter Helfer im Hintergrund bei den Young Boys. Am Mittwoch rückt der 77-Jährige in den Vordergrund – zwei Autoren schreiben ein Buch über ihn und seine leidenschaftliche Hilfe ausserhalb des Rampenlichts.


https://www.telebaern.tv/telebaern-news ... -141707718

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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 29. April 2021, 18:43 
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YB-Meisterheld Gilbert Rey

Er ist der letzte Lebende der legendären YB-Stammelf

Von 1957 bis 1960 gewann der begnadete Techniker mit den Young Boys vier Meistertitel und den Cup. Obwohl der Fussball stets Nebensache war. Der 90-Jährige blickt zurück.

Er nimmt das Schwarzweissfoto zur Hand. Sein Zeigefinger gleitet von Spieler zu Spieler: «Wechselberger, Meier, Schneiter…», zählt Gilbert Rey auf und fügt nach jedem Namen hinzu: «verstorben». Irgendwann landet sein Zeigefinger unten links bei seinem jüngeren Ich, «der letzte Mohikaner».

Viermal in Folge gewannen die Young Boys zwischen 1957 und 1960 den Meistertitel, feierten 1958 das Double, stiessen 1959 im Europacup bis in den Halbfinal vor. Die Mannschaft war überaus populär. Eine Zeitung schrieb einmal: «Jeder Bub auf der Strasse kannte die Standardaufstellung.» Und zu jener gehörte Gilbert Rey. Der Genfer mit Walliser Wurzeln prägte das Ensemble als feiner Techniker, nur Geni Meier, Heinz Schneiter, Heinz Bigler und Goalie Walter Eich wurden in den vier Saisons öfter eingesetzt. Aber nur Meier (58) und Ernst Wechselberger (48) erzielten mehr Tore als Rey (23).

Im Oktober wird Rey 91. Er wohnt in Martigny, hoch oben im 6. Stock eines Mehrfamilienhauses mit Blick auf die Alpen. Und er erfreut sich bester Gesundheit, so jedenfalls habe ihm das jüngst der Arzt gesagt. Nur die Finger schmerzen zuweilen, dann kann er seine Hände nicht richtig schliessen. Arthritis? «Das Alter.» Aber hadern mag er darüber nicht. Vielmehr drückt der Schalk durch, «selbst wenn ich eine Freundin hätte, ich könnte sie nicht einmal in den Arm nehmen». Es wird nicht das letzte Spässchen sein, das Rey an diesem Morgen macht.

Die Young Boys haben bis heute einen Platz in seinem Herzen. Das wird offensichtlich, wenn man in sein Wohnzimmer kommt. Auf einem Salontisch steht eine blaue Vase mit YB-Logo – ein Geschenk zum ersten Meistertitel. An der Wand hängt eine Uhr mit Widmung – ein Geschenk zum Double 1958. Dann holt Rey Ordner mit Briefen, alten Zeitungsartikeln und gar Verträgen und lässt den Besucher in eine längst vergangene Zeit eintauchen.

Vom Lehrmeister erhält er keinen Lohn, von Sing wird er umgarnt

In den 1950er-Jahren entwickelt sich der Fussball zum Volkssport, die Zuschauer zieht es immer zahlreicher in die Stadien. Aber die Spieler sind weit davon entfernt, gutes Geld zu verdienen.

Rey ist 17, als er für Bellinzona in der Nationalliga debütiert. Doch der Fussball ist Nebensache. Der Vater, der in Genf eine Konditorei führt, schickt ihn ins Tessin, damit er dort seine Lehre als Konditor absolvieren kann. Lohn erhält er keinen. Dafür muss der Vater Reys Lehrmeister jeweils 500 Franken für Kost und Logis zahlen – wohlverstanden, für ein Vierbettzimmer, das sich der Filius mit anderen teilt.

Bald einmal buhlt der FC La Chaux-de-Fonds, die erste Adresse im Schweizer Fussball, um das Talent. Doch der Transfer scheitert – wegen Reys Beruf. Der Verein muss einen Arbeitgeber finden, damit der Spieler seinen Lebensunterhalt bestreiten kann. Doch bei jenem Bäcker in La Chaux-de-Fonds müsste Rey auch am Sonntagmorgen arbeiten, was ausgeschlossen ist, weil die Spiele der Nationalliga damals am Sonntagnachmittag stattfinden.

Also wechselt Rey stattdessen zu Lausanne. Und er entscheidet sich, einen anderen Beruf zu erlernen, der sich besser mit seiner Tätigkeit als Fussballer verträgt. Mit 23 Jahren beginnt Rey eine Zweitausbildung zum Offsetdrucker. «Für die anderen Lehrlinge war ich der grosse Bruder, aber ich hatte keine andere Wahl.»

Es ist jene Zeit, als auch der erste Brief aus Bern bei ihm eintrifft. Albert Sing, der Spieler-Trainer der Young Boys, schreibt ihm mehrfach, wie gerne er ihn im Kader hätte. Der Deutsche will die Mannschaft erneuern, YB gilt zu jener Zeit als physisch robustes Team – oder, wie es Reys Copains sagen: «Das sind Holzer!» Rey aber winkt vorerst ab, weil er Lausanne wegen der Lehre nicht verlassen kann. Was den YB-Trainer freilich nicht davon abbringt, weiterhin um ihn zu werben. Im Sommer 1956 hat er schliesslich Erfolg, obwohl Rey die Ausbildung noch nicht abgeschlossen hat, unterschreibt er bei den Young Boys.

Er trifft damit eine Entscheidung, die sein Leben verändern wird.

Er trainiert mit der Konkurrenz – und erlebt mit YB das Spiel seines Lebens

Rey wird mit YB bereits in der ersten Saison Meister, die Mannschaft gewinnt 21 von 26 Spielen. Den Trainer nennt Rey «Vater», er versteht sich gut mit ihm. Obwohl er kein Deutsch, und Sing kein Französisch spricht. Geht es um wichtige Dinge, übernimmt Sings Frau die Korrespondenz.

«Wir spielten für den Club, nicht für uns.»
Gilbert Rey

Weil Rey sich noch in der Lehre befindet, pendelt er zunächst jeweils dreimal wöchentlich von Lausanne nach Bern, einmal pro Woche darf er – mit der Erlaubnis von YB – mit Lausanne trainieren.

Blickt Rey zurück, nennt er drei Dinge, die damals den Ausschlag für den Erfolg gaben: «Ein sehr fähiger Trainer, eine gute Mischung aus jungen und älteren Spielern und der hervorragende Teamgeist.» Missstimmungen habe es nicht gegeben. «Wir spielten für den Club, nicht für uns», sagt Rey.

Wobei diesbezüglich die Bezahlung gewiss eine Rolle spielt. Eifersüchteleien wegen unterschiedlicher Löhne können gar nicht erst entstehen, weil die Spieler neben einem kleinen Fixum lediglich Prämien kassieren: 50 Franken für einen Sieg, 30 für ein Unentschieden, 20 bei einer Niederlage und 5 Franken pro Training. Nur einmal werden sie – aus der Optik der damaligen Zeit – fürstlich entlöhnt. Für den 1:0-Sieg im Europacup-Halbfinal über Stade Reims erhält jeder Spieler 1000 Franken. Es ist jenes Spiel, das Rey noch immer strahlen lässt, wenn er darüber spricht. 63’000 im Wankdorf, bewacht von 6 Sicherheitskräften, sogar auf dem Rasen wurden Bänke für Zuschauer aufgestellt. «Dieses Geräusch im Stadion, ich höre es noch heute», sagt Rey.

Doch trotz sportlichem Ruhm geht die Arbeit vor: Selbst vor einem Europacup-Spiel muss Rey, der mittlerweile in Bern bei der Hallwag arbeitet, um 5.15 Uhr aus den Federn. Als ihn sein Chef, ein grosser YB-Fan, vor einem Spiel gegen Wismut Karl-Marx-Stadt einmal ausnahmsweise am Mittag gehen lässt, sagt er ihm: «Gilbert, wir haben viel Arbeit. Pass auf, dass du dich nicht verletzt.»

Wie eine Reise die goldene YB-Ära beendete

Eine «wunderbare Epoche» sei es gewesen, damals bei YB. Seiner Frau, die ihm bis zu ihrem Tod 2014 eine grosse Stütze war, habe es sehr in Bern gefallen. «Die Leute waren nett zu uns, mit YB gewann ich oft, ich hatte eine Stelle, bei der ich meinen Beruf perfektionieren konnte, was wollte ich mehr?», sagt Rey.

«Wir spielten in Saigon bei 40 Grad, einige Spieler waren schon älter. Als wir zurückkehrten, waren wir kaputt.»
Gilbert Rey

Doch alles hat ein Ende – auch die goldene Ära der Young Boys. Eine fünfwöchige Asienreise, welche der Verein den Spielern nach dem vierten Titel spendiert, wird zum Verhängnis. So jedenfalls sieht Rey das. «Wir spielten in Saigon bei 40 Grad, einige Spieler waren schon älter. Als wir zurückkehrten, waren wir kaputt.»

Sing, der Baumeister des Erfolgs, kann nicht verhindern, dass das Team Stück für Stück auseinanderbricht. Rey, er ist mittlerweile Vater, zieht es 1961 zurück nach Lausanne. Drei Jahre später hängt er seine Fussballschuhe an den Nagel und eröffnet mit seinem Bruder in Genf eine Druckerei.

Den Fussball aber verfolgt er weiterhin – und noch immer ist er bestens informiert. Natürlich freut er sich, hat YB nun den Clubrekord mit vier Titeln de suite egalisiert. «Aber», sagt Rey lächelnd, «ich hoffe, dass noch ein fünfter dazukommen wird.»


https://www.bernerzeitung.ch/er-ist-der ... 9593863205

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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 29. April 2021, 18:59 
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Fussball im Berner Stadtrat

Das YB-Allmend-Dilemma

Soll YB Trainingsplätze auf der Allmend bekommen? SP-Stadträtin Nadja Kehrli erklärt, wie ihr rotes und ihr gelb-schwarzes Herz schlägt.

Die Wahrscheinlichkeit, dass man sich in dieser zähen Debatte die Finger verbrennt, ist gross. Der Fussball-Schweizermeister YB möchte seit Jahren Trainingsplätze auf der Allmend errichten und mitfinanzieren, am liebsten direkt an der Papiermühlestrasse am Standort der heutigen Parkplätze in Fussdistanz zum Wankdorfstadion. Doch Exklusivnutzungen des gemeinschaftlichen Allmendgeländes sind politisch tabu – aus rot-grüner Optik auf jeden Fall, aber auch für die SVP. Eigentlich.

Diese Blockade lockern soll das für dringlich erklärte überparteiliche Postulat «Zusätzliche Rasensportfelder auf der grossen Allmend für Breiten- und Spitzensport», das der Stadtrat am Donnerstag berät. Initiiert hat den Vorstoss FDP-Co-Fraktionspräsident Tom Berger, sekundiert von Michael Ruefer (GLP), dem inzwischen zurückgetretenen Philip Kohli (Mitte) und Nadja Kehrli (SP).

Klares Njet an YB

Interessant ist das Engagement von Kehrli. Ausgerechnet ihre Sektion, die SP Bern Ost, hat bereits letzte Woche klargemacht: Neue Rasensportfelder kommen weder auf der Grossen noch auf der Kleinen Allmend in Frage. Die SP-Stadtratsfraktion schliesst sich dieser Haltung mehrheitlich an, wie Co-Parteipräsidentin Lena Allenspach auf Anfrage festhält. Und abgesehen davon: Schon früher haben sich die Quartierorganisationen der betroffenen Stadtteile IV (Kirchenfeld-Schosshalde) und V (Breitenrain-Lorraine) klar gegen neue Fussballfelder auf der Allmend positioniert.

Was treibt Nadja Kehrli an, sich trotzdem für YB-Felder auf der Allmend einzusetzen? «Im Gegensatz zu vielen anderen ist meine Meinung in dieser Frage noch nicht gemacht», entgegnet Kehrli. Sie ist nicht nur YB-Anhängerin, sondern sogar «YB-Mutter», wie sie sagt – einer ihrer Söhne spielt beim YB-Nachwuchs.

Das sei aber für ihre Haltung nicht entscheidend, hält sie fest. Die fehlenden Rasenplätze hält sie «insbesondere aus sozialer Sicht» für ein dringendes Thema. Sie fehlten, so Kehrli, nicht nur YB, sondern auch dem Junioren- und Frauenfussball von Quartiervereinen wie Breitenrain oder Wyler sowie Praktizierenden anderer Rasensportarten. Betroffen von der Allmendfrage seien überdies nicht nur die Vereine im Nordosten Berns. Der YB-Nachwuchs etwa belege aktuell auch Trainingsplätze auf dem Neufeld.

Aus dieser Perspektive findet es Nadja Kehrli voreilig, einen allfälligen YB-Trainingscampus auf der Allmend jetzt schon grundsätzlich vom Tisch zu wischen. Aber natürlich ist Kehrli auch tief überzeugte SPlerin, «und da ist es für mich klar: Die Allgemeinverfügbarkeit der Allmend ist nicht antastbar». Man könne es nicht anders sagen: «Ich stecke wirklich in einem tiefen Dilemma.»

Alternativen zur Allmend?

Genau das sei der Grund, warum sie am von Tom Berger initiierten Vorstoss mitgearbeitet habe. Ein Ausweg aus der blockierten Situation lasse sich nur finden, wenn jetzt namentlich der Gemeinderat alle Karten auf den Tisch lege, Klarheit schaffe, wie weit allfällige Pläne für YB-Felder auf der Grossen Allmend wirklich seien, damit sie im Parlament, aber auch von den Quartierorganisationen offen diskutiert werden könnten. Für sie selber sei es nicht ausgeschlossen, dass sie sich am Ende selbst als YB-Mutter gegen YB-Plätze auf der Allmend entscheide – «aber», so Kehrli, «ich kann mir meine Meinung seriös erst bilden, wenn mir wirklich alle Fakten vorliegen.»

Ob das Postulat dazu beitragen kann, ist fraglich: Die SP-Fraktion – und damit wohl die Mehrheit im rot-grün dominierten Stadtrat – ist bloss bereit, einen Punkt des Vorstosses zu überweisen: Denjenigen, in dem die Regierung aufgefordert wird, für YB Alternativen zur Allmend zu suchen.

Kehrli äussert sich nicht dazu, aber es ist offensichtlich, dass Stadtpräsident Alec von Graffenried (GFL) in diesem Dossier nicht durch diplomatische Raffinesse aufgefallen ist. Einst sprach er sich gegen YB-Plätze auf der Grossen Allmend aus, um diese Option später dann doch wieder in Umlauf zu bringen, was den Verdacht eines Deals zwischen Stadt und YB nährte. Zusätzlich verkompliziert wird die Situation durch die Tatsache, dass die Allmenden im Perimeter des Entwicklungsschwerpunkts Wankdorf liegen, weshalb namentlich zur Neuorganisation der Parkplätze auch die Nachbargemeinden Ostermundigen und Ittigen sowie der Kanton ein gewichtiges Wort mitreden.

Eine Saga, 42 Jahre lang

Auf der anderen Seite sind die Manövriermöglichkeiten mit Rasenplätzen beschränkt. Das Projekt Bottigenmoos im Westen, auf dem die Stadt einst im grösseren Stil Rasenplätze schaffen wollte, ist aus Spargründen vom Gemeinderat auf Eis gelegt. Trotzdem bringen es Gegner von YB-Feldern auf der Allmend immer wieder ins Spiel. Christian Bigler, Leiter des städtischen Sportamts bestätigt auf Anfrage, dass die Kapazitäten auf den städtischen Rasenplätzen praktisch komplett ausgelastet seien und es nur noch vereinzelt möglich sei, neuen Teams Rasenzeiten zu gewähren – meist höchstens dann, wenn ein anderes Team aufhöre.

1979 hatte der damalige SP-Stadtrat Rudolf Käsermann mit einer Planungs-Motion die Nutzung der Allmend auf die politische Agenda der Stadt Bern gebracht. 42 Jahre später gibt es auf den Berner Allmenden mehr offene als beantwortete Fragen.


https://www.bernerzeitung.ch/das-yb-all ... 1591758542

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2020/2021
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 29. April 2021, 23:23 
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Der Stadtrat ist nur ein bisschen YB-Fan

Das Parlament will keine Trainingsfelder für die Young Boys auf der Allmend.

«Hopp YB», rief GFL-Stadtrat Manuel C. Widmer ins Ratsmikrofon, aber es tönte wenig euphorisch. Widmer war klar, dass das Postulat, dem er das Wort redete, bei der Ratsmehrheit keine Chance hatte – jedenfalls bei denjenigen Punkten, bei denen es konkret um die Young Boys ging.

Es wäre unter anderem darum gegangen, den Gemeinderat zu beauftragen, die Frage zu prüfen, ob YB auf der Grossen Allmend entlang der Papiermühlestrasse zwei Trainingsfelder einrichten kann – und zwar dort, wo sich heute 300 Parkplätze befinden, die dereinst in die Einstellhalle der künftigen neuen Festhalle verschwinden.

Die linke Ratsmehrheit wollte wie die SVP davon nichts wissen. SP-Stadtrat Daniel Rauch versuchte zu erläutern, warum seine Fraktion den Vorstoss, den ihre Stadträtin Nadja Kehrli miteingereicht hatte, nicht unterstützen wollte. Auf den Allmenden seien seit den 90er-Jahren kontinuierlich Grünflächen verloren gegangen. Jetzt überhaupt zu prüfen, ob man YB Exklusivfelder zugestehen wolle, sei keine Option. «Weil es dann nur einen Sieger geben würde, und der heisst YB», ergänzte seine Parteikollegin Bettina Stüssi.

Doch Nora Krummen, SP-Stadträtin und YB-Anhängerin, redete ihren Parteikollegen ins Gewissen: Es gehe nicht nur um YB, sondern auch darum, dem Nachwuchs und den Frauen neuen Rasenplatz zu verschaffen.

Vergeblich. Das Stadtparlament stimmte in den fünf Punkten des Postulats so ab, dass diejenigen Aspekte, die explizit die YB-Wünsche für Plätze auf der Allmend betreffen, abgelehnt wurden, wenn auch knapp. Man kann den Auftrag, den der Gemeinderat erhielt, so zusammenfassen: Er soll abklären, wie man das Defizit an Rasenplätzen in der Stadt Bern beheben könnte. Aber YB-Plätze auf der Allmend, das bitte nicht. «Hopp YB.»


https://www.bernerzeitung.ch/der-stadtr ... 2513803885

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2020/2021
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 29. April 2021, 23:25 
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Auf der Allmend sollen zusätzliche Trainingsfelder geprüft werden

Der Berner Gemeinderat soll prüfen, ob und wie auf der grossen Allmend zwei bis vier zusätzliche Rasenfelder entstehen könnten. Dafür hat sich der Stadtrat am Donnerstag bei der punktweisen Beratung eines dringlichen Postulates mit knapper Mehrheit ausgesprochen.

Mit 35 zu 32 Stimmen bei 6 Enthaltungen überwies das Parlament den allgemein formulierten Auftrag, wonach die Prüfung «unter Einbezug der Quartierorganisationen sowie der bereits heute auf der Allmend beheimateten Sportvereine» geschehen solle.

Keine Mehrheit fanden jedoch drei spezifische Prüfaufträge für eine allfällige Mitfinanzierung der Investitionskosten durch die Berner Young Boys sowie eine spätere Nutzung durch den Berner Fussball-Profiklub. Trainingsplätze für YB dürften nicht auf Kosten des öffentlichen Naherholungsraums gehen, sagte SP/Juso-Sprecher Daniel Ruch.

Die SP war in der Frage gespalten, das Grüne Bündnis wie auch die SVP wollten gar nichts von einer möglichen Beteiligung von YB wissen. Die überparteilichen Urheber des dringlichen Vorstosses wollten den drohenden Engpass bei Rasensportfeldern in der Stadt abwenden.

Auch Alternativen prüfen

Nicht nur die YB sondern auch viele andere Sportvereine seien vom akuten Mangel an Trainingsplätzen betroffen, mahnte Tom Berger (FDP/JF). «Bevor es zu einem Verteilkampf kommt, braucht es überhaupt etwas zum Verteilen.»

Mit 66 zu 4 Stimmen klar angenommen wurde die letzte Postulats-Forderung, wonach der Gemeinderat alternative Standorte für Trainingsfelder der Young Boys ausserhalb der grossen Allmend prüfen solle.


https://www.bluewin.ch/de/newsregional/ ... 90232.html

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