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 Betreff des Beitrags: Interview mit Andermatt
 Beitrag Verfasst: Mittwoch 30. Januar 2008, 18:36 
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Registriert: Samstag 17. März 2007, 18:03
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Interview mit Andermett vom SF:

Zitat:
Am Samstag startet die Super League zur Rückrunde. Sofort im Rampenlicht stehen die Berner Young Boys, die im Stade de Suisse Leader Basel empfangen - eine vielleicht schon wegweisende Partie. Wir stellen Ihnen in den nächsten Tagen die drei Titelkandidaten vor. Folge 1: Die Young Boys und ihr Trainer Martin Andermatt.

YB-Coach Martin Andermatt. (reuters)

Martin Andermatt, die Young Boys liegen nach der Hinrunde auf Rang 3 in enger Tuchfühlung mit dem Spitzenduo. Waren Sie eigentlich mit dem Abschneiden im Herbst zufrieden?

Martin Andermatt: Wir hatten gewisse Probleme. Spieler, die nicht immer zur Verfügung standen, viele Umstellungen. Aber wir haben uns trotzdem sukzessive nach vorne gearbeitet, so sind wir nun punktgleich mit dem FC Zürich. Leider haben wir noch das schlechtere Torverhältnis. Aber wir stehen dort, wo wir unser Ziel gesetzt hatten - unter den ersten Drei.

Sie sehen somit eine klare Aufwärtstendenz?

Wir haben einiges getan, um diese Position zu erreichen. Das ist ein Fact. Wir hatten keine optimale Vorrunde und sind trotzdem in Tuchfühlung mit Leader Basel.

YB hatte zuhause eine starke Bilanz, gegen Basel und Zürich holte man vier Punkte. Auswärts dagegen gab es in den Spitzenkämpfen zwei klare Niederlagen. Waren das schlicht schlechte Tage oder kann man eine gewisse Tendenz bezüglich der Stärkeverhältnisse ablesen?

Die Heimspiele gegen Basel und Zürich waren gut, gegen Basel ein klarer Sieg und gegen Zürich ein verdientes 1:1, obwohl wir durch einen unglücklichen Penalty zurückgeworfen wurden. Aus den beiden Auswärtsniederlagen müssen wir die Lehren ziehen. Diese Spiele liefen für uns alles andere als optimal. Dort müssen wir uns garantiert noch steigern.

Apropos Heimstärke: Wie beurteilen Sie die leisen Vorwürfe der Konkurrenz, YB habe durch den Kunstrasen einen gewissen Vorteil?

Wir sind ja unterdessen nicht mehr das einzige Team, das die Heimspiele auf Kunstrasen austrägt. Was allerdings stimmt ist, dass wir als einziges Team zuhause nie verloren haben. Anderseits machen wir ja auch niemanden Vorwürfe, dass wir bei 16 von 18 Auswärtsspielen auf natürlichem Rasen im Nachteil sind.

Die Young Boys haben sich in Spanien auf die Rückrunde vorbereitet und in drei Testspielen gegen illustre Gegner (Mönchengladbach, Legia Warschau, Austria Wien) ansprechende Resultate erzielt. Wie sind Sie zufrieden mit dem Spanien-Camp?

Wir trafen beste Bedingungen an, sei es das Hotel, das Wetter oder die Trainingsbedingungen. Wir spielten gegen starke Gegner und konnten leider nicht aus dem Vollen schöpfen, da zwei Spieler noch am Afrika-Cup engagiert sind. Mit der Arbeit der Mannschaft bin ich einstellungs- und trainingsmässig sehr zufrieden.

Auf welche Bereiche haben Sie den grössten Stellenwert gelegt?

Im Zentrum stand der Abwehr-Bereich, dort haben wir viel gearbeitet. In der Offensive lief es uns in der Vorrunde sehr gut, wir haben am meisten Tore geschossen und stellen mit Hakan Yakin auch den aktuellen Leader in der Skorerliste. In der Verteidigung hatten wir dagegen noch Probleme, wir haben sehr viele Tore erhalten. Dabei sind aber auch die beiden Auswärtsspiele in Zürich und Basel schwer ins Gewicht gefallen. Ansonsten haben wir uns auch auswärts sicher steigern können.

YB hat mit Baykal ein junges Schweizer Talent mit internationaler Erfahrung engagiert. Wie schätzen Sie den polyvalenten Defensivspieler ein?

Baykal hat bei seinem Auslands-Engagement sehr an Reife gewonnen. Dass er Fussball spielen kann hat nie jemand bezweifelt. Der Reifungsprozess spricht für ihn, er hat aus gewissen Situationen die richtigen Lehren gezogen. Er ist nach wie vor sehr hungrig und ich kann mir gut vorstellen, dass er seine Karriere bei YB neu lancieren kann.

Sie haben bereits den Afrika-Cup erwähnt. Mit Saif Ghezal verpflichtete YB einen neuen Innenverteidiger, der vorläufig auch noch in Ghana engagiert ist. Welchen Eindruck hat der tunesische Internationale bisher hinterlassen?

Ghezal spielt in der Abwehr einen sehr soliden Part, ist diszipliniert und kopfballstark. Er weiss, dass seine Stärken in der Defensive liegen. Das ist auch richtig so, denn wir haben genügend kreative Elemente in der Mannschaft. Eine gewisse Seriosität in der Abwehr tut uns sicher gut.

Mit Kamil Zayatte ist ein weiterer Spieler am Afrika-Cup, der mit Guinea noch gute Chancen auf ein Weiterkommen hat. Wie ist das als Klub-Trainer: Hofft man, dass die betreffende Mannschaft möglichst schnell ausscheidet...?

Erste Priorität hat, dass der Spieler gesund zurückkehrt. Auf alles andere habe ich nur wenig Einfluss, aber ich wünsche den Spielern nur das Beste. Ich freue mich aber sicher auch, wenn die Spieler zu uns zurückkehren.

Ein Aspekt könnte auch die Motivation sein. Je weiter ein Spieler mit seinem Team am Afrika-Cup vorstösst...

Zayatte hatte bis vor einem Jahr keine grosse Gelegenheit, seine Fähigkeiten zu zeigen. Dies ist ihm dank YB nun gelungen. Und wenn er sich nun auch am Afrika-Cup zeigen kann, der ja durchaus mit einer Champions League zu vergleichen ist, dann wird er sicher mit einem positiven Selbstwertgefühl nach Bern zurückkommen.

Regisseur Hakan Yakin ist in der Vorrunde regelrecht aufgeblüht, auch seine Fitness wurde fast von Woche zu Woche besser. Welchen Yakin dürfen wir zum Rückrundenstart erwarten?

Die ganze Entwicklung spricht für ihn und seine Persönlichkeit. Yakin hat sich immer anhören müssen, dass er nicht fit sei, dass er ein schwieriger Spieler sei. Er hat nun mit seinen Leistungen und seiner Präsenz wohl viele Kritiker überrascht. Er hat gezeigt, dass er hart arbeiten und Verantwortung übernehmen kann. Yakin zeigt auch im Training unglaublichen Willen, man erkennt ihn manchmal kaum wieder...

Eine Frage zum Abschluss: Wird YB Schweizer Meister 2008?

Wir werden alles dafür tun, um dieses Ziel zu erreichen. Wir haben uns vorgenommen, YB in den nächsten Jahren an der Spitze zu konsolidieren, da sind wir auf dem besten Weg. Und wenn wir am Schluss auf Rang 1 stehen sollten – da werden wir sicher nicht nein sagen. (Ch.Aellen/B.Bögli)

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