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Berner Zeitung; 28.06.2007
Bekannte Namen als YB-Botschafter
Die Leitung der Young Boys ist bemüht, den Kontakt mit der Basis zu verstärken. Aus diesem Grund wurde ein 21-köpfiger Beirat gegründet, dem Persönlichkeiten aus den verschiedensten Bereichen angehören.
Seit das Wankdorfstadion Stade de Suisse heisst, haben die Young Boys ein Problem: Ihnen wird vorgeworfen, der fussballerische Bereich sei zusehends in den Hintergrund gedrängt worden. Der Spagat zwischen sportlichen Ambitionen und kommerziellen Interessen im multifunktionalen Stadion stellt in der Tat hohe Anforderungen. Gestern trainierten die Young Boys im Turnerstadion – sie mussten ihre Bühne Herbert Grönemeyer überlassen.
Die YB-Führung geht nun in die Offensive und versucht, den Kontakt mit dem Publikum zu intensivieren. Der Puls der Fans soll besser gespürt werden, die Anliegen der Anhänger sollen vermehrt in den Alltag einfliessen. Nicht zuletzt aus Gründen der Imagepflege wurde ein Beirat mit 21 Persönlichkeiten, die YB mehr oder weniger nahe stehen, ins Leben gerufen. «Der Beirat soll Verbindungsglied zwischen Klub und Basis sein», sagt Stefan Niedermaier, CEO des Stade de Suisse.
Die Mitglieder des YB-Beirats werden in beratender Funktion tätig sein, sich ungefähr alle zwei Monate formell treffen und sich zudem im Rahmen der Heimspiele an einem Stammtisch austauschen. «Es sind YB-Sympathisanten, die als Botschafter der Young Boys auftreten und im kritisch-konstruktiven Dialog mit uns stehen werden», sagt Niedermaier.
Nach deutschem Muster
In der Bundesliga ist es längst üblich, dass verdienstvolle ehemalige Spieler in das Klubgeschehen eingebunden sind und Persönlichkeiten aus anderen Sparten den sogenannten Aufsichtsrat bilden. Der FC Bayern wird derzeit von je einer Spitzenkraft der Telekom, der Universität München, einer Bank, eines Autokonzerns und vom «Focus»-Chefredaktor beraten.
Auch der FC Luzern hat nach seinem Aufstieg in die Super League einen Beirat gegründet, dem 19 Personen angehören – von DJ Bobo über Eishockeyverbandspräsident Fredy Egli bis hin zu Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld.
Mit YB-Vorzeigefan Lauener
Die Young Boys haben namhafte Persönlichkeiten gefunden, die sich in der Öffentlichkeit klar zum Aushängeschild des Berner Fussballs bekennen. Die 21 Mitglieder des Beirats wurden in sieben Bereiche unterteilt – vom Ressort «Sport» über die Fanvertreter und Wirtschaftsleute bis zu den Sponsoren und Politikern sowie einem singenden Berner Original.
Dem ehrenamtlich tätigen Gremium gehören mit dem ehemaligen Goalie Walter Eichenberger und dem früheren Verteidiger Martin Weber fussballerische Legenden an, die sich in der Ära des zurückgetretenen Peter Jauch kritisch über die Arbeitsweise der YB-Führung geäussert hatten. Mit Peter Cerny und Fritz Bösch nehmen ehemalige YB-Präsidenten Einsitz in den Beirat. Während Kuno Lauener, Frontmann von Züri West, seine Leidenschaft für die Young Boys künftig mit einem Amt bei seinem Lieblingsklub verbindet, werden vermehrt auch die befreundeten Benedikt Weibel und Ulrich Gygi einen Teil ihrer Freizeit im Stade de Suisse verbringen – ebenso wie Gemeinderätin Barbara Hayoz. Im YB-Beirat sollen ferner vier Fanvertreter sämtliche Anhängerkreise repräsentieren.
Albert Staudenmann
_________________ For Ever
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