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 Beitrag Verfasst: Samstag 29. Juli 2006, 10:19 
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Registriert: Sonntag 16. Mai 2004, 14:39
Beiträge: 801
Wohnort: Bernensis
Der VIP findets top – der Fan einen Flop

Geschäftskontakte knüpfen und einen Apéro geniessen: Bruno Zimmermann, Marketingleiter einer Berner Bank, spricht über Eintrittspreise und sein erstes Jahr in der Champions Lounge des Stade de Suisse.

«Ja, es kommt vor: Wenns auf der Tribüne zu kalt oder das Spiel langweilig ist, verfolge ich eine YB-Partie auch mal am Fernsehen in der Champions Lounge des Stade de Suisse. Oder dann bin ich in ein gutes Gespräch verwickelt und verpasse eine ganze Halbzeit. Sind wir ehrlich: Der VIP-Bereich im neuen YB-Stadion ist in erster Linie eine Begegnungszone für Geschäftsleute. Hier lernt man neue Menschen kennen, trinkt zusammen etwas an der Bar und leitet in lockerer und persönlicher Atmosphäre Geschäfte ein. Das ist für mich das Attraktivste, was die Arena zu bieten hat.

In der Champions Lounge wird beinahe jeder Wunsch erfüllt. Jaqueline Diethelm, die Verantwortliche für die Gästebetreuung und Stadionmanager Stefan Niedermaier geben sich viel Mühe. Wenn ich ein ungerades Mal einen Gast mehr mitbringe, als ich angemeldet habe, wird mir rasch geholfen. Ein weiteres Beispiel: Wir waren unglücklich über den Standort unseres Tisches. Auch dieses Anliegen wurde ernst genommen. Jetzt haben wir einen anderen Tisch.


Dieses Stadion hat aber auch sonst viel zu bieten. Ich fühle mich hier sehr wohl. Die Arena ist modern und architektonisch gelungen. Das schwebende Dach gefällt mir. Zudem hat jeder Zuschauer einen komfortablen Schalensitz. Und von 95 Prozent der Plätze aus sieht man gut aufs Spielfeld – das ist nicht in jedem Stadion der Fall.


Spielt YB gegen weniger attraktive Gegner, bleibe ich auch mal zu Hause. Im Durchschnitt besuche ich jedes zweite Heimspiel. Der YB-Sieg gegen Basel war eine der schönsten Erinnerungen ans erste Stadionjahr. Das Team hat ein mitreissendes Spiel geboten, die Stimmung war ohrenbetäubend.

Eine Fussballpartie lebt ja von der Stimmung. Diese ist im Stade de Suisse aber erst ab 15 000 Zuschauern so richtig prickelnd. Damit künftig mehr Leute kommen, muss YB regelmässig an der Spitze mitspielen. Mittelmässigen Fussball will hier niemand sehen. Dazu sind die Eintrittspreise zu hoch. Ich wünsche mir mehr Partien wie YB – Basel. Dann stimmt auch das Preis-Leistungs-Verhältnis.

Auch die Konzertpremiere war ein Erfolg. Der Auftritt des Weltstars Bon Jovi im Mai fand ich stark. Die Akustik war genial. Ich habe einen tollen Abend erlebt. Deshalb stört mich auch der Kunstrasen nicht. Wegen des Spareffekts ist das wohl die Zukunft, jedenfalls in Stadien, in denen auch noch Konzerte stattfinden. Ein Naturrasen müsste viel zu oft ausgewechselt werden. Zugegeben: Beim ersten Spiel auf Kunstrasen gegen Tunis hatte ich Mühe mit der grellen Farbe. Aber am Donnerstag im Europacup-Spiel gegen Mika Aschtarak wars besser, wohl wegen des Abendlichts. Jedenfalls hat der Rasen ausgesehen, als wäre er echt.


Dennoch: Mein Höhepunkt im Stade de Suisse fand auf Naturrasen statt: Das WM-Qualifikationsspiel der Nationalmannschaft im letzten Herbst gegen Frankreich. So viele Weltstars wie an diesem Abend habe ich noch nie live gesehen. Selbstverständlich habe ich diese spannende Partie in voller Länge von der Tribüne aus verfolgt.»
Er nennt das Stade de Suisse auch nach einem Jahr noch Wankdorf. Maurice Keel steht in der YB-Fankurve hinter dem Tor. Er spricht über das Leiden eines Nostalgikers im topmodernen Berner Fussballtempel.

«Okay, ich gebs zu: Ich bin ein Nostalgiker. Mein ganzes Leben lang werde ich dem alten Wankdorfstadion selig nachtrauern. Die Nordtribüne war so etwas wie meine Kinderstube. Mein Vater nahm mich an jedes YB-Heimspiel mit. Wir sassen auf den Holzbänken. Auf der Jagd nach Flusco-Verkäufern lernte ich das ganze Stadion kennen.

Jetzt, in der neuen Arena, gibt es nichts mehr zu entdecken. Ich bin immer im gleichen Sektor, die Seite wechseln kann ich nicht. Ich habe einen von 32 000 gleichen Plätzen. Das neue Wankdorf ist eintönig und steril. Alles ist perfekt. Sogar die Sicht aufs Spielfeld ist überall gleich gut. Es ist nicht das Stadion meiner Young Boys. Es scheint, als führt der höhere Anspruch einen Kampf gegen die Geschichte und die Realität. Das wirkt hemmend auf die Fussballer und das Publikum.

Als ich von den Abrissplänen des alten Wankdorfstadions hörte, realisierte ich, dass eine grosse Zeit zu Ende geht. In der kleinen Turnhalle im Bauch der alten Haupttribüne wurde das Gewinnerprojekt des Architekturwettbewerbs fürs neue Stadion vorgestellt. Der Raum war voller einzigartiger und interessanter Stadionmodelle. Doch gewonnen hat der kleine graue Klotz ganz hinten im Raum.

Da hat Bern eine grosse Chance verpasst. Denn das ausgewählte Stadion ist steril und ohne Charme. Ich fühle mich darin nach einem Jahr noch nicht zu Hause.

Kein Verständnis habe ich für den neuen Namen Stade de Suisse. Leider hat sich dieser bei einem grossen Teil der Leute durchgesetzt. Die Begründung, der neue Name lasse sich besser vermarkten, ist für mich schlecht nachvollziehbar. Seit dem «Wunder von Bern» ist das Wankdorfstadion in der ganzen Welt ein Begriff. Es gibt unter unseren Fussballstadien keinen werbewirksameren Namen. Den Marketingmenschen, der das Stade de Suisse erfunden hat, möchte ich einmal kennen lernen.

Zum Namen und dem sterilen Stadion passt der Kunstrasen – willkommen in der neuen Künstlichkeit. Fast noch schlimmer aber ist die erzwungene Zustimmung der YB-Spieler, während die Akteure des Gegners der künstlichen Unterlage eher kritisch gegenüberstehen. Immerhin akzeptiere ich den wirtschaftlichen Aspekt. Und im Winter werden wir vielleicht ein, zwei Mal froh sein über unseren hässlichen Plastikrasen.

Bei allem Negativen gibt es auch im neuen Stadion ein paar Sachen, die meine Zustimmung erhalten: Der freie Platz auf dem Dach wurde für Sonnenkollektoren genutzt. Das ist eine Idee, die – im Gegensatz zum Kunstrasen – hoffentlich Schule macht. Als einer, der YB auch auswärts unterstützt, überrascht mich der Gästesektor im Wankdorf. Er bietet für die Gäste viel Platz, damit sie kompakt hinter ihrer Mannschaft stehen können. Das bietet man den Aufwärtsfans in der Regel nicht.

Stefan Niedermaier, der neue Stadionverantwortliche, pflegt den Kontakt zu den YB-Fans. Er hört sich unsere Anliegen genau an. Eines davon ist ein reiner Stehplatzsektor in der Ostkurve hinter dem Tor. Die Stühle stören uns. Wir brauchen Raum, um uns zu bewegen. Nur so können wir eine lebendige und euphorische Stimmung schaffen.»

«In der Champions Lounge des Stade de Suisse wird beinahe jeder Wunsch erfüllt.»

Quelle: Berner Zeitung, Samstag 29. Juli 2006

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 Beitrag Verfasst: Samstag 29. Juli 2006, 18:55 
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schlechter artikel...sieht so aus als gefiele es den Fans nicht sondern nur den Bonzen...es wurde sogar absichtlich ein Fan gesucht, dem das Stadion nicht gefällt...die anderen hatten nichts zu sagen

zudem sind die Aussagen vom VIP-Töggu klassische Cüpli-Trinker-Aussagen...

naja, halt BZ...oder meine Meinung ;)

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 Beitrag Verfasst: Sonntag 30. Juli 2006, 08:31 
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er wollte einen klaren kontrast. ausserdem sind es nur die meinungen zweier einzelpersonen. ich kann hinter meiner meinung stehen.

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 Beitrag Verfasst: Montag 31. Juli 2006, 06:32 
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Beiträge: 205
Wohnort: Wankdorf D4 / Veltins-Arena N3
@Maurice:

Hat was, Dein Bericht. Ich persönlich finde das neue Wankdorf auch zu steril und kein Stadion wird jemals an das altehrwürdige Wankdorf rankommen, niemals. Rein baulich gefällt mir das neue Wankdorf zwar sehr gut, ist auf jeden Fall mit Abstand das schönste Stadion momentan in der Schweiz, aber mir fehlen ebenfalls so Sachen wie:

- die Holzbänke
- der Fanstand, bei dem man meistens gar nichts kaufen konnte
- dass man während der Pause auf die andere Seite wechseln konnte
- Da das Flusco Schoggi-Teil
- die kultige Stadion-Beiz
- dass man mit Freunden aus anderen Städten gemeinsam die Spiele anschauen konnte, in deren oder in unserem Block

All diese Punkte, sowie die unvergesslichen Heimspiele (Real, Celtic, Dunajaska Streda, Den Haag, Ajax, Philipps Cup, Cupsieg 1987, und diverse Meisterschaftsspiele und Cupfights) haben das alte Wankdorf zu meiner Heimat gemacht. In dem Moment, als es gesprengt wurde, konnte ich nicht anders als zu heulen.

Aber sind wir ehrlich: ohne dieses neue Stadion wären wir niemals da, wo wir jetzt sind. Und wenn ich ehrlich bin, Erfolg ist mir persönlich auch sehr wichtig, besonders wenn ich mir seit 20 Jahren immer wieder am Anfang der Saison ein zu hohes Ziel setze... :? Wir können nicht beides haben: Nostalgie und Erfolg, wir müssen mit der Zeit gehen - und mit dem neuen Stadion haben wir uns den Weg für eine gute Zukunft geebnet.

Mach Dir nichts draus, jeder, der im alten Wankdorf seine Kindheit verbracht hat, der wird gleich denken wie wir alle. Es wird nie ein Stadion geben, dass auch nur annähernd an das gute alte Wankdorf kommt.

Da kann sich die jüngere Generation noch lange gegen solche Artikel wehren. Ihr Zuhause ist halt das neue Wankdorf, vorher hatten sie noch andere Sorgen als Fussball. Aber wenn es in 30 Jahren oder in 50 ??? mal ein neues Stadion geben wird und falls sie dann immer noch Fussball interessiert sein sollten, dann werden sie uns verstehen.

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:ybfahne2: :wave: :ybfahne1:

Und überhaupt: :heul_doch:


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 Beitrag Verfasst: Dienstag 1. August 2006, 14:33 
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Beiträge: 90
[quote="maurice"]er wollte einen klaren kontrast. [quote]

i know, aber da hätte er auch zwei fans nehmen können!

damit ihr mich nicht falsch versteht; ich hab nichts gegen die aussagen des Fans, geb ihm an einigen Punkten sogar recht...

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 Beitrag Verfasst: Mittwoch 2. August 2006, 10:13 
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Registriert: Dienstag 12. Juli 2005, 16:01
Beiträge: 28
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es geht nicht darum was die fans zum stadion meinen....nur darum, wie zwei einzelpersonen das erste jahr im neuen wankdorf erlebt haben. du musst nicht mit dem artikel einverstanden sein, aber du hast jetzt hoffentlich die absichten des journis verstanden.

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