FCZ muss auf Haki hoffen
VON UELI ZOSS UND PETER PFLUGSHAUPT
08.05.2006 | 00:19:16
BERN – Am Mittwoch wissen wir es: Feiert Basel im Stade de Suisse den Titel-Hattrick oder kann YB mit einem Sieg gegen den FCB die «Finalissima» Basel gegen den FCZ ermöglichen? BLICK macht den YB-Check.
Offensive: YB-Trainer Gernot Rohr mutierte gegen Thun vom Beton-Mischer zum Offensiv-Prediger. Nur drei Verteidiger, dafür erstmals zwei Stürmer in der Startformation. Das System kam endlich Hakan Yakin entgegen. Der Spielmacher hatte zwei Spitzen und dadurch viel mehr Anspielmöglichkeiten zur Verfügung. Und Haki zauberte wie einst beim FCB, als er Gimenez und Rossi vor sich hatte oder in der Nati beispielsweise Frei/Chappi. Erfüllt.
Defensive: Auch gegen das offensiv harmlose Thun geriet die YB-Abwehr zu oft ins Schwimmen. Wieder unterliefen den YB-Verteidigern grobe individuelle Fehler, diesmal Portillo vor dem 0:1. Nicht erfüllt.
Goalie: Wölfli ist und bleibt ein Unsicherheitsfaktor. Seine Abschläge landen regelmässig beim Gegner. Reagierte beim Tor von Sen viel zu spät. «Mir war die Sicht versperrt», rechtfertigte er sich. Nicht erfüllt.
Trainer: Rohr passte das System rechtzeitig den Qualitäten seiner Spieler an. Und: Der Kitt in der Mannschaft hält. Rohr: «Ich habe ein Team mit Herz und Charakter.» Er freut sich auf den FCB: «Das wird ein Super-Spiel, mit zwei Mannschaften, die gewinnen wollen.» Erfüllt.
Standards: FCB-Trainer Christian Gross war im Stade de Suisse und sah, wie Hakis Freistösse und Corners immer eine Gefahr für Thun waren. Erfüllt.
Physis: Auch gegen Thun hingen einige YBler wie Gohouri oder Tiago am Schluss in den Seilen. Rohr: «Die englischen Wochen setzen uns zu.» Der FCB hat einen Tag mehr Erholung. Nicht erfüllt.
Mentale Verfassung: Bei YB haben einige Spieler Mühe bei den «Big Games» mit dem Erfolgsdruck. Bei der Cupfinal-Pleite gegen Sion oder in der vorletzten Runde beim Uefa-Cup-Knaller gegen GC fehlte es YB an Selbstvertrauen. Was aber für Rohrs Truppe spricht: Mit einem Punkt gegen Basel könnte sie auch leben. Trotzdem: Nicht erfüllt.
Fazit: Der FCZ muss ausgerechnet auf Ex-Bebbi Hakan Yakin hoffen.
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