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Bieler Tagblatt, 29.10.2005
«Mit uns muss man Geduld haben»
Mit GC gegen YB steht in der Super League nicht nur ein Klassiker, sondern ein wichtiges Spiel auf dem Programm. YB-Goalie Marco Wölfli über neue Besen, die besser kehren sollen.
Interview: Patric Schindler
Marco Wölfli, was hat der Trainerwechsel von Hanspeter Zaugg zu Gernot Rohr bislang gebracht?
Es ist noch zu früh, um diesbezüglich etwas zu sagen. Gernot Rohr hat ja seine Arbeit bei uns erst vor kurzem begonnen und feiert gegen GC seine Meisterschaftspremiere. Natürlich hat er etwas andere Ansichten vom Fussball als Hanspeter Zaugg. Die Vereinsverantwortlichen wollten ja gewisse Veränderungen, sonst hätten sie ihn ja nicht verpflichten müssen.
Waren Sie über die Entlassung überrascht?
Als Spieler wussten wir natürlich schon, dass der Verein mit den Leistungen nicht zufrieden war. Dass es schliesslich so schnell ging, hat mich schon ein wenig überrascht.
Sind die Erwartungen bei YB in Sachen Zuschauerzahlen nicht zu hoch, wenn selbst 10 000 Fans gegen Yverdon als Enttäuschung bezeichnet werden?
Eigentlich war dieser Publikumsaufmarsch eine tolle Zahl, aber im Stade de Suisse sieht es nun mal anders aus. In diesem Stadion müssen wir vorne mitspielen, sonst kommen auch die Zuschauer nicht in der erhofften Anzahl. Viele Teams spielten gegen uns zuhause aber auch sehr defensiv, was es uns nicht einfach machte.
Wie motivierend ist es, in diesem tollen Stadion zu spielen?
Für mich ging ein Traum in Erfüllung. Im Stade de Suisse aufzulaufen ist grossartig, selbst wenn die Tribünen nicht gut gefüllt sind.
Was ja offenbar auch mit den Leistungen zu tun hat.
Mit uns muss man noch Geduld haben. Wir sind nicht so schlecht, wie es die Tabelle vermuten lässt. Wir liegen schliesslich lediglich vier Punkte hinter den zweitplatzierten Grasshoppers, dies darf man nicht vergessen. Ein Sieg gegen GC und wir würden uns in einer sehr guten Ausgangslage befinden.
Ist dieser Klassiker für den Verlauf der weiteren Saison ein Schlüsselspiel?
Nein, ich möchte diese Partie nicht überbewerten. Natürlich wollen wir in Zürich gewinnen und uns so in eine sehr gute Tabellensituation manövrieren. Aber wir sind mitten in der Saison und die Teams liegen zu eng beieinander, als dass man von einem wegweisenden Spiel sprechen könnten. Gegen einen Traditionsverein wie GC zu spielen, ist natürlich schon etwas Besonderes.
Es ist auch ein Duell der besten Abwehrreihen der Super League. GC und YB haben je 14 Tore kassiert. Wie zufrieden sind Sie mit Ihren bisherigen Leistungen?
Ich ziehe eine positive Bilanz. Für die Zuschauer wird der Vergleich der beiden besten Defensivmannschaften sicher interessant sein.
Sie gehören zum Favoritenkreis auf einen Platz im EM-Kader 2008. Was rechnen Sie sich dabei für Chancen aus?
An der EM im eigenen Land möchte ich unbedingt dabei sein, dies ist keine Frage. Ich tue alles dafür und versuche mich durch gute Leistungen bei YB für eine Nomination aufzudrängen. Aber die EM ist noch weit weg; ich will mir nicht schon jetzt den Kopf darüber zerbrechen, welche Goalies zum Favoritenkreis gehören und wie es um meine Chance steht. Schliesslich dauert es noch zweieinhalb Jahre. Meine Konzentration gilt nun voll und ganz YB.
_________________ For Ever
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