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Forum ybfans.chTreffpunkt der Fans des BSC Young Boys |
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shalako
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Verfasst: Donnerstag 21. Mai 2009, 15:44 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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Blick, 21.05.2009 Déjà-vu! Sion wie 1991 vom 0:2 zum 3:2BERN - Der FC Sion hat den 84. Cupfinal für sich entschieden. Die Walliser lagen gegen YB 0:2 zurück und drehten das Spiel noch. Afonso erzielte das entscheidende Tor in der 88. Minute. Die Stimmung im restlos ausverkauften Stade de Suisse in Bern ist fantastisch, als Schiedsrichter Claudio Circhetta den 84. Cupfinal zwischen den Berner Young Boys und Sion anpfeift. Die Sittener haben vor dem Spiel Protest eingelegt, weil sie mit der Schiedsrichter-Wahl unzufrieden sind. Circhetta hat acht Mal ein Sion-Spiel geleitet, nie konnten die Walliser gewinnen. Alles lief für die Young BoysYB erwischt den besseren Start, doch Sion fängt sich. Gerade als die Walliser das Spiel dominieren, verliert Verteidiger Fermino den Ball und bringt Varela im Strafraum zu Fall – Penalty für die Young Boys in der 22. Minute. Yapi verlädt El-Hadary und bringt die Berner in Führung. Nur eine Viertelstunde später folgt der zweite Dämpfer für die Sittener. Alioui lenkt eine Raimondi-Flanke mit dem Hinterkopf ins eigene Tor. Wenige Augenblicke später verpasst Yapi mit einem Schlenzer die vorzeitige Entscheidung. Sion dreht 0:2 wie 1991 in einen 3:2-SiegDoch die Spieler des FC Sion erinnern sich an den Cupfinal 1991. Auch damals lagen die Sittener gegen YB 0:2 zurück und drehten das Spiel noch – allerdings erst nach der Pause. Obradovic profitiert in der 41. Minute von einem Wölfli-Abpraller, der einen guten Afonso-Kopfball nicht festhalten konnte, und schiebt ein. Nach der Pause kann YB den Vorsprung nicht zum Konterspiel ausnützen, denn schon in der 52. Minute trifft Einwechselspieler Sarni zum Ausgleich. YB wirkt etwas uninspiriert, Sion ist durchaus ebenbürtig. Dann wiederholt sich die unglaubliche Geschichte: In der 88. Minute enteilt Afonso der YB-Abwehr und trifft herrlich an Wölfli vorbei zum 3:2 für die Sittener. Die Sion-Fans sind im Freudentaumel, YB ist am Boden. (ds) Young Boys - Sion 2:3 (2:1)Stade de Suisse, Bern. – 31 789 Zuschauer (ausverkauft). – SR Circhetta. Tore: 22. Yapi (Foulpenalty) 1:0. 37. Alioui (Eigentor) 2:0. 41. Obradovic 2:1. 52. Sarni 2:2. 88. Afonso 2:3. Young Boys: Wölfli; Portillo, Ghezal, Schneider; Schwegler, Hochstrasser, Yapi, Raimondi (60. Bastians); Varela (46. Doumbia), Schneuwly (77. Häberli), Regazzoni. Sion: El-Hadary; Vanczak, Alioui, Nwaneri (33. Sarni), Paito; Reset (91. Ahoueya), Fermino (66. Crettenand), Serey Die, Monterrubio; Obradovic; Afonso. Bemerkungen: YB ohne Doubai (verletzt). Sion ohne Dominguez, Saborio und Brellier (alle nicht im Aufgebot). 7. Pfostenschuss Varela. Verwarnungen: 26. Varela (Zeitverzögerung). 29. Obradovic (reklamieren). 54. Raimondi (Foul). 58. Doumbia und El-Hadary (beide Unsportlichkeit). 63. Sarni (Foul). 65. Yapi (Foul). 75. Bastians (Foul). 78. Portillo (Foul). 79. Alioui (Foul). 93. Schneider (Foul).   Schon wieder keine Trophäe für YB... Diese schöne Blondine kann ihr T-Shirt noch etwas länger behalten. 
_________________ For Ever
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shalako
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Verfasst: Donnerstag 21. Mai 2009, 15:49 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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Blick, 21.05.2009
Varela: «Wir hatten keine Eier!»
Wer zu dämlich ist, den Cup nach einer 2:0-Führung im Heimstadion zu gewinnen, der hat keinen Bock auf Smalltalk. Und die Sieger mussten ungebührlich lange auf den Schämpis warten.
Ein YBler nach dem anderen defilierte an den vergeblich wartenden Journalisten vorbei. Lust auf Reden? Fehlanzeige. Mario Raimondi vertröstete auf den nächsten Tag. Marco Wölfli winkte mit der einen Hand ab, mit der anderen hielt er seine Freundin. Lediglich Carlos Varela stand Red und Antwort. Und was er sagte, resümierte das Spiel bestens: «Wir hatten keine Eier. Vielleicht sind wir nicht intelligent genug! Dieses Spiel haben wir mit dem Kopf verloren. Nicht mit den Füssen.»
Wie wahr! Das Tor zum Paradies stand sperrangelweit offen nach den beiden einfachen Toren für YB. Doch anstatt die Mannschaft auf einer Welle der Euphorie zu tragen, begannen die Berner Fans zu pennen. Und das Team liess sich auch einlullen. Der Rest ist bekannt. Die unglaublichen Walliser Fans begannen ihre Mannschaft nach vorne zu peitschen. Und wenn die das tun, dann geht die Post ab! Dann wirds zum Spiel ohne Grenzen!
Sion für YB ein Fluch
Auch dem masslos enttäuschen YB-General Stefan Niedermaier blieb nichts anderes übrig, als festzuhalten: «Bern hat gegen das Wallis verloren. Für uns ist der FC Sion im Cupfinal kein Mythos, sondern ein regelrechter Fluch.» Doch die mangelhafte Fanunterstützung schloss YB-Trainer Vladimir Petkovic als Alibi aus: «Pech war, dass ich zu zwei verletzungsbedingten Wechseln gezwungen war. Das hat mein Konzept gestört.»
Doch selbst die verfrühten Herausnahmen von Varela und Raimondi hätte niemals dazu führen dürfen, dass YB gegen eine derart heterogene Mannschaft verliert. Es war schlicht fehlende Klasse, mit einem Vorsprung umgehen zu können.
Constantin ging in die Garderobe
So also jubelte Sion. Jubelte sein Präsident Christian Constantin, der sich in Sachen Coaching – anders als 2006 – extrem zurückhielt. Das Spiel verfolgte er artig auf der Tribüne. Lediglich in der Pause stieg er herab und fand in der Garderobe die richtigen Worte: «Ich habe den Jungs gesagt, dass es schon fast zur Tradition gehöre, im Cupfinal in der Pause zurückzuliegen. Doch wir haben das Ding immer umgedreht. Zweimal gegen YB, gegen Servette. Wir werden es auch diesmal packen.»
Und selbst beim Jubel gabs diesmal keine Extravaganzen wie 2006, als sich CC lediglich in den Unterhosen, den Pokal eng umschlungen, ablichten liess. Er ging den diversen Duschen aus dem Weg. Seine Armani-Schale war immer noch makellos, als er sich auf den Weg nach Sion machte, wo die Walliser das Fest für die Ankunft ihrer Helden vorbereiteten.
Apropos Flüssigkeit im Pokal: Eine geschlagene Viertelstunde mussten die Heroen auf den Schämpis warten. Irgendwas musste da schiefgelaufen sein. Die Spieler begannen gar damit, Bananen in den Pokal abzufüllen… Oder bestand gar kein grosser Bedarf an Sprudelwein? Als Gründe stehen zur Auswahl: Sions Multikulti-Truppe besteht zur Mehrzahl aus abstinenten Moslems. Oder Trainer Didier Tholot («Ich bedanke mich bei meinen Spielern, dass sie mir den ersten Titel in meiner Trainerkarriere beschert haben») verbot im Hinblick auf das überlebenswichtige Meisterschaftsspiel am Sonntag in Vaduz jegliche Exzesse. Auf der Rückfahrt nach Sion wurde jedenfalls hitzig darüber diskutiert, wie viel Freinacht nach dem Sieg erlaubt werden würde.
CC lobte sogar Circhetta
CC hatte aber auch ohne Alkohol beste Laune. Er lobte Ref Claudio Circhetta über den Klee. Also jenen Mann, wegen dessen Nominierung Sion den Final unsinnigerweise bloss unter Protest gespielt hatte: «Er hat erstmals ein Spiel von uns derart gut geleitet.». Und CC antwortete auf die Frage nach der Bedeutung der makellosen Bilanz von elf Siegen bei elf Finalteilnahmen: «Das ist schon Vergangenheit. Jetzt bereiten wir den zwölften Sieg vor.»
_________________ For Ever
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Grizzly
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Verfasst: Donnerstag 21. Mai 2009, 16:01 |
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Registriert: Samstag 26. Juni 2004, 00:48 Beiträge: 566 Wohnort: Bern
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ich bin immer noch frustriert und bringe das irgendwie nicht auf die reihe. dieses spiel hätten wir gewinnen müssen. vor drei jahren war es anders, da war rohr, da war dieser elend schwache schiri, penaltyschiessen = glücksache..... aber gestern hätten wir uns die butter nicht mehr vom brot nehmen lassen dürfen.
ich will unbedingt ein rache, ich will dieses sion in den nächsten saisons leiden sehen!!!
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erichhänzifussballgott
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Verfasst: Donnerstag 21. Mai 2009, 16:45 |
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Registriert: Sonntag 6. August 2006, 15:25 Beiträge: 134
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YB Fan1978 hat geschrieben: Cup-Final verloren und wir warten weiter.
Wieder zu den Fans. Das Spiel verlief total zu unseren Gunsten, und nach dem 2:0 hatten wir bereits eine Hand am Pokal. Aber anstelle die Mannschaft auf einer Welle der Euphorie zu tragen, fangen wir Fans an zu pennen. Anstelle vorn lautstarker Unterstützung für die Mannschaft, konzentrierten wir uns auf Petarten abrennen. Und dies kann es ja nicht sein. Vielleicht braucht es auch einmal neue Stimmungslieder, auch einfache, die der hinterste und letzte auch mitsingen kann.
Ich bin der Meinung das WIR alle zusammen den Cup-Final verloren haben, Die Mannschaft, die Fans und der Verein.
Aus dem Jahr 2006 nichts gelernt. Von nichts kommt nichts.
Bin mir hier aber auch bewusst, dass nicht alle meiner Meinung sind. Aber diese sollen sich mal gut überlegen, was alles zu einem guten Fussballspiel gehört? Ich hatte im Stadion nicht den Eindruck, dass wir lautstärkenmässig schlechter waren als die Sittener. Von denen hat man auch erst nach dem 3:2 wirklich viel gehört. Farblich waren wir sogar überlegen, die gelbe Wand (hab es später noch am TV gesehen) sah wirklich arschgeil aus. Gut, die Fanenschwenkerei sieht halt schon auch toll aus, aber ich denke nicht, dass es an den Fans gelegen hat, dass YB zum x-ten mal ein wichtiges Spiel vergeigt und nun schon 3 mal in Folge gegen Sion im Cupfinal trotz Pausenführung verliert.
_________________ Wankdorf war...als Verteidiger Hugo Streun bei minus neun Grad den Ball dreissig Meter über das Tor schoss und trotzdem alle «Hugo , Hugo» riefen.
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Bärnergringo
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Verfasst: Donnerstag 21. Mai 2009, 17:08 |
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Registriert: Freitag 25. April 2008, 17:27 Beiträge: 100
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Knackpunkt war der Anschlusstreffer zum 2:1...selbst mir graute schon zu diesem Zeitpunkt schlimmes...und warscheinlich war das bei den Spielern genau so! Leider, denn anders kann ich mir diese Niederlage nicht erklären!
An die Fans ist kein grosser Vorwurf zu machen!
_________________  BSC Young Boys Bern Solo Berna OKBE
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shalako
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Verfasst: Freitag 22. Mai 2009, 08:41 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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NZZ, 22.05.2009
Legitimierung des Systems Constantin
Der FC Sion bleibt im Cup-Final unschlagbar und kommt bei 11 Teilnahmen auf 11 Siege
Über längere Zeit gelingt dem chaotischen FC Sion wenig. Er bangt um den Ligaerhalt. Aber im 84. Cup-Final war er zur Stunde X da und drehte gegen YB einen 0:2-Rückstand in einen 3:2-Sieg. Der Erfolg zementiert das Wirken des Präsidenten Constantin. bir. Bern, 21. Mai
Georges Bregy, ausgerechnet er, der Walliser, hatte im Radio DRS vor dem Cup-Final Pessimismus verbreitet. In seiner Analyse kam er zum Schluss: Diesmal kommt der FC Sion nicht durch. Diesmal nicht. Die Berner Young Boys hatten zuvor ruhige Selbstsicherheit verbreitet. Ihre Botschaft: Diesmal gewinnt der FC Sion nicht . Am Mittwochabend begann das Spiel, und ohne viel tun zu müssen, gingen die Berner 2:0 in Führung.
Schier heilige Mission
Der Gegner hatte eine bisweilen anarchistische Spielanlage. Diesmal reicht's für den FC Sion, der in der Meisterschaft Welten hinter YB zurückliegt, wohl nicht . Dachte man. Aber zuvor hatte Christian Constantin, der Präsident des FC Sion, gesagt, worauf er alles ausrichtet: «Es gibt Missionen, die über allem stehen.» So musste der 11. Erfolg im 11. Cup-Final her – auch nach dem Rückstand. Am Ende kehrten die unter Strom stehenden Walliser wieder alles, sie siegten 3:2 und erfüllten ihre schier heilige Mission. – Der FC Sion hatte im Cup-Final wiederholt Rückstände wettgemacht – zum Beispiel 1991 gegen YB, als sie 3:2 gewannen und den Bernern lang anhaltende Schmerzen zufügten. Oder 1996 gegen den Servette FC, als die Walliser innert zehn Minuten die 0:2-Rücklage in die 3:2-Vorlage umgewandelt hatten. Das teilte Constantin seinen Angestellten aus aller Herren Ländern am Mittwoch in der Pause und beim 1:2-Rückstand mit offenbar ruhiger Stimme mit. Mit «daran glauben» umschrieb der Spieler Obradovic das Gefühl, das den FC Sion und sein emotionales Drumherum erfasste.
Die Walliser, die zu Beginn keinen Walliser Fussballer auf dem Rasen hatten, brachten Emotionen ins Spiel und erhielten Flügel, als der eingewechselte Italo-Walliser Sarni in der 52. Minute den 2:2-Ausgleich erzielte. Spieler wie Serey Die (Côte d'Ivoire) und Alioui (Frankreich) rannten mit Inbrunst, als hätten sie von Constantin das kämpferische Walliser Gen erhalten, als müssten auch sie sich von der bösen Rest-Schweiz freistrampeln. Auch der französische Trainer Tholot hatte schon Tage vor dem Final vor allem eines in den Augen: Feuer. Das Drehbuch «FC Sion und der Cup-Final» setzte zu. Es setzte sich fort, wie das den Bernern nur im Albtraum erschienen war. Als Afonso in der 88. Minute das 3:2 für den FC Sion erzielte, brachen Dämme. Constantin, über den in Bern übel verunstaltete Bilder kursiert waren, begab sich auf den Kunstrasen. Er umarmte Spieler, er stand den Medien Red und Antwort, man sah ihn Sekunden später mitten auf dem Platz telefonieren. Das war auch sein Moment. Er hatte zuvor nichts gegen den Spielort, nichts gegen die Anspielzeit, nichts gegen den Verband, nichts gegen den Kunstrasen, nichts gegen den Gegner, nichts gegen die traurige Saison des Teams und nichts gegen das Chaos in demselben machen können. Deshalb war er unter anderem dazu übergegangen, den Schiedsrichter unter Druck zu setzen. Der Mission wird alles untergeordnet.
Die Stunde X
Jetzt steht auf der Homepage des FC Sion in geschwungenen Lettern: «La Coupe c'est nous, der Kup gehört uns, 11 sur 11.» Aus dem über Tage kultivierten, übertriebenen und herangezüchteten Gefühl der Ausgrenzung und Benachteiligung wurden Kräfte entwickelt, an denen YB zerbrach. Mit seinen dauerhaften Stromstössen, mit seinen juristischen Geplänkeln, mit seinen unaufhörlichen Trainer- und Spielerwechseln kompromittiert der Architekt aus Martigny zwar den Ligaerhalt der überdurchschnittlich talentierten Mannschaft, die in der Super League nie und nimmer dort stehen dürfte, wo sie seit geraumer Zeit steht. Auf lange Sicht reüssiert Constantin nach wie vor nicht. Aber seine unkonventionellen Methoden zeitigten wieder einmal Erfolg, als die Stunde X schlug. Viele mögen über den eigentümlichen Zirkus Constantin schnöden, zetern und fluchen; am Mittwochabend hat er sich in Bern legitimiert. So schnell kann Constantin, sofern er auch fürderhin seinen teuren Zirkus mit Geld alimentieren kann, nicht vom Sockel gestossen werden.
_________________ For Ever
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shalako
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Verfasst: Freitag 22. Mai 2009, 08:42 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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NZZ, 22.05.2009
An alten Ufern
Die verzweifelten Young Boys verbleiben seit Jahren in der Sehnsucht
Als auf dem Feld die Glücks-Schnulze «One Moment in Time» die siegtrunkenen Sittener hochleben liess, verkroch sich ein geprügelter Berner nach dem andern im Bauch des Stade de Suisse. Wölfli sagte nichts, Schneider sagte nichts, Regazzoni sagte «grosse, grosse Enttäuschung», Raimondi sagte nichts, Schneuwly sagte nichts, Häberli sagte «brutal bitter», Heinz Minder sagte nichts und drosch eine Getränkeflasche an die Wand. Minder, 65 Jahre alt, ist der ewige YB-Mannschaftsbetreuer. Er möchte so gerne noch einmal einen Titelgewinn erleben, noch einmal einen magischen «Moment in Time». Nichts war gegen Sitten. Wieder nichts. Wie stets seit 1987.
YB kultiviert das Scheitern, und Kultivierungen führen zu Legendenbildungen, die da etwa besagen, die Berner gewännen keine wichtigen Spiele. Das mag so wirken angesichts der verlorenen Cup-Endspiele 2006 und 2009 und der lethargisch geführten «Finalissima» 2008. Aber schafft ein Klub überhaupt den Einzug in derart bedeutende Partien, ohne zuvor in wegweisenden Momenten bereit gewesen zu sein? Kaum. Doch in Bern lähmt die Sehnsucht. Die Hoffnungen, endlich den Knoten der langen Titel-Flaute zu lösen, flogen derart hoch, dass der Aufprall am späten Mittwochabend umso härter war. Alain Baumann, 1987 in der letzten Cup-Sieger-Mannschaft und heute Sportchef, sprach von einem «riesigen Rückschlag». Es klang dramatisch, als seien die Berner soeben in die zweithöchste Liga abgestiegen. Wo sie doch auch schon gewesen waren in den letzten 22 Jahren. Wo sie doch – vorübergehend – umso mehr schätzen gelernt hatten, überhaupt in der Elite mitzuspielen.
Doch was man ersehnt in der Not, ist oft zu wenig, sobald man die Notlage verlassen hat. Denn Ansprüche verschieben sich. Die Berner hofften so sehr, zu neuen Ufern aufzubrechen und am 20. Mai 2009 eine Serie von Titelgewinnen loszutreten – und eigentlich waren sie ja schon aufgebrochen, hatten 2:0 geführt und die Aufbruch- in eine Feststimmung verwandelt. Zu früh. Plötzlich brachen sie auseinander, verloren die Ordnung, besonders im zentralen Mittelfeld, wo Yapi und Hochstrasser vom unwiderstehlichen zum überforderten Duo wurden. Ja, er habe das registriert, sagte der Trainer Vladimir Petkovic, doch die verletzungsbedingten frühen Auswechslungen Varelas (45. Minute) und Raimondis (60.) hätten ihm viel Handlungsspielraum genommen. Petkovic sagte, ja, er stelle sich nun der Kritik. Petkovic hatte im August 2008 ein YB-Projekt lanciert, mit dem er früher oder später Meister werden will. Das «Projekt Petkovic» begann im achten Liga-Rang, bot Spektakel und verhiess phasenweise viel, brachte vorerst aber bloss den Einzug in die Europa League (bisher Uefa-Cup). Die nächsten Wochen werden zeigen, wie sehr die YB-Funktionäre um den Stadion-CEO Stefan Niedermaier dem Coach wirklich vertrauen. Wer diktiert etwa die Transferpolitik? Vor dem Cup-Final hatte Petkovic gesagt, er habe Wünsche formuliert, «nun schauen wir, was herauskommt». Schauen, was herauskommt – das tun YB-Fans fast seit Lebzeiten. Zum ersten Titelgewinn seit 22 Jahren fehlte am Mittwochabend nach dem 2:0 in der 37. Minute eine knappe Stunde. Eine knappe Stunde später fehlte plötzlich wieder ein Jahr. Mindestens.
_________________ For Ever
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shalako
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Verfasst: Freitag 22. Mai 2009, 08:55 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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Berner Zeitung, 22.05.2009
«Die Niederlage wirft YB nicht weit zurück»
Stefan Niedermaier ist seit 2005 für die Young Boys und das Stade de Suisse verantwortlich. Der Berner Oberländer erklärt, wie schmerzhaft die Niederlage gegen Sion sei. Der 46-Jährige sagt aber auch, sie werfe YB nicht weit zurück.
Sie haben sich Auffahrt wahrscheinlich anders vorgestellt. Stefan Niedermaier: Ich hätte mich gefreut, wenn ich mit mehr Kopfweh aufgewacht wäre.
Nach der bitteren Cupfinalniederlage dürften Sie nun Bauchweh haben... ...In so einem Spiel muss man mit allem rechnen. Es ist klar, dass die Niederlage jedem YB-Sympathisanten auf den Magen schlägt.
Wie haben Sie die Spieler nach der Enttäuschung erlebt? Jeder liess den Kopf hängen, alle fühlten sich leer. Es gab bei uns Angestellte, die weinten. Ich war in erster Linie damit beschäftigt, zu trösten. Bei uns haben viele Menschen sehr viel Energie in den Cupfinal gesteckt. Dann ist es natürlich besonders bitter, zu scheitern.
Wie hat die Mannschaft den Schock verarbeitet? Ratlosigkeit ist das treffende Wort. Jeder Spieler verarbeitet eine solche Enttäuschung auf seine Art. Es gab solche, die redeten und redeten. Andere waren mucksmäuschenstill. Und einige stellten sich vor allem Fragen nach dem Wie und Warum.
Haben Sie Antworten? Eine detaillierte Begründung für das, was zwischen dem 2:0 und dem 2:3 passiert ist, findet man nicht einfach so über Nacht. Jeder Spieler muss sich Gedanken darüber machen, weshalb er die Leistung nicht nach Wunsch gebracht hat. Details führten dazu, dass es so gekommen ist, wie es gekommen ist. Nach Sions Tor zum 2:1 haben alle im Stadion vibriert. Auch unsere Spieler.
Sions Präsident Christian Constantin hat im Vorfeld des Endspiels wie ein Wilder Stimmung gemacht und damit Druck vom Team genommen. Bei YB hatte man den Eindruck, dass alles seinen gewohnten Lauf nahm. Das machten wir bewusst so. Am Freitag sprach ich mit dem Spielerrat. Trainer und Spielerrat ermunterten mich, am Montag vor der ganzen Mannschaft zu reden. Damit hatte es sich. Am Dienstag und Mittwoch verzichteten wir auf besondere Aktionen.
War das – im Nachhinein betrachtet – ein Fehler? Nein. Nochmals: Wir haben bewusst auf lächerliche Tricks verzichtet. Auch im Hotel Bern, wo das Team in der Nacht auf Mittwoch untergebracht war, gab es keine Reden, keinen speziellen Besuch und keinen, der mit einem Check in der Luft herumgewedelt hätte. Ich glaube, solche Sachen hätten nicht zu YB gepasst.
Christian Constantin... ...ich glaube, er hat sich in den letzten Tagen selber geschadet. Der Fussball geht auch nach dem Cupfinal weiter. Es war höchst bedenklich, mit welchen unsportlichen Mitteln die Gesetze des Sports bedrängt wurden.
Wie meinen Sie das? Wir wollen faire Verlierer sein, wir haben Sion zum Sieg gratuliert. Aber das «Rösslispiel», das vor dem Final in Gang gesetzt wurde, war hundslausig. Das war gar nicht gut für den Sport. Es kann doch nicht sein, dass man einen Cupfinal unter Protest spielt, weil man mit der Nomination des Schiedsrichters nicht einverstanden ist.
Zogen Sie Gegenmassnahmen in Betracht? Ja, wir prüften, ob es sinnvoll ist, ebenfalls unter Protest zu spielen. Constantin hat den Schiedsrichter vor dem Spiel massiv beeinflusst. Aber wir verzichteten darauf, Einspruch zu erheben.
Ist YB zu lieb für grosse Siege? Als ich kam, hatte YB eher ein Bad-Boys-Image. Wir haben daran gearbeitet, das Erscheinungsbild zu verbessern. Wir wollen nicht alles kommentieren und auch nicht stets lamentieren. Das wären nicht wir. Ein scharfes, böses YB-Profil würde nicht zu Bern passen.
Welche Folgen wird der Rückschlag vom Mittwoch haben? Ich glaube nicht, dass er negative Auswirkungen haben wird. Wir sind als Ganzes viel weiter, gefestigter als vor drei Jahren nach der letzten Cupfinal-Niederlage. Ich habe am Mittwochabend nicht eine einzige negative SMS erhalten. Der Tenor war folgender: «Macht weiter so, aber holt bald einen Titel». Daran arbeiten wir – trotz Enttäuschung vom Mittwoch.
Haben Sie keine Bedenken, die Niederlage könnte sich finanziell auswirken? Nein, das glaube ich nicht. Im Fall eines Sieges hätten sich uns viele Türen geöffnet. Bern wäre wohl noch gelber geworden, und wahrscheinlich hätten wir 1000, 1500 Abonnemente mehr verkaufen können. Im vorliegenden Fall haben wir ein sehr wichtiges Spiel in einem zusätzlichen Wettbewerb bei 50:50 Prozent Chancen verloren. Trotz dieser schmerzhaften Niederlage darf man das Ganze nicht aus den Augen verlieren.
Dennoch: Es könnte sein, dass sich Sponsoren abwenden. Die UBS hat vor geraumer Zeit Ihre Ganzjahres-Logenmiete für 250'000 Franken gekündigt. Der Vertrag läuft aus und wird nicht verlängert. Das ist zwar schmerzhaft, macht uns aber nicht nervös. Bekommen Sie die Finanzkrise nicht zu spüren? Im Fussball schlägt sie sich weniger nieder als in anderen Bereichen. Das Vergnügen lassen sich die Leute trotz Wirtschaftskrise nicht nehmen. Im Betrieb des Konferenzcenters haben wir Rückläufe, auf die wir bereits reagiert haben, indem wir einige Abgänge nicht vollumfänglich kompensiert haben.
Der Cupsieg hätte Ihnen Sicherheit geboten. Das stimmt. Wir hätten Planungssicherheit gehabt. Für mich hätte der Cupsieg bedeutet, jede Nacht eine halbe Stunde mehr Schlaf zu finden.
YB steht einmal mehr als Verliererteam da, als Mannschaft, die im wichtigsten Moment nicht auf der Höhe der Aufgabe war. Die Leistung im Cupfinal war ungenügend, das stimmt. Aber es wäre nun falsch, alles negativ zu sehen. Wir haben seit August viele Big Points gemacht. In der Meisterschaft haben wir gleich viele Punkte wie im Vorjahr – trotz Fehlstart. Ich bin überzeugt, dass wir ein stabiles Gebilde haben. Die Mannschaft ist gut, das kann man nicht wegdiskutieren. Aber sie muss weiter hart an sich arbeiten, gerade auch im mentalen Bereich, und Fortschritte erzielen. Eine Erfahrung wie am Mittwoch, so schmerzhaft sie auch ist, macht die Spieler stärker.
Wie geht es mit YB nun weiter? Wir nehmen den sportlichen Kampf sofort wieder auf und wollen in der Meisterschaft noch Zweiter werden.
Das Spiel am Sonntag gegen Luzern dürfte heikel werden. Es wird ein Charaktertest für die Spieler und unsere Fans sein. Ich zähle auf beide.
Apropos Zuschauer: Im Final wurden im YB-Sektor einmal mehr Pyros gezündet. Wir machen sehr viel, um das Abbrennen von Pyros im Stadion zu verhindern. Aber einigen Idioten gelingt es immer wieder, solche Gegenstände ins Stadion zu schmuggeln. Im Moment ist offenbar eine Verschiebung im Gang: 15-, 16-jährige Besucher kommen mit grausamer Energie ins Stadion. Sie gehören keiner Fanorganisation an, leben aber an Grossveranstaltungen ihre Aggressionen aus.
In der Innenstadt kam es einmal mehr zu Krawallen. Es ist tragisch, dass einige Chaoten das Bild eines schönen Spiels vor schöner Kulisse arg verunstalten.
Enttäuscht, aber gefasst
Er stelle sich der Kritik, sagte der enttäuschte YB-Coach Vladimir Petkovic nach der Cupfinalniederlage gegen den FC Sion.
YB-Trainer Vladimir Petkovic hielt es am Mittwochabend, um halb zwölf, wie seine Spieler: Im Moment der Enttäuschung entledigte er sich sofort der Silbermedaille, die ihm nach dem verlorenen Cupfinal gegen Sion von Verbandspräsident Ralph Zloczower um den Hals gelegt worden war. Als Petkovic eine halbe Stunde später über den Cupfinal Auskunft gab, war er bemüht, auch im Moment der grössten Niederlage seiner Trainerkarriere gefasst zu wirken. «Wir wollten Sions Cupserie brechen. Das ist uns nicht gelungen, obwohl wir alles dafür taten», sagte er.
Petkovic äusserte sich aber auch kritisch zur Leistung der Young Boys: «Mit einer 2:0-Führung müsste es uns gelingen, den Final zu gewinnen. Auch ich stelle mich der Kritik.» Er wolle keine «Alibientschuldigungen» vorbringen, «denn wir hatten alle Möglichkeiten, die Partie zu gewinnen». Der Anschlusstreffer der Walliser sei kurz vor der Pause eine Warnung gewesen, die sein Team nicht als solche verstanden habe. «Sion war danach plötzlich viel präsenter. Wir hingegen fanden in der zweiten Halbzeit den Rhythmus nicht mehr.» Ausserdem habe YB im Strafraum stets Probleme bekundet, bei hohen Bällen des Gegners. «So sind auch die zwei ersten Gegentore gefallen.» Dennoch habe sein Team auch nach dem Ausgleich versucht, noch ein Tor zu schiessen und die Partie in der regulären Spielzeit für sich zu entscheiden. «Doch dann führte ein verlorener Zweikampf zum Gegenangriff und zum 2:3. Ich bin sehr enttäuscht.»
«Nach vorne schauen»
Zum zweiten Mal in Folge hat Petkovic nun den Cupfinal verloren. Vor einem Jahr war er mit Bellinzona als krasser Aussenseiter gegen den FC Basel mit 1:4 unterlegen. In den Wochen darauf gelang es ihm aber, die Tessiner zum Aufstieg in die Super League zu führen. Für YB und seinen Trainer liegt diese Saison unter ganz günstigen Umständen noch der Gewinn des Meistertitels drin. Am Sonntag ist Luzern zu Gast. «Deshalb bleibt uns jetzt auch nichts anderes übrig, als nach vorne zu schauen.» Alexander Wäfler
_________________ For Ever
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shalako
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Verfasst: Freitag 22. Mai 2009, 10:17 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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Berner Zeitung, 22.05.2009
Und wieder eine grosse Chance verpasst
Grenzenlose Enttäuschung und Fassungslosigkeit, Trauer und Fatalismus: Bei YB herrscht mal wieder nach einer entscheidenden Partie grosse Depression. Alle Vorteile besassen die Young Boys am Mittwochabend im Cupfinal gegen Sion, 2:0 führten sie bald, zu Hause auf dem Kunstrasen, gegen einen zu Beginn sehr schwachen Gegner. Am Ende aber stehen die Berner – wieder einmal – mit leeren Händen da. Immerhin haben die YB-Fans im Umgang mit Ernüchterungen eine gewisse Routine entwickelt. Selbst wenn diese beinahe unbegreiflich sind.
YB ist halt YB, wenn es um die Big Points geht, könnte man jetzt schreiben. Oder: Sion ist halt Sion, wenn der Cupfinal in Bern stattfindet. Beides ist richtig, greift als Erklärung für den erneuten gelbschwarzen Rückschlag aber zu kurz.
Es gibt Gründe, warum die Young Boys auch im Cupfinal das Sieger-Gen vermissen liessen: Das Abwehrverhalten war (nicht zum ersten Mal) naiv und ungenügend, das Nervenkostüm zu schwach; keiner war in der Lage, den Leistungsabfall nach der Pause abzufedern. YB zeigte im wichtigsten Spiel der Saison eine der schwächsten Leistungen. Ausgerechnet der FC Sion, eine bunt zusammengewürfelte Truppe von Einzelkämpfern, präsentierte sich nach einer miserablen Saison (und nach desolatem Start) als verschworene, leidenschaftliche Einheit. Beim Spitzenteam YB dagegen fehlte über weite Strecken der zweiten Hälfte jeglicher Zusammenhalt. Die bitterste Erkenntnis des Abends für die favorisierten Berner war: Das bessere Team hat gewonnen.
YB hatte bereits vor der Pause nicht restlos überzeugt, doch selbst der ideale Spielverlauf und eine 2:0-Führung befreiten die angespannten Spieler nicht von der Last des gewaltigen Siegdrucks. YB fehlen, und auch diese Feststellung ist nicht neu, Leaderfiguren, die das Team in schwierigen Phasen führen können und den unbedingten Siegeswillen vorleben. Typen wie Sions launisches Genie Goran Obradovic: Der Regisseur ist auf der grossen Bühne nicht blockiert, er läuft zur Höchstform auf. Bei YB sind einige Spieler manchmal zu lieb, zu brav, zu nett – und verbreiten zu wenig (positive) Emotionen. Wo war am Mittwoch die Hingabe?
YB hat den Cupfinal aber mehr im Kopf als mit den Füssen verloren. Die Defizite im mentalen Bereich sind erneut schonungslos aufgedeckt worden. Zudem gingen die Spieler falsch mit dem vermeintlich beruhigenden Vorsprung um: Gilles Yapi setzte nach dem 2:0 bereits zum Kürlauf mit Hackentrick im Mittelfeld an, Carlos Varela legte sich mit allen an, die er nicht zweifelsfrei als YB-Verbündete identifizierte. Varela provozierte (und weckte) einen schläfrigen Gegner, der mit heiligem Zorn die Wende herbeiführte.
Natürlich: Wäre Yapis Weitschuss nicht an den Aussenpfosten, sondern zum 3:0 ins Netz geflogen, wäre vermutlich auch in diesen Spalten die Schreibe vom grossartigen YB-Triumph nach 22 titellosen Jahren. Aber im Konjunktiv argumentieren die Verlierer. Als Obradovic kurz vor der Pause das Anschlusstor für Sion erzielte, waren Spieler wie Fans der Young Boys geschockt und gelähmt. Die fatale Wechselwirkung zwischen Fussballern und Publikum manifestierte sich in doppelter Hinsicht: im schwachen Auftritt von YB nach der Pause einerseits, im zurückhaltenden Support von den Rängen andererseits.
Das lange Warten auf einen Titel geht bei YB weiter. Dennoch sollte der Verein jetzt Ruhe bewahren, die Richtung stimmt. Zwei Runden vor Saisonende liegt ja (sehr theoretisch) sogar noch der Meistertitel drin. Trainer Vladimir Petkovic leistet gute Arbeit, sein attraktives und interessantes 3-4-3-System bedingt aber personelle Retuschen. Nebst Charakterköpfen benötigen die Young Boys vor allem mindestens zwei schnelle, zweikampfstarke Verteidiger, um die Risiken in der Defensive zu minimieren – und um endlich den letzten Schritt von einem Spitzenteam zu einem Gewinnerteam zu vollziehen.
Auf dem Prüfstand steht damit die Transferpolitik des Vereins. Neun Akteure haben die Young Boys seit letztem Sommer verpflichtet, mit Edeljoker und Torjäger Seydou Doumbia hat sich bloss einer der neuen Spieler als Verstärkung erwiesen. Diese Bilanz ist mangelhaft und muss dringend verbessert werden.
Dem FC Sion und seinem fantastischen Anhang ist der Cupsieg zu gönnen, dem exzentrischen Präsidenten Christian Constantin eher nicht. Sein stilloses Gebaren im Vorfeld mag für die einen clever sein, man darf es aber auch als respektlos und frech bezeichnen. Und leider störten am Mittwoch erneut Chaoten und Gewalttouristen das wunderbare Fussballfest in Bern. Strassenschlachten dürfen nicht zur Realität bei Partien von übergeordnetem Interesse werden. Die Polizei muss erheblich strenger durchgreifen. Null Toleranz ist der einzige Weg, um die Sicherheit für alle zu gewährleisten. Dass unverbesserliche Chaoten im YB-Fansektor des Stade de Suisse zahlreiche Fackeln zündeten, passte zum missglückten Auftritt aus Berner Sicht. Solche Zuschauer haben in Stadien nichts zu suchen.
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shalako
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Verfasst: Freitag 22. Mai 2009, 11:09 |
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Berner Zeitung, 22.05.2009
Wüste Szenen vor und nach dem Spiel
Vor und nach dem Cupfinal zwischen den Young Boys und dem FC Sion kam es in Bern zu Auschreitungen. Der Sachschaden ist gross.
«Der Cupfinal hätte eigentlich ein Volksfest werden sollen; nun bin ich zutiefst enttäuscht über die gestrigen Ereignisse», sagt Reto Nause (cvp), Sicherheitsdirektor der Stadt Bern. Bereits vor dem Spiel sei es am Berner Hauptbahnhof zu unschönen Szenen gekommen: Die Walliser Fans hätten nach ihrer Ankunft die Bahnhofhalle in Beschlag genommen und den Bahnhof während mehrerer Stunden blockiert. Wie die Berner Kantonspolizei bestätigt, führte dies zu erheblichen Behinderungen für die übrigen Bahnreisenden. Auch Sachbeschädigungen und Verunreinigungen waren zu verzeichnen; zudem wurden Rauchpetarden abgefeuert. In der Neuengasse kam es zu ersten Auseinandersetzungen zwischen den beiden Fangruppierungen, wobei die Polizei mit Pfefferspray einschreiten musste.
YB-Fans gleichermassen beteiligt
Auch einige YB-Fans auf dem Waisenhausplatz zündeten Rauchpetarden und Fackeln an. Wie Nause erklärt, seien die ersten fünf Reihen des YB-Fanzugs vermummt durch die Altstadt gezogen. Dies stelle einen klaren Verstoss gegen das Vermummungsverbot dar. An beiden Umzugsrouten sei es zudem zu kleinen Sachbeschädigungen und Scharmützeln zwischen den Fangruppierungen gekommen.
Die Kantonspolizei nahm bereits vor Spielbeginn über 20 Personen aus beiden Fanlagern wegen Gewalt gegen Beamte und Mitführen von Pyrotechnika vorübergehend in Gewahrsam. Nach dem Spiel kamen 40 weitere dazu.
Grossaufgebot der Kantonspolizei
Die Kantonspolizei war während des gesamten Abends mit einem Aufgebot von mehreren Hundert Beamten im Einsatz. Dennoch konnten diese nicht verhindern, dass die beiden Fangruppierungen nach dem Spiel im Berner Hauptbahnhof aneinandergerieten und sich wüste Schlägereien lieferten.
Die Polizei sah sich gezwungen, Gummischrot einzusetzen, um die rund vierzig beteiligten Anhänger beider Parteien voneinander zu trennen. Bei der Schlägerei wurden zwei Scheiben eingeschlagen und überall Unrat verstreut. Von der Neuengasse aus wurde von einer unbekannten Person eine Fackel in die Bahnhofhalle hinuntergeworfen. Insgesamt wurden während des ganzen Abends zehn Personen leicht verletzt.
«Kann so nicht weitergehen»
«Die momentane Situation ist für mich absolut unbefriedigend», gibt Nause zu bedenken. Es könne nicht sein, dass die ganze Verantwortung für das Problem mit den randalierenden Fangruppierungen auf die Stadt Bern abgeschoben werde. Der Schweizerische Fussballverband sowie die Stadionverantwortlichen müssten sich etwas überlegen, um das Problem besser in den Griff zu bekommen. Auch diesmal seien wieder nach jedem Tor mehrere Rauchpetarden abgefeuert und Fackeln angezündet worden. «Die Stadionkontrollen müssen verschärft werden, und Personen mit Stadionverbot dürfen unter keinen Umständen mehr Zutritt erhalten», so Nause.
Er selbst werde sich in den nächsten Wochen mit den Sicherheitsverantwortlichen der Städte Basel und Zürich zusammensetzen, um gemeinsam eine Lösung zu suchen für die nicht enden wollenden Gewalteskalationen rund um Schweizer Fussballspiele. Eine «nationale» Lösung müsse gefunden werden, denn es seien ja auch andere Grossstädte in der Schweiz betroffen, betont Nause. Nicht zuletzt die Ausschreitungen in Altstetten nach dem Spiel FC Zürich gegen den FC Basel vom letzten Sonntagabend hätten dies deutlich gezeigt. Auch vom Schweizerischen Fussballverband erwarte er konkrete Lösungsvorschläge.
Auch Verkehrsbehinderungen
Durch die beiden Fanumzüge zum Stade de Suisse kam es am Mittwochabend zu erheblichen Verkehrsbehinderungen in der Berner Innenstadt. Im Raum Wankdorf wurde der Verkehr zwischen 18.00 und 19.30 Uhr auch wegen der gleichzeitig stattfindenden BEA fast vollständig zum Erliegen gebracht. Die Walliser Fans waren mit Extrazügen und rund 110 Cars nach Bern gereist.
Kommentar: Fussball nimmt Schaden
Nach dem Cupfinal 2009 lebt der Mythos Sion weiter: Auch bei seiner elften Finalteilnahme ging der FC Sion als Sieger vom Platz. YB hat wie schon im Cupfinal 2006 gegen den gleichen Gegner mentale Schwächen gezeigt. Die Berner waren im Kopf nicht für den Sieg bereit, obwohl sie leicht mit 2:0 in Führung gegangen waren. Das Warten auf den ersten Titel seit 1987 geht weiter.
Der Mythos Sion lebt also, der Mythos Fussball dagegen hat, nur wenige Tage nach den Krawallen von Zürich und dem Angriff auf FCB-Trainer Christian Gross, erneut schwer gelitten. Die Ausschreitungen, Schlägereien und Sachbeschädigungen vor und nach dem Cupfinal zeigen, wie virulent das Problem ist, an dem der Fussball in der Schweiz krankt. Einige Dutzend gewaltbereite Hooligans beider Mannschaften lieferten sich blutige Auseinandersetzungen und machten aus dem Berner Bahnhof eine Abfalldeponie. Auf dem Bundesplatz vor der Grossleinwand blieb die Stimmung dagegen friedlich. Die Erinnerung, dass es auch anders geht, bleibt darum wach: Zehntausende Holländer verwandelten die Bundesstadt letztes Jahr in eine orange Festhütte – ohne Gewalt und Ausschreitungen.
Die Schweiz, der Fussballverband und die Klubs haben ein gravierendes Problem mit einigen Hundert gewaltbereiten Fans. Mit mehr Polizei und Sicherheitskräften allein wird man der Lage jedoch nicht Herr. Auch die Eintrittskontrollen müssen verbessert werden. Im Stade de Suisse sah es aus wie an einem 1. August. Stadionverbote werden zu wenig konsequent durchgesetzt. Die Zusammenarbeit zwischen den Stadionbetreibern klappt zu wenig gut. Die Strafen für Hooligans sind zu mild. Eine bedingte Geldstrafe und ein paar Hundert Franken Busse, wie es manchmal vorkommt, das schreckt keinen Hooligan ab. Eine intensivere Fanbetreuung ist vonnöten. Auch über eine Ausweispflicht für Fans und mehr Videoüberwachung muss man diskutieren. Gleichzeitig sollten diese Massnahmen die echten Fans möglichst nicht einengen und behindern:
Damit der Fussball weiterlebt und nicht zu einem bröckligen Denkmal verkommt, das irgendwann vom Sockel kippt. >
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