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Forum ybfans.chTreffpunkt der Fans des BSC Young Boys |
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humeli
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Verfasst: Donnerstag 14. Juli 2005, 14:26 |
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Registriert: Mittwoch 19. Januar 2005, 07:51 Beiträge: 19
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Als langjährige, treue und „angefressene“ YB-Fanin (ich erlebte u.a. den Meistertitel 1986, den Cupsieg 1987 sowie Ab- und Aufstieg Ybs) freue ich mich sehr aufs neue moderne Stadion, das trotz neuem Namen immer das Wankdorf bleiben wird. Für mich war bereits zu Beginn klar, dass ich an der dreitägigen Eröffnungsfeier dabei sein werde, auch wenn die Eintritte ziemlich teuer sind. Nicht zu vergessen, dass uns für die je Fr. 100 je eine trendige Uhr (gilt zugleich als Eintrittskarte!) geschenkt und gewiss ein toller und überraschender Event geboten wird. Zudem bezahlen Familien bzw. Erwachsene mit Kindern bloss die Hälfte. Mir ist es grundsätzlich egal, ob nun Stuttgart, Rom, Arsenal oder wie jetzt Udinese gegen YB antreten wird; Hauptsache ist doch, dass gefeiert wird! Sicher ist im Vorfeld nicht immer alles rund gelaufen, gewiss gab es Kommunikationsprobleme, doch bin ich überzeugt, dass die Organisatoren alles daran setzen, uns eine unvergessliche Feier zu bieten. Hätten die Verantwortlichen von Anfang an Nägel mit Köpfen gemacht und öffentlich mitgeteilt, dass die Fr. 100,00 eine originelle Swatch beinhalten, hätten sie sich viele Unannehmlichkeiten ersparen können. Ich rege mich jedoch über all jene Stammtischpolitiker auf, die tatsächlich nichts Gescheiteres zu tun haben als von Anfang an zu kritisieren und das ganze Fest zum Voraus verurteilen. Es scheint mir tatsächlich eine typische Schweizer Mentalität zu sein, immer an allem etwas auszusetzen und alles Neue niederzumachen. Schade, beschämend und traurig zugleich, dass wir nicht alle gleich stolz sein können, bald ein weiteres EM-taugliches Fussballstadion zu besitzen…  An alle Nörgler und Pessimisten: Gebt den Verantwortlichen doch zuerst die Chance und die Möglichkeit, dieses Fest auf die Beine zu stellen und durchzuführen! Lasst euch mit allen anderen überraschen und freut euch auf drei tolle Tage, auf unser neues Stadion, auf erfolgreiche YB-Spiele, Länderspiele und Cupfinals! Gegen konstruktive, gut gemeinte und berechtigte Kritik (nach der Feier) hat niemand etwas einzuwenden; gegen Lob schon gar nicht! 
_________________ WAS DEN DEUTSCHEN DAS WUNDER VON BERN 1954 IST UNS SCHWEIZERN DAS WUNDER VON BERLIN 2006 
Zuletzt geändert von humeli am Freitag 15. Juli 2005, 07:52, insgesamt 1-mal geändert.
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Rino
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Verfasst: Donnerstag 14. Juli 2005, 23:39 |
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Registriert: Samstag 8. Mai 2004, 12:12 Beiträge: 3258 Wohnort: Bern
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Bierflasche
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Verfasst: Freitag 15. Juli 2005, 10:41 |
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Registriert: Montag 24. Mai 2004, 18:21 Beiträge: 3440 Wohnort: In der Brauerei
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Udinese Calcio als drittes Team am Eröffnungsturnier
Am Nachmittag vom 14. Juli 2005 unterschrieb das Fussballteam Udinese
Calcio den Vertrag für die Teilnahme am Eröffnungsturnier des STADE DE
SUISSE Wankdorf Bern. Die italienische Mannschaft tritt anstelle von AS
ROMA am 31. Juli 2005 gegen die Heimmannschaft YB und VfB Stuttgart an.
Die Teamteilnehmer des STADE DE SUISSE Eröffnungsturniers vom 31. Juli
2005 stehen seit heute definitiv fest. Die Verantwortlichen des
italienischen Fussballklubs Udinese Calcio und des STADE DE SUISSE
Wankdorf Bern unterzeichneten am späten Nachmittag den Vertrag. Die
Nummer 4 der italienischen Meisterschaft ist für die Champions League
qualifiziert und tritt am Eröffnungsblitzturnier gegen die
Heimmannschaft BSC Young Boys und VfB Stuttgart an.
Zum Kader gehören:
Morgan De Sanctis | Nationalteam Italien
Samir Handanovic | Nationalteam Slowenia
Roberto Nestor Sensini | Nationalteam Argentinien
David Cortez Pizarro | Nationalteam Chile
Giampiero Pinzi | Nationalteam Italien
Stefano Mauri | Nationalteam Italien
Sulley Ali Muntari | Nationalteam Ghana
Antonio Di Natale | Nationalteam Italien
David Di Michele | Nationalteam Italien
Vincenzo Iaquinta | Nationalteam Italien
Obodo | Nationalteam Nigeria
Vidigal | Nationalteam Portugal
Candela | Weltmeister mit Frankreich
Tickets für das Eröffnungsturnier vom 31. Juli und das Spektakel vom 30.
Juli 2005 können beim Kundendienst vom Coop Ryfflihof Bern, auf der YB
Geschäftsstelle (Ticketing) oder im Internet unter http://www.stadedesuisse.ch
<http://www.stadedesuisse.ch>; gekauft werden. Ein Ticket kostet pro Tag
und Person CHF 100.00. Familien profitieren von einem 50% Family Rabatt.
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Gonzo
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Verfasst: Freitag 15. Juli 2005, 16:03 |
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Registriert: Freitag 21. Mai 2004, 10:37 Beiträge: 3822 Wohnort: Bern
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@humeli
Zitat: Hätten die Verantwortlichen von Anfang an Nägel mit Köpfen gemacht und öffentlich mitgeteilt, dass die Fr. 100,00 eine originelle Swatch beinhalten, hätten sie sich viele Unannehmlichkeiten ersparen können.
Weisst Du, dass Problem ist einfach das Fr. 100 .-- (200.-- Total an beiden Tagen) nicht für jeden einfach so erschwinglich sind. Die Leute welche YB jahrelang unterstützen und schon viel Geld in den Klub investiert haben werden einfach nochmals ziemlich arg geschröpft. Gut das Thema hat sich ja dank "Gäubschwarz" erledigt. Trotzedem sollte man nicht vergessen und vor Augen halten, das wir für die Stadionbetreiber in erster Linie KUNDEN sind und nicht Fans!
Die Uhr gerechtfertigt diesen Preis schon gar nicht, denn wenn ich eine Uhr kaufen will gehe ich in ein Uhrengeschäft.
Apropos das erste Ticket am Samstag gegen Marseille hat für mir symbolisch viel mehr Wert als irgendeine billige Swatch Uhr. 
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Hauptstadt
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Verfasst: Freitag 15. Juli 2005, 16:52 |
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Registriert: Donnerstag 6. Mai 2004, 14:28 Beiträge: 6742
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Sieht irgendwie aus wie eine Garderobe in einer Strafanstalt. 
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shalako
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Verfasst: Freitag 15. Juli 2005, 23:02 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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BZ, 15.7.2005
Abschied von der Wehmut
Im neuen Wankdorfstadion werden die Young Boys zur stolzen Fussballadresse. Ein Aufbruch! Aber eigentlich ist es ein Abschied – vom notorischen Underdog YB, der sein Stehplatzpublikum mit der Illusion heldenhaften Versagens beglückte. Nun wird die gelbschwarze Leidenschaft zur kühlen Nummer im kommerziellen Kalkül.
«Nummer 9», krächzt der Speaker ins Mikrofon, «Stéphane...». Zwei Sekunden Stille. Dann hauchen ein paar Unverfrorene aus dem Publikum «Chapuisat» ins heimelige Oval des Neufeldstadions. Nach ein paar Versuchen bricht der Speaker die halbherzige Aufputschübung ab. Als Zuschauer versucht man jetzt aus dem verzerrten Sound eines besseren Grümpelturniers die handgestrickten Ansagen des Speakers und den Namen des Matchballspenders herauszuhören. Oder man besucht mit tropfendem Bierbecher den Kollegen, den man wie bei jedem Match weiter unten auf der Stehrampe sieht.
So war YB. Wie immer. Ungekünstelt. Übersichtlich. Gemütlich. Sympathisch. Im baufälligen alten Wankdorf und danach im provinziellen Neufeld bedienten die gelbschwarzen Fussballer in den letzten 20 Jahren die Romantik der Benachteiligten, die heroisch gegen die gut Situierten kämpfen. Wie gemacht für die Berner Seele. Ein bisschen ambitiös, aber ohne absoluten Siegesanspruch und auf keinen Fall angeberisch. YB machte glücklich, weil man immer sicher sein konnte, dass man im Stadion auch ein bisschen leiden durfte. An einer Mannschaft, willig und kämpferisch, die man für ihre tragischen Niederlagen am meisten liebte. Chapuisat, ein Star, trainingsfaul, aber genial, war für das echte YB-Herz schon fast zu viel Brillanz. Denn die grossen Geldgeber, klar, die hatten andere: YB, das war auch eine Prise Subversion, ein wehmütiges Projekt des Herzens gegen das kalte Diktat des Kommerzes.
Ein Kulturschock
Vorbei. Der Umzug ins neue Wankdorfstadion bedeutet für das Berner Fussballpublikum einen Kulturschock. Deutlich wie nie macht das neue Stadion, das 350 Millionen Franken kostet und 32'000 Zuschauern Platz bietet, die wirtschaftlichen Machtverhältnisse sichtbar, die auch im Berner Fussball wirken.
YB gibt es nur dank diesem Stadion noch. Initiator Bruno Marazzi, Chef der gleichnamigen Generalunternehmung, hat den heruntergewirtschafteten Fussballklub Ende der 90er-Jahre vor dem Konkurs gerettet und den «YB-Frühling» mit dem Wiederaufstieg in die höchste Spielklasse massgeblich mitfinanziert. Nicht aus Selbstlosigkeit: Marazzi beförderte damit die Vollendung seines Lebenswerks, das multifunktionale, sich selbst finanzierende Stadion Wankdorf.
Der Sturmerprobte
Dass dieses Stadion das zweite Leben der Young Boys finanziell garantiert, dafür hat einer zu sorgen, der in Bern wenig Freunde hat: Peter Jauch, 59, noch bis Ende Monat CEO der Wankdorf Nationalstadion AG. Jauch wird danach Delegierter des Verwaltungsrates der Sport Event Holding AG, zu der auch YB gehört. Sie ist die Dachgesellschaft des Stade de Suisse. Bei Jauch laufen die Fäden zusammen, an denen die Berner Fussballgefühle hängen.
Jauch telefoniert am Handy, als er in die Attikawohnung des langen Annexgebäudes neben dem neuen Stadion bittet, in dem er derzeit arbeitet. Sind Sie wirklich der starke Mann im Wankdorf, Herr Jauch? «Hier ist ein starkes Team am Werk», gibt er zurück und deutet sein unergründliches Lächeln an, bei dem man nie recht weiss, ob es Heiterkeit oder Freude an der Provokation signalisiert. Das Gesicht, gebräunt und leicht verkniffen, wie ein Hochseesegler, der bei schwerer See im harten Wind nach dem Rechten schaut.
Widerstand ist es, der Jauch erst recht antreibt. Er arbeitete als Sportjournalist und für den Ausrüster Adidas, ehe er ins Sportmanagement einstieg. Beim Eishockeyclub ZSC Lions sorgte er für Rebellion, weil er bei der Fusion mit GC das Kürzel ZSC aus dem Namen streichen wollte. In Basel managte Jauch den Neubau des (heute sehr erfolgreichen) St. Jakob-Parks – und trieb die Leute wegen steigender Eintrittspreise zum Protest.
Kaum in Bern, brüskierte Jauch 2002/03 die YB-Anhängerschaft, als er den Abgang mehrerer Publikumslieblinge erzwang: Sportchef Fredy Bickel, Trainer Marco Schällibaum, Verteidiger Harut Wardanjan, «Fussballgott» Erich Hänzi – für den YB bis heute den Lohn zahlt. Seit Wochen steht Jauch wegen dilettantisch wirkenden Ticket-Managements und hohen Preisen für die Eröffnungsevents am 30. und 31. Juli in der Kritik.
Der Star ist das Stadion
Peter Jauch ist das Gegenteil eines öffentlichen Sympathieträgers. Er weiss das und lässt erkennen, dass er die Illusion nicht hegt, dieser Rolle in Bern zu entrinnen. Also konzentriert er sich darauf, sie konsequent zu spielen. Man kann sie als Ausweis dafür sehen, dass er sich als weitsichtiger Stratege von emotionalen Eiferern nicht bremsen lässt. «Sehen Sie», sagt Jauch ganz ruhig, «ohne meine Ideen und Innovationen würde dieses Stadion nie funktionieren.» Würde auch er zum wehmütigen YB-Träumer, drohe Bern eine triste Fussballruine, so wie in Genf. Seine Vision, an der er sich ausrichtet, ist von der bernischen YB-Kultur meilenweit entfernt.
Die Spielwiese in Jauchs Träumen ist die Hamburger «Color Line Arena», eine topmoderne Multifunktionsanlage für Sport, Show und Kultur mit 16'000 Sitzplätzen, sechs Restaurants und 16 Schnellimbissen. Kein traditioneller Verein, keine langjährigen Fans störten den Bau des Kommerztempels. Der Sport-Headliner des Stadions, ein Hockeyclub, wurde einfach eingekauft: Man übernahm die Spieler der konkursiten Münchner Barons und taufte sie in «Hamburg Freezers» um. Das Game funktioniert: Die Freezers haben Zuschauerzahlen, die an den SC Bern herankommen, darunter 40 Prozent Frauen. Das Stadion ist der Star. Genau, wie Jauch es sich wünscht.
Verglichen mit Hamburg wird Bern für Jauch ein Kompromisswerk. Die kommerzielle Idee wird von zu vielen anders gelagerten Interessen abgeschwächt. «Natürlich», bekennt Jauch, «werden die Fans für die Stimmung im Stade de Suisse wichtig sein.» Aber wenn 17'000 Leute an ein YB-Spiel kommen sollen – wie Jauch es braucht, damit die Rechnung aufgeht –wird die Bedeutung der traditionellen Fussballanhänger abnehmen. Ihr Support mag die Fussballer auf dem Platz beflügeln, für die gesicherte Zukunft von YB im Fussball-Business werden sie immer unwichtiger.
Zum nächsten Widerstand
Fussball wird zum konfektionierten Aufreger in einem umfassenden Unterhaltungsprogramm. Für Jauch gehört die vielfältige Gastronomie ebenso dazu wie exquisite VIP-Logen, gepflegte Toilettenanlagen und ein professionelles Inhouse-TV-Programm. Die Berner «Faro TV AG» des trendigen Fernseh-Machers Björn Hering («Joya rennt») hat mit den Wankdorf-Machern einen Vertrag dafür abgeschlossen. «Die Leute müssen merken, dass sie im Wankdorf etwas verpassen, wenn sie einem YB-Match fernbleiben», sagt Jauch. Was verpassen? Die Sicherheit, bequem im Sitzen in eine emotionale Gegenwelt zum Alltag eintauchen zu können, sagt Jauch.
Daneben soll man aber auch Gewähr haben, interessante Leute zu treffen, vielleicht ein informelles Gespräch mit einem potenziellen Gesprächspartner zu führen. Startschwierigkeiten, wie sich jetzt beim Ticketing zeigten, gingen schnell vergessen. Gelinge es, das Wankdorf zu einem gesellschaftlichen Brennpunkt der Region zu machen, werde das Stade de Suisse erblühen, sagt Jauch, immer noch mit der Mimik des sturmerprobten Seemanns.
Bei der Blüte wird Jauch nur noch als Aktionär dabeisein. «Meine Stärke sind Ideen, Konzepte. Der Alltagsbetrieb ist nicht mein Ding.» Beruflich wird sich Jauch deshalb in absehbarer Zeit auf die Suche nach neuem Widerstand begeben – und den gelbschwarzen Stallgeruch ganz hinter sich lassen.
Der Kabarettist
Christian Zingg, 41, Journalist, Kabarettist, Autor im erfolgreichen «ebund»-Fussball-Blog und langjähriger YB-Fan, hat sich intensiv mit dem Wandel von YB beim Umzug ins neue Stadion auseinandergesetzt. Er konnte nicht anders: «YB ist eine der verlässlichsten Konstanten in meinem Leben.» Arbeitsstellen, Wohnungen, Stammbeizen, persönliche Beziehungen haben sich im Laufe der Jahre verändert. Zu den Young Boys ist Zingg in allen Lebenslagen gegangen. «Es wäre naiv zu glauben, das neue Stadion werde mein Verhältnis zu YB nicht verändern», sagt er. Er sei gespannt, in welche Richtung es gehe – und ob die Kalkulation von Peter Jauch aufgehe. Es komme ihm vor, als nehme eine ihm nahestehende Person eine persönliche Veränderung vor. Und nun beobachte er, wie sich das auf ihre Persönlichkeit auswirke.
Zingg hat sich des Stade de Suisse auch künstlerisch angenommen. Mit den Künstlern Jason Brandenburg und Adrian Scheidegger hat er einen (im Internet abrufbaren) Kurzfilm gedreht, in dem er als übergewichtige, ungelenke Ronaldo-Imitation mit dem Ball durch das neue Wankdorf tänzelt – was die anwesende junge Frau überhaupt nicht beeindruckt. Indirekt bringt Zingg das Problem auf den Punkt. Fussball zieht auch in der neuen Arena nicht bei allen.
Und die, bei denen er zieht, werden sich umgewöhnen müssen. «Man wird nicht mehr ins Stadion gehen und dort spontan jemanden treffen, während des Spiels gar herumgehen und jemanden suchen können.» Die Sitzplatznummer nagelt einen auf einen bestimmten Stuhl fest – und man dürfe gespannt sein, wen man als Nachbar vorfinde.
Zingg hat in vielen Diskussionen eine leise Spaltung in der YB-Anhängerschaft ausgemacht – in «Konservative», die die neuen Realitäten um YB ablehnen, und «Progressive», die Veränderungen kritisch begrüssen. Er selber rechnet sich eher den Progressiven zu. «Vielleicht rückt YB der grossen Fussball-Welt, die wir etwa in den Champions-League-Spielen bewundern, einen Schritt näher.»
Dass mit dem neuen Stadion auch die eiskalten Mechanismen des Fussball-Business ungeschminkter sichtbar werden als noch im niedlichen Neufeld, wo man sich vormachen konnte, YB sei ein Gegenprojekt zum Fussballkommerz, beeinträchtigt Zinggs Leidenschaft für YB nicht – im Gegenteil: «Wir haben jetzt Hakan Yakin, den wir sonst nicht hätten.» Das sei ein Fortschritt – und sicher ein Anreiz für Frauen, ins Wankdorf zu kommen.
Gespannt auf Hakan Yakin ist auch Toni Reinhard, 43, langjähriger YB-Fan und Mitgründer von sechs Fanclubs. In seinem Büro in der Abteilung Mehrwertsteuer der Eidgenössischen Steuerverwaltung zieht er aber seine Stirn in Falten. «Ich habe gemischte Gefühle, wenn ich ans Wankdorf denke», hält er fest. Klar, das neue Stadion sei schön und werte die Young Boys im Schweizer Fussball zweifellos auf. Aber wie die Crew um Peter Jauch «mit uns Fans umspringt, ist eine grosse Enttäuschung».
Der Nostalgiker
Einverstanden, sagt Reinhard, er sei ein unverbesserlicher Nostalgiker. Aber was in den letzten drei Jahren abgelaufen sei, sei letztlich ein Verrat am YB-Geist. Der Fussball werde zur Nebensache, zum verlockenden Appetizer, der Leute anziehen soll, die im Stade de Suisse einen Konsummarathon absolvieren, Cüpli trinken, Crevetten essen und nicht wissen, dass das Stadion früher nur Wankdorf hiess. Leidenschaftliches Engagement für den Klub, so Reinhard, werde als folkloristischer Beitrag bloss knapp geduldet.
Die hirnrissigen Preise und das fussballferne Programm der Eröffnungsfeier, aber auch der Umgang mit dem Stehplatzpublikum verärgere ihn nachhaltig, sagt Reinhard. «Ich schaue mir ein YB-Spiel sicher nicht sitzend an. Nie im Leben», ereifert sich Reinhard. Die Wankdorf-Betreiber haben hinter dem Tor eine Fanzone geschaffen, in der zwar Sitzbänke montiert sind, die Zuschauer sich aber frei bewegen können. Reinhard und seine Stehplatz-Kollegen werden auf die Stühle stehen. «Ich bin ja gespannt, wie das herauskommt.»
Wenn YB Erfolg hat, könne das kommerzielle Konzept von Peter Jauch aufgehen, glaubt Toni Reinhard. «Läuft es aber fussballerisch schlecht, wird YB das hochnäsige Verhalten der jetzigen Führung schwer schaden», befürchtet er. Man stelle sich vor: Eine erfolglose Mannschaft, die im halbleeren Stadion von den Fans ausgepfiffen wird.
Anzeichen einer solchen Entwicklung habe er schon letzte Saison gespürt, sagt Reinhard: «Viele Fans sind ungeduldiger, vielleicht auch verwöhnter geworden. Bei schlechtem Spiel wurde die eigene Mannschaft sehr schnell ausgebuht.» Reinhard ist sicher, dass die gnadenlos kommerzielle Ausrichtung dem alten YB-Geist schwer zusetzt. Man sei nicht mehr bereit, mit YB zu leiden, sondern wolle nur noch geile Fussballspiele konsumieren. «Ich sehe schwere Zeiten auf uns zukommen.»
Auf Toni Reinhard indessen kann YB zählen, Peter Jauch hin oder her. «Meine Liebe zu YB, die stirbt nie.»
_________________ For Ever
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shalako
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Verfasst: Samstag 16. Juli 2005, 08:49 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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BZ, 17.6.2005
101 zusätzliche Parkplätze bewilligt
Die Autoeinstellhalle im Wankdorf darf um 101 zusätzliche Parkplätze für die Firma ZLB Behring AG erweitert werden. Die Einsprache der Grünen Partei wurde abgewiesen.
Das neue Wankdorf-Stadion aus der Vogelperspektive. / Der BundIn den Bauvorschriften zum Stadion Wankdorf ist die Zahl der Parkplätze auf 700 beschränkt. Trotzdem ersuchte die Bauherrschaft um eine Erweiterung um 101 Parkplätze, da diese fest an die benachbarte Blutplasmaverarbeiterin ZLB Behring vermietet würden.
Der Regierungsstatthalter von Bern begründete die Erteilung der Ausnahmebewilligung laut Communiqué von heute Freitag damit, dass die Beschränkung auf 700 Plätze die Nutzung im Stadion (Einkaufszentrum, Büros, Schule, Restaurants) betreffe.
Die ZLB hätte für diese Parkplätze auf ihrem eigenen Areal ohne weiteres eine Baubewilligung erhalten, begründet Statthalter Alec von Graffenried weiter. Für das Quartier resultierten aber aus der nun vorgesehenen Lösung Vorteile. Die Zufahrt erfolge nicht über das Quartier, sondern ab Papiermühlestrasse.
Die Bewilligung ist mit Bedingungen verbunden. So müssen die Parkplätze der ZLB in der Einstellhalle mit Schranken abgetrennt werden.
_________________ For Ever
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Gonzo
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Verfasst: Samstag 16. Juli 2005, 10:59 |
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Registriert: Freitag 21. Mai 2004, 10:37 Beiträge: 3822 Wohnort: Bern
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Zitat: Sind Sie wirklich der starke Mann im Wankdorf, Herr Jauch? «Hier ist ein starkes Team am Werk», gibt er zurück und deutet sein unergründliches Lächeln an Zitat: «Sehen Sie», sagt Jauch ganz ruhig, «ohne meine Ideen und Innovationen würde dieses Stadion nie funktionieren.»
So zwiespältig er Aussagen macht, so zwiespältig ist er! 
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Gonzo
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Verfasst: Samstag 16. Juli 2005, 11:03 |
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Registriert: Freitag 21. Mai 2004, 10:37 Beiträge: 3822 Wohnort: Bern
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Zitat: Aber wenn 17'000 Leute an ein YB-Spiel kommen sollen – wie Jauch es braucht, damit die Rechnung aufgeht –wird die Bedeutung der traditionellen Fussballanhänger abnehmen. Ihr Support mag die Fussballer auf dem Platz beflügeln, für die gesicherte Zukunft von YB im Fussball-Business werden sie immer unwichtiger.
Für diese Aussage könnte ich Jauch stundenlang in sein Gesicht schlagen!
Elendes Arschloch!
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Hauptstadt
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Verfasst: Montag 18. Juli 2005, 23:16 |
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Registriert: Donnerstag 6. Mai 2004, 14:28 Beiträge: 6742
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Ein paar Leserbriefe aus der heutigen BZ, bezüglich der Stadioneröffnung.

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